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t,mustnrte Sonntags »Zeitung ,Fuldaer Geschicbtsblattet und rofterFe-risre.

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M 225.

Jul^öa, Dienstag, den 30. September 1902.

29. Jahrgang.

G Der Schipka-Paß.

Ma« braucht nicht zu den bekannten ältesten Leuten zu gehöre«, um sich «och sehr genau der Greuel des Krieges, zwischen Rußland und der Türkei zu erinnern und der entsetzliche« Kämpfe um den Schipka. Paß. Reihenweise fielen die Soldaten; so zahlreich wie die Steine waren die Leichen, welche die Schlachtfelder bedeckten. Die Türken waren als Gegner von de« Raffe« unter­schätzt worden. Sie machten diesen sehr viel zu schaffe» unter Suleiman Pascha, dem vor­züglichsten Heerführer, den die Türken in neuerer Zeit gehabt haben; zeitweise war Europa wirk­lich im Zweifel darüber, ob es dem Zarenreiche gelinge« werde, des Halbmondes Herr zu werden. Man war gewohnt, die Türkei und den kranken Mann am Goldenen Horn fast nur noch spaßhaft zu behandel». Desto erstaunter war man darüber, seine Schaaren mit dieser heidenmäßigen Bravour kämpfe« zu'sehen. Die Uebermacht der Raffen siegte am Ende, weil ihr die Türkei auf die Dauer so wenig gewachsen war wie die Buren de« Eng­ländern; aiW die Niederlage, welche die Tücken erlitten haßen, hatte so wenig Schimpfliches a» sich, wie die Niederlage der Buren. Das Land Bulgarien wurde durch de« Krieg u«d seinen Aus­gang von dem unmittelbaren türkischen Joche be­freit, das freilich in Folge der unglaubliche« Miß- wirthschaft innerhalb der türkischen Verwaltung hart genug das Land bedrückte. Rußland spielte die schön? Rolle als Befreier eines christlichen Landes von dem Jochs der Ungläubige«. Aber Rußland dachte daran wohl am wenigsten. Die Lage Bulgarte«? macht dieses letztere außerordent­lich wichtig für RHlar>d, wie ein einziger Blick auf die Karte lehrt. Ein Bulgarien, das abhän­gig vom Zarenreiche ist, bildet für dieses geradezu den Schlüssel zur Balkan-HalbirrftU Deswegen hörten eh-drm auch niemals die russischen Um­triebe, Ränke und Verschwörungen i» Bulgarien auf, so lange dieses letztere «icht willig «ach der russische!« Pfeife tanzen wollte. Daß der unglück­liche Stumbulow das Opfer eines mruchclmörde- rische« Nebrrfallrs auf Heller, offener Straße wurde, hat sicherlich in ursächlichem Zusammenhänge mit der Thatsache gestanden, daß er käya uns ver­schlage« qesug war, dem moSkowitischen Regi­ments sich nicht willenlos zu Füßen zu werfen.

Unter Ferdinand dem Koburger ist das Alles anders geworden. Bulgarien steht ganz und gar unter der Petersburger Fuchtel; un- feit es so ist, hört man nichts mehr von russischen Agenten, die im Geheimen das Land bereisen und die Bulgaren bearbeiten zu Gunsten des Zarenreiches. AuS der gegenwärtigen Ruhe und den früheren Umtrieben kann man allein schon mit Sicherheit schließen auf eine« gewissen innerlichen Zusammen­hang zwischen dem rollende« Rubel und der früheren unaufhörlichen Unterwühlung drS Lander.

Wen« sich nun mit de« Bulgaren die Russe« vereinen, um eine Gedächtnißfeier zu veranstalten bei der sünsundzwanzigjährtgen Wiederkehr jener blutige« Tage am Schipka-Paffe, eine orthodoxe Kirch« am Schipka-Paffe einweihr» und Manöver veranstalte», die ein möglichst getreues Bild jener Kämpfe liefern sollen, dann kann man es schon einigermaßen verstehen, daß die Machthaber in Konstantinopel nervös dabei werden. Wenige Tage vorher hatten der Zar und der Sultan

HiS Wechenfchcrst.

Roman von Paul vom Wildbach.

20 ------ (Nachdruck verboten.)

Und auch nach der Loge drS großen Börsen- köntgs und nach seiner Tochter richtete sich das Glas manches feinen Herr». Freilich, Sica vattr sich nicht Übel entwickelt, ei« Schönheit war sie sicht, und ihre Gesichtsfarbe hatte immer etwas Bleiches und Kränkliches behalte»; aber ihren tiefgründige» Augen war schon manche Artigkeit gespendet worden, und für ein so herr­liches Erbtheil an Gold und an Silber pflegten die Kavaliere da drüben ebenfalls ein volles Verständniß zu haben. O, für seine Sica «ar Herrn Löwenthal nicht bange; er zweiselte keinen Augenblick, daß eine Hand aus den höchsten Regionen sich nach ihr auSstrecken würde. Und wenn erst noch der Adel da wat und auch sei» Sohn eineebenbürtige" Alliance einziag. . . .

Ja, wer konnte es gleich thun dem Geheimen Kommerzienrath Löwenthal, der Beherrscher der Börse, dem Schützer der Kunst, dem Vertraute» und Berather des Hauses Ostmark... wie schade nur, daß die gräfliche Familie durch gar keines ihrer weiblichen Mitglieder vertreten war und daß der Graf gerade heute so finster drein sah. Denn die Gräfin Ostmark hatte fich un- wohl gefühlt, so daß sie trotz des Drängens ihres Gatte« nicht hatte mitkommen können; und Komtesse Kar ole der Kommerzienrath erwähnte fie gar zu gern M die Penfionsfreundtn seiner

Ausdrückeherzlichster Freundschaft» ausgetauscht; jetzt hat es die Pforte für uothwendig gehalten, auf alle Fälle dreißig Regimenter ht Marsch­bereitschaft zu halte« für den Fall, daß aus de« Kriegsspielen etwa Schlachten werden sollten. Wirklich habe« fich auch die Emwohner mehrerer christlicher Ortschafte« so aufgeregt an der Feier am Schipka-Paffe, daß fie zu Büchse und Hand­schar griffe« und fich wild und kriegerisch ge­berdeten. ES ist aber bei den Geberden ge­blieben und die Veranstaltungen am Schipka- Paffe find weit ruhiger und farbloser verlaufen, alS man anfänglich angenommen hatte. Nur aus der nächsten Umgebung find die Landleute bei der Feier der Kirchenweihe am letzten Sonn­tag zusammengeströmt, nicht mehr als etwa drei­tausend an der Zahl; sonst sah man nur einige vornehme Leute aus Sofia, Phtlippopel und Burgas, die de« Fürsten Ferdinand und den Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch umgaben.

Montag haben die Manöver begonnen. Sie werden in verkleinertem Umfange abzehalte», als anfänglich die Absicht war. Und da nach de« Manöver» der Großfürst unmittelbar «ach Konstantinopel reist, um dem türkischen Groß- Herrn seine Aufwartung zu machen, muß man sagen, daß Rußland alles Mögliche thvt, um die Nervosität dieses Letzteren nicht noch mehr zu reizen. Die Tage des krankest Mannes am Gol­denen Horn find noch «icht gezählt.

Berckin, 29. September 1902.

Hc Ier Kaiser empfängt die Mnres- Geueräle. Die Buren-Generäle kommen nicht nur bestimmt nach Deutschland und nach Berlin; noch «ehr: Kaiser Wilhelm hat fich entschlösse», die tapferen Heerführer der Buren p^onlich zu empfangen. Das ist eine höchst erfreu' che Nach­richt, die im ganze« deutschen Volke Luten Bei­fall finden wird, die wenigen EZglän fanatik^r ausgenommen, die in een großen H res» und Handelsstädte« hauptsächlich ihren Wohi sitz habe« und für ihre« Handelsgewinn bange find, wenn irgend welche Verstimmungen zwischen London und Berlin entstehen sollte«. Daß daran gar »icht zu denken ist, geht aus der bereits fest­stehende« Thatsache hervor, daß der Kaiser am 6. November zum Besuchs des Königs Eduard nach England reisen wird. Höchst wahrscheinlich hat der Kaiser diesen Entschluß gefaßt auf hol­ländische Vorstellung hin; uub mau kenn ihn einigermaßen als Ausgleich dafür hmnrhmeu, daß Präsident Krüger in Berlin sicht empfangen morde» ist. Sie ängstliche« Leuts also, die nicht einmal die Reise der Burenführer überhaupt nach Deutschland wünschte», haben zum Glücke «icht recht behalten, und den tapferen Heerführer» der Buren wird eine Anerkennung zu Theil, die ihnen i« der ganzen Welt herzlich gern vergönnt werden wird. Der Empfang wird voraussicht­lich in der zweiten Oktoberwoche stattfinden.

4- IlsterKamtssekrelSr im Ikeichsamle de* Inner« als Nachfolger de« UnterstaotS-

Sica uxo oft und öfter dachte er dabei auch an seine« Sohn Emil hatte die Einladung trotz der Aussicht, mit den Majestäten zusammenzu- treffen, rundweg abgeschlagen.

Die Vorstellung hatte schon einige Zeit be­gonnen, ohne daß die herrlich ausgeschmückte Fürstenloge von den Majestäten in Anspruch ge­nommen wäre, doch folgte Alles mit Spannung dem flotten Spiele der Mitwirkenden; überall herrschte, abgesehen von der finsteren Miene des Grafen Ostmark, die beste Stimmung, ei» gutes Ohmen für das neue Werk da: was war dar?--

Während einer imposanten BeleuchtungSseene, wo alle Künste der Technik spielten, schoß plötzlich ein greller Blitz hoch oben an der Decke zwischen den Coultffe« dahin. . . . Der hrlle Feuerschein hält an. Eine« Moment ist Alles ruhig; doch da stürzt ein Schauspieler aus dem Hintergrund hervor und sucht an de« vielen Leinen zu ziehen und zu zerren anscheinend ohne Erfolg. Jetzt fieht man schon eine ganze Anzahl Feuerwehr- leute, die de» Sicherheitsdienst auf der Bühne versehen, und gleich darauf hört man Zische» und Brause«, wie wenn Wasser ins Feuer fällt.

Zu sehen ist von dem Zuschauerraum schon nichts mehr, denn der Vorhang ist alsbald heruntergelaffr«, aber' durch die Spalte« und Ritze« dringen Dampf und Rauch auch zu den enggepfropfte» Logen uns Sitzreihe».

Wie aber geht eS hier zu? Einen Augenblick »erharrt Alles wie erstarrt, dann aber erhebt sich bitzschnell der Eine und der Andere, und

sekretärS Rothe soll nach «eueren Zeitungsmel­dungenkeinesfalls ein der Verwaltungsbeamten­schaft fern stehender hervorragender Parlamentarier werden", so drückt fich das ,Berl Tagebl/ aus «ach Mittheilungen ausunbedingt zuverlässiger Quelle". Des Tageblattesunbedingte Zuver­lässigkeit" ist nicht immer so ganz unbedingt. In diesem Falle aber kann man ihm um so eher glauben, als Graf Bülow gar keinen Paria mentarier von den gekennzeichneten Eigenschaften für besagten Posten finden würde.

Hc Negierrmg «ndKsnfervative. Inner­halb der konservative« Partei ringe« zwei nicht gerade feindliche, aber doch gegensätzliche Mächte mit einander. Die eine Macht ist für eine versöhn­liche Politik gegenüber der Regierung in der Behandlung der Zollfragen; die andere Macht vertritt daS steifnacklge Element, das unter keiner Bedingung vor dem Andrängen der Verbündete» Regierungen zurückweichen will, diesen mindestens durch Opposition so viel Zugeständnisse wie möglich abzuzwinzen sucht. Die Gruppe der Gteifnackigen gewinnt sichtlich an Einfluß. Schon die Beschlüsse der Fraktion standen in einem gewissen Gegensätze zu der Haltung der überwiegende« Mehrheit der konservativen Mit glteder der Zolltarif-Kommission, und zwar auch in einem Gegensätze nach der steifnackigen Rich­tung hin; seit jener Versammlung der kouser- vLtioe» Reichstagsfraktio» find tn der konser­vativen Parteipreffe mehrfach sehr beachtens- werthe Stimme» in demselben Sinne laut ge­worden, Zunächst kam das sächsische .Vaterland' mit seinemKrachen der Throne", das für den Uebereiser in seinem Bemühen ja reichliche» Spott ertragen mußte; immerhin mußte man doch die kleine Explosion al» ein Kennzeichen der ganzen Sachlage auffaffen. Das führende Blatt der konserv. Partei, die Kreuz.-Ztg.', tadelte das .Vaterland' im Tone höchster Entrüstung: so etwas dürfe ei» konservativer Mann nicht denke«, geschwnae denn schreibe«. Aber seitdem mußte dieselbe .Kreuz Zeitung' bereits zwei Mal Zuschriften aus rhme«, die ihr von sehr beach- tenSwrrthen S itrn »«gingen und die gar nicht unähnlich dem ächfische» Parteiblatte.Vaterland' sehr kräftig g*tea die Regierung vom Leder ziehen. Die ei - Zuschrift rührte non einem hoch angesehener. Ranne im Osten" her, wie die .Kreuzztg/ schrieb; die andere von dem Ber­liner UniversitätSprofeffor Dr. Adolf von Wenckster«, der bisher stets bei Stimmung-- krisen innerhalb der konservativen Partei seinen Parteigenosse« zur RegierungSfreundlichkeit rieth. Auch Dr. do» Wenckster» ist unter die Steif- «ackige» gegangen und veröffentlicht in dem konservativen Hauptorga« mit seiner Name»«- Unterschrift eine längere Darlegung der gegen­wärtigen Sachlage, aus der et die nachfolgenden Schlüffe zieht:Die Vertreter der deutsche» Landwirthschaft können (die Haltung der Regie­rung) gar nicht anders beantworten, als durch grundsätzliche Opposition"; und weiter: Im Angesichte dieser fundamentale« Thatsache» haben die Vertreter der laudwirthschaftliche» Interessen, da fie von allen Seiten verlassen find, die Pflicht, den Widerstand gegen die al« verderblich erkannte Richtung der Wirth- schaftspolitik der Verbündeten Regierungen zu einem vollkommenen zu organistren." So Dr.

narb ihnen Hunderte und Tausende: und Alle wolle« hinaus! hinaus aus dem gefährliche» Raum durch die wenigen engen Thüreu, die im nächste» Augenblick wie zugestopft find im fürchterliche« Andrang der »ach Rettung lechze«, den Menge.

Noch ist vrrhältnißmäßig Alles stille vor sich gegangen, da erhebt sich plötzlich von der zumeist bedrohte» Stelle, dicht neben der Bühne, eine Stentorstimme und ruft:Alles sitzen bleiben. Das Haus langsam entleeren, dann ist keine Gefahr!"

Es ist Graf Ostmark, der so gerufen, und er fitzt ruhig auf seinem Platz; also kau» ja die Gefahr nicht so groß sein. Set« Ruf klingt wir eine Sötterstimme den fruchtlos «ach den Thüren Drängenden, die dort doch kein Heil sehen. Und so setzten sich wieder nieder viele Hunderte, im instinktiven Gefühl, daß so doch nicht durch die Thüreu zu kommen ist, andere Hunderte drängten weiter und weiter ohne Erfolg. Aber in der Verzweiflung, was thul da der Mensch nicht?

Inzwischen wird hinter dem Vorhang auf der Bühne das Getümmel und Getöse stärker und stärker; der Rauch dringt immer dichter durch die Ritzen, auch einige Flämmche« lecken schon an dem dünnen Gewebe des Vorhanges selbst, und siehe da: jetzt hat er gar Feuer ge­fangen ! Wie ausgegoffe« fliegt die Flammr durch das leichte Gewebe, ein energischer Luftzug der ganze Vorhang ist verschwunden und frei ist die Aussicht in ein einziges Feuermeer, dort auf den Brettern, die dir Welt bedeuten ein Anblick,

von Wenckstern. Man sagt manchmal, die Kon­servativen könnte» gar nicht gegen die Regierung auskommen; sie würden sonstan die Wand ge­drückt werde«, so daß fie quietschen". Unter dem Reichskanzler Fürste« Bismarck nicht;'aber jetzt dürften sich die Dinge wohl ganz anders gestalten. Und will denn die Regierung ihre Politik mit dm Liberalen und Sozialdemokraten mache«? Sie möge es doch einmal versuchen. Lange wird sie rs nicht auShalten!

* Die Information »srr IeitrmgsSericht- erststterr» durch Ministerien uns sonstige amtliche Stellen ist, so meldet ein Berliner Berichterstatter, seit einiger Zeit merklich ein­geschränkt worden. Die Beamte», welche sonst für Belehrungen und Auskunstsertheilungen zu haben waren, find jetzt bis obenhin zugeknöpft, da ihnen daS Writergeben von Nachrichten a« Journalisten streng untersagt worden ist. Es ist dieS dem Vernehmen nach die Folze einer An­ordnung des Reichskanzlers Grafen Bülow, der dadurch das Durchsickern nicht genehmer Nachrichten «ach Möglichkeiten verhüte« will. Auch bei öffentlicher Veranstaltungen, welche für das große Publikum von Interesse find, soll der AuskunftSertheilung an Journalisten ein Riegel vorgeschoben werden. Es soll nur derjenige Informationen erhalte«, der amtlich dazu autorisirt ist und eine Gewähr für loyale Gesinnung bietet. Privatäußerungen des Kaisers sollen überhaupt nicht mehr der Presse und ihren Vertreter« übermittelt werden, wovon ja aus jüngster Zeit manches Beispiel zeugt.

4- Ao« der Stuttgarter Ministsrüon- ftrtng wird berichtet, daß der sächsische Minister­präsident von Metzsch an diesem Dienstag vom König von Württemberg in Friedrichshafen em­pfange« wird. Daß diese Ministerberath mgen der Fleischfraze gelten, ist bekannt.

+ A«»dek»»ertr«eg mit Außkand. Das Wiener .Fremdenblatt', das sehr gute diplomatische Beziehungen hat, bringt eine interessante Lesart der Meldung, Rußland wolle den Handels vertrag mit Deutschland «ufkündigen: danach wäre die Meldung doch nicht gänzlich ohne thatsächliche Unterlage. Ma« rechne in Petersburg mit dem Scheitern deS deutsche« ZolltarifeS im Reichstage rmd mit der Möglichkeit, daß Deutschland da«» eine kurzfristige Verlängerung des Handelsver­trages vorschlagen werde. In Rußland wünsche man aber eine« langfristige« Vertrag, und man wolle kündige«, falls Deutschland eine Verlän­gerung von nur einem Jahre vorschlagen werde.... Na, daß tarnt fei«, kann aber auch nicht fein. Wir Deutschen brauchen uns auch dadurch nicht im mindeste« in Schrecke« setzen zu lassen.

* Sine ist-rrmtts«Kke Konferenz für drasttlofe Uol«zre»P-i« wird auf Vorschlag der deutschen Regierung zusammentreten. Alle a« der Frage interessirten Staaten heben die Ein­ladung angenommen. Das Programm für die Konferenz wird zur Zeit im Reichspostamt aus­gearbeitet. Die Konferenz wird voraussichtlich bald berufen, wahrscheinlich nach Berlin.

* Pie Lo»o«o1ivfKßrer gegen die Sozisk- demoürettie. Eine derbe Abfertigung lassen die Lokomotivführer dem sozialdemokratischen Ver­bände der Eisenbahner Deutschlands zu Theil werden. Der Verband hat kürzlich in einem Aufruf an die Eisenbahner ganz Deutschlands

so schauerlich schö«, wie Menschenkunst ihn nimm« zu bieten vermöchte.---

Wenn dieser Anblick nur nicht so entsetzlich wäre! Hier aber gibt er all' den Hunderten eine fürchterliche Gewißheit: das wilde Element ist Herr geworden in diesen Räumen: wehe denen, die seiner Macht verfallen!

Ein fieberhaftes Durcheinander entsteht: von den Thüren und Gängen, die keinen Raum mehr geben, wenden fie fich weg mit fürchterlich ent­stellten Gesichtern, de» Fenstern, den Balkonen, den Dachluken zu, und von da wagen Dutzende den tollkühnen Sprung in die Tiefe. Andere ver­suchen von den oberen Galerien an den dicken Pfeilern herab nach den tiefere» Stockwerken zu klettern, von wo die Gänge und Treppen breiter und noch nicht ganz versperrt find.....Wie

Vielen es glückte, und wie Viele dabei zu Grunde gingen, ist nie festgestellt worden.

Da« Gefühl, welches den Grafen Ostmark befiel, als der erste Feuerblitz durch da« Theater fuhr, und als es nicht möglich war, das schreck­liche Element zu unterdrücken, als selbst die Ab­sperrung vom Zuschauerraum nicht gelang, läßt sich mit menschliche» Worten nicht beschreiben.

Im ersten Augenblick überkam (i ihn wie ein Gefühl der Befriedigung, daß dar neue Werk die Feuerprobe scheu durchmachen solle; es war ja Alles nach den neuesten, wissenschaftlichen und technischen Erfahrungen eingerichtet, die Prob:» waren alle vorzüglich verlaufen, so mußte mit Leichtigkeit der Gefahr zu begegnen sein.

Und doch kam es anders! Wie das mög,