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Jutöa, Samstag, dm 9. August 1902.

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werde« und müffe» gegenfetttg Rücksicht auf­einander auSübex. ThatsSchlich hat ja die Kom­mission in sehr weitem Umfange Rücksicht auf die Wünsche der Regierung genommen, und nun muß vox der Regierung erwartet werden, daß sie kleine Meinungsverschiedenheiten nicht allzu schwer ix die Wagschale werfe.

Graf Posadowsky hat darauf die Antwort gegeben, die er geben mußte, indem er anerkannte, daß Reichstag und Bundesrath gleiche Berechti­gung hätten. Aber davon, daß der Bundesrath auch nach diesem Grundsätze gehandelt hätte, hat man bisher doch eben wirklich noch nichts ge­merkt; und Graf PosadowSky konnte auch dies­mal einen gewissen Widerspruch nicht unterdrücken. Er fügte nämlich hinzu, man dürfe von den Re­gierungen nicht verlangen, daß sie ganz einfach die Rolle des Notars dabei übernehmen, wen» die Vertreter der Industrie und der Landwirth- schäft ihre Vereinbarungen über di? neuen Ein­fuhrzölle treffen. Der Herr Staatssekretär be­liebte zu scherzen: bisher hat von den verbündeten Regierungen noch niemand etwoS Aehrliches ver­langt. Im Gegentheil aber ist etwas Anderes eine unleugbare Thatsache. Wenn nämlich die wirthschastliche Entwickelung bei uns im Deutschen Reiche eine günstige sein soll, dann muß vor allen Dingen darauf gesehen werden, daß. die Landwirthschast und die Industrie in gleichmäßiger Weile von der Fürsorge der staatlichen Faktoren bedacht werden. Wie das zu machen sei, daS werden die Vertreter der Industrie und der Lar.d- wirthschast selbst vermuthlich am besten wissen. Allermindestens aber kann hierin die Reichs- r-gierung nicht ganz allein vorgehen, nach eigenem Ermrssen, sondern nur mit und «ach dem Ein- oerfländniffe der Industrie und der Landwirth- schast unter einander; und deswegen ist die Hauptsache hierbei das Urtheil der bethriligtm Berufsstände selbst, nicht der Eigenwille der Rrichsregirrung nach dem Kompromisse, das die Vertreter der verbündeten Negierungen im Schoße des Buxdksrathes unter einander tn aller Stille abgeschlossen haben.

Leider ist es noch sehr die Frage, ob die er­wünschte Verständigung zwischen der Industrie und der Landwirthschast überhaupt za Stande kommen wird. Soll dir Industrie diejenigen Zollsätze wirklich bekommen, dir jetzt von der Kommission einstweilen gut geheißen worden fhb, dann muß es auch bei dem Kompromisse über die Grtreioezölle bleiben, wie es von der Kom­missionsmehrheit angenommen worden ist. Die Regierung hat diesem Kompromisse bisher stets widersprochen. Die Zukunft ist also vollkommen dunkel.

derselben Blätter hervor, die noch soeben diese wunderliche Schwärmerei mitmachlen. Dies that beispielsweise mehrfach hinter einander die frei­sinnige »Vosfische Zeitung' in Berlin; und un- mittelbar danach brachte dasselbe Blatt Mittwoch morgen einen schwülstigen Leitartikel, in dem den Freisinnigen zugeredet wird, bei de» bevorstehen­den Wahlen zum Reichstage mit den Sozial­demokraten eng gegen die schuhzöllnerischen Par­teien zusammenzuschließen, also eine neue Er­mahnung zum Abschluffe des berühmte«Kartells der Linken". Dieselbe ,Vosstsche Zeitung' wurde von dem sozialdemokratische» Zertralorgan bereits mit Spott und Schande überhäust, weil sie das Wcchlkartell der Freisinnigen und Nationalliberalen im Wahlkreise Kulmbach-Forchheim gelobt hatte. Nun lenkt sie wieder in daS röthliche Fahrwasser ein und empfiehlt der Freifinnigen den Zusammen­schluß mit den Sozialdemokraten! An solchen einzelnen Beispiele« sieht man am allerbeste«, was man von der ganze» Träumerei einer Emi- esxrg oller Liberalen zu halten hat nämlich Nichts!

X Zlusere Ireihäudlsr fanden am letzten Mittwoch eine demerkenswerthe Kennzeichnung durch ben Staatssekretär Grafen Posadowsky in der Zolltarifkommisston des Reichstages. Die Debatte behandelte das Rohkupfer, für dos der Regierungsentwmf Zollfreihett empfi hlt, die auch chließlich von der Kommission gutgeheiße« wurde. 5 )a6ei hielt der Staatssekretär eine längere Rede, n der u. a. folgende Stelle vorkam:

Meine Menschenkenntniß hat sich im Lause der jahrelangen Verhandlungen über den Zoll­tarif Kanz außerordentlich vermehrt. Vielleicht wird später einmal die Geschichte dieses Zoll­tarifs akrenmäßig geschrieben werden; dann wird manches Interessante bekannt werden. Wenn man sieht, wie Personen, die nach außen hin iormellihrenfreihändlertschen Standpu kt bekunde« . . . und die dann Himmel Hölle im geheimen in Be­wegung s-tzen, um sür ihre besonderen Er- zeugniffe pr. hibitioe Schutzzölle zu er­lange», bann vermehrt man seine Menschen« ken ntniß gar» außerordentlich."

Diese Sätze Staatssekretärs erweckten in der Kommission rin mehrfachesHört! Hört!" Aber sollte es wirklich »och Jemandem neu ge­wesen sein, daß der ganze Freihandel ein voll­kommen überlebtes Ding ist und nur dazu dienen soll, den Interessen gewiffrr Händler kreise förder­lich zu sein? Man sollte es kaum glauben. Aber nach außen hin werden die Enthüllungen deS Staatssekretärs hoffentlich ihre gute Wirkung nicht verfehlen.

+ Zwei Heeke» trr einer Mrnfi. I« de» Blättern, die unter dem Schlagworte des Frei­handels am leidenschaftlichste« die Jxtereffen der Händler vertreten, gehört das freisinnige ,Berl. Tageblatt'. Aber wo es sich um einzelne Inter- effen handelt, wo es doch also gelten sollte, die allgemeine Freih^ndelSlehce in die That umzu- setzen, da wird diese Lehre sogleich über Bord ge- morsen. In seiner Morgenausgabe vom 8 August tadelt mit Recht das genannte Blatt die Vergebung der erheblichen Lieferungen von FeuerwerkSkörpern für die Düsseldorfer Ausstellung an die englische Firma I. F. Brook & Co. Da»« aber stellt

haltenm Vereinsversammlungen. Sie trat stets sehr bescheiden auf, verlor kein Wort von den dort gehaltenen Vorträgen, ließ sich unterrichten, wie sis sich praktisch nützlich machen könne, und nahm mit Freuden den Antrag an, allwöchentlich die­jenigen Armen zu besuchen und in ihrem Leis auf­zurichten, welche in den Listen als der Unter­stützung würdig verzeichnet waren.

Da diese Versammlungen allwöchentlich ab­wechselnd in den Wohnungen der Vereinemitglieder stattlanden, so leisteten die Damen ihrer Bitte gerne Folge, auch in ihrem Hause zur Berathung zusammen zu kommen.

In diesen Gesellichaften stellte Gabriele den Damen Martha als ihre beste, ihrem Schutze an­vertraute Freundin vor und wußte bei ihnen das lebhafteste Jntereff« für die junge Frau zu er­wecken, di« in ihrer zarten Jugend schon eine so schwere Last des Kummer» zu tragen hatte.

Sie erzählt«, wi« sie mit Martha bekannt ge- worden, und rühmte ihren jetzt auf der Fahrt nach Peru begriffenen Gatten als Muster eines Ehe­mannes. Sis sprach mit Thränen vor der Krank­heit und dem Tode der edlen Mutter und er­wähnte auch de« alten Diethelm mit fast über­mäßigem Lobs seiner Rechtschaffenheit wegen und der Liebe zu seinen Angehörigen.

Martha wurde von den Damen allseitig be­dauert und mehrere unter ihnen zogen sie sogar in ihre Arme und küßten ihr die Thränen au« den Augen. ,, n M

Sennora be Fontana hatte mithin chren ^»weck erreicht. Sie galt jetzt sür eine der achiungs- werthesten und frömmsten Frauen ihrer Bekanntschaft.

O Industrie und Landwirthschast.

Die hochwichtigen Abschnitte der Zölle für Eisenwaarex und Maschine« find nun von der . Zolltarif. Kommission des Reichstages erledigt und fast gänzlich nach dem Entwürfe deS Bundes. ratheS angenommen worden die Maschinen- ' zölle sogar ohne jegliche Veränderung. Dabei habe» sich von neuem Auseinandersetzungen all- gemeiner Art entwickelt, und zwar erstens über daS Verhältniß zwischen Industrie und Land­wirthschast und zweitens über die Rechte deS Bundesrathes und des Reichstages.

Bisher hat noch jedesmal, wen» die Kom­mission an dem Zolltarifentwurfe deS Bundes, rathrs etwas verändern wollte, die Regierung lebhaften Widerspruch gegen ein solches Beginnen erhoben. Es war dabei der Ausdruck ständig geworden, daß dieser Entwurf das Erzeugniß eines Kompromisses zwischen den verschiedenen Bundesregierungen sei, das man nur mit große» Schwierigkeiten habe erlangen können, und daS man deswegen nicht gefährden dürfe, weil ma« damit den ganzes Zolltarif gefährden würde. Gleich im Anfänge der Kommissionsberathungex war es der Centrumsabg. Dr. Spahn gewesen, der auf daS verfaffungsmäßig Unmögliche in dieser Art der Auffassung hinaewiese» hatte: nicht der Bundesrath, nicht die Regierung allein hat das Bestimmungsrecht über eine so hoch­wichtige Sache; auch dem Reichstage siebt das Recht der Bestimmung dabei zu, auch der Reichs, tag muß gehört und berücksichtigt werden. Sonst würde der ganze Reichstag ja vollkommen über­flüssig sei».

Jetzt, am Ende der Brrathungen der Kom- Mission bei der erste« Lesung des Tarifentwurfes, hat diese Haupt- und Grundfrage noch einmal eine wichtige Rolle gespielt; die Auseinander- setzung darüber wurde von dem Abg. Dr. Hahn veranlaßt, der darauf hinwies, daß die Industrie beffer atS die Landwirthschast in Sem Tarifent- würfe stehe, worauf Staatssekretär Graf Po« sadowsky antwortete: Herrn Dr. Hahn schiene die Sache mtt einer Einigung zwischen Industrie und Landwirthschast abgemacht zu sein; aber die Regierungen hätten auch ihre eigenen Ansichten und würde» sich in ihrem Beginnen nicht stören taffen, auch wen« die Vertreter der Industrie und der Landwirthschast Vereinbarungen mitein, ander treffen sollte». Das war wieder die alte Melodie: ihr könnt thun, was euch beliebt; wir von der Regierung kümmern uns nicht darum, sondern handeln doch nach unserem eigene« Gut« dünken. Euer beschränkter Unterthanenverstand reicht nicht auS zur richtigen Beurthrilung dieser Dinge.

Die gebührende Antwort darauf ist nicht auS. geblieben. Namentlich die Abgeordneten Herold vom Centrum und Graf von Schwerin» Löwitz bedienten be« Herrn Staatssekretär in diesem Sinne: B^ndeSrath und Reichstag müssen als gleichberechtigt angesehen u»d behandelt

Wauen mtekhete und sich auf die Jagd aristo- krotischer Gesellschaft begab. Um sogleich Ver. traue» zu erwecken, ha te sie zwar gediegene, doch einfache Kleidung vo« dunklem Stoffe gewählt. Sie stellte sich den betreffende« Damen olS eine sehr reiche junge W'tlwr vor, die sich aber nie wieder verwählen würde, da ihr das Ander ken an ihre« in Chile bestatteten Man» zu heilig sei, um eine zweite Ehe zu schlichen.

So habe ich denn beschlossen", saate ste mit fromm m Augenaufschlagen,bi die Fußstapfen des lheueren Entschlafene» zu tretens und mein einsames Wrtrwenleben ganz der Woh't Mhk.it zu weihen.^

Ihre ganze Erscheinurig, so viel Demuth bei solcher Jugend und Schönheit, verfehlte nicht, den angenehmsten Eindruck auf di« von ihr zuerst be- suchte Vorsteherin zu machen Ein roa ihr in die Hände der Dame niedergelegte« splendide» Ge­schenk wurde dankend angenommen und von dem Wunsch« begleitet, die edle Fremde, weiche in Hamburg ihr Leben zu verbringen gedachte, möchte sich bald al« Mitglied dem von ihr geleiteten Vereine anschließe«.

Die Sennora verbeugte sich dankend, gab ihre Adreffe auf und entfernte sich

Ihr ferneres Bestreben, sich in noch andere Wohlthätigksitikreise einzudrängen, war von Erfolg gekrönt. Üeberall siegte» ihre erheuchelte Demuth und ihr« Beredtsamkeit.

Nach Verlauf von vierzehn Tagen war die schöne junge Fremde Mitglied dreier solcher Ver­eine geworden.

Von da an besuchte sie regelmäßig die abge-

Berlin, 8. August 1902.

4- Die Aiv-rak-Ä rmd di- Hoziakdemo- Sratc«. Wie wenig ernst die Schwärmereien zu nehmen sind von der geträumten Einigung aller Liberalen, geht aus de« Ausführungen ganz

fflustrirte Sonntags-Zeitung"

Mtt (kn Beilagen

Fuldaer Gescbicbtsblätter0, und £ottene=n$fe.

es tadelnde Betrachtungen darüber an, daß Deutsch­land einen zu geringen Einfuhrzoll für Feuerwerke kör per erhebt.

Bei dieser Gelegenheit," so heißt «S wört­lich an der angeführten Stelle,ist zu brmer- ken, daß die meisten ausländischen Staaten 6080 Eingangszoll auf 100 Kilogramm Feuerweek erheben wollen, während England die Einfuhr von Feuerwerk durch Erlaß vo« Sonderbestimmungen fast bis zur Unmöglich- leit erschwerte, während Deutschland nur einen Einfuhrzoll vo» 3 M. für 100 Kilogramm erhebt . . . ."

Die deutsche Landwirthschast mag nach der Ansicht dieser wundersamen Freihändler getrost an viel zu geringen Schutzzöllen zu Grunde gehen; aber das Feuerwerk muß durch höhere Zölle geschützt werden dieser Abgrund von Staats- Weisheit und von tiefer Erkenntnlß deffen, was dem deutschen Vaterlande noth thut!

Kngel' und Dämon.

Roman von Johann Marius.

21 ------ (Nachdruck verboten.)

Hätte Martha nicht der tiefe Gram um ihre Pflegemutter und die Sehnsucht nach ihrem Gatten so ganz beseelt, die kommenden Tage wären ihr gewiß angenehm vetstoffen. Sie hatte in dem Hause ihrer Freundin einen überaus liebenswür­digen Empfang gefunden. Zwei der schönste», im ersten Stockweik« gelegenen Zimmer mit der herr­lichsten Nur ficht auf die Alster waren ihr einge­räumt worden. Die Ausstattung derselben war reich, aber nicht überladen Martha liebte da- Einfache, und darauf hatte die Sennora Rücksicht genommen.

Zu Deinen Trauergewävdern, treue Schwester", s» waren ihre Worte, »prffen weder glänzende Farben noch Goldverzierungen an den Tapeten. Ebenso wird er Deinem Äuge wohlthun, auf nicht durchsichtige Gardinen zu blicken. An Blumen aber soll e« Dir nicht fehlen. Ich weiß, Du liebst die Kinder Floras. Sie mögen Dich an Dein liebes Gärtchen in Deiner ländlichen Heirnalh erinnern.

Giw.ß hatte Martha alle Ursache, die so treubesorqte Freundin mtt stets wachsender Liebe zu umfassen. Wofür ste ihr am Lebhaft'stm ihren Dank aussprach war daS schöne klangvolle Instrument, das unten in Wohnzimmer stand. Die junge Frau liebte die Musik, und wie traurig sie auch tu den ersten Tage» ihrer Anwesrnheit in Hamburg gestimmt war, zog eS sie doch zu

X Die Kartelle. Die nächsten Neuwahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika werden voran»sichtlich gänzlich unter dem Schlagworte der Kartelle, der Trust«, ausgekämpft werden. Nach den letzten Meldungen aus der großen nordameri­kanischen Staatenunion hat jetzt auch die republi­kanische Partei ihr Programm für diese Wahlen herausgegeben; und diese» Programm bedeutet nicht« mehr und nichts weniger, al« eine aus­gesprochene Veriheidigung der Trusts. Man thut o, al» y-be man niemals so etwa« vernotnmen, wie die Kunde von einer nothwendigen Durchsicht :er Gesetzgebung mit dem Einblicke auf die Trusts, und wenn es wuklich dabei bleibt, dann werden die Wähler bei den Neuwahlen sich thatfüchlich darüber zu allererst zu entscheiden haben, ob fi« ür ober wider die Trusts eintreten wollen. Präsi- jenl Roosevelt hatte an gekündigt, daß er zum Etn- chreiten gegen das übermäßige Ueberwuchern dieser wirihschaftlichen Kartellbildungen «ntschloffe» fei. Wenn er in diesem Sinne hervortreten sollte, dann würde er sich dadurch in einen Gegensatz bringen u der Partei, die ihn auf den Schild erhoben hat, und damit würden diese ganzen nordamerika­nischen Neuwahlen auch für dar Ausland ein ganz ungewöhnliches Jntereffe gewinnen. Leider scheine» dis Leute vom Morgan-Trust der britischen Regierung nicht umsonst ihre Angebote gemacht zu haben. Nach Drahtmeldungen aus der Hafen- stadt Belfast ist vielmehr ein Vertragsabschluß zwischen dem genannten Schifffahrittrust und der britischen Admiralität vollendete Thatsache ge-' worden: das erste sür den Trust hergrstellte Schiff ist von der englischen Regierung gemietet worden.

X Kattkexfchwlxdel. Ans Italien, dem klassischen Lande sür Bankschwivdeleien, kommt die Nachricht von einer neuen Erscheinung dieser Art. Daß an dem Schwindel auch Abgeordnete betheiligt find, ist ja in dem neues Italien auch gar nichts Neues mehr: die Abgeordneten Poli, Pantaleoxi und Corinaldi haben je ein Trink­geld vo« hunderttausend Franke« bekommen, da­mit sie dir Betbeiligung der Barco Sconto in Turin an der Baxque industrielle in Paris und an deren Tochterunternehmunq vermittelten, bet Goc'.vtä fra» co Italien««. Die Annäherung zwischen Italien und Frankreich mußte als Vorwand und Lockung bienen, aber sehr bald stellte eS sich heraus, daß das Pariser Unternehme« de»

dem Wiener F ügel hin, zumal die Sennora für sie die Sieber von Schuman« und Schubert er- standen, die sie daheim ihrem jetzt fernen Gatten so oft vorgelunge« hatte, Gabriele hörte ihr oft mit lebhaftem Emzückm zu. Bei diesem Bestub-n, die Trauernde «usruhriteru und zer- streuen, ließ es Sennora de Fontana aber »ich bewenden. Immer da« Ziel ihrer Leidenschaft fest ins'» Auge saffend, wollte sie nicht st.ts allein mit Martha in dem große« Hause weilen. Sie beabsichtigte, so oft es anging, an den Spätherbst- imb Winterabend en Gesellschaften zu geben und die Gäste, die si; einzuladen gedachte, sollte« den rinsten und vornehmsten Kreise« angehören. I« olche Kreise aber zu gelangen, war auch schon n ben dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts elbst sür reiche und gebildete Fremde ungerröhn. ich schwierig, denn bi« wirklich feinen Familien « Hamburg halten sich ziemlich abgeschlossen unb vergönnen nur solchen Personen Zutritt in ihre Häuser, die mit ihnen verwandt und befreunbd sind ober doch wenigstens unzweifelhafte Em­pfehlungen für ihre Achtbarkeit mit sich führe». Solche Empfehlungen hatte aber die Sennora nicht, und so mußte sie den» zu anderen Mitteln greifen, um elegante Bekanntschaften anzuknüpfen. Ein solches Mittel hatte sie bald gefunden. Es sollte ihr gelingen, Zutritt zu wohlthätigex Ser ei« en zu erlangen, tn denen sie sich ein An­sh en verschaffen mußte. Sie wollt- bas thun, um ihren nichtswürdigen Zweck besto sicherer zu erreichen.

Sennora be Fontana hatte kaum einen Monat in Hamburg verlebt, als si: einen elegante»

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