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uldaer-MZeitung
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Oni uab Vertag der Luldaer ActleudraLW» pelerrg-üe Nr. 4 lDarmoMet.
mit den Beilagen
vnm*„fliustrirte Sonntaas-Zeitung", „Fuldaer Geschicbtsblätter" und fottene-risfe
Mutöa, Freitag, den 29. August 1902.
29. Jahrgang.
49. KeMlilmsaM!Wdrr LaWikeu SruWMs;»Nallvhkm 1902.
C. P. C. Mannheim, 28. August.
(Nachdruck verboten.)
Ai- vierte imd letzte g-fchlosse«- Hemeeat Wersamml««s
wurde durch den Prästdeuten turn «ach 8 Uhr mit dem katholischen Gruße eröffnet. Die Be- rathung der Anträge wird fortgesetzt. Zur An« nähme gelangt ein Antrag, welcher die neu heraus- zugebende Zeitschrift .Die christliche Frau' als Organ der christlichen Arbeitervereine empfiehlt, ei« Antrag, welcher die Bildung von Vereinen bezw. Kongregationen für kaufmännische Ge- hilfinnen empfiehlt, der Antrag betr. die Fürsorge-Erziehung, verschiedene Anträge betr. Ausbildung ländlicher Krankenpflegerinnen, betr. Frauen schütz i» den deutschen Kolonien (für diese Angelegenheit wird ein besonderes Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels eingesetzt, sodann ein Antrag, der dem Mädchenschutz- Kongreß, der in Paris getagt hat, seine Zustimmung ausdrückt, ein Antrag, welcher dir Aufmerksamkeit auf die in Italien lebenden deutschen Katholiken htnlenkt und eine auS-! reichende Pastorisation der Italiener in Deutschland fordert, ein Antrag, der die Förderung des Handwerks will (Befäyigurgs Nachweis), ein An- trag, der die Arbeitslosigkeit bekämpft (a. A. soll durch Kräftigung der Landwirthschaft der Zuzug zu den Städten gemindert werden); eia s<r> nerer Antrag fordert, daß der Lar.dwirthkchaft m d Industrie der «öthige Schutzzoll zu Ttzetl werde. Aus praktischen Gründen wurde der Antrag im Ausschuß zurückgezogen. Die Versammlung ist damit einverstanden. Zur Annahme gelangt ein Antrag, der sich gegen den M ßbrauch des Alkohols richtet. Ein Antrag Porsch- Auracher empfiehlt die katholischen Jünglings, und Lehrlings-Vereine, sowie die Vereine jugendlicher Arbeiter. Der Antrag wird angenommen, ebenso ein Antrag Bachem, welcher bedauert, daß sich die Orden bei uns nicht voll entfalten können. Das bisherige Central-Komitee wird wiedergewählt. Als Ort der nächstjährigen Versammlung wird Köln bestimmt. Damit schließt die Versammlung.
Ate vierte und letzte SfferrMche General! Aersammlr,««
wurde um 10 Uhr durch den Präsidenten Dr. Cardauns unter derselben starken Theil- nahme der Bevölkerung wie die vorhergehenden Tage eröffnet. Der Versammlung wohnen wiederum die Bischöfe von Freiburg und von Mechel« bei. An die Katholiken Nordamerikas wird aus Anlaß der dortigen b-vorstehenden Katyolikenoersammlung ein Telegramm gesandt folgende« Inhalts: „Die Mannheimer Katholiken- Versammlung ft n bet den deutschen Glaubens - brüdern jenseits des Ozeans herzliche Grüße und
Engel und Dämon.
Roman von Johann Marius.
87 ------ (Nachdruck verböte» )
Unter andern glücklichen Verhältnissen hätte sich das Wiedersehen zwischen Baler und Sohn gewiß freudiger gestaltet als jetzt, wo das Herz beider von Kammer undMchmmh bedrückt war. Den Greis ergriff eine unsagbare Wrhmuth, als er Ernst so verändert vor sich sah. Der frische, fröhliche Lebensmuch, der einst auf dem Antlitz des kräftige« junge?. Mannes blühte, war von der Erschütterung, die seine heiligsten Empfin- düngen erlitten halten, verschwunden und hatte einem tiefschmrrzlichr« Ausdruck Platz gemacht. Seine Stirne war in Falten gelegt, seine sonst so strahlende« Augen blickten ft. ster. Daß das Aussehen seines Vaters auch ein anderes geworden war, schien Ernst nicht zu bemerken in dem verheerenden Sturm, der i« seiner eigenen Seele brauste.
Der alte Diethelm hielt das Martha gegebene Wort. Es gelang ihm, Ernst zu bereden, saZ Kind vorläufig noch bet der Mutter zu Icffest. Baß es auch nach der Scheidung bei ihr bliebe, davon wollte Sn ft nichts hören.
„Ich hob- äre bester Mutter sür der Knaben gefunc-ett*, sagte er, „als mem treuloses Weib ihm jemals sei« könnte. Die edelste der Frauen, Ssruora re Fontana, hat sich et boten, seine Pfleger tu und E-ztehrrin zu werden. Dufts Anerbieten nehme ich mit größtem Dank an.:
Wünsche." Hierauf sprach P.ofeffor Esser- Bon« über religiösen und politische« Katholizismus. Das Schlagwort vom polittschen Katholizismus, geprägt von «raus, sei unklar und subi-ktio. Kraus habe auf dem tsolirten Standpunkt des enltäuschten Politikers gestanden und, das habe sein Verständntß erschwirt für die Beurtheilung des Katholizismus. UebrigenS hätten die gegnerischen Politiker inhaltlich dieselbe Unterscheidung von Kraus gemacht. Der Altkatho- lizismus beanspruche für sich, der religiöse Katholizismus zu sein. Halte man uns den« für so inferior, daß wir vergeffen hätten, welches die politische Vergangenheit des AUkatholiziSmuS fti? Wenn wir unS heute unserer G-gner erwehren wollen, müffe« wir unsere Ellenbogen gebrauchen, denn man will uns zu Parias der Gesellschaft herabdrücken. (Lebh. Beifall.) Daher gilt es, nachdrücklich die gegebenen politischen Rechte auS- zunutz rr. Ober solle« etwa die Katholiken in Frankreich aus Furcht vor dem Schlagwort „Politischer Katholizismus" mit gekrümmtem und zerschlagenem Rücken unter daS aufgenchtete Joch kriechen? Hätte« die Männer in Frankreich ihre politische Pflicht erfüllt, brauchten dort die Frauen nicht ihren Muth zu zeigen. (Stürmischer Beifall.) Aber wir lehnen es ob, untergeordnete TageSfragen durch die Religio« zu sankttonirkn, die Religion zum Aushängeschild rein materieller Interessen zu machen. Die Tochter des Himmels soll nicht zur Magd herabZewürdigt werden. (Beifall.)
Als zweiter Redner sprach Gristl. Rath, Abg. Wa ck er - Zährinpen über Katholizismus und Autorität. Der Abfall vom Glauben, so fühle er aus, tritt jetzt sehr in die Erschetrung; aber alle Anzeichen weisen darauf hin, daß der Zug hin zur Kirche -m 20 Jahrhundert der stärkere sein wird. Die Autorität ist von Gott und wo man Gott verläßt, treibt man einen Kult mit Schwindel- autoritäten. Mißbrauch der Autorität ist die Signatur der vergangenen Jahrzehnte. Die staatliche Autorität hat einen nichtnaturgemäkrn Kamps geführt gegen die Kirche, und dieser falber« auf dem Gebiet der Schule schwere Wunden geschlagen, die eigene Autorität aber nicht minb^ geschädigt. Die Kirche muß frei sein in ihrer £ aaifation, frei auch ihre Orden. (Lrbh. Bttftu ) Hoffen wir, daß da« 20. Jahrhundert das V- ständniß für diese Forderung findet. Den Autoritäten müssen sich auch die Professoren beugen. Die Söhne der Kirche dürfen nicht ankämpfen gegen die kirchliche Autorität. Wenn das geschieht, wie kann man dann von den Dienern des Staates ein Anderes erwarten? (Beifall.)
Präsident Cardaun» gab dann in einer glänzenden Schlußrede einen Ueberblick über die Arbeit de» Kaiholikentages. Mit bet angekündigten Sonnenfinsterntß zu Mannheim sei es nicht» geworden. Wir gehen als Freunde und Brüder von einander wie wir gekommen find. Von Kanal und Zolltarif lassen wir den Finger; sie sind in guten Händen. Zwischen Katholikentag und Centrums- pattei haben wir streng geschieden tiotz unserer Freundschaft. Freilich, die hier waren, werden darüber gesorochen haben, und im Vertrauen kann ich Ihnen v rrathen, es soll auch eine Verständigung erzielt sein. (Heiterkeit.) Der Mannheimer Katholikentag hat uns wieder überzeugt, daß wir auch in der Zukunft kämpfen, einig sein und ar-
Mein Weib — das ich kaum noch so nennet» mag — muß sich von dem Ksaben trmet.*
„So willst Du das Kind draußen sehen?" fragte der alte Diethelm.
„Ja, Vater, doch nur unter der Bedingung, daß ich fei «er Mutter nicht begegne. Bist Du im Stande, das möglich zu machen, so will ich in einigen Taoen zu Dir kommen."
„Ich hoffe es", erwiderte der G.eis. „Es wird sich schon eise Gelegenheit sieden, wo ich Martha auf kurze Zett aus dem Hause entfernen tarn*. Dann magst Du Deinen Knaben an Dein Herz schließen und, wozu Da Dich auch wohl im Inner« grdiängt fühlst, das Grab Deiner Mutter besuchen."
Die letzten Worte erisnerten Ernst an das marmorne Denkmal, welches Sevnora de Fontana der verehrten Tobten hatte sitzen lassen, und mithin auch an die großherzige Dame fett ft,
„Ehe Du wieder nach Hause fährst, lieber Vater", sagte er, „mußt Du der edlen Freundin unserer Familie Dritte Aufwartung machen. Es würde sie kränken, erführe sie, daß Du hier gewesen seiest, ohne ihr Deinen Besuch geschenkt zu haben. Daß ich bi» jetzt nicht ga'°,z verzweifelt bin, habe ich allein ihr zu verdanken. Sie hat mit sanften Worten den himmlischen Balsam des Trostes in mein Herz gegossen. Sie ist her Verehrung aller guten Menschen wsrth."
Der alte Herr nickte.
„Du hast Recht, mein Sohn. Führe mich zu ihr. Ich sah sie nicht, seit sie mir die niederschmetternde Nachricht von der Treulosigkeit Deines
beiten müssen. Wir • wünschen nicht den neuen Kulturkampf, der uns droht, aber wir halte» unser Pulver trocken. Mit den andersgläubigen Mitbürgern wollen wir Frieden. Selbst wollen wir sein Katholiken ohne jedes Eigenschaftswort, ohne alle Spaltung. Unser Leitstern bleibe das unvergängliche Wort: ora et labora. Tosender Beifall unterbrach häufig die Rede. Erzbischof Rörber ertheilte, als der Präsident geschlossen, der Versammlung den bischöflichen Segen, worauf die Anwesenden das Te Deum anstimmten. Dann schloß der diesjährige Katholikentag.
Aas Iestmatzk,
mit welchem die diesjährige Katholikenorrsamm' hing ab schloß, reihte sich würdig den bisherigen Beranstalturg-n a«. Etwa 300 Personen nahmen an demselben Th eil, darunter zahlreiche Abze- ordnete, Präsident Dr. CardaunS toastete auf Pepsi, Kaiser und Großherzog, Erbdorste Äischering auf den Episkopat, Erzbischof Nörber auf das Lokalkomitee und Präsident des Lokalkomitees, AmtSgerichtsrath Gieß!er, auf das Zentralkomitee. Das Mahl verlief in schönfirr Weise.
Die I-Myrt
auf dem Rhein schloß sich unmi Mbar tn das Diner an. Eine stattliche Anzahl von fichten- geschmückten Dampfer» harrte der Gäste als die Versammlung gegen 41/* Uhr am Rheinufer erschien. Tausende von Menschen hatten sich sowohl auf der Mannheimer wie auch auf der Sui wigSyafeuer Seite sowie auf der Rheinbrücke eingefunÄrn, um dem intereffarten Schauspiel bei« zuwohnen und das rege Tasche»tuchschwenken bewies, daß sie alle mit Herz und Seele dabei waren. Als die stolzen Dampfer sich in Bewegung setzte«, erschien plötzlich nach Art der bekannten Marineschauspiele eine Flottille kleiner Dampfer, die d^u Festzug eskortirte«. Von alle« Seiten erhrö' :ea die Böller. Die Musik setzte ein und ein d ^usindes Hoch erscholl von den Ufern den Gästen zu Ehren, dir nun bald Man-chrim v lasse« fo t?n. Die Fahrt ging bis a« die W -crrser Brücke. Nachdem sir dieselbe erreichttn sendeten die Schiffe und die Begeisterung, w lche schon vorher einen hohen Grad erreicht hatte, erstieg den Gipfelpunkt, als die Fksttheilnehmer gegen 73/» Uhr wieder landeten. Leider gestattet es uns die Zeit nicht, die Fahrt im einzelnen zu schildern. Wir nahmen Abschied von Mannheim mit dem Gefühl, daß die süd- deutsche Bevölkerung, namentlich die Badenser und Pfälzer, sich durch diese Tage den Dank der ^esammte« katholischen Welt verdient habe«.
© Nochmals die Bieh-Einsuhr.
Gegenüber der Agitatio», die gegenwärtig entfaltet wird zu Gunsten der Einfuhr lebender Schweine nach Deutschland, ist nochmals hinzu, weise» auf die Auskunft, die der preußische Land- wirthschaftsm!nister von PodbielSki einer Ab- orbsmng der Stadt (s. Artikel „Flüschtheuerung" im 2. Blatt) gegeben hat. Der genauere Inhalt dieser NuLkuasi ist nämlich erst nachträglich von dem Posener Stadtverordnete« vorst-her, der mit zu d?r Abordnung gehörte, dem.Posener Tageblatt' mügrtheilt warte i.
Werb.« brachte. Ach, sie hat selbst nicht minder als ich darunter gelitten, da sie Martha ihre iheuerste Freundin nannte."
E.nst ließ einen Wagen holen und fuhr mit seinem Vater zu der Zerstörerin seines irdischen Glückes.
Sennora fce Fontana empfing den Greis, wie >hi eine Tochter nicht besser hätte willkommen heißen können- Ec blieb über eine Stunde dort, und «l« er wiever Abschied tos ihr nahm, war sein Vertrauen fester zu ihr wie jemals, während sie hinter ihm her über die Menschen, welche sich so leicht täu'chen ließen, spottete.
Weder in feiner Heimat.; anjelommen, trat ihm Marth 2 mit angsterfüllten Mienen entgegen.
„Nun, Vater", fragte si; zitternd, „was sagte Dir der harte, heißgeliebte SDtann?"
„Ec verzichtet darauf, den Knaben in Hamburg zu sehen" er widerte der alte Diethelm aus« weichend. „Du kannst also Deine Avgst verbannen, dis Dich am Ende noch krank machen würde."
Martha athmete hoch auf.
„So ist das Mitleid mit feiner unglücklichen Martha doch nicht ganz in seinem Herzen erstorben," sagte sie. „Wenn das unglückselige, dunkle Gs- tzeimniß sich auch nie ausklärt und er auf Scheidung besteht, so will ich Dem Getäuschten doch gern seinen Jrrthum vergeben, läßt er mir nur das Kind. Ich will den Knaben lehren, seinen Vater zu lieben, ebenso beiß und innig, wie ich ihn liebe, jetzt und in alle Ewigkeit. Hat der Gram mich getödtet, dann mag das Kind an der Brust seines
Danach sind die Gründe, die de« Minister an dem Einfuhrverbote lebender Schweine fest- hatten taffen, folgende:
Erstens kann das Verbot aus technische« Gründen nicht ohne weiteres von heute auf morgen aufgehoben «erden; dazu gehören Einrichtungen, die nicht so schnell beschafft werden kömen. Zweitens aber — und das ist die Hauptsache! — legte der Minister den Posener Herren eine amtliche Zusammenstellung aus de« letzten Jahren vor, aus Der sich in überzeugender Weise ergibt, daß seit der Einführung der strenge« Tperrmaßregel« die Viehseuche« bei uns i« Deutschland in staunens- werther Weise abgenommen haben. Bei der Einfuhr von Schweinen nach Deutschland handelt es sich hauptsächlich um die Einfuhr aus Ungar« u«o Galizien, und gerade die Einfuhr von dort bedingt eine ungrmeine Seuchengefahr. Man darf nicht vergeffen, daß auch Die öfter« reichischeReichshälste der habsburgischen Monarchie gegen diese Seucheneinschleppung aus Ungarn sich zu schützen sucht, so gut es möglich ist; und Diejenigen, die erneute Einfuhr lebenden Borstenviehes auS Ungarn verlangen, wissen augenscheinlich gar nicht, mit welcher außerordentlichen Gefahr sie unsere eigene Viehzucht bedrohen. Und zwar nicht nur die Viehzucht des Groß- grundbksitzers, sondern auch — um einen beliebten Ausdruck jener Seite zu brauchen! — das Schwein des armen Mannes. Es würde geradezu ein Frevel am deutsche« Volksvermögen u-".d deutschen Volkswohlstände sei", wollte ma« jetzt wieder diese Einfuhr zulaffen, die ohne Zweifel sehr bald von neuem unfern eignen Viehstand verseuchen würde.
Theilweise habe« sich auch Fleischervereinigungen an der Agitation für die Zulaffung dieser Einfuhr lebender Schweine betheiligt — warum, kann man nicht recht einsehen. Die Erhöhung der Preise des Schlachtviehes werden doch allermeistens für den Fleischer ausgeglichen durch entsprechende Erhöhung der Fltischpreise, so daß den Schaden in ganz vor wiegendem Maße der Fleischserbravchsr zu tragen hat. Im U?brige« aber sollte gerade der Fleischer im eignen Jitereff; auch ein durchdachtes Interesse bekunden an dem Gedeihen der einheimischen Viehzucht; und diese Lrtzere kann nur bann gedeihen, wenn sie geschützt ist vor der Einschleppung von Viehseuchen aus dem Aus lande. Daß es bei uns thatsSchkich eine Flei 4 o'h gar nicht einmal gibt, beweist wiederum das Posier Beispiel. Der dortige Velars im H^d- umdrehen in so überreichlicher W-i e gedeckt wo-den, daß Landwirthe und Viehhändler bereits über flaue Abnahme deS Dargcbotmew BüheS uns G-flügels sich zu betlagen aqangex.
Berlin, 28. August 1902.
i>cutscins Reich.
* Die Ks»iserm««över im nächsten Jahre sollen. wie der ,Magdb Z'g/ gemeldet wird, in der Provinz Sachsen stattfinden und zwar sollen daran das 4. und 10. Armeekorps theil-
Vaters dieselbe Liebe finden, welche seine arme Mutter ihm gewährt und in fein junges Herz gepflanzt hat."
19. Kapitel.
Obgleich Ernst Dietheim fest entschlossen war, sich von seiner Gattin zu trennen, so vergingen doch mehrere Wochen, oäne daß er den für seine gar je Zukunft vei hängnißvollen Schritt in Ausführung zu bringen vermochte.
Zuerst hielt seine GeschästSthätigkeit ihn davon zurück. Da er in die Firma Gehring eintreten sollte, so gab es gar Vieler zu ordnen und festzustellen, so daß er gezwungen war, vom frühen Morgen bi» zur späten Abendstunde seine Zett im Kompkoir zuzubringen. Nur der Sonntag blieb ihm zu fernen Privatgeschäften übrig und an diesem Tage war jedes Advokatenbureau geschloffen. Anderersetir hielt ihn ein Brief seines Vaters noch davon ab. Der alte Mann schrieb ihm, Martha sei so leidend geworden, daß er fürchte, die Vorladung, welche sie vom Gerichte erhallen würde, werde sie in eine gefährliche Krankheit stürzen, ja, ihr vielleicht den Tod zrzi'hen. Er bat seinen Sohn inständigst, noch mit der Klage zu zögern, bis die Unglückliche sich von dem ersten Schlag», der sie getroffen hatte, erholt haben würde.
„Denn, daß Mattha noch mit ganzer Seele an Dir hängt", fügte er hinzu, „steht außer jedem Zweifel, trotz des Vergehens, dessen sie sich gegen Dich schuldig gemacht hat. Ihre Verzweiflung ist keine Verstellung, und wenn ich sie so bleich und die Augen beständig mit Thränen gefüllt im