Fuld aer
mit Atfl keUagL»
29. Jahrgang.
IuLöa, Freitag, den 19. September 1902.
vermischter.
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möchte?! —
Morgen umfaßt.
Ermordung des Bologneser Grafen Bonmartini, I das Alles sind Dinge, welche die ganze Aufmerk, famkeit der Italiener voll und ganz in Anspruch nahmen und nehmen. , ,
Die moratelange Trockenheit hat einigen athmosphärischen Ereignissen schlimmste Art Platz gemacht: Bei Pavia zerstörte eine Wind» Hose eine große Faktorei sowie ganze Striche blühender Felder und Weinberge. In Castellam« mare am adriatischen Meere tobte et» allerdings nur zwei Minute» anhaltender Cyklon, welcher indeffen ger ügte, Häuser abzudecken, starke Bäume zu entwurzeln und sogar mehrere Wage» ein eS SüterzugeS zum Entgleise« zu bringen, sowie einen Bahnwärter hoch in die Luft zu schleudern.
Für die allgemeine Heiterkeit hatte diesmal die Stadt Catania in Sizilien gesorgt. Ihr sozialistischer Bürgermeister, der bekannte Abge- ] ordnete De Felice war auf die Idee gekommen, die immer größer und unüberbrückbarer werdenden national« Gegensätze zwischen Nord- und Süditalie» dadurch mildern zu «ollen, daß er etwa hundertundfünfzig Deputirte, in der Haupt- fache Sozialisten und Repubkikaner, nach Catanra, nicht etwa zu einer Konferenz, sondern zu fünftägigen Festlichkeiten einlud. Letztere sollten in Banketts, Fackelzügen, Korso, Wafferfahrten, einem Ausflug an den Fuß des Aetna re. bestehen. Anstatt der gehofften 150 Abgeordneten fanden sich nur deren — vier ein, sowie der Minister Baleuzano — aber kein einziger Sozialist! Der Minister wird nun mit seinen vier Deputaten überall mit dem KönigSmarfch begrüßt und De Felice muß es erlebe», daß aus seine» sozialistische» Feste» — monarchistische wurden!
Am Freitag war »ach längerer Pause wieder ei« P i l g e r e m p f a n g i» der Sixtinische« Kapelle. Hier hatten sich etwa eintausend Personen ein- aefunden, Pilger auS der Emilia und deri Lom- bardei, letztere unter der persönlichen Führung Ides Kardinals Ferrari, Erzbischofs von Mat- land. Der hl. Vater wurde sehr lebhaft begrüßt und spendete nach kurzer Anwesenheit in der Kapelle den apostolische« Sege«. Besonders zahlreich waren der KleruS und die Seminaristen unter den Pilgern vertrete». Von hier aus be- gebe» sich zahlreiche PUger unter Führung des Kardinals Ferrari »ach dem heilige» Lande. Diese solle« morgen eine Abschiedsaudienz bei« hl. Vater habe». Außer de» ge»a»nten Jtalie- ne« weilen zahlreiche Franzose» hier; am 30, dieser Mouats sollen die Wiener Pilger hier
etntreffen. , „ x
Ein Münchener Blatt hat eine Snte mA» brütet und derselben einen vatikanischen Anstrich zu geben versucht. Ich meine damit die bekannte Nachricht von einer angeblichen Aenderung deS CeremonielS beim Empfange katholischer! Sou- veraine im Vatikan. DaS findig, Blatt wollt, seine eigene Idee dem hl. Stuhle unterschieben und erklärte, Letzterer beabsichtige die für sou- veraine Besuche im Vatikan seil 1870 bestehenden Vorschriften dahin zu ände«, daß auch
Die Rüdesheimer Weine nehmen den nächsten Rang I-i», sofern stch hier überhaupt ein Rang bestimmen läßt, da, wie natürlich, bei ausgiebiger Pflege hier wie dort gleich gute Werne gedeihen könne». Die Rüdesheimer wachsen auf den quarzhaltigen Thonschieferfelsen des Niederwalder und zeichne» sich durch Fülle, Bouquet und Feuer aus; die besten Lagen sind Berg, Hinterhaus, Rottland und Bischofsweg.
Die Gemarkung Aßmannshausen erzeugt eine» der beste», jedenfalls den besten rheinischen Roth- wein. Er gedeiht am südliche» Abhange des Niederwaldes, am sog. Hellenberg, wird aus blauen Burgundertrauben gewonnen und markirt sich durch einen eigenthümltchen Mandelgeschmack. Die Gemarkung Aßmannshausen erzeugt auch
mittleren Weißwei».
Die Weine zweiter Klaffe des Rherngaues sind die Geisenheimer (Kosakenberg, Rothenberg, Marschberg, Katzenloch), die von Hattenheim, Dorf Johannisberg. Winkel (Hasensprung) und Vollrathsberg. Ihnen folgen: Erbach, Eltville, I Eibingen, Kiedrich, Mittelheim, Oestrich, Schier- stein, Walluf Hallgartenund Lorch. Mit Ausnahme von Lorch, wo auch etwas Rothwein gezogen wird, produzire« sie sämmtlich weiße Weine.
Die Rheingauer Weine haben sämmtttch goldhelle Farbe, einen unverkennbaren trockene« aber pikanten G-schmack, der besonders dem Südländer seiner eigenthümliche» Säur- halber nicht zusagt. Je weniger Säuregehalt, desto edler der Wein. Alle aber besitzen ein eigeuthümliches und nur diesen Sorten eigenes Aroma (Bouquet), wie rein zweiter Wei» der Welt. Ebenso charakterisirt sich der Wein durch Lieblichkeit und Feinheit. Ma« ver- langt, daß eine Flasche Edelwein nach Oeffnung des Stopfens dar Zimmer durchduftet. Die Haltbarkeit gehört mit zu den Vorzüge» dieser Lagen und ein Glas guten, reinen, alte» Rhein- gauer Weines ist ei« wahrhaftes StärkungS- Elixir für Kranke und ältere Leute.
Warum gerade daS Rheingau alle Vorzüge für die Weinkultur bietet, ist noch nicht genügend erforscht. Weder die chemische Zu- sammensetzung deS Bodens noch die allerdings besonders günstige Lage derselben finde« dafür auSgiebige Erkläruug. Vielleicht daß daS Zu- sammrittreffen verschiedener Faktoren gerade dem Rheiugau diese wunderbaren BacchuSgaben verleiht. Die stets vorhandene milde Feuchtigkeit der Luft, der Wafferreichthum der ganzen Gegend und der rührige unermüdliche Fleiß des Rhein. aauerS tragen jedenfalls wesentlich dazu bei, lene trefflichen Resultate zu erziele«.
Dem Rheingau gegenüber markirt sich (auf dem linken Rheinuf.r) eine besondere Lage und Gattung rother Weine, eS sind die In g e lh eim er, die seit Jahren indrß größten theilS in die französische« und deutschen Schaumweiufabriken wandern, weil sie zu dieser Verwendung ganz besonder« geeignet sind.
Die hessischen Pfalzweine gedeihe» auf I den Vorhöhe« deS fruchtbaren Landstriches von
allen Weinkarte» Nord-, Süd- u«d Westdeutsch» la»dS. Auch diese Weine find im Preise wesentlich billiger als die Rheingauer. Nur die Lieb- frauenmilch behauptet fich in höherem Preise. 6te gedeiht bei Worms an der Liebfrau,nktrche auf sehr beschränktem Terrain und eS geht ihr wie all« Edrlsorten; eS kurstrt unter ihrer Etiquette i« einem Jahre mehr Wein, als 20 günstige
während die geringer« Sorten bedeutend säurehaltiger als die Rheinweine find.
Die an der Obermosel bis hinunter «ach Trier, im Luxemburgischen und Lothring«'schen wachsende« Wei«e gehen zwar auch unter dem Name« „Mosel" im Handel, fie find aber von den eigentlichen Moselweine» wieder wesentlich verschied«. Die Schwarzberger und Oberemler find eigentliche Saar-We ne.
In der Regel unterscheidet man Ober- mofel- und Untermosel - Weine; unter erster« versteht man die Lag« von Trier abwärts bis Trarbach und Burg. Die besten Sorten find Brauneberg (schönes Bouquet), M- port (kräftig), Srünhaus, nahe bei Trier, Zrl- tingen, Oligsberg, Wehltn, Graach, Bernkastel, Trabe», Winterich, Thorn, Lehm«, Minheim, llerzig, Cues, Lieser, Enkirch u. s. f. Die Untermosel-Weine find hauptsächlich „süffigen" Charakters und wohlbehagend; die befferen wachs« bei Winningen, Lay, Cochem, Merl, GülS, Gon- darf, Reil, Biehlich, Cober» und Moselkern. Die Blüthe der eigentlichen Pfalz-Weine wächst in den Lagen von Deidesheim, Forst und Wachenheim.
Die deutsche» Schaumwei»e(Lloussoux) werde» »ach einem Kampf endlich mehr and mehr geachtet und anerkannt. Es genügte bisher eine französische Firma und daS Publikum ließ sich I qutmüthig täuschen, ob der Schaumwei» nun in Paris, am Rhein oder in der Champagne selbst gemacht war. Selbstverständlich ist die Champagne nie im Stande gewesen, so viel zu pro- duziren, als unter ihrer Firma in den Handel kam. iZudem kaufen die französischen Fabrikant« schon seit geraumer Zeit die Rothweine auS Ingelheim und die des AhrthaleS zu ihr« Fabrikaten auf, die natürlich unsere deutsch« Fabrikanten näher haben. DaS Publikum hat nun eingesehen, daß es für weniger Geld dieselbe» Weine kaufen kann, die es früher mit hohen Preisen für echte Champagner-Weine bezahlte. Die praktischeren Engländer find schon lange so klug und beziehe« die meisten Schaumweine auS den rheinisch« Fabriken. Die Fabrik- einrichtuuge» find in Deutschland zudem so großartig und umfassend, alS die französischen. Also, Deutsche, trinkt nur eure herrlichen deutschen Weine!
Jti. 216
reiche» Waldbräsde, die Sch ....
deS italienisch« HeereS, «dlich di« mysteriös«
Die Weine des Rheinlandes.
Studie von St. Max Breyer.
(»e*M -erlitte.)
irtodltt glich, a. Ausnahme be, Kem« «mb Feier» GTeitrtdiäbd.
*ee®ri*eetiobe
aber bet kleine Stowe tauft stch da „ ein paar »röschen — Hoffnung. Hab UxtttofW«: .Ist Mefet
Die letzte Woche war ziemlich ereignißreich für Italien. Die Revolte der Feldarbeiter von Candela, einem kleinen Nest von 7000 6tn« wohnern bei Foggia, welche einem Gendarmerie- korporiü und vier Arbeitern daS Lebe» kostete, der so ziemlich im Sande verlauf«« Sozia- listenkongreß vo« Imola, auf welch«, die beid« polittsche» feindlich« Brüder der intta»fig«te Ferri und der gemäßigt«, versöhn- lich«r« Turatt lange Red,kämpft darbot«, die
Dieses Urtheil gewinnt noch a» Bedeutung, Wenn man stch erinnert, mtt welchem SiegeSjubel im Jahre 1856 der Schädekfund im Neandertal von d« Darwinisten begrüßt worden war. Flugs ward in einer „Neandertalraffe" der Urmensch geschaffen. Heute lacht man überftne Verirrungen; denn man weiß, daß jene Merkmale, in welchen man bei dem Neandertalmann die Kennzeichen der Affenverwandtschaft erblicken wollte, krankhafte Mißbildungen in Folge der sog. Höhlengicht (erthritia deformen») find, welche sich a» den Knochen der Höhlenbären ebenso _ vtil _
»adjroeU« lassen, wie beim Neandertalmann latholischeSouveraine vom Papste empfangen WormS bis Mainz. Zuerst verdienen die Lieb- And sollen wir neck erinnern an das Gespenst | ^rden sollten, auch wenn sie «äste deS König« frauenmilch, dann die Niersteiner (Slöck l), Laub- der Kanstatter Raffe? War doch da der Spaten weMR ^ufelben nur noch einmal auf Heimer, Oppenheimer und Badenheimer Erwah- der Forscher in eine ehemalige Römerfiation ge- i Bahnhof begeben würd«, um gewifferrnaßen mumq, besonders die ersten drei findet man auf -K-. p-v«- »«S' SZäXSn.,1*1» "-W, -i. I Z88B*tort« -«d.
rischer Zeit in der Kanstatter Gegend hausenden Menschen zu Reste» der „Urgermane»". Zumal die Franzosen unter der Führung vo« Quatre- sage- hoben schl«nigst diese Ürschwaben auf de« Schild und sahen in ihnen Vertreter der echtesten germanischen Raffe. Heute erregt die Erinnerung an diele antipreußische Bosheit der französtsch« Forscher ein mitleidiges Lächeln. Der Neandertalmann und die Raffe von Kaustatt find so als die affenähnlich« Urväter der Europäer eines seligen TodeS gestorb« und die Wiffenschaft will Nicht gerne an diese Mißgriffe erinnert sein, welche fie viel lieber als Jugendsünde betrachtet, der man baldigste-, vollständiges Brrgeffenwerden
eine neue Ankunft zu fingiren, f- etwa wie Pri«,-Karneval in einigen Orten fein« Einzug zu markir« pflegt. Angeblich sollte diese neue Vorschrift vom Vatikan geplant sei», um „fich neue Demüthigung« zu erspar«!! Ohne weiter auf daS Lächerliche dieser ganz« Geschichte ein- zugeh«, will ich einfach bemnk«, daß der heilige Stuhl nicht d« allergeringst« Grund zu irgend einer Aenderung der bisherigen Uebung, bezüglich der bisherigen von ihr« als aut befundene» Vorschrift« hat. Katholisch« Sonneraine «erden I Bingen schließen sich den hessisch« Pfalzwetnrn
nach wie vor »ich t im Vatikan empfange», men» »och die rochen J»gelheimer (Frühburgunder)^an. ber «mmt gebrtngt »c sie gleichzeitig d« König von Jtali« besuch«. Die Nahe-Weine, be* Pfälze«
ist benx ja auch ssl §t<v. I s. <. r0 qi«. ift der to#«“ gegogtÄ wirb, be
katholischer Souverai» in Rom gewesen. Alle nicht so „süffig" alS diese. Ihr König ist der ai^t ebex „genehme. 3
die Äen S^mmgäste deS stolzen .SavoierhanseS Scharlachberaer, der häufig und unrichtig zu d« > - -------------
last« sich nicht-mchr um itali«isch« Hofe sehe«. Rheingauer Weinen gezählt wird. Nächst ihm
Dafür kommen die sämmtlich a katholisch en behauptet seinen Rang der Hauzenberger (bei
Montenegro'S,KarageorgewitschundBatteuberg'S, Kreuznach), der Monzinger, Normer, Eben^ der Schah von Persien rc. Wer ist .S°ls° bürg«, Winz«heimer welcher sich etwa „neue Demüthigung«" ersparen r
eihtnri,
Boxhei'm, Hüffelsheim, Laubenheim (Nahethal) produzire« trinkbare Sorte». Weiterhin rm Nahe- thale wär« »och die Sobernheimer, Merxheimer, Meddersheimer rc. zu neun«.
Die Ahr-Bleicherte gehör« zu d« edlere» Sorten der rheinische» Wein-Kreszenz«.
Die Mosel-Wei»e, weiße und rothe, find im Allgemeine» bei weitem leichter a» bie8^etn-
Unter der Bezeichnung „Rheinwein" versteht im Allgemein« bei weitem teuyt« aw ore »^em matt all« Rehsorten, die e» den Mer« dieses weine;. rine frine. ^würzigeGähr,
Stromes gedeih«, dem Sinne »ach aber nur die und find als Tischweine nicht nur beltebt, sondern tj l8|# beste» Hoff«««, tteeutfiehen SRbeiweuuet Weine Die besten auch der Gesundhett zuttäglich. Sie berauschen am letzte« Gube immtt »och bi ggjg?“ Ädf.Ä l°7«7,pr a ft. ££ Urt Ä«. in« Wi-I-M «W Ich..»«-» ch« k.AJwgajtt.1
gekommen« Gefilde der vetmachläffigt« Bafilt-1 brunner, welchem an Güte der Gräfenberger, bei ervärl^. Sie^chsm^d« hä figsh boitft auch etwai «Ich» «.tbl.a.b., bi. «cht»i»«»-»-.r ■»»« t»ef«« KmttO ««—*• -ffWÄ ffMbUwÄ»).
Jahre produziren können.
I» dem ehemaligen San zwisch« Mainz und ,gen schließen sich den hessische» Pfalzweinen
£ Der Asfenmevsch von Java.
I. p Im Jahre 1894 fand der holländische Militärarzt Eugen Dubois auf der Insel Java Skelettreste, und zwar einen linke» Oberschenkelknochen, ri«en Zahn und ei» Schädeldach. Der Entdecker erblickte darin Reste deS längst mit heißestem Verlangen vo» de» Darwinisten gesuchten Mittel- gliedeS zwischen Mensch und Affen, welches den Mamen Pithecanthropu» erectua Duboia erhielt. Auch die deutschen Darwinisten, alle« voran Natürlich Häckel, stimmten dem zu. Noch i« seinen „Welträthseln" begeistert sich Häckel zu dem Satz: Dieser Affenmensch vo» Java „ist in ber That baS vielgesuchte „Missing link“, baS angeblich „fehlende Glieb" in ber Primatenkette, welche fich vom niedersten katarrhinen Affen bis zum höchst entwickelten Menschen hinaufzieht Durch bett Fund dieses foffilen Affenmenschen von Java ist „die Abstammung des Menschen vom Affen- klar und ficher bewiesen" (6. 99—100.)
Die Freude war aber von kurzer Dauer. Mrchow war eS, der ihr ei« jähes Ende bereitete. Gleich int Jahre 1895 erklärte stch der berühmte Forscher gegen die Annahme des Entdeckers Dubois. (Berh. der Berliner anthropolog. Ges. 1895. Oct. S. 650 u. 656), und 1896 hat Virchow sein Urtheil wiederholt:
„Ich habe geltend gemacht, daß, auch wenn man alle Bordersätze des Herrn DuboiS zuläßt, daS frag, liche Wesen doch nach Sprachgebrauch und wiffen- schaftlicher Regel als ein Affe zu beuten sei . . WaS ich betone« möchte ist baS, baß weder ber Pithecanthropua, noch irgend einer ber «über« anthropoiden Affen uns die typischen Merkmale deS Urmenschen erkennen läßt.' (Rassenbildung unb Erblichkeit S. 5-6 in ber Festschrift für Adolf Bastian. Berlin 1896.)
Die wiffenschastliche Untersuchung dieser java- Nische« Fu«dstücke hat das Urtheil VirchowS bestätigt, und so gilt immer «och das Urtheil des- selb« Berliner Gelehrten:
„Ich muß sagen, irgend ein fosfiler Affenschäbel ober AffenmenschenschLbel, bet wirklich einem menschlichen Besitzer angehört haben könnte, ist noch nie gefunden worden . . . Wir können nicht lehren, wir könne» es nicht alS eine Errungenschaft ber Wiffen- B bezeichnen, daß ber Mensch vom Affen ober »on 6 einem anbern Thiere abstamme." (Virchow, bie Freiheit ber Wiffenschaft. S. 30—81.)
* Sa- Aakkeri.spiek ist heutzutage in alle Kreise ber Bevölkerung gedrungen und baS Jntereffe an der Lotterte ist bamtt allgemein geworben. Die .Sermanta gibt vo» den Ziehung«« tm Ziehungssaal *>» königlich preußische» Lotterie folgendes Stimmungsbild. Me Bezeichnung „Saal" klingt eigentlich sehr präteutiöSfür den mäßig großen, alten Raum in be«- Hause Schützen- «raße 8 zu Berlin. An ber Echmalwand bie vielberufene Trommel mit ben „schwarzen und de« heiteren Loosen, daneben ein paar Waisenknaben, der eine »um Drehen bet Trommel bestimmt, der andere, deffenAugenver. bunben, dazu, die Papierrillchen mit den aufgedruckte« Gewinnnummer» aus bem Schlunde der trommel herauf- zuheben. DaS Röllchen wandert alsbald in bie Hatw eines Beamten, bet die Nummer taut »erlieft - bie 2 n>itb echt berlinisch „zwee" ausgesprochen— um eine Verwechselung ber bie Liste« sührende» Beamte« mit bet Zahl 8 «uS,«schließe«. Hinter den Tischen der Listenfüorer sammelt fich dar Publtkum. welcheS. sow^t «S bet Raum gestattet, ungehiubert Zuttitt «rhätt. Da stnbet fich „allerlei Volk" zusammen, LooSinhaber, I Männe, und Frauen, bie ^t stchtlicher Spannung ba Moment herbeisehne», wo vielleicht ihre Nummer mU einem mehrnulliae« Gewinn ausgerufe» wirb, Bote» bet «ollekteure und bet ZeitunaSdruckereien, wrichems baS Manuskript ber Ziehu»«Slistvi von ber Straße, bie mal „so im Borbeigehen fich di. Sache mit ansehen wollen, unb bergleichr» mehr. Wem bet Raum gedrängt voll ist- X«
- ---- klaffe, ist dies fast meist »et
i Moment, wo bas „große
wünscht.
Römische Briese.
XVIII.
LD Rom, 17. S«pt. 1902.
zu bem Moment, wo das „grope w„„, dann ist bie Temperatur biet eine
alS biefe. Ihr König ist der Äi£^t gjex a,gn,ehme. Peinliche Stille herrscht, ein Jebet der häufig uud unrichtig zu den laricht gespannt auf bie monotonen NmnmetmÄtufnnge«
M r«.^ Beamten. Unb welche Sensation, wenn das groß«
i Loos bet Trommel entstiegen ist! Dann ribt eS W , I weite« Laube einige Hu»derttause»b «W» 1 ein Häuflein namenlos Glücklicher. Welcher Lotterie- spieler rechnet ben» nicht gerabe auf baS gr°ße«»os, gewiß, eS entfällt ja nnt auf,in, Numm«,abnkann a be«* nicht gerade meine Nummer fti»? Und wenn auch Tag für Tag »»geht, ohne daß diese Nummer mit einem Gewinn gegog« wir», man ttöfitt fichirnmer bamit: „Das groß, Loo« ist ja noch nicht ^ans! Unb
K Aäs »
Sprichwort: Hoffen unb harren, macht Manchen zum Start«»! «bet wen bas 8ott«iefptel d«. hSll .fest..u»d n°m«Mch^M^>«iittetten >ie Lotterie ist.
„Hlustrirte Sonntags-Zefiung*, „Fuldaer öeschjchkdlAtet' und Eoflertt'-ntft.
Irveites Wkatt.