«rf<6dnt MM
-.guinabmeb« /cxnHi unb Feier« rL.BteridiäM
Fuldaer
eitrma
Seftrtfc DÄ einspaltig« Peü« t«ile ober oer«M Siauml5Pfa.,R» Hamen die Petit« »eile LS Pfg.; bei Wiederdolullge» wird entsprechens Rabatt gewLhrA
JuLöa, Mittwoch, den 13. August 1902.
JS 185
mit den Beilagen Ul 8AÄtttWJ""3#fe
SÄa.hwüui.wk „Ulustrirte Sonntags »Zeitung , „Yuldaer Gesdn'cbtsblätter" und rotterie»n$fe.
Ont n» Vrrtef de» frlbaer lettee*»!** Peltreaefl« ll». 1 OMmralck
29. Jahrgang.
**....._......9.........................,.....'-J51
1 Erstes Matt. ]|l
O Die erste Lesung.
Einhundert und zwei Sitzungen — das ist eine stattliche Zahl! Zum Glück hat gegen daS Ende der ersten Lesung des Zolltarifs in der Kommission des Reichstages hin das Rede« bedürsniß ei« wenig nachgelassen bei den Herren von der linken Seite; sonst würde diese erste Lesung noch recht lange gedauert haben. Mehrfach wurde versichert in der neuesten Zeit, der Plan sei aufgegeben, das Zustandekommen des Zolltarifs durch eine parlamentarische Obstruktion unmöglich zu machen. Für die Freisinnigen mag das ja vielleicht zutreffen. Uebrr die Absichten der Sozialdemokratie hat dagegen der Abg. von Bollmar erst ganz kürzlich eine andere Erklärung abgegeben: danach will die Sczialdemokraiie alle nur möglichen Mittel anwenden, um eine Verabschiedung de- Zolltarifs in diesem Reichstage zu verhindern. Nu», wir werden ja sehen, wie die Dinge laufen werden. Möglicherweise könnten die Sozialdemokraten merken, daß sie mit ihrer Obstruktion „auf Granit beißen".
Daß nichtsdestoweniger die weitere Entwickelung der Brrathung im Dunkel der Zukunft liegt, weiß die Welt. Von einigem Interesse war in diesen Tagen die erneute Erklärung in konservativen Blättern, sie hofften in der Frage der landwirthschaftlichrn Zölle auf ein Entgegenkommen der Regierung. Staatssekretär Graf PosadowSky hat noch ganz zuletzt, als es sich um die Beratyung der Jndustriezöllc handelte, «ine Aeußerung gethan, die man in diesem Sinne deuten könnte. Nach einer Rede des Abg. Dr. Hahn sagte der Staatssekretär: wen» der geeignete Zeitpunkt gekommen sein werde, würde die Regierung ihre Ansicht über die Kompromisse, die zwischen Industrie und Landwirthschaft getroffen Morden seien, schon darlegen. Aber man darf doch auch nicht übersehen, daß sich bestimmte Schlüffe daraus ganz und gar nicht ziehen lasten. Die Ansicht der Regierung war nach den vielen übereinstimmenden Arußerungen ihrer Vertreter die, nichts an den Getreide- und Biehzöllrn ändern zu lasten; und kurz vorher war da- Wort desselben Staatssekretärs Grafen Posa- dowSky gefallen, daß er befürchte, unsere zollpolitische Rüstung könnte am Ende so schwer werden, daß wir sie gar nicht mehr tragen könnten. ES gehört ein reichliches Maß von Hoffnungsfreudigkeit dazu, daraus auf eine Bereitwilligkeit der Regierung zum Entgegenkommen zu schließen.
Eine Zeitungskorrespondenz, die im Solde deS ZentralverbandeS der deutschen Industriellen steht, mitunter aber auch zu offiziösen Kundgebungen benützt wird, schlägt einen sonderbaren Weg ein, um dar Werk des Zolltarifgesetzes zu fördern. Sie meint: Jeder, der das Zustandekommen eines neuen Zolltarifes ans der Grundlage oeS jetzigen Entwurfes verhindere, verzögere dadurch auch für unabsehbare Zeit den Abschluß neuer Handelsverträge, die Reform deS BörftngefetzeS und die Wiederaufnahme der
HngeL und Dämon.
Roman von Johann Marius.
24 ------ (Rachdruck verböte«.)
14. Kapitel.
Sennora de Fontana versäumte den festgesetzten Termin nicht. In derselben Stunde, wie acht Tage zuvor, stand sie Vernon gegenüber.
Er mußte Glück im Spiel haben, denn seine früheren fadenscheinigen Kleider hatten einem «leggnten modernen Anzug Platz gemacht.
„B tte, meine schöne Unbekannte", begrüßte «r die Eintretende, „lasten Sie sich gefälligst «ieder."
„Haben Sie gefunden waS ich suche?" fragte sie.
Vernon schnalzte mit der Zunge.
„Versteht sich, Madame. Sie werden mit mir zufrieden sein. Nehmen Sie ihr Herz in Acht, vorausgesetzt, daß Sie der Liebe noch nicht abgeschwore» haben.
„Ihre albernen Reden langweilen mich", entgegnete die Sennora verdrießlich. Dan» fuhr sie fort:
„Wo ist der Mensch, den Sie mir empfehle« wollen?"
„Dort, Madame."
Er wies auf ein durkler Kabinet, das an feine Stube stieß.
„Mir ist heute verteufelt spaßhaft zu Muthe, meine schöne Unbekannte", fuhr er lachend fort. „Ich hatte eS auf eine Überraschung abgesehen."
Vernon öffnet« die Thüre des Kabtnets.
preußischen Kanaloorlage. Die .Berliner Politischen Nachrichten' — um diese Korrespondenz handelt es sich! — wollen damit augenscheinlich den Tarifgegnrrn von der linken Seite deS Reichstages zureden. Aber der Versuch ist schwach. Gerade auf jener Seite hegt man die Anschauung, daß der Abschluß neuer Handelsverträge auch ohne die Verabschiedung des neue» Zolltarifes möglich sei. Mit solchen Rathschlägen wird man also nichts erreichen. Von Interesse ist nur die Auffassung, daß an ein Wiedererscheinen der preußischen Kanalvorlage vor der Erledigung der Zollfragen im Reichstage nicht zu denken sei. Diese Auffassung ist von den zollfreundlichen Parteien und ihrer Presse stets als die richtige angesehen worden; und sie ist auch ganz sicherlich richtig. Mit dem Hinweise darauf wird doch aber nur eine Mahnung für die Regierung ausgesprochen, nämlich die, in der Zvllsrage Entgegenkommen zu beweisen, um der preußischen Kanalvorlage förderlich zu sein.
Die letzten Berathungen der Kommission waren dem Anträge des Centrums gewidmet, die Mehr- ertrüge a« Zöllen für eine Versicherung der Arbeiterwitwen und Arbeiterwaisen zu verwenden. Die sozialdemokrat scheu Abgeordneten u. Zeitungen bieten ihr Mögliches auf, um den Welch dieses Antrages herabzusetzen: nach ihrer angeblichen Ansicht will daS Centrum mit diesem Anträge nur aus den Arbeiterfang ausgehen; ernsthaft sei der Antrag gar nicht gemeint und dergleichen mehr. Deutlich spricht daraus der Aerger darüber, daß wieder einmal das Centrum einen Beweis abgelegt hat von seiner wahrhaften Arbeiterfreundlichkeit, die sich eben nicht in chimären- baften Träumereien und Unmöglichkeiten bew gt, sondern auf dem festen Grunde der praktischen Durchführbarkeit aufgebaut ist. Aber dieser Aerger bleibt den Herren Genossen nicht erspart; der Antrag des Centrums ist vollkommen ernst gemeint und hat bekanntlich auch den Erfolg zu verzeichnen gehabt, daß Reichskanzler Graf Bülow selbst bei der ersten Lesung des Zolltarifentwurfes im Reichstage die Aeußerung that: auch er möchte vorschlagen die Mehrerträge der Zölle zum Wohle der arbeitenden Klaffen zu verwende». Und gegen den Gedanken selbst ist thatsächlich von keiner Seite ernstlicher Widerspruch erhoben worden. Diese Bestrebungen des Centrums sind also weder Heuchelet, noch aussichtslos. DaS Centrum wird vielmehr alle Anstrengungen machen, um seinem Anträge zur Verwirklichung und Durchführung zu verhelfe».
Die zweite Lesung des Zolltarifes in der Kommission soll am 16. September beginnen. Es bleibt also reichliche Zeit übrig für weitere Verhandlungen darüber innerhalb einzelner politischer Partei«».
Berlin, 12. August 1902.
* Alever die Keife Diopofitione« de» Kaiser» wird berichtet: Heute wird der Kaiser in Stettin ei»treffe» und sich nach Neu-
„Samiel erscheine!" rief er, wie der Jäger- bursche Kaspar im „Freischütz".
Die Thüre flog rasch auf.
Ein junger Mann von höchstens füufund- zwanzig Jahren trat hervor und verbeugte sich vor der Dame mit feinem Anstande. Dann richtete er sich empor, stellte sich ihr gegenüber und wartete auf ihre Anrede.
ES währte eine geraume Zeit, ehe sie die Lippen öffnete. Ihre Augen ruhten lang« forschend auf seinen Züge».
Sein Wuchs war hoch und schlank, die Form seines Gesichtes edel, doch von ausländischem TypnS. Sein Haar war von glänzender Schwärze und gelockt, seine Auge» so dunkel wie sein Haar. Ein zierliches Schnurrbärtchen vollendete die Anumth seiner Züge, welche durch den blassen Teint nicht beeinträchtigt wurde.
Da die Sennora immer noch schwieg, nahm Vernon das Wort.
„Nun Madame, wie gefällt Ihne» mei» junger Freund, de» ich die Ehre habe, Ihnen als Baron von Bohlen aus Liefland vorzustellen?"
Gabriele nickte.
„Sein Aussehen entspricht meine» Zwecken", sagte sie ruhig. „Doch jetzt möchte ich Näheres über ihn wissen."
Sie wandte sich dem Baron zu.
„Sie find, wie Herr Doktor Vernon sagt, ein Liefländtscher Edelmann."
Der junge Mann verbeugte sich und erwiderte mit wohlklingender Stimme:
„So ist es, gnädige Frau."
gatterSlebe» und Alten-Srabow begeben, do Mittwoch und Donnerstag Kavallerie- ixerzieren statlfindet; am Freitag wird der äifec in Düffeldorf erwartet. Von dort er- olgt die Weiterreise nach Homburg, später nach Koblenz und Mainz, woselbst er im roßherzoglichen Palais Wohnung nehmen wird. )et Großherzog von Hessen wird inzwischen anS England zurück sein und mit dem Kaiser zu- ammen eine Truppenschau abhalten. Am 19. ludet die Enthüllung des Denkmals der Kaiserin Friedrich in Homburg und am 20. die des kaisers Friedrich in Cronb erg statt. Am 24. wird der Kaiser in Potsdam zurückerwartet. Am 25. August, Vormittag« wird der Kaiser der Enthüllung deS Rolandsbrunnens auf dem kemperplatz in Berlin beiwohnen. Nach dem Besuch deS Königs von Italien (27. -30.) er- olgt bald die Abreise nach Posen zu den
Manöver».
* Die Atzslera unter der deutsche« Nesatzuugsvrigade in Hstaste«. Wolffs Telegraphisches Bureau verbreitet unter dem 12. August folgende Meldung: Von der in Ostasten unter der einheimische» Bevölkerung herrschenden Choleraepidemie ist auch die deutsche Besatzungsbrigade nicht gänzlich verschont geblieben. ! Im 27. Juni ist 1 Man« in Jangtsu», am 28. Juni je 1 Mann in Ehanhaikwan und Tientsin Dorf, am 14. Juli 1 Mann in Shanghai, am 23. Juli 3 Mann in Shanghai und am 4. August 1 Mann in Shanhaikwa« an Cholera verstorben. Seit dem 4. August sind neue Fälle unter den Truppen nicht vorgekommen, auch ist sonst deren Gesundheitszustand durchaus »efriedigend. — Nach dieser Meldung sind also eit dem 27. Juni acht Mann a« Cholera ge- torben. Wir glaube», daß diese Meldung schon viel früher hätte geschehe» solle», zumal der erst« Todesfall heute um mehr denn sechs Woche« jurückliegt!
X Kei« Hermixhandel im chetreide mehr? Der Terminhandel mit Getreide ist durch das Börsengesetz verboten. Betrieben wird er dennoch, und man macht nicht einmal ein Geheimniß daraus, daß man ihn betreibt; den« in den Börsenberichte« der Zeitungen wird ganz offen und öffentlich davon geschrieben. So konnte man am 26. Juli im Handelstheile des ,Berliner Tageblattes' lese»: „Im Roggenmarkte machen sich Schwierigkeiten in der Regulirung der per Juli laufenden VerkanfSverpflichtungen bemerkbar. Ein Versuch, zwischen den Parteien eine Regulirung auf der Basis von 158 bis 160 Mark herbeizuführen, blieb heute vergeblich . . . Die Schwierigkeiten . . . rühren im wesentlichen daher, daß die Verkäufe in Roggen schon feit einiger Zeit von den Mühle« effektiv abge- nommen wurden und »euervings die Wttterungs- Verhältnisse eine Verzögerung der Roggenernte ix Aussicht stellen." Ebenda konnte man am 28. Juli lesen: „Als nu« auch Sachsen sich wieder aufnahmefähig zeigte . . . richteten sich dir hiesigen (Berliner) Bestände schnell. Hierdurch war denjenigen, die im Hinblick aus die an sich günstigen Ernteaussichten Vorverkäufe vorgenomme» hatten. Die Deckung ihrer Verkaufsoerpfiichtmigen erschwert" Vom 29. Jul; wurde berichtet: Juli-Roggen wurde heute . . . höher. Nach Schluß der Börse wurden die
„Wie wurden sie mit diesem Herrn bekannt, der Sie seinen Freund nennt?" fragte sie weiter.
„In einem Spielhause", war die Antwort.
„Wo man ihm oll' seine Habe abnahm", war Vernon ein. Er hat in drei Nächten zweitausend Dukaten verloren und Uhr und Ringe dazu."
„Kamen Sie nur, um zu spielen, hierher?" forschte die Dame weiter.
Der junge Mann zögerte, bevor er mit gesenktem Blick erwiderte:
„Es ist nicht leicht, seine eigene Schmach zu offenbaren."
„Nun, so werbe ich für Dich reden", rie Vernon aus unb erzählte nun, daß bet junge Baron Eduard von Bohlen auf der Flucht nach Hamburg gekommen, daß er, zur Verschwendunj geneigt, am dem Gelbschrank seines Onkels, au dessen Gut er gelebt, eine bedeutende Summe annektirt unb damit bas Weite gesucht habe. Ob fein Onkel ihn gerichtlich verfolgen lasse, wisse der Neffe nicht, doch fürchte er es.
„Dieses Geld", fo schloß Vernon, „haben nun die C:oupir« an ber Bank eingestrichen. Nachdem ber letzte Thaler ben Raubvögeln In bte Hände gefallen war, stürzte er wie in wahnsinniger Verzweiflung aus dem Haufe. Ich hatte ihn beobachtet und folgte ihm. An einem der tiefsten Hamburger Kanäle holte ich ihn ein und bemächtigte mich seiner, al« er gerade im Begriffe stand, sich in's Wasser zu stürzen. Ich hielt ihm eine Moralpredigt und zwang ihn, mir zu folgen mit dem Versprechen, für ihn zu sorgen. Ich dachte habe: an Ihren Auftrag, Madame. Da nehmen Sie ihn
schwebende» EngagemextS auf Basis von 60 Mark glatt gestellt. . ." Man ersieht >arau8 in unzweifelhaft klarer Weise, daß ix flaggen Blanko-Verkäufe oorgexommen wurde» n ber Erwartung, der Bedarf an effektiver Waare werde hinter dem später thatsächlich vorhandenen Borrathe zurückbleiben, unb eS würden die Spielpartner am Regelungstage nicht Waare verlange», sondern durch die Differenz teguüre». Das ist nichts Anderes, als daS verbotene »ackte Termingeschäft im Getreide. Warum leugnet man denn trotzdem noch immer, daß dieses Geschäft fortgesetzt betrieben wird?
+ Kecht»st«di«m «nd 3tealeöif«ric«te*. Einer Zeitungsmeldung zufolge soll ber Dekan ber juristischen Fakultät ber Berliner Universität, Professor Schollmeyer, bet Gelegenheit einer Doktorpromotion bte Erklärung abgegeben haben, ;aß bte genannte Fakultät beschlossen habe, solche Rechtsstndenten nicht zum juristischen Doktorexamen - uzulassen, bie nicht über das Reifezeugniß einer mmantstifchen Schule verfügen. Wenn ein solcher Beschluß wirklich gefaßt worben ist, kann man hm bte innere Berechtigung auf keinen Fall ab- prechen. Man muß abwarten, ob die Melbung ich bestätigt. Ist sie richtig, bann wird ja ber Wider fpruch der Gegenseite nicht ausbleiben.
* In ber Befördern«- der Kisenüahll- Seamter» wirb nach ber ,Franks. Ztg.' mit bem 1. Februar nächsten Jahres eine tief einschneidende Aenderung eintreten. Während die mittleren Beamten seither in sogenannten Anstellungrbezirken (immer drei Nachbar - Direktionsbezirke) durch- rangirien, wird diese Einrichtung mit obige« Datum in Wegfall kommen, unb es sollen bie Anwärter für Stationsvorsteher-, Bahn- unb Werkmeister-, Güterexpebienten-, Stationreinnehmer« ufw. Stellen alsdann durch den gesummten preußisch-hessischen Eisenbahnbezirk rangiren und so zur Anstellung gelangen. Bei ber Reichspost wird dies seit langer Zett so gehandhabt. Vom 1. Februar n. I. an wirb demnach ein Vorsteher- Anwärter von Memel nach Worms und ein Einnehmer-Anwärter von Saarbrücken nach Lyck a« ber russischen Grenze behuf« Beförderung versetzt werden können.
• Auf deutsche« Kisellvahue« — ausschließlich ber bayerische« — sind im Monat Juni 11 Entgleisungen auf freier Bahn (davon6 bei Personenzügen), 11 Entgleisungen in Stationen (davon 3 bei Personenzügen) und 8 Zusammenstöße in Stationen (davon 2 bei Personenzügen) oorgekommen. Dabei wurden 1 Bahnbediensteter getödtet, 9 Reifende und 6 Bahn- bedienstete verletzt.
X A«m Kkostersturm i« Kaden. Auch die Professoren ber drei badischen Hochschule« haben, wie bekannt, eine solche Furcht vor der Errichtung von Männerklöstern in Bade», daß sie i» einer Adresse den Großherzog beschwöre» haben, solche Niederlassungen doch ja nicht zu gestatten. Die Professoren führen in dieser ihrer Kundgebung au», daß die Neugründung von Männerklöster» sie „im Hinblicke auf die fernere gedeihliche Entwickelung des öffentliche« Lebens mit ernster Besorgniß erfüllen müßte." Den Mäanerorden geschieht Damit große Ehre. Wir Katholiken merken aus solche» Kund« gebungen erst recht, welche ungemein hohe Bedeutung den Männerorden zukommt, und da
hin. Er ist bereit, Ihren Wünschen unb Befehle« blind Folge zu leisten, da er nicht« mehr zu verlieren hat!"
Die Sennora lächelte triumphirenb. Ihr teuflischer Plan reifte bet Vollendung entgegen. Nur noch kurze Ze t unb ber entscheidende, vernichtende Schlag sollte Martha'« Haupt treffen.
„Ich bix mit Ihne« zufrieden", begann Sennora de Fontaxa nach kurzem Nachfinnen. „Ich werde Sie in jeder Weise vor der Poliz i schützen, Baron. Jetzt begleite« Sie mich. Was noch abzumachen ist, muß insgeheim und ohne Zeuge« geschehen.
Die Sennora that einen Schritt nach der Thüre. Aber ste besann sich, blieb stehen und zog ihre Börse.
„Hier find fünfzig Louisdor für Sie, Herr Doktor", sagte sie, sich zu Vernon zurückwendend.
„Nein, so leicht soll mir die geheimnißvolle Versucherin nicht entkommen", dachte dieser.
Er schob die genannte Summe mit der Hand zurück.
„Nein, Madame, dafür thue ich eS nicht."
Ihre Augen funkelten zornig unter bem Schleier.
„Die find unverschämt, Doktor Vernon!"
„Bah, warum nicht gar ? Ich will für meine Mühe entschädigt werden. Unter hundert Louisdor keinen Baron."
Die Sennora murmelte etwas, was wie eine Verwünschung klang. Nichts destoweniger griff ste nach ihrer Börse und schüttelte das darin befindliche Gold auf den Tisch.