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29. Jahrgang

JuLöa, Dienstag, den 26. August 1902.

M 195.

vrilck und Verlag der Lnlöacr UrtltelnUkge» peler»ga>Ie fit. r (fcaraomtl.

bester werden.

Gegenwärtig liegt dem Reichstage der neue Zolltarif zur Berathung vor. Es würde ein thörichtes Beginnen sein, neue Reichssteuern zu schaffe», bevor man weiß, wie dieser neue Zoll­tarif sich gestalten und auf die Reichsfinanzen ei» wirken wird. DaS muß zunächst unter allen Umstände« abgewartet werden, und die Regie­rung wird sicherlich so klug sei», sich beim Reichstage nicht eine vollständige Niederlage zu holen mit neue« Reichssteuern vor der Ent­scheidung über den Zolltarif.

Aber gerade für die Verbündete« Regierungen liegt in der ungünstigen Finanzgestaltung deS Ruches und auch mancher Einzrlstaaten die dringlichste Warnung, doch recht sparsam zu sein bei der Aufstellung der neuen StatSentwürfe

für 1903. Wird diese Warnung in genügendem Umfange befolgt, dann wird auch der Fehlbetrag in de« Reichsfinanzen ohne alle neue Apparate ohne besondere Schwierigkeiten zu überwinden sei«.

mitgetheilt wurde.

Als aber der unerhörte Terrorismus des ba­dischen NationolliberaliSmuS gebrochen war u«d, „

die Katholiken Badens ihr gutes Recht verlangten, vo« Italien dem deutschen Kaiserhose in Potsdam als jetzt die Zulassung von Männerklöstern auch eine« Besuch abstatten, in Berlin erwidern und für das Musterland Bade« auf die Tagesordnung der Herbst-Parade des Gardekorps auf dem Tempel- gesetzt wurde, da ließ es den streitbaren Proseffor ' -* ~ ««- i'eaWb

nicht mehr schlafen. AuS seiner Gelehrter klause, ist er ausgezogen in die Lande, um in mächtigen Reden dar Volk aufzurusen zum Kamps wider die Orde«. WaS alles in dem Geiste dieses Mannes durcheinanderwogt und schwirrt, das zeigt der Niederschlag dieser Gedanken in einem Artikel «Zur Klosterfrage in Baden- in der Frankfurter Halbmonatsschrift „Das freie Wort", aus der Feder deS Herrn Pioseffors.

Es ist ein Artikel, der vom pathologischen Standpunkt aus das lebhafteste Interesse erregen muß. Es ist immer recht unterhaltend, wen« einer recht schimpfen kann, nicht wie ein Kavalier, sondern wie ein Kavallerist und Fiößerknecht. Und schimpfen kann der Karlsruher rasende Roland; wenn er auch etwas mehr Abwechslung in seine Schimpsworte hätte bringen dürfen. Aber auch so ist das Schimpslexikon des Herrn Hochschul- pioseffors ei« recht reichhaltiger. Einige Pröbchen aus diesem neuesten akademischen Höflichkeits- und Komplimentierbuch wollen wir unfern Lesern nicht

«rantw.: Mr di- Keoattion i. v. Larl Schalk" ; * lur jHierate 3. Piftjeller in Suita.

Fehlbetrag von 48 V» Millionen Mark ergeben abgesehen von dem Fehlbeträge bei den Neber- Weisungen an die Einzelstaaten; und daß meser Thatbestand ungünstig auf die Gestaltung des Etats von 1903 einwirkt, versteht sich von selbst.

In einer Darlegung, die augenscheinlich von amtlicher Stelle veranlaßt worden ist, wird neuer­dings dazu bemerkt: _ . , ,

„Schon im Etat für 1902 konnte in die Position der Ueberschüffe aus früheren Jahren nichts eingestellt werden; dagegen mußte em Fehlbetrag voll nahezu 2 Millionen Mark unter di« Ausgaben einaereiht werden. Im Rerchs- haushaltsetat für 1903 wird unter den Aus­gaben der Fehlbetrag von 48V, Millionen er­scheinen. Um zu ermeffen, wie sehr sich die Reichkfinauzen innerhalb zweier Jahre ver­schlechtert habe», braucht man nur den Etat von 1901 und den von 1903 an dieser Stelle zu vergleichen. 1901 konnten 32,7 Mill. Mark Einnahme aus dem Ueberschüffe von 1899 bei der Etatsaufstellung verwendet werden ... Der Etat von 1903 wird sich demgemäß « diesem einzigen Punkte um 81,2 Millionen Mark gegenüber dem von 1901 verschlechtern.

Diese unleugbaren Thatsachen find ja, wie ge­sagt, ohne Zweifel sehr bedauerlich. Aber rns Bockshorn jagen laffen wir uns damit noch lange nicht; und darauf geht augenscheinlich das ganze Manöser der Regierung hinaus. Die Verbündeten Regierungen lechzen nach der sogenannten Reichs­finanzreform nach Miquel'schem Rezepte, die eine reinliche Scheidung herbeiführen soll zwischen den Finanz-n des Reiche» und den Finanzen der ein­zelnen Bundesstaaten; und diese sogenannte Resorm soll aufgebaut werden auf der Grundlage neuer Reichsaurgaben. Der Herr Reichsschatzsekretär hat er un» ja schon wiederholt gesagt, daß neu« Ab­gaben auf Bier und Tabak gelegt werden müßten, wenn es nach seinem Willen ginge. Und in diesem Sinne wird nun die ungünstige Finanzlage von Regierung und ihren Organen nach allen Regeln der Kunst auSgensitzt.

Crfcfieittt täglich, ni. Ausnahme der Eon«-vnd Feier- zage. Vierteljährl. Xgefugeprtis ohne Bringerlohn ! vnd Bestellgeld in >Fulda und auS. wärlslW^OPs,

Reich geschehe»-. Deshalb ist das Ausnahme' gesetz gegen die Jesuiten zu Recht bestehend. Denn „eS ist thatsächlich nur die Anwendung des ele­mentarsten HauSrechts-.

Wie ein wilder Gießbach strömt diese furi- bunte Prosa da'-c-r. Wir danken Herrn Proseffor Böhtlingk für seine Mitarbeit, daß Baden Klöster bekommt; den« wenn etwas die ganze Haltlostg« leit des professoralen Klosterrummels in Baden enthüllen könnte, so dieses Geschreibsel. Deshalb gebührt Herr Löhtlingk aber auch der Dank der badische« Katholiken. Wir rathe« ihnen, dem streitbaren Kämpfer, nicht zwar den Lorbeerkranz des Ruhmes zu überreichen, aber doch ein Exem­plar von — KniggeS Umgang mit Menschen.

Berlin, 25. August 1902.

+ Kaiser Wilhelm uud König Eduard. Die Mittheilunge« englischer Blätter mehren stch, wonach demnächst wiederum eine Zusammenkunft zwische« dem Kaiser und dem König von England stattfinden soll. Der König von England soll eine neue Seereise auf seiner Dacht beab­sichtigen und bei dieser Gelegenheit mit dem Kaiser in deutsche« Sewäffern oder in einer deutsche« Hafenstadt zusammentreffen, und Kaiser Wilhelm soll beabsichtigen, im Herbste nach Eng­land selbst zu reisen.

+ König Wiktor Knrsrmel III. In dieser Woche wird der König Viktor Emanuel

auch auf de» Handel und Wandel hiesiger Stadt zuzutreffen. Er überbringe die Grüße Osna­brücks und der nordische» Missionen (Beifall), er überbringe die Grüße des Bischofs von Osna­brück. (Beifall.) Die Katholikentage seien eine Gottesgabe für Deutschland und seine Katholiken; was sie schon gewirkt, könne nur Gott ermeffen. (Beifall.) Aus Württemberg übermittelte die Grüße Graf Otto von Rechberg - Rothen­löwen, Erlaucht aus Donzdorf. Der gemischte Chor ließ Schuberts prächtiges „Die Allmacht­hören. Justizrath CustodiS brachte Grüße aus Köln; die Kölner seien ja fidele, herzensgute Leute, die Mannheimer aber seien ihnen noch über; die heurige Versammlung werde anscheine«d die bisherigen 48 Tage Übertreffen. Die Kölner seien gekommen, um zu lernen, da im nächsten Jahre hoffentlich die Versammlung dort in Köln stattfinde. Von Köln seien die Katholikentage ausgegangen 1848/49. Er lade alle herzlich ein und rufe: ei« frohes Wiedersehen in Köln. Religionslehrer Müller aus Metz dankte dem Kaiser, durch deffen Eingreifen sei es bester mit der Organisation der katholischen Kirche im Elsaß; der Bischof habe geholfen. Der wieder aufgelebte Volksverein zähle bereits 2500 Mitglieder. Es gehe also vorwärts in Elfaß-Lothringen, von wo er Grüße bringe. Der Reichstagsabg. Haus ergänzte die Freundschaftsbrzrugungen vom freund- nachbarlichen Standpunkte der Straßburger: die Elsäster nähmen keine Sonderstellung in katholi­schen Dingen ein. (Bravo!) Sie ließen stch vo« Niemanden in der Liebe zur katholischen Liebe über- treffe«. Wir geben dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist. Im Zeichen der Einigkeit werde die katholische Kirche siegen. Weitere Redner brachten Grüße aus der Heimath.

mit den Beilagen

.lllustrirte Sonntags-Zeitung“, .Juldaer Üeschichtsblätter" und Cotterie-Cisfc.

vorenthalten.

In dem sieben Seiten umfaffrnden Artikel werden die Katholiken bloß 8 mal als „Röm­linge" benamst; dann folgte eine „schwarze Phalanx-, diese ist angeführt vo« dem „schwarzen Wahlfeldmarschall- (Pfarrer Wacker), dem die „schwarzen Bataillone" und die „Finsterlinge" ge- horchen. „Viele vom katholischen Adel laffen ihre Söhne in Feldkirch in der Wolle schwarz färben." „Der oberste Gerichtshof in Karlsruhe gilt durchweg für schwarz." „Schon seit vier Jahren wird die große Revue über die ganze schwarze HeereSschau in Form der Fronleichnams- Prozession übgehalten." Das Priesterseminar in St. Peter hat „eine fanatische, staatsfeindliche Leitung." Ehrhard, der jetzt nach Freiburg be- rufene Geschichtsforscher „dürste eher ei« Jesuit sein, als ein Reformator". Kurzum, es ist die allerwichtigste Aufgabe der Regierungen, „daß dem ultramontanen Triumphzug und der schon so weit eingedrungenen Pfaffenherrschaft endlich Halt geboten werde," denn sonst „ist es um das

G Die Reichsfinanzen.

Di« Regierungen machen gegenwärtig außer­ordentliche Anstrengungen, um uns zu ängstigen mit ganz fürchterlichen Gefahren, di« angeblich au dem Gebiete der Reichtfinanzen uns bedrohen sollen. Daß es nun freilich mit den Retchrfinanzei gegenwärtig nichts weniger als glänzend bestellt ist, wiffeu wir. Der Abschluß des Reich,haus- ' Halter für das Rechnungsjahr 1901 hat einen

Rfi Ein moderner Kulturkämpfer.

Einst war das römische Staatswesen von einer im geheimen schleichenden Verschwörung bedroht, als es noch, kurz, ehe die Verschworenen los­schlagen wollten. Einem gelang, ihre finsteren Plane zu enthüllen. Der Mann erhielt dann vo« seine« dankbaren Mitbürger» den Titel!„Vater des Vaterlandes". Mitte« unter uns ist «un auch ein solcher Retter aufgestande«: Entsetzliches hat er entdeckt, Furchtbares bedroht den Bestand des deutsche« Reiches. „Es ist um das ganze Reich geschehen", so verkündet der Mann, der neue Retter des Vaterlandes. Aber wo brennt's denn? Was ist denn? Stürzt Rhodus unter Feuersflammen? Wo rottet sich der Feind zu­sammen? Stehen an Deutschlands Ostgrenze wilde Kosakenheere, um eine« Vernichtungsritt durch Deutschland zu machen und ihre Pferde im Rhein zu tränken? Zieht ein Tärkenheer die Donau herauf? Haben die Chinesen zur Rache sür den Bexerkrreg eine gewaltige Armada (Kriegsflotte) ausgeschickt, welche bereits die Nord- und Oftseeküste blocktrt hat? Nichts von alle­dem ! Solche Gefahr hätten Deutschlands Staats­männer längst erkannt. Aber viel tiefer liegt die Gefahr! und nur ei» ganz außerordentlich scharfes Auge konnte sie entdecken. Darum Heil ihm, dem besorgten Wächter und Hüter des deutschen Kapitols, Heil ihm, dem genialen Kopfe, der im letzte» Augenblicke, als schon der Hammer der Weltenuhr sich ausgehoben, um dröhnend die

letzte Stunde deS deutschen Reiches zu schlagen noch die Ge ahr erkannt und vor ihr gewarnt. Heil ihm, dem Proseffor der Geschichte a« der technische« Hochschule in Karlsruhe, Heil H. Arthur Böhtlingk! der das entsetzlichste Geschick vom Lande Baden abwenden will, das ihm bevor­steht - Männerklöster! '

Noch ist kaum GraS gewachsen Über seinen Angriff gegen die Berufung des katholische» Pro­fessors Schulte zur Leitung des preußischen historische« Institutes in Rom. Wes Geistes Kind dieser Angriff war, zeigt am besten der Umstand, daß die liberale« Zeitungen ihn in den Papierkorb versenkten, dort, wo er am tiefsten ist; und nur den so sehr von ihm gehaßten ultra- montanen Blättern hatte Herr B. es zu ver- danken, daß seine Arbeit der staunenden Welt

Aehnliche» haben mir schon einmal erlebt, so vor etwa zehn Jahren. Da tauchten zum ersten Mal die sogenannten Reformpläne de« Herrn von Miquel auf, und auch damals sah e» nach dm Schilderungen der Organe und Vertreter der Regierungen auf dem Reichrfinanzgebiete so unsäglich traurig an», daß Einem Himmel- angst werden konnte. Dennoch wurden die Miquel'schen Pläne abgelehnt und ad acta gelegt, und was geschah? Als die Regie­rung sah, daß daran nicht« mehr zu ändern war, änderte sich auf einmal alles mit einem Schlage: Auf einmal wurde die Finanz- läge des Reiches vortrefflich. Und als dann gar erst kurz danach die neue« Forderungen für die Krirgtflotte am politischen Horizonte auf- stiegen, hatten wir nach den Behauptungen der- selben Organe der Regierung so heidenmäßig viel Geld, daß wir gar nicht wußten, was wir damit anfangs« sollten. Wir mußten unbedingt eine» Abfluß schaffen für diese lästigen Reich- thümer, und wir mußte« ja ordentlich froh sein darüber, daß wir i« den Bewilligungen sür die Kriegsflotte eine so vortreffliche Gelegenheit dazu dargeboten bekamen.

Die Marinevorlagen sind bewilligt. Nach einige« Jahren soll der Reichstag neue Summen bewillige« für die Verstärkung der Ausland- flotte, die vorher abgelehnt wurde. Die Regie- rungen wolle« außerdem die sogenannte Reichs­finanzreform haben. Unter solche« Umstände« entspricht den Wünschen der Verbündeten Regie- rungen eine erneute Schwarzmalerei vollständig. Und wenn auch Manches in dem Stande der Rtichsfinanzen zu wünschen übrig bleibt, so ist es damit doch noch nicht so unsagbar traurig bestellt, wie die Offiziösen und die Herrs» Regie- rungsvertreter es darsteüen möchte«. Der Tief­punkt in der Entwicklung unseres Wirthschafts- lebens ist augenscheinlich Überstande«. Der Ver. kehr auf den Erseubahnen geht wieder langsam in die Höhe. Und wen« die Zeiten sich wieder gebessert haben werde«, da«« werden auch die Einnahmen deS Reiches ganz von selbst wieder

49. GmttlmsWMngdkk LaMM SmWaadsAamhcim 1902.

C. P. C. Mannheim, 24. August.

(Nachdruck verboten.)

Schluß vom BegrÜßungSabend.

ES folgte die Cantate für gemischten Chor und Orchester „Lumen de coelo", Gedichte Sr. Heiligkeit Papst Leo XIII., zusammengestellt von Anton Stehle, III. Theil: Triumph der Kirche. In kurzen, knappen und kräftige» Worten entbot der Oberbürgermeister Marti« dem Katholiken- tage feinen Gruß. Freie Bahn für jedermann, sei der Leitsatz, der Mannheim groß gemacht habe. Viele Wege führten eben nach Rom. (Beifall.) Einmüthiges Zusammenwirken Aller im gegenseitigen friedlichen Nebeneinanderwalten hebe das Gemeinwesen, und der gemeinsame« Bethätigung sei ei« so weiter Spielraum auf sozialpolitischem und gewerblichem Gebiete gelassen. Die Toleranz zeichne dis Mannheimer Bürger aus, wie die Versammelte« wohl bereits erfahren hätte». Willkommen in Mannhrim! Kaum war der reiche Beifall verklungen, als — stürmisch begrüßt — der Landtagsadg. Dr. Porsch sich als „Ostelbier" vorstrllte und der Bürgerschaft Mannheims wie ihrem Oberhaupt den Dank für den warmen Empfang, der in der gegenwärtigen schweren Zeit doppelt wohl thue. Man werde die Ohren spitzen, was der Katholikentag zum Zolltarif sage, was er zu den letzten Vorgängen i« Einzelstaaten sage. Wege» der guten Freunde, die dis Ohren spitzen, müsse er das Selbstver­ständliche aussvrechrn, daß der Katholikentag nicht der Parteitag des politischen CrntrumS sei. Wer am Katholikentage nicht Aerger nehmen wolle, brauche es sicher nicht, man sei hierher» gekommen, um sich am Feuer der katholischen Liebe aufzurichten und das Gslöbxiß unserer Treue gegen dir Kirche zu erneuern. Möge der Anfang dem Fortgang« entsprechen. (Bravo!) Nach der Jabel-Ouvertüre von C- M. v. Weber sprach der Vorsitzende des vorjährige« Lokal- komiteeS, Amtsgerichtsrath Engeln aus Osna­brück launig über die Gradlinigkeit der Mann- Heimer Straßen; sie scheine der damalige Osna- brücker Notar Dr. Ludwig Windthorst voraus­geahnt zu haben, als er als Notarspruch wählte: recta linea breviasma. Der Spruch scheine ihm

Hofer Felde beiwohne«. Wir gebe« deshalb un« seren Lesern beistehend das Porträt des Monarchen. Der König, als einziger Sohn seiner Eltern am 11. November 1869 zu Neapel geboren, fett 24. Oktober 1896 mit Prinzessin Helene vo» Montenegro (geb. am 8. Januar 1873) vermahlt, war vor seiner ThrotSesteigung als Generalleut, »ant Kommandeur des 10, Armeekorps. Die An« tunft des Königs von Italien zum Besuche des Kaisers erfolgt aus Station Wildpark bei Pots« dam am 27. August. Der König nimmt im Neuen Palais zu Potsdam Wohnung. Am 28. August findet seierlicher Einzug in »erlitt statt, wo der König der Fahnenweihe im Zeug- Hause beiwohnt. Am 29. August Abends rolrb ctcfjer Zapfenstreich auf der Mopke ab gehalten; am 30. August findet die große Herbfiparade auf dem Temvelhofec Felde statt, der König Viktor Emanuel oeiwohnt.

! + Graf Mülow ««d Minister Ach».

| vom Mhek«0aö«r. Von Anfang an ist ange« ■ nommex worden, daß der Reichskanzler Graf j Bülow als preußischer Ministerpräsident nicht einverstanden gewesen sei mit der Art der Be« Handlung, die dem Geheimrath Löhning zu Theil geworden ist. Ein neues Anzeichen dafür, daß es sich so verhält, ist eine Berliner Zuschrift beS «Pester Lloyd', in der man aus bestimmten Gründen eine richtige' Wiedergabe der Ansichten des Grafen Bülow zu erblicken hat. Dort wird zunächst dem Frhrn. von Rheinbaben em glänzendes Zeugniß ausgestellt für seine Besäht« gung als Finanzminister. DaS geschieht aber nur, um ihm aus dieser sammtnen Unterlage eine kleine Ruthe zu repräsentiren: „Es weiß schließlich Jeder — so lieft man da — daß Die Verquickung eines politisch «othwendig gewordenen Vorgehens gegen Löhning mit seiner Liebes-, Ver« lobungs- und Heirathsaeschichte dem Minister- Präsidenten Grafen BAow ebenso zuwider ist, wie nur irgend einer der darüber in Harnisch geratenen Zeitungen. Auch hegt gewiß Nie­mand lebhafter als Graf Bülow den

«Wunsch, daß der von seinem Fmanzkollegey

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