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mit den Beilagen
Jutöa, MMwoch, bett 3. September 1902.
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G Amerika, England und Deutschland.
Präsident Roosevelt macht gegenwärtig eine Rundreise durch die Vereinigten Staaten von Amerika und muß dabei sehr viele Reden halten — manchmal an einem Tage deren vier, wie amerikanische Blätter versichern. Unmöglich kann dabei Herr Roosevelt wie ein Kandidat bei den ReichStagSwahlen fo ziemlich immer dasselbe sagen; denn die Zeitungen berichten natürlich ausführlich über jede einzelne Rede des Präsidenten, und eS würde einen wenig erheben- den Eindruck machen, wenn die amerikanischen Bürger zufällig einmal mehrere Zeitungen gleichzeitig tu die Hand bekommen und dabei entdecken würden, daß ihr Staatsoberhaupt Nachmittags in einer Stadt dasselbe geredet habe, was er Vormittags schon in einem andern Orte gesagt hatte. Bei dieser Massenfabrikation darf man den einzelnen Rede-Erzeugn ffen deS Präsi- deuten nicht gar zu viel Gewicht beilegen; und in der Thal pflegt dies im Allgemeinen auch nicht zu geschehen. Aber kürzlich hat Herr Roosevelt auch über die Monroe-Lehre gesprochen, die in dem Satze gipfelt: Amerika den Amerikanern; und diese Rede wurde von englischen Blättern aufgegriffen und als eine Haupt- und Staatsaktion des nordamerikanischen Staats- oberhaupteS behandelt.
Sicherlich auch in diesem Falle mit Unrecht. Aber durch diese Art der Behandlung hat die Rede nun doch eine mehr als gewöhnliche Be- deutung erfahren. Für unS Deutsche ist die Angelegenheit deswegen intereffant geworden, weil die englischen Blätter auf Deutschland wiesen und sagten, die Spitze dieser Rede habe auf das Deutsche Reich gezielt.
«Die Amerikaner — so schrieb beispielsweise die Londoner .Times' — betrachten mißtrauisch da« Verhalten Deutskblands zu den gewaltigen Gebieten in Südbrafilien und in der argentinischen Republik, wo europäische Ansiedler sich nieder- laffen können ... In allen unseren englischen Rolenieen werden deutsche Ansiedler bewillkommt. Anders ist eS aber, wenn die deutsche Kolonisation eine Ausdehnung der politischen Macht Deutschlands und des RegierungSfystemS des Deutschen Reiches über Gegenden bedeutet, die bis jetzt noch unvollkommen von der Zivilisation erobert wurden . . . Und dabei muß dasselbe Londoner Blatt zugeben, daß der Kaiser selbst Veranlaffung gab zu der Versicherung deS deutschen Botschafters in Washington, daS Deutsche Reich wolle weder in Nordamerika, noch in Südamerika, noch in der Nähe des amerikanischen Festlandes neue Besitzungen erwerben! Der erneute Versuch also, die Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland auf einander zu Hetzen, bricht noch kläglicher zusammen, alS damals vor der Reise deS Prinzen Heinrich von Preußen nach dem Dollarlande. Vielmehr wird eS gerade durch diese gescheiterten Versuche der Welt erst recht klar, daß Präsident Roosevelt die Spitze seiner Worte gerade gegen England richtete.
DaS ist keine Einbildung einzelner Angehöriger deS Deutschen Reiches. Eine ganz unparteiische Stimme sprach sich in diesem Sinne beispielsweise in der Wiener ,Neuen Freien Presse' auS.
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«Die Rede Roosevelt'-", so hieß eS da, »ist vor- nehmlich gegen England gerichtet. . - Der Don- ner, den ver Präsident der Union erdröhnen läßt, Hingt sogar wie eine weithin hallende Antwort auf die (englische) Konferenz der Kolonial-Mini- fier, die Chamberlain Z einberuseu hat, um die Sroßmachtstellnng Englands zu befestigen. . . Kanada muß England näher rücken — das ist der Gedanke Chamberlatn'S. Kanada muß amerikanisch werden — daS ist die Entgegnung des nordamerikanischen Politikers/ Ganz ähnlich äußern sich nordamerikanische Zeitungen, von denen man annehmen darf, daß sie gut über die Anschauungen deS Präsidenten unterrichtet sind. Herr Roosevelt hat eine Sturm- und Drangperiode durchgemacht, während deren er'den Deutschen nichts weniger als hold gesinnt war; daS ist nicht zu bestreiten. Aber aus dem Saulus ist einst ein Paulus geworden, und Herr Roosevelt scheint diese politische Kinderkrankheit der Abneigung gegen daS Deutschthum wirklich abgelegt zuhaben. Deutsche Bewerber um Bundesämter erfreuen sich seiner Unterstützung. Seine Kinder lernen die deutsche Sprache. Er selbst ist ein aufrichtiger Bewunderer deutscher Wissenschaft und Literatur. Von einem solchen Manne sind absichtlich deutschfeind- liehe Reden nicht zu erwarte».
WaS aber einmal auS Südamerika werden wird, darüber braucht sich heute noch Niemand den Kopf zu zerbrechen; der sehr praktische Herr Roosevelt denkt wahrscheinlich am allerletzten daran, sich wegen der deutschen Ansiedler in Südbrafilien und in den La Plata-Staaten allerhand Kümmernisse zu machen.
kann für die Katholiken nur ein deutlicher Hinweis fein auf die Wichtigkeit der Beibehaltung der Katholikenversammlungen in der hergebrachten Form. Neben diesen großen Veranstaltungen auch Landes- oder Prcvinzversammlungen abzuhalten, ist dagegen ohne Zweifel eine gute Anlegung. Solche Einzelversammlungen find schon mehrfach abgehalten worden, und man kann nur wünschen, daß ihre Zahl mit der Zeit sich vermehren möge.
Mo«» der Schkotzüirche in Marien- vier-. Die Kirche in der herrlichen Marienburg war bisher bekanntlich im ausschließlichen Besitze der Katholiken. Diese sind daraus verdrängt worden, wie vor einigen Monaten ausführlich in der katholischen Preffe erörtert worden ist. Jetzt wird der katholische Kirchenvorstand in Marienburg gegen den Fiskus auf Mitbenützung der Schloßkirche klagen.
ft Dürst Kttleuvttrg amtsmüde? SS tauchen immer von neuem Meldungen auf über Absichten deS deutschen Botschafters in Wien, des Fürsten Eulenburg, auS dem Amte zu scheiden. Nach einer Kur in Karlsbad braucht der Botschafter jetzt eine Kur in Gastein. Sollte auch die Sasieiner Kur ihre Wirkung versagen, so wäre eS einem Berliner Blatte zufolge „nicht auSgeschloffen, daß der Gedanke, auS dem Staatsdienste zu scheiden, festere Gestalt annähme".
+ Staatsregierang and Molenthnm iw Hverfchkesiew. Mehrere polnische Blätter bringen, vermuthlich aus einer und derselben Quelle, die Nachricht, daß am 20. September in Gleiwitz eine gemeinsame Berathung der oberschlesischen LandrSthe stattfinden werde, einberufen vom Regierungspräsidenten Holtz, um sich über die Wege zu besprechen, die gegen den PoloniSmus eingeschlagen werden müßten. DaS ist nun für die Hakatistenblätter ein gefundenes Fressen. Sie hetzen weidlich darauf los: „mit allem Fleiße und mit aller Energie solle die Regierung nach Mitteln und Wegen suchen, um daS bedrohte Deutschthum in Oberfchlefien zu schützen usw. ufro." — „kein endloser Rath, sondern überlegte, aber rasche und zielbewußte That, sonst wird Oberschlesien ein polnisches, und das ist heutzutage ein deutschfeindliches, Kolorit erhalten", rufen ganz wild und leiden« schaftlich die ,Berl. Reuest. Nacht.' aus. Wenn es in dieser Tonart fortgehen sollte, dann würden wir bald auch in Oberschlesten den Streit entbrennen sehen, der uns in Posen und Westpreußen so gröblich anwidert. Nur größte Ruhe und Gelaffenheit bei der Behandlung dieser Dinge können zum Guten führen und der stets erneute Hinweis darauf, daß man mit scharfen Maßregeln, mit „raschen und zielbewußten Thaten" ja gerade den Radaupole» in die Hände arbeitet und ihnen damit den denkbar größten Gesallen erweist.
ft Der M-rth der Ja-«-. DaS konser- vative sächsische .Vaterland' stellt sebr gering, schätztge Betrachtungen an über den Werth der Fahne im Kriege und räth an, künftig im Kriegs- falle „die Fahnen doch ruhig zu Hause zu laffen, da sie keinen erkennbaren Nutzen noch Zweck haben", wohl aber einen „überflüssigen Ballast" und „einen Gegenstand beständiger Sorge bilden." Es ist gut, daß ein konservatives Blatt diese Fahnenketzerei treibt. Sonst würde die und wollte den Wärter rufen, der sich auf seinen Wunsch zurückgezogen hatte.
Als der Verwundete dies merkte, bat et mit zitternder Stimme: *
„Nein, nein, laffen Sie den fremden Mann draußen. Ich muß allein mit Ihnen reden, ganz allein."
„Nun denn, was haben Sie auf dem Herzen", sagte Ernst und setzte sich zu ihm.
Der Unglückliche schöpfte mit Anstrengung Äthern und begann:1.
„Vorhin war der Eigenthümer dieses Hauses bei mir; er wollte sich nach meinem Befinden erkundigen. Bei dieser Gelegenheit fragte ich ihn nach dem Namen deS edlen Mannes, der Barm- herzigk-it an mir geübt. Er nannte denselben. Sie heißen Ernst Diethelm. Ist das wahr?"
„Allerdings, das ist mein Name. Aber wie konnte Sie diese Mittheilung so sehr aufregen?"
Diese Frage wurde überhört. Der Leidende fuhr fort:
„Sie sind Kaufmann. Ihr Wohnfitz ist Hamburg".
„Ja mein Herr."
„Sie besitzen eine junge schöne Gattin, Martha, welche Sir treulos hinterging, wie di- Welt sagt."
Ernst fuhr peinlich überrascht auf. Sein Erstaunen war grenzenlos. Wie und woher kannte dieser Mann seine unglücklichen Verhältniffe ?
„Wer hat Ihnen die mir widerfahrene Schmach geoffenbart?" fragte er hastig.
Der Andere richtete sich halb empor. Seine Augen rollten wie die eines Wahnsinnigen.
Berlin, 2. September 1902.
X Ai- Katholiken-Mer sammlung iw Mannheim spielt in den Spalten der gegnerischen Zeitungen noch immer eine gxcfce Rolle, obwohl gerade diese Zeitungen gleichzeitig gar nicht müde werden zu verfichern, daß oer diesjährige Katholikentag platt und bedeutungslos verlaufen sei. Ja, wenn das so ist, warum be- kommen es dann unsere fteundlichen Gegner gar nicht satt, sich mit der Mannheimer Versammlung und den Generalversammlungen der Katholiken überhaupt zu beschästigen? Es muß doch bei ihnen irgend etwas von Mannheim her etnge- schlagen haben! Außerdem beschäftigen sich die gegnerischen Blätter mit einem irgendwo in der Crntrumspreffe aufgetauchten Gedanken, das katholische Versammlungswesen zu dezentralistren, also an die Stelle der allgemein deutschen Katholikentage Provinzial- oder LandeSver- sammlungen treten zu laffen. Der Gedanke ist nichts weniger alS neu. Seit Jahren wieder- holt ist er geäußert worden nach den großen Generalversammlungen, ohne aber irgendwo günstigen Boden zu finden. Unsere Gegner freilich würde eS herzlich freuen, wenn diese übermächtige katholische Heerschau nicht mehr abgehalten wer- den sollte, und deswegen greifen sie diesen Ge- danken mit freudiger Begeisterung auf. Das aber
„Verzeihen Sie geehrte Freundin", sagte er zu der Gennora, die mit gefürchteter Stirne diesen Zwischenfall eintreten sah, „verzeihen Sie, daß ich Sie so schnell verlaffen muß. Doch was man thut, darf man nicht halb thun. Der arme Leidende mag etwas auf dem Herzen haben, was ihn schwer bedrückt; vielleicht fürchtet er auch zu sterben und will mir seine letzten Wünsche an« vertrauen. Auf Wiedersehen also nach Tisch!"
Er verließ fie und begab sich direkt nach seiner Wohnung.
„Verwünscht sei der elende Spieler, der mich der Gegenwart dieses geliebten Mannes in dem Augenblicke beraubt, wo ich meines Sieges schon gewiß war! Hätte Ernst ihn doch einsam im Walde umkommen lassen, bann wäre der heutige Tag der seligste meines Lebens gewesen! Jede Stunde die meiner Sehnsucht feindlich entgegentritt, birgt Qual und Marter für mich."
Ernst hatte unterdessen seine Wohnung erreicht und begab sich sofort in daS Krankenzimmer.
Als er an das Bett des Verwundeten trat, war dieser soweit zu Kräften gelangt, daß er wieder zu sprechen vermochte. In seinen Zügen aber spiegelte sich eine furchtbare Aufregung.
„Sie haben mich zu sprechen verlangt?" fragte der junge Kaufmann.
„Ja mein Herr", erwiderte der Spieler. „Es ist gut, daß Sie gekommen find, denn ich sürchre, die kommende Nacht nicht zu überleben, O, der Tod ist mir jetzt willkommen, denn ich habe ihn verdient, tausendmal, Ihretwegen verdient!"
Ernst glaubte, der Verwundete rede im Fieber
„nationale" Preffe Ach und Weh schreien über diesen Ketzer.
X Konservative und Annd der Land- wirthe. Die konservative .Ostpreußische Zeitung' ruft ihren Parteigenossen „Gewehr ab“ zu, Gewehr ab nämlich zu Gunsten de» Bundes der Landwirthe: die konservative Partei solle einmal bei den nächsten Reichstagswahlen di« ganze Agitationsarbeit in ihrem Sinne dem Bunde der Landwirthe überlassen. „Bei dem neuen Wahlkampfe werde die gegen den „Brodwucher" wetternde Phalanx als die Garde der Regierung auftreten, und es erscheine zweifelhaft, ob e« bei solcher Sachlage möglich sein werde, die vom konservativen Standpunkte zu wünschende Mäßigung in diesem Kampfe überall zu wahren." Das leitende konservative Parteiblatt, die Berliner ,Kreuz-Ztg.', äußert sich dazu, in ihrer Ausgabe von Montag Abend in etwas eigenartiger Weise. Sie denkt nämlich gar nicht daran, den Vorschlag mit Entrüstung zurück- zuweisen, sondern gibt zu, daß „Ursache genug zu pessimistischer Stimmung vorliege". Daß sie im übrigen den Vorschlag nicht billigt, ist selbstverständlich; denn in der Thai würde ja, wie di« ,Kreuz-Ztg.' sich ausdrückt, durch die Befolgung des VonMages die konservative Partei „für absehbare Zeit ihre Existenzberechtigung preisgeben". Die ganze Unterhaltung zwischen den beiden konservativen Blättern ist aber sehr charakteristisch; fie kennzeichnet vortrefflich den Geist, der durch einen großen Theil der Reihen der konservativen Partei geht und laut e« ausruft, daß man „des trockenen Tone» satt wirb" und eine schärfere Tonart verlangt in der Veriheidigung der Grundsätze, auf denen die konservative Partei aufgebaut ist. Die Rathschläge vom andern Flügel her, wie sie neulich in der sehr industrie-freundlichen ,Schief. Ztg/ ertheilt wurden, daß nämlich die Konservativen nur ruhig Ja und Amen sagen sollen zu Allem, was die Regierung in Zolltarifsachen zu sagen und zu wünschen hat, finden Beifall nur bei einem recht kleinen Theile der Partei. Zunächst wird e« interessant sein zu beobachten, ob die konservative Reichstagsfraktion vor dem Beginne der zweiten Lesung de« Zolltarife» in der Kommission in Berlin zu einer erneuten Aussprache sich versammeln wird oder nicht. 1
+ Ai- öe«tsHs-ri«l- N-formpart-i wirb vom 13. bis 15. September einen allgemeinen Parteitag in Eisenach abhalten. Im allgemeinen soll eS sich habet nur um Angelegenheiten ber Parteitaktik handeln; sonst steht nur ein Vortrag auf der Tagesordnung über den deutschen Kaufmannsstand, seine Nothlage und seine Feinde. Für die nächsten Reichstagswahlen ist zwischen dieser Partei und den Christlichsozialen eine Einigung dahin angebahnt, daß die Christlichsozialen auf die Aufstellung einer eigenen Kandidatur im Kreise Wetzlar-Altenkirchen zu Gunsten der Reformpartei verzichten, während diese Letztere in dem benachbarten Kreise Siegen- Biedenkopf die Kandidatur des HofpredigerS Stöcker unterstützen wird.
X National- K«tz---i-«. Die kleinen Ueberreste der einst großen und mächtigen Wendenvolkes, die ei» stilles und friedliches Dasein an bet mittleren und oberen Spree führen, bleibe» veuerbingS auch nicht mehr verschont von bem Uebereffrr unserer Uebemationalen. Deren feine Nase will eine „Hinneigung zum Tschechrnthum"
„Die Welt lügt!" stöhnte er. „Ihre Gattin ist schuldlos."
„Wie, Sie behaupte» —"
„Sie ist das Opfer einer teuflische» Jntrigue, gesponnen von einem dämonischen Weibe, das Ihrer Gattin Freundschaft heuchelte. Der Name dieses Weibes tft Srnnora be Fontana.
E.vst rvähme, ba» Blut müsse in seinen Adern erstarren. Et blickte den Sprechenden erschreckt an. , , , u
„Das ist nicht -rötlich!" rief er mit bebenden Lippen.
Der Verwundete hob seine rechte Hand empor.
„Ich schwöre es bei dem Gott, von dem ich Verzeihung meiner Sünden zu erhalten hoffe. Sie sind betrogen, mein Herr, von jener Flau, die nach Ihrem Besitze trachtet, und ich war ihr nichtswürdiges Werkzeug!“
Ernst glaubte sich in einem fürchterlichen Traume zu befinden. Sprach der Spieler die Wahrheit, so hatte er stch selbst mit einer Schuld belastet, die nicht wieder gut zu machen war, denn i* diesem Augenblick stand Martha vielleicht schon an der Pforte des Todes.
Er sank in den Stuhl zurück und verhüllte sein Gesicht.
Eine kurze, bange Pause entstand. Der Spieler unterbrach fie.
„Man zeigte Ihnen eine Schrift, durch welche Ihre Gattin selbst ihre Schuld eingestand!"
Ernst richtete sich empor.
„Ja, es war ihre Handschrift." „Gefälscht, mein Herr, gefälscht."
Kugel' und Dämon.
Roman von Johann Marius.
41 ------ (Rachdruck verboten.)
Ernst theilte ihr fein Abenteuer mit. Diese zeigte sich gerührt von der Barmherzigkeit, die Emst an bem jungen Mann geübt hatte. Ihm die Hand reichend, sagte fie:
„Sie haben ganz nach meinem Herzen gehandelt, mein Freund. O, es ist ein herrliches Bewußtsein, einem Unglückliche» beizustehen, selbst wenn er ein leichtstnniger Spieler ist. Indessen Sie sage», er sei noch jung. Entgeht er dem Tode, so ist ja noch zu hoffen, daß er unter unserem Schutze einen rechtschaffenen Lebenswandel beginnt."
„Immer die Barmherzigkeit selbst, theure Freundin", versetzte Ernst. „Was Sie mir so- eben sagten, mögen Sie bem Armen selbst verkünden, sobald f?in Zustand eS erlaubt. Von einem Engel Worte deS Trostes und der Hilfe zu vernehmen wird ihm ein Labsal fein und nicht achtlos in ihm verhallen."
Vielleicht wäre eS Gabriele gelungen, an diesem Tage ein Geständniß der Siebe von Emst zu erpressen, wäre nicht nach einer Stande ein von seinem Wirthe abgesandter Bote im Hotel erschiene», der Herrn Diethelm die Mitthetlung brachte, daß der Verwundete erwacht sei und dringend mit seinem Retter zu sprechen wünsche.
Ernst schickte den Bote« mit der Versicherung zurück, daß er ihm sogleich Nachfolgen werde.
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29. Jahrgang.
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