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J£ 186
Jutöa, onnerstag den 14. August 1902. MWH
29. Jahrgang.
Ü£ Erstes Matt. M!
Wege« des Feiertags Mariä Himmelfahrt wird die nächste Nummer unseres Blattes erst am Gamstag ausgegeben.
G Die Verwendungsanträge.
Der Antrag des Tentrums, die Mehrerträge au» gewissen Zöllen nach der Einführung de» neuen Zolltarifes für die Versorgung von Ar- beiterhinterbliebenen zu verwende«, ist vielfach mißverstanden worden. Ziemlich allgemein ist die Annahme verbreitet gewesen, es bandele sich nur um die Getreidezöllr und dir Mehrerträge aus diesen. Gemeint sind aber alle Zölle für wichtige Nahrungsmittel, also für sämmtliche Getreide- forte«, Vieh, Geflügel, Fleisch, Butter, Käse, Mehl und Eier. Und aus dem Um stände, daß am letzten Dienstag der Vbg. Dr. Heim in der ZMarifkommission des Reichstages anwesend war und gerade nach ihm dieser Vrrwenduvgs« antrag des CrntrumS benannt wurde, mag man schließen, daß nicht etwa nur ein Theil der Crntrumspartei hinter dem Anträge steht, sondern die gesammte Tentrustssraktion des Reichstages ohne Ausnahme. Die Hauptsache ist aber, daß der Gedanke des Centrums, die Mehrerträge aus diesen Zöllen im Dienste der Bozialreform zu verwenden, eine riesengroße Mehrheit im Reichstage für sich im Slmme erobert hat.
Ja wunderlichem Gegensatz; zu dieser Thal- sache steht die andere, daß am Dien» ag in der Kommisfion gar kein Beschluß zu Stande gekommen ist. Es handelte sich dabei um mehrere verschiedene Anträge. Aber mit dem Anträge Hrim und Genossen steht auf ganz demselben Bode« ein anderer Antrag, der von konservative«, frei» konservativen und nationallibrralen Abgeordneten eingebracht war für den Fall, daß der Antrag Heim abgelehnt werden sollte. Nach beiden Anträge» solle« diejenige« Zollerträge auS der Einfuhr der vorher schon bezeichneten Maaren, die über den Durchschnitt der Jahre von 1895 bis 1902 hinausgehen, zur Erleichterung der Durchführung der Wittwen- und Waifenversoraung verwendet werden. Aber während der C'.ntrums- antrag für die Einbringung eines entsprechenden Gesetzentwurfes einen bestimmten Zeitpunkt vor- schreibt, nämlich den 1. Januar 1910, verzichtet der vorbezeichnete Nebenantrag auf diese Zntbr- stimmung und verlangt nur, daß der entsprechende Gesetzentwurf „thunlichst bald" vorgrlezt werde.
Beide A«träzs siid abqrlehnt worden. Damit ist die Sache natürlich nichts weniger als erledigt. Sie hat damit im Gegenthrtl erst angefangen. Das C-ntrum wird nicht ermüde« auf dem Wege, de« es betreten hat. Für de« Gedanke«, de« es angeregt hat, ist, wie gesagt, ♦ine Mehrheit im Reichstage bereits Vorhände«. Und da somit der ernstliche Wille Vorhände« ist, wird sich auch der richtige Wez stndm lasse«.
Vor alle« Dingen ist festzustellen, daß am Dienstag auch die sozialdemokcLtischen Mitglieder
Kngel' und Dämon.
Roman von Johann Marius.
25 ------ (Rachdruck verboten.)
»Ich werde Ihnen suchen helfen. Für Geld, junger Mann, tanzt der Beherrscher der Hölle, spricht der Volksmund, für Geld «erden auch wir unseren Zweck erreichen. Genug, ich lege meinen Paß mit dem Rrgierungtstempel von Chile in Ihre Hände. Darnach mag der Graveur sich richten. Den Paß fertigen wir selbst au«. Sie heißen darin Carlo« Eduardo Alvarez, gebürtig aus Valparaiso, wo ich mehrere Jahre gelebt habe. Sind Sie geneigt, diese Fälschung zu begehen?"
Der junge Menn besann fich einige Augenblick«. Er sah ei«, daß ihm nicht» andere» übrig blieb, wollte er nicht in Armuth und Schande verkommen, und willigte rin.
„Genug denn für heute. Hier nehme« Sie fünf Goldstücke, kamst Sie in einem Gasthofe übernachten können. Morgen um dieselbe Stunde treffen wir ans diesem Platze wieder zusammen. Gute Nacht, mein zukünftiger Herr Coufin Carlo» Eduardo Alvarez au» Valparaiso!"
„Gute Nacht, Madame'"
Der zu einem neuen Verbrechen verlockte leichtsinnige junge Baron suchte einen Gasthof auf. Sennora de Fontana, zufrieden mit dem Ergebniß des heutigen Tages, begab fich nach Hause.
Am Nachmittage des anderen Tages trat die Sennora zu Martha et«, die an der Wiege ihres Kkrdes saß.
der Zolltarif. Kommiffwn für >n Crntrums- antrag gestimmt und damit drw « haben, daß sie etwas klüger find, als ihr V inet Central- orga«, das si h in allerhand groteske« und wenig geistreichen Schmähungen des Centrumsantrages erging. Nicht zum 'ersten Mal also muß die Sozialdemokratie im Reichstage die sozialpolitische Urberlegenheit des Centrums anerkennen und fich ihr unterordnen; und wen« ein entsprechender Beschluß de» Reichstages zu Gunsten der Ver- sorgung der Wittwen und Waise« von Arbeitern gefaßt fei« wird, dann werden die Arbeiter diese Wohlthat dem wohlwollenden und klug überlegten Vorgehen des Centrums zu verdanken haben.
Wer trat in der Kommission als grundsätzlicher und überlegter Gegner der Änreaung des Crntrums auf? Eigentlich nut die Frei- ft rnigen. Die Abgeordneten Dr. M ü l le r-Sagan von der Freisinnigen Volkspartei und Dr. Barth von der Freisinnigen Vereinigung gaben sich alle mögliche Mühe, Material gegen den Antrag aufzubringen. Aber selbst der Abg. Barth wagte es nicht, den Gedanken an und für sich gänzlich zu verwerfen. Er meinte nur, es würde beffer sein, ganz einfach ohne unmittelbare Verbindung mit dem Zolltarif achtzig bis hundert Millionen aus Rüchsmitteln für den gedachten Zweck auszuwerfen; und auch mit dieser Be- zifferung schloß sich das Centrum an, denn vor ihm hatte bereit; der Centrumsabgeordnete Trimborn den vermuthlichen Mehrertrag aus den Zöllen mit etwa achtzig Millionen berechnet, was vom Schatzsekcetär Freiherrn v. Thiel- rnan« ausdrücklich als richtig anerkannt wurde.
Der Herr Schatzsekretär sprach stch in sehr ausführlicher Weise über den Gegenstand au», und auch er stellte von neuem fest, daß die Verbündeten Regierungen niemals einen Zweifel gelaffen hätten über ihre Sympathie für den Gedanken einer Wittwen- unb Waisrnvrrsorgung. Aber gegenwärtig machen die Herren Regierungroertreter in finanzieller Schwarzmalerei, und so konnte e» Freiherr von Thielmann nicht unterlassen, auf die schlechte Finanzlage be» Reiche» euch bei dieser Gelegenheit htnzuweisen unb mit der neuerdings ständig geworbenen Rrbeblüihe zu schließen, baß da» Reich neue Steuern brauche, nicht aber neue Aufwendungen für sozialpolitische Zwecke machen könne.
Die Reichrfinanzen find nicht so, wie fie fein sollten. Aber daraus folgt nicht, daß sozialpolitische Maßnahmen unterlassen werden müssen, deren Vortrefflichkeit und Nothwendigkeit von allen Seiten anerkannt wird. Die Ordnung der Reichrfinanzen ist noihwendig unb maß durchaeführt werden — aber al» ein Ding für fich allein; ob nun mit neuen Steuern oder ohne solche, dar ist eine spätere Sorge unb eine Frage für fich allein. Man darf deswegen, weil es im Gebiete der Reichsfinarzen an vielen Stellen hapert, nicht die Wittwen- und Waifen'Velforgung der Arbeiter über Bord werfen.
Dis zweite Lesung be» Zollt arifentwmfes in der Kommisfion wird am 22. September beginnen, nicht am 16. September, wie im Anfänge in Aurficht genommen war.
Der böse Dämon der jungen Fran hielt einen Brief in der Hand.
„Ich habe soeben eine angenehme Nachricht aus Chile empfangt»", sagte die Semiora. „Mir steht ein Besuch bevor. Ein Vettex von mir, ein sehr lieben!würdiger junger Mann, wird binnen Kurzem in Hamburg eintreffen und mir seine Aufwartung machen."
„Gedenkt Drin Herr Cousin sich langt hier aufzudalten?" fragte Martha unbefangen.
„Wenigstens ein paar Monate, wie er schreibt", erwiederte die Freundin. „Er ist sehr reich und reist zu seinem Vergnüge«."
„Ist er mit der deutschen Sprache vertraut?"
„Er spricht fie fließend, mein Kind, da seine Mutter eine Deutsche ist. Ich kann wobl sagen, daß ich mich auf seine Nnkunft freue. Er wird mir Vieles zu erzählen haben, den« es sind jetzt schon fast zwei Jahre verflossen, seit ich die Heimath meines verstorbenen Gatten verlaffe«. Carlos — ich nenne ihn so — ist ein angenehmer Gesellschafter, seiner Unterhaltung werde ich manche frohe Stunde zu verdanken haben. Und auch Dich, liebe Martha, wird der hübsche, feingebildete Mann interesfiren."
Martha schüttelte die blonden Locken.
„Mich interePrt nur ein Mann auf der Welt, und das ist mein Gatte. Indessen werde ich Deinen Cousin doch, aus Liebe zu Dir, von ganzem Herze« willkommen heißen."
Als der Abend kam, «erließ die Sennora Martha mit dem Vorgeben, einer ihrer wohl- thätigen Freundinnen noch einen Besuch abzustatten, und schrill dann, tief verhüllt, eiligst nach
Berlin, 13. August 1902.
* N-rechti-t-» Aussehen erregt ein De- pefchenwechfel zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten von Bayern. Die betr. Depeschen lauten nach dem Wolss'schen Bureau wie folgt:
Swisemünbe, bett 10. August.
An Prinzregent von Bayer«, München.
Bon meiner Reise eben heimgetehrt, lese ich mit tiefster Entrüstung von bet Ablehnung der von Dir geforderten Summe für Kunfizmrckr. Ich eile, meiner Empörung Ausdruck zu verleihen über die schnöde Undankbarkeit, welche fich durch diese Handlung gekennzeichnet, sowohl gegen das Haus WittelSbach tm Allgemeinen, als auch gegen Deine erhabene Person, welche stets als ein Mußer der Hebung und U terstützung der Kunst geglänzt. Zugleich bitte ich Dich, die Summe, welche Du benöthigst. Dir zur Berfügung stellen zu dürfen, damit Du in der Lage seist, in vollstem Maße die Aufgaben auf dem Gebiete der Kunst, welche Du Dir gesteckt hast, zur Durchführung zu bringen.
Wllhelm.
Seiner Majestät Kaiser Wilhelm
Swinemünde.
ES drängt mich. Dir meinen innigsten Dank für Dein so warmes Interesse an meine» und meines HauseS Bestrebungen auf dem Gebiete der Kunst und für Dein so hochherziges Anerbieten auszusprechen. Zugleich freut es mich, Dir mittheilen zu können, daß durch de» Edelstnn eines meiner ReichSräthe, welcher die abgelehnte Summe zur Verfügung stellte, meine Regierung in dir Lage versetzt ist, getreu den Traditionen meines Hauses wie meines Volkes die Pflege bet Kunst alS eine meinet vornehmste» Aufgabe» unentwegt fördern zu köanen.
Jagdhaus Fischbach, de» 11. August.
Luitpold, Prinz von Bayern.
Seit dem Bestehen des Deutschen Reiches hat ein ähnliches Eingreifen des Trägers der höchsten Gewalt im Reiche in die inrrerpolittschen Verhältnisse eines Bundesstaates nicht stattgefunden. Den Vorwurf der „schnöden Undankbarkeit" gegen die Mehrheit des bay-rischen Abgeordnetenhauses, welche in Ausübung ihrer parlamentarischen Rechte 100 000 Mk. für Kunstzwecke abgelehnt hat, wird man in Bayern mit eigenthümlichen Gefühlen aufnehmen, da die Mehrheit der Kammer gewiß nicht beabsichtigte, dadurch den Prinzregenten persönlich zu verletzen.
+ Zlachklänge zrr der Kaiserzvsautmea- ftuitfi. Ein Berliner Lokalblatt läßt sich von einem Petersburger Mitarbeiter telearaphiren: Noch den Steuerungen einiger hoher Persönlichkeiten, die die Tage von Rrvrl in unmittelbarer Nähe des Zaren mitmachten, sei der Verkehr zwischen dem deutschen Kaiser und dem Zaren ebenso wie der Verkehr zwischen den leitenden Staatsmännern außerordentlich herzlich gewesen. Die Kennzeichnung „außerordentlich herzlich" tritt nicht aus dem Rahmen dessen heraus, was an Lobsprüchen bei solchen G-legenheiteu stets geleistet wird. Immerhin mag die Meldung auch hier verzeichnet sei«. Wichtiger ist die weitere Mittheilung, daß „in den maßgebenden Petersburger Kreisen das Gespenst eines Zollkrieges in Folge der Revaler Kaifertage ge-
dem Platze, wo der liestündische Baron sie zu erwarten versprochen Halle.
Er hatte Wort gehalten.
„Heute Abrnd wird unsere Unterredung nur kurz rein," sagte sie, an ihn herantretend. „Ich will Ihne« heute den Beweis liefet», daß es mein Ernst ist. Sie aus Ihrer fatalen Lage zu befreien. Nicht wahr, dies spricht dafür?"
Sie drückte ihm eine volle Börse in die Hand und setzte hinzu:
„Nun gehen Sie auf die Suche nach einem Graveur aus. Ich werde dasselbe thun."
Nach mehreren resultatlosen Zusammenkünfte« in den nächsten Tagen kam ein Abend, wo Baron von Bohlen der auf ihn zukommenden Sennora rasch estgegeneilte und ihr meldete, daß er einen Graveur aufeefunben habe, der für eine bedeutende Summe bereit fei, einen falschen Stempel anzufertigen.
„Ich habe ihm zwei Louisdor in die Hand gedrückt", sagte der Baron, „und versprochen, morgen wiederzukommen."
„Sind Sie auch gewiß, daß von ihm kein Verrath zu befürchten ist?" fragte die Sennora.
„Der Mann ist sehr arm und besitzt eine Frau und fünf Kinder. Von der Summe, die er verlangt, kann er nicht nur ein ganzes Jahr leben, sondern mit derselben stch aus seiner Misäre auch wieder emporarbeiten. Ich meine, das sichert uns."
„Wohl, ich bewillige ihm seine Forderung. Wie viel beträgt sie?"
„Zweihundert Louisdor."
„Wo ist seine Wohnung?"
schwunden sei, das bereits in der Ferne gedroht habe". Man sei in Petersburg „vollkommen beruhigt darüber, daß während der Revaler Tage ein modus vivendi gefunden wurde, um beide Staaten vor großen Verlusten zu schützen, die durch Tarifmißverständniffe entstehen könnten". — „Mißverständnisse" ist gut. Wenn die Meldung zutrifft, wird das Wichtigste bei der Sache sein, was Deutschland an Zugeständnissen leisten soll, um diese sogenannten Mißverständnisse za beseitigen. Und wie mag es wohl mit dem Zucker stehen?
X Deutschland in Amerika. Die unleidlichen Wirren in Mittelamerika und in Venezuela werden vermuthlich demnächst ein Eingreifen deutscher Kriegsschiffe veranlassen. Jedenfalls find alle Ausländer, die in jenen Ländern fich niedergelassen haben, durch die Kriegswirren in sehr hohem Maße in Mitleidenschaft gezogen worden; unter diesen Ausländern befinden fich nicht wenige Deutsche. Nach Drahtmeldungen aus New-Aork soll eine Landung deutscher Truppen in Porto Cabello an der Nordküste von Venezuela beab- fichtigt sein. New-Iorker Zeitungen stellen daS gleichzeitig mit der Landung amerikanischer Truppen in Aussicht und kündigen an, daß die amerikanischen und die deutschen Truppen Seite an Seite marschiren würde«. Thatsache ist jedenfalls, daß gerade in Puerto Cabello vor einigen Monaten ein blutiger Zusammenstoß zwischen der Mannschaft eines deutschen Kriegsschiffes und eingeborenen Volksmaffen stattfand; da eine gegenseitige Eifersüchtelei zwischen Deutschland und de« Vereinigten Staaten von Nordamerika hier in diesem Falle vollkommen ausgeschloffen ist, kann man der Entwickelung der Ereignisse mit großer Gelassenheit entgegensehen. In den dortigen Ländern pflegt der ste«reiche Theil bei solchen Revolutions-Kämpfen stets Plünderungen in großem Maßstabe vorzunehmen. Da nun dieser Revolutions-Kampf gegen den Präfidenten Castro seinem Ende naht, dürste die Landung deutscher Marine-Truppen in Venezuela gerade jetzt fich empfehlen, wenn man fie überhaupt für nothwendig hält. Die Hafenstadt Barcelona ist von den Insurgenten bereits ein- genommen und geplündert worden. Vermuthlich wird auch bald ein deutsches Kriegsfahrzeug vor der Insel Haiti fich zeigen, da der dortige Revolutions - Admiral Killik dir Hauplhäsen von Haiti für „blokirt" erklärt hat. Die deutsche Kriegsflotte zeigt stch also auch in fernen Meeren recht leistungsfähig.
+ Im» LShniag. Durch mehrere Zeitungen geht eine Behauptung der .Elbinger Zeitung', wonach wegen des Falles Löhning nicht nur der Oberpräsident von Bitter in Posen, sondern auch Finauzminister von Rheinbaben auS dem Amte scheiden sollte. Daß dem Minister die Verantwortlichkeit zufallt, ist nach dem Gange der Ereigniffe schwerlich zu leugnen. Nichtsdestoweniger wird man, um nicht fehl zugehe«, mit den Thatsachen rechnen und annehmen müffen, daß ein anderer Oberbeamler für den Minister als Gündenbock geopfert wird. Die gleichzeitig aufgebrachten Gerüchte von einem Rücktritte de- Grafen Posadowsky sind lächerlich.
X N«vegreifflch! Oberleutnant Hildebrandt, unliebsam bekannt durch den'Duellmord an dem Jvsantrrieleutnant Blaekowitz, ist bekanntlich be-
„In einem engen Hose der Pttersflraße."
„Gut. Ja einer Stunde bin ich wieder hier und bringe Ihnen meinen Paß und das Geld. Doch, wo haben Sir fich in den letzten Tagen aufgehalten?"
„Ich bin aus einem Gasthof- in den anderen gezogen; natürlich unter einem fremden Namen, da konnte die Polizei mir nicht auf die Spur kommen."
„Ich denke, daß ich den rechten Mann in Ihnen gefunden habe."
Der junge Mann lachte.
„Die Roth flößt gute Gedanken ein."
DaS launische Glück tritt ebenso mit dem Bösen wie mit dem Guten in einen Bund.
Nach fünf Tagen war der falsche Stempel in den Händen der Sennora, welche nunmehr mit verstellter Handschrift einen chilenischen Paß für de« Liefländer anfertigte.
„So können Sie stch ohne Gefahr auf dem Statthause als au8 Valparaiso gebürtig anmelden", sagte fie, ihm daS Papier übergebend. „Morgen Nachmittag erwarte ich Sie in meinem Hause. Hier ist meine Adresse."
Erst j-tzt erfuhr der Baron die Wohnung der Versucherin.
„Ich werde mich pünktlich einfinden, Madame", sagte er.
„Ich baue auf Sie", versetzte die Sennora beim Abschiede. „Vergessen Sie nicht, mir mit der Vertraulichkeit eines Verwandten zu beg»g« «en. WaS Sie weiter zu thun haben werden, sollen Sie bald erfahren. Denken Sie daran, daß Sie in meinen Händen find, ich kann 5ir