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■üSSÄKÜSS'iSSZ“* .lUustrirte Sonntags •Zeitung", „Yuldaer ßescbidytsblälter' und Cottetfe-risft. ‘
JE 187. Juk-a, Samstag, den 16. August 1902. 29. Jahrgang.
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(Nachdruck »erboten.) CPC. Mainz, den 14. August 1902.
I.
„Unser Verein darf sich schmeicheln, daß seine festlichen Veranstaltungen stch eines vorzüglichen RufeS erfreuen" — dieses Wort der Jubiläums, festschrift des Verbandes kathol. kaufm. Ver- einigungen darf mit Recht angewandt werden auf den Empfang und das Programm, welches der Mainzer Verein seine« Berufszenoffen aus Anlaß des Jubiläums bietet. Wenn es eine be« kannte Eigenschaft der Mainzer ist, ihren Gästen ein trautes Heim zu schaffen und die Fürsorge deS Gastgebers «ach jeder Richtung hin zu be« thätigen, so haben es sich speziell die katholischen Kaufleute gegenwärtig angelegen sein lasten, den Ruf des gastlichen Mainz von neuem zu bewähren. Im Laub- und Fahnenschmuck prangt die Stadt. Die Stimmung in der Bürgerschaft wird gehoben durch den Besuch des Kaisers, der am Freitag erfolgt. Aas Anlaß dieses Besuches veranstaltet der Kongreß der katholischen Kaufleute am Freitag eine Festfahrt nach Bingen, um stch dort dem Kaiserschist auf seiner Fahrt nach Mainz anzuschließen. Das Wetter scheint dem Jubiläums- feste günstig sein zu wollen; lachender Sonnen- schein ruht über dem Rheingau. Tine willkommene Gabe ist de« Besuchern deS Kongresse- die von Joh. Falk III. verlegte Festschrift. „Ehrlich im Handel, christlich im Wandel" ist das Motto dieser Festschrift, und diesem Motto entsprechend, ist der Inhalt derselben: Dir. Wahrung der StandeSintereffen wird geweiht durch das Ideal der Religio«! Die Festschrift gibt t« ihrem ersten Theil eine Ueberstcht über die Entwickelung deS Verbandes in de» ver« stoffene« 25 Jahren und gedenkt der Männer, welche stch um ihn besondere Verdienste erworben haben. Der zweite Theil bildet einen Führer durch Mainz und Umgegend. Für die Einzelheiten müffe» wir bei dem beschränkte« Raum, der u»S zur Verfügung steht, auf die Festschrift selbst verweisen. Die Bersammlunge« finde« statt im „Frankfurter Hof". Der Festsaal ist geschmückt mit de« Büsten deS heil. Vaters, deS Kaisers und deS SroßherzogS. Lange vor Beginn der Eröffnung deS KongreffeS ist der Festsaal bereit» mit Delegirten dicht angefüllt.
Die erste Versammlung vom Donnerstag, der ei« Hochamt zur Anrufung des hl. Geistes vorauSging, wurdemit dem katholischen Gruß durch den BerandS- lester EckerS darf -Esten eröffnet. Derselbe führt auS, daß der Verband auf der katholischen Religion aufgebaut sei und daß die Religio« nrbe« den wirthschafklichen Interessen daS A u«d Z für de» Verband sei. Zur Verwirklichung
Engel' und Dämon.
Roman von Johann MariuS.
26 ------ (Nachdruck verboten.)
„Und Sie werden mir gehorchen!" sprach fir in befehlendem Tone.
Noch ehe er etwaS entgegnen konnte, war Martha wieder eiugetreten.
Der furienartige Ausdruck»n dem Antlitze deS dämonische« Weibes verschwand mit der Schnelligkeit des Blitzes und ein reizendes Lächeln trat an dessen Stelle.
So blieb di« junge Frau ohn« Ahnung de« Schrecklichen, war gegen sie geplant wurde.
Zwei Monate waren seit dem Tage vergangen. In dieser Zett hatte der vermeintliche Cousin der Sennora fast täglich, namentlich in den Abendstunden, den Damen Gesellschaft geleistet.
Auch die zahlreichen Freundinnen der Sen- uora hatten ihn kennen gelernt und an der Feinheit und Bescheidenheit seine» Wesen« Wohlgefallen gefunden.
Sogar die Dienstboten waren für ihn eingenommen, denn wünscht« er etwa», so sprach er es in der Form einer Bitte au»; auch kargte er «Icht mit Trinkgeldern.
Daß Martha Diethelm in Ihrer Unbefangenheit dem liebenswürdigen Verwandten ihrer Freundin und Wohlthäterin sich mit Freundlichkeit Junetgte, war erklärlich, da er sich ihr im besten sichte zeigte und ihrem kleinen Ernst viele Auf- merksamkeit zollte.
der Aachener Kaiserred« seien i« erster Linie die christlichen Organisationen berufen. Der Verband sei das Forment zur Wiedererweckung deS christliche« Geistes. Ix diesem Sin«e stelle er die gegenwärtige Tagung unter das Zeichen deS Kreuzes und de« Schutz der allerfeligstex Juugfrau Maria. (Beifall und Händeklatschen.) Zum erste« Vorsitzenden wird gewählt Leo BayczinSky-Bsrlin, zum zweiten Georg Schaardt-Wiekbaden. (Beifall.) Der Vorfitzende BayczinSky thetlt mit, daß der Begründer deS Verbandes, Getsil. Rath Dr. Ekz« Darmstadt der Versammlung beiwohnt (Lebhafter Beifall), ersucht ihn, am Präsidium Platz zu nehme» und die Verhandlungen mit einem Gebet einzuleiten, wie er es vor 25 Jahren gethan. (Geschieht.) Sodann begrüßt Namens des Mainzer Vereins Herr Franz Raetz den Kongreß. Nru ausgenommen wurde« die Vereine Dülken, Neunkirchen, Wattenscheid, Bockenhri.n, Koblenz, Bottrup, Werden a. d. Ruhr, Feldkirch, Hilden und Brüssel. (Letzterer Verein, NamenS „Hansa", hospitirt.) Vertreten find 67 Vereinigungen mir 399 Stimmen. Geistl. Rath Dr. Elz knüpft an das Wort des Kaisers an: Wer sein Leben nicht stellt auf die Bahn der Religio«, ist verloren! Dieser Gedanke sei es gewesen, der ihn, Redner, bet der Begründung des Mainzer Vereins und d-S Verbandes bestimmt habe. Das Samenkorn sei zu einem stattliche« Baume aufgegangrn. Von wenige» hundert Mitglieder« fei der Verband auf 14000 gewachsen. Redner gedenkt der verstorbenen Bischöfe Dr. Haffner und Dr. Schmitz, denen der katholische kaufmännische Verband für alle Zeiten für ihre großen Verdienste um den Verband zu Dank verpflichtet sei. Ferner gedenkt Redner der Herren Roelecke-Hannover und die Leiter der Dortmunder und Effener Vereine (Beifall) und spricht die Hoffnung aus, daß Gottes Segen auch ferner auf dem Verbände ruhen möge. (L;bh. Beifall und Händeklatschen). Bezüglich der Tätigkeit der Verbandrleitung liegt ein gedrrck.er ausführlicher Bericht vor, auf den wir be -rglich der Einzelheiten verweisen müffün. Nach E lrdtgung einiger geschäftlicher Angelegenheiten b« chtet Herr Lux-Trier über da» 2. Geschäftsjahr der St. Marien-Penstous-Wittwcn- und Waisenkaffe. Der Mitgliederbestand stellt sich auf 160. Wie im Vorjahre find auch im Berichtsjahre freiwillige Gaben zu verzeichnen; indeffsn ist eine Vermehrung derselben dringend zu wünschen. Es soll daher ein Aufruf an die katholische Kaufmannschaft Deutschlands ergehen. Der Berichterstatter richtet an die Kaufmannschaft die dringende Bitte, den ihr kouvertirt zugehrnden Aufruf an geeignete Firmen 2c. ihre« Bezirk» zu adressiren und zu versenden. Das Netto-Vermögen ist im Belicht«- fahre um 7000 Mk. gestiegen. Zur Frauen- frage im Haudel«gewerbe spricht Herr Held-Regen«burg. Derselbe weist auf die Ron» kurrenz hin, die dem Mann« durch die Frauen- und Handelsgewerbe entsteot, ohne dabei aber die Frauen ganz aus diese« Gewerbe zurückorängen zu wollen. Im Grgeothetl müffe dafür Sorge getragen werden, daß die Frauen, die darauf angewiesen sind, in den Stand gesetzt werden, für sich zu sorgen. Trotz dieser naturrechtlichen, sozialen und sittlichen Sette der F^auenthätigkeit komme
Endlich aber kam ein Tag, an welchem die mit der Sennora befreundeten Damen ander« über Herr« Carlo« Eduardo Alvarez urtheilten und ihr ganzer Zorn und Abscheu die von ihnen bisher hochgeachtete Martha Diethelm treffen sollte.
Eine« Morgen«, al« Sennora de Fontana, welche den Abend zuvor fast bi« Mitternacht in der Gesellschaft einer ihrer Freundinnen verweilt hatte, erst um neun Uhr Morgen» im Wohnzimmer erschien, um mit Martha den Kaffee etnzunehmen, fand sie die junge Frau daselbst nicht anwesend.
Sie klingelte sogleich ihrem Kammermädchen.
„Ich wundere mich", sagte ste zu dieser, „daß meine Freundin noch nicht hier ist. Sie pflegt sonst viel früher aufzustehen al« ich. Der kleine Ernst wird doch über Nacht nicht erkrankt sein, daß sie auf sich warten läßt! Gehen Sie hinauf, Jeannette, und fragen Sie nach."
Dar Kammermädchen ging, kam aber schon nach wenigen Minuten zurück.
„Ich war oben", berichtete sie, „und pochte an die Thüre de« Schlafzimmer« der Frau Diethelm, bekam aber keine Antwort. Drinnen hörte ich da« Kind weinen. Ich versuchte die Thüre leise aufzumachen — sie war von innen verschloßen, doch der Schlüffe! steckte nicht im Schlöffe, wie ich bemerkte."
Sennora de Fontana sprang mit scheinbarem Erstaunen vom Sopha auf.
„Mein Himmel, wa« mag da« zu bedeuten haben?" rief ste. „Kommen Sie, Jeannette, ich will selbst nachsehen."
Sie flog so rasch die T-eppr hinauf, daß di« Dienerin ihr kaum folgen konnte.
man nicht daran vorbei, die Konkurrenz der Frauen zu beschränken. Viele Frauen hatten für den Kaufmannsstaad keine genügende Vorblldung. Da« sei ein Auswuchs, der beschnitten werden müffe tm Interesse des Staate« und der Kaufmannschaft selbst. Man müffe unterscheiden zwischen Frauen, die einen wirklichen kaufmännischen Beruf in sich fühlen, solchen, die e« angesichts ihrer Stellung gar nicht uöthig haben, kaufmännisch thätig zu sein (hier besonders Beamtentöchter, die Geld für sich für Kleidung rc. verdienen wollen) und dritten« solchen, die da« Gewerbe nur al« Durchgangr- posten für di« Ehe ober um „schlimmere Dinge" willen ergreifen. Gegen di« beiden letzten Kategorien müsse vorgegangen werden und zwar sowohl gegen die arbeitende al« die arbeitgebende Person. Redner verlangt hier eine eingehende Statistik im Sinne de« Beschlusses der Sozialen Kommission: gleiche Vorbildung der Frauen, sowie polizeiliche Kontrolle für offene Verkaufsanstalten mit ausschließlich Frauen rc. Redner betont, daß man einen Erfolg nur habe, wenn man auch auf den Arbeitgeber einen Druck ausübe. (Beifall.)
Sodann wird folgendesTelegramm an den K a i f e r gesandt: „Ew. Majestät beehrt sich der seinen Jubelkongreß feiernde 14,000 Mitglieder zählende Verband der kathol. kaufm. Vereinigungen Deutschlands die Gefühle unerschütterlicher Treue zum Ausdruck zu bringen. Wir haben unser Leben, unfern ganzen Handel und Wandel auf die Basis der Religion gestellt und begrüßen e« deshalb auf das Herzlichste, daß Ew. Majestät unser deutscher Vaterland jüngst in Aachen in so feierlicher Weise dem Kreuze geweiht haben." An den Großherzog wird folgender Telegramm gesandt: „Ew. kgl. Hoheit beehrt stch der tm goldenen Mainz sein silbernes Jubelfest feiernde und 14,000 Mitglieder zählende Verband der katholischen kaufmännischen V reine Deutschland« ehrfurchtsvollst zu begrüßen." Ferner wird ein Ergebenheitstelegramm an den hl. Vater abgesandt. Begrüßungsschretb;« bezw. Telegramme find, ein gelaufen von den Hochwürdigsten Erzbischöfen und Bischöfen ooa München, Posen, Eichstätt, Würzburg, Sp y r, Köln (Dr. Fischer), Frauen- bürg, Rottenbrrg Bamberg, Passau, St. Gallen, Basel, Osnabrück, Metz. Herr B i ck h o f f - Berlin begründet einen Antrag des Berliner Vereins, wonach von dem Antrag der Sozialen Kommission nur derjenige Antrag: Die kaufmännische Vorbildung der Frauen, angenommen werden soll. Generalsekretär Dr. Weilbächer-Kempen hat einige Bedenken gegen die Anträge der Kommission und wünscht nochmalig« Verweisung de« An- trage- an die Kommissionen. Nach weiterer Debatte über Bortheile bezw. Nachthelle der weiblichen Fachausbildung für den männliche« Theil der Kaufmannschaft, der Befürwortung einiger Unteranträge durch den Siadtpfarrer Dr. Winterstein - Würzburg (Einsetzung des Alters ix die Statistik, Entfernung der Verschlüge aus Ciqarrengrschäften rc, damit solche nicht zu Unfittlichkeiten benutzt «erden täsnen, rc.) und Sem Schlußwort des Referenten Held werden alle Anträge an eine RedaktionS-Ksmmiffion verwiesen, die ihre Aufgabe« bis Sonnabend vollende« soll. Dasselbe geschieht mit einem Unterantrag Kindler- Hildesheim, welcher dreijährige Lehrzeft für
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Au di« Thüre der Schlafzimmer« klopfend, rief sie laut:
„Martha, Martha! O ffne, wenn Du kannst. Warum hast Du Dich eirgeschloffen?"
Keine Antwort erfolgte.
Die Sennora zeigte stch i« hohem Grade be- stürzt: ihr Kammermädchen wurde blaß vor Angst.
„O, gnädige Frau", sagt« fir zitternd, „da drinnen muß ein Unglück pasfirt sein."
„Wir müsse« dre Thüre ausbrechen lass-»", sprach die Sennora entschlossen. „Rasch, Jeannette, ellen Sie zu einem Schlosser! Er soll ohne Verzug hierher kommen und dl« K mmerthüre öffnen."
DaS Mädchen eilte fort
Es währte eine Viertelstunde, zurückkam. Während dieser Zeit war die Sennora ruhig vor dem Schlafzimmer auf- und abaeschritten.
„Der Schlosser kommt sofort!" rief Jeannette.
„War werde« wir sehen, gnädige Frau!"
Diese beruhigt« sie.
„Vielleicht ist Frau Diethelm nur von. einer Ohnmacht befallen, wir ängstigen uv« ohne Grund, mein Kind."
Auf der Treppe ertönten Schritte.
Ein zweites Mädchen erschien in Begleitung eines Schlossers, der die nöthigen Werkzeuge mitgebracht hatte.
„Otffxen Sie, nm Gottes willen, schnell, schnell!" befahl die Dame.
Der Handwerker machte sich an die Arbeit. Fünf Minuten genügten, die Thüre ging auf.
Die Sennora eilte tn's Zimmer. Jeannette und daS andere Mädchen folgt»«.
Zrauen fordert. Hierauf berichtet Herr Heck» ;ause«-Barmen über die LehrlingSfrage Redner stellt fest, daß die Sozialpolitik bei dem Handlungsgehilfenstande noch weit zurück sei. Die einschlägige Reichsstatistik, die auf Stich- iroben beruhe, haben erwiesen, daß die Lehrlings» deschäftigung in den Großstädten am schwächsten ei (16°/,), während fis in Mitte!« und Klein» Städten 22 bis 28e/0 betrage. Da« sei ein unzünftiges Verhältniß. Die Zahl der Lehrlinge Iber 16 Jahre sei noch einmal so groß wie die der unter 16 Jahren. Wolle man für den Gehilfen ressere Verhältnisse schaffen, so müffe die Lehr- Ungefragt, die bisher versäumt worden sei, geregelt werden und zwar in der Richtung der Erschwerung der Beschäftigung von Lehrlingen durch die Fortbildungsschulen, die bis zum 18. Lebensjahr besucht werden müßten Die Einährig-Freiwillige« sind davon aber entbunden. Die Frage, ob fakultativ oder obligatorisch, müffe im letzterem Sinn« entschieden werden. Dabei müffe die Schulzeit in die Geschäst«ze,t gelegt werden. Leider suchten stch viele Geschäfts- !ommis nach oben hin liebes Kind zu mache«, «dem str von den Gehälter« sparten; daher müffe das Angebot verringert werden. Im weiteren befürwortet Redner die Beschlüffe der Sozialen Kommiffion. Die obligatorische Ei«- ührung der Handelsfachschulen, Zeugnisse über riesen Schulbesuch, Examina u. s. w. Wöchentlich sollen wenigstens drei Mal zwei Unterrichts« stunde« ertheilt werden. Auswärtige sollen vor einer Kommiffion das Exame« ablegen. Eine entsprechende Eingabe soll an Bundesrath und Reichstag gemacht werden. (Beif) Inzwischen find noch Begrüßungsschreiben vom Bischof von Hildesheim und Straßburg eingegange«. Herr Franz Reatz, Präsident deS kath. kaufm. Vereins in Mainz, «eist auf die guten Erfolge hin, die man mit den obligatorischen kaufmännischen Schulen in Mainz gemacht habe. Sämmtltche Prinzipale der Stadt seien damit einverstanden gewesen, daß die Schulzeit auf 2 bis 4 Uhr Nachmittag« festgesetzt worden sei. Die Erfahrung lehre, daß die Schule obligatorisch sein müffe. Der Schwerpunkt liege nicht im Reichstag, sondern in den einzelnen Bundesstaaten. Bick- Hof f > Dortmund konstatirte, daß man sich bereits früher in der Kommission für den obligatorischen Charakter ausgesprochen habe. Wilden-Biersen ist gegen den obligatorischen Charakter, die Mehrheit der übrigen Diskussionsredner für den« selben. Die Beschlüffe der Kommiffion wurden gegen die Stimmen des Viersener Vereins angenommen. (Mittagspause.)
In der Mittagspause fand ein gemeinsames Mittageffen im Frankfurter Hof statt. Bei demselben theilte Geistl. Rath Dr. Elz mit, daß vom Großherzog folgende telegraphische Antwort auf daS Begrüßungstelegramm des KongreffeS eingegangen sei:
„Se. kgl. Hoheit der Großherzog lassen dem Verbände der katholischen kaufmännischen Vereine Deutschlands für die aufmerksame Begrüßung bestens dank«« und wünsche« demselben aus Anlaß seines Jubelfestes alles Glück.
Römyeld, Geh. Kabinetsrath."
Der Verlesung des Telegramms folgte ein Hoch auf den Großherzog. Die Nachmittags-
Di« Mädchen schlugen verwundert die Hände zusammen, Ihre Gebieterin stieß einen Schreckens- ruf aus.
Die Wiege, worin der klein« Ernst weinte, stand vor dem Be te seiner Mutter. Das Lager dirser war unberührt und Martha befand stch nicht im Zimmer.
„Hier yat fich etwas Ungewöhnliches ereignet", sagte die Sennora. nachdem fie fich einigermaßen gefaßt hatte, „Martha hat die Nacht nicht im Hause zugebracht. Dahinter ist ein Geheimniß verborge«, das mich erbebe» macht."
Plötzlich fir len ihre Blicke auf den kleinen Tisch, der dicht vor dem Bette stand. '
„War ist daS?" rief sie. „Gin offenes Billet, an mich gerichtet, von ihrer Hand!"
Sie nahm das auf dem Tische liegend« Papier und überflog es.
Ihre Hände begannen heftig zu zittern. Sie schloß die Augen, als wenn fie ein Schwindel überkäme.
„Nein, nein, das ist nicht möglich!" stöhnt« fie. „Ich habe wohl falsch gelesen. Da, Jeannette, lies Du, und zwar laut, waS des Billet enthält."
DaS Kammermädchen gehorchte.
Der kurze Inhalt des BilletS, das Martha'S Schriftzüge trug, lautete:
„Verzeihe mir, theure Freundin, daß ich Dich auf immer verlasse. Eine unbezwingliche Leidenschaft zu Carlos Alvarez zwingt mich, die Flucht zu ergreife«. Du wirst mich «ie Wiedersehen. Erbarme Dich meines unschuldigen KindeS und laß es die Schuld seiner Mutter nicht büßen. Meld«