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0 Aaa-, 9. Sept. 1902. Der holländische Kolonialminister Asch van Wick, der sich vor einigen Tagen einer Operation unterziehen mußte, ist heute Bormittag gestorben.
O Zfarir, 9. Sept. 1902. Wie das .Echo de Paris' mittheilt, wird der in dem Prozeß von Nantes als Zeuge vernommene Genera Frater wahrscheinlich versetzt werden, da der «riegsminister der Ansicht sei, daß Hauptsächlich seine Au-sage und Haltung vor dem Kriegsgericht zur Freisprechung des Oberstleat- naut de Saint-Romy beigetrage« habe. Ferner werde das Reglement in dem Sinne geändert werden, daß die Militärbehörden gevörhigt seien, der ersten Requisition einer Zioilbehörde sofort zu entsprechen.
• N-apek, 9. Sept. 1902. In Folge von L^ohnstreitigkeiten traten, wie auS Foggia gemeldet wird, gestern Abend in Candelia (Süditalien) 400 Landarbeiter in den Ausstand und besetzten die AuSgänge des OrteS, um arbeitswillige Leute zu hindern, sich auf die Güter zu begeben. Die Gendarmerie versuchte, die Ausständigen zu überrede», die Freiheit der Arbeiter zu achten; aber die Ausständigen griffe» ei»en Gendarmerie-Wachtmeister an und verwundete» ihn schwer durch Stockschläge. AlS Militär ankam, wurde es mit Steinwürsen empfangen, wodurch mehrere Soldaten verletzt wurden. Dem Gendarmerie-Wachtmeister und einem Gendarmen wurden die Gewehre entrissen. DaS Militär sah sich genöthigt, Feuer zu geben, wodurch fünf Mann erschossen und zehn verwundet wurden. Es find sofort noch mehr Truppen und 250 Man» Gendarmerie nach Candelia entsandt worden. Die Ordnung ist vollkommen wiederhergestellt. Die Justizbehörden haben die Verfolgung eingeleitet. Die Angreifer des Gendarmerie-Wachtmeisters find verhaftet.
0 Ganger, 9. Sept. 1902. Die Lage in Marokko gilt als sehr ernst. Der Londoner »Motning Post' werden von hier aus Nachrichten übermittelt, wonach die Kabylen sich in der Nähr von Mrquinez aufhielten und von neuem das dortige Judenoiertel angegriffen hätten. Zwei Kuriere, ein Deutscher und ein Franzose, die Depeschen nach Mequinez bringen sollten, seien er- mordet worden. 7000 Mann Truppen seien von Fez nach Mequinez unterwegs, um die Unruhen zu unterdrücken.
• Nerv Aork, 9. Sept. 1902. In Folge der Unruhen auf Haiti hat laut einer beim haitianischen Konsulate zu Hamburg eingegangenen Benachrichtigung des haitianischen Gesandten in Berlin die provisorische Regierung die Schließung der Häfen von GonaiveS, Saint Mars und Port de Paix für fremde Schiffe dekretirt. Der Gesandte machte hiervon im Auftrage des Präsidenten der provisorischen Regierung, Bois- rond Canal, Mittheilung. In Folge dessen werden für die genannten drei Häfen vorläufig keine Fakturen, Manifeste und andere Dokumente mehr gezeichnet werden.
© Wsstzingko«, 9. Sept. 1902. Die Finanzen der Vereinigten Staaten befinden sich in einem wahrhaft glänzende» Zustand. Wie das Bureau Reuter am Montag auS Washington meldet, sind im Staatsschatz gegen- wärttg 573936194 Dollars Gold aufgespeichert, der größte Goldbetrag, der jemals vorhanden war, uno, wenn man von dem Bestände des russischen Staatsschatzes vor acht Jahren ab- fieht, der größte Goldvorrath, den jemals seit Menschengedenken et» Land in seinem Staatsschätze hatte. Dieser Bestand mehlt sich täglich um 200000 bis
ohne ein Wort erhoben, um dem Diener in den Salo» zu folgen, wo ihn die beide« Offiziere erwartete».
„Selbstverständlich stehe ich auf jeden Fall zur Verfügung", rief der junge Hausherr dem Freunde noch »ach.
Während Ostmark den beiden Damen die Vorgänge der verflossenen Nacht — allerdings ?a»z nach seiner Auffassung — erzählte und da- ei fortwährend über die Unbedachtsamkeit deS Fr?undeS klagte, sah sich Hohrnthal in dem Salon den derben Offizieren gegenüber und fragte mit unbefangener Miene nach ihrem Begehr.
„Von Scharfenegg, Bruder des Hufaren- Leutnants von Scharfenegg, welcher gestern im Donauclub mit Ihnen, Herr Baron, eine Begegnung hatte — hier Herr Barcn von Schlagberg, Rittmeister im Regiment meines Bruders", stellte der Artillerie-Offizier vor, dessen Züge eine unverkennbare Ähnlichkeit mit dem Spieler von heute Nacht trugen.
„Bitte, wollen die Herren Platz nehmen", entgegnete Hohenthal nut einer leichten Verbeugung.
„Unsere Angelegenheit möchte fich besser im Stehen abmachen lassen", erwiderte Schlagberg, welcher jetzt daS Wort führte. „Dieselbe wird wohl guch nicht allzu lange Zeit in Anspruch nehmen."
„Sanz, wie Sie wünschen — womit kann ich deU Herren dienen?"
Nach kurzem Räuspern begann Schlagberg: „Wie mehrere Zeugen glaubhaft verfichern, haben Sie, Heu Baron, gestern Abend mit einem
300000 Dollars und für die nächste Zeit ist eine Abnahme nicht zu erwarten.
Aus Kirche und Schule-
* Msi«z. 9. Sept. 1902. Heute Nachmittag sind die Bischöfe der oberrheinischen Kirchenprovinz, also der Erzbischof von Freiburg, die Bischöfe von Mainz, Rottenburg, Lim- bura und Fulda zu einer Konferenz hier etnge- troffe«. AuS Anlaß der Generalversammlung der katholischen Gesellenvereine find hier über hundert Präsides auS Deutschland und Oesterreich.Ungarn und der Schweiz hier an- wesend.
Fulda. 10. September 1902.
(*) I-rtig- Straße«. Der Magistrat macht im Anzeigentheile bekannt, daß die Wittich-, Artillerie, und Moltkestraße fertiggestellt und dem öffentlichen Verkehr übergeben find.
O Der A-ret» für Naturkunde unter- nimmt am nächsten Sonntag einen Au-flug nach dem Methermich bei Brückenau, wo eine prähistorische Volksburg mit einem Steinwalle und andere Ueverreste auS vorgeschichtlicher Zeit besichtigt werden. Die Mitglieder des Fuldaer Geschichtsoereins sind etngelade», an dem Ausfluze theilzunehmcn. Die Abfahrt von hier erfolgt um 7 Uhr Morgens, die Rückkehr um 10 Uhr Abends.
J? Das 2. Kuryesfische IrldartiUerie. IlegimeNt Ar. 47 hat am letzten Donnerstag (4. Sept ) im Gelände von Leinefelde ein Scharfschießen abgehalten, dem der General- feldmarschall Graf Walder fee und der kommandirende General Exzelle», v. Wittich beiwohnte». Viele Zuschauer aus der Umgegend aus Heiligenstadt und Mühlhausen wohnten dem militärischen Schauspiele bei.
tt Der Vorstand des AotzleuKiuKauf»- v-r-iu- Iulda ersucht uns um Aufnahme folgender Zuschrift: „Der Vorstand des Kohlen- Einkaufsvereiur hat keine Veranlassung, mit dem Vorstande der hiesigen Bäckerinnung sich in einen Zeitungsstreit einzulassen, jedoch kann er den Vorwurf, daß er feine Mitglieder von dem Unter- nehmen des Herrn Herzig durch unwahre Behauptungen in Ksnntniß gesetzt hat, nicht stillschweigend hinnehmen. Es ist wahr, daß die nothwendigsten Lebensmittel, Brod und Fleisch, in den letzten Jahren eine beständige Prei«- ieigerung erfahren haben; jeder Familienvater wird diese Wahrnehmung gemacht haben. Es ist in bem Flugblatt keineswegs die Behauptung aufgestellt, daß die Bäckermeister deshalb sich zu einer Innung vereinigt haben, um die Preise in die Höhe zu treiben. Wahr ist, daß kurz nach Gründung der Jnnunq da« Brod um 100/o auf- zeschlagen ist. Ein offenes Geheimniß ist es, daß ne Bäckermeister über den Brodprei« sich geeinigt -aben, ob die« in oder außerhalb der Innung ge- chehen ist, thut nicht« zur Sache. Daß in Folge liefet Vereinbarung die hiesigen 38 Bäckermeister ich nicht als Konkurrenten gegenüberstehen, ist !lar; deshalb ist e« auch wahr, daß Herr Herzig >ie einzige cm Platze b finbliche Konkurrenz ist. Hiermit ist die Angelegenheit für uns erledigt."
c/3 StratzeuuufaL Heute Morgen 8 Uhr ereignete fich an der Straßenecke Hinterburg- Horaserweg-Langebrücke ein Unfall. Herr Jacob- on kam mit dem Rade von der Hinterburg >erab und wollte an einem Fuhrwerk vorbei richt an den Häusern seinen Weg nehmen. In demselben Augenblicke kam der Sohn eines Försters aus Kämmerzell ebenfalls mit dem Fahrrade de» Horaserweg herauf, und die beiden Radfahrer prallten heftig zusammen. Das Rad der Fremden
Dffiztsr deS Regiments der Lrtbhusaren. welchem ch anzugehören die Ehre habe, dem Herrn reutnant von Scharfenegg, Bruder dieses Herrn zier, eine Partbie Baccarat gespi-lt." «
Graf Hohenthal neigte leicht daS Haupt.
„Das Spiel währte ziemlich lange; Herr von Scharfenegg hatte dabet wiederholte Verluste, Sie, Herr Baron, gewannen."
Hohenthal nickte wieder.
„Zum Schluffe warfen Sie den ganzem von den mttipirlenden Kavalieren erzielten Gewinn in ostentativer Weise in eine Armenbücrse."
„Ich denke, daß ich dabei in meinem Rechte war, da ich mit meinem Grlde machen konnte, was ich wollte?"
„Ganz nchtix; aber bann zündeten S-e in ebenso ostentativer Weise einen Ehrenschein mit dem Namen deS Herrn von Scharfenegg an und verbrannten ihn zu Asche."
„Ich hatte den Schein bekanntlich im Spiel zewonnen, hatte also auch darüber freie Ver- ügung."
„In gewissem Sinne allerding«, aber die Ab- cht bei Erthetluvg eine« Ehrenscheines ist unter kavalteren doch, daß er in der ersten Hans bleibt, bi» er ein gelöst wird."
„Sie sind also gekommen, um den Schein ein- zulösen?"
Herr von Schlagberg räuspeite fich einigemale verlegen, denn an eine solche Auslegung fernes Besuche« hatte er nicht gedacht. E: faßte fich aber bald wieder und sagte:
„DaS war allerdings vorläufig nicht mein Auftrag . . . Die Einlösung hat auch noch Zeit,
ging dabei in Trümmer und Herr Jacobson stürzte heftig zu Bode», kam jedoch anscheinend mit nur unbedeutenden Verletzungen davon. Als man ihn auf einen Stuhl setzte, damit er fich von dem Schrecken erhole, wurde er ohnmächtig und fiel vom Stuhle herab, wobei er eine große Wunde im Gesicht davontrug.
? Konzert. Donnerstag, Abends 8 Uhr, findet im rothen Saale deS StadtsaaleS ein Konzert der 47er Kapelle statt. Da daS Entree frei ist, so dürfte wohl ein reger Besuch zu erwarten fein.
äs Stadtsank. Die Oberammergauer Passionsspiele werden am Samstag und Sonntag im Stadtfaale in Projektionsbildern aufgeführt. Die Bilder — gegen 100 an der Zahl — find nach photographischen Aufnahmen in Oberammergau im Jahre 1900 ausgeführt und werden mit de» beste» Apparaten der heutigen Technik naturgetreu auf ein 25 qm großes Tableau projizirt. Der Provinzialkonfervator der Rheinprovinz Herr Profeffor Dr. Clemen schreibt darüber: „Der Text betont den durchaus ernsten, religiöse» und pädagogischen Zweck dieser Bor- sährunge». Die Bilder sind mit de» besten Mitteln unserer Technik in einer durchaus künst- lerischen Auffassung ausgenommen. M. E. haben diese Vorstellungen mit dem Begriff „Lustbarkeiten" nichts gemein, sie haben in erster Linie ein literarisches und Volks erzieherisches Interesse und find ebenso ernst wie die Aufführungen der Passtonrspiele selbst in Oberammergau, Stieldorf uni) an anderen Orten." Zahlreiche Anerkennungen von, Geistlichen, Profefforen, Lehrern und Vereinsvorständen sprechen fich in ähnlicher Weife über diese Aufführungen auS.
O Oersfeld (Rhön), 9. Sept. 1902. Ent- gegen der von einem bekannten sch. - Berichterstatter aus Fulda in verschiedene Zeitungen geleiteten Nachricht von einem diesjährigen schlechte», gegen die Vorjahre bedeutend zurück- stehende» Besuch der Rhön, sei nachfolgend wahr- heitsgemäß das Gegentheil bewiesen: Der diesjährige Fremdenverkehr in Gersfeld, dem bekanntesten und bedeutendsten Luftkurort der Rhön, war trotz des regnerischen Pfingstfestes und der anhaltend unfreundlichen Sommerwitterung so außerordentlich rege, daß er alle Vorjahre weit übertrifft. Die Kur- und Fremdenliste Nr. 12 vom 9. September liefert den Beweis, daß die Fremdenbücher der beiden hiestgen Gasthöfe „Zum Adler" und zur „Krone-Post" allein schon 1600 Personen, hinunter Exzellenzen, Freiherren, Grasen, Barone, WRäthe ufro. aus den verschiedensten Gegenden zu v-rzeichnen haben. In den übrigen Gasthäusern und Privatlogis haben gleichfalls einige Hundert Fremde gewohnt. Dieses äußerst günstige Resultat gab dem Besitzer des Gasthofes „Zum Adler", Herrn Franz SckÜßler, Veranlassung, seinen ohnedies schon geräumigen, komfortablen Gasthof durch weiteren Anbau erheblich zu vergrößern und wird bereits Mitte September dS. Js. mit dem Rohbau be- gönnen. Auch die Zahl der Paffanten Übertrifft die der Vorjahre bei weitem und dürfte mit 2000 nicht zu hoch geschätzt fein. Die diesjährige Gefammt-Fremdenziff r unseres Luftkurortes beträgt demnach etwa 4000, oder ein Mehr gegen dos Vorjahr von ca. 800 Personen. Der Kreuzberg und andere Hauptpunkte der Rhön batten gleichfalls einen steigenden Verkehr. Daß eine solche Fremdenmenge auch einen starken Betrieb zur Folge hat, beweist die Thatsache, daß während der Hochsaison im Gasthof „Zum Adler" dahier allein an mehreren Nachmittagen 200 Personen gespeist haben und verschiedene Nächte sämmtliche in Gasthäusern und Privat- lsgiS dahier zur Verfügung stehende» Schlaf
denn die üblichen 24 Stunden feit der Ausstellung sind noch nicht vorüber. Worauf es vielmehr ankommt, ist, daß da« Verbrennen eines Ehrenscheines gewissermaßen coram publica ein sehr auffällige« Verfahren ist, durch welches der Aussteller in ein eigenthümliche« Licht kommen und sich schwer beleidigt erachttn muß. Dieser Ansicht ist auch der Ehrenrath unseres Regiments gewesen, welchem der Fall Vorgelegen hat, und in de ff;» Auftrage steh: ich hier, um die nöthige Ausklärung von Ihnen zu erbitten."
Hohenthal hatte den Redner, welchem die längere Auseinandersetzung nicht gerade leicht zu werden schien, ruhig aussprechen lassen.
„Wenn ich Sie recht verstehe," erwiderte er nunmehr, „so scheinen Sie von der Anschauung aurzugehen, daß der Ehrenschein gewissermaßen der Träger de« Ebrenwort« sei, und ich mich hiergegen durch das Verbrennen einer wenig respektt vollen Behandlung schuldig gemacht habe?"
„G-nz meine Auffassung," entgegnete Herr von Schlaqberg.
„Unter diesen UmMnden kann ich mir die Anfrage der Herren wohl erklären. Sie werden aber gestatten, daß ich über die gestrigen Vorfälle eine etwas abweichende Meinung habe. Zunächst ist meine Ansicht die, daß da« Stück Papier, welches Herr von Scharfenegg in der Hitze der Leidenschaft unterschrieb, keineswegs etwa« mit dem in voller Ueberlegung und im vollen Bewußtsein der Tragweite gegebenen Ehrenwort eine« Kavaliers zu thun hat, daß ich vor letzterm vielmehr alle gebührende Hochachtung hege Und an zweiter Stelle geht meine Meinung dahin, daß
räume nicht zur Unterbringung der vielen Gäste ausreichen wollten. Am erfreulichsten für uns ist der Umstand, daß es den zahlreichen Fremden in unserer an Naturschönheiten so reich gesegneten Rhön durchweg recht gut gefallen hat und sie ein Wiederkomme» und Weiterempsehlen in Bekanntenkreisen versprachen. Es besteht somit die beste Aussicht, daß der »ach und nach in die Rhön geleitete Fremdenstrom nachhaltig anwächst zum Segen für daS ganze Rhöngebirge.
Aad HrS, 9. Sept. 1902. Die Herbst, tage scheinen nachholen zu wollen, was Frühling und Sommer dieses Jahres leider versäumt haben. Bad Orb mit seinen altbewährten, stark kohlen- säurehaltigen Soolquelle» ist so recht geeignet als Uebergang und Nachkur für die aus dem Süden und von der See Heimkehrenden, überhaupt als erfrischender und angenehmer Herbstaufenthalt. Das mitten im Kurparke gelegene Kurhaus bietet in seinen schönen behaglichen Räumen, auch während der kühlen Morgen- und Abendstunden, einen angenehmen Aufenthalt bei mäßiger Verpflegung. Die Preise find jetzt während der Nachsaison herabgesetzt und wir können also nur Jedem empfehlen, Bad Orb auch im Herbste aufzusuchen.
* Nlnrvach, 9. Sept. 1902. Der hiesige Landwirth Kluge, der seinen Freund Hack vor einigen Monaten mit dem Messer mißhandelt hatte, wurde gestern von der Hanauer Strafkammer wegen Körperverletzung zu 3 Monaten Gesängniß verurtheilt.
* ch-knhause«, 9. Sept. 1902. Im provisorischen Badehause für die Sprudel-Bäder wurde gestern das 1000sie Bad verabfolgt. Gewiß ein sehr erfreulicher Resultat, wenn man berücksichtigt, daß das Badehau« mit 4 Bade» zellen erst am 1. August d I. eröffnet wurde, sowie daß man bezüglich der Soole-Zuführung anfangs unter sehr erschwerenden Umständen zu leiden hatte. Der Besuch der Bäder steigerte fich von Woche zu Woche, b sonder« als sehr erfreuliche Heilerfolge zu verzeichnen waren. Neben der hohen 31/s c/oigen Soole, ist es wohl die starke Kohlensäureentwicklung, welche die Bäder so außerordentlich angenehm, erfrischend und zugleich so sehr stärkend machen.
* Kanarr, 9. Sept. 1902. Der Station?» asfistenr Hofferbarth dahier hat die Prüfung zum Stationsvorsteher und Güterexpedienten bestanden. — Der Lokomotivführer Altstadt ist in de» Ruhestand getreten.
d Iritzlar, 9. Sept. 1902. Die diksjäh- rige schriftliche EntlasfungS - Prüfung an der König!. Präparanden-Anstalt hier» selbst beginnt am 11. und die mündliche am 16 September. Die Ausnahme-Prüfung wird am 25. und 26. September abgehalten werden. — 5um Lehrer an der neu zu errichtende» Dor» klaffe (III. Klasse) ist vom 1. Oktober ab Herr Lehrer PH. Kauth in Schmalnau (Kreis Gersfeld) ernannt worden.
A Marvurg, 9. Sept. 1902. Die Immatrikulationen für daS am 15. Oktober beginnende Winter-Semefter an der hiesigen Universität find in folgender Ordnung festgesetzt: Am 15., 21., 27. und 31. Oktober für Theologen, am 16., 22., 28. Oktober und 3. November für Juristen, am 17., 23., 29. Oktober und 4. No-- vember für Mediziner, am 20., 24., 30. Oktober und 5. November für Philosophen. Die enbgil» tige Immatrikulation findet am 8. November in der Aula statt
□ Kietze«, 9. Sept. 1902. Bei den Manöver» des 18. Armeekorps wurde gestern Nachmit» tag zwischen Friedberg und Nidda ein Darmstädter Artillerist durch Unerfahren schwer verletzt. Man brachte ihn Nachts in die hiesige Klinik.
* Scholle», 9. Sept. 1902. Hier soll eine Gewerbeschule errichtet werden. Der untere Stock des Neubaues wird als Turnhalle ix Benutzung kommen.
• Kalke a. S., 9. Scpt. 1902. Der Ko»- )umverein in Sanderssorf ist mit einet
ich von dem gestern nach allen Regeln be« Spiels gewonnenen Papier doch keineswegs einen Gebrauch gemacht habe, durch welchen Herr von Scharfenegg sich in seiner Ehre angegriffen fühlen kann."
, Und wenn Herr Scharfenegg nun seine Schuld einlösen will?'
„So werde ich ihm, wenn er es verlangt, nach allen kaufmännischen Regeln eine Quittunga darüber au-stellen."
„Hm, hm," hüstelt; von Schlagberg. „Da« läßt die Sache allerding« in einem andern Lichte erscheinen ... Ich dürfte dem Ehrenrath meine» Regiment« also berichten, daß Ihrem sonst nicht: gewöhnlichen Verfahren von Ihrer Seite keine beleidigende Absicht zu Grunde gelegen habe?"
„Da« können Sie!"
„Ich danke Ihnen," erwiderte von Schlagberg, und zu seinem Begleiter gewendet fuhr er fett: „Herr Kamerad, ich glaube, wir müssen hiermit: unsere Misfion al» erschöpft ansehen und dürfen un» empfehlen."
Schlagberg wendete fich hierauf kurz zumGehen. Der Artillene-Hauptmann aber konnte nicht umhin, auf Hohenthal zuzutreten und ihm warm die Hand zu drücke».
Die Erlebnrsse seines Bruder- hatte er nut mit dem größte» Bedauern vernommen, denn »ach. de» in feinen Kreisen herrschende» Anschauungen konnte er die Möglichkeit eines glücklichen Ausganges nirgends sehen. Na» hatte er in dem- Baron von Hohenthal eine» so edlen Charakter kennen gelernt, daß er seine Bewegung kaum oer- dergru konnte.
(Fortsetzung folgt.)