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© Nochmals dre rumänischen Juden.

Einige Blätter in Deutschland machen sich das wunderliche Vergnügen, diejenigen Zeitungen des Antisemitismus zu beschuldigen, die die rumänische Regierung und ihre Haltung zu der Judenfrage ihres Landes vertheidtgr». Das ist eine unhalt­bare Beschuldigung/ Hier handelt es sich um ganz andere Dinge.

Juden in Westeuropa uns Jude« in Ost­europa find zwei gänzlich von einander verschiedene Menschengattungen. Nur diejenigen haben em gutes Unheil über diese Dinge, die beiderlei Juden kennen gelernt hoben, anderen wird die Brunheilung schwer. Deswegen findet man schon im westlichen Deutschland thetlweis« grundfalsche Ansichten über daS Judrnthum und sein Treibe» i» Posen, Oberschlesten, Galizien usw. Eine ge­wiß sehr unverdächtig« Zeugin ist die .Frank­furter Zeitung', denn sie wird zum Theil von jüdiichen Redakteuren gemacht und befindet sich in jüdischem Besitz. „Die ganze Erziehung der rumänischen Juden — so urtheilt sehr richtig die,Franks. Ztg/ — ist eine tulmudische: die Ueber- vortheilung und Ausbeutung der Nichtjuden gilt dem jüdischen Hochmuth und Fanatismus als erlaubt, ja als erwünscht." Dieses Judenthum, wie es sich in Rumänien entfaltet hat und sich noch mehr entfalte» möchte, ist im wahren Sinne deS Wortes ei» Schmarotzerstamm, der fich zu nähren sucht von der Arbeit anderer Menschen; ein nattonalliberales Münchener Blatt, die »Allgemeine Zeitung', bezeichnet in diesem Sinne durchaus treffend die in Rumänien zahlreichen Wander­juden als einen „Krebsschaden am Volksleibe". Die sorglose, vielfach leichtsinnige Wirtschaft bet dem Bojaren ebenso »te bei dem Bauern in Rumänien würde diesem Judenthum zu HUfe komme», und wen» es in Rumänien de» Jude» gestattet wäre, ländliche» Grundbesitz zu erwerben, dann würde« sehr bald sehr viele kleine und mittlere Güter in Rumänien im Besitze der Jude« fein und der Bauernstand schonungslos ans Meffer geliefert werden. DaS ist die einfache Wahrheit, die von einsichtsvollen Jude« vollauf anerkannt und gewürdigt wird. Wen« man sie vor der Öffentlichkeit vertritt, macht man fich irgendwelche« RaffenhaffeS ganz u«d gar nicht schuldig.

Eine zweite Frage ist die, ob denn überhaupt die Mächte deS Berliner Vertrages das Recht haben, i« diese inneren rumänischen Verhältnisse fich einzumische«. DaS ist sehr zu bezweifeln. Und die Vereinigten Staate» von Amerika haben dazu ganz bestimmt kein Recht, denn fie gehöre» ja gar nicht zu den Berliner Vertragsstaate«. Die rumänische Regierung hat also daS Recht, die amerikanische Note deS Staatssekretärs Hay

Hiö -Rechenschaft.

Roman von Paul vom Wildbach.

17 ------(Nachdruck verboten.)

Eine halbe Stunde später sehen wir den Grafe« von Ostmark hinter der schweren Portiere verschwinden, welche de« Eingang zu dem Lese, zimmer deS Donauklubs abschloß. Er traf dort — es war noch nicht die Zeit, um zur Börse zu gehe» — nur boi häufigsten Besucher dieses Raumes, de« jungen Löwenthal, der die neueste« Journale musterte, «ach dem Eintritt deS Grafen ftch aber alsbald alle Mühe gab, um in ein Ge« fpräch mit demselben zu komme».

„Wenn de» Herrn Grafen die neuesten Mel­dungen aus Böhme« tnteresfiren, so finden Sie dieselben am aussührlichsten hier in diesem Blatte," sagte er und reichte ihm seine Börsenzeüung hin.

Graf Ostmark murmelte einen verbindlichste« Dank, legte daS Blatt jedoch neben fich hin, um zunächst die neueste Nummer deS Regierung-- organr zu durchfliegen, welche ihm der Kellner sofort überbracht hatte.

Jndeß war der Diensteifer deS Herrn Löwe», thal jun. keineswegs gestillt, und nach einer Pause «ahm er wieder daS Wort: «Sie haben gewiß mit den Ausständen auf den Bergwerke« Sorge genug, Herr Graf, besonders da Sie die Verwaltung der Güter selbständig übernommen habe», und so gewissermaßen die Oeffrntlichkeit sich bemüßigt sieht, fich stets mit Ihrem Namen zu beschäftigen." .

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j6tptUnigta eaf des i. (Quartal 1902 der .Fuldaer Zeitung^werde« fort- Während von alle« Postaustalten, Land- briefträger« n«d von ««ferer Expedition (Harmonie) entgegengeuommeu.

___________Inwa, Freitag, de

ganz glatt zurückzuweisen; und außerdem hat fie die unabweisbare Pfl cht, ihren Bauernstand zu schützen gegen die Raubvögel, die sich an seine Stelle setzen und die rumänischen Bauern zu ihren Lohnarbeitern herabdrüchW möchte«. Hoffent­lich laffen die Berliner Vertragsmächte hier ihre Hände vollkommen aus dem Spiele. Sie würden nichts Gutes stifte», sondern Schlimmes be­fördern, wenn fie für die Vereinigten Staate« von Amerika ein trete» und in deren Sinne einen Druck auf Rumänien auSübe« wollten.

Was man in Amerika und in England in dieser Angelegenheit thut, beruht augenscheinlich, abgesehen von dem Einfluffe gewisser Leute aus der Hochfinanz, auf mangelnder Kenntniß der Verhältniffe.

Berlin, 25. September 1902.

X Alegierrmg und Kartelle. Der Deutsche Juristentag hat fich während seiner General­versammlung neulich auch mit der Frage der Be­handlung der Jndustriekartelle beschäftigt. Er war dabei gesagt worden, dar Reichsam! des Innern habe nur eine Umfrag« angeordnet, die unter Ausschluß der Leut« vom Fache vorgenommen werden solle, also nur bei den Behörden. Im Gegensätze dazu behauptet eine Darlegung der Berliner »Post', daß der Staatssekretär des Innern und auch der preußische Handelsmiaister „mit der eingehendsten Aufmerksamkeit die Entwickelung de« Kartellwesens verfolgen und bereits ein um« fastende«, zur Zeit der Sichtung und weiter« Be- rathung unterliegender Material über Kartelle gesammelt haben", und daß „im Reichsamts de« Innern umfangreiche Vernehmungen von Vor­ständen einiger Kartelle vorgenommen worden find". Zunächst muß mau doch auch noch anbete Sachkenner vernehmen, als solche, die mit allen Fasern ihrer eigne« Interests» mit b Kartellen selbst verwachse« find. Dann aber müsi n die Er­gebnisse der Untersuchungen und Bezähmungen der öffentlichen Beurtheilung zugängrg gemacht werden, soweit die Natur der Unters uchnng«- ergebniff« die« nur irgend zuläßt. Im ander« Falle haben Untersuchungen, die die Regierung im Grheirnen und für sich allein vornimmt, gar keinen Werth.

X Was die Ielttarif-Lt-mmisst«« des Reichs- tage« bisher b,schlaffe« hat, entspricht in allen Haupt­sachen den Beschlüsse» »er ersten Les«»,. Mit dem Hopfenzolle ist eS beim alten geblieben, auch mit dem Quedracho-Zolle; do« kleine, »erLnderungen ist zu er­wähne», daß der in der erste« Lesu», gestrichene Zoll für Häringe t» dieser zweite» Lesung nach der Re- gierung«»»rlage «tederheraestellt worden ist. Nach de» AuSsühru»,e» de« Staatssekretärs Träfe» PosadowSly beträgt dieser Zoll für de» ei»zel»e» Häring »ur den dritten Theil eines Pfennigs. Vielleicht aber halte« es die „Geuoffe»" nichtsdestoweniger für paffend, »unmehr auch eine» Häringsnoth-Rummel in Szene zu setze«. Der bedeutungsnollste Vorgang während »er Sitzungen dieser allerletzte» Tage ist die Lnnahme der Zölle für Vieh n»d Fletsch »ach bi» Beschlüssen der ersten Lesung, also auch mit frstgelegten Mindrstzoll- sätzen, unter die bei dem Abschluffe von Handelsver­trägen nicht heruntergegangen werden darf. Dis Bieh- zölle berühre« ganz besonders die Juterrffen der Heinen

„Nun, ich bente, bie Oeffrntlichkeit geht doch mein Name und meine Güteroerwaltung nichts an I"

„Allerbing«, Herr Graf. — Da« wäre auch ganz meine Ansicht. Met» Sie wissen je, Herr Graf, die Oeffentltchkeit befaßt sich oft genug mit Dingen, bie fie eigentlich nicht« angehen, ja. sie soll sogar eine gewisse Vorliebe haben, das Strah­lende z» schwärzen. ... Sie sehen er ja heute wieder selbst . . ., mit den andern Gruben Gesell­schaften, wo die Zustände sicher nicht besser find und der Streik ebenfall« anbauert, befaßt sich kein Mensch . .

Der Graf hatte inzwischen dar von Löwenthal erhattene Zeit«»,»blatt zur Hand genommen, aber kau« einen Blick hineingeworfen, al« er fich jäh­lings verfärbte. Sei« Auge war auf die Rubrik gefalle», in welcher über de» Stand des Streiks in dem Kohlenrevier berichtet wurde.

„Mit am schlechtesten," so hieß et da in einem Aussatz über die Lage der Arbeiter, „find die Ver- hättniffe auf den gräflich von Ostmark'sche« Besitzungen. Der Uneingeweihte glaubt e« kaum. Die gräfliche Rentei hat in den verflossene« günstig«« Jahre» ungeheure Summen an« de« Bergwerke« gezogen, dazu wurden bie Verwal­tungsgebäude in geradezu fürstlicher Pracht »eu hrrgestrllt, und doch ist bezüglich einer Besserung i» der Lage der Arbeiter nicht der geringste Fort- schrttt zu bemerke». Gerade hier wird die Kraft von Frauen und Kinder» heute noch am rückficht»- loseste« »»«gebeutet. In den letzten Tage» soll et« hoher Besuch von Wie« die Verwaltung und die Grube« in Augenschein genommen habe». An­scheinend hat man bie bisherigen Zustände ganz

cl 26. September 1902.

Landwirthe und der Bauern; der Großgrundbesitz ist daran nur wenig interesstrt. Und namentlich find e« die Centrumsabgeordneten Herold, Speck und Dr. Heim gewesen, die hier die unveränderte Annahme der Beschlüsse der ersten Lesung empfohlen haben. Die An­nahme erfolgte mit starker Mehrheit, obwohl Staats­sekretär Graf PosadowSly wieder einmal mit dem bekannten „Unannehmbar" in da« Vordertreffe« rückte und erklärte: auf keinen Fall könnte» sich die Ver­bündete» Regierungen darauf einlaffen, das System der Mindestzölle z« erweitern und außer »ei den Ge­treidezöllen auch bei den Biehzöllen gutzuheißen. Ab­geordneter Herold vom Centrum hatte vor dem Staatssekretär die Erklärung abgegeben, daß die An­nahme der Mindestsätze auch für Vieh gerade eine un­erläßliche Vorbedingung für daS Zustandekommen deS ZolltarifeS sei; und nach dem Staatssekretär stellte auch Abg. Speck vom Centrum fest, daß bei der Mehrheit des CentrumS nicht die Abstcht bestehe, von diesen Mindestzöllen abzugehe«. Die Konservative», die Frei­konservativen und ein Theil der Nationalliberalen stehen auf demselben Standpunkte; und damit ist eine neue Klippe geschaffen, die daS Zustandekommen deS ganze» Zolllariffes mit Gefahr droht. Daß im Laufe dieser Debatte auch wieder die Frage der gegenwärtige» Fleischversorgung aufs Tapet kam, versteht fich beinahe von selsst; und hierbei war es der Staatssekretär Graf PosadowSly, der de» persönlich anwesenden preußischen LandwirthschaflSminister v. PodbielSky in seiner Bekämpfung der Behauptung unterstützte, daß die sogenannte Fleischuoth im Zusammenhänge mit der Grenzsperre stehe. Der nationalliberale Abg. Sieg kennzeichnete das Geschrei von der angeblichen „Fleisch­noth als einen Ersatz für daS Gezeter vom „Brod- wucher", weil dieses alS wirkungslos sich erwiese» habe. Man sollte doch lieber an de» Wucher denken, der mit den Wohnungsmiethen in de» Städte» und mit de» Kohlen getrieben wird.

X Gerade zur rechten Zeit ist der Christ­liche Bauernverein i« Bayern durch seine Hauptstelle mit dem Ergebnisse seiner Ke- HeS«»se« Svrr beit Diehssemd auf dem Plane erschienen — als Erster auf dem Platze unter allen denjenigen, die überhaupt Erhebungen an­stellen. Wie lauten die Ergebnisse dieser Er- Hebungen? Einstimmig wird aus allen Bezirken und Orten festaestellt, daß der Viehbestand seit dem Von-dre überall eine sehr be­trächtliche Zunahme erfahren hat. Der Viehbestand M sich während der letzten zwei Jahre im allgemeinen um 15 v. H. vermehrt, fo daß heute d r Bestand an Rindvieh in Deutsch­land auf 22 Millionen Stück gegen noch nicht 19 Millionen im Vorjahre zu veranschlage« ist. Die Zahl der Schw'»e hat sich von knapp 17 Mil­lionen auf 19 M llionen Stück vermehrt. Die Ergebuiffe dieser El Hebungen bestätigen in allen einzelnen Punkten die Anschauungen, die wir bisher in der,Fuld. Ztg/ vertreten haben. Sie laffen fich dahin zusammenfaffe», daß der Vieh­bestand im Reiche weit stärker als die Bevölkerung zugenommen hat, daß es also einen Mangel an Vieh nicht gibt und wirklich auch gar nicht geben kann.

+ WindeflzölrefSr Getreide. Die,Franks.

Ztg.' schrieb in diesen Tagen Folgendes:

„Wie man fich erinnert, hieß es vor einiger „Zett, daß die Regierung sich wegen eines „Mitiimnlzolles von 5 Ä. bereits mit ausländi­schen Regierungen verständigt habe und deS- „halb von diesem Satze nicht abgehen könne. „Eine derartige Mittheilung ist uns neuerdings „von ernsthafter Seite ,«gegangen."

Das widerspricht den Angaben des Herrn Abg. Dr. Spahn in der neulichen Versammlung in von«, aber auch den Versicherungen der Re- gierungS-Presse, daß Verbindlichkeiten gegen auS-

in der Ordnung gefunden, denn eine Aenderung ist nicht angeervnet, nicht einmal versucht worden. Natürlich, die Kohlenpreise steigen mit jedem neuen Tag der Weiterdauer de« Streike«; die schlimmsten Zustände bringen immer mehr de« edlen Metell«, von »elchcm einst in einem höchstgebornem Hause die Rede erfunden wutue: non ölet — Geld riecht nicht."

Der Graf hatte die boshafte Zeitungsnotiz kaum zu Ende zu lesen vermocht. Die Zornader auf seiner Stirn schwell mächtig au, und am liebsten hatte er da» Blatt mltfammt bim Verfasser in tausend Fetzen zerreißen mögen, wenn er nur ge­wußt hätte, wo derselbe zu suchen sei. So aber mußte er gute Miene zum bösen Spiele machen. Ernes jedoch sagte er fich: e« mußte etwa« ge­schehe», um seinen Namen au« der Geschichte her­auszubringen, und wenn er auf die schönen Ein­nahmen au« den Bergwerken nicht verzichten wollte, gab er dazu keinen bequemeren Weg, al« den von dem Kommerzienrath Löwenthal vorgeschlagenen.

* * *

„Ist Herr Bankier Löwenthal zu sprechen?" „Wen darf ich dem Herrn Geheime« Rom- merzienrath melden?" erwiderte der galonirte Diener, welcher dem späte« Ankömmling die Pforte de« Löwenthat'schen Hause« erschlossen hatte, indem er in Wahrung de« eigenen Standerbewußtseins den Ton nicht unmerklich auf den Geheimen Korn- merzienrath legte, und zugleich den disiinguirt aus­sehenden Fremden mit Kennerblicken nach Rang und Begehr musterte.

„Gras Ostmark", war die kurze Antwort de« Ankömmling«, welche bewirkte, daß der Diener tu

___________ 29. Jahrgang.

wärtige Staaten bisher noch nicht eingegangen seien, lieber diesen letztere« Punkt sollte durch die Regierungs-Presse oder «och besser durch die Vertreter der Verbündete« Regierungen selbst in der Zolltarif'- Kommission eine in der That sehr ernsthafte Aufklärung erfolgen. — Vorstehendes hatten wir bereits dem Druck Übergebe», als wir in der ,Nordd. Allgem. Ztg.' von Donnerstag Abend folgende offiziöse E.klärunz finden:,'„Die deutsche Regierung hat fich weder in dieser noch in irgend einer ander» Weise ei»er ausländische« Regierung gegenüber für die Zukunft zollpolitisch gebunden." „

4- Allerhand polnisch--. Einigen Auf- schluß über die Erfolge derjenigen polnischen Bestrebungen, die das Nationale mit dem Wirth« schastliche« verquicken, gibt eine soeben veröffent­lichte Zusammenstellung der polnischen Erwerbs« und Berufs-Genossenschaften in West« preuße« und Posen. Danach beträgt deren Zrhl in den beiden genannten preußischen Provinzen zusammen 134, wovon 33 auf Westpreußen, 101 auf Posen entfallen. Rechnet man das Vermögen, die Reserven, die Grschästsantheile der Genossen« schafter und die Depositen zusammen, so ergibt sich ein Betriebskapital von insgesarnrnt 53 Millionen Mark bet rund 57000 Genossen- schaftern. Von Interesse ist eS, daß der Plan eines allpolnischen Nrtronaltages auch in polnischen Kreisen selbst auf Widerspruch stößt. In Przerny«! erftattete am letzten Dienstag der polnische Reichsrathsabgeordnete Gras Szeptyckl eine» Rechenschaftsbericht vor den Wählern des Großgrundbefltzrs, und sowohl er wie auch Graf Dembicki sprachen fich scharf und entschieden gegen die Abhaltung eines solchen Nationaltages au8: alle einsichtigen Polen sollte« gegen dieses gefährliche Experiment Widerspruch erheben. Nächstens wird in Posen eine Vertreterversamm­lung des Provinzialverbandes der Vereine deutscher Katholiken stattfinden. Zu dieser Versammlung hat der Verein deutscher Katholiken in Jnowrazlaw folgenden Antrag eingebracht:

Sämmtliche Bertündi,«««en. «ufgebote ufm. sollen in allen Kirchen »er Erzdiözese Pesen auch in deutscher Sprache erfolgen. An alle» Sonn« «»» Festtagen, a« deue» deutsche Predigten stattfinde», soll b»n deutsche» Katholiken gestattet fein, deutsche Kirchenlieder »u finge» ....

Das ist jetzt also nicht allgemein der Fall. Im Interesse der auSglttchenden Gerechtigkett kann nur dringend gewünscht werden, daß die kirchliche Behörde diesem Ersuchen stattgeben möge.

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e Aaag, 25. Sept. 1902. Zum holländischen Kolonialminister ist der Depntirte Iden­burg, Hauptmann in der indischen Armee, er­nannt worden. t

© Krüssel, 25. Sept. 1902. Im Befinden der im Schloff? zu Meyse von der Welt abge- schloffen lebenden Prinzessin Charlotte, Wittwe des Kaisers Maximilian von Mexiko, trat bei Empfang der Nachricht von dem

etwa« schnellerem Tempo die Thüre zu einem ge­räumigen, luxuriös aurgestatteten Salon ausriß und den Grafen bat, Platz zu nehmen, — der Herr Kommerzienrath werde sicher sofort erscheinen.

Der junge Graf hatte den ganzen Tag über keine Ruhe finden können vor der Erinnerung an die boshafte Zettuugsnotiz über feine Kohlen­gruben, und nachdem er de« Plan her Aktien­gründung zum so und so vielten Male überlegt hatte, war er noch am selben Abend bei dem Kommerzienrath Löwenthal vorgefahren. War er auch mit sich selbst noch nicht ganz ins Reine ge­kommen, so wollte er doch einmal persönlich die Ansicht de« klugen Bankier« hören, mit dem er bisher nur stets schriftlich In Verkehr gestanden hatte. Er konnte bann ja noch immer seine Ent­scheidung treffen, wie er wollte.

Löwenthal sen. weilte wieder im alterthüm« lichen Zimmer seiner greifen Mutter, als der Diener den späte« Besuch meldete.

„Graf Ostmark?" fuhr der Bankier freudig in die Höhe. „Der Herr Graf ist in Person zu mir gekommen?*

„Al, Graf Ostmark hat der Herr sich an- gemeldet", erwiderte der Diener, dem da« Er­staunen de« Kommerzienrath« etwa« Ungewöhn­liches war. Er hatte schon so manchen durch­lauchtigen Namen hier genannt, ohne daß der Ehes fich darüber so freudig erregt gezeigt hätte. Im Gegeutheil, gewöhnlich war nur ein bissige« Knurren die Antwort über leichtsinnige Kavaliere, die den Mammon de« Hause« Löwenthal für fich ausnutzen wollten. Demnach mußte der heutige Besuch doch etwas Anderes zu bedeuten habe«.