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JuLHa, Mittwoch, den 10. September 1902.

JE 208.

vnuk an» Verlas ter Jaltaer HctlextrutftM petereaafle flr. s (barmonk).

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29. Jahrgang

mit den Beilasen

inusfrirte Sonntags-Zeitung", Juldaer 0esd)id)tsblä"tter" und totterie-Üisfe.

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VerantaMrtll*: Jür tie- Seiaftlan 3*1. 8 äUB, für Jnferate 3. Par Seiler in Jalta.

G Deutschland und Westindien.

Die Nachricht von der Zerstörung bei haiti­schen KriegsschiffesCröte ä Pierrot" durch daS deutsche KanonenbootPanther- ist kaum noch überraschend gekommen. Deutschland durste eS sich nicht gefallen lassen, daß deutsche Fahrzeuge so gegen alles Seerecht und Völkerrecht miß­handelt werden, wie eS durch den Negerkapitän beiPierrot- dem deutschen SchiffeMarco- mannta widerfahren war. Und da von den Vertretern der Mächte in Port au Prince, der Hauptstadt von Haiti, die Durchsuchung des Hamburger Dampfers und die Beschlagnahme der an Bord vorgefundenen Waffen und Munition als Seeraub erklärt wurde, war das Wettere im Voraus schon ziemlich klar. Um aber ein ge­naues Verständniß des ganzen Vorganges zu gewinnen, muß man sich die Entwickelung der Dinge in Haiti noch einmal genau ini Geoächt niß zurückrufen.

Am 15. Mai 1902 war die Präsidentschaft bei letzten Präsidenten Simon Sam abzelausen. Der schwarze Herr war vordem unter dem Präsidenten Hyppolite KriegSmtnister. Er wurde 1896 Präfident, als Hyppolite am 27. März des genannten Jahres durch Eist ums Leben kam. Simon Sam betrachtete die Präsidentschaft als ein Schäflein, das kräftigst geschoren werden müffe, und man sagt, daß seine kleinen Ec'prr- niffe während der sechs Jahre seiner Amts- waltung nicht weniger als zwölf Millionen Franken betragen. Das gefiel Herrn Simon Sam, u*b er wollte noch länger regieren. Er behauptete, in Folge ber voraus gegangenen außergewöhnlichen Ereigniffe könne ihm die erste Zeit seiner Präsidentschaft nicht angerechnet werden; er wolle darum Präsident dis zum 15. Mai 1903 bleiben. Damit drang Simon Sam nicht durch, und somit schlug er als Aus- weg vor, seinen Schwager Monplaisir zu seinem Nachfolger zu wählen. Kammer und Senat wollten ihm diesen Gefallen thun. Aber bevor sie ihr Vorhaben aus führen konnten, erhob sich ein Volkiaufstand, aus dem eine vorläufige Regierung unter dem Vorsitze des frühere« Piäfi« deuten BoiSrond Canal hervorging. Simon Sam entfloh nach Frankreich.

Diese vorläufige Regierung erwies stch tndeffen als vollkommen machtlos. Es war ihr nicht ein­mal möglich, die Neuwahlen der Volksvertretung vorzunehmen, und im ganzen Lande entstand eine vollkommene Anarchie, aus d:ren Chaos die Häupter von 5 verschiedenen Bewerbern um die Präsidentschaft emportauchten. Den meisten An­hang von diesen gewannen General Alexis Nord, der Befehlshaber der Truppen im nörd­lichen Haiti, und Herr Anetor Firmin, früher Gesandter der Republik Haiti in Paris. Nord war gleichzeitig Mitglied der vorläufigen Regie- rung, und in dieser Eigenschaft halte er mehr Macht in Händen als Firmin. Er wollte seine Wahl mit Gewalt durch seine Soldaten durch­setzen, stieß tndeffen aus bewaffneten Widerstand bei seinen Gegnern, die in dem sogen.Admiral" Killtk ebenfalls einen Parteigänger mit Waffen gewannen. Ende Juni und Anfangs Juli kam ei zu heftigen Kämpfen zwischen den Landsoldaten

Krb Wechenfchcrst.

Roman von Paul vom Wildbach.

8 ------(Nachdruck verboten.)

2. Kapitel.

Eine Auseinandersetzung.

In beut eleganten Speisesaal der Ostmark'schen Villa war die Tafel zu dem gemeinsamen Früh­stück gerüstet.

Die junge Gräfin war die erste, welche erschien und noch schnell einen prüfenden Blick über den Tisch warf, um zu sehen, ob Alles in Ordnung fei. Sie konnte sich zwar auch in diesem wie in anderen Stücken ganz auf ihren alten Laurenz verlassen, der schon seit mehr als einem Menschen­alter in der Familie der jungen Frau den treuen Diener und oft auch den Berather und da« unent­behrliche Factotum abgab; aber e» gehörte doch einmal zu den Pflichten der Hausfrau, daß ste selbst «achsah und die oberste Kontrolle führte, und daran wollte sie es bei sich nicht fehlen lassen am wenigsten in diesen Tagen, wo sie Besuch hatte. Und dabet welchen Besuch; nicht allein, daß der Baron van Hohenthal ein weitgereister, vieler­fahrener Mann war, er hotte mit feinem ruhigen, herrschenden Wesen auch als Mensch auf sie einen so imponirenden Eindruck gemacht, wie sie sich sonst nicht erinnerte, ihn schon empfangen zu haben. Vor ihm wollte sie stch um keinen Preis eine Blöße geben. Wer kann auch im Voraus wissen, wa« manchmal ein Besuch für Folgen hat. Die Gräfin dachte dabei an ihre Schwägerin

Nord'« und den Marinetruppen Ktllit's, welche schließlich mit der Niederlage deS letztere« endete«, so daß dieser die Jisel räumen mußte. Der Erste 4 Pierrot- war das einzige brauchbare Kriegsschiff der schwarzen Republik und der ein­nige sichere Zufluchtsort des Herr«Admirals-. Dieser konnte darum kaum etwas Dümmeres thun, alS den Handstreich gegen die HamburgerMarko- mannia- auszuführen. Denn j?tzt ist ihm auch diese seine letzte Zuflucht genommen und vermuth- lich wirb durch die Schüsse deS deutschen Kanonen- bootes die ganze Aufruhr-Bewegung t« Haiti zu Gunsten Nord's und seiner Partei beendet sein.

In den Vereinigten Staaten von Nordamerika billigt man vollkommen daS energische deutsche Vorgehen. Alle Zeitungen äußern stch in diesem Sinne, und auch die Regierung in Washington steht auf dem Standpunkt?, daß es stch hier um eine Angelegenheit handele, die nur Deutschland und Haiti etwas angehe, tn die Amerika sich also durchaus nicht einzumtschen habe. Präfi »ent Roose­velt hat es deswegen ausdrücklich abgelehnt, über den Fall fich irgendwie zu äußern. Da nun dir deutsche Kriegsflotte durch diese erfolgreiche und nachdrücklichste Vertretung der deutschen Jntereffrn auf's neue bewiese« hat, daß ste allen Aniprüchen gewachsen ist, ist der Verlaus der ganzen Ange­legenheit durchaus glücklich zu nennen.

Berlin, 9. September 1902.

+ Ilnsere englische« Irennbe Der Mangel an Pferden jetzt nach dem Kriege in Südafrika wacht fich dort in empfindlichster Weise bemerkbar, um so mehr, als ja durch den Krieg auch die meisten anderen Verkehrsmittel zerstört worden find. Deswegen ist gegenwärtig Südafrika ein ausgezeichnetes Feld für den Ab- sgtz von Kraftlastwagen. Nach den Berichten von dort find jetzt Kraftlastwagen i« Südafrika in jeder beliebigen Zahl glatt zu vrrka fen; aber nun wollen die Engländer den Nutz:« davon ganz ullein für sich haben. Die rngtiicke In­dustrie wird 'darin von den britischen Behörden in Südafrika unterstützt: diese Letzteren schließen in ihren Ausschreibungen von vornherein deutsche Erzeugnisse grundsätzlich aus, obwohl die deutschen Erzeugniffe besser als die eng- lischen sind. Hossentlich merkt man fich diese neueste Leistung unserer britischen Freunde recht genau, um ste gelegentlich in derselben freund­lichen Weise zu erwidern.

X Die Mililärwerüstätte« i* Sparr- da« bildeten während der beiden letzten Winter mehrfach den Zielpunkt für heftige Angriffe von sozialdemokratischer Seite her. Namentlich der Abg. Zubeil betrieb es als Sport, die angeblichen Zustände innerhalb dieser Reichswerkstätten als höchst ungünstig für die darin beschäftigten Ar­beitet zu schildern. Aber nur in seltenen Fällen aelingt es den verantwortlichen Vertretern der Rsichsverwaltung so vollkommen, wie in diesem

Carola, in der Familie meisten« kurzweg Cora genannt, die achtzehnjährig; Schwester ihres Gatten, und ste konnte stch keinen Mann voistellen, den sie lieber al» Schwager begrüßt hätte, als den Baron von Hohenthal.

Doch da trat Carola von Ostmark auch schon herein, ein junges lebenslustige« B!ut, welchem ein muthwMge« Augenpaar schelmisch unter den dunklen Haarwellen hervorblickte. Ihre frischen, lebhaften Bewegungen bildeten zu dem sanften, ruhigen Wesen der Gräfin Hildegard eine angenehme Ab­wechselung im Ostmark'schen Hause, und vielleicht war gerade diese Verschiedenheit im Temperament die Veranlassung, daß gleich von der ersten Be­grüßung an eine innige Freundschaft die beiden jungen Damen umschloß.

Ei, ei, so früh schon bei der Arbeit, Hau«- Mütterchen?" rief da« junge Mädchen der Gräfin zu, welche an den Servietten noch etwa« zurecht­zupfte, daß Alle« recht akkurat aursehen sollte. War wird der alte Lauren, denke», wenn et ein solche» Mißtrauensvotum erhält, al« wenn er e« nicht einmal gut genug machte für Asien und Afrika? Ha ha," ste lachte selbst ob ihres ge­lungenen Scherzes.

Deine Gedanken sind also auch schon auf ber Reife wie doch das Reisefieber ansteckt," er« roiberte die Gräfin heiter.Indessen werden wir nicht beurteilt nach afrikanischem und asiatischem Maßstab, sondern nach demjenigen aus unfern ge- Rtteten kultivirten Verhältnissen, und da denke ich, wollen wir doch alle einen recht guten Eindruck bei unfern Gaste machen."

Carola wollte noch schnell etwas erwidern, als die Thüre aufging und der Hausherr und fein

Falle, die gegen sie erhobenen Anklagen zurück - zuweisen, und jedesmal war der erzielte allge­meine Eindruck der, daß die Anklagen durchaus haltlos waren. Jetzt wird ein neues Zeugniß bekannt für die gute und fürsorgliche Behandlung der Arbeiter in den Spandauer Militärwerkstätten. Die Direktoren dieser Fabriken waren in diese« Tagen im Kriegsministerium zu Berlin ver- sammelt,um Über die Einführung von Arbeiter- ferien zu berathen. Das Ecgebniß dieser Er- wägunge« ist ein gutes. Es wird darin bestehe«, daß den Arbeiter« alljährlich ei« Urlaub von acht bis vierzehn Tagen gewährt wird, und zwar soll der Lohn, der de« Arbeitern auch während dieser Zeit bezahlt wird, nach dem Durchschnitts­lohn berechnet werden. Die Einführung dieser Arbeiterferien wird vermuthlich mit dem 1. April 1903 erfolge«.

+ ^räfiberet Aloosevelt und die Grnfis. Die Tcustleute in Amerika wollen nichts mehr wissen von der neuen Prästdentschaflskandidatur Theodor Roosevell's. Der Senator Platt von der republikanischen Parteileitung in Rewyork hat weite mit der Organisation eines Widerstandes üet Trustgrafen gegen diese Kandidatur begonnen. Wenn er bet seinen Gesinnungsgenossen Erfolg damit hat und ein Theil der R publikaner fallen läßt, dann wird der weitere und wirkliche Erfolg aber der sei«, daß Herrn Roosevelt doppelt so viele Stimmen von der anderen Seite her zusalle« und seine Aussichten damit nicht fallen, sondern leigen. Gerade setzt, nach der Verth-uerung deS Petsches durch de« Ring der Fleischkönige und nfolge des unleidlichen KohlenarbeiterauSstandes Pennsylvania, dürfte der Augenblick eines poli­tischen Feldzuges gegen die Trusts in den Ver­einigten Staaten von Amerika eine sehr Volks- thümliche Sache fein, diejenigen aber dürften nicht die Bolksmeh'hüt auf tötet Seite haben, die für die Trusts und ihre Machenschaften zu Felde ziehen.

+ Die Aty-ilnng für Aröeiterstalifiiü wird im bevolst«henden Monat Oktober zum ersten Mal zu einer Berathung zusammentreten, und »war unter dem Vorsitze de« P äsidenten Wilhelmi. Die Berathung n werden ungefähr den Zeitraum einet Woche in Anspruch nehmen; oermuihtich aber wird e« nöthig ;ern, alsbald nachher, etwa im November, nochmal« zu einer Berathung zusammen- zukommen.

+ Die Sapierzökke find von der Zoll- tarif-Kommisfion des Reichstages in einer Höhe festgesetzt worden, die so ziemlich allgemeines Kopfschütteln erregt hat. Aber der Appetit der Interessenten ist damit noch lange nicht gestillt worben. Jetzt wird in den Blättern des Papier» fabrikanten-RingeS allen Ernstes eine weitere Er­höhung des Zolles für Packpapier verlangt. Es wirb babei behauptet, daß Verpackungs­papiere aus Holzzellstoff oder Gemischen davon mit weißem Holzschliff durch einen Zoll von 4 Mark nicht genügend geschützt, fonbetnan der Wurzel auf« schärfste verletzt werde« würde". Lächerlich! Der gegenwärtige VertragSzoll be­trat nämlich nur 3 Mark, und later dem Ein­flüsse diesrS Zolle« hatte unsere Wsierindufirie während des Vorjahres an geglättetem und un­geglättetem Packpapier eine Ausfuhr, die zehn-

Gast hereintraten und den Damen den üblichen Morgengruß brachten.

Hchenthal hatte schon einen Gang durch die frische Lust gemacht, und sein Gesicht zeigte die gewöhnliche gemessene Ruhe. Rur sein Blick ver- rieth eine gewisse fröhliche Unternehmungslust, rote es bei tatkräftigen Leuten za sein pflegt, die sich unmittelbar vor einer ihnen gerade passenden Aktion miss n.

Ostmatk dagegen hatte sich erst spät au« den Federn lormachen können, und die Auflegung de« Spiel«^n ber verflossenen Nacht und die gerosseven geistigen Getränke wirkt» n sichtlich noch bei ihm nach. Rur mühsam konnte er fich die gestehen Ereignisse wieder in« Gedächtniß zurückrufen, und ite gefielen ihm keineswegs. Er machte auch au« feiner Verstimmung gar kein Hehl.

Unangenehme Geschichte, die Du da an« gerührt", hatte er schon gleich beim ersten Zu- fammer.treffen mit Hohenthal gesagt.Eine Forde­rung ist unvermeidlich; soll mich freuen, wenn e« ohne Folgen abläuft."

Nun, mache Dir keine schlimmen Gedanken, ehe e« nöthig ist", erwiderte Hohenthal.Ich denke, etwa« Unrechtes ist nicht geschehen; oder die Meinungen der Menschen müßten fich doch sehr eigentümlich entwickelt haben in dem alten euro­päischen Kulturland."

Wenn man unter Wölfen ist, muß man m t ihnen heulen, sagt ein alte« deutsche« Sprichwort. Du magst ja bei Deinen Reifen auf Sitten und Gebräuche gestoßen fein, in denen sich die Menschen natürlicher geben, al« bei nn«, aber es hat immer fein Mißliche«, wenn man von der gewohnten, ausgetretenen Bahn abweicht. Wo jeder Fußbreit

mal stärker als die Einfuhr war. Die Einfuhr >etrug P/io Million, die Ausfuhr dagegen ll2/s Millionen Doppelzentner. Sieht daS so aus, als et ba« Packpapieran bet Wurzel verletzt" ?

X Die Aahk der Aiehschlachlnnge« hat n neuester Zeit in einer Reiye von Städten ab» lenommen. Diese Erscheinung tritt namentlich ark hervor inmitten ber ausgesprochene« In- »ustriedezirke. So wirb aus Düffeldorf berichtet, daß bie Zahl ber Schroeimschlachtunge« während der letzten 12 Monate um runb 1200 gegen den fleichen Zeitraum vorher abgenommen hat. Das t aber gerade in solchen Bezirken ei« ganz natür- cher Vorgang, der sehr leicht zu erklären ist auS dem Niedergänge ber Industrie, verdürben mit einet Lohnverminderung ber industriellen Arbeiter. Daß dieser Zusammenhang besteht, geht deutlich daraus hervor, daß es fich gerade im bie Verminderung ber Schweineschlachtungen bonbeit; benn gerabe Schwetncfl-isch wirb ja von ber Arbeiterbevölkerung am meisten aufge­nommen. I« großen Städten, wie besonders in Berlin mit seinen Vororten, rüsten fich dir frei­innigen und sozialdemokratischen Gemeindeoet- reter zu Haupt- unb Staatsaktionen auf diesem Gebiete. Die Grenzsperre gegen lebendiges Vieh muß aufgehoben werden lautet bas Feldge» chrei. Aber eS hat noch niemand auch nur mit i«em Worte daran gedacht, baß bie Zufuhr von Vieh nach den großen Städten sehr erleichtert werden würbe burch eine wenn auch nur vorübergehenbe Aufhebung ber außerordent« ich hohen Gebühren in ben Schlachthäusern unb Viehhöfe«. Wenn es fich wirklich um einen zeit­weiligen Nothstanb ber städtische« Bevölkerungen »anbei» sollte, bann müßten boch vor allen Dingen bie Städte selbst mit bem guten Beispiel ber außerorbentlichen EUeichterungsmaßregeln vorangehen. Aber bauen hat bisher noch Nie- rnanb ein Wörtchen gesprochen.

+ Die Kerforg««g mit Seefische« ist während ber letzten Jahrzehnte fortgesetzt wichtiger ür bie deutsche Bevölkerung geworden; denn bie beutsche Beförderung frischer Seefische mit der Eisenbahn mache« es möglich, baß biefe Versorgung damit fast gleichmäßig über das ganze Reich stattfinben kann. Selber aber hat ich während der allerletzten Jahre in de« Fisch­beständen der Nordsee unb Ostsee ein bedauer­licher Rückgang bemerkbar gemacht, über drffen Ursachen man bisher keine Auskunft geben konnte. I« mehrfachen internationalen B-rathungen von Sachverständige», deren letzte im Vorjahre in Christiania stattfand, wurde ein bestimmter Arbeitsplan zur Erforschung dieser Ursachen ver­einbart, ber von einem Zentralbureau auSgesührt werbe« sollte Die Arbeite« sinb jetzt so weit gebiehen, daß man in ber nächsten Zeit Ver­öffentlichungen dieses ZentralbureauS zu erwarten hat. Mit allgemeiner Spannung sicht man ben- selben entgegen.

* Karr»reihe, 9. Sept. 1902. Groß- Herzog Friebrich von Bade« vollendet heute in geistiger und körperlicher Frische sein 76. Lebensjahr. Die Refirenz unb daS ganze Land begeht daS Fest in feierlicher Wrise.

Landes genau abaegrenjt ist, geräth man gar zu leicht in fremde Gehege, unb ba« setzt immer Un­annehmlichkeiten. Noch einmal: die Sache ge­fällt mir gar nicht."

Beim Frühstück wurden bet Damen wegen bie nächtlichen Vorgänge nicht weiter erwähnt, indeß war au« bem ganzen Verhalten Ostmark'« zu sehen, baß er seine unangenehme Stimmung noch nicht überwunden hatte.

Hohenthal dagegen verstand e« vorzüglich, die Unterhaltung >n Gang zu bringen. Auch mundete ihm da« Frühstück ganz vortrefflich ein Zeichen, daß sein äußerer Mensch nicht au« bem Gleich­gewicht gekommen war, während Ostmark vor den Speisen einen wahren Widerwillen zu empfinden schien.

Da trat ein Diener herein und überbrachte zwei Karten:Zwei Herren in Uniform wünschen den Herrn Baron Hohenthal in dringlicher An­gelegenheit zu sprechen."

Hohenthal warf einen Blick auf die Karten unb las:Bruno v«n Scharfenegg, Hauptmann ber Artillerie" unbRobert von Schlagberg, Rittmeister im Leibhusaren Regiment."

Da haben wir's also schon!" rief Ostmark. Wirklich eine peinliche Geschichte. Wie soll ich'S Deinem alten Vater gegenüber verantworten? AuS so viel Fährlichkeiten in wilden Ländern heimgekommen unb jetzt an bet Schwelle des väterlichen HauseS vielleicht noch Schiffbruch leiben! tUb wodurch? Um eher Lappalie eines unbedachten Streiches willen! Es ist wirk­lich unerhört!"

Hohenthal hatte aus den letzten Erguß deS Freundes gar nicht weiter geachtet, sonder« fich