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Kus dem nacbbargebieL^

ärgert die anonymen Briefschreiber mehr, al» wenn sie vergeben« ans den Erfolg ihrer lichtscheuen Arbeit warten müssen. Man mache er, wie jener Professor, der den Studenten rnittheilte, daß er anonyme Briefe gar nicht öffne, sonder« uneröffaet ins Feuer werfe. Ebenso verfuhr ein hiesiger Herr, der als Antwort auf ei« solches Schreiben folgende» »Offenen Bries" erläßt: „Menschenfreundlicher Anonymus! Du nähertest Dich mir gestern zum zweite« Mal, jedenfalls wieder unter der Larve eines „auf. richtigen Freundes" und „wohlwollende» Kollege»"; wer Du auch seiest, ich spreche D« a» dieser Stelle met«e tiefste Verachtung aus und theile Dir gleichzeitig mit, daß ich, Deine „edle" W. ficht sogleich erkennend. Deinen Brief ungeöffnet vernichtet habe. H *

deren Anschaffung kürzlich durch die Stadtver- ordnetenversammlung beschlossen worden war.

2) Wahl von 2 Beisitzer» und deren Stellvertreter für die Gtadtverord« neteu'Trgänzungswahl. ES wurden ge< wählt: die Herren Walter Plappert und Ada« SchultbeiS und als Strlloertreter Konrad Wähler und Maximilian Flach.

3) Eine LSfchu«gSurkuude wurde ge- «ehmigt.

4) Bericht des Ausschusses betreffend die Umsatzsteuer. Der Bauverein für de» Kreis Fulda war um Erlaß der Umsatzsteuer für die von ihm errichteten Arbeiterwohnungen ein. gekommen. Die Kommisfio», die über diese An­gelegenheit Berathunge» gepflogen hat, beschloß einstimmig, den Antrag deS Magistrates auf Er- laß der Umsatzsteuer für die von dem genannte» Verein erbaute» Wohnungen abzulehne«, nahm dagegen mit 4 gegen 1 Stimme den Antrag an, daß Arbeiterwohnungen im Preise bis zu 6000 Mark steuerfrei sei» solle«. Nach längerer De. batte wurde einem Anträge stattgegebe», wonach der Magistrat ersucht wird, sich nochmals über die A»gelege»heit zu äußern.

5) Erbauung einer Musik-Garte«, bühne vor dem Stadtsaale. Dieser Punkt ist durch ei« Mtßverständniß auf die Tagesord­nung gerathen; bekanntlich ist ja schon in einer der letzten Sitzung«» die Erbauung eines Musik- tempels unter den obwaltenden Verhältnissen ab« gelehnt worden. ES wurde aber die von de»

Jetzt will der Viehhändler, der von Dorf zu Dorf zieht, der Agent deS ViehkommiffionärS, jetzt will der EngroS-Schlächter und der Laden- schlächter verdiene«, dan« komme« in Groß, städteu die Schlachthöfe hinzu, di« auch wieder ihre» Profit mache». VolkSwirthschaM > nützliche Arbeit verrichte» hier aber »ur der La»dwtrth und der Schlächter. Die Anderen jedoch, nicht die Produzenten . . . bestimmen

Stadtverordneten bei Berathung dieses Punktes s. Z. angeregte Ueberficht über den Verbrauch a» Bier und Wein im Stadtsaale zur Kenntuiß gegeben. Hiernach wurden in bet Zeit vom 1. April 1901 bis 31. März 1902 im Stadt­saale 508 Hektoliter hiesiges und auswärtiges Bier sowie 1700 Flasche» Wei» abgesetzt, wo­durch eine Mehrei»»ahme vo» 56,80 Mk. gegen die bei der Festsetzung des Pachtzinses ange­nommene» Summe entstanden ist.

6) Ausbau des alte» Saales im Stadtsaale. Die Stadtverordneten hatten be­reite früher die RestaurirungSkosien für diese» Saal im Betrage vo» 5120 Mark bewilligt mit dem Wunsche, daß ih»e» ei» besonderer Kosten- anschlag vorgelegt werbe. Dieser Kostenanschlag ist »u» vo» Herrn Baurath Schürmeier ausge­fertigt worbe». Es enisttht demnach «och eine Nachforderung von insgesamrnt 1260 Mk. Von bet Herstellung zweier Porzellanöfen an Stell« der gußeiserne» Offen sah man sparfamkeitShalber ab. Der Fußboden deS Saales wirb i» Roth- buchenholz ausgeführt werbe». Die Arbeiten solle« «och vor Eintritt beS Winter« vollendet werden die Genehmigung erfolgte einstimmig. Da« Projekt, wonach bem alte» Saale »och eine kleine TsgeSküche und ein AnsbewadrungSraum für Sarberobeständer rc mit einem Aufwande von ungefähr 3000 Mk. beigefügt werden soll, wurde der vankommisfion zur Berathung überwiese«.

7) Di« Rechnung und Bilanz des Floren- berget Datleh»Skasse»verei»S wurde zur Kenvtmß genommen.

Schluß der Sitzung: 9 Uhr.

deren Stellvertreter die Hrrren Phil. Neid-! Geschäftsleute, Beamten rc., die mit auonume» Hardt, Jos. Fritz und Ludwig Fleischmann. Zuschriften beehrt werden, thun am Besten, wenn Die «n» beginnende Stadtoerordnetensthung sie kein Aufheben davon machen, denn nickt«

unter dem Vorsitze deS Herr» Stadtoerdnetew1 "—1 U!- ------------ - -

H-rrf-ld (Rhön), 15. Sept. 1902. Am Mittwoch den 24. September wird dahier ei» neu eingelegter Schweinemarkt abgehalte».

O A«S der Nhö«, 15. Sept. 1902. Zu bem Zwecke, ein historisches Denkmal aus längst, vergangenen Zeiten, bie weithin sichtbare Sich- tenburg bei Ostheim v. b. Rhön vor bem Verfall zu bewahren, hat sich daselbst ein „Verein zur Erhaltung der Burg" gebildet, der in Der- binbung mit bem Rhönklub schon viel geleistet hat. Gegenwärtig ist man an der Herstellung des Rüstsaales der Lichtenburg beschäftigt; der Rhönklub hat hierzu 80 Mark gestiftet. Die Lichtenburg hat eilte ziemlich bewegte Geschichte hinter sich. Sie wurde erbaut vom Grasen Poppo II. von Henneberg (f 1119), kam 1231 an Fulda und wurde dann wieder an Henneberg verpfändet. Im Bauernkrieg wurde bie stolze Lichtevburg bet Erbe gleich gemacht. Nach kurzer Zeit wurde sie wieder aufgebaut — das Thor trägt die Jahreszahl 1613 — freilich in etwaS abweichender Gestalt. 1672 war bie Lichtenburg neu befestigt unb biente bann bis 1680 als Sitz deS Amtsgerichts Lichtenberg. Später wohnte nut noch ein Amtsoogt auf bet Burg. 1811 war sie ganz verwaist. In bei Händen von Privaten wurde bie Burg stark verwüstet, bis sie bet Großherzog von Sachsen-Weimar kaufte.

.'. A«ma«, 15. September 1902. Ein in Bischofsheim am Main wohnender Landwirth RamenS Rüchmann befand sich mit einem Wagen, auf bem mehrere Personen waren, von Enkheim her auf dem Nachhausewege. In der Nähe des BahnüberganaeS bei Mainkut ging das Pferd durch. Glücklicherweise prallte daS Fuhrwerk an einem Randstein bet Straße an, sodaß bas be* treffenbe Vorderrad vollständig zerschellte, der I Wagen zusammenbrach und die Insassen heraus« geschleudert wurden. Mit der abgebrochenen Scherte rannte nun das Pferd weiter, durchbrach bie nicht völlig geschloffene Barriere unb er­reichte de» Bahnbamm gerade in dem Moment, als bet 2 Uhr 15 Min. von Frankfurt ab­fahrende Schnellzug hetanbrauste. Die Maschine ! erfaßte das Pferd und schnitt «8 mitten durch. Während bie eine Hälfte an bet Unglücksstelle liegen blieb, wurde bie anbere noch eine Strecke weit geschleift, bis bet Zug »nm Stehen gebracht war. Auch bet 2 Uhr in Hanau in bet Richtung nach Frankfurt ab- fahrende Petfonenzug kam zur selb« Zeit an und mußte ebenfalls halten. Es kostete viele Mühe, bie Maschine des Schnellzuge« von bem Kadaver und den Holz- unb Eisentheilen der Stzeere unb bet Barriere, bie sich zwischen be» Räder» festgesetzt hatten, frei zu mache«. Die WageniRsaffen waren außer bem entsetzliche» Schrecken mit einigen Hautabschürfungen und z«t- riffenen Kleidungsstücken davongekommen.

* JeaMftfntt, a. M. 15, Sept. 1902. Das Programm des internationalen Kongress cs zur Bekämpfung des Mädchenhandels ist endgittig festgestellt. Die Verhandlungen finden am 8. unb 9. Oktober statt. Am 10. Cttobet

® 15. Sepi. 1902. Der ,3J?atlu'

theilt mit, daß einer feiner Mitarbeiter beim Papst eine Ptivataudienz nachgesucht hab«, von dem Kardinalstaotrsekretär Rampolla aber in abschlägigem Sinne beschieden worden sei- In bem Schreiben heiße es, daß der Papst seit mehreren Monaten den festen Entschluß gefaßt habe, die grüßte Zurückhaltung zu beobachten und kein Wort zu sprechen, da« für oder wider die französische Politik ansgelegt und zu Parteistreitigkeften benutzt werden könnte. Diesem Grundsatz gemäß habe der Papst e« ablehnen müssen, die Adresse der französischen Pilger zu beantworten, und au« dem gleichen Grunde müsse er e« sich auch versagen, Journalisten zu em­pfangen.

® Stockholm, 15. Sept. 1902. Von den schwedischen Karnmetwahlen find gestern 153 von sämmtlichen 230 Wahlen beendet wor­den. Die Linkenpattei, welche bisher 90 Sitze inne hatte, gewann bis jetzt 15 Sitze. Die Rechtenpartei (sog. Landmannspartei), welche bisher 116 Sitze hatte, verlor bis jetzt 16.

® A-rv-Aork, 15. Sept. 1902. Beider Zerstörung des haitianischen Kriegsschiffes „Erste ä Pierrot" ist der „Admiral" Killtck doch um'« Lebe» gekommen. Aus Port au Prince mel­det vom Sas-stag ein Wolff'sches Telegramm, ei liegen sichere Nachrichten darüber vor, daß der Rebellen • Admiral Killick die erste Explofion auf dem „EkSte L Pierrot" persönlich verursacht hatte und umgekommen ist. Um den Rett, btt ein Abenteurer schlimmster Sorte war, ist eS nicht chade. Killick war ei« gebotener Irländer, bet >en jeweiligen schwarzen Machthabern aus Haiti

gleich in seiner gewöhnliche» Lebhaftigkeit Hinz«: „ES soll daS übrigens meinem Danke und meinet Anerkennung, bie ich Ihn« hiermit au«s»reche, keine» Eintrag th»». Sie habe» be» Zwischenfall vo» gestern Abend durch ihr« Erklärungen in einer Weise beigelegt, welche all« Bewunderung verdient und meine Ehre wieder hergestellt hat, ohne baß ich ein Loch in bet Haut habe oder, waS mit — Gott weiß eS — roch schwerer gefallen wäre, baß ich Ihne» ein solche« in die Haut schieße» mußte."

„Lassen wir die Sache abgethan sein," er» widert« Hohenthal abwehrend, „und trink« wir auf unsere Zukunft — ich sage eS »och einmal."

Die Gläser stießen zusammen, aber wie kiystall­hell e« auch klang, bie Mienen be« jungen Leutnant» entsprachen bem Tone und dem köstlichen Inhalte keineswegs.

„Die Zukunft eine« k. k. Leutnants," sagte er, nachdem er das Sla« wieder niedergestellt, und sich in seinen Sessel hatte zmückfinieu lassen, „ja das ist ein trübe« Dingi"

„So fühlen Sie sich nicht befriedigt von Ihre« Berufe?" fragte Hohenthal, indem er gleichzeitig einen scharf prüfenden Blick auf fein Gegenüber gleiten ließ.

„Ich will nicht klagen über mein Schicksal," erwiderte der Leutnant. „Manche« von dem, wa« bett Einen drückt, mag nur in der Einbildung beruhen, Manche« mag auch selbst verschuldet fein, während ein Anderer in denselben Umständen sich heimisch und glücklich befindet. Aber wen» Geist unb Hetz ihre Ansprüche machen, dann kann bei ienste« ewig gleichgestellte Uhr ebenso wenig efriedigung gewähren, wie die stille Hoffnung

Vorstehers Gegenbaut erledigte die Tages­ordnung wie folgt:

1) Geschäftliche Mittheilungen. Herr Stadtverordnetenvorsteher Gegenbaur gab zur Keuutntß, daß das „blaue Heft", indem die »och der Ausführung harrenden Beschlüffe der Stadtverordnetenversammlung in jeder ersten MonatSfitzung zur Einsicht der Stadtverordneten oufliegeu soll; der Redaktion deS Heftes wird eine genaue Sorgfalt gewidmet werden. Ferner legte der Herr Stadtverordnetenvorsteher bie beide» Werke über Fluchtli»ie«plana»geleg«nheite» vor,

findet ei» gemeinschaftlicher Ausflug nach Homburg unb bet Saalburg statt. Auf Anordnung des Kaisers werbe» bi« Theilnehmet bis KongrrffeS «ach Homburg i« Schloß gtlabe».

* Aervfekd, 15. Sept. 1902. Bei dem vom hiesige» Radfahrer- Club „Wanderer" veranstalteten Sportfest errangen auch einige Fahrer aus Fulda Preise und zwar erhiell«» im zweiten Senior­fahren Knie«.Fulda den 1. Preis, im Eröff. vungSfahre» Abel-Fulda den 2. Preis und im Hauptfahre« Neidhardt-Fulba de» 3. Preis.

* Kassel, 15. Sept. 1902. In der Lo- komotivfabrik von Henschel n. Sohn fand heute au« Anlaß der Ablieferung der 6 0 0 0. Lokomotive unb der 50jährigen Thätig- leit des Direktors August Schäfer in bet Firma «ine Feier statt. Hierbei theiite der Chef ber Firma mit daß sie verschiedene Wohl­fahrtseinrichtungen für ihre Arbeiter unb bereu Angehörige beschlossen, sowie 200 000 Mark zu gleichen Theilen ber Beamten-, Penfions-, Wittwen- und Waisenkaffe und der Invaliden- kaffe unb Wittwenkaffe für bie Arbeiterschaft Überwiesen hab«.

* Kirchyai«, 15. Sept. 1902. Die Ab- baltnng der dritten Fohlen markte« am 7. Oktober dahier ist vom Regierungspräsidenten ge­nehmigt worden.

stets zu Diensten stand und wegen seiner Stau- amkeit berüchttgt war.

• Sydney, 15. Sept. 1902. Dem austra­lischen Staatenbunde, einer erst vor kaum 2 Jahre» mit Ach und Krach zu Stand« grkom- menen Gründung, scheint k«i» langes Leben be­schieden zu fein. Die Londoner »Daily Mail' meldet nämlich von hier: „In verschiedene» australischen Parlamenten wurden Resoluttonen eingebracht, in welchen die Auflösung des Common Wealth beantragt wirb. Der Staats­sekretär de« Inner«, Lyne, sagte in einer zu Sydney gehaltenen Rebe, er erkenne a«, daß Unzufriebenheit herrsche unb gebe zu, baß bie Maschinerie der Bundes schwerfällig, ver­wickelt unb kostspielig fei. Die vielen Tausende, welche daS Bundesgesetz befürwortet hätten, als das Referendum stattgefunben habe, feien zu der- eiben Meinung gekommen."

Stadtverordneten-Bersammlung.

□ Fulda, 16. Sept. 1902.

Vor Eintritt i« bie Tagesordnung für bie gestrige Stadtverordneten-Litzung fand eine ge- neinfchastliche Sitzung be« Magistrate« und »er Stadtverordnete» »«ter dem Vorsitz »e« Herrn Oberbürgermeisters statt, der sechs MagistratSntttglieder, Herr Baurath Schürmeier »»d zwanzig Stadtverordnete beiwohnten. SS I •Ute bie Wahl von Sachverständigen für Die Abschätzung von Grundstücken in Straßenbau- angelegenheite» vorgenommen werde«. Die Wahl erfolgt auf drei Jahre. Die bisherige» Texa- to :en wäre» die Herren L. R. HÄbleib, Adam . >ete* und Konrad Knips und deren Stellver- tretet die Herren Mahr, Phll. Reidhardt und Joseph Reinhardt. Die Wieder- bezw. Neu­wahlen erfolgten durch Zuruf und zwar wurden gewählt: Die HerrenL.R. Halbleib, Raurab , nipS und Baurath Schürmeier und al«

auf — ja, worauf den»? auf Flinte» knattern Kanonendonner, Blut und Wunde», auch einige Orden »ud Auszeichnungen —, oder auch die hohl« Vergnügungen, denen sich der Verzweifelnde in lange« Friedenetzeiten in bie lewe wirst."

„Wenn Ihnen der militärische Dienst nicht ge- fällt: hoben Sie noch nicht an einen Wechsel gedacht? — Sie sind »och jung . .

„Ja, we»»’« die Juge»d allein thäte l Iber heutzutage werben Kenntnisse verlangt und eine Vorbildung, die himmelweit verschiede» ist vo» dem, wa« der Drill i» der Kadetteu-Anstalt bem Sohne eine« armen penfionirte» Rittmeisters ge- geb«» hat. So ist der Fluch ber militärische» Einseitigkeit über ei» ganze« Menschenleben ge- spräche», und feixe Macht ist da, die de» dazu Verdammte» erlösen könnte."

„Sie find sehr bitter in Ihrer Auffassung über Ihre Lage . . ."

„Nicht so bittet, wie die thatsächlichen Brr- hältniffe gegen mich. Wo find bie Worte, welche ba5 Elend eines verfehlten Berufes schildern könnten?"

„Der .militätische Die» st erzieht aber doch auch Tugenden und Werth«, welche überall im Leben Geltung haben: Pünktlichkeit, Selbstzucht, Eatsaaungs- und Opferfreudigkeit, dazu eine kräf­tige Gesundheit, einen an Strapazen gewöhntet Körper — olle« Dinge, welche ihrem Inhaber ei» gewisses Uebergewicht, ja eine gewisse Autori­tät gegenüber anderen Stäuben gewinnen unb im praktischen Leben für bie Brauchbarkeit einer Persönlichkeit gar ost den Ausschlag geben, auch wenn einzelne Fachkenntniffe nicht vorhanden st'd." (F. f.)

Fulda, 16. September 1902.

(*) Aokk-nsrst« fit be* Katholisch« --»Ischlwwd. Heft 6 der VereinSschrift ist soeben erschiene» und wirb den Mitglieder» de« Volksvereins in hiesiger Stadt in den nächste» Tagen durch bie Vertrauensmänner zugestellt werben. Bei dieser Gelegenheit werden bie Mitglieder wiederholt ersucht, etwaige» Woh­nungswechsel dem bett. Vertrauensmann ober dem GeschäftSsührer (Redaktion der Fuldaer Zestung) anzeige» zu wolle», damit die Zustellung der Vereimrhefte ohne Störung erfolgen kann.

Jernsprechmesmt. Bo» beute ab ist Paderborn zum Sprechoerkeht mit Fulda zu- gelassen. Die Gebühr für ei» einfaches Gespräch beträgt 1 jlk

S Der Fuldaer chortenvan. Mer ein wirb am nächsten Sonntag Nachmittag einen Ausflug nach Kämmerzell unternehmen, um einem Wunsche bärtiger Gartenbesitzer und Obstzüchter entsprechend daselbst eine Versammlung abzuhal­ten, in der b< lehrende Vorträge über Obstbaum- zücht unb Obstverwerlhung gehalten werden solle«.

□ Anonyme Mriefschreiver oder gar Schreiberinnen treiben fett einiger Zeit wieder ihr Unwesen in unserer Stadt. Wenn lief« feigen Seelen ihre Machwerke etwa nur an unsere Redaktion richte« wollten, so würden wir fein Wort darüber verlieren — wir find gegen solch« Dinge längst hinlänglich gefeit. Auch die

die Preise .... Die Viehspekulation trägt die Schuld an der Preissteigerung, «ich der Bauer; das beweist die Thatsache, daß gerade dort, wo das Geschrei fich erhob, die Bauern, die selbst ihr Vieh zu Markte triebe», es nicht an den Mann bringen konnten, w-i die Metzger nur »och mit dem Händler zu ar- L beiten gewöhnt find, in dessen Händen sich also der Bauer auf Gnade unb Ungnade be­findet. Würde man heute die Grenzen öffnen, so erhielte der Bauer einen geringeren Preis, gewiß. Aber der Arbeiter würbe das Gleiche bezahlen.

Die Schlächter, die sich jetzt von dem Vieh­händler ins Schlepptau nehmen lassen, verstehen und wahre» ihr eigenes Jrtereff« nicht; den» das Ende ber gegenwärtige» Treiberei wirb bas Emporwachsen vieler Genoffe»sche.stSschlächteteien fei», wenn biefe Treiberei nicht bald wieder auf- hören wirb. Die Dozialbemokratie aber, bie in „Fleischwuchet"-Seschrei arbeitet und damit gegen den Bauern hetzt, der die Vieh- und Fleischpreise gar nicht macht, zeigt fich damit wieder einmal als die „Schutztrupp« ber Börse" unb ber dieser verwanbten Geister und spielt damit eine volks­feindliche, nicht etwa volkSfreundliche Rolle.

* Der sozialdemokratisch« Parteitag in Münch«» würbe am Montag Vormittag wie scho» telegraphisch gemeldet, vom Präsidenten Singer mit der Begrüßung der ausländischen Delegirten eröffnet, woraus diese erwiderten, und zwar ASkew für die Engländer, Remec-Prag für die Tschechen, Müller-Zürich für die Schweizer, Seeliger-Teplitz für die Oesterreicher. Singer wie« auf den Kampf um den Zolltarif hin, der auch die Oesterreicher sehr iutereffire, da zugleich mit bem Schicksal des deutschen daS des öster­reichischen Zolltarifs entschiede» werde. Die Oesterrricher erwarten die Niederwerfung ber Agrarier von Deutschland in ihrem eigenen Interesse. Vanbetvelde betonte den KawpfeS- muth ber belgischen Partei, bie völlig einig sei. Lerba-Senua sagte dasselbe vo» ber italienischen Sozialbemokratie. Auer gab darauf, wie wir einem Telegramm der Berliner ,VolkS»eitung" entnehmen, den Geschäftsbericht deS Vorstandes. Der Vorstoß des Zentralorgan« gegen daS Centrum sei taktisch ungeschickt. Die Lage ber Presse und der Finanzen sei nicht sehr günstig. Redner behandelte ausführlich die polnische Frage, wandte sich gegen übertriebenen polnischen Nationalismus und bekämpfte uneor. sichtige Nkugründunge« von Zeitungen. Nach Auers Rede trat die Mittagspause ein.

• Zfosee», 15. Sept. 1902. Der ,Rutger PoznanSki' meldet: DaS Herz deS Rar diu als LedochowSki ist in Poseneingetroffen. Nächster Tage findet die feierliche Beisetzung im Dome statt. — Die Posener Raiferreben, und zwar die Antwort deS Kaisers auf die Begrüßungs­ansprache deS Oberbürgermeisters und die Rebe im Landstänbehause, sollen auf Antrag bei Gtabtverorbnete» Professor Binder auf bronzenen Tafeln am Rathhause angebracht werde«

* Mstuchee», 15. Sept. 1902, Herr Kammer­präsident Dr. von Ortetet, der weuereamite Rektor deS Luitpoldpymnasium«, fiedelt Ende dieses Monats von Eichstädt «ach München übet, bezieht seine Dienstwohnung am 1. Oktober unb nimmt an diesem Tage auch seine Thätigkett in München auf.