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JuLöa, Dienstag, den 19. August 1902.

29. Jahrgang.

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IDustrirte Sonntags-Zeitung,Suldaer 0esd)id)tsbJätler' und Cotierie-risfe.

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25-jahri-e Zadrlsrirr der Nrrbn-rs krttzilischrr kaafm. Utrtiaigmigte ja

Nachdruck verboten.) c.P.C. Mainz, 16. Aug.

Zu unserem Vormittagebericht tragen wir nach, daß der Mainzer Verein dem Gründer, Dr. Elz, ein Diplom durch Herrn Reatz überreichen ließ. Ja der Nachmittagsfitzung zieht Herr Reatz den Antrag Frankfurt betr. die Zuwendung an die Marienpenfionskaff« zu Gunsten de« Trierer Antrag« zurück. Der Trierer Antrag will von dem Verbands-Beitrag von 2 Mk. pro Jahr jähr­lich 5 Pfg. an die genannte Kaste gezahlt wtffen. Der Trierer Antrag wird begründet durch Herrn Lux-Trier, vp la den-Köln hielt er für um gerecht, daß von dem Beitrag, den fämmtliche Mitglieder de« Verbandes zahlten, Zuwendungen au eine Kaff« gemacht würden, von der nur ein Theil der Verbandsmitglieder Vortheil habe. Er sei daher gegen den Antrag. Malsberger- Halle ist für die Bewilligung. Ein Vertreter der Verbandsleitung spricht sich aus grundsätzlichen und sachliche« Gründen entschieden gegen den An- trag au». Man müffe für die Vermehrung des Berbandrvermögen« sorgen, damit man den Ver- bandsbeitrag herabsetzen könne. Bei aller Sym­pathie für die Marienpensionrkaffe meine er, daß die Unterstützung-kaffe denn doch eher der Beihilfe bedürfe und sie beanspruchen könne. Heckhausen meint, gerade die Jubelfeier sei geeignet für eine sozialpolitische Großthat, und beantragt Ueber- weisung von 5000 Mk. an di« Penstontkafle. Ein Vertreter der Verbandrleitung tritt dem aus Rück­sichten auf die finanzielle Lage entgegen. Lux- Trier betrachtet es als eine Pflicht des Verbandes, für jene Kaffe, die sein Kind sei, zu sorgen. Was die 5000 Mk. anlange, so könnten dieselben wohl aus dem Reservefonds genommen werden. In­dessen bitte er, den Antrag Trier anzunehmen. Da das Resultat der Abstimmung zweifelhaft ist, folgt namentliche Abstimmung. Der Antrag wird mit 212 gegen 190 Stimmen angenommen. (Inzwischen sind 92 Vereine al» vertreten an­gemeldet worden.) Ein Antrag Heckhausen auf Ueberwetsung von 3000 Mk. an die Penfion»- kaffe wird abgelehnt. Hierauf werden die Ver­handlungen bi« 5 Uhr abgebrochen, weil inzwischen die Generalversammlungen der Unterstützuogrkaffe und der Krankenkasse tagen.

In der General-Versammlung der K r a n k e n k a s s e find 54 Stimmen vertrete«. Vor­sitzender Föhrling-Hannover gibt einen kurzen Jahresbericht, für de« wir auf unser« obtzen Bericht verweise«. Eine zweistündige Debatte e«t- spi»nt sich chber Ernzelfälle, i» denen i« unberech­tigter Weise Krankengelder gefordert wurden. Darauf wird der Vorstand entlastet. Der Vor­sitzende regt an, die Koste« der General-Ver­sammlung zu verringern, da die großen Ausgabe« dafür (4000 Jt.) auf Kosten der Krankenkasse ge- macht würden. Die Diäten werden pro Tag mit <8 M. festgesetzt und die Fahrt III. Klaffe ver­gütet. Et» Antrag der Vorstandes, de« Krankengeld - Bezug wieder von 360 Tage« auf 180 herabzusttz?» (mit Rücksicht auf d e außer­gewöhnliche« Ansprüche, welche in den letzte» Jahre» a« die Leistungsfähigkeit der Kaffe ge­stellt worden seien und die die Gefahr einer Bei-

KngeL und Dämon.

Roman von Johann Marius.

28 ------ (Nachdruck verboten.)

Der arme alte Mann darf nicht ohne Hilfe allein bleiben", sagte die Sennora zu den anderen Damen.Er kann sich in seiner Verzweiflung eia Leid zusügen. Wachen Sie über den ge­brochenen SreiS. Ich will selbst den Arzt holen. O, dieses Unglück!"

Die Sennora verließ eiligst daS Haus. Sie traf den Arzt zu Hause und brachte ihn sofort mit Es war derselbe, der die verstorbene Frau Diethelm behandelt hatte. Mit seiner Hilfe wurde der Greis, dem die Kunde von Martha's Flucht die letzte« Kräfte geraubt hatte, zu Bett gebracht.

Sie werden für den unglücklichen, alten Mann die nöthige Sorge tragen, sagte Sennora de Fontana leise zu dem Arzte.Ich werde Sie reich für Alles entschädigen. Eine ihn niederschmetternde Nachricht, welche ich ihm leider überbringen mußte, hat ihn in diesen Schwäche- zustand versetzt. Mit Gotte» Hilfe wird er sich hoffentlich bald wieder erholen."

Der Arz- versprach sein Möglichstes zu thun, und verordnete dem Greise sogläch eine stärkende Medizin. **

Nachdem die Sennora dem wie betäubt da- liegrnden alten Mann noch theflnehmend die Hand gedrückt und trostreiche Worte zugeflüstert hatte, verabschiedete sie sich mit ihren Freundinnen.

trags-Erhöhung nahe legten) wird mit 143 gegen 11 Stimmen angenommen. Dann beantragt der Vorstand, den § 18 des Kaffen«Statute-: Bade-, Luft-, Wein-, Brunnen-, Milch- re Kuren, welche von den Mitgliedern nur zur Erholung oder Kräftigung unternommen werden" rc>, zu streiche«. Dieser Antrag wird abgelehnt (25 Stim­men sind für, 25 dagegen; es ist aber für die AnnahmeZweidrittel-Mehrhrit erforderlich). Hier- auf findet die Wahl des Vorstandes statt. Der bisherige Vorsitzende Föhrling, welcher zuerst die Wiederwahl abgelehnt hatte, erklärt sich be­reit, de« Vorsitz so lange wieder zu übernehmen, bis der Sitz der Kaffe nach Effen verlegt werde und Effen sich eingearbeitet habe. (Bravo und Händeklatschen.) Zum Vorsitzenden wird Föhr- ltng gewählt Außerdem werden in den Vorstand gewählt A. Aue, I. Heitmeyer, E. Müller und F. Otto. Als Ersatzmänner werden gewählt H. Herdes, F. Wöstmann, L. Keller, C. Wiese und M. WauderS (sämmtlich Hannover). So­dann wird der Ausschuß gewählt. Nachdem so­dann die Versammlung dem alten Vorstande und besonders dem Vorsitzenden Föhrling für seine Thätigkeit ihre» Dank ausgesprochen und auf die­selben ein Hoch auSgebracht hatten, schließt die Versammlung.

Es folgt die General-Versammlung der Unterstützung».Kasse. Auf Antrag des Vorstände» werden in ve» Ausführungs-Bestim­mungen in de« Satzungen § 3 und 4 (bett. Ber- zeichniß der Vereins - Mitglieder) gestrichen wer­den. Zum Vorstände wird die gesammte Ver- bandslettung gewählt. Hierauf wird Decharge ertheilt.

Nunmehr wird die Berathung des Kon­gresses fortgesetzt. Vom Armeebischof - mann-Berlin ist folgendes Telegramm einge­gangen:Zur silbernen Jubiläumsfeier entbietet oberhirtlichen Segen und Gruß Aßmann". Von München liegt ein Antrag vor, wonachohne Zustimmung eines schon bestehenden kath. kaufm. Vereins am gleichen Orte ein zweiter derartiger Verei« in den Verband nicht aufgenommen wer­de» darf". Lauer-München begründet folgen, de« Uaterantrag: Falls in einem Orte schon ein kath. kaufm. Verein besteht, welcher bereits Mit- glied des Verbandes ist, deffen Zwecke intensiv fördert und die Prinzipien der kath. kaufm. Ver- eine in jeder Beziehung wahrt und auch erfüllt, darf ein a« demselben Orte gegründeter zweiter Verein in den Verband nicht ausgenommen wer. den, falls die Gründung der zweiten Vereinigung nicht auf Veranlassung oder mit Zustimmung der bereits bestehenden Vereinigung erfolgt ist. Dr. Winterst ein-Würzburg befürwortet den Antrag. Rrligionslehrer Dr. Prill beantragt über den Antrag zur Tagesordnung überzugehen in der Erwägung, daß bereits bisher im Sinne dieses Anttages gehandelt worden sei. Da das Resultat der Abstimmung über letzten Antrag zweifelhaft bleibt, ist die Abstimmung eine nament­liche. Dieselbe ergibt die Annahme des AnttageS mit 206 gegen 160 Stimmen. Sodann wird ei« Antrag Dortmund angenommen, welcher die Veranstaltung populär-wissenschaftlicher Vor. träge und behufs deffen den Anschluß an die Geschäftsstelle zur Veranstaltung populär-wiffen- schaftlicher Vorträge in Bonn empfiehlt. Ein

Am folgenden Tage hielt sie es für noch wendiq, de» Handelsherr« Gehring zu besuchen. Auch dieser sollte erfahre«, was sich in ihrem Hause mit der Gattin des junge« Diethelm zu- getrage« hatte.

Der alte Herr kannte Martha. Er hatte sie hochgeschätzt und seinem künftigen Kompagnon Glück zu seiner trefflichen Wahl gewünscht. Er war im höchsten Grade erstaunt und empört über da«, wa« die Sennora ihm berichtete.

Ihren braven Mann so schändlich zu betrügen, ihr Kind zu verlaflen, um mit einem anderen tit die weit« Welt zu gehen", sagte er,ich würde er nicht glauben, Madame, wenn ich Sie nicht für eine achtbare Frau hielte."

Wa« ich Ihnen sagte, werden Sie auch noch au« dem Munde anderer achtbarer Damen hören."

Sie nannte dem Kaufmann die Namen der woh'thätigen Frauen, mit denen fie am Tage zu­vor in P. gewesen war.

Diese find bereit. Ihnen meine Aussage zu bestätige«. Erlauben Sie es, so werde ich morgen mit ihnen"

Aber Madame, das ist ja unnöthtg. Ich zweifle nicht daran, daß fie die Wahrheit sprechen", sagte Herr Gehring.

Nein, »ein, ich halte eS für meine Pflicht, diese Damen zu ihnen zu führen. In einer so ernsten Sache find Zeuge» stets «othwendig."

Am nächsten Tage erschien fie mit ihre« Freundin«en im Hause deS Kaufmannes.

Herr Gehring erfuhr nichts Neues. Die Damen wiederholten nur, waS er schon von Sennora de Fontana vernommen hatte, nur daß

Antrag Osnabrück, bett. Ueberwetsung zu- gezogener Mitglieder, wird ebenfalls angenommen. ES folgt der Bericht der Kommisfion zur Ver- beffrrung der Merkuria. Referent Bischoff drückt sein« Zufriedenheit mit der.Merkuria' aus. Direktor Müller- Berlin macht einige Vorschläge zu der Verbesserung. Der Verbandsleitung wird die Erledigung der Angelegenheit überwiesen, »er Kongreß bringt darauf zum Ausdruck, daß die Kommission für die Familienpensio« fottbe» stehen soll. Sodann wird ein Antrag angenommen, wonach die Agitationskommission durch eine« Be­schluß des «ächste« Kongresse» aufgehoben und die Agitation an die Gauverbäude übergehe« soll. Damit sind die Berathu«gSg«grnstände erledigt. Hierauf werden die Delegirten für de« Mann- Heimer Katholikentag bestimmt und zwar: Held, Weißmantrl und ein Mitglied des Mannheimer Vereins.

n. Mainz, 17. Aug. 1902.

Die Veranstaltungen des Kongresses erreichten heute ihren Höhepunkt. Die Berathung der Vereins- und Gtandesfraze war gestern beendet kein Mißklang störte den würdigen Verlauf. Heute Morgen um 8 Uhr versammelte sich der Kongreß zu einem überaus hehren Akt in der Seminarkirche.

Nachdem Dompräbendat Hellmeister ein feierliches Hochamt zelebrirt hatte, hielt Geist­licher Rath Dekan Dr. Elz «Darmstadt die Festrede. Mit hoher Genugthuung blicke «r auf die Entwickelung de» Verbandes. Gewiß wäre sie nicht so groß gewesen, wenn nicht die Mutter Gottes die Schutzpattonin des Ver­bandes sei. Er lenkte die Erinnerung auf den Kongreß in Trier im Jahre 1884, wo in der Liebfrauenkirche die Delegirten sich und de« ganzen Kongreß der Gottesmutter weihten. Der Kaufmann dürft nie vergessen, daß die heilige Jungfrau Maria nicht deshalb zu der hohe« Würde im Himmel gelangt sei, weil sie dem Heiland die irdische Hülle gegeben hatte, sondern weil sie des Herrn getreue Magd war und daß es heiße:Wer über Weniges getreu gewesen ist, wird über Vieles gesetzt werden."

In feierlicher Weift erneuerte hierauf der Kongreß die Weihe des Verbandes an die Mutter Gottes. Das Weihegebet sprach der Geistliche Beirath der Marianischen Kongre­gation in Mainz Kaplan Kißling. Möge der Segen Gottes auch im neuen Kongreßjahr auf allen Einrichtungen und Arbeiten des Verbandes und seiner Vereinigungen ruhe«, de« Mitglieder», dem Kaufmannsstande, dem Vaterlande und »«serer hl. Kirche zu Heil und Ruhm!

Ein glänzendes Festbankett im große« Saale der Stadthalle beendete am Mittage den offiziellen Theil deS Kongresses.

Angesehen« Bertreirr der geistlichen und weltlichen Behörden nahmen an dem Festmahl theil, und die Genugthuung über den schönen Ver­lauf de« ganzen Kongresses klang au» allen Reden und Unterhaltungen wieder. Der Vorsitzende der Verbandsleitung, Herr Gräbing-Effen, konnte mit Stolz darauf verweisen, daß der Verband sich in seinen idealen und sozialen Bestrebungen ganz auf den Wegen befinde, die Papst Leo und Kaiser Wilhelm nicht müde werden, uns zu zeigen. In

sie ihren Zor« über die Entflohene i« noch stärkere« Ausdrücken kundgaberr und hinzufügten, wa« die Sennora vergessen halte, daß Martha'» Ehr­losigkeit ihren alte« Schwiegervater ix Verzweiflung gestützt und ihm wahrscheinlich eine schwere Krank- zugezogen habe.

Mein armer, junger Freund", sagt« der Kaufmann, er hat seine Gattin so unaussprechlich geliebt. Welch' ein Schlag wird es für ihn sein! Es wird lange dauern, ehe er ihn überwindet. Dazu die Erkrankung seines Vater« und dann sei« Kind, das noch nicht viele Monate zählt"

O, deshalb seien Sie unbesorgt, mein Herr", fiel die Sennora schnell ein.Der Knabe bleibt bei mir, bi» sein Vater zurückkchrt und ihn von mir fordern wird."

Der Kaufmann war gerührt von de: Groß­herzigkeit und dem Edelmuth der schönen Frau. Mit einer Verbeugung sagte er:

Madame, ich muß Ihnen meine vorzügliche Hochachtung bezeugen. Nur wenige Frauen würden so wie Sie handeln. Der Vater de» Kinder muß Ihnen ewig dankbar fein."

Bleibt der kleine Ernst gesund unter «einer Pflege, so verzichte ich auf jeden anderen Dank", erwiderte sie.

Die Freundinnen umarmten die edle Frau in Gegenwart des Handelsherrn.

Ist sie nicht die BarmherzigkeU selbst ?" riefen fie wie en« einem Munde.

Bevor bi« Damen sich von Herrn Gehring verabschiedeten, sagte dieser zu der künftigen Pfl-ge- mutter der Kinder:

Nach dem Kontrakt, den ich mit Ernst Diet-

herzlicher Weis« gedachte er auch der Grobherzog» von Hessen und unter dem Beifüll de» Kongresse« schloß er dann:Wir Katholiken lieben unser Vaterland und ehren unsere Herrscher, weil Gott «« will, «r kommt au» dem Innersten unsere» Herzens." Sein Hoch galt den höchste« Autoritäten. Der Präsident des Kongresses Bayczlnrki (Berlin) erklärte, es herrsche allgemeine Freude über die reg« Betheiligung der Behörden an den Veranstaltungen de« Kongresse«. In Berlin habe man beim letzten Kongreß gesagt:Wir können auch ohne Behörden fertig werden." Die jetzige Anerkennung von oben ermuntere den Verband, festzuhalten an seinen hohen Ideale». Als glückliche» Zeichen wolle man er hinnehmen, daß man beim Jubelkongreß in Mainz im Kielwasser Sr. Ma­jestät hab« fahren können. Der Verband hoffe im Interesse de» ganzen Standes und de» ganzen Volkes, daß er stets zu den Behörden das beste Verhältniß haben könne. Der Präsident toastete hierauf vor allem auf bi« Stadt Mainz und die Gastfreundschaft der Mainzer. Der Beigeordnete der Stadt Mainz, Herr Haffner, stellte dem Kongreß das Zeugniß aus, daß er wirklich praktische, ernste Arbeit geleistet habe. Selbst in gegnerischen Lagern müffe dies anerkannt werden. Besonders begrüßte der Redner di« Stellung­nahme in der Frauenfrage und zur Sonntagsruhe. Schließlich brachte er ein Hoch auf den Kon­greß aus.

Der Verein Assindia (Essen), der die Ver­bandsleitung hat und einer der ältesten kauf­männischen Vereine ist, ließ hierauf durch Herr« Religionslehrer Prill dem Mainzer Bruderverein einen silbernen Nagel für die Fahne überreiche«. Es folgte« weiter «och manche Trinkfprüche. Vertreter der hospitirenden Vereine Paris, Brüssel und Wien überbrachte» Sympathiekundgebungen. Der Delegirte des Mannheimer Vereins lud zu zahlreicher Betheiligung am Katholikentag eäl, insbesondere zu der Versammlung der katholische« Kaufleute am Dienstag den 26. August. Der Verein M.-Gladbach richtete an die Vereine de» Auslandes einen lebhaften Appell, den nächste« Kongreß, der ja in M.-Gladbach tagt, zahlreich ?u beschicken, damit es ein Internationaler sozialer Kongreß katholischer Kaufleute werde. (Lebhafter Beifall) Da» schöne Fest gab dem ganzen Kon­greß eine« recht harmonischen Abschluß.

Berlin, 18. August 1902.

* Der Kaiser wird, dem Vernehmen der ,Post' »ach, de» große« strategischen Schluß- manöoer» der Flotte vor der Elbemündung und Helgoland beiwohnen. Aus diesem Anlässe hat die KaiseryachtHohenzollern" Befehl erhalte«, am 12. September mit bett Begleitschiffen «ach Brunsbrüttel zu gehen. Wie verlautet, trifft der Kaiser am 14. September in Hamburg ein, um sich an Bord des TorpedobootesSleipner" »ach Brunsbüttel einzuschiffen. Dort gedenkt der Kaiser dieHohenzolleru" zu besteigen und zur Flotte zu stoßen. Die Manöver finden in der

Helm abgeschlossen, sollte er erst nach zwei Jahre« au« Lima zurLckkehren, aber jetzt halte ich e» für meine Pflicht, dies« Zett um ein Jahr zu ver­kürzen. Der unglückttch« jung« Mann kann nur Trost im Anblicke seine» Kind«« finden. Auch hat er auf seinen alten Vater Rücksicht zu nehmen. Ich kenne sein weicher Herz. Er wird fich nach beiden sehnen und hier in der Helmath eher Lin­derung seine« Schmerze» finden, al» drüben, wo er ganz allein steht. Ich will ihm nächsten» schreiben, daß ich für unsere Geschäfte ein ander« Arrangement getroffen habe. Die Flucht seine« Weibes haben Sie ihm, wie Sie sagten schon mit» getheilt."

Es geschah in der ersten Aufregung", er­widerte fie.Vielleicht hätte ich damit noch zögern sollen."

Nein, Sie thaten Recht, Madame, Er hätte e« von anderer Seite erfahren können. Da« wäre noch schlimmer gewesen."

Da« leidenschaftliche Weib hatte nur mit Mühe in Gegenwart de» Kaufmann« die Freude unterdrückt, die fie über die Nachricht empfand, daß der von ihr glühend geliebte Mann früher, als fie erwartet hatte, nach Hamburg zurückkomme« sollte. Erst al« fie sich zu Hause und allein im Zimmer befand, brach fie in ungestümen Jubel au».

O, daß ich der Zeit Schwingen verleihen könnte", rief sie,daß fie mit Sturmesschnelle vorüber flöge! Noch ein Jahr, dann werde ich den geliebten Mann Wiedersehen. Er wird sein unge­treues Weib mit Verachtung von sich stoßen und sie nicht anhören, wenn sie ihm ihre Schuld, losigkeit betheuert. O, ich möchte laut auf»