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Tfiustrirte Sonntags-Zeitung", „SuMaer SeschichtrbWef" und roflafe;ti$ft.
29. Jahrgmg.
Iulöa, Mittwoch, den 17. September 1902.
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wird vom Ausschuß gewählt und die Mitglieder haben das Recht, jederzeit eine Sitzung anzuberaumen, andererseits hängt bet dem Arbeiterausschuß der Berliner Wasserwerke die ganze Thätigkert desselben vom Gutdünken des Direktors ab, der sogar da« Recht hat, ihn jederzeit aufzulösen. In einigen Städten (Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim, Frankfurt a./M., Mainz, W kann der Stadtrath di« Arbeiteraurschüffe der verschiedenen Betriebe al» Grsammtvertretung der städtischen Arbeiterschaft zu einer Plenarsitzung einberufen, um Fragen zu berathen, welLe alle städtischen Arbeiter betreffen.
Auch hinsichtlich der ArbeUrordnungen und Arbetterausschüffe weist also di« Sozialpolitik der deutschen Gemeindeverwaltung noch sehr erhebliche Mängel und Lücken auf.
anführen lassen".
Aehnlich wie mit den Arbeitsordnungen verhält er sich mit den Arbeiterausschüssen, welche nm eine geringer« Anzahl von Gemeindeverwaltungen eingerichtet hat. Bei einer Umfrag«, die der Leipziger Magistrat im Jahre 1901 veranstaltete, ergab sich, daß von 29 befragten Städten nur 9 im Besitz von Ausschüssen der Gemeindearbeiter waren. Mombert hat nur 13 Städte ermittelt, die solche mehr oder minder ausgeblldet besitzen, (Mannheim, Frankfurt a./M., Stuttgart, München, Mainz, Leipzig, Kartsrnhe> Kannstadt, Dresden, Köln, Berlin, Düffeldorf, Pforzheim). Da die Rechte, welche den Arbeitern in dies«« RuEschüffen zugestanden sind, keineswegs überall dieselben find, ist auch ihre s^ialpolUische Bedeutung , recht verschieden. I« Mannheim z. B. habe« die Arbeiter bei der Zusammensetzung und Thätigkeit de» Au«- schuss« unbedingte Selbstverwaltung, der Vorsitzende
):( Städtische Arbeitsordnung und Arbeiterausschüffe.
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kümmern rund um den Schornstein, welche v letzten Thetle der Flugasche zurückhalte».
Charakteristisch für die Düsseldorfer Ausstellung ist es, daß als Kraftlieferer für große Ar- beUSleistungen neben dem Dampf der Gasmotor siegreich in die Schranken.tritt. Währeud dieser früh« in «fier Linie dem Kleingewerbe diente,
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war man in den letzten Jahre» mit Erfolg bemüht, die Hochöfe»gase, welche bisher unter Kesieln mit geringem Nutzeffekt verbrannt, Dampf von niedriger Spannu»- lieferte», im Gasmotor mit bedeute»d besserer Kraftentwicklung nutzbar zu machen. Seitdem es nach langwierigen Der- suchen gelungen war, die Gase hinreichend staubfrei zu mache«, sind immer größere Motoren in de« Dienst der Hüttenwerke gestellt worden. Auf der Pariser Weltausstellung 1900 erregte et* lOOpferdiger Gasmotor von John Kockerill, veraing, allgemeines Aufsehen; heute stellt in Düffeldorf die Gasmotorenfabrik Deutz im Pavillon der Gute-HoffnungShütte ein für letzteres Werk bestimmtes Hochofengebläs« auS, welches durch einen Gasmotor mit einer Leistungsfähig- leit von 1200 Pferdekräften getrieben wird. In der Maschinenhalle führen 4 andere Maschinen- fabriken große Gasmotoren von 300—700 Pferde- I haften im Betriebe vor und zeige», mit welcher Energie der Maschinenbau sich des Baues großer GaSmotore» bemächtigt in richtiger Würdigung des weiten Feldes, das sich durch rationellere Ausnutzung der Hochofengase dem Groß-GaSmotor eröffnet.
Nicht weniger großartig, wie die Ausstellung der Kraftmaschinen, tritt der Werkzeug-Maschinen- bau auf. Das weite Gebiet d« Metallbearbeitungsmaschinen, Bohr- und iDrehbänke, Hobel- und Fräsmaschinen, ist in reichster Auswahl vertreten. Dabei herrscht das Bestreben vor, Maschine« von ganz außergewöhnlichen Dirnen- fionen aufzuweisen, wie die Drehbank von Ernst Schieß, welche Werkstücke von 91/» Meter zu bearbeiten gestattet, das Modell der dampshydrau- lischen Schmiedepreffe der Rollet Werkzeug- Maschinenfabrik vorm. Breuer Schumacher und Eie. mit einem Arbeitsdruck von 12 000 Tonnen, die große Walzenzugmaschine mit hydraulischen Hebetische» der Duisburger Maschienenbau-Aktien-
Ueber die Frage, ob und inwieweit die , städtische» Betriebe Gewerbebetiebe im ; Sinne der Gewerbeordnung find und demgemäß , auch die dort im Interesse der Arbeiter aufge- stellten Anforderungen erfüllen müffen, find die Ansichten getheilt. Das hat namentlich große Verschiedenheiten bezüglich der Arbeitsordnungen zur Folge. Wo es solche in Kommunal- betrieben überhaupt gibt, sind sie — wie eine neuere Untersuchung über die deutschen Stadt« gemeinde« und ihre Arbeiter von P. Mombert festgestellt — häufig recht einseitiger Art, indem in ihnen fast nur — bei den einzelnen natürlich in verschiedenem Grade — von den Pflichten, nicht von den Rechte» deS Arbeiters die Rede ist. Derartige Arbeitsordnungen find daher mehr „Hausordnungen«, Dienstanweisungen re., und können nicht den von der Gewerbeordnung gewollten Zweck, Streitigkeiten auS dem Arbeitsvertrag vorzubeugen, erfüllen. Von welchem Geiste die meisten städtischen Arbeitsordnungen getragen sind, kann man daraus schlichen, daß, obwohl in den letzten zehn Jahre« in den Anschauungen über das Verhältniß zwischen Arbeiter und Arbeitgeber mancher Wandel erfolgt ist, nur in wenigen Städten die alten Arbeitsordnungen durch Zusätze ergänzt oder neue Arbeitsordnungen ringesührt worden sind.
Besonder» bedauerlich ist e», daß meisten» tn den einzelnen städtischen Betrieben die ArbettSver- hältniffe ganz verschieden geregelt sind. Allgemeine Arbeitsordnungen, die nicht von den einzelnen Betriebsleitern, sondern von den Gemeindebehörden selbst festgesetzt find bezw. von den Stadtverordneten durchberathen worden sind und für alle Gemeindebetriebe gelten, haben gegenwärtig «st Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim, Frankfurt «. M., Leipzig, Stuttgart, Köln, Freiburg i. B. und Kannstadt eingeführt. Freilich sind auch diese allgemeinen Arbeitsordnungen nach Form und Inhalt wieder sehr ungleichartig. Es gibt solche, die alle Einzelheiten des ArbeiUverhältuiffes auf da« eingehendste ordnen, und andere, in denen nur wenige Punkte de« Dienstverhältnisse« einheitlich geregelt find. Richt alle entsprechen in gleichem Grade den sozialpolitischen Anforderungen. Eine einheitliche Regelung der städtischen Arbeit«' Verhältnisse bedeutet indessen in jedem Falle einen Fortschritt, da dieselbe die Voraussetzung für eine einheitlich durchdachte kommunale Arbeiterpolitik überhaupt bildet. Umsomehr ist er zu bebau«», daß ee außer den genannten Städten wohl kaum noch deutsche Gemeindeverwaltungen gibt, die eine allgemeine Arbeitsordnung geschaffen haben. Große Unterschiede weisen die Arbeitsordnungen namentlich bezüglich der Anstellungsbedtn gungen und Kündigungsfristen auf. Eist in wenige« Städten erhalten die Kommunalarbeiter unter gewissen Voraussetzungen eine feste Anstellung al» ständige Arbeit«, mit welch« besondere Rechte verbunden sind. In Karlsruhe ist hierzu 10jährige Dienstzeit und ein Alter von 30 Jahren, in München 3jährige Dienstzeit und ein Alter von 20 Jahren, außerdem in beiden Städten zufriedenstellende Leistungen und gute Führung Vorbedingung. In Stuttgart ist die ständige An- stellung eine» Arbeiters lediglich von der Entscheidung der Verwaltung abhängig. In anderen Städten, so in Freiburg i. B., Frankfurt a. M., Mannheim und Mainz, erfolgt zwar nicht formell, | aber thatsächlich ständige Anstellung, indem dort ein bestimmte» Dienstalter den Arbeitern ähnliche Vorthetle verschafft, wie in den obengenannten Städten. Auch die Gewährung längerer Kündigung«- fristen gehört ül den städtischen Betrieben im allgemeinen noch^zu den Ausnahmen; und „auf diejenigen Städte, bei denen heute der Arbeit« von einem auf den andern Tag entlassen «erden kann", fo heißt e« in der genannten Schrift, „wirft e« kein gute» Licht, daß sich für ein solche« Verfahren, wie die Praxi« der übrigen Städte zeigt, keine in der Natur d« Sache gelegenen Gründe
Wie früher erwähnt, find fast sämmtliche Dampfmaschine« mit Dynamos verkuppelt. Die letzteren dienen zur Erzeugung der vttschiedenen Stromarte« und Spannungen: einphasiger Wechselstrom von 10 000 Volt Spannung, Dreh, ström von 2000 und 5000 Volt, Gleichstrom von 2 mal 220 Volt und 2 mal 115 Volt werde» in der elektrischen Centrale für die verschiedenen Stromkreise, welche das AusstellungSgebäude durchziehen, erzeugt. Die zur Ein- und Aus- schaltung der einzelne» Dynamos erforderliche» Regulirwiderstände, sowie die Meß- und Kontrollinstrumente find direkt bei jeder Maschine I angeordnet; die erzeugten Ströme werden als- dan» zu dem Hauptschaltbrett links neben dem Eingänge der Maschinenhalle geleitet und von hier auS durch ein Kabelnetz von ca. 26 Kilometer Länge zu den verschiedenen Speisepunkte« und Verbrauchsstellen hingeführt; an letzteren wird der Wechselstrom vo» 10000 Volt Span- nung auf eine VerbrauchSspaunung von 150 Voll heruntertranSformirt, der Drehstrom vo» 2000 und 5000 Volt auf eine Spannung von 110 Voll gebracht. Den Löwenanthril für die Lieferung deS elektrischen Strome« hat die ElekttizitStSgesellschast vorm. W. Lahmeyer, Frank- furt a. M., übernommen, welche allein 17 Dynamos ausgestellt hat; die übrigen 14 haben die deutsche» Elektrizitätswerke Garbe, Lahmeyer u. Cie. zu Aache«, Max Schorch zu Rheydt, Helios zu Köln-Ehrenfeld u*b E. H-Geist i« Köln geliefert. Durch die Mannigfaltigkeit der Maschinentypen und d« erzeugte» vttomarte» zeigen die ausstellenden Firme«, daß sie in der Lage find, allen Anforderungen, welche die mo- denie Elektrotechnik stellt, nachkommen können und daß sie, war Genauigkeit und Sorgfalt bet Ausführung betrifft, den Wettbewerb mit den großen elektrotechnischen Weltfirmen nicht zu scheuen brauchen.
Bevor wir die elekttische Central- verlassen, I besuche» wir noch flüchtig die Dampskeffelanlage, welche an den nördlichen Flügel der Maschinenhalle anstößt; hier find von 9 Firmen 16 verschiedene Kessel ausgestellt, welche mit 3550 Quadratmeter Heizfläche den «fordnliche« Dampf mit 12 Atmosphären Ueberdruck liefern. Wie meist in Elektrizitätswerken herrschen Röhrenkeffel - vor, die auf beschränktem Raume eine große . Heizfläche aufzustellen gestatten und rasche Dampf- entwickelung gewährleisten. Zum Speisen der Steffel wird gereinigtes Waffet benutzt^zu diesem Zwecke haben die Firmen H. Reifert zu Köln und Maschinenfabrik Grevenbroich je einen nach verschiedenen Systemen arbeitende» Reffet« speisewaffer.Rei»igu»gSapparat aufgestellt, welche je 20 Rubihnet« Wasser pro Stunde zu reinigen im Stande find. Reben der Reffeibatterie be- findet sich die Centralkonbensationsanlage, an welche sämmtliche Maschinen ang-schl-ff-n find. 2 Oberflächen,Rondensatoren, aufgestellt von den Firmen Sack u. Rießelbach, Rach, und Balcke u. Cie., Bochum, gestatten pro Stunde ca. 40 000 Rilo,ramm Dampf niederzuschlagen; daS erwärmte Rühlwass« wird auf zwei hohe Thürme gehoben, kühlt fich beim Herunterrieseln durch Verdunsten an der Luft wieder ab und kann so in immer« währendem Kreisläufe zur Kondensation deS Dampf-S wird« benutzt werden Sine zweite Reffeianlage ist an ber nord-östlichen Seite der Maschinenhalle und zwar für die Verwendung von Braunkohlen eingerichtet, welche in 3 großen | Flammenrohrieffeln auf Treppemosten verheizt, Dampf von 8 Atmosphären Spannung erzeuge«; höchst interessant ist bei dies« Anlage ttneSthetts der Transport deS Brennstoffs und der Asche auf mechanischem Wege mittels Hunt'schen Con- n.nnr» fl«h#wtheil8 dis Anordnuna von Staub«
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gesellschast vorm. Bechern, Reetmann u. Cie., di- großen elektrischen Laufkrahnen, welche für eine Tragkraft von 30 Tonnen eingerichtet, die Mittel« Halle beherrschen. Die Werkzeugmaschinenindustrie wollte eben zeigen, daß sie der Eisenindustrie die Maschinen, deren diese für die Bearbeitung der großen Werkstücke bedarf, in jeder gewünschten Größe und bester Beschaffenheit zu liefern' im Stande ist. Der östliche Theil der !Halle bietet eine reiche Sammlung von Brennerei« und Brauereiapparaten, während di« südliche Längsseite in bunter Abwechselung Transrnisfionrtheile und Riemscheiben, die große Ausstellung der Schmirgelfabriker., Maschinen und Pressen für Riete und Stifte all« Art, Papiermaschinen und Glätt« und Prägekalander für Textil- und Papierindustrie vereinigt. Unmöglich ist es, an dieser Stelle auch nur annähernd eine einigermaßen vollständige Ueberficht von der Vielseitigkeit des Dar- gebotenen zu geben; er sei nur gestattet, darauf hinzuweisen, daß jeder Besucher, den ein speziellere« Interesse zur Besichtigung einzelner Maschinen treibt, von den Ausstellern und ihre« V«ttetern stets auf dar Bereitwilligste lehrreiche Auskunft erhält, daß aber auch Jeder, der nur au» allgemeiner Wissenefreude die Aurstellungldurchwandert, reiche Anregung und Belehrung findet.
In der richtigen Erkenntmß, daß wohl ei« Jeder nach Besichtigung der tausendfachen Ausstellungsobjekts der Maschinenhalle fich nach einem ruhigen Plätzchen und einem Glase guten Biere» sehnt, hat die Au«stellung»leitung dafür gesorgt, baß neben dem Vorranm der Halle ein vorzügliche« Restaurant eingerichtet ist. Aus eigener Erfahrung können wir den geneigten Lesern nur an- rathen, nach dem Besuch der Maschinenhalle auch die dort ausgestellten, ausgezeichneten Gaben au« des Bacchus und Gambrinur Reiche ein« eingehenden Prüfung zu würdigen. Probatem est
207. KSnigl. yrcufi. Klassenlotterie.
3. Klaffe. 1. Ziehungstag, 13. September 1902. Nachmittag. < Nur dieGewinne über 172 Mk. sind in Klammern beiges. (Ohne Gewahr. A.-St.-A. f. Z.) (Nachdruck vertu ren )
46 206 404 50 603 (500) 9 58 59 741 970 73 1063 j
93 106 207 428 608 779 823 902 48 67 2034 116 214 ,
87 344 428 547 55 700 28 45 82 919 3261 328 628 89 4 68 10J 222 37 95 318 33 4'24 25 750 50o4 144 22.3 513 988 98 (»241 353 57'2 6-6 776 813 35 941 7163 29 4 369 z87 ( 02 15 36 713 8074 113 80 847 52 84 90'9 -16 57 3 6 5 .2 710 14 32 45 801
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