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„fllustrirte Sonntags-■Zeitung'*, „Fuldaer ßescbicbtsblättef" und Eotierie-risfe.
Bnt an» Oerlaa 6t» A-ldaer XettenBriAe» peleragaS« Nr. t (Barmonle).
M 199.
Jutöa, Samstag, den 30. August 1902.
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29. JahrgMg.
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ltchen Rahmen nicht hinauSgeht und wie üblich nur enthält: „Majestät haben entgegen zu nehme» geruht" und „Majestät lasten danken". DaS Zustandekommen solcher von Herrn v. LucanuS verfaßter Danktelegramme wird scharf illustrirt >nrch einen Vorgang, der sich bei Gelegenheit >er in Bonn am 29. Juni veranstalteten Papst» ubelfeier zutrug. Bekanntlich hatte Herr Generaloberst von Loe dort die vielerörterte Rebe gehalten, als Antwort auf die AuS- affungen der Presse über die ebensoviel besprochene Rede deS Kaisers in Aachen. Bei dieser Se» legenheit wurde auch ein HulSigungStelegramm an den Kaiser gesandt, der sich damals in Kiel befand. Auf dieses Telegramm sandte der Kaiser persönlich ein langes, warm gehaltener Dank- elegramm an die Adresse der Herrn Freiherr« von Loe. Herr von LucanuS, der sich zu der Zeit in Berlin befand, hatte nun offenbar von »em Telegramm des Kaisers keine Ahnung, den« TagS darauf lief bei Herrn Frhrn. o. Loe et« weiteres Telegramm aus Berlin ein des Inhalts, der Kaiser lasse huldvollst danken und zu« Schluffe wörtlich: „Auf Allerhöchsten Befehl v. LucanuS." Einige Stunden später erhielt aber Frhr. v. Loe ei« zweites Telegramm von ^errn v. LucanuS, er (Frhr. v. Loe) solle daS" von Herrn v. LucanuS abgesandte Telegramm „als nicht geschehen" betrachte». Herr v. LucanuS
alte offenbar in der Zwischenzeit Kenntniß davo» erhalten, daß der Kaiser bereits persönlich seinen Dank auSgesproche» hatte". Wir begnügen u»S ür heute mit der Frage: Sollte vielleicht die lntwort auf daS Huldigungstelegramm der Mannheimer Generalversammlung der Kacholiken Deutschlands ebenfalls auf alleinige Rechnung des Herrn v. LucanuS kommen?
* Zur Sühne der A«eK - Demonstratio« in Gum binnen für den begnadigten Oberleut» nant Hildebrandt wird aus Gumbinnen weiter gemeldet, daß die Vorgesetzten der drei gemaßregelte» Offiziere deS 1. Feldartillerte-Re» limenteS, der RegimextS-Kommandeur Oberstleutnant Weiß und Major Dieckerhoff, ersucht worden find, ihr Abschieds-Gesuch einzureichen, waS auch sofort geschehen ist. Der Gewährsmann deS Blattes behauptet, daß die beiden Offiziere zwar von d«, Ovatio» für Hildebrandt nichts gewußt habe» und sie durch» aus mißbilllge», aber als Vorgesetzte die Verantwortung zu trage» habe». Die wegen derOoatio» verabschiedeten Offiziere Hauptman» v. Fra»» ke»bergu«dProschlitz, OberleutxaxtRum» bauer und der zum Train versetzte Leutnant George mußte» sofort auS dem Manöver zurück« kehre». In dem am Freitage auSgegebenen ,Mllt» tärwochenbl.' wird amtlich mitgetheilt. daß Leutnant George vom 1. Feldartillerie • Regiment in daS Pommersche Train»Bataillon Nr. 2 (nach Altdamm) versetzt und der Batterie-Chef Hauptmann v. Frankenberg, sowie der Oberleutnant Rumbauer von demselben Regiment« mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt worden sind.
* A«m IaK Löhuittg. Die ,R. Pol, Ron/ verbreitet heute folgende Mitthellung: Jt der Löhntng-Affatre ist an maßgebender Stelle die Entscheidung zu Gunsten deS Ober-
Beide schritte» rasch aus daS HauS zu, daS in dieser Stunde leer stand, da die Wärterin deS Greises in die Kirche gegangen war.
„Du wirst Dein Kind im Garten finden, mein Sohn", versetzte der Greis. Es war bei seiner Mutter, als sie den Kranz wand. Als sie mir Lebewohl sagte, blieb der Knabe i» der Laube zurück, wo Dir der Himmel ein Glück.brschled, das so traurig zerstört werden sollte.
Ernst antwortete nur mit einem Seufzer und eilte seinem Vater voran in de» Garten und der Laube zu, wo der Knabe geduldig aus der Bank sitzend, die Wiederkehr seines Großvaters und seiner Mutter erwartete. Letzterer hatte auch sür ihn einen Kranz gewunden, ve» er in kindlichem Spiele aus sein glänzendes, blondes Haar gedrückt hatte.
Den fremden Mann sehend, stand der kleine Ernst auf und ging zutraulich auf ihn zu, ihm die kleine Hand zum Gruße bietend.
Der junge Dielhelm blickte daS Kind an, als wen» et eS mit den Augen verschlingen wollte. Der liebliche Kleine war ja ganz das Ebenbild seiner Mutter. Er hatte dasselbe Haar, dieselben großen, blauen Augen dieselben rosige« Sippen. Jeder Zug seines Antlitzes erinnerte ihn an Martha.
Er hob daS Kind auf und preßte eS stürmisch an seine Brust.
„Du thust mir weh!" rief der Knabe und wandte sich ängstlich seinem Großvater zu.
„Nein, nein, mein Kind!" rief fein Vater, ihm sanft die Hand streichelnd, „daS will ich nicht, denn ich liebe Dich, o, könntest Du eS doch fasse», wie ich Dich liebe!"
Hälfte in der Kommission in erster Lesung durch, »erathen war. Wie sollte er erst werden, wenn etwa doch noch die Linke zu der leidigen Waffe »er Obstruktion greift? Wenn der Reichstag am 14. Oktober seine Plenarsitzungen wieder aufnehmrn wird, wird er ganz gewiß den Zolltarif noch nicht als Ganzer vor finden. Erst einige Theile desselben werden von der Kommission in zweiter Lesung durchberathen sein, und er wird also auch erst mit diesen einzelnen Theilen sich beschäftigen können — ein weiterer Grund für die Annahme, daß der Reichstag vermuthlich den Zolltarif nicht bis zum Juni 1903 durchberathen haben wird.
Nach der bisher allgemein geltenden Annahme äuft aber die Mandatsdauer eines Reichstages mit dem fünften Jahre nach der Vornahme der Neuwahlen ab, diesmal also am 16. oder 17. Juni 1903, denn am 16. Juni 1898 haben die Neuwahlen für diesen gegenwärttgen Reichstag iattgefunden; und somit würde, die Richtigkeit liefet Volksmeinung vorausgesetzt, die ganze Zolltarifarbeit deS gegenwärtigen Reichstages als ein gesetzgeberisches Nichts unter den Tisch fallen, — ei» Gedanke, den man schauerlich nennen ann, wenn man weiter erwägt, daß der ganze Zolltanz im Herbste des nächsten Jahres noch einmal ganz von vorn anfangen soll! Würde die Legislaturperiode bis zum Dezember dauern, dann würde eher auf völlige Durchberathung und Verabschiedung zu rechnen sei».
Dieser Auffassung steht leider entgegen die bisher allgemeine Volksmeinung. Und leider hat sich bisher auch die Regierung zu dieser Meinung bekannt. In der Begründung des Wahlgesetzentwurfes von 1869 heißt eS, daß die erste Legislaturperiode deS Norddeutschen Reichstages am 31. August 1870 ihr Ende erreiche, da die allgemeine» Wahlen am 31. August 1867 vollzogen seien — damals hatte man bekanntlich Wahlperioden von nur drei Jahren.
Dan» kommt noch Eines hinzu. Der neue Reichstag besteht doch ohne Zweifel, sobald er gewählt ist? den» der Kaiser kann ihn alsdann jeden Tag einberusen. 1893 fanden die Neuwahlen am 15. Juni statt; am 4. Juli wurde der Reichstag eröffnet. 1898 wurde am 16. Juck neu gewählt, ohne daß der Reichstag aufgelöst worden wäre. Die Reichsregierung muß also dis Legislaturperiode auch vom Tage der Neuwahlen ab berechnet haben, sonst hätten ja vom 16. Juni bis zum 4. Juli 1898 zwei Reichs» tage »eben einander bestanden — also eine vollkommene Unmöglichkeit.
Jetzt rächt eS sich, daß die Regierung ihre Zollgesetzentwürse so spät eingebracht hat. Jene Lücke in der Verfassung aber sollte so bald wie nur irgend möglich auSgefüllt werden. Es ist ein durchaus bedauernswerther, ja ein unerträglicher Zustand, daß über so wichtige Der- fassungsfragen ein öffexllicher Streit überhaupt noch möglich ist. Solche VetfaffungSbestim- munge» sollten so vollständig und so klar sein, daß jeglicher Streit um ihre Deutung ausgeschlossen wird.
Schritte!"
Tief bekümmert und nachdenkend setzte der Priester seinen Weg fort.
* * *
Der von dem alten Diethelm bezeichnete Sonntag war herangrkommrn. Schon mit Tagesanbruch fuhr Ernst »ach P hinaus. Sein Vater war ihm entgegen gegangen und erwartete ihn vor dem Dorfe. Emst liiß den Wagen halte» und stieg aus.
„Wie steht -S?" fragte er, „hat Martha da« Haus schon verlassen?"
„Noch nicht, mein Sohn", erwiderte der Greis.
„Sie ist jetzt im Garten und pflückt Blumen zu dem Kranze, den fie der treuen Todten weihen will. Du mußt Dich »och eine Weile gedulden. Halte Dich in der Nähe des HauseS auf. Ich gehe zurück, und sobald sie sich entfernt hat, gebe ich Dir ein Zeichen."
„ES ist gut, Vater, ich werde warten und mit indessen ausmalen, wie ich mir dru Knaben vorstelle."
Ernst begleitete seinen Vater noch eine kurze Strecke und setzte sich dann tu der Nähe beii HauseS auf den sonnige» Rase». Ei» Gebüsck verdeckte ihn, so daß seine Frau, wenn sie daS HauS verließ, ihn nicht bemerken konnte.
Während er so, sich selbst überlassen, dasaß, regte sich etwas t» seiner Seele, was wenigstens zu einem Theile zu Martha's Gunsten tprad i und die gegen fie gehegten Gefühle deS Grolles merklich abschwächte. Thränen traten ihm in die Auge», als eine Stimme ix seinem Inner» flüsterte, wie schön fein Leben a» ihrer Seite
0 EineLücke inderReichsversassung.
„Die Legislaturperiode des Reichstages dauert fünf Jahre" — sagt kurz und bündig die ReichSverfassung. Aber wann fie denn eigentlich anfängt, sagt fie nicht.
„Beim Eintritt in eine neue Legislaturperiode treten nach Eröffnung des Reichstages die Mitglieder desselben unter dem Vorfitze ihres ältesten Mitglieder zusammen" — sagt die Ge- schSftsordnung deS Reichstages. DaS klingt so, als trete der Reichstag in eine neue Legislaturperiode erst mit der Eröffnung seiner Sitzungen ein; und wenn es so wäre, dann würde die Legislaturperiode deS gegenwärtigen Reichstages bis zum Dezember 1903 laufen, den» die Eröffnung seiner Sitzungen hat im Anfänge deS Monats Dezember 1898 stattgefunden.
Zunächst ist festzustellen, daß dieses im ersten Paragraphen der Geschäftsordnung deS Reichstages vorgeschriebene Verfahren nicht allein bet. der ersten Eröffnung der Sitzungen nach Neu- wählen stattzufinden hat, sondern immer bann, wenn eine neue Tagung des Reichstages beginnt. Schon deswegen ist es sraglich, ob diese Bestimmungen den Ausschlag geben könne« für die Entscheidung der Streitfrage, wann eigentlich der Beginn einer neuen Legislaturperiode des Reichstages anzunehmen sei. Dann aber ist die Geschäftsordnung des Reichstages nur bindend für die Mitglieder deS Reichstages, wenn diese zu Sitzungen fich versammelt haben; für die Allgemeinheit hat fie keine zugkräftige Geltung und auch nicht für die Maßnahmen der Verbündeten Regierungen oder des Kaisers.
Au« gewiffen Gründen wäre e« zu wünschen, haß die Legislaturperiode de« Reichstage» erst mit der Eröffnung seiner Sitzungen begänne. Denn wie fich die Zolltarisdinge entwickelt haben, ist kaum anzunehmen, daß der Reichstag die Be- ralhungen darüber bi» zum Juni de« nächsten Jahre« beendet haben sollte. Gewiß, er könnte da« bewerkstelligen, wenn ander« al« bi«her verfahren würde. Aber die Verhandlungen in der Zolltarif-Kommission haben leider die Vermuthung gar zu nahe gelegt, daß alle guten Vorsätze, schnellet und summarischer zu verfahren, an der Neigung sehr vieler Abgeordneten scheiterten, so viel zu sagen, wie nur irgend möglich. Die Ermahnungen zur Kürze ergingen qon allen Seiten. Sie halfen auch manchmal für drei oder vier Tage. Aber dann war der Strom der Beredt- famkeit wiederum entfeffelt ohne Ende, und auf« neue schleppten die Berathungen sich hin in unabsehbarem Zuge. Die Freisinnigen verwahren sich entschieden dagegen, irgend etwa« wie Obstruktion getrieben zu haben; und dabei rühmte sich Herr Gothel« in einer Wählerversammlung im Wahlkreise Greifswald-Grimmen, allein mehr als hundert Abänderungsanträge zum Zolltarif eingebracht zu haben, als dieser etwa erst zur
Engel' und Dämon.
Roman von Johann Marius.
«8 ----— (Nachdruck verboten.)
„Herr Diethelm", erwiderte der Pfarrer «rxst, „ich brauche Ihne» wohl nicht zu sagen, wie unsere Kirche über die Ehescheidung denkt. Wat Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch «ich trenne»! Vor Allem ober können Sie überhaupt kein Unheil fällen, so lange Sie mit der so schwer Beschuldigten nicht selbst gesprochen haben. Ich kann gar nicht begreife», wie Sie Ihre Frau ver- dämme» können, ohne sie gehört zu haben, und wären die Vrrdachtsgründe »och so schwer. Sie find vor Gott und den Mensche» verpflichtet, Ihrer Frau Gelegenheit zu geben, fich Ihnen gegenüber zu vertheidtgen. Und ich bitte Vie recht sehr, fich dieser heilige» Pflicht nicht zu entziehen."
„Fordern Sie Alles von mir, nur das nicht!" tief Ernst aus. „Wozu ein so peinliches Zu» sammentteffen herbeiführen, wo die Schuld so klar zu Tage liegt l"
Nochmals versuchte der Pnester mit einbrtng. lichen Worten, Ernst umzustimmeu. Ja, er er- bot fich sogar, mit Martha zu rede«. Ernst wollte aber auch davon nichts wisse» und verabschiedete fich von dem Pfarrer fast unwillig.
„Möge» Sie »ie bereue», so stanköpfig ge« wese» zu fein." tief der Priester warnend auS, und sollte» Sie fich inzwischen a»ders besonne» habe«, waS Gott geben möge, dann werden Sie mich zu finden wissen. Der Himmel leite Ihre
Deutsches Reich.
Berlin, 29. August 1902.
* Die Grinstsprüche des Kais-»- und bes König« von Atatte«, welche bei der Galatafel im königliche» Schiesse zu Berli» am Donnerstag auSgebracht wurden, liege» nunmehr im Wort laut vor. Der K aiser führte folgendes aus:
Wenn Ich Surre Majestät een ganzem Herzen hier willkommen heiße, so ist daS nickt der hergebrachte Ausdruck einer Höflichkeitsform, sondern der tiefsten ZerzenSüberzeugung. Willkommen fei Euerer Majestät dargebracht als dem Sohne jenes ritterlichen Königs Umberto ohne Furcht und Tadel, der feine , Freundschaft und BundeStreue von Meinen ; ! Vorgängern an der Krone — besonders Mein-m seligen , Herrn Vater an — mit vollster Wärme auf Mich, den o viel Jüngeren, übertrug. Ihm bewahre Ich stets, o lange Ich lebe, ein heiliges, dankbares Andenken in Meinem Herzen. Willkommen s.i Euerer Majestät i «gerufen als dem König des baulichen, schönen Italien, deS Landes unserer Träume, deS Jungbrunnens unserer Künstler und Dichter. Willkommen feien Euere Majestät unS als der treue Bundesgenosse, nach Wiedererneuerung deS Uns untereinander und mit Unserem erhabenen Freunde Seiner Majestät dem Kaiser und Könige Franz Joseph verknüpfenden Bündnisses, welches in alter Kraft fortbesteht und in das Sein Unserer Völker fich fest eingelebt hat, nachdem eS Jahrzehnte hindurch Europa den Frieden gesichert hat und, so Sott will, noch für lange fichern wird. Mir mir in jubelndem Gruß ruft daS gesummte deutsche Vaterland: Seine Majestät der König hurrah, hurrah, hurrah!
Der König vo» Italien erwiderte in talienlfcher Sprache. Der Trinkspruch lautet auf deutsch:
Die EefÜhle wahrer Zuneigung, die Euere Majestät ür Mein Land, Mein HauS und Meine Person zu be- Kunden geruht haben, find daS kostbare Unterpfand einer Freundschaft, die Ich von ganzem Herzen erwidere. Auch Ick gedenke mit lebhafter Rührung der brüderlichen Zuneigung, die Euerer Majestät erlauchten Vater mit dem Meinigen vereinte, der herzlichen Intimität, die zwischen Unfern beiden ruhmreichen Sroßvätern bestand. Im Zeichen folcher Erinnerungen werden Unfere Völker auf den Bahnen der Zivilisation sortschreiten, gesichert durch dieses alte Bündniß zwischen Italien und den beiden Katsermächten, in welchem die allgemeine Anschauung jetzt ein Sinnbild deS Frieden« und beffen wirksamsten Schutz erkennt. Dies ist der Wunsch, mit dem Ich Mein SlaS erhebe, um zu trinken auf das Wohl Euerer Majestät, Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin und der kaiserlichen Familie, auf die Wohlfahrt deS mächtigen Deutschland, von welchem ein so hoher Slanz von Arbeit und SBiffen ausstraylt. Es lebe Seine Majestät der Kaiser und König!
• „A«f asi-rhöchste« A-fehl.« Die.Köln. VolkSztg/ erhält folgende Zuschrift: „In Nt. 765 betont dl« .Köln. Volksztg/ dl« Verschiedenheit der Danktelegramme, die als Antwort auf die HuldlgungStelegtamme der Kathollken- versammlung an den Kaiser und an den Stoßherzog von Baden eingegangen sind. ES wird auf de» warmen To» und Sie individuelle Färbung deS Telegramms des Großhrrzogs von Bade» hlnqewlesen, das im Gegensatz steht zu dem von Herr» von LucanuS im Auftrage deS Kaisers abgesandten, welches über den gewöhn- hätte sein können und wie öde und trostlos nun die Zukunft vor ihm lag.
Martha hatte unterdessen ihre Arbeit unter heißen Thränen vollendet. Sie setzte ihren Stroh- Hut auf, schlug ein einfaches Tuch um ihre Schultern und empfahl den Knaben, nachdem sie ihn wiederholt mit Innigkeit geküßt hatte, der Obhut ihres Pflegevaters. Dann hing sie dem mit Rosen durchflochtenen Kranz über ihre» Arm, verließ das Hau« und wanderte langsam dem Friedhose zu, wo ihre geliebte Pflegemutter begraben lag.
Einige Dorfbewohner, Männer und Frauen, ginge» an ihr vorüber. Von allen wurde sie freundlich begrüßt. Jedermann im Dorfe liebte fie, denn fie hatte sich gegen die Armen und Kranken in P. soweit es die Mittel ihres Pflegevaters erlaubten, immer hllfreich gezeigt.
Als Martha da« Haus eine Strecke hinter fich hatte, wurde ihr Gatte in seine« Gedanken ax das schöne, freudenreiche Einst und das traurige Jetzt unterbrochen. Der alte Diethelm erschien wenige Schritte vor ihm und winkte ihm. Ernst sprang mit klopfendem Herzen vom Rasen auf.
„Endlich! endlich!" rief er. ES war ihm, als wen» ihm die Brust zerspringen sollte.
Im nächsten Augenblicke stand er an der Seite seines Vaters,
„Ist sie fort?" fragte er.
„Jo, mein Sohn, und sie wird vor einer halben Stunde nicht zurückkehre«."
„So laß u«s eilen, mei« Vater. Ach, nur eine halbe Stunde! Welch' eine kurze Spanne Zett für meine Freude, sür daS Glück, mein theures Kind zu sehen!"