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f mit den Beilagen
für Initiale I. Parzelle, In julba. Jllustrirte Sonntags--Zeitung”, „Fuldaer Gescbichtsblätter" und Eofkrie-Eisfe.
M 211.
IuEöa, Samstag, den 13. September 1902.
cnut und Verla, der Fuldaer IdKntM&i*’ peleroaage Nr. s CbarmonUk
29. Jahrgang.
£ Der Wohnungsnachweis.
Ein neues Glied in der Reite gemeindepolitischer Maßnahmen ist der Wohnung«- nachwets. Mustergiliig scheint diese Organisation in Stuttgart zu sein, wo vor kurzem, am 20. Juni d. I., ein besondere« Wohnungsamt städtischer- settr eingerichtet worden ist, welches zugleich die Funktion der Wohnungsvermittelung übernommen hat. Als Ausgabe wurde nach dem,Arbeitsmarkt' (Nr. 22) dem Amte gestellt:
1) den Stand des Wohnungsmarktes durch fortlaufende Erhebungen evikent zu erhalten, um hieraus die nothwendige Grundlage für weitere gemeindliche Maßnahmen auf dem Gebiete der Wohnungsfüisorge zu gerinnen; 2) gegen ungesundes Wohnen, insbesondere auch soweit e« von Ueberfüllung herrührt, durch Ausübung einer regelmäßigen Wohnungsinspektion vm zugehen; 3) einen öffentlichen Wohnungrnachwei« einzurichtrn und z„ betreiben. Zur Erfüllung der Aufgaben Ziffer 1 und 3 und behufs Gewinnung von An- Haltepunkten für die Vorbereitung der Wohnungs- Inspektion sind die Wohnungsvermiethe: durch oltspolizeiliche Vorschrift verpflichtet woiden, Wohnungen, welche durch Rünvigung des bestehenden Müihoerhälintffe« oder auf sonstige Weise vermiethbar geworden find und wieder ver- mtethet werden sollen, sowie zum Vermiethen bestimmte Wohnungen in Neubauten innerhalb 8 Tagen nach eingetretener Vermielhbarkeit beim städtischen Wohnungsamt durch Ausfüllung eines besonderen Formulars (Anmeldekarte) an* und die erfolgte Vermiethung einer Wohnung innerhalb 3 Tagen nach Abschluß der MiethvertrageS unter Benutzung eines wetteren Formulars (Abmslde- karle) abzumelden.
Auf Grund der Anmeldekarten hat das Am- nun einen allgemeinen öffentlichen Wohnungsnachweis eingerichtet. Die ange meldet ten Wohnungen werden im städtischen Amtsund Anzeigenblatt (WohnungSanzeiger) bis zum Einlauf ver Bermiethungsanzeige unentgeltlich veröffentlicht. DaS Amtsblatt selbst steht jedem selbständigen Stuttgarter Einwohner an zahlreichen Niederlagen unentgeltlich zur Verfügung. BiS auf weiteres werden die Wohnungen, wie der .Arbettsmarkt' weiter mittheili, mit 1—3 Zimmern in die Blätter von Montag, Mittwoch und Freitag, alle größeren Wohnungen, sowie die Wohnungen mit gewerblichen Räumen in die Blätter von Dienstag, Donnerstag und Samstag ausgenommen. Auf besonderen Wunsch des Ver- mielherS unterbleibt die Ausnahme der angemel- beten Wohnung in dem Wohnungsanzeiger; die Vermiether machen aber von diesem Recht fast gar keinen Gebrauch. Der WohnungSanzeiger enthält jeweils den neuesten Stand der ver- miethbaren Wohnungen; am Kopse desselben wird die Gesammtzahl der Wohnungen jeder einzelnen Kategorie mit Angabe, wieviel davon sofort ieziehbar, täglich verzeichnet. Im Amte selbst find sodann noch genauere, bis in alle Einzelheiten gehende Beschreibungen der einzelnen
Hw Mechen scherst.
Roman von Paul vom Wildbach.
6 ------(Nachdruck verboten.)
Hohem Hal ging schweigend neben dem Freunde her, der eifrig bemüht war, ihm seine neugeschaffenen Herrlichkeiten zu zeigen und ihm zugleich die weiteren Pläne zu entwickeln, die er noch auszuführen gedachte. Aber in je g ößere Lebhaftigkeit Ostmark gerieth, desto einsilbiger wurde Hohen« thal, denn all diese großen Ideen schienen ihm ohne richtiges Fundament zu sein, so lange sie auf Leihgeld standen, und so hegte er immer die stille Befürchtung, daß sie eines schönen Tage« einstürzen möchten.--
„Wie ich zufällig hörte, bist Du auch bei einer' Theatergründung beseitigt," warf plötzlich Hohen- thal dazwischen. „Ich nahm erst an, es müsse ein Mißverständlich sein, aber nach dem, wa» ich jetzt gesehen . . ."
„Kannst Du c« ruhig glauben, und zu der Einweihung, die demnächst statifinden soll, bist Du hiermit herzlich eingeladen. — Natürlich bin ich bei dem Theater nicht der eigentliche Mache-. Ich habe meinen Namen hergegeben und auch eine Reihe Aktien übernommen. DaS verleiht eben der Sache etwa« Relief, und unsereinem schadet 'S auch nicht."
„Auch hier hat Löwenthal die Hand im Spiele ?" „Fre lich doch! Er selbst hat ja das Unter» nehmen ins Leben gerufen. Der Mann strebt hoch hinauf; er möchte gern geadelt jein. Die
Wohnungen samt Planskizzen einzusehen. Wie rasch b’e neue Einrichtung trotz anfänglichen heftigen Widerstandes der Hausbesitzer sich eingebürgert hat, geht daraus hervor, daß nach 10. tägigem Bestehen des AmtrS schon 1002 Wohnungen angemeldet waren, von denen 238 sofort beziehbar waren. Die ganze Einrichtung ist für Miether wie Vermiether vollständig unentgeltlich. Die Eigenthümlichkeit deS Stuttgarter Wohnnngs- nachweifes besteht in feiner organischen Verbindung mit der Wohnungsstatistik und der Woh- nungSinspektion einerseits und dem Jedermann unentgeltlich zu Gebote stehenden gemeindlichen Amts» und Anzeigeblatt andererseits.
An anderen Orten hat man den Wohnungsnachweis mit dem Arbeitsnachweis verbunden. Die enge Verbindung beider Institutionen ergibt sich daraus, daß, sowie eine bessere Konjunktur heraufzieht und das städtische Gewerbe nach neuen Arbeitskräften verlangt, es dann unmöglich ist, dieses Verlangen zu befriedigen, ohne gleichzeitig Auskunft darüber zu geben, wo die neuen Anzügler Unterkunft finden. Von Darmstadt hat sich zuerst in anderen hessischen Städten, dann auch in anderen Theilen Deutschlands und Deutsch Oesterreichs die Em- rtchtung weiter verbreitet.
Weiter find die Hausbesitzer*Vereine gegenwärtig bestrebt, Wohnungsnachweise in den deutschen Städten zu errichten und machen namentlich Offiziere und Beamte bei ihrer Versetzung darauf aufmerksam. In den Händen von Haut- befitzeroereinen gibt eS bereits Wohnungsnachweise in 17 Si ästen. Dieses Vorgehen der HauSbefitzeivereine ist, worin wir mit dem .Arbeitsnachweis' überetnstimmen, durchaus zu billigen, und ihre Einrichtungen bezeichnen einen anettennenSroettben Fortschritt über die bisherigen Verhältnisse hinaus; allein widerspruchslos erhält fich diese Einrichtung nur, solange sie unbedeutend ist. Falls eines Tage« ein N tz von Wohnunpk- nvchwetsen über ganz Deutschland hin nei breitet ist, daS fich bloß in den Händen von Haus- besttzervereinen befindet, so würden üb t die Einseitigkeit der Verwaltung laute Stlac« ertönen. Schon jetzt nehmen die Klagen ülur schwarze Listen von angeblich nnzuverläsizen Äiethern einen breiten Raum in den Verhandln- gen aller Miethervereine ein. Gewinnt der Wohnungs- nachweiS einmal eine große Bedeutung, so wird er schwerlich anders verwaltet werden können, als unter Theilnalmr von Wirth en und Mierhern, ähnlich wie der Arbeitsnachweis unter Theilnahme von Arbeitgebern und Arbeitern.
Dem Umstande, daß die Hausbesthervereine fich in den alleinigen Besitz des Wohnuags- nachweiseS setzen, kann dadurch vorgebeugt werden, daß die Kommunen dort, wo ein kommunaler Arbeitsnachweis besteht, mit diesem auch einen kommunalen WobnungsnachweiS verbinden.
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Deutsches Keich«
Berlin, 12. September 1902.
M Irrifi«« «#b Sozialdemokratie. Die Entwickelung der Dinge zwischen der Sozialdemokratie und den Freisinnigen wird einigermaßen
spaßhaft. Die Mauserungs-Politiker unter den Sozialdemokraten, die Herren Bernstein, Heine, Arons und andere akademisch gebildete Genossen, bedauern diese scharfe Zuspitzung der Dinge augenscheinlich sehr und wünschen etneme Annäherung zwischen den beiden Parteien unter heftigen Anfeindungen Eugen Rich ter'S, den sie alS den Vater des entstandenen Streites betrachten, augenscheinlich wohl auch mit Recht. Eugen Richter, der Verfasser der bekannten und vortrefflichen Schrift,Sozialdemokratische Z ukunftsbilder', die sogar geeignet befunden wurde zur Maffenverbreitung bei der deutschen Marine und unter der Arbeiterschaft der Rattert. Werften, ist kein Mann für ein Bündniß zwischen Sozialdemokratie und Freisinn. „Ich bin,“ so schreibt der sozialdemokratische Abgeordnete Bernstein im .Vorwärts' vom letzten Donnerstag, „zu der lieber« zeuaung gelangt, daß, so lange das jetzige Drei- klaffrn-Wahliystem besteht und der Geist Eugen Rich ter'S die freisinnige Partei beherrscht, an eine rennenSwerthe Verschiebung ver Parteiverhältnisse im preußischen Landtage nicht zu denken ist.“ Dennoch unternimmt Herr Bernstein den Versuch, Herrn Eugen Richter scharf zu machen, indem er schreibt: „Wo Eugen Richter entscheidet, wird die Taktik, das Stimmen für Freisinns- Kandidaten vom Stimmen dieser für sozialistische Kandidaten abhängig zu machen, entweder zum Siege deS konservativ-ultramontan-nationallibe- talen Dreibundes ober zu einem Kompromisse des Freisinns mit diesem führenKurz und gut, die Stimmung ist wieder einmal gänzlich umzeschlageu, und in demselben sozialdemokratischen Central-Organ, in dem soeben noch von dem Freisinn in stürmischem Tone die lieber, lassung einiger Sitze im preußischen Abgeordneten- hause gefordert wurde, bettelt nun Herr Eduard Bernstein förmlich um die Gunst und die Freundschaft des Fre'stnns zu dem Zwecke der gemeinsamen Betreibung der nächsten Neuwahlen zum preußischen L^ns age. Das Spielchem mit feinem unaufhörlichen Wechsel ist für den unbeteiligten Dritten nicht u ergötzlich. Aber darin wird wohl Herr Bernstein im Ernste recht bebaken, daß nämlich znguter - ht bei der ganzen Geschichte nichts weiter von Bei i.-g herauskommen wird. Das nächste preußische Abgeordnetenhaus wird kotz aller Anstrengungen der Sozialdemokraten ziem- lich genau so wie das gegenwärtige aussehen. Ob nun zwei oder drei Sozialdemokraten darin sitzen anstatt ebenso vieler Freisinnigen, ist jedenfalls kein Ereigniß von erheblicher Bedeutung. Aber eS ist einigermaßen erbärmlich, daß die Sozial- demokratte im Verlaufe weniger Wochen von dem stolzen Rosse der gewaltsamen Wahlobstruktion und der Umwälzung aller Wahlverhältnisse in Preußen auf den Hund dieser Freundschaftswin- selci gekommen ist.
4- Spaltung er» innerhalb der Sozial- demokralie. Gleich der französischen Sozialdemokratie hat sich nun auch die belgische So- zialdemokratie in zwei von einander getrennte Parteilager gespalten; und ebenso wie in Frankreich hat sich von der alten Stammpartei eine noch radikalere G-vppe cbzesondert, die sich den Beinamen der „revolutionären“ gibt. Sie nennt sich in Belgien „Revolutionäre Föderation des Borinage“ und will bereits am 21. September
mit öffentlichen Versammlungen begnen. Als Zeitungsorgan der neuen Gruppe soll im Laufe der nächsten Wochen ein Wochenblatt erscheinen — man sieht, daß es sich um eine volltommen durchgeführte Partei-Organisation im Gegensätze zu der sozialdemokratischen Stammpartei handelt. Frankreich hat angefangen, Belgien ist nach- gefolgt. Wa»n kommt Deutschland an die Reihe? In Italien befehden dieselben verschiedenen Strömungen einander genau ebenso, wie man soeben erst wieder ersehen konnte auS dem Ver» laufe der italienischen Soztalistenoersammlung in Imola. Auch dort scheiden sich die radikalste, vollkommen unversöhnliche und die opportunistische Richtung je länger, desto klarer und entschiedener von einander ab. Die Abstimmungen in Imola haben ergeben, daß etwa zwei Drittel der italienischen Sozialdemokratie mit der gegenwärtigen Parteileitung und dem Hauptblatte ,Avanti' (—Vorwärts) dem Opportunismus zu- neigen, ein Drittel aber das eigentliche revolutionäre Element bildet.
X Industrie gege« de« KentrakverSand. Ein Theil der deutschen Industrie hat es von jeher mißfällig empfunden, daß der Centraloerband der Industriellen fich die Herrschaft Über die gesammte Industrie in Deutschland anmaßend auch von der Regierung als berufener Vertreter derselben angesehen wird. Bisher hat das freilich die Machtstellung deS CrntraloerbandeS noch nicht zu erschüttern vermocht. Nun haben mehrere Handelskammern den Kampf gegen den Centraloerband ausgenommen: fie wollen, daß der Deutsche Handelstag von den Regierungen ebenso als Vertretung der Industrie wie des Handels angesehen werde. Diese Bestrebungen werden am besten gtkennzeich- net durch einige Sätze einer Eingabe der Handelskammer in Chemnitz an daS sächsische Staats- ministerium: „ . . . bei der Beurtheilung der Frage — so liest man darin — ist der Umstand zu berücksichtigen, daß der Centralverband sich als eine freie Bereinigung von einzelnen Firmen, Verbänden und Korporationen, darunter einer Anzahl von Handelskammern — t ar stellt, während der Handelstag ein Verband der auf staatlicher Einrichtung beruhenden deutschen Handelskammern vezw. Handels- und Sewerbekammern ist, deren Mitglieder aus der Wahl sämmtlicher Kaufleute und Industriellen hervorgehen . . .“ Der Gedankengang hat viel für sich. Da nun ähnliche Eingaben von einzelnen Handelskammern auch an andere Bundesregierungen gerichtet worden find, so in Hessen, Württemberg, Hamburg, wird vielleicht doch noch einmal ernstlich davon gesprochen. Die Sache verdient rege und allgemeine Aufmerksamkeit, denn der Centralverband treibt häufig unmittelbaren Mißbrauch mit seiner Macht.
X Merhand polnische». Eine sehr alberne Geschichte war wird er einmal von haka« tisttschen Berichterstattern erfunden worden. Sie tauchte zuerst in einem rheinischen Blatte auf und lautete folgendermaßen: Der Kaiser habe bei dem Einzuge vom Bahnhose in die Stadt Posen gar nicht heiter auSgesehen, sondern im Grgentheil finster und zornig; und das sollte seinen Grund darin gehakt haben, daß weder der Herr Erz- blfctof noch ein Vertreter desselben bei dem Empfange am Bah«Hofe zugegen gewesen sei.
Kunst wird oben protegirt, e« gilt als hoch modern, den Mäcenas zu spielen, seine Mittel erlauben e« ihm, also — kann es ja nickt fehlen."
„Ja, also — wird auch die Kunst in den Dienst der Spekulation gestellt! Man hat es wirklich weit gebracht in dem alten Europa!"
Ostmark lachte abermals herzlich über die zurückgebliebenen Ideen fdneS Freunder. Die Ein labung za der Eröffnung des neuen Theaters schlug derselbe aus, und Ostmark gab sich auch nicht viel Mühe, ihn umzustimmen, denn er sah, daß eS ihm doch nur neuen Stoff zur Kritik bieten würde. . . .
„Aber was hast Du für Dich selbst vor? Wie gedenkst Du Deinen Lebensweg zu gestalten?“ fragte der junge Hausherr, um dem Gespräch eine andere Wendung zu geben.“
„Zunächst habe ich noch einige Monate Urlaub, und dabei müssen zugleich die Vo.br- rettungen für eine größere Expedition nach Inner- Afrika getroffen werden,“ erwiderte Hohenthal, «och ziemlich in Gebaren versunken.“
„Willst Du Dich denn ganz dem schwarzen Erbtheil verschreiben? Ich tächte, sür eine verzeihliche Neugierde und selbst für Deinen allezeit angestaunten ernsten WiffevStrieb hättest Du eigentlich genug von der Welt gesehen. Oder denkst Du gar nicht an die Gründung eines eigenen Herder?“
„Vorläufig bin ich meiner Gesellschaft gegen» über noch gebunden. — Im IL beigen weißt Du auch, daß die Errichtung eines Hausstandes bei dem zweitgeborenen Sohne eine« keineswegs reichen Lanindelmanne« gute Weile hat.“
„Ich sehe. Du bist auch bei Steinen eigenen Angelegenheiten roch immer ter alte bedächtige Biedermann, der erst tausend Mal alle Möglichkeiten und Hindernisse Überlegt, ehe er einen langsamen Schritt vorwärts thut. Hast Du denn noch nicht gedacht, daß da als inten flat-t Man«, um nicht zu faaen als b.- rühmter Reisender auch einige A> spcüche mdien kannst? Ich möchte w t!en, Du brauchtest bloß die Finger auszustrecken, und Dutzer.de von modernen Gol fischchen machten si ) hex Rang streitig, darnach schwimmen zu dürfe«.“
„Moderne Golüsischchen — Da meinst wohl Baäftschchen ... Du weißt, ich habe immer meinen eigenen Geschmack gehabt. Ich mörte auch nicht bloß des Geldes wegen eine reiche Heirath thun.“
„Wer sagt denn aber bloß des Geldes wegen? Rrng und Stand kannst Du reichlich dabei haben. — Sieh mal: War sagst Du etwa zu meiner Schwester Cora? Du hast sie oft genug gesehen und gesprochen. Als leiblicher Bruder will ich fie nicht überflüffig loben, aber an Geist und T.mperament ist fie doch ein Prachtmädel, wenn ich auch manches Wort* gefecht mit ihr bestehen muß; denn st; hat ihren eigenen Kopf. Ja knapp zwei Jahren wird fie gro, jährig und damit Herrin über das koloffale Vermögen, welches ihr van einer alten Base vor Jahren vermacht worden ist und welckes heute noch von dem Grafen Westkirch vortrefflich ver. waltet wird. Sie kann auch vorher für groß- jährig erklärt werden, wenn fie sich eher v-rhei* rathet. Es wäre doch ein wahrer Jammer,
wenn das Kind schließlich einem von unseren blvsirten Salon-Affen in die Hände fiele; das heißt, ich als ältester Bruder würde eS auch niemals zugeben.“
Neber das gebräunte S« sicht Hohenthal s war ein rother Schimmer gezogen, als ihm unter diesen Worten O imarl's Hand warm und kräftig auf die Schulter fiel. Ader er hielt an sich und orrrieth nichts von feiner inneren Erregung.
„Äuliblütigir Frosch!“ rief Ostmark und drihte sich auf dem Absatz herum, als er keine Antwort erhielt. „Also Du willst nicht? Nu«, auch gut!“
„Aber ich weiß jr noch gar nicht einmal, ob Komtesse Cora etwas von mit wissen will,“ entgegn ere endlich Hohem Hal.
„Dann fragt man eben! Wo ist denn die Jungfrau, die von einem Freier nichts wissen will, d. h. wenn sie nicht schon einen Auserwählten hätte, was bei Cora sicher nicht der Fall ist. Aber ich sehe schon, ich muß Dich etwas bevormunden, bedächtiger Philister!“ entgegnete Ostmark lebhaft und wollte sich zum Gehen wenden.
„Warte lieber noch damit,“ hielt ihn Hohen- thae zurück, „bis ich mit mir selbst im Reinen bin. So lange die Verpflichtung gegenüber meiner Gesellschaft nicht gelöst ist, möchte ich jedenfalls keine bindenden Schritte thun.“
.Aber so ganz von Weitem auf den Busch klopftn, ganz privatim für mich, bamtt Dir wenigstens kein Anderer zuvorkommt — daS darf ich doch wohl einmal wagen?“
„Das magst Du meinetwegen thun.“