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29. Jahrgang.

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Verantwortlich'. Für dir Redaktion Iol. Daum, für Inleral« Z. p-rzeller in Fuida.

leiden Reich« hineingehört.

Daß dabei wiederum des Dreibundes gedacht wurde als eines FriedeuShorteS, ist eine erfreu«! liche Wiederholung bereits bekannter und als wrrthvoll anerkannter Luffafi an gen. Wohl aber bedarf eS einer besonderen Erwähnung, daß kaiser Wilhelm in seinem Trinkspruche ausdrück. ich „das Fortbestehen d»S Dreibundes in altrr traft“ feststen». Diese Erwähnung ist nöhttg m Segensatze zu den noch immer und immer wieder ausgrkramten Behauptungen einzelner Or ;ane, daß von einem Fortbestehen deS Dreibundes ______ ____ _______ ___

n seinem vollen Werthe und in vollkommen un« tagen, nachdem das zweimal durch äußere un­veränderten Wesen nicht die Rede fein könne, überwindliche Hindernisse vereitelt worden war. Diese starke Betonung in dem Munde des Doppelt freudig wird daher diese Tagung in den deutschen Kaisers wird hofientltch auch die letzten - ..... “ " “* •»—“ * v **“

Zweifel nachhaltig zerstreut baden, in Verbindung mit den Auszeichnungen, die die Monarchen den beiderseitigen leitenden Staatsmännern zu Thril werden ließen. Die vom König Viktor Emanuel selbst vollzogene Ueberreichung deS Annurciaten- ordens an den Reichskanzler Grafen Bülow br« deutet, aus der Sprache der Höfe und Diplo«

X Die Sörrengesellschafi zur Pflege der Wissen,chaft im katholischen Deutsch, land wird Dienstag den 7. und Mittwoch den 8, Oktober in der alten Bischofstadt BreSlau ihre XXVI. General-Versammlung ab- halten und damit das erste Mal in Schlesien

Vaters erhöht wurde, der ihm von Zeit zu Zett meldete, daß Martha wie ein Schalte« dahin­schwände uno vullricht den Ausgang deS Jahre» nicht erleben werde, fand er nur noch in G sell- schäft Sabrielens einigen Trost und zuw Theil die nöthiae Seelenruhe, um in seinem kaufmä«. nischen Geschäfte zur Zufriedenheit seines Rom- pagnor s Kittes zu können.

Gabriele, mit allen Verstellungskünsten begabt, wußte Ernst mit dem Zauber ihrcs ganzen Wesen» und ihrem Unterhaltui.gstalente io zu bestricken, daß nach und nach seine Vergangenheit in dem Lichte der Gegenwart za erbiafien begann. Tauchte auch da» Bild seiner -»sten Liebe, wenn er sich allein befand, noch oft in seiner Seele aus, so war daiselbe doch nicht mehr von dem re men Schimmer der eslea Weiblichkeit verklärt und er wandte sich davon ab. Er ft >g an, Vergleiche an­zustellen. Der einstigen Lieblichkeit Martha'» trat die vollendete Schönheit eine» tugendhaften Weibe» in Gabriele de Fontana entgegen, die Alle», wa« sein Herz empfand, mit ihm fühlt« und so, ohne daß er e» selbst klar wußte, doch in seinem Herze« bald einen Platz eingenommen hatte, der einst Martha ganz allein geweiht gewesen war.

Ernst zögerte trotzsem noch immer, die Klage gegen Martha einzuleiten. An die Mittheilung seine» Vater» denkend, zog die Hoffnung in ihm ein, der Tod würde das Gericht von der Ver­pflichtung entbinden, seine Fesseln zu lösen. Der Gestorbenen konnte er verzeihen, und er wollt« da» au» vollem Herzen tbutr, der Lebenden oner

nicht vergess « kann!"

Ernst erzählte, wie er eine Stande lang im Garte« seine» Vaters zuo-bracht hatte und was bei der Rückkehr Martha's geschehen «ar.

»Wenn fte dennoch nicht schuldig wäre", mur-

malen i« die Sprache des Volkes übersetzt, eine ganz besondere Anerkennung des italienischen Königs für den leitende« deutschen Staatsmann.

Ganz entsprechend diese« äußeren und hoch- offiziellen Kundgebungen war der persönliche Ver« kehr zwischen den beiden Monarchen während »er Anwesenheit des Königs von Italien et« außer­ordentlich freundschaftlicher, vertraulicher und un­gezwungener Für die Freunde deS Dreibundes ist eS jedenfalls ein angenehmes Bild, die beide« Herrscher in gemeinsamer Spazierfahrt ganz allein in einem von dem Kaiser selbst gelenkten Dogcart die aemuthigex Gelände an der Havel bei Pots­dam durchstreife« zu sehr«. Ei« persönlicher Ver­kehr i« dieser Form gebt sicherlich über die an Höfen hergebrachte Höflichkeit hinaus.

katholischen Kreise« BrrslauS und Schlesiens er­wartet und begrüßt. Alle katholische» Freunde der Wtffenschaft auS nah und fern find zum Besuche dieser Versammlung eingeladen. Die Tagesordnung lautet:

frage bei der Wählerschaft nirgends Ver­st ändn iß ,st. Der Zolltarif oet Regierung geht den Einen zu weit an p.otektronistischen Zugeständnissen, den Andere« nicht weit genug an agrarische« Zugeständnissen. Drehe« sich die nächsten allgemeine* Wahlen um biefe« Zoll­tarif, so werden die Kandidaten, welche für diesen Zolltarif eintreten, den schwersten Stand habe« und in der Wählerschaft auf dir geringsten Sympathien rechnen können.“

dergleichen. Sie schwört nach wie vor, ungerecht verdächtigt zu sein.“

„Wollte Gott, dem wäre so“, versetzte die Sennora mit einem Seufzer, „dann hätte ich keinen ««glücklichen Mann in Ihnen begrüßt. Sahen Sie Ihre Frau?“ fügte fie hinzu.

„Ich fah fti nicht, Sennora. Aber ich hörte sie. O, daß ich diesen herzzerreißenden Schrei

Montag, 6. Oktober, Abend» 8 Uhr: Big'ühuug». abend im großen Saale de» St. Bincen,Hause» Semtnar. gaffe 15, woselbst alle Sitzungen stattfinden.

mitlheilte.“ r .

„Ihr Gewissen wird sie peinigen, solch' einen Mann wie Sie hiutergangen zu haben!“

Ernst schüttelte den Kopf.

Dienstag, 7. Oktober, Bonnittags 8 Uhr: Po» tifit«damt im Dome; Vormittags io Uhr erste all­gemeine Sitzun«; Nachmittags 4 Uhr Seltionssttzungen.

Mittwoch, 8 Oktober, Vormittag» 8 Uhr: R quiem für die verstorbenen Mitglieder der Gesellschaft in der St. Malbia'kirche 9 Uhr Sektionsfitzungen. 12 Uhr zweite öffentliche Sitzung. Nachmittags 6 Uhr Festessen im St. Binceuzhause.

Donnerstag, 9 Oktober, Vormittag» 8 58 Uhr vom Freiburger Bahnhof, Ausflug nach dem Fürstensteiner Grund und Bad Salzbrunn.

Diejenigen Herren, weiche -ine kleine Partie in da» Riefengebirge daran anschlteßen wolle», könne» da» sehr bequem auf dem Rückwege thun, indem fie mit dem »bendzuge von Bad Salzbrunn nach dem nahen Htksch- brrg Warmbrun» fahren, wo für weiteres gesorgt fein wird. Boa Hirschberg kann dann aber bequem der Rückweg über Dresden, Halle, Berlin oder Prag ge­nommen werden.

Tenaurre Programme werden an die Fefitheil« nehmer seinerzeit vertheilt werden. •

Nach § 5 der Statuten haben nur Mieglieder und Theilnehmer der Gesellschaft das Recht de» Zutritt- zu der Generalversammlung.

BeitrittSer klörungen nimmt sowohl der Borfitzende deS OrtrauSschusseS, Dompropst Profeffor Dr. König, Breslau, Domftraße 11, wie der Generalsekretär der Gesellschaft, Dr. H. Cardauns in Köln, Marzellenstraße 41, entgegen.

Auf Wunsch werde» Vertreter der Presse zugelaffen werdeU.

Bon Montag, 6. Oktober, Mittag» ab wird im St. Bincenzhause ein Anmeloe- und Auskunftsbureau ge­öffnet sein, in welchem die verschiede»« Karten au»- gegeben werden und in welchem Anmeldungen neuer Mitglieder und Theilnehmer erfolge» können.

Für die Beschaffung von Wohnungen von Mit» (lieber» der Gesellschaft wird thunlichst Sorge getragen, l Vies bezügliche Anmeldungen wolle man an Herrn Kans- mann OSkar Jos. Kaiser in BreSlau, Altbüflerstraße 29, richte». Sonstige Anfragen ist Herr Oberlehrer Dr. Wagner in BreSlau, »reilestraße 40, zu beant­worten bereit.

Ate Aaiserma«Sv«r t« 1903 werde« im Bereiche des 18. Armeekorps abgehalten wer­den. Die Kommandantur desselben befindet sich bekanntlich in Frankfurt a. M.

n Der HegenVesnch de- Kaisers i* Italic« soll nach dem „sicheren Vernehmen“ der Berliner.Rat. Ztg/ im nächste« Jahre er- eigen. Die Meldungen, wonach der Gegenbe­uch bereit« im November erfolgen solle, seien mzutreffend. ES entspreche dem für Monarchen- besuche bestehenden Brauche, die Erwiderung in dem auf de» ersten Besuch folgende» Jahre stat!st»oen zu laffen. Auch der Zar werde feinen Aegrnbesach nicht in nächster Zett, sondern erst päter mache».

4- Mangel o« KittH-Michäett i« dcc prentzisÄe» Ikegiernttg. Die Zeitungen haben tu diesen Tagen über zwei recht merkwürdige Fälle berichtet. Der Oberstabsarzt Dr. Matthäi m Danzig ist dazu genöthigt worden, seinen Abschied zu »ehmen, weil er planmäßig einen Kamps «ege» „ba8 Laster der Trunksucht“ führt“; der Eisen­bahn-Direktor de Terra wird strafweise von Guben »ach Stolp versetzt, weil er die Eisenbahn- Beamten im Jrttereffe der größere« Sicherheit dei Dr-nsteS ebenfalls zur Enthaltsamkeit von alkoho­lischen Getränken ouffotbert. Umgekehrt, un schnur­gerade» Gegensätze zu diesen Auffassungen, wie sie im Kriegsmintstertum und im VerkehrS-Mini- steriam maßgebend zu sein scheinen, steht ei» Er­laß deS Kultusministers au die Rglerungen, m dem die Bekämpfung der Trunksucht als eine Auf­gabe bezeichnet wird, au deren Lösung auch die Schule Mitwirken könne. In Folge dieses Er-

' Erschein! täglich, m. Ausnahme der !tzonn- und Feier- «aqe.Vierteljährl.

ge;ugs preis ohneBrinqerlohn und Bestellgeld in Aulda und au«- wLrtSlM.bOPs.

bevor ich mich entscheide."

Möge Gott Tie erleuchte» und das Rechte treff"» IcfLn", saate Gabriele feierlich. „Sie stehe» roch in der Vollkraft Ihres Leben», auch ohne das Kind wird Ihne» wieder eine heitere Zukunft erblühen. Mir aber thut der Gedanke weh, daß es mit nicht beschießen ist, die zweite Marter de» holde» Knabe« sein zu dürfen."

JZ der rrauriaen GemüthSstimmur-g, in welcher sich der von drm schöne« Weibe getäuschte junge Mann tefarb und rob drrch di- BMe f v'*

OruS und Verlag der SüldaeA XdlenörndtevcJ petnwifle Nr. « (fcarnwnk).

mit den Beilagen

„lllustrirte Sonntaas-Zeitimq", .Juldaer Geschicbtsbtätter" und fotlerie-fisfe.

klungen und das Btld setneS Knabe« vor feinem inneren Auge gestanden.

Die Jntriguantin erkannte sogleich seine Geelenstimmung. Sie erschrak scheinbar und ftagte, ob ihm etwas Ungewöhnliches begegnet

»Ich war heute morgen draußen bei meint m

Vater“, erwiderte er, „und habe mein Kind gesehen.“

„Nun, daS kann doch nicht die düstere», F stten auf Ihrer Stirne heroorgerusen haben“, sagte sie, „oder der Kleine müßte erkrankt fein.“

„Nein, nein, daS ist er nicht, Sennora. Er ist gesund — aber seine Mutter —“

„Ihre Gattin — wäre sie — ?“ fi l Gabriele rasch ein. , m t

„Sie leidet schwer, wie mir m.i» Vater

melte er mit dumpfer Stimme, „rote schwer hätte ich mich dann an ihr versündigt! Meine tiefste Reue könnte meine Härte gegen sie nicht wieder gut machen.“

Unwillkürlich ft len ihm die Worte des alten Pfarrers ein. . . .

„Ich wünsche dass-lbe. mein Freund, und es wäre ja auch möglich, wenn nicht ihre Hand-

f. ih. V

Wann die Gegenbesuche deS Kaisers Wilhelm und des Zaren iS Rom abgrstattet werde», ist doch nicht bestimmt. @8 wurde zwar gemeldet, Kaiser Wllhelm habe bereits seine« Gegenbesuch in Rom sür die Enthüllung des von ihm der Stadt «Lom zischelten Gorth-'Per.kmgls nage» sagt. Neuerdings ist inbeffeü mitgetheilt rootb««,- daß die Ausführung dieser Absicht «och nicht voll- kommen feststehe. Sollte aber wirklich der Gegen- besuch, wie zuerst angenomme», bereits im nächste» Monat Nooember stotifinden, dann würde dar ebenfalls eine sehr bemerkenswerthr Ausnahme von der sonst beobachteten Regel bedeute», Fürsten­besuche nicht so schnell, sondern erst in würdevoll abgemessenen Zeiträumen zu erwidern.

Die Wiener ,Neue Freie Prrfie' schrieb i« diese« Tage« nicht unrichtig, daß ein Trinkipruch vo* solchem Schwünge der Begeisterung, wie er vom Kaiser Wllhelm seinem Gaste »um Will­kommen geboten wurde, kaum jemals sonst bet einem ceremonitlle« Hoffeste vernommen Worden sei. Und es ist eine hübsche Ergänzung zu diese» Festlichkeiten am deutschen Katserhose, daß gleich- zeitig römische VolkSmaffen tx einem öffentlichen Garten von der Mufik die italiexjsche und dte deutsche Nationalhymne verlangte». Möge eS immer so bleiben!

Zur Frage der Dauer der Legislaturperioden

erhält die .Deutsche TageSztg.' eine bemerkens- werthe Zuschrift, die darauf aufmerksam macht, daß die preußische Staatsregierung das Mandat der Mitglieder des Abgeordnetenhauses als begonnen ansehe mit dem EinbrrufungStage deS Hauses, nicht mit dem Wahltage. Düfür spreche ein Bericht des Staatsmmisteriums vom . 4, Oktober 1873 an den König, in dem es heißt: „DaS gegenwärtige HauS der Abgeordneten ist am 14, Dezember 1870 zum ersten Mal zusammen- aetreten. Nach Art. 73 der VersafiunqSurkunde vom 3L Januar 1850 Echt deshalb daS Manöat derselbe« mit asm 14. Dezbr. 1873.“ Außerdem wird M Beweis dafür noch ei» anderer Vorgang angeführt: Am 8. Oktober 1855 sanden bi* Wahlen für das Abgeordneten- ch««? stst^r und am 12. November 1855 trat der Landtag zu der neuen, damals noch dreijährigen Legislaturperiode zusammen. Am 20. Oktober 1858 wurde der Landtag in außerordentlicher Meise berufe«, um ble^tbroenbiafeft der durch AaLinetSordte vom 17. Oktober eingesehten Mrgentschast anzuerkennen, also zu einer Zeit, wo die Legislaturperiode bereits verstrichen war, wenn man dieselbe vom Wahltage an rechnet.

Sv weit jene Zuschrift. Es geht daraus hervor, daß auch i» den Kreisen der Regierung verschiedene Anschauungen über den Beginn der Legislaturperioden bestanden haben, denn in -der,Fuld. Ztg/ wurde bereits ein ebenso un­zweifelhaftes Beispiel aus der Zeit des Nord­deutschen Bundes angeführt für die Behandlung ter Frage im entgegengesetzten Sinne. Dieser Gegensatz in den Anschauungen entscheidender RegierungSkreise selbst spricht erst recht für die Noth wendigkeit, die bestehende Lücke in der Ver- faffung deS Reiches zu beseitige» durch die Ein- isetzung ei»er ganz klaren und zweifellosen Fafiung deS betreffenden Artikels der Retchsoersaffung. UebrigenS kann ja in Ausnahm.fällen die Mandatsdauer eines Reichstages verlängert werden. Sollte eine Einigung über die Zollfragen im nächsten Frühjahr als möglich betrachtet werden, Äann sollte man meinen, daß diese Zollstagen atz wichtig genug angesehen werden müßten, um im Rothsalle diesmal eine solche Verlängerung bet Mandatsdauer zu rechtfertigen.

Eine parlamentarische Korrespondenz wußte in diesen Tagen zu berichten: Im Schooße der Verbündeten Regierungen sei die Hoffnung, auS dem Labyrinthe deS ZolltariseS einen geeigneten Weg zur Abschließung brauchbarer HandelSver- vertrüge zu finden, fo gut wie aufgegebe». 3» den ,Berl. Reuest. Nachr.' findet sich im Gegen- ffatze dazu eine Mittheilung, wonach jene Be- Lauptung „durchaus der Begründung entbehre“. Wer hat recht? Die Antwort daraus besteht vorläufig wiederum in einem großen Frage- zrichen.

I« recht zutreffender Weise wird die Lage von dem freisinnige« Abg. Dr. Barth in der do* ihm herausg-gebenen Wochenschrift .Ratio«' beurtheilt. Barth spricht von der Wahl im Wahlkreise Forchheim-Kulmbach und bemerkt dabet: „Der Ausfall dieser Wahl bestätigt erneut, daß sür den Regierungsstandpunkt in der Zoll-

schrist

Ernst zuckte zusammen.

„Ja, sie ist schuld, sie ist es. Ich verurthetle daS Weib, aber die Mutter muß ich wider meine» Willen bemitleiden. Der Knabe ist ihr Leben, Trennung von ihm wäre ib- Tod. Ich weis nicht, war ich tyu» soll. Ich süble mich stark genug, ihr Richter aber nicht ihr Mörder zu sein.“

Welch ein Edelmuth!“ tief Gabriele degetsteri aus* „Sie wollen ihr also den Knaben «ach der Scheidung noch taffer.?"

„F-agen Sie mich itzt nicht darnach", er- M M- st- "ch-1 ÄÄ

der in meiner Brust wogt, erst durchkämpfen,

Deutsches ^eich.

Berlin, 30. August 1902.

O Nach dem Besuch des Königs von Italien.

König Viktor Emanuel von Italien hat Deutschland wieder vrrlaffen und ist in seine italienische Hrimath zurückg kehrt. Einige kühle Vorsicht ist stets geboten bei der Beurteilung Son Monarchenzusammenkünfte« und der Reden und Trinksprüche, die dabei gehalten werden. Aber hier m diesem Falle muß man sagen, daß der Empfang, der dem italienische» König in Potsdam vnb Berlin bereitet worden ist, äst freundschaftlicher Liebenswürdigkeit über daS yrrgrv^ts Maß deffen dir: ausging, was im ? lllgemeiuen und" unter gewöhnlichen Umständen remden Herrschern gewidmet wird. Und so !a«n man nicht anders sagen, als daß auch bte Trinksprüche bei dem großem Prunkmahle durch le Wärme ihrer Tonart vor andere» Trink- prüche» unter ähnlichen Verhältntfien sich aus- zeichneten. Kaiser Wilhelm sprach dabei von einer „tiefsten HerzenSüberzeugunng", der sei» Willkommengruß für den König von Italien ent- pringe, und dieser wies in seiner italienischen Erwiderung auf die „brüderliche Vertraulichkeit in, die schon die beiderseitigen Väter mit ein- ander verband und auf die „herzliche Zuneigung“ zwischen den Großvätern. Auf jeden Fall ist dieser Hinweis auf die voraufgegangenen Ge- chlechter insofern wichtig, als damit König Viktor Emanuel be* Zusammenschluß von Deutschland und Italien im Dreibunde als etwas bezeichnete, daS bereit« durch Herkommen und U-berlieferung bedingt wird und damit als etwa« SeldstoerständlirbeS in die Politik der (

Inseratt: Die einspaltige Petir- zelle» oder deren Rauml5Pfg..Ne> Hamen Die Petit­zeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt

Angel' und Dämon.

Roman von Johann Marius.

89 ------ (Nachdruck verböte».)

„Md doch ro ll er mir mti« Kind nehmen!“ tief die Aime in laut » Schluchze« ausdrechend. „Aber ich lafie ihn nicht vo« mir, so lange ich lebe nicht. I', selbst im Sterben umschlinge ich ihn «och und man soll ihn nur meiner Leich: aus de« Arme« reißen!"

Sie umfaßte das Kiad mit beiden Armen utb auS ihren Augen leuchtete eine feste Ent- schloff enheit.

Der Großvater des Knaben stand eine Weile traurig da. Er dachte an de« Z-itpuvkl, wo Ernst vor seinem Recht Gebrauch mache« und -seine.' Sohn der Mutter enisühtkn würde.

Go:t g,be, daß ich bltfe Stunde nicht mehr erleb ", murnnite er. „Sie würde mich schwerer treffen als all' der Kammer, de« ich erlitte« habe.“

Er führte feine Schwiegertochter, ihr Trost t und Beruhigung *zusprechend, in j Huus.

@8 währte viele Stunden, bevor b’efe sich soweit von ihrer Erschüttr-.unz "holte, daß ihr krampfhafter Schluchze« sich in ein l ifes W-inen auflöste.

Ali Ernst Diethelm wieder in Hamburg an- gelangt war, eilte er sogleich zu feiner bewa)tten Freundin Gabrülr de Fontana.

Ee trat sehr aufgeregt bei ihr ein. Auf dem ganzen Wege zur Stadt hatte ihm der gellende Sch merzen sruf seiner Gattin «och im Ohre ge-

MuLöa, Monteg den 1. September 1902.