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FuUmerMZeitung

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29. Jahrgang.

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„Tllustrirte Sonntags--Zeitung**, Fuldaer ßescbichtsblätter und £otterFe*ri$fe.

Iutöa, Dienstag, den 16. September 1902.______________

O „Volkswirthschastlicher Unsinn."

Neulich warnten wir vor erneutem, allzu großem Vertrauen zu der wirthschastlichen Lage und zu den Kursaufzeichnungen der Börse, die in neuerer Zeit für eine Reihe von Industrie- papieren eine Aufwärtsbewegung zu verzeichnen wußten. Dabei erinnerten wir von neuem an eine sehr alte Wahrheit, daß nämlich die In- dustrie vor allen Dingen zu ihrem Gedeihen einen dauernd guten Absatz im Inlands braucht, und wir schrieben dabei unter anderem folgende Sätze:

„Im Uebrige« wird die Lage noch so lange sich nicht dauernd beffern, als die Nachfrage im Jnlande schwach ist. Und diese Nachfrage wird so lange nicht bester werden, als das landwtrthschaslliche Gewerbe in der heutigen bedauerlichen Weise am Bode« liegt. Wer der Landwirthschaft hilft, hilft durch diese am besten und nachhaltigsten der Industrie."

Diese Wahrheit zu vernehmen hat mehreren Blätter», die für Freihandel schwärmen und unserem Bauernstände nicht hold find, gar nicht gefallen. Namentlich aber hat diese Wahrheit bei dem sozialdemokratischen ,Volksfreund' in Karlsruhe eingeschlagen, so daß dieser ganz aus dem Häuschen gerathen ist und nun in seiner letzten Samstagsnummer mit folgende» gar nicht parlamentarischen Liebenswürdigkeiten zu strafen meint.

„Der volkswirthschaftliche Unsinn dieser Be­merkungen — schreibt der »Volksfreund' — liegt auf der Hand. Nach der Meinung der Brod» und Fleischoertheurer geht es unserer Landwirthschaft schon seit Jnaugurirung der Gaprivischen Handelsvertragspolitik schlecht. Trotzdem hatte» wir aber, gerade wesentlich mit verursacht durch diese Caprivische Handels­politik, in den letzten Jahren einen nie da­gewesene» ungeheueren wirthschaftlichen Auf­schwung zu verzeichnen. Nicht in der Lage der Landwirthschaft, die gerade gegenwärtig keine besondere Ursache zu klagen hat, sondern in der kapitalistischen Produktions­weise liegen die Ursachen der Krise . . ."

Wenn ein Sozialdemokrat nicht mehr weiter rann, kommt er ganz gewiß mit der „kapitalisti­schen Produktionsweise" angerückt. Diese Redens­art muß ihn herausreißen auS allen Verlegen­heiten und muß ihm helfen, die Genoffen über die Wahrheiten hinwegzutäuschen, die tagtäglich mit der sozialdemokratischen Lehre in sonst un­lösbaren Widerspruch gerathen. Also darüber streiten wir uns nicht; daS lohnt sich gar nicht. Höchst wahrscheinlich aber wird es ganz erheblich mehr Menschen geben, die diese Beweisführung mit der „kapitalistischen Produktionsweise" für „volkswirthschaftliche« Unsinn" halten, als solche, die unS darin, daß die Landwirthschaft e'.ne sehr wichtige Ab­nehmerei sür die Industrie und sür alle Ge­werbebetriebe ist, nicht beistimmen wollen. Die Landwirthschaft ist natürlich nicht die einzige inländische Abnehmerin der Industrie, aber eine der vornehmste»; und je bester es der Land, wirthschast geht, desto kauflustiger wird sie sein und desto mehr wird sie kaufen. Der Wohlstand der Landwirthschaft wird also fietS und unter allen Umständen auch der Industrie und dem

Gib Rechenschaft.

Roman von Paul vom Wildbach.

8 ------(Nachdruck verboten.)

Komtesse Carola fühlte wohl, daß, da sie die Veranlassung zu der Stockung gegeben, sie auch verpflichtet war, da« Gespräch fortzuführen, so schwer es ihr wurde. Die gewonnene Position wieder aufgeben wollte sie auch nicht, und so blieb sie denn bei dem ernsten Thema und fragte weiter:

„Wie kommt e« denn aber, Herr Leutnant, daß die christlich getauften Kavaliere so leicht die Lehren ihre« Katechismus bezüglich des Duell« ver­gessen oder sich doch darüber hinaussetzen?"

„Gnädige» Fräulein wollen mir gründlich das Gewissen erforschen," erwiderte Kurt, zwar mit einem Lächeln auf den Lippe«, aber in voller Würdigung de« Ernstes der Lage; denn um Aller in der Wett hätte er bet diesem Mädche», das ihm noch immer regungslos gegenübersaß, keinen mtuderwerthigen Eindruck hinterlassen mögen. „Freilich habe ich auch genug Veranlassung ge­geben. — Sie meinen also: warum setzen sich die Verbrecher so leicht über göttliche und mensch­liche Ordnung hinau«?"

„Aber, Herr Leutnant! Mit Dieben und Mördern wollte ich Sie nicht auf eine Stufe stelle» . . ."

„Im Grunde genommen dürfte er vielleicht doch dieselbe Sache sein: warum übertritt Einer das klar vor ihm liegende Gesetz? — Ja, wie ckommt es, daß Einer mit einem Karteriblatt sich

Gewerbe zu gute komme«; u»d somit hilft bet- je«ige der Industrie und de« industriellen Ge­werben, der der Landwirthschaft hilft. Wer diese höchst einfache, höchst klare Wahrheit nicht begreife« Ian», der sollte Andere nicht belehren wollen über BolkSwirthschast.

Daß eS gerade das Sozialdemokratenblatt i* Karlsruhe ist, das uns volkswirthschaftliche Vor- lesunge« halten will, veranlaßt unS nicht zu dieser erneute» Auseinandersetzung, sondern die Wichtigkeit und daS allgemeine Jntereffe der ganzen Frage, um die es sich dabet handelt und der Wunsch, wieder einmal an einem Beispiele darzuthun, wie die sozialdemokratische Preffe die Meinung derjenigen irre zu führen sucht, von denen sie glaubt, daß sie sich von ihr beeinfluffen laffen.

Und da ist eS recht intereffant und lehrreich, auch folgende» Satz in demfelbe» sozialdemo­kratischen Blatte zu lesen:

„Nicht a« der Nachfrage fehlt eS, sondern an der Kaufkraft der Maffe des Volkes, vor allem der Masse der Industrie-Arbeiter." Also eine Nachfrage soll es geben, ohne daß Kaufkraft vorhanden ist. . . Sollte das nicht vielleicht ein sehr kräftiger „volkswirthschastlicher Unsinn" fein?

□ Rußland und Serbien.

Dem kleinen Alexander und seiner holden Gattin Draga ist Heil widerfahren: das Zaren­paar hat sich «unmehr endlich bereit erklärt, das serbische Königspaar zu empfange«, u«d zwar soll dieser Empfang in dem südrusfischen Zarenschloffe Sinaja vor sich gehen.

Beinahe zwei Jahre hindurch hat König Alexander die Bemühungen um diese Gunst fort­gesetzt, mit einer Ausdauer, die beinahe bewun« dernswerth ist — wenn es nicht gleichzeitig fürchter­lich beschämend für de« serbischen König und seine Gattin wäre, überhaupt so lange um eine solche Gunst bettel» zu müssen, bis sie ihm gewährt wird. König Alexander hat sich sogar eigens eine prachtvolle Dacht bauen laffe», um standes­gemäß u»d nach der beliebtesten Reiseweise größerer Herrscher die Besuchsreise die Donau hinunter und über das Schwarze Meer hinweg zum Zaren machen zu können. DaS Zarenpaar aber erweist dem König von Serbien und der ehemalige« ver- wittwete« Maschi» eine größere Gunst, als man für de« erste« Augenblick wohl anzunehmen pflegt. Erstens gehört für daS Zarenpaar ohne Zweifel eine kräftige Selbstüberwindung dazu, der Politik das große persönliche Opfer dieses Empfanges zu bringe«. Dann aber bedeutet es für »lexa«der und Frau Draga wahrscheinlich eine« völligen Um­schwung zum Bessern, daß daS Zarenpaar sie der Ehre ihres Empfanges würdigt. Bisher hat daS serbische Paar noch »iemals eine Reise unternom­men über die Grenze« do« Serbien hinaus aus Besorguiß, es könnte bet Königin irgendwo ein unliebsam wenig ehrerbietiger Empfang bereitet werde». Ist das serbische Paar erst einmal beim mächtigsten Herrscher zu Gast gewesen, dann — so mag man im Belgrader Königspalaste hoffen — kann es sich ohne Furcht vor unliebsamen Be- gegnunge» dieser Art auch anderwärts sehen laffe».

den ganzen Gesichtskreis verdecke« kann? — Er muß eben das Kartenblatt nur dicht vor die Augen halten, so ist da« Ungeheuerliche geschehen. . . . Sehen Sie, so mag auch ein Mensch ein Gesetz übertreten, von dessen universaler Bedeutung er sonst vollständig überzeugt ist. Der Dieb soll nicht stehlen, der Mörder soll nicht morden — aber wenn er nicht stiehlt und nicht mordet, so muß er eben Hunger, vielleicht auch Verachtung leiden, und dieser so lächerlich kleine Nebel gegenüber der ungeheuren Bedeutung dcü allgemeinen Gesetze« liegt dem armen Schelm so dicht vor den Augen, daß ihm alles Andere verschwindet. — So geht es auch mit dem Duell. Man weiß, daß gött­liches und menschliche« Recht e« verbietet, aber man steht stch mtiten in einem ganzen Strom alt­hergebrachter Anschauungen und Herkommen: wie mag ein schwacher Einzelner dagegen anschwimmen wollen?"

„Sie wissen da« wirklich sehr anschaulich bar- zulegen, Herr Leutnant. Allein, so viel ich weiß, tst das doch gerade das Zeichen eine« männlichen Muthe«, nicht sich vom Strome mttreißen zu laffen, sondern seine Ueberzeuguvg zu vertrete», selbst auf die Gefahr hin, dem großen Haufen zu mißfallen? E« sieht ja fast au«, al« duellire man sich nur aus Feigheit und Unselbständigkeit."

„Gnädige« Fräulein find sehr scharf in Ihren Deduktionen: Schade, daß Ihre Vorlesung nicht eine öffentliche ist, vielleicht daß Sie die böse Welt bann zu anderen Anschauungen bekehren würden . .

„Sie wollen mir entschlüpfen," unterbrach ihn lächelnd Cora, welche bei dem Wortgeplänkel all-

Die russische Regierung mag befürchtet haben, daß die dauernde Weigerung, König Alexander und seine Draga zu empfangen, eine« für daS Zarenreich unerfreulichen Umschwung in der serbische« Politik Hervorrufen könitte. Da nun aber Serbien schon durch seine geographische Lage eine sehr hohe Bedeutung sür Rußland hat, wollte man solche Krisen auch in dem kleinen Serbien nicht heraufbeschwören; und so mußte« der Zar und die Zaritza de« Widerwille« herunter- schlucken und müffe« gute Mine zum böse» Spiele des unwillkommenen Besuches machen. Auch der Beherrscher aller Reußen muß unter Umständen fühle«, daß er ei« Mensch unter Menschen und ab und zu genöthigt ist, bestimmten Verhältniffen persönliche Opfer zu bringen.

Im serbischen Volke liebt man ruffenfeind, liche Politik nicht; das hat Herr Milan häufig und hart genug erfahren müssen. Der Umstand, daß daS Belgrader Königspaar nun endlich gast­lich am Hoflager in Livadia empfangen wird, wird sicherlich auch zu der Erhöhung des An­sehens des Königspaares im eignen Lande bei­tragen. Und daraus erklärt sich auch die unge­wöhnliche Ausdauer des Serbenkönigs in seinen Bemühungen um die Erlanbniß des Zaren, diesen besuchen zu dürfen.

Berlin, 15. September 1902.

+ Zeitgemäße Krimrerrmg. Die Klagen über hohe Fleischpreise haben wir, wie bekannt, in mehreren voraufgegangenen Jahren auch gehört, so namentlich auch im Jahre 1898. Damal« folgte auch eine Verhandlung über die Frage im Reichstage, aber die süddeutsche Volk«partei beteiligte sich nicht an den Klagen und Be­schwerden, die bei dieser Gelegenheit vorgebracht wurden. Diese« Verhalten wurde hinterher in dem Stuttgarter Parteiblatte in folgender Weise begründet:

„Die Volkspartei hat fich bei der Debatte nicht beteiligt, weil einerseits die gegenwärtigen Viehpreise auf dem Lande, und besonder« in Württemberg, weder zu hoch noch }u nieder sind und weil anderseits im Süden des Reiche« weder die Jntereffe» der Städte und der In- dustriebezirke, noch die der Landwirthschaft durch die bestehenden Maßnahmen auf die Dauer er­heblich geschädigt erscheinen."

Was das demokratische Stuttgarter Blatt damals schrieb, paßt genau such auf die gegenwärtige Lage. Uebrigen« sind auch in Preußen amtliche Erhebungen im Gange; die Oberprästdenten der Provinzen find vom Ministerium zur Bericht­erstattung über die Lage auf dem Vieh- und Fletschmarkte aufgeforbert worden.

-s- Kei«e »e«e Z»cker Komferenz? Aus Brüssel wirb einigen Zeitungen gemeldet, baß Deutschland, Oesterreich-Ungarn, England und Frankreich den russische« Antrag, eine neue inter­nationale Zuckerkonferenz einzuberufen, abgelehnt haben, daß vielmehr die Brüffeler Konvention demgemäß am 1. September 1903 in Kraft treten mählich ihre natürliche Heiterkeit und Unbefangen­heit wiedergewonnen hatte. „Ich ziehe bloß die Folgerungen au« Ihren Worten und bin auch schon befriedigt, wenn ich nut Ihre Zustimmung finde."

„Sehr schmeichelha't — tndeß für'« große Ganze dürfte damit kaum viel gewonnen sein. Ein armer Leutnant . . ."

„Gerade bei den Herren Leutnant«, dachte ich, sollte doch am meisten Muth zu finde» sein, der keine Rücksicht kennt, wenn e« einen Kampf gilt..

„Gegen da« Duell . . ."

„Gegen alte, verrottete Vorurtheile und »«- christliche, unvernünftige Zustände. — Oder sollte ich mich täuschen?"

„Freilich wenn holde Damen so energisch das Kommando ertheilen, kann man nicht ander«, al« blindlings folgen. Ich werde an Ihre Worte denken meine Gnädige . . ."

In diesem Momente ging die Thür« auf, und Graf Ostmark trat mit Hohenthal über die Schwelle.

„Bitte um Verzeihung, daß Sie haben warten müffe«," begann Hohenthal zu Scharfenegg. „Ich war gerade mit Graf Ostmark, beffen herrliche neue Anlagen zu besehen, und bet alte Laurenz sanb uns nicht sofort, um Ihre Anwesenheit zu melden."

„Die kleine Verzögerung war für mich ein großer Gewinn, da ich inzwischen die ebenso an- genehme, wie belehrende Unterhaltung der Dame« deS Hauses genieße« durfte," erwiderte Scharfe«egg mit einer galanten Verbeugung gegen die beiden Damen. Im Uebrigen stehe ich ganz zu Ihren Diensten."

werde. So ganz glatt sind die Dinge hinter be« Kulissen wahrscheinlich doch nicht verlaufen, vor­ausgesetzt nämlich, daß überhaupt schon die end« giltige Entscheidung wirklich gefallen ist.

♦ Das träte Milikärpenfionogesetz soll den .Dresdener Nachrichten' zu Folge dem Reichstage sofort »ach dessen Wiederzusamme«. tritt vorgelegt werden. Da die in jenem Gesetz vorgesehenen Wohlthaten den bereits verab­schiedeten Offizieren nicht oder nur in sehr be­grenztem Maße zu Theil werden solle«, so hat sich, wie das DreSd«er Blatt mittheilt, et« Ausschuß älterer verabschiedeter Offi­ziere gebildet, der sämmtliche pensto«irte Ossi- fiere und Sanitätsoffiziere zu einer Versamm­lung einberuft. Es soll berathe» werden, welche Mittel und Wege geeignet und einzuschlage« sind, um der immer schwerer werdenden Noth- läge zu steuern, in die viele Offiziere durch ihre frühe Verabschiedung versetzt wurden.

+ Unter der Ueberschrift „Zurückgezogette Gardekitze»" war in der Abendausgabe der .Deutschen Warte' vom 12. September 1902 die Mittheilung enthalten, es wäre beabsichtigt ge­wesen, das Grenadier-Regiment Nr. 6 gelegent­lich der diesjährigen Katserparade bei Posen durch Verleihung der Gardelitzen auSzuzeichnen. Die Haltung des OsfizierkorpS des Regiments in der Löhning-Affaire solle indeß an Allerhöchster Stelle solche« Anstoß erregt habe«, daß der die AuS« zeich«ung anordnende Befehl, der scho« zur Unterschrift vorlag, zurückgezogen wurde. Die halbamtliche ,Berl. Korresp.' erklärt *un heute kurz und bündig: Diese Mittheilung beruht i« alle» Theile» auf freier Erfindung.

• Die Ankunft der Mnreugexerake Del* rtg, Kotha und Aervet in Berlin wird i« der nächsten Woche erwartet. Nachdem jetzt auch Dewet a« den Vorstand de« Vereins ehemaliger Burenkämpfer ein Schreibe« gerichtet hat, i« dem er die von Seiten des Vereins ihm vorgettagene« Wünsche betreff« seines Empfange« gutheißt. ist in den Berliner Burenkreisen mit der Vorbe« rettung der Begrüßungsfeierlichkeiten begönne«. Soweit bisher beschlossen ist, werden die Generale oo» Deputation» des Vereins ehemaliger Buren­mitkämpfer und des Burenhilfsbundes auf dem Bahnhofe empfangen werden; ferner geht man mit dem Gedanken um, hiesige Handwerkerkorpo­rationen zur Theilnahme an dem Empfange ein­zuladen. In dem Hotel Prinz Albrecht, in dem die Ankömmlinge absteigen werden, veranstallen der Alldeutsche Verband und der BnrenhllfSbund je ein Festdiner zu Ehren der drei Generale. Der Burenhilfsbund beabsichtigt außerdem, den drei Burenführern anS den ihm noch zur Ver­fügung stehenden Mitteln eine Ehrengabe vo« 200,000 Mk. zu überreichen. Während deS Auf­enthaltes der Generale werden vorauSstchllich mehrere öffentliche Versammlungen in Berlin ab- gehalten werden. __

X Wer macht die Miehpreise? Die Antwort auf diese Frage ist in der ,Fuld. Zig.' schon mehrfach gegeben worden. ES ist in- tereffant, zur Abwechselung darüber auch einmal die Meinung anderer ßeute zu hören. So wird diese Frage beispielsweise von den national* liberalen.Leipziger Neuesten Nachrichten' in folgender Weise beantwortet:

„So dürfen wir uns für einen Augenblick zurückziehen, um einige geschäftliche Fragen zu erörtern," entschuldigte Hohenthal, indem et mit Scharfenegg de» Salon verließ und ihn nach seinem Zimmer geleitete, vo« wo ma« eine« hübschen Ausblick nach dem Hof und dem an­stoßenden Garten genoß.

Scharfenegg wußte gar nicht recht, wie ihm geschah. Heute früh hatte er dem Manne, in dessen Zimmer er fich befand, eine Forderung auf Leben und Tod gesandt, und jetzt machte er eS fich bei ihm in der ausgiebigsten Weife bequem, steckte fich auch eine Cigarre an, welche der Baron in der liebenswürdigsten W-ise ihm offerirte, und als gleich darauf der alte Lauren, mit einigen Flaschen Unaarwein kam und Hohenthal die blinkenden Pokale gefüllt hatte, trug er nicht da« mindeste Bedenken, feinem Gegner von heute früh Bescheid zu thun. Und doch kam ihm Alle» fast so vor, alS rüste et fich nur für die Salgen- mahlzeit; denn der Gedanke an seine Spielschuld verfolgte ihn überall.

„Run, stoßen wir zunächst einmal an!" tief Hohenthal, nachdem Alles In Ordnung wat und et gegenüber seinem Gaste Platz genommen hatte.

„Worauf?" sagte Scharfenegg, indem et zwar das SlaS ergriff und in die Höhe hob aber mitten in der Bewegung wieder innehielt.

„Ein ju-get Mann fragt, worauf er anstoße« soll? — Nun, wenn Sie nichts anderes tm Herzen haben, so trinke» wir auf unsere Zukunft!"

„Auf die Zukunft? — Ach, wenn fie nur nicht gar so trübe wäre! . . ." Scharfenegg sagte daS mit einem leisen Seufzer, fügte jedoch