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mit den Beilagen

29. Jahrgang

Iutöa, DvMerstag, den 18. September 1902.

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Für den unbetheillgten Dritten ist es ein köst­licher Schauspiel, zu beobachten, wie dar eine Mitglied einer Ministeriums alle Hände voll zu thun hat, um di« Dummheiten wieder au«- zugletchen, die zwei andere Mitglieder desselben Ministerium« fortgesetzt begehen; und wie darüber auch ganz frank und frei in der öffentlichen Tage«- press« berichtet wird. Man kann daraus ermeffen, was für eine heillose Verwirrung innerhalb der französischen Regierungskreis« besteht: der Krieg«- Minister uud der Marinemtnister raffeln mit dem Säbel, rufen zur Rache auf gegen Germanien und zielen Italien mitten in« Herz hinein; und gleich danach nahen sich die französischen Botschafter, um im Auftrage de« Minister» de« Aeußern mit einer höflichen Verbeugung und mit freundlichem Lächeln zu versichern, daß da« Alle« nicht« weiter zu be­deuten habe. Ob die französischen Minister de« Krieges und der Marine noch niemals daran ge« dacht haben, daß sie auf diese Weise so etwa« wie di« Rolle de« «dummen Jungen" spielen?und daß e» unter solchen Umständen ganz unmöglich für sie ist, einen ernsthaften Eindruck bei denjenigen her- vorzurufen, auf die solche Reden gemünzt find?

Da» Dümmste bei dieser ganzen Rederei ist aber da» «Zielen nach dem Herzen Italien»".

Die Franzosen möchten auf jeden Fall da» be- nachbarte Italien so nahe wi« möglich zu sich heranziehen. Die amtliche ftanzöfisch« Politik grbt sich alle erdenkliche Müh«, den König von Italien ,u einem Besuch« in Pari« zu bewegen; augen­scheinlich hat sie in diesem Sinne sogar schon die Hilfe der Diplomaten anderer Staaten angerufen. Da kommt der Marinemtnister Pelletan auf der üblichen Rundreise neuer französischer Marine- Minister durch da« Mittelmeer nach der Insel Korsika und zielt von da au» in Gedanken mit den schweren französischen Marinegeschützenmitten in da« Herz Italien» hinein" e» ist, man kann e» nicht ander» sagen, der Gipfelpunkt der staats­männischen Ungeschicklichkeit, den Herr Pelletan damit erklommen hat. Und dabet hat fich der gute Marinemtnister al« Vertreter des Genius Frankreich« gefühlt! Nun, vor einem Staate, in dem solche Genie« regieren, brauchen Andere fich nicht zu fürchten. __________________

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X P«»3«IU» » F»l»a.Ulustrirle SonntagsZeitung*,Juldaer ßeschicbtsblättet" und roflertfTisf?

Europa folgen, dann würde» fie der britischen ! Regierung ohne Zweifel einige Verlegenheiten be- reiten; aber am letzte» Ende würden sie für sich gleichzeitig die Gefahr des völligen Unterganges al« Volk heraufbeschwören. Der gereizte Bullen- beißer fällt auch den übermächtigen Gegner an, ohne Rücksicht darauf, ob er dabei selbst ver­nichtet wird, oder nicht; eS kommt ihm nur >arauf a«, dem Gegner einen Schaden zuzufügen, gleichzeitig, ob er sich damit ans Messer liefert der nicht. Aber ein« solche unverständige Politik »ürftn die Burengenerale, wenn sie eS gut und ehrlich mit ihre» Landsleuten meinen, diesen nicht empfehlen. Sie würden sich damit an hrem Volke versündigen und eS vor verständige» Leute» niemals verantworten könne», so geha»delt u haben. Darum gebührt ihnen nur Lob dafür, wen» es wahr ist, «aS berichtet wird, daß sie nämlich »icht die Abficht hegen, fich gefliffentlich i» »euen Gegensatz zu England zu bringen, und daß sie dem gute» Rathe der hollä»dische» Regie­rung folge» und abwarten wollen, zu welcher Richtung das Burenvolk selbst sich entscheiden werde: Zu der Bullenbeißerpolittk eines Krüger und LrydS, oder zu dem klug und vorsichtig abwägenden Verhalte» eines Louis Botha.

Gleich im Anfänge des Krieges, als die Eng­länder noch nicht die genügende« Streitkräfte in Südafrika gesammelt hatte» und wäh»te» mit der Handvoll Buren über Nacht fertig werden zu könne», hätte« die Bure« rücksichtslos drauf los stürmen und die gefammte englische Macht über die Meeresküste hinaus in de« Ozean dränge« sollen. Damals, als eS aufs Stürme« ankam, zauderten sie. Heute ist eS zum Stürmen und Drängen längst zu spät geworden. Jetzt gilt eS für sie, fich aufs neue zu sammeln und i« dem waffenlosen Nationalitätenkampf mit eiserner und unermüdlicher Ausdauer ihre VolNwgenart gegen das vritenthum zu vertheidigen. M verschanzen, zu vermehren, um in späterer Zeit trotz alledem und alledem wieder die Hoffnung auf die Herr­schaft in Südafrika erlangen zu können.

Ob die andere Meldung wahr ist, daß die Burengenerale alsbald Europa wieder verlasse» wollen, erscheint zweifelhaft. Eher dürfte eS richtig sei», daß fie in Deutschland auf jede» Fall einen Besuch mache» wolle».

Der Artillerie-Hauptmann gab darauf keine Antwort, sondern zählte die Summe auf den Tisch und sagte bann:So wird e« ja wohl stimmen, darf ich um di« beiden Scheine bitten?"

Ich werde dieselben sofort vorlegen," ent­gegnete Löwenthal und suchte fie mühsam aus seinem Portefeuille heraus, in welchem er sie so­eben erst untergebracht hatte.

Da» Weitere war bald abgewickelt, und die beiden Offiziere verließen wieder dar Bankhaus. Al» sie im Freien waren, blieb der Hauptmann einen Augenblick stehen, athmete tief auf, al» sei ihm eine Centnerlast von der Seele gewälzt und sagte ernst und feierlich zu seinem Bruder:

Gott Dank, daß da» Alle» glücklich vorüber gegangen ist! Nun aber, Kurt, einmal und nicht wieder ich hoffe auch, daß er da» letzte Mal gewesen ist. Wa« Du Hohenthal gegenüber zu thun hast, der Dir da» Geld gegeben, muß sich finden, ich weiß Dir dazu nicht» zu sagen."

Kurt war nicht minder ergriffen, als der Bruder. Er preßt« die Hand aus» Herz und sagte mit einem Ausdruck der Entschlossenheit, den man an dem flotten Husarenosfizier bisher noch nicht bemerkt hatte:

Bruder, heute habe ich geschworen, in diesem Leben keine Karte mehr anzurühren, ich «erd« e» auch halten I"

Emil Löwenthal hatte fich inzwischen wieder in da« Zimmer der Großmutter begeben.

Nun?" fragte der Vater, al« er die refig- nirte Miene de« Sohnes sah.

0Heiliger Krieg."

Der ftanzöfisch- KriegSminister Andre hat die Tonart angeschlagen, alS daS Kriegerdenkmal-in Mlleftanche eröffnet wurde. Sein Kollege von der Marine, Herr Pelletan, hat in Korfika in dasselbe Kriegs- und Rachehorn gestoßen. Er hat dabei nicht nur denheiligen Krieg" gegen Deutschland gepredigt, gegen dieBarbarei des alten Germaniens", das am Ende des neun- zehnten JahrhundertsFrankreich »iedergeworfen hat"; er hat auch mit seinen kriegerischen Worten Italien mitte» inS Herz hi»rin gezielt" nämlich mit de» Kriegsbefestigungen und den Kriegsrüstungen auf der Insel Korfika.

DaS isi ziemlich viel auf einmal. Ma» sollte «chten, das heiße Gewächs der felsenzerklüftete» Insel Korfika sei dem gute» Herr» Pelletan in de» Kopf gestiegen und habe darin ungereimte Kriegsgelüste und verwirrte Rede» entstehen lasse». Aber die Agentur HavaS hat die Kunde von diese» Entgleisungen Pelleta»S ebenso überall verbreite« müsse«, wie ftüher die kriegerischen Fanfaren seines Kollegen vom Kriegsministerium; und daraus kann man doch nur schließen, daß die beiden Herren Minister planmäßig und ab- fichtlich im Kriegsfachemachen", auch ohne allzu viel korfische« oder andere« Weines genossen zu haben. Auch das macht bei uns Deutsche» »icht erheblichen Eindruck. Wir lassen die Herren ihre kriegerische Redelust getrost austobe» und bedauern nur deren Kollege» vom Auswärtigen, den sehr verständigen Herrn Delcassä, der daS auSbaden muß, waS die Herren Andre und Pelletan anrichten. Deswegen klingt eS auch glaubhaft, wen» daS .Echo de Paris' verstchert, Minister Delcaffe führe lebhafte Klage darüber, daß der Ministerprästdent die Kollegen vom Kriege und von der Marine so reden lasse; er, Delcassä, habe den franzöfischen Botschafter beim italienischen KönigShofe beauftragt, der italienischen Regierung die entsprechenden Erklärungen abzu­

neuem, daß alle Zeitungsberichte aus haka tistische» Quellen mit der allergrößten Borficht aufzunehmen find.

* Der deutsche Botschafter in Wie» ASrß Anleuvurg ersuchte »ach dem .Neue» Wiener Tagbl.' vor einige» Wochen um seine Entlassung, doch der Kaiser habe diese Bitte in einem die Verdienste der Botschafter- würdigenden Schreiben abgelehnt und gleichzeitig >e» Fürsten ersucht, noch mehrere Monate auk« zuharren, während welcher Zeit sich sein Ge- undheitSzustand hoffentlich beffern werde. In- »essen gilt der Rücktritt des Botschafters als icher.

4- Die KeulrumsfrasttiO» de» Zieich»- age» hat, wie berichtet, am letzten Dienstag hre Berathungen über den Zolltarif begonnen und diese Berathungen am heutigen Mittwoch fortgesetzt. Die Mitglieder der Fraktion find in ehr stattlicher Anzahl in Berlin eingetroffen; wer irgend lommen konnte, ist gekommen, so daß die Sitzungen nur sehr wenige Lücken in den Reihen der Fraktionsltste aufweisen. Dieser An- drang beweist, daß die Abhaltung der Berathungen ganz allgemein als ein dringendes Bedürfniß empfunden wurde, und daß eS ein großer Fehler gewesen sein würde, diese berathenden Zusammen­künfte vor dem zweite» Zollftldzuge in der Zoll- tarif-Kommisfio» deS Reichstages zu unterlaffen. Daß besonders findige Berichterstatter schon am Dienstag wissen wollten, waS die CrntrumS- ftaktion am heutige» Mittwoch oder auch erst morgen, am Donnerstag, beschließe« würde, konnte man fich im voraus denken. Daß solche» Meldu«gen »icht der geringste Werth beizumessen ist, versteht fich von selbst. SS versteht fich ebenso von selbst, daß daS Centrum seine» Feld- zugSplan nicht aller Welt offen darlegen wird. Derlei thut doch keine einzige Partei. Wer kann daS also vom Centrum verlangen? Daß im allgemeinen daS Kompromiß über die landwirth- schaftlichen Zölle Billigung beim Centrum findet, ist ebenso natürlich; denn der Centrumsabg. Herold ist eS doch, unter deffen Führung nach vorauSgegangener Berathung mit feinen Partei­genosse« dieses Kompromiß abgeschlossen wurde. Besonders verdient der Umstand hervorgehobe« zu werden, daß der RetchSschatzsekretär Frhr. von Thielmann am Dienstag im Reichstag« erschien und eine Unterredung mit dem Abg. Dr. Spahn hatte.

* Apologetisch- Norkesuug-u für St«- deute« «Ker Jatiultäleu. Wie wir schon ftüher mittheilte», hat Professor MauSbach in Münster für daS Wintersemester ein Colleg über daS Dasein Gottes für Studirende sämmt- licher Fakultäten ««gekündigt. Da die Vorlesung, ; die natürlich eine öffentliche ist, wöchentlich nur : eine Stunde in Anspruch nimmt, dazu noch auf ; eine sehr günstige Zett gelegt worden ist, so wird : hoffentlich eine recht große Anzahl Studenten der ! Einladung Folge leisten. In Bonn laS Pro- ! feffor Dr. Englert im Sommer ei« Publikum i überDante Allighiert", dem etwa 300 Stu- dirende aller Fakultäten beiwohnten. Für den : Winter hat Professor Dr. Esser in Bon« eine Vorlesung über GlaubenSregel und Glaubens« quellen, in Breslau Profeffor Schaefer über l das Leben Jesu, in Freiburg i. Br. Profeffor

* England und die Buren.

Hat Herr Chamberlain eS geahnt, daß er mit feiner doppelzüngigen Politik gegenüber den Buren schließlich Zwietracht in deren eigenen Reihen Hervorrufen würde? DaS ist nicht un­möglich. Und sollte daS der Fall fein, dann muß man sagen, daß er sei« Ziel in bedauerlich erfolgreicher Weise erreicht hat. Aber der Charakter dieses gewiffenlosen und brutalen Politikers erscheint danach in einem noch zweifel­hafteren Lichte, als bereits vorher, und man kann Herrn Reitz, dem ehemalige« Staatssekretär von Transvaal, nur Recht geben, wen« er Herr« Chamberlain i« einer Unterredung mit einem Zeitungsberichterstatter ganz unmittelbar der Lügen beschuldigt. Es kann kaum noch irgend welchem Zweifel unterliegen, daß der getiffene Herr Chamberlain die ehrlichen und arglosen Burenvertreter bei den Friedens Verhandlungen mit allerhand Redensarten und Versprechungen hat kirren laffen, an deren Erfüllung er niemals in seinem Leben gedacht hat. Die Bur-ngenerale vertrauten nach der Art aufrichtiger Charaktere auch dem gesprochenen Worte der englischen Unterhändler und müssen nun die Mtere Er­fahrung machen, daß sie nach allen Regeln der Kunst in schmählichster Weise hinter daS Licht geführt worden find.

Aber die Schlußfolgerungen, die nun die Herren Krüger, Reitz und LeydS daraus ziehen, sollten di« Burengenerale nu« doch nicht zu den ihrigen machen. Nach der Anficht der Genannten müßten die Generale ihre Landsleute zu offenem Widerstande gegen daS britische Regiment auf- fordern, um die Erfüllung derjenigen Forde tungen zu ertrotzen, die Chamberlain ihnen al- neuen britischen Unterthanen nicht gutwillig er­füllen will. Wenn die geplagten Buren noch irgendwie die Macht und die Fähigkeit besäßen, auf Erfolg bei solchem Gebühren rechnen zu können, dann müßte ihnen jeder aufrichtige Freund dazu rathen. Aber man mag die ver­logene Politik eines Chamberlain und seiner Helfershelfer noch so sehr vernrtheilen, so kann man doch nicht in ein Horn mit den Herren Krüger und LeydS stoßen. Würden di« Buren in Afrika diesem Rathe ihrer Landsleute in eS handelt sich um eine Ehrenschuld, die binnen 24 Stunden getilgt sein muß," sagte er zum Vater, dem er eine nähere Kenntniß des höheren Ehrenkodex nicht zutraute.

WaS ist Ehrenschuld?" rief barsch der Alte. Schulden mache», die man nicht bezahlen kann, ist weder ehrlich noch eine Ehre."

Aber Freiherr von Scharfeuegg kommt bot i jedenfalls, um feine Schulden von gestern Abend zu decken."

Schulden decken, ehe die Frist herum ist? Du kennst unsere Kavaliere schlecht!" meinte der Kommerzienrath, indem er die Schultern zweifelnd in die Höhe zog.Mir ist da-in meinem langen Lebe» noch nicht pasfirt."

Nun, eS ist ein Ehrenschein ihn einlösen oder fich eine Kugel vor den Kopf schieße» etwas Anderes gibt es doch nicht."

Wohl gibt es »och ein Drittes," erwiderte bitter der Alte.Man kann auch bei dem Bankier Löwenthal neue Schulde» mache», welche Zeit habe», um dem Kavalier Löwenthal alte Schul­de» zu bezahlen, die presfire». Sieh »ur zu, daß die neuen Schulden Dir nicht ärger werde«, als die alten wäre«. Beeile Dich darum nicht zu sehr. Dein Geld wirst Du schon zeitig genug loS werden."

Du fteutest Dich aber doch selbst, wieder einen Anknüpfungspunkt gefunden zu haben."

Anknüpfungspunkt freilich freue ich mich darüber; ich freue mich sogar sehr darüber, aber es ist doch nöthig, die Angelegenheit mit Vorsicht zu verfolgen. Die beste Vorsicht ist: Wenn einer etwas von Dir will, laß ihn warten auf Dich

Berlin, 17. September 1902.

+ Ao« Aerru Krzvischof von Aoserr wird nachträglich auch in einem süddeutschen offiziösen Organ festgestellt, daß er von dem Kaiserempfange am Bahnhöfe in Posenmi Wissen und Willen deS Kaisers fern blieb, daß für die Begegnung nach beiderseitigem Wunsche die Form einer Privataudienz beim Kaiser ge- wählt wurde, und daß eS Über die vorher­gegangene Verabredung hinausging, wenn der Erzbischof von StablewSki zur angenehmen lieber« rafchung des Kaisers diesen auch im General­kommando begrüßte". Man ersteht daraus von

und zeig' ihm nicht, daß Du gewartet hast au ihn; daS macht die Herren üb-rmüthig über die Maßen. So, nun geh' und höre, waS fie von Dir wünschen. Wenn fie wollen den Shrenschein prolongirt haben, sage ihnen. Dein Vater ist Ge- schäftSman« und er muß vom Geschäfte leben; fie sollen fich wenden an Deinen Vater. Laß fie bitten und flehen, bis fie find mürbe, und wenn sie dann find ganz mürbe und demüthig bann zeig' Dich ihnen nobel und nachgiebig, daß fie sehe». Du bist doch besser, alS ihre Meinung von Dir. Nimm Dich aber in Acht und hüte Dich vor allzu großem Schaden."

Den beiden Kavalieren, welche in dem opu­lenten Empfangs-Salon auf Löwenstein jun. war­tete«, während der alte Bankier feine Anweifun Über ihre Behandlung ertheilte, war der lange Aufenthalt keineswegs angenehm, er mochte aber ganz die entgegengesetzte Wirkung haben, al8 jene glaubten.

Endlich ging die Thür auf und fie standen dem jungen Löwenstein gegenüber, der in Erinne­rung an die väterlichen Ermahnungen fich so reftrvirt hielt wie möglich. Seine Uederraschun wurde aber noch größer, als er den Zweck der Anwesenheit der Offiziere vernahm.

Wir find gekommen, nm die beiden Ehren­scheine einzulösen, welche Ihnen gestern Abend beim Spiele zustelen," begann ziemlich kurz der ältere der beiden Brüder von Scharfen-gg.

O, das würde ja gar nicht so geeilt haben," erwiderte der Banktersohn, der ganz au« der Rolle zu fallen droht«.

Hw -Rechenschaft.

Roman von Paul vom Wildbach.

10 ------(Nachdruck verboten.)

Aus dem Tone, in welchem diese Worte her­vorgestoßen wurden, war deutlich die Unzufrieden­heit deS jungen Löwenthal mit den Ausführungen feines Vaters herauSzuhöre«. Auch der Kommerzien- rath stutzte, als er vernahm, der Baron Hohen­thal fei nicht so reich, daß er fich daS Verbren­ne» vo» Schuldscheinen zum Scherz gestatten könne, aber ehe er »och seinem Erstaunen Ausdruck geben konnte, ging die Thür auf und ei» reich galonitter Diener meldete, daß zwei Offiziere den junge» Herr» Löwe»thal zu sprechen wünschten.

Emil war i» die Höhe gesprungen:Wer find die beiden Offiziere?"

Ein Hauptmann von der Artillerie utid ein Husareu-Leutnant. Karte» haben fie nicht abge­geben. Wenn ich recht verstanden habe, nannten fie fich Scharfenstein ober fo ähnlich."

Scharfeuegg soll eS wohl heißen?" Ja, ganz richtig, Scharsenegg. .

Welches Glück so schnell schon kommen bie Herren!" tief der junge Löwenthal freudig auS.Bitte, Großmama, gib mir die Scheme."

Schnell wollte Emil Löwenthal hinter dem Diener hinuntereile». -

Halt ei»!" rief ihm der Vater zu.Nicht zu schnrll; nicht eher die Angel ziehe», bis der Fisch fest anhängt."

Der Soh» blieb ftappirt stehen:Du weißt,