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fflustrirte Sonntags-Zeitung", „Suldaer ßesdiichtsblätler* und rotlerie-Eisfe.

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29. Jahrgang.

Muwa, Montag, den 11. August 1902.

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13. Kapitel.

Wie gut, wie unaussprechlich gut sie ist und

Wie ich sie Haffe", murmelte die Senuora

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Berlin, 9. August 1902.

X Mtrüst-l Mölke, uud da» 31a*- aewerve. Die berechtigten Bestrebungen beS Handwerkes und der Mittelstandes Haden in dem preußischen Handelsminister Möller keine» Freund. Bor einigen Mouaten waren von dem Handels­ministerium Fragebogen versandt worden an die Handwerkskammern und Innungen über die Ein« sührung deS Befähigungsnachweises für daS Baugewerbe. Das Misisterium stellt sich aber bei der weitere» Behandlung dieser Sache sehr schwierig an. Es hat die Fragebogen meistentheilS zurückerhalten. Nunmehr aber hat der Handelsmiuister eine neue Verfügung et laste» und darin erklärt, daß die eingesandten Gutachten nicht genügend seien. ES müßte« Thatfachen angegeben werden, die die Ein­führung des Befähigungsnachweises rechtfertige«. Solche Thatsachen anzuführen, wird den befragten Körperschaften wohl nicht schwer fallen. Aber der Fragebogen des Ministeriums hätte von An« fang vtt so klar abgefaßt sei» müsten, daß irge»d welche Zweifel über die Art der Beant­wortung ausgeschlostrn waren.

h Ar. W-odor Schi-ma** ist zum o r d e n t < lichen Honorar« Professor in der philosophi­sche» Fakultät der Berliner Universität auf Grund Kaiser!. Ermächtigung ernannt worden. Das ist derselbe Dozent, in beste» Vorlesung über bie polnische Frage im 19. Jahrhundert im Dezember des Vorjahres polnische, nreistenS ausländische Studenten lärmende Kundgebungen veranstalteten. Es wurden, wie bekannt, damals mehrere Stu­denten zur Strafe dafür gemaßregelt. Dr. Schie- mann hat in seiner Vorlesung kaum eine unpar- tetische „vorauSsetz angklose" Stellung zu der Polen- frage eingenommen, sondern unmittelbar Partei gege« die Polen ergriffen.

X A»« I«ik- AöyniAg Die Regierung«- presse hat sich bi« zum heutigen Tage über den Fall Löhning vollkommen ausgcschwiegen. Man mußte von vorn herein also annehmen, daß diese Angelegenheit in den höheren Regierungen den Gegenstand ernster und eingehender Erörterungen bildete, und mit dieser Annahme hat man äugen- scheinlich das Richtige getroffen. Der Kaiser selbst hat Bericht über den Fall «ingefordert, und jetzt wird eine bestimmte Entscheidung «ohl «ich mehr lange auf sich warten taffen; denn auch da« preußische Staat«ministerium hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Angelegenheit beschäftigt. In Beamtenkreisen de« preußischen Finanzministe- mm« glaubte man im Anfänge, der Geheimrath Enke, der Persoaaldezernent im Finanzministerium, werde dem rasenden See zum Opfer fallen; denn dieser Beamte soll sich schon mehrfach in unlieb­samer Weife ausgezeichnet haben durch übertrieben harte und kleinliche Behandlung solcher und ähn- sicher Angelegenheiten. Neuerdings aber taucht die Meldung auf, die Stellung de« Oberpräfidenten von Bitter in Posen sei erschüttert. Da» könnte jr nun auch sein. Aber nach den Darstellungen de« Geheimrath» Löhning selbst kam doch die Ent-

„Ohne Zweifel", versetzte die Sennora, „da feine Liebe zu Dir grenzenlos ist. Und doch glaube ich, daß es besser wäre, wenn ihm Alle» ein Ge- heimniß bliebe. Er könnte in ihm die Befürchtung auftauchen, daß da» Schicksal da» erhoffte Glück unerwartet vernichten könnte."

Martha'S Anlitz überzog eine tiefe Blässe und sie barg daS Anllittz erschreckt an der Brust Gabrielens.

„Aengstige Dich nicht, meine Liebe", tröstete sie das schurkige Weib, „Dir wird jegliche Für. sorge zu theil werden, deren Du bedürfen wirst. Ginge jetzt von hier ab ein Schiff nach Lima, so könntest Du Deinem Gatte» einen Brief »ochsenden, de» er einige Monate »ach seiner Ankunft dort erhalten würde. ES dürfte darin aber nur von Deinem Wohlbefinden bie Rede fein. Drin süßes Geheimniß müßte ihm zunächst noch ver- schwiegen bleiben. Der Winter aber, der schon früh eingetreten ist, verhindert bie Schifffahrt. Deshalb müsse» wir den Frühling abwarten. Das erste Schiff, welches »ach Peru steuert, wird Deinem lieben Gatte» eine frohe Nachricht

scheidung au« btm Ministerium, und diese Dar-! lellungen haben bisher auch mit keinem einzigen Worte in irgend einem Regierungrblatte Wider- pruch erfahren. Sollte der Oberpräsident von Bitter bie Hauptschuld an dem peinlichen Miß­griffe tragen, dann würde zur genauem Klar- iellung der Sache eine eingehende Darlegung der Vorgänge nothwendig sein, die sich zwischen dem Oberpräsidenten und dem Finanzministerium ab- pielten. Vorläufig kann man sich nicht gänzlich >e« Eindruckes entschlagen, daß die eigentliche Ver­antwortung für ben Fall doch der preußische Finanz- Minister trage, baß man diesen aber nicht hab« opfern wollen und deswegen nach einem Sünden- wcke für den Herrn Minister gesucht habe, lebrigens würde auch Herr von Bitter nicht un- chwer an seiner Stelle zu ersetzen fein. Die end- glltige Entscheidung ist nach der Meldung eine« Berliner Blatte« verschoben bis zur Rückkehr de« Reichskanzlers Grafen Bülow von der Reise nach Rußland. Da« darf man ohne weiteres als richtig und selbstverständlich annehmen.

X 36e8d rmd AoKm-sr. Die bayerischen Sozialdemokraten unter der Führung ihres Ober­genoffen von Vollmar bereiten sich in ganz besonderer Art aus den bevorstehende» allgemeinen sozialdemokratische» Parteitag in München vor. Man' weiß ja, um was es sich hauptsächlich dabei handelt: um bie Stellung ber bayerischen Genoffen zu bet bekannten Entschließung ber Münchener Abgeordnetenkammer über dos Wahlrecht zum Landtage. Diese sozialdemokratische Mitarbeit an dem Zustandekommen besagten Beschlusses erregte ben allerhöchsten Zorn des Berliner Oberhauptes, unb biefeS ließ infolge beffen ein vernehmliches Donner» erschallen. Der bayrrische Parteitag in Ludwigshafen nahm Stellung gegen Bebel nnb für Vollmar; und jetzt hat sich dieser Letztere auch den Rücken stärken lasten durch eine Parteiversammlung in München. Ein­stimmig hat eine sozialdemokratische Wählerver­sammlung in München die nachfolgende Kund­gebung beschlossen:

Die Wählerversammlung erklärt sich mit der Thätigkest der Münchener sozialdemokratischen Abgeordneten im bayrrische» Landtage und des Genoffen do» Vollmar im deutschen Reichstag vollkommen einverstanden. Sie drückt ihren Vertretern die volle Anerkennung aus. Die Versammlung erkennt besonders an, daß ihre Vertreter in der schwebenden Wahlrechtsfrage eine für den Fortschritt bet WahlrechtSentwickelung in ben beutschen Bundesstaaten geschickte und fördernde Taktik eingeschlagen haben.

Herr Bebel und seine engeren Freunde werde« also die Stellung bet bayerischen Genossen sehr gut verschanzt gegen alle die beabsichtigten An- griffe vorfinben.

h, Iie Kerichteserie*. Mehrere Wirth- schastliche Vereinigungen wollen jetzt von neuem mit Eingabe» über die Gerichtsferien an bie preußischen Justizminister herantreten. Darin soll namentlich bie Erweiterung des Kreises bet Feriensachen gefordert werben.

4- Ai- „Anltirmissiou" der Aomä*e*- pächter in ben preußischen Ostmarken spielt eine

■ Rolle in einigen Zeitungsnotizen, die durch eine . vollkommen unklare Mittheilung bet »National-

liberale» Korresponbenz' verursacht wäre». Jetzt

Der Frühling war in'« Land gezogen und die Welt prangte im eisten Lenzesgrün, al« Martha einem Kinde, einem «unteren, lieblichen Knaben, da« Leben gab. Gabriele schien sich ganz unb gar ber Fürsorge von Mutter unb Kind zu wid­men, aber in ihrer Brust loderte die Flamme des glühendsten Haffe« wilder als je zuvor.

Martha malte sich mit den glänzenden Farben da» erste Wiedersehen mit Ernst au«.

„Wenn seine Liebe zu mit noch einet Steige­rung fähig ist", sagte sie mit leuchtenden Augen,

jemals zu verrathen. ,

„O, wenn doch Ernst wüßte, was wir Men", . .

sagte die junge Frau, al« fie am nächsten Morgen au8 dem Zimmer.

mit ihrer Freundin im Frühstück,zftnmer saß.

Meinst Du nicht auch, liebe Schwester, daß er i wie ich sie liebe", dockte Martha, sich unendlich glücklich fühlen würde?"

„so wird sie sich durch da« Geschenk, da« ich ihm mitbringe, noch erhöhen. O, daß die Zeit doch dir Flügel meiner Sehnsucht hätte! Wie schön ber Frühling auch ist, ich wünsche doch, daß ef erst Herbst würde. Dann kommt ein Brief voll Liebe unb Sehnsucht. Ich bringe ihm bie Ant­wort selbst. Er wird sehr glücklich sein. Freilich erfährt er bann auch den Tod unserer guten Matter. Aber die Freude über das Pfand unserer Liebe wird seine Thränen trocknen."

Die begeisterten Worte wurden in Gegenwart ihrer Freundin gesprochen.

„Hätte ich Dich nicht so lieb, Martha", ver« setzte sie, „ich könnte Dich um die schöne Wirklich­keit, wie um Deine lieblichen Zukunftsträume be­neiden."

„Aber was hindert Dich", rief die junge Mutter lebhaft aus, „Dir ein gleiche« Glück,» sichern, wie ber Himmel mir gewährt hat? Wenn trgenb eine Frau er vermag, die Liebe eine« Mannes zu gewinnen, so bist Du es. Theuere Freundin, heirathe so bald als möglich. Du darfst ja nur wollen, und die besten unb edelsten Männer werden vor Dir knieen. Mache eine» Mann, bet Dich liebt, glücklich und werbe e« selbst; bann wird auch Dein künftiges Leben nicht einsam unb traurig fein."

| „Ich banke Dir für Deinen guten Rath Marth» , entgegnete die Sennora im scherzenden Tone. Ich ! würde ihn vielleicht befolgen, begegnete mir ein Mann wie Dein Gatte auf meinem Lebenswege. Martha, Dir unb Ernst wird ein beneidens sei the« I Loos zu theil. Die Natur scheint Euch für ein-

draußen. „O, ich würde bie Qualen jder Ver­stellung nicht ertragen können, lebte ich nicht ber Überzeugung, daß ich das Ziel erreichen werde, welches ich mir gestellt habe.

Sennora de Fontana H elt Wort In Allem, was sie Martha versprochen hatte. Ihre zärtliche Sorgfalt für sie mehrte sih von Tag zu Tag. Daneben fuhr sie fort, in den woh thätigen Ver­einen, denen sie fich angeschloflen, nach wie DJt eine hervorragende Rolle zu spielen und Geld mit vollen Händen zur Linderung ber Roth aurzu- streuen. Da« Vertrauen ber anderen Vereins- damen zu ihr war nun vollkommen, unb ba im Laufe be« Winter« eine ber ältesten Vorsteherinnen ba« Zeitliche segnete, so fiel bie Wahl einer Nach­folgerin einstimmig auf Gabriele. Jetzt war sie bei Triumphes Über bte unter ihrem Schutze stehende Martha sicher, unb mit Ungeduld sehnte sie ben Tag herbei, an dem ba« schuldlose Opfer ihrer Leidenschaft ber vernichtende Schlag treffe»

überbringen. Im Spätherbst wirst Du da»» Dei»e Reise antrete» können. O, wir werde» Dich schwer scheiden sehen!"

Sennora be Fontana stanb auf. Ti» wch- mÜchigeS Gefühl schien fie überwält gt zu haben. Mit den Hände» ihr Antlitz »»hüllend eilte sie

* Zur Zollsrage.

Die Zolltarif-Kommission beS Reichstages hat die erste Lesung beS TarifentwurfeS nicht bis zum 8. August beenbigt, wie ja von vor» herein zu erwarten war. Von dem Entwürfe selbst sind noch viele einzelne Zollsätze zu erledigen; außerdem handelt es sich noch um mehrere uner. lebigte Nebenanträge, vor alle» Dinge» um die Anregung des Centrums, eine» Beschluß ber Kommission Über bte Verwendung ber Mehrer- träge aus ben Getreidezöllen herbeizuführen. Daß das Centrum damit eine wichtige sozialpolitische Reform verbinden will, nämlich eine Versorgung für die Witwe» und Waisen der Arbeiter, ist ja bekannt.

Nunmehr wird wiederum bie große Frage der Entscheidung über bie Setreibezölle brennenb, desto brennenber, je näher bie zweite Lesung in ber Kommission heranrückt. Manche Leute trugen sich mit ber Vorstellung, bie Mehrheit ber Kom- Mission werbe sich nunmehr vor ber Regierung ducken unb bie Getreidezölle des RegierungSent- wurfeS unverändert annehme». Wie man auf diese Vorstellung kommt, ist schwer zu erkläre». Nichtsdestoweniger ist bie Thatsache unleugbar. Daß bie Centrumsab geordnete« daS aber nicht thun werden und nicht thun können, liegt klar auf der Hand. Und daß beim Centrum im allze- meinen das Jnterkffe für diese Sache sehr rege ist, geht mit vollkommener Deutlichkeit daraus hervor, daß jetzt von ollen Seiten der Wunsch geäußert wird, die Ceitrumsfraktion deS Reichs­tages möchte sich zwischen erster und zweiter Lesung in der Kommission zusammenfinden unb aufs neue darüber sich ausspreche» mit ihren Vertretern in ber Kommission. Neuerdings ist angeregt worbe», das möge im September in Berlin geschehen. Wo baS geschieht, ist Neben­sache; wenn eS nur überhaupt geschieht.

Wie bie Konservativen sich zu ber Sache stelle», sagt eine Kundgebung in bet gemäßigt konservativen, gar nicht agrarischen .Schlesischen Zeitung'. Dieser wird do» konservativer Seite uu8 Berlin geschrieben: „Wird etwa ange­nommen, bie Komrnifflon«mehrheit werde in ber zweite» Lesung bezüglich der Agrarzölle mit einem Sprunge auf bie Regierungsvorlage zurückzehen, so wäre das ein großer Jrrthurn. Die Konservative» sowohl wie bas Centrum sird fest entschlossen, a« bem Kompromiß über Getreide- und Biehzölle festzuhalten, und man erwartet auf dieser Seite ein Entgegenkommen ber Regierung."

Ohne ein solche? Entgegenkommen ist eine Einigung in der That unmöglich und undenkbar. Ob das Entgegenkommen zur Thatsache werden wird, bleibt abzuwarten; und bann fragt eS sich immer «och, wie bi-seS Entgegenkommen auS- fallen würbe. Im Allgemeinen hofft man jetzt, baß bie Linke keine Obstruktion gegen bie otb« nungSgemäße Entwickelung ber Zolltarif-Frage treiben werde. Eine solche Obstruktion würbe, wenigstens bei bei Freisinnigen, auch vollkommen widersinnig unb lächerlich sein angesichts der Haltung ber Freisinnigen im Wahlkreis Kulm­bach-Forchheim. Diese unterstützten jr sogar eilen zollfreuidlichei Nationalliberalen bei ber bevorstehenden Ersatzwahl zum Reichstage!

fügt diese Letztere ihrer ersten Mlttheiluig einige Erläuterungen hinzu. „Graf Bülow meinte (im preuß. Abgeordnetenhause) — so schreibt daS »ationalliberale Partei-Organ — er zweifle nicht daran, daß eine genügende Anzahl leistungsfähiger und thatkrästiger deutscher Landwlrthe gern be» reit fein möchten, in ben gemischtsprachigen Pro­vinzen Pachtungen zu Übernehme», unb sich habet auch bewußt sei« würbe», baß sie damit auch politische Pflichte» für bie Erhaltung und För­derung deS Deutschthums übernehmen. Dazu gehört aber auch, daß ihnen gewiffe Stimm­rechte übertragen werden; damit diese nicht durch ben Ankauf ber Güter verlöre» gehen, wirb bem Sanbtage demnächst eint bezügliche Vorlage gemacht werbe».....“ Gerade klarer ist die

Sache auch durch diese weitere Mittheilung nicht geworden. Der Herausgeber ber ,Natl. Korr.' hat augenscheinlich etwas läuten höre», ben Kern­punkt ber Sache, auf de» eS eigentlich ankommt, aber nicht erfaßt. Von Jntereffe ist die That- fache, daß in derselben Mittheilung des national» liberalen Partei Organ« auch die Rede ist von ber schweren Nothlage vieler Grunbbefitzer in ben fraglichen preußischen Provinzen.

+ fine Schenkung a« den Urinz- regente« von Mayer«. In ber Kammer ber Abgeordneten hat der CentrumSabgeordnete ! Dr. Heim empfohlen, es möge doch von den Herren mit großem Vermögen aus ben Kreisen der Industrie in der Kammer ber Reichsräthe Einer sich finde», der ber Regierung pu8 der Klemme helfe und die von ber Abgeordneten­kammer abgelebten 100000 Mark für Kunst­zwecke schenken möge. Der gewünschte Geber hat fich bereit- gefunden. Ei» ungenannte« Mit­glied ber Kammer ber Reichsräthe hat ber bayerischen Regierung bie genannte Summe zur Verfügung gestellt, unb ber Prinzregent hat bereits bie Genehmigung zur Annahme ber Schenkung ertheilt. Gerade erhebenb mag bai Gefühl ber Regierung bei ber Annahme biefer Schenkung nicht sein. Aber unter ben gegebenen Umstänben ist diese Lösung ber schwebenben Streit­frage ganz zweckentsprechenb.

st Schlesische Kisenvaynsragen. Die Provinz Schlesien leibet bekanntlich seit langer Zeit an allerhand Etsenbahnschmerzen, unb ihre Klagen herüber sinb vollkommen berechtigt. Noch ganz kürzlich würbe ein besonders stark befür­worteter Plan zu Waffer: bie Schaffung einer durchgehenden Schnellzugsverbindung von Berlin, über Kottbus, Görlitz, Hirschberg, Glotz und Mittelwalde nach Wien. Jetzt wird angekündigt, daß noch im Lause dieses Monats in Grün­der g und in Löwenberg amtlich angeordnete Fahrplan-Konferenzen stattfinden sollen. Aber mit Fahrplan-V-rbefferunge» allein taffe» fich die brennenden Bedürfniffe schwerlich be- friedigen. , ,

st Im Wahlkreise Iorchheim-Knlm- hach find nun auch die Konservativen mit ihrem Wahlaufrufe hervorgetreten. Sie empfehle» den Kandidaten des Bundes der Landwirthe und bezeichnen es dabei als „bie Pflicht ber konservativen Wähler, bie Bauern im Kampfe gegen ben Industrialismus unb bas internationale Großkapital zu unterstützen".

* Für ben Betrieb ber Grnppenköchen tft in ben neuen Vorschriften nach ber .National-

Engel und Dämon.

Roman von Johann Marius.

22 ------ (Rachdruck verboten.)

Er war ein freudiger Tag für ben alten Diethelm, ben bie beiden Frauen in P. ver­brachten.

Bis zur Mitte des Nachmittags blieben beide bei Diethelm, und ehe fie ibn verließen, besuchte« sie noch ba« Grab ber Pflegemutter Martha'«. Dann fuhren fie in hem woyloerschloffenen Wagen nach Hamburg zurück.

Martha fühlte fich sehr glücklich. Inniger benn je sehnte fie fich nach ihrem Gatten, dem ihr Herz in treuer, selbstloser Liebe voll unb ganz ge­hörte.

Aber nicht sie allein hoffte auf eine freuben« reiche Zukunft an Ernst'« Seite. Die Sennora hoffte dasselbe für sich, und ihre leidenschaftlichen Träume zeigten ihr vte Zukunft in den glänzendsten Farben. Freilich lag die Zeit noch fern, wo diese Träume fich erfüllen würden. E» konnten darüber noch ein paar Jahre verfließen, aber die Gewißheit, ihren Zweck zu erreichen, machte sie ferner fähig, ber tödtltch von ihr gehaßten Martha schwesterliche Liebe zu heucheln, ohne sich