Erschein« «rgklch,
m. AnSnahnie der
6»nn«ettb Feier«
*4rMlSL5O$t
Fuldaer
Jtiftrefr: Die einspaltige Detin» zeile ober bette RaumlSPfg.,R»» Hamen die Petit« teile 25 Psg.; bei Wiederholunge» wird entspreche«^ Rabatt gewährt
vaxtieMtU»:'»*«t E?Mftln 3«k SU» ft, OekwM X ;»mHu ta 5ilta.
mit den Beilagen
Jllustrirte Sonntags'Zeitung*, „Fuldaer Ge$d)id)t$blätter" und kottekse-tisid.
Ontf ts6 Verl«, k* Stiban XctteulnuUl* pcUreiage llr. 1 ffcaraenUk
M 184.
[] Bom Kulturkampf in Frankreich.
Mit einig»» Besorgniß hatte man in Frankreich den Ereignissen der letzten Tagen entgegen- gesehen. Der Gewaltfeldzug der Regierung gegex die Ordensschulen hatte sich nun auch auf die Bretagne und auf die SBentee ausgedehnt, denjenigen beiden Provinzen, in denen man wegen der tiefen Anhänglichkeit der Bevölkerung an die Kirche und ihre Einrichtungen von Anfang an de» lebhaftesten Widerstand erwartet batte, und thatsächlich mußte bereits in mehreren Ortschaften Militär aufgebste« werden, um die ausführende« Organe des Ministeriums in ihrem Vorgehen gegen die Schulen zu unterstützen. I» verschiedenen Orten widersetzte stch die Bevölkerung ganz offen auch dem Militär, und in einem Falle gehorchte auch ein Offizier dem Marschbefehle der Regierung nicht. Oberstleutnant de Saint Remy, in Abwesenheit des Obersten Befehlshaber des zweiten Jägerregiments in Pontioy, weigerte sich, dem Befehle des Brigaoegenerals Frater zu gehorchen und zur Ausführung weiterer Austreibungen von Schulschwestern nach Ploermrl zu marschiren; und augenscheinlich fand er mit dieser Weigerung de« Beifall des ihm unterstellten Regimentes. Jedenfalls wird gemeldet, daß nicht nur der genannte Oberst vor ei« Kriegsgericht gestellt, sondern auch das Regiment nach einer anderen Stadt verlegt werden wird. Das sind bedenkliche Anzeichen und eindringliche Warnungen für die Machthaber, und thatsächlich legten sich diese auch eine kleine Mäßigung in der Ausführung ihrer Maßregeln auf, da sie sich doch davor scheuen, unmittelbares Blutvergießen Hervorzurufe«. So e«1schloffen sich in St. Maa die Bewohner dazu, alle Mittel gegen dis Schließung der Ordensschule« anzuwenden. Die aufgeregten Mensch;« wollten de« Kampf gegen die anmarschirenden Bataillone der Republik aufnehmen und lieber sterben, als zugeben, daß die Schulschwestern aus ihrer nützlichen THLtigkeit herauSgeriffen und aus ihrem rechtmäßigen, angestammten Heim vertrieben würden. Bisher suchten die liberalen und kirchen- feindlichen Zeitungen zu behaupte», daß die Kundgebungen gegen das Ministerium und der Widerstand der Bevölkerung gegen dessen Maßnahmen nichts weiter feien als Mache der Rationallisten; diese Vorgänge beweise« ganz unwiderleglich die Haltlosigkeit solcher Behauptungen.
Daß man in Petersburg mit Besorgniß auf die Vorgänge blickt, die in dem „befreundeten und verbündeten Frankreich' sich abspielen, ist bereits berichtet worden. Aber auch in ausgesprochen kirchenfeindlichen deutschen Blättern verurtheilt man rückhaltlos die Rohheit und Gewaltthätigkeit in dem Vorgehen des ftanzösischen Ministeriums. „Eine derartig gewaltthätige Politik — so schreibt die Berliner .Tägliche Rundschau' — wie sie die stanzösische Regierung hier betreibt, ist der vielgerühmten französischen Humanität unwürdig. Da« rohe Vorgehen der Polizei gegen Frauen und Kinder wird in dem ritterlichen Frankreich besonder« böse« Blut machen. Herr Loubrt hat sich jedenfollS in Herrn Combes einen sonderbaren Mitarbeiter für sein „Programm der Versöhnung" ausgesucht. Vielleicht läßt sich der aufgeklärte, republikanische Ministerpräsident von dem russischen Freunde noch einige Kosaken kommen, damit diese
Kngel und Dämon.
Roman von Johann MariuS.
23 ------ (Rachdruck verboten.)
„Wenn ich zu Euch hinaus käme, würdest Du mich nicht sobald von Dir lassen."
Martha nickte.
„War man liebt, hat man nur zu gern bei sich. Geht ee Dir doch ebenso wie mir?"
„Auch ist noch andere« zu bedenken", fuhr die Freundin fort. „Deinem alten Vater würde der Abschied, wenn Du Deinem Gatten folgen mußt, viel schmerzlicher sein, wenn Du so lange um ihn gewesen, al« jetzt, wo er Dein liebes Gesicht und Dein holdes Kind nicht täglich vor Augen hat. Und warum den Kummer des edlen Greise« verdoppeln?"
Die junge Mutter schwieg. Wie immer gab sie ihrer verständigen Freundin auch in dieser Beziehung recht. Sie mußte dem von ihrer Kindesliebe eingegebenen Wunsch entsagen.
Die Senrora berührte ihren Arm.
„Denke jetzt nur an Deinen Brief, kouvertire ihn und schicke ihn Herrn Gehring zu. Derselbe wird ih» sicher befördern. Ich gehe, um nach dem kleinen Ernst zu sehen. Er schlief vorhin; vielleicht ist er erwacht und verlangt nach Dir. Dann bringe ich ihn hierher."
Sie ging in das an Martha'S Zimmer anstoßende Gemach, in dem das liebliche Kmd auf schneeweißen Kiffen in der eleganten Wiege schlief. Sie setzte sich zu ihm und betrachtete cr lange mit einem Bück unverkennbaren Neide«.
Iulöa, Dienstag, den 12. August 1902.
29. Jahrgang.
mit der Knute den Bretonen Liebe für die glorreiche dritte Republik beibringen."
Die hier angeführte .Tägliche Rundschau' ist eine« der Organe des „Evangelischen Bundes". Dieser Hinweis allein genügt, um die,Rundschau' außerhalb allen Verdachtes zu bringen, al« schreibe sie geflissentlich im Jntereffe der gemißhandelten französischen Schulschwestern.
Das Verfahren der republikanischen Machthaber ist aber nicht nur roh und gewaltthätig, sondern auch dumm im eigenen Jntereffe. Um zu wiffen, was damit gemeint fein soll, muß man einen Blick tbun in die bürgerlich republikanischen Zeitungen Frankreichs. Dan« bemerkt man in sehr vielen liberalen Blättern einen vollkommenen Umschwung der Anschauungen: Vorher hatten sie sich um die ganze Sache der Ordensjchulen gar nicht gekümmert; noch mehr, sie hatten wohl auch dem sogenannten, gegen die Orden gemünzten Vereinsgesetze unmittelbar zugestimmt. Run aber, da sie sehen, welche Folgen dieses Gesetz nach sich,zieht, schlägt ihre Stimmung um. Sie oer- mtheilen die Brutalität der Maßnahmen des Ministeriums ohne weiteres und rathen zu einem Zusammenschlüsse aller Katholrke« gegen die Re- gierung der Republik, die so rücksichtslos die Gefühle aller Katholiken mit Füße« tritt und mit ihren Rohheiten Beifall nur bei der Sozialdemokratie findet. Es kann sehr leicht fein, daß die allerletzte Folge dieses von der französische« Regierung vom Zaune erbrochenen Kulturkampfes die Bildung eines starken Centrums ist, von dem die Republik in der Folgezeit zurückweichen und die jetzt ausgesührten Maßregeln wieder rückgängig machen muß. Bis jetzt fehlte in Frankreich noch immer ein einheitliche Organisation der Katholiken. ES könnte fein, daß diese nun endlich und endlich als Antwort auf die jüngsten Gewaltmaßregeln de« Ministeriums Combes zu Stande käme.
Unter dem Drucke des Kulturkampfes bei uns in Deutschland entstand das starke Cmtrum, gegen das auf die Dauer nicht regiert werde« kann. Warum sollten in Frankreich aus den gleiche« Ursachen nicht die gleichen Wirkungen hervorgehen?
Berlin, 11. August 1902.
+ Spziftldemokratie und Land1«gr- »ahle«. Der Schlachtplan des sozialdemokratischen Berliner Zentralorgan für die nächsten Wahle« zum preußischen Abgrordneterchause hat de« Liberalen einen gelinden Schrecke« eingejagt — natürlich! Denn es wurde in diesem Blatte bereits darauf hingewiesen, daß dieser ObstrukttonS- plan der Herren „Genoffen" gegen den glatten Verlauf dieser Wahlen nur in solchen Wahl- kreise« von irgendwie «ennensrverthem Erfolge 6egLitet fein könnte, wo für gewöhnlich liberale Wahlmänner und Abgeordnete gewählt werden. „Da« sozialdemokratische Experiment — so läßt sich das ,Berl. Trgeblatt' vernehmen (Nr. 403 vom 11. August) — wäre interessant, aber nicht
„Würdest Da wich einst Deine Mutter nennen", murmelte sie, „ich würde Dich ebenso glühend Heben, wie ich Dich jetzt Haffe. Und doch mußt Du am Leben bleiben. Ich kann Dich Haffen, aber ich darf Dich nicht vernichten. Du sollst da« Werkzeug in meinen Händen sein, um meinen Plan zu erreichen!"
Martha'S Brief gelangte noch au demselben Tage in die Hände des Herrn Gehring und wurde von diesem dem Kapitän des Schiffes zur prompten Besorgung übergeben.
Zwei Monate vergingen aus'« Neue. I tzt war der Augenblick, in welchem Gabriele ihren nichiswürdigen Plan zum Abschluß bringen wollte, gekommen.
Der Genosse ihre« in P. begangenen Verbrechens war ihrem Gedächtniß nicht entschwunden. Sie halte sich die Wohnung Vernou's genau ge- merkt und begab sich eines Abends, tief verschleiert, dahin, in der Hoffnung, ihn zu Hause anzuireffen.
„Lieb wäre e« mir", murmelte sie unterwegs, „hätte das Spiel die Summen, womit ich einst feine wirksamen Mittel bezahlt, wieder verschlungen und ich träfe ihn mittellos, wie damals, al« ich ihn zuerst aufsuchte."
Ihr Wunsch, sollte in Erfüllung gehen. Als sie, nachdem auf ihr Anklopfen mit heiserer Stimme „Herein" gerufen, ihren Fuß über die Schwelle der niedrigen Zimmer« gesetzt hatte, sah sie Vernon, lang ausgesireckt, auf srinem Sopha liegen. Vor diesem Möbel stand ein kleiner gevrechlicher Tisch, auf dem sich eine Lampe und ein Spiel schmutziger Karten befanden.
Als Vernon die verschleierte Dame erblickte,
ungefährlich. Die Konservativen, die auf dem flachen Lande ihren Rückhalt haben, würde« davon nm wenig betroffen werden. Auch das Crntrum hätte von solcher Taktik wenig zu befürchten. Es find hauptsächlich die großstädtischen und industriellen Bezirk«, in denen solches Vorgehen möglich ist, einmal, weil hier die Sozialdemokratie am dichtesten sitzt, uns dann weil hier die Zahl der Wähler fdt fünfzig Jahren sich vervielfacht hat U-ber« wiegend würden also die liberalen Kreise vo« dieser Obstruktion getroffen werden . . ." Für den unbeteiligte« Dritten ist dieses Kotau der Liberalen vor de« drohenden Genoffen von der Sozialdemokratie nicht ganz ohne erheiternde Wirkung.
4- Wie die Sozialdemokratie akmirth- schäftet. I« mehreren ftanzösischen Städten hatten dis Sozialdemokraten die Mehrheit im Gemeinderaths erlangt, so in Paris, in Mar- feilte und in der Industriestadt Roubaix. In Paris wurde die sozialdemokratifche Mehrheit sehr bald wieder beseitigt, uad kaum länger hat die Sozialdemokratie in Roubaix das Heft in der Hand gehabt. Jetzt aber ist die sozialdemo- kratische Mehrheit auch in Marseille wieder aus dem Gemrinderathe entfernt worden durch die Stichwahlen, die dort den Hauptwahlen folgen mußten. Für diese Stichwahlen hatten sich die bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokraten zusammengeschloffen, und der Erfolg davon ist der gewesen, daß die sozialdemokratische Ran« didatenlists mit 27 911 Stimmen gegen 36179 Stimmen d-s bürgerlichen Kartells unterlag!
+ Aokcm urrd Soziatdemokratie. In Kandrzin in Oberschlefir« hat am letzten Sonntag eine Parteiversammlung der oberschlestschen Sozialdemokratie stattgefunden, wie sie vorher angekündigt worden war. Die Sozialdemokraten polnischer Zunge wollen mit den anderen „Ge- »offen" nicht c* einem Strange ziehen, vielmehr für acht Wah'k eise bei den nächsten Reichstags- wählen polniffe, sozialistisch-nationale Kandidaten aufstellen, was aber von der offiziellen Sozialdemokratie nicht gebilligt wird. Die Be- rathungen irr Krndrzi« habe« zu keiner Einigung geführt: die deutschen Sozialdemokraten haben keinen einzigen b<r acht polnischen Bewerber angenommen! Wer bisher, so wird wohl auch in der Zukunft aus Oberschlefie» kein Sozialdemokrat in den Reichstag einziehe«; weder ei« deutscher, noch ein polnischer. Aber eS ist intereffant, zu beobachten, wie die Sozialdemokratie nicht einmal die Deutschen und die Polen Oberschlesiens unter einen Hut bringen kann!
* Hine Statistik der Muttersprache der in Deutschland am 1. Dezember 1900 gezählten Bevölkerung wird jetzt vom Kaiserlichen Statistischen Amt veröffentlicht. Von zusammen 56,367,178 gezählten Personen war bei 25,510,642 männlichen und 26,372,489 weiblichen die Muttersprache deutsch. Deutsch und noch eine fremde Sprache wurde al« Muttersprache angegeben bei inegesammt 137,283 männlichen und 115,635 weiblichen Personen. Dar Polnische erscheint darunter mit 92,847 männlichen und 76,787 weiblichen Personen. Eine fremde (nicht deutsche Muttersprache) wurde koustatirt bei zusammen 4,231,129 Personen, darunter Polnisch bei ins«
richtete er sich halb empor. Ueberrascht sah et die Fremde an.
„Erkennen Sie mich wieder, Doktor Vernon?" fragte Srnnora be Fontana. „Wir sivd alte Bekannte. Erinnern Sie stch mir."
Vernon schnellte von seinem Platze auf.
„Ich sah nicht Ihr Antlitz, Madame", vsr> fitzte er. „Aber die Stiame, die ich höre, läßt keine Täuschung zu. W-s wünsche» Sie von mir? Wollen Sie mich bei einem neuen Verbrechen zum Mitschuldigen machen?"
„Die Verantwortung deffen, was Sie Verbrechen nennen, Herr Doktor, trage ich", sagte die Verschleierte. „Glauben Sie, daß ich ein ähnliches neues Puloer bei Ihnen btft Den will, so sind Sie im Jrrthum Diesel Mal soll Ihr zartes Gewffen nicht beunruhigt werden. Ich schlage Ihnen ein andere» Geschäft vor, das Ihnen ebenso viel eintrage« soll wie dar frühere, wenn möglich noch mehr."
„Ah, Madame, Sie machen mich neugierig", entgegnete der ehemalige Arzt. „Verzeihen Sie, daß ich nicht sogleich — ich bitte, Platz zu nehmen."
Er wischte mit seinem Rockfchoß den einzigen im Zimmer befindlichen Stuhl rb und präseutirte ihr denselben.
Die Senvora setzte fich. Vernon aber blieb mit fragender Miene vor ihr stehen.
„Nun, Herr Doktor," begann sie, „ist ba5 Spiel Ihnen als Spieler hold gewesen?"
„Nein," rief Verr-on aus, „ich habe alles verloren!"
„Aber die Last zum Spielen ist Ihnen doch
gesammt 3,088,489, Masurisch bei 142,049, Kaffubisch bei 100,213, Wendisch bei 93,032 Personen. Auf je 10,600 der Gesammtbevölkerung entfielen 750,6 mit fremder Muttersprache, 9204,5 mit deutscher und 44,9 mit deutscher und einer fremden Muttersprache.
• Ker telegraphische DerKeHr des Ikeichs- telesr«ptzerrgeSiet» weist nach der amtlichen Statistik im vergangenen Jahre einen kleine« Rückgang auf. Die Zahl der aufgegebenen Telegramme zeigte fett dem Jahre 1897 eine regelmäßige Steigerung. Sie betrug damals 29,6 Millionen, in den folgenden Jahren 31,4, dann 33,1 und 1900 34,343 Millionen. Im Jahre 1901 wurde« dagegen nur 33,657,088 Telegramme aufgegeben. Aehnlich verhält es sich bei den eingegangenen Telegrammen. Deren Zahl stieg von 1897 in den folgenden Jahren von 30,2 auf 32,1, 34 und 35,3 im Jahre 1900. 1901 ging fie wieder auf 34,710,304 zurück. An der kleinen Einbuße wird wohl in erster Linie die allgemeine wirthschaftliche Sage die Ursache bilden. Der Wettbewerb des Fern- spreckers wird wohl im Allgemeinen die Entwickelung des Telegraphen zurückhalten, nicht aber Schwankungen in den einzelnen Jahren verursachen. Die Gesammtzahl der von den Reichs- tslegraphenanstalten verarbeiteten Telegramme ist übrigens bedeutend größer, da der ausländische Verkehr nur zum Theil in diesen Zahlen erscheint. Im Ganzen wurden 42.125,033 Telegramme bearbeitet, und zwar 27,892 inländische, 6,817.468 aus dem Auslande, 5,764,252 nach dem Auslande und 1,650,477 im Durchgang. Von den einzelnen Bezirken hat den bedeutendsten Telegrammverkehr wiederum Berlin. Die 4.444,507 aufgegebenen und 4,221,070 einge« gangenen Telegramme stellen aber nicht die Ge- sammtleistung der Telegraphenämter deS Bezirks dar, da das Berliner Haupttelegraphenamt eine« sehr erheblichen Theil des Durchgangsverkehrs bewältigt. An zweiter Stelle steht Hamburg mit 2,7 Millionen aufgegebenen und 2,9 Millionen eingegangenen Telegrammen, an dritter Düsseldorf mit 1,8 Millionen abgegebenen und 2,1 Millionen eingegangenen Telegrammen, lieber 1 Million aufgegebener Telegramme haben feinet Köln, Dortmund, Frankfurt am Main, Erfurt.
X Da» K«de der vayerische« Minister- Krifis. Dem Kultusminister v. Landman« ist der erbetene Abschied aus dem Amte vom Prinzregenten mit den wärmsten Ausdrücken der Anerkennung bewilligt und Freihitr v. Po de- wils ist zu seinem Nachfolger ernannt worden — das wußte man schon allgemein im voraus. Aber waS nun mit dem Senate der Würzburger Universität geschehen würde, das wußte man nicht. Jetzt erfährt man es gleichzeitig: das Vorgehen der Würzburger Univerfitäts - Herren gegen den Kultusminister v. Landmann ist nach Form und Inhalt „als ungehörig erfannt u»b ernstlich mißbilligt wsrden", ebenso wie die Veröffentlichung der Protest-E-klärung in der Presse, für die der Senat der Würzburger Universität die Verantwortung übernommen hatte. Das Ministerium hat es kurzer Hand abgelehnt, daS Enthebungs-Gesuch LeS Rektors und Senates dem Prinzregenten zur Genehmigung vorzulegen —
nicht vergangen, denn ich sehe Karte« auf Ihrem Tische."
„Nun ja, ich beschäftige mich damit, ichkom- binire, auf welche Weise es mir möglich wird, mit Sicherheit zu gewinnen."
„U«d haben Sie das herauSgefunden?"
„Noch nicht, aber ich denke, ich werde dazu kommen. Mehrere Male sind meine Berechnungen schon eingetroffen. Aber was Hilst mir da«, da ich auf dem Trockenen bin. Ohne Geld keine Aussicht, Madame."
„Sie haben Recht, Herr Doktor. Nun, ich kam hierher, um dem abzuhelfen, doch ich verlange einen Gegendienst."
„Madame," entgegnete Vernon zaudernd, „ich möchte nicht zum drittenmal — es könnte doch auch gefährlich für mich werden, wenn man entdeckte —"
„Keirs Angst, Doktor," fiel die Srnnora ein. „Von solchen Dingen ist jetzt nicht mehr die Rede."
„Nun, was verlangen Sie den« von mir?"
„Etwas, was keine Gefahr für Sie hat. Sie sollen mir — versteht sich gegen eine brillante Belohnung — die Bekanntschaft eines junge«, hübschen Mannes vermitteln."
Vernon lachte laut auf.
„Was? Glauben Sie, daß ich ein Heiraths- vermittslungSbureau -tablirt habe?"
„Bleiben wir ernsthaft, Doktor Vernon," er« mahnte Gabriele.
„Aber wozu soll ich Ihnen die Bekanntschaft eines jungen Mannes vermitteln?" fragte der Spieler.