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Inwa, Mittwoch, dm 17. September 1902.

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5. Kapitel.

Im Hause Löwenthal.

An demselben Tage, wo die vorerwähnten Ereignisse sich in der Villa der Grafen Ostmark absprelten, wurde im oberen Stockwell de» Löwen« thal'schen Hauses eine interessante Unterhaltung gepflogen. In diesen Räumen hatte die Mutter de» Bankier« ihr Heim, und wer dasselbe betrat, bemerkte sofort, daß hier noch ein ganz anderer Geist herrschte, als im anderen Theile, wo die Geschäfts-Lokalitäten sich befanden, und in dem anderen Flügel, wo der Chef des ersten Wiener Bankhauses, der G.heimr Kommerzien-Rath Löwen­thal wohnte. Dort war alles reich, modern, mit allen Bequemlichkeiten auszestattet, welche di« Neuzeit dem mit irdischen Glücksgütern Gesegneten bietet. u tL

Anders war es iw der Wohnung der alten Frau Sara Löwenthal. Die Hochachtung, welche in jüdischen Familien den Eltern noch allgemein in größerem Maße gezollt zu werden pflegt, als eS leider häufig bei den Christen der Fall ist, hatte der alten Dame den schönsten Theil des HauseS zur Benutzung überwiesen. Alles athmete da noch einen echt alttestamentlichen Geist,

Frau Sara selbst hatte noch einen guten Theil ihres Lebens in dem Stadtviertel verlebt, an welchem Abends die Thore geschloffen und Morgens erst wieder geöffnet wurde», und welches in der Zwischenzeit keiner seiner Bewohner oer- laffen und kein Fremder betreten durfte. Dorther stammten auch noch die alten Möbel und Zier« rathen, welche fitz zwischen den modernen Fenstern und Gardinen eigenthümlich genug auSnahmeu.

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29. Jahrgang.

beantragte der Oberbürgermeister Engel die Ab« lehnung des Antrages, und zwar hauptsächlich mit der Begründung, daß da« Handwerk ja doch ruinirt sei. Dar Weberhandwerk — so sagte da« Neustädter Oberhaupt — sei dem Untergange ge­weiht unter dem Drucke de« Fabrikbetriebes; so werde es dem Schuhmacherhandwerke auch gehen; er, der Oberbürgermeister, sei »von dem Unter­gänge des Schuhmacherhandwerke« überzeugt. Und dadurch haben sich die Stadtverordneten be­stimmen lassen, den Antrag abzulehnen — ei» neues trauriger Beispiel dafür, wie so ungemein häufig städtische Vertretungen ihre Unfähigkeit er- kennen lassen zur Mitarbeit an bett allernoth- wendigsten sozialen und wirthschaftlichen Reformen, ihre Unfähigkeit ober aber, wie hier in diesem Falle, ihre' unmittelbare Abneigung, dar zu thun. Die Stadtverordneten gehen aus dem Mittelstände hervor und thun, war sie thun können, um diesen Mittelstand umzubringen .... Wenn man die Thatsache nicht leibhaftig vor sich sähe, sollte man meinen, er handele sich um eine alberne Lügen­geschichte!

X chrwerSeschnlett für Mädchen. Zwei staatliche Gewerbeschulen für Mädchen wird eS vom 1. Oktober ab in Preußen geben, die eine Rheydt im Regierungsbezirke Düsseldorf, die andere i« Pose«. Diese Letztere ist von der Regierung gegründet worden. Die Schule in Rheydt übernimmt die Regierung aus privater Leitung und richtet fie nach de» Grundsätze» ein, die sich in Posen bewährt haben. Mit dm Schulen wird ein Pensionat verbunden. Der Unterricht umfaßt zehn Lehrkurse, nämlich die ein- fachenHandarbeiten,Kunsthandarbeiten, Maschinen­nähen, Anfertigung von Wäsche, Schneidern, Putzmachen, Kochen, Haushaltungskunde, Waschen und Plätten, Handelsfächer.

X 0 si tacuisses — c hättest du geschwiegen!* Die »Frankfurter Zeitung', eine Vor« kämpf eri«. in Sachen der Fleischnoth und der an­geblichen Fleischwucheret der Agrarier, hat sich das neue, noch nicht in Kraft befindliche Fleisch­beschau-Gesetz angesehen und darin etwas „ent- deckt", nämlich die Bestimmung, daß die Einfuhr von frischem Fleische in ganzen und halben Thier- körper» gestattet sein soll. Sie enttüstet sich nun waidlich darüber, daß man diese Bestimmung nicht sofort in Kraft setze. „Warum — schreibt die Frankfurterin wörtlich — setzt die Regierung nicht diese Bestimmung sofort in Kraft? Warum will fi- damit biS zum 1. April 1903 warten? Noch mehr: die .Franks. Ztg.' belehrt die Städte, daß diese in ihre« Eingaben die sofortige In­kraftsetzung dieser einzelnen Bestimmung deS neuen Gesetzes verlange» sollen. Die Unkenntniß, die damit bewiesen wird, ist beinahe unglaublich: die Einfuhr ftischen Fleisches ist bekanntlich durch- aus gestattet, und gerade die Einfuhr frische« Schweinefleisches hat fich während der letzten Jahre in geradezu riesenhaftem Maße vermehrt, wie skbon unendlich oft nachgewiesen worden ist auf Grund der amtliche» Zahlen. Rindvieh darf auch lebend eingesührt werde«, verboten ist ein­zig und allein die Einfuhr lebender Schweine aüS dem AuSlande, sonst ist nichts verboten. Und würde man die Einfuhr lebender Schweine ge­statte«, dann würde man durch die alsdann un­fehlbar von neuem heraufbeschworene Seuchen-

© Die Eisenbahnarbeiter.

Seit einiger Zeit macht ein sozialdemokrati­scher Eisenbahnardelter-Verband von sich reden. Er hat mehrfach Aufrufe verbreitet, in denen die Eisenbahnarbeiter zum Anschlüsse an den sozial­demokratischen Verband aufgefordert werde«; ganz augenscheinlich aber hat er damit noch wenig Glück gehabt. Deshalb hat er einen neue« Aufruf erlassen, der an die Thatsache an­knüpft, daß die Eisenbahnarbeiter zahlreiche ein­zelne Vereine für sich gebildet haben, die von der Sozialdemokratie nichts wissen wollen. „Zer­spalten in mehr als dreißig Zweigvereine — so ruft das neueste sozialdemokratische Flugblatt de« Eisenbahnern zu — von denen fich jeder einen Grad besser dünkt als der andere; mit solchen Mitteln glaubt Ihr doch nicht, der Regie­rung zu imponiren?"

Klug ist eS nicht von den sozialdemokrati' scheu Machern gehandelt, daß sie mit solchen Redensarten die Regierungen als Verwalterinnen der Staatseisenbahnen «och ganz besonders gegen sich selbst aufhetzrn. Es kommt doch thatsächlich auch weniger darauf an, die Eisenbahnarbeiter in einen Gegensatz zur Regierung zu bringen, als vielmehr daeauf, ihre materielle Wohlfahrt zu fördern; und daß die Regierungen bei uns in Deutschland sich das von bett Eisenbahn­arbeitern auf dem Wege des Lohnkampfes ab­trotzen lassen, wenn eS nöthig fein sollte, glauben wohl die sozialdemokratische« Macher selbst nicht. Außerdem muß man, um gerecht zu urtheile«, ohne Weiteres zugestehen, daß gerade die Arbeiter und Bediensteten der StaatSeisenbahnrn bei uns in Deutschland in neuerer Zeit keinen Grund mehr gehabt haben zur Unzufriedenheit. Es wird ihnen und ihren Wünschen sowohl in allen Parlamenten als auch innerhalb der Regierungen so viel Entgegenkommen wie nur irgend möglich bewiesen, und wo Beschwerden der Eisenbahner alS gerechtfertigt anerkannt werden, thut man zur Abhilfe, was man thun kann.

Nun wollen die sozialdemokratischen Macher den Eisenbahn - Arbeitern unter allen Umstände« „Klaffenbewußtsein" beibringen: „Freunde und Kameraden!", so liest man in dem ueuesten Auf­rufe, „schon oft haben euch die organtfirten Ar­beiter ... die Bruderhand entgegen gehalten; allein die überwiegende Mehrheit hat IheilS au- falscher Scham, theilS auch weil fie fich ihrer Klaffenlage nicht bewußt war, nicht eingeschla- gen. . . ." Damit gestehen die Verfasser deS Aufrufes unbewußt selbst ei«, daß die Eisenbahn- Arbeiter im Große« und Ganzen keinen Grund zur Unzufriedenheit haben. Denn was fie unter „Bewußtsein der Klaffenlage" verstehen, entsteht allermeistenS nur unter dem Drucke der Unzu­friedenheit. Die Herren „Genoffen" werden also selbst kaum auf einen großartigen Erfolg ihrer BiMÜhungen hoffen.

Der sozialdemokratische Eisenbahnarbeiter-Ver­band versichert, bereits in 39 Städten Stellen zu habe», an denen die Aufnahme von Mitgliedern

stattfindet; diese Städte werden auch mitgetheilt. Indessen ist damit ja noch nicht gesagt, daß der sozialdemokratische Verband auch wirklich in allen diesen Städten bereits irgendwie ansehnlichen An­hang besitzt. Immerhin ist eS nicht ohne Inter­esse, die Liste der angeführte« Städte fich einmal anzusehen. Da bemerkt man zunächst, daß der Süden und Südwesten deS Reiches ganz allein durch Sttaßburg, Mülhausen in Els., Darmstadt und Frankfurt a. M. verttetrn ist, und daß auch der ganze östliche Theil des Reiche- in der Liste fehlt, ausgenommen allein Bromberz. Die sozial­demokratische Städte «Liste enthält hauptsächlich mitteldeutsche Städte, ganz besonders im König­reiche Sachsen, in der Provinz Dachsen, in Thüringen und im Anhaltischen.

Bei dieser Gelegenheit ist eS gut, noch einmal an de« Ausgang der Lohnbewegung zu erinnern, die von den Arbeitern und Bedienstete« der italienischen Bahne» unternommen worden war. Auch die aus demokratllchen und radikalen Ele­mente« zusammengesetzte italienische Regierung hat sich auf den Standpunkt gestellt, daß Aus­stände von Verkehrsarbeiter im Interesse der Volksallgemeinheit ganz einfach unmögliche Er­scheinungen in einem geordneten Staatswesen und deswegen nicht zu dulden sind. Die bewaffnete Macht hat in Italien sofort mit aller Strenge eingegriffen. Eisenbahntruppen haben unter dem Schutze anderer Regimenter die lahm gelegten Bahnstrecken sofort wieder in Betrieb gesetzt, und nach wenigen Tagen dachten die Arbeiter selbst nicht mehr an- Streike». Bei uns in Deutsch­land geht es aber de» Bahnarbeitern weit besser als ihren italienische« Kameraden, und alle ver­ständigen Politiker werden auch stets und ohne Unterlaß dafür eintrete«, daß die Arbeiter und Bediensteten der StaatSeisenbahnen keine» Anlaß zu ernstliche» Klagen bekommen, sonder» mit ihrer Sage zufrieden sei» können. DaS wird die allerbeste Schutzwehr sei» gegen die Verhetzungen der sozialdemokratischen Agitatoren.

Berlin, 16. September 1902.

+ Akeichrü-ttzler nnb Hstmarkenverei«. Der Deutsche Ostmarkenverein, allgemeiner unter seinem Spitznamen Hakatisten-Verein bekannt, hat soeben in Danzig einen Deutschen-Tag abgehalten und bei dieser Gelegenheit dem Reichs- kanzler Grafen Bülow ein Begrüßungstelegramm gesandt, in dem er gefeiert wird als „unermüd­licher Kämpfer für Deutschlands Macht und Größe". Graf Bülow hat diese Begrüßung so- fort mit einem Telegramm beantwortet, in dem es heißt: „Ich bin überzeugt, daß die erhebenden Kaisertage in Posen für die Deutschen der Ost­mark ein Sporn sein werden, sich unter lieber« Windung aller trennenden Momente einmüthig um die nationale Fahne zu schaaren. Dann wird auch einer stetigen und zielbewußten Ost­markenpolitik der Rückhalt nicht fehlen, deffen fie für den Schutz der deutschen Sache im Diten tiven Entschlüsse zu fassen, sondern einstweilen nur etwa einen Urlaub von zwei oder drei Jahren zu nehme«, der eventuell ja auch verlängert werden kann. Was man einmal gewesen ist, und mit Ehre« gewesen ist — wenn auch vielleicht nicht gerade mit Liebhaberei —daS soll ma« nicht auf einmal ganz abstreifen, wenn e« nicht nöthig ist. ES könnte immer noch einmal der Zeitpunkt ein­treten, wo Sie lieber wieder den friedlichen Dienst in der Garnison thun möchten, alS ruhe­los durch die afrikanische Wildniß schweifen — ganz abgesehen davon, daß auch daS Vaterland zum ernsten Kriegshandwerke rufen könnte gegen den äußere» Feind, wobei Sie doch auch sicher nicht fehlen möchten?"

„O, daS um keinen Preis!"

„Zudem hat der Titel eineS k. k. Offiziers einen so guten Klang, daß er selbst den aftikanischen Wilden gegenüber nicht zu verachten ist — ganz unbeschadet aller guten Eigenschaften des sonstigen Menschen."

„Sie haben recht, Herr Baron, mein Tempera­ment reißt mich manchmal allzu schnell hi». Jn- deß glaube ich, daß mir auch ei* längerer Urlaub ohne Anstand ertheilt werden wird."

„Sodann werden Sie die Zeit biS zu dem Ausbruch der Expedition — einige Monate wird es immerhin dauern — dazu benütze«, fich auf die Veränderung in Ihrer Lebensweise vorzube­reiten. Einige Sprachkenntniffe, sowie botanische, zoologische, geologische, auch astronomische und ähnliche Studien werden nichts schaden. Auch Ihren Körper müssen Sie nach und nach an de» Klimawechsel gewöhnen, am beste«, indem Sie

bedarf." Graf Bülow kann sicher überzeugt davon sei», daß er für die „Ostmarkenpolitik" des heutigen Polenkurses niemals alle Deutsche» als Rückhalt gewinne» wird.

+ Ale Aolllaris'Kommission des Aeichs- tage» wird, wie betonet, am 22. d. Mts. ihre Berathungen wieder aufnehmen. Ueber die ge­schäftliche Behandlung deS BerathungSstoffeS wird die Unterkommiffion Vorschläge mache», die ihrerseits am 18. September zusammentritt. Es ist auch möglich, daß diese Unterkommtffion mit einzelnen Vorschläge» zur Sache selbst an die Gesammtheit der Kommission herantritt. Daß eine Beschleunigung der Berathung dringendst zu wünschen ist, versteht sich von selbst. DaS Centrum hat am heutigen Dienstag seine Fraktions- berathung begonnen.

* Zlagkeiche* Maß. Vor einigen Tagen machte ich, so wird dem »Wests. Volksbl.' aus Iserlohn geschrieben, einen Spaziergang. Es ist ein wunderschöner Weg mit schönster Aussicht in daS Lenne« und Ruhrthal, umgeben von allen Seiten mit waldige» Höhen und Gründen, um­weht von der frischen Waldlust. Eine gemalte Hand zeigte nach einem Neubau mit der In­schrift „Luftkurort". Auf meine Frage, was für ein Luftkurort denn hier in dem herrlichen Gebäude entstanden sei, würbe mir erzählt, daß feit längerer Zeit sich dort eine frühere Dia« konissin niedergelassen habe, welche noch das Kleid der Diakonissen trage und in dem kleinen Hause Kinder, wohl 70, auch aus besseren Fa­milien, welche gesunden Landaufenthalt nöthig hätten, verpflegte. Ich mußte mich erst besinnen, ob die Geschichte mit der Steyler Nieder­lassung in Letmache, die bekanntlich vom Mini­sterium abgeschlagen wurde, nicht eine böswillige Erfindung sei. Die Ablehnung wurde bekanntlich damit begründet, und zwar vom damaligen Ober- präfidenten, jetzige« Minister Studt, daß die Luft auf dem gewählte« Terrain ««gesund und kein hinreichendes Wasser vorhanden sei. Jetzt gründet eine Diakonissin keine« Schuß weit von de« Kirchenwaldungen von Letmathe, wo die Steyler Missionare bauen wollten, einen Luft­kurort, nimmt gegen 70 erholungsbedür,tige Kinder auf, ist auf der höheren Sage noch mehr den Dünsten der chemische« Fabrik ausgesetzt und hat viel weniger Waffer, als das bachreiche Ter­rain, wo die Steyler bauen wollten, und kein Huh» und Hah«, wie die Westfale« sage«, kräht da«ach.

+ Iörderim- des Kandwerk«. Der Magistrat einer kleinen oberfchlefischen Stadt, Neustadt O.-S., hat soeben i» verblüffender Weise ein Beispiel dafür geliefert, wie man es in der Behandlung de» Handwerkes nicht machen darf. Die Schuhmacherinnung in der genannten Stabt hatte bei der Regierung und bei der Handwerks­kammer in Oppeln den Antrag gestellt, für die Hebung des Schuhmacherhandwerkes im Regie­rungsbezirke Oppeln eine Schuhmacher-Lehr­werkstätte zu errichten. Die Regierung stand dem Anträge freundlich gegenüber und ließ den­selben an die städtischen Behörden mit dem Wunsche weitergeben, die Stadt möge die erforderlichen Räume nebst Beleuchtung und Heizung liefern. Damit scheiterte zunächst der Plan. In der letzten Versammlung der Stadtverordneten zu Neustadt wenigstens die letzte« Woche« vor der Reise fich nach dem Süden Europa- und bann «ach Nord- afrila begeben. — Zu alledem brauche» Sie natürlich Geld, und damit Alles glatt von Statten geht, will ich Ihnen einstwerlen eine Anweisung auf 5000 Gulden geben. Das Weitere wird dann geordnet werden, sobald ich mit den Leitern unserer Gesellschaft Rücksprache genommen habe. — Ich denke. Sie sind damit einver­standen?"

Scharfenegg wußte gar nicht wie ihm geschah. Er sah, wie sein Gegenüber sich erhob, an dem Schreibtisch einige Zeilen auf ein Blatt Papier warf und ihm dieses hinreichte. Aber lesen konnte er das Geschriebene nicht, die Buchstaben tanzten ihm vor den Augen, und er vermochte nur einige Worte der Danke« zu stammeln, über die er fich selbst nicht ganz klar war.

Hohenthal wollte aber auch von vielen Dankes reden nichts wissen, sondern nachdem das Geschäft­liche so weit erledigt war, nahm er das Giss und tief:

„Nun wollen wir nochmal« anstoßen auf die Zukunft — und auf eine gute Kameradschaft. Gilt es?"

„Ja, es gilt!" rief Kurt, und al« fein Glas zur Neige gettunken war, brückte er bem neu gewonnenen Freunde die Hand mit einer Heftig­keit, daß dieser sich einer leisen Lächelns nicht enthalten konnte.

Dann aber stürmte er die Treppe hinunter und eilte zu Mutter und Bruder, denn ein solches Glück, wie das heute erfahrene, konnte er un<, möglich lange allein tragen.

firrritn DÜ einspaltige Veli« teilt oder derer RauMt5Pfg.,R* Hamen die PetiL Me SS Psa.; bd Wiederholungen, wird entsprechen« Rabatt gewähr-

Roman von Paul vom Wildbach.

S ------(Nachdruck verboten.)

Unwillkürlich hatte» fich die Sehne» der kräftige» Gestalt Scharfe»egg'S bei den letzte» Worte» Hohenthal'S gespannt, feine ganze Figur hatte sich in die Höhe gereckt, und feine Ange« funkelten fast unheimlich. Et hatte wirklich Mühe, daS stürmische Wogen seiner Brust niederzuhalten, um mit ruhiger Stimme zu fragen:

„Wüßten Sie vielleicht eine derartige Stellung für mich Herr Baron?"

„Einen besonderen Auftrag habe ich nicht," erwiderte Hohenthal in möglichst gleichgültigem Tone. „Allein die Gesellschaft, in deren Dienste ich stehe, beabfichtigt demnächst wieder eine größere Expedition zur Erforschung und Ausschließung von Jnner-Asrika aukzurüsten, und dazu benöthigt sie immerhin einige Persönlichkeiten mit den vor­hin angeführten Eigenschaften. Wenn Sie viel­leicht Lust hätten, sich anzuschließen ..."

„Ich stehe sofort zur Verfügung . . ."

„Nun, gar zu schnell wollen wir eS nicht Überstürzen. Sie müssen fich zunächst noch mit Ihrer vorgesetzten Behörde auSeinandersetzen ..."

„Das wird eine Kleinigkeit fei». — Gott sei Dank, wenn ich endlich loskomme, einerlei wie!"

„Sie nehme» also mein Anerbieten an?"

„Bon ganzem Herzen!"

„Trotz Ihrem Widerwille« gegen de« Die«st möchte ich Ihne« jedoch rathen, noch keine beftni«

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