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anderer sobald als möglich an die Stelle des alten Ehrbach treten solle.

8. Kapitel.

Die Gründung.

„®u hättest noch etwas ruhen sollen/ sagte Gräfin Ostmark in ihrer gewohnten sanften Freundlichkeit zu ihrem Gemahl, welcher nach der laugen Nachtfahrt erst Morgens auS dem böhmischen Grubenbezirk zurückgekommen war und nach wenigen Stunden Schlafes jetzt ziemlich mürrisch vor dem verspäteten Frühstück saß. „Die nächtliche Reise hat Dich angegriffen und solche Toure» bist Du nicht gewohnt. — Wie steht es übrigens mit dem Streik, hoffentlich ist die Sache bald wieder beigelegt?"

„Freches, unverschämtes Volk," erwiderte der Graf, indem er das von der Reise wirklich über» nächtigt auSsehende Antlitz auf die linke Hand stützte. „Dem Direktor, einem übrigens hervor« ragend tüchtigen Beamten, machen sie das Lebe« so sauer wie möglich. Dafür soll aber auch gründlich Abrechnung gehalten werden."

Die Gräfin suhr bettoffen zurück über den harten Ton, welchen ihr Gemahl anschlug, wo es sich doch um arme, abhängige Mensche« handelte. Sie ließ sich übrigens nicht aus der Fassung bringen n»d fuhr fort:

„Gestern «ar auch der alle Oberrentmeister Ehrbach hier und wollte Dir Bericht über die Lage in de» Grube» erstatten. Da Du nicht an« wesend warst, ließ ich mir Alle- von ihm genau vortragen. Wenn Du willst, will ich Dir das Wichtigste mittheilen. Auch von dem Pfarrer

MaSke vornehmen, sich den Auschet» als gute CentrumS-Anhärger geben und »un unter dieser MaSke Vereine gründen wollen, die de« Namen „Erntrums-Vereine" erhalten, nur um Zwietracht innerhalb der Kreise des Centrums selbst zu säen, so ist das doch ganz offenbar kein nobler politi« scher Kampf der Geister mehr.

Hetzt weiß man aber, worauf die Andeutun­gen jener andern Preffe hinausltefen, daß näch­stens innerhalb des rheinischen Crntrums so etwas wie eine Empörung gegen die eigene Parteileitung sich ereignen sollte. Das Ganze war eine in recht gröblicher und plumper Art abgekartete G schichte und wirst ein eigenthümliches Licht auf die Machen­schaften drS Handelsvertrags» Vereins, die ja so« gar schon in der ihm befreundeten freisinnigen Presse mitunter sehr abfällige Kritiken gesunde« haben. Namentlich Herr Eugen Richter hat in seiner,Freis. Zig.' immer j'gliche Gemeinschaft mit jenem Vereine weit von sich gewissen; Herr Sirgr-« Richter wird siLerlich sehr genau wiffen, warum er das st-.ts grthan hat und noch thut.

Berlin, 24. September 1902.

+ Der Kaiser wird am 28. November der Stadt Görlitz einei Bchlch abstatten, um die dort erbaute Ruhmeshalle persönlich etnzuweihrn. Er ist das der erste Besuch des Monarchen in dieser Stadt. — Die Nummer 75 der in Pari« erscheinenden Witzblattes „i’assiette an beurrs“ ist wegen Beleidigung des deutschen Kaisers auf Verfügung der Staairanwaltschaft in Berlin, so­weit erreichbar, beschlagnahmt worden.

+ Botschafter Mr» Knie« Suez in Wien ist während der letzten Monate mehrfach in der Preffe al« amtsmüdr bezeichnet worden. That- sächlich war der Botschafter in der neueren Zett mehrfach von körperlichen Leiden hetmgesucht, weswegen er sich verschiedenen ärztlichen Behand­lungen unterziehen mußte. Zur Zeit weilt er auf seinem Stammgute Liebenberg, er wird aber nach Drahtmeldungen aus Wien im Anfänge der Monat« November auf seinen Botschafterposten zurückkehren.

• Dermetzrnns der Infanterie. Ein Berliner Depeschenbureau verbreitet folgende sen- fationefti Nachricht:

Eine neue Vermehrung der Infanterie bei gleich- zeitiger definitiver Einführung der zweijährigen Dienst­zeit stellt die Militärztg.' in Aussicht. Es fei unver­meidlich geworden, daß schon in nächster Zeit die Heeresverwaltung mit der Forderung einer namhaften Erhöhung deS RekrutenkonttngentS und einer wen« auch nicht bedeutenden Vermehrung deS HeereSstandeS für den Frieden vor die Parlamente treten müfle.

Dir Angabe leidet an Unklarheit. Daß eine Vermehrung gefordert werden wird, war schon längst bekannt uns ist oft in Aussicht gestellt worden, wen» aber hier die definitive Festlegung der zweijährigen Dienstzeit einmal mit einer „nam­haften" und gleich darauf mit einer „dicht be­deutende« Vermehrung" deS stehenden Kontingents i« Beziehung gebracht wird, kann man wohl an- nehmen, daß ein Konfusionsrath dabei seine Hand im Spiele hatte.

+ Dir Aoütaftfstommtsfts« des Meichs- tage* hat in ihren bisherigen Beschlüssen wieder­um die Zollsätze angenommen, die aus der ersten Lesung der Vorlage stammen: so namentlich die Zölle für Hopfen, Holz, Obst, Kartoffeln, Gerb- rinde, Quebracho und dergleichen mehr. Die Ab- Mahnungen der Staatrsekretär« Grafen Posadowrky vor der Annahme de« Quebrachozolles in der Fassung der ersten Lesung waren erfreulicherweise vergeblich. Vermuihlrch wird der ganze Verlauf der zweiten Lesung diesem Anfänge entsprechen. Daß die Kommrsfionrmehrheit in der Getretde- zollfrage vor dem Drucke der Regierung noch weiter zurückweichen sollte, darf nach Versicherungen des Abg. Dr. Spahn in einer Versammlung zu Bonn al« anrgeschloffen gelten.

X ZUs Irage dsr IleWvsrsorgrmg ist am letzten Mittwoch nun auch ausführlich in der Zolltarif-Kommiffiou des Reichstages besprochen worden. Auf einige Ausführungen des Abg. Dr. Müller-S^aaA von der frei« sinnige« Vollsparte» gab im Name« des am Er­scheinen verhinderte» preußische« Landwitthschasts- Ministers von PodbielSki der RegierungSrath Dr. Kapp de« Bescheid, daß nach dem Beispiel; von Boyern, Württemberg und Baden nun auch für Preußen Erhebungen an geordnet seren, über den Umfang, die Ursachen, die Wirkung und die Dauer der gegen wärtigen Fleischt Heuerur? g. Der Regierungsorrtreter fügte gleich hinzu, daß nach der Ansicht der landwirtbschastltchen Verwaltung die gegenwärtige« Verhältnisse nicht mit der Grenzsperre im Zusammenhangs stehen. Das Vorhandensein einer Thruerung in den Preise« für Schweinefleisch leugnet natürlich auch die Regierung nicht, aber sie ist der jedenfalls richtigen Ao sicht, daß es sich dabei um eine vorü^gehende Erscheinung handelt. Man darf dabei nöht un­erwähnt lassen, daß auch der freisinnige Abg. Dr. Müller nicht daran gedacht bat, nach be­rühmten Mustern die deutscheLandwirthschaft für die Theuerung oerantworlich zu machen, er hat di« Abnahme der verfügbaren Schafe sehr richtig in Zusammenhang gebracht durch die herabgedrückte Zufuhr von Schafe» aus Australien. Durch die anhaltende Dürre in Australien find nämlich mehr als 371/» Millionen Schafe und mehr als drei Millionen Rinder verloren gegangen. Genau ebenso wie RrgierungSrath Dr. Kapp äußerte sich der bayerische Ministerialdirektor von Geiger, der «och ausdrücklich hinzusügte, daß die vor­läufig angestellten Erhebungen die Behauptungen der freisinnigen und sozialdemokratischen Zeitungen nicht bestätigen.

X Kege« die Ireigeisterei. Innerhalb des Protestantismus regt man sich kräftig gegen die sogenannte moderne Richtung innerhalb der Theologie. Ma» erinnert stch noch de« Vor­stoßes, den in diesem Sinne Freiherr von Durant vor einigen Monate» im preußischen Herrenhause unternahm. Jetzt haben 193 gutgläubig« Geist­liche der Provinz SchleSwig-Holstei« eine Eingabe a» das preußische Kultusministerium gerichtet, in der sie die Absetzung eines Kieler Theologie- Professors verlangen, des Professors Dr. Baum­garten. Von diesem sagt di« bewußte Eingabe, daß seine agitatorische Thätigkeit in Wort und Schrift darauf hinauSgeht, „unserer Kirche nicht nur ihren konfessionelle«, sondern auch ihren bibel­

gläubigen Standpunkt zu rauben". Auch wenn das Ministerium dem Gesuche stattgeben wollte, würde es schwerlich ein« geeignete Handhabe zur Ausführung desselben finden. Gn Uiiverfitäts- Professor kann wegen seiner Lehre nicht au8 seiner Stellung entfernt werden, und der prote­stantische Tb-'ologielehrer steht nicht unter einer kirchlichen Disz plm; man wird also de« Kieler Professor ruhig gewähren lassen und zusehen müssen, wie ein wohlbestallter Univerfitätslehrer jahraus jahrein durch seine Lehrthättgkeit die Grundlagen des Chrtstenthums untergräbt, zu dessen Bertheidiger, zu dessen Lehrer er berufe» worden ist. Das ist wieder einmal ein grelles Schlaglicht auf die Uebklstände, die aus der voll­kommene« Schrankentostgkeit der Lehre beim Protestantismus entsp inge«. Als einzig mög­liche Abhilfe empfiehlt die konservative ,Kreuz- Zeitung', neben Baumgarten einen gutgläubigen Theologe« als Lehrer der praktischen Theologie an der Universität in Riel einzufttzen, ei« schwäch­liches Auskunftsmittel!

X Di- ««Mänische Iudenfrage ist von neuem in den Vordergrund des politische« In­teresses getreten, weil die Vereinigten Staaten von Amerika und auch England sich durch diplomatische Noten in düse Frage der inneren rumänischen Verwaltung eingemischt habe« zu Gunste« der Juden. Ja einer gewissen Presse ist von einer Verfolgung der Juden in Ru­mänien die Rede. Eine solche ist aber that« sächlich nicht vorhanden. Wahr ist nur, daß Rumänien durch bestimmte gesetzliche Bestim- munge» sich verschanzen will gegen das voll­kommene Ueberwacher» der jüdischen Nationalität innerhalb seiner Grenzen. I« großen Masse« wandern Jude» aus dem südlichen Rußland «ul und wählen als Zel ihrer Wanderung mit Vor­liebe Rumäkie«. Würde dieses Letztere nicht be­sondere Vorkehrungen treffen, dann würde ver- muthlich eines Tages die jüdische Bevölkerung in Rumänien zahlreicher als die rumänische sei«. In Amerika und England mag man die ru­mänischen Verhältniffe möglicherweise nicht ganz richtig beurteilen. Wie aber die Einmischung thatsächlich zu Stande gekommen ist, geht aus einer recht unverfrorenen Enthüllung bet Londoner.Times' hervor.

Rumänien — so schreibt das Londoner Blatt — hat nicht eine so gedeihliche Finanz- läge, um straflos einen Stamm beleidigen zu können, der unter seine Glieder den leitende« Finanzmagnaten Europas zählt . . .

Das heißt auf deutsch: Rechtsgründe find nicht vorhanden für die Einmischung. Aber wehe dem kleinen Rumänien, wenn eS den Roth­schilds nicht gehorcht; dann wird ihm der Kredit gesperrt! Das .Berliner Tageblatt' stimmte mit in diese Melodie ein und forderte ganz kate­gorisch vom Deutschen Reiche Betheiligung 0» dieser Einmischung in die innerrumänische Politik. Graf Bülow wird stch schönsten! hüten, bett Herren Rudolf Moffe und Genoffen diesen Ge­fallen zu thnn! Und die Amerikaner handeltt ja selbst «ach rumänische« Rezepten: sie habe» ihre Ei«wt.nderu»gSgesetze, die alle« mittellose« Einwanderer« bex Eintritt in ihr Staatsgebiet verwehren, also auch den armen Juden, die aul Rußland und Rumänien komme«. Das rumänische

in Kohlstette« ist ei« Schreiben eingelaufen, wel- ches den Frieden fördern will. Der Rentmeister meinte, wenn man bezüglich der grauen und Kinder etwa! nachgäbe und nur noch die Männer in de« Gruben beschäftige und die Strafen und Abzüge vom Verdienst ermäßigte, wäre mit den Leute« eine Einigung bald zu erziele«. — Ich bin erschrocken, al! ich hörte, daß auch Frauen Tage lang bei schwerer Arbeit unter der Erde zubriiigen. Das muß stch doch gewiß sofort ab» stellen lassen, es ist ja schrecklich I"

„Der alte «hrbach soll nur ganz ruhig hier hinter seinen Büchern bleiben, die Gruben- angelegenheiten befinden stch in guten Händen," erwiderte der Graf ärgerlich. Es paßte ihm gar nicht, daß seine Gemahlin sich so eifrig um die Sache bekümmerte und ganz auf Seiten der Arbeiter stand. WaS ihn anzog, da! war Geld, viel Geld aus den Grube«! Und um dies zu erzielen, konnte man, wie ihm Finding gesagt hatte, sentimentale Schwärmereien und soziale Phrasen von Verbesserung der Srbeiterverhält- niffe am allerwenigsten gebrauchen.

„O, das freut mich, daß die so wichtige Sache fich in gute» Händen befindet," erwiderte die Gräfin, indem sie auS den Worten de! Gatten das Beste entnahm, was daran! genom­men werden konnte. „Und es ist gewiß auch gut, daß Du selbst nachgesehen hast. Wie gerne wäre auch ich mitgegangen, um einmal da! Treibe« und Wirken zu sehe«, und dabei einmal recht nahe zu empfinden, wie da! Alle! für un! geschieht; und auch einmal Theil nehme» zu dürfen an den Sorgen und Mühen und Freuden

und Festen so vieler Menschen und Familien! O, es ist doch etwa! Große« und Bevorzugtes um eine solche Stellung. Wer fi« nur so voll- komme« auSsüllen könnte, wie e! vor Gott und den Menschen und dem eigenen Gewissen recht und billig ist, und wie er einstens darüber Rechenschaft ablegen muß. Es gehört doch un­geheuer viel dazu!"

„Nun, vorläufig ist von all' dem wenig zu spüre», einfach au« dem Grunde, weil die Herre« Arbeiter selbst nichts davon wisse» wollen," er* widerte der Graf auf die warmherzige Aul- laffnng seiner Gattin; sie war ihm um so un­willkommener, j; weniger er darauf zu entgegne« wußte.

„Ach, Mensche« find wir eben alle," meinte die Gräfin weiter mit einem leichten Seufzer. „Gottlob, daß auch uns hier und da Gelegen- heit geböte« ist, etwas zu vergeben und nachzu­sehen; wie wollte« wir sonst uefere eigene« Fehler und Verantwortlichkeiten tragen. — Und nicht wahr," fügte fie weich und fast schmeichelnd hinzu, „wenn die Leute die Arbeit wieder auf- nehmen, wird ihnen weiter nicht! «achgetrage«, und wenn fie auch den Kürzere« gezogen haben, werden sie nicht schlechter gestellt werben? SS wäre ja gar traurig und geradezu beschämend.

„Du meinst, man solle dem aussäsfigen Volk noch eine Extrabelohnung geben, damit e« bei der nächste» Gelegenheit abermals anfängt, und dann so fort, biS fie allein das Regiment haben?"

„In diesem Sinne meine ich es keineswegs," erwiderte die Gräfin, die den harten Ton ihre! Gemahls außerordentlich bitter empfand. Ader

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IrrLöa, Donnerstag- den 25. September 1902.

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G „Centrumsvereine."

Seit einigen Monaten schon gefielen sich die Blätter, die zu dem Bannkreise des sogenannte« „Handelsvertrags-Vereins" gehöret», in allerhand gehftmnißvollen Andeutungen über Schwierigkeiten, die angeblich dem C^trum aus seinen eigenen Reihen heraus gegen seine Be­handlung der Zollsragen erwachsen würden. Nie­mals sind wir in der ,Fuld. Ztg.' aus solche An­zapfungen eingegangen, weil uns das zu viel Ehre schien für die @?ftsber jener mystische« Geschichten. Jetzt ist in das Dunkel dieser Er­findungen ein Lichtstrahl gessllm.

Ja M.-Gladbach und in Köln sind auf ein- mal neue Vereine aufgetaucht, die fich CentrumS- vereine nennen, von denen im Crnttum aber »och Niemand etwa! gehört hatte. Diese Ver­eine veranstalte» öffentliche Versammlungs«, in denen einzelne Redner gegen das Csnttum auf­traten und dessen wirthschaftliche Politik als feindlich und darum verwrrfl-ch httzustellm ver- suchten. So kündigte sich d-r sogen. „Centrumk- Verein" in Köln mit den Worten an: er habe

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„THusfrirte Sonntaas-*Zeituna", „Fuldaer ßescbicbtsblätter" und Coftene»n$fe.

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29. Jahrgang.

sich „die Aufgabe gestillt, für eise volksthümliche Politik auf Grund des Programms der Centtums- partei agitatorifch lhätig zu s-in" — ein säiönes Wort! Thatsächlich aber wußte man im Kölner Eesttrumslager »och kein Sterbenswörtchen von diesem Verein, der doch den Namen bei Crnt­rums selbst fich beilegte

Unter solchen Umständen karm man es stch ohne weiteres vorstcllrn, daß dos J-ttcreffe für die erste öffentliche Versammlung dieses Verriss recht schwach war. Es würde fich auch gar nicht lohnen, fich noch besonders damit zu be­schäftige», wenn nicht sehr ergötzliche Enthüllungen Über das dunkle Treiben bei sogen. Handels­vertrags Vereins dabei herausgekommen wäre«. Und das ging so zu:

Verschiedene der erschienenen Anhänger der Centtums-Partei wollten doch genau wissen, mit wem fie es eigentlich zu thu« hätten; als man nun den Macher« genauer auf den Zahn fühlte, stellte fich heraus, daß einige Herren, die oh «e Zweifel im unmittelbare« Solde de§ Handelsoer- ttags-Vereins stehe», sich mit einem asdkn Herrn zusammengethan hatten, der früher einmal sehr vorübergehend einige untergeordnete Stellungen in der rheinische» CrnttumS-Preffe bekleidet hatte und jetzt in Düsseldorf ein neues Blatt heraus- gibt. Das allernetteste dabei ist ab et, daß auch rin früherer protestantischer Prediger mit zu diese» Macher« gehört, der von einer Agitation für die „National-Soziale»" und auch au! dem großen Portemonnaie desselben HandelSoerttags-VereinS lebt.

Rührigkeit ist eine schöne Sache. Wen» die Leute vom sogen. Handelsvertrags - Verein, der nach feinen wahren Zwecken nicht so, sondern „Freihandels-Verein" heißen sollte, für ihre An- sichten mit allen erlaubten Mitteln deS Geistes i» Wort und Schrift kämpfen und auch Herren da­für anstellen, die für ihre Arbeit ihre« wohlver- dienten Loh« erhalten, so ist dagegen vom allge­meinen Standpunkte der Gerechtigkeit und der politischen Freiheit nicht das mindeste einzuwenden Aber wenn »un Herren, die im unmittelbare» Solde des Handelsvertrags - Vereins stehen, eine

Roman von Paul vom Wildbach.

16 ------(Nachdruck verboten.)

„Gehen wir!" sagte der Graf kurz. Da« Arrangement war nicht nach seiner Erwartung, aber roa« konnte er dagegen erwidern? Der Direktor hatte Alle» mit Umsicht angeordnet. Er f lbst hatte für sein plötzliche» Kommen keine Dispositionen getroffen, und so hätte eine Ab- änderung de« Programms nur den Eindruck ge­macht, daß zwischen Verwaltung und Herrschaft nicht Alle« stimme. Da« hätte unter den gegen­wärtigen Umständen aber geradezu verhängnißvoll werden können. E« schien ihm selbst, al« habe er Mit seiner improvisirten Reise fast einen dummen Streich gemacht. Und da er ihn nicht ganz un- geschehen machen konnte, so beschloß er, so bald 'al« möglich wieder abzureisen.

„Wann geht der nächste Schnellzug nach Wien wieder zurück?" fragte er den Direktor.

„Der nächste Zag geht heute Abend und ist drei Stunden nach Mitternacht wieder in der Hauptstadt," erwiderte Finding, der feine Freude Über fein gelungenes Manöver kaum verberge» konnte. „Ein sehr bequemer Zug geht auch morgen früh . . ."

„Ich werde heute Abend noch fahren," ent­schied der Graf, indem er fich innerlich beglück­wünschte, in Finding einen so umsichtigen und gewandten Verwalter zu besitze«, und es stano bei ihm jetzt schon fest, daß dieser und kein