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Iuröa, Dienstag, den 5. August 1902.

29. Jahrgang

M 178,

KngeL und Dämon

17

von mir versprochene

den Diamavtring mi daß die Dame ihn aus

werth, als die Ihnen Summe."

Vernon betrachtete funkelnde» Lugen, ohne der Hand ließ.

DTK n» Dreist kV JtUxur IdkuiriAM P«ltM4«6< ar. 1 Cbanumkk

diese« Jahres ist soeben erschien. Er enthält kaum etwas, das der besonder» Erwähnung werth wäre. Aber für den Unbetheiligten hat es einen heitern Beigeschmack, daß die Sozialdemokratie in diesem Rechenschaftsberichte allein für sich das sogenannteVerdienst" in Anspruch nimmt, den schutzzSllnerischen Bestrebungen unermüdlichen und planmäßigen Widerstand entgegengesetzt zu haben, und daß freisinnig« Blätter diesen sozialdemo­kratischen Anspruch mit Unwillen verzeichnen und mit dem Hinweise darauf, daß sie doch di« wahren Freihändler seien usw. usw. Warum streiten sich die Beiden? Die Zukunft wird uns weder halben, noch ganzen Freihandel bringen; und die Neu­wahlen zum Reichstage werden allen denjenigen Recht geben, die der heimischen Arbeit aller Art das Maß von Zollschutz gewähren wollen, dar sie zu ihrem Bestehen braucht. Die letzten Ersatz­wahlen zum Reichstage reden darüber schon eine beredte Sprache: man denke nur wieder an den Ausfall der Wahl in dem Wahlkreise Montabaur vorher an Bayreuth und jetzt an den Wahlkreis Forchheim-Kulmbach, in dem sogar die Freisinnigen einen Kandidaten unterstützen wollen, der die Politik des Schutzzolles zu vertreten gewillt ist.

X Aettrmge« als KarrdgepSck» ZritungS- packets konnte« bisher bet den preußische« Staats- eisenbahnen als Handgepäck besonderer Boten aufgegeben werde». Unter den vielerlei Ver- fügunge», die der «eue preußische Verkehrs­minister Budde bereits «klaffen hat, ist nun auch eine solche erschienen, die dieses Verfahren für die Zukunft unmöglich macht. Der Minister hat die preußischen Eisenbahndirektionen beauftragt, streng darüber zu wachen, daß Zeitungen von be­sonderen Boten als Reisegepäck überhaupt nicht mehr aufgegebe« werden; gleichzeitig gibt er verschiedene Anweisungen, die eine Umgehung dieses Verbotes auf jeden Fall verhindern sollen. Das Verbot kann für Zeitungen unter gewiffe« Umständen sehr lästig werden, namentlich für Zeitungen mit Filialen. Aber wer will eS hindern, wenn Jemand beispielsweise einen ver- schloffene« Reiftkorb mtlnimmt, in dem Zeitungen enthalten stad? Diese Verfügung deS Herrn Ministers scheint sowohl der inneren Berechtigung als auch der Möglichkeit der vollen Durchführung zu entbehren.

sehr starker ist; er beträgt beinahe 60 von 100. Von denjenigen jungen Leuten, die in,Berlin zum Militärdienste tauglich befunden werden, werde« also auch vrrmuthlich mehr als die Hälfte nicht in Berlin geboren sein; daraus kann man nun seine Schlüffe ziehen auf daS Elend (ein anderes Wort gibt es nicht dafür 1), daS die Großstadt über das Menschengeschlecht bringt, daS in ihr aufwächst. Unnatürliche, ungesunde Lebensart, vollkommen ungenügende Wohnungen ohne das erforderliche Maß von Luft und Licht, Zusammen- pferchung vieler Menschen in viel zu enge und beschränkte Räume, AlkoholismuS bei den Eltern, frühe Ausschweifungen bei den Heranwachsenden jungen Leuten selbst, allzu zeitiges hartes Arbeiten und ungenügenve Schlafmenge bei den heran- wachsenden Kindern alle diese ungünstigen Em- flüffe wirke» auf die Entwickelung der Mensche» in der Großstadt und in manchen Industrie-Be­zirken ein und bilden die bedauernswrrthr» Ursachen für die Entartung des Menschengeschlechtes, das unter dem Banne dieser Einflüffe steht.

Sehr häufig schon ist in parlamentarischen Körperschaften der Wunsch ausgesprochen worden, die Regierungen möchten doch endlich einmal eine zuverlässige Statistik aus dem militärdienstlichen Akte«. Material darüber geben, wie viele Rekruten unseres Heeres aus der Stadt und Industrie und wie viele vom Lande stammen. Der Wunsch hat noch immer keine Erfüllung gefunden, so daß es beinahe so auSstehr, als wollten die Regierungen ihn nicht erfüllen. Sollte das bereits gegebene Versprechen des preußischen Kriegsministers, eine Statistik in diesem Sinne für das Deutsche Reich zu liefern, doch noch in absehbarer Zeit in Er­füllung gehe», dann würde eS den Anforderungen nur dann genüge«, wenn diese Statistik die taug­lich befundenen jungen Leute nach ihrem Geburts­orte auseinander hält, nicht allein nach den Orten, in denen fie sich zum Heeresdienste stellten.

Roman von Johann MariuS.

------ (Nachdruck verboten.)

einspaltige »eile oder Raum 15 Ps Damen die ,___

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10. Kapitel.

Der Abend senkte seine Dämmerschatten über die alte Handelsstadt an der Elbe herab, als eine elegant gekleidete Dame in eine nicht gerade oen der Noblesse bewohnten Straße in der Nähe des Dammthores einlenkte und nach dem dritten Stock­werke eine« altgiebeligen Hauses hinaufstieg.

Das Antlitz der Dame war dicht verschleiert, aber ihre Kleidung verrieth Reichthum und Eleganz der Trägerin.

Al« sie an der Etagenthüre des bezeichneten Stockwerkes angelangt war, an der ein Schild mit dem NamenDoktor Vernon" prangte, hielt sie einen Augenblick tiefathmend inne, bevor sie die Wohnung betrat.

Eine ältlich« Frau empfing die Besucherin und ließ fi, auf ihre Frage nach Doktor Vernon in ein Zimmer etntreten, in welchem nicht allzu große Ordnung herrschte.

Der Doktor saß in einem Lehnstuhl; bei dem Eintritte der Dame schickte er sich an, sich zu er­heben, sank jedoch gleich darauf wieder in den Sessel zurück, indem er ausrief:

Ah, St« find es, Madame! Ich habe Sie schon lang« erwartet! Wa« führt Sie wieder zu mir? Hat das Mittelchen seine Wirkung ver­fehlt?" ,

Ich brauche ein noch, stärkeres Mittel, Doktor ,

Diesen Solitär lege ich dann in Ihre Haide und löse ihn, sobald ich meinen Zweck erreicht habe, mit fünfhundert Dukaten au». Damit können Sie auf« neue Ihr Glück am Spieltisch versuchen."

Da« WortSpieltffch" elektrisirte den Doktor Vernon sichtlich.

Sie sollen dar Mittel haben, Madame", rief er lebhaft.Aber um e« mir zu verschaffen, brauche ich Geld, und ich bin völlig ohne Mittel."

Die Dame zog ihre Börse hervor und legte zehn Goldstücke auf den Tisch.

Genügt da«, Herr Doktor?"

Vollkommen!"

So find wir für heute fertig mit einander. Auf Wiedersehen, morgen Abend!"

fir Jaknit 3. »««atiur t« »aOe.

«Ufa ueb aus-

erscheint täglich, m. Ausnahme der Hoim-und Feier» tag«. Birrteljödcl.

Vernehmen Sie also", fuhr die Besucherin fort,Sie verschaffen mir da« verlangte Mittel, dafür erhalten Sie auf Abschlag hundert Dukaten.

Berlin, 4. August 1902.

+ Steife des Kaiser* «ach A«tzla«d. Der Kaiser reiste zur Theilnahme an de« russi> schen Flottenmanövern vor Reval am Montag von Kiel ab, wiederum an Bord seiner Yacht Hohenzollern", begleitet u. A. vom Reichskanz­ler Grafe« Bülow und von Herrn Admiral v. Tirpitz, dem Staatssekretär der Marine. DieHohe»zoller»" wird begleitet von dem Panzer­kreuzerPrinz Heinrich", dem kleinen Kreuzer Nymphe" und dem TorpedobooteSleipnet". Nach Anficht der,Post' wird in Revalvor Allem auch b(e Kolonial-Polittk die beiden Kaiser beschäftigen". DaS Blatt erwartet, daß über die afrikanische und astatische Politik i« Reval bestimmte Direktive» gewonnen werden. Offenbar offiziös führt die «Post' weiter aus: Wichtig ist namentlich die afrikanische Politik, weil hier England auf eine Entscheidung drängt. ES lucht Mekka und Medina in seine Einfl- Sphäre hereinzuziehen. Außerdem will eS sich entgegnete die Dame, sich einen Sessel heran­rollend und darauf Platz nehmend.

Sie wollen die Angelegenheit eiligst zu Ende führen?"

Ja, da« will ich. Meine Verwandte, die an einer unheilbaren Krankheit leidet, flehte mich gestern an, ihrem Leiden ein Ende zu machen, was die Aerzte ihr verweigern. Ich aber bin barmherziger, al« dies« Männer der Wissenschaft. Ich kann die Qual nicht länger mit ansehen und will den Wunsch der Unglücklichen erfüllen."

Doktor Vernon lachte laut und höhnisch auf, dann erhob er sich und trat dicht vor die Sprechende hin.

Sie lügen", sagte er.Ihre Barmherzigkeit ist eine Maske. Nicht von einer kranken Ver­wandten, von einer oder einem reichen Verwandten wollen Sie sich befreien!"

Di« Dam« fuhr heftig von ihrem Sitze empor. Doktor Vernon konnte das blitzartige Funkeln ihrer Augen trotz des Schleiers bemerken.

Und wenn dem so wäre, was kümmert da« Sie!" versetzte sie.Ich zahl« Ihnen hundert Dukaten und Sie liefern mir das verlangte Mittel. Habe ich es angewendet und die Wirkung erprobt, so folgen fünfhundert Dukaten nach."

Vernon ließ sich auf seinen Stuhl nieder, überlegte eine Minute und erwiderte dann:

Aber wer bürgt mir dafür, daß Sie Ihr Wort halten? Ich kenne weder Ihren Namen, noch weiß ich, wo Sie sich aufhalten."

Sie verlangen also Bürgschaft?" fragte die Dame nach einer kurzen Pause.

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mit Oen BtiUgen

Ulustrirte SonntagsZeitung'1, Juldaer ßesdiicbtsblättef' und Cotterie-risfe

W Großstadt-Bevölkerung.

Vor einiger Zeit wurde i» der ,Fuld. Ztg.' «ber die Untersuchungen eine« Berliner Schul­arztes berichtet, die dieser angestellt hatte, um die Zahl und die noch vorhandene» geistigen Fähigkeiten derjenigen Kinder festzustellen, die «egen ihrer geistigen Schwäche in besonderen Klaffen vereinigt werden müssen. Die Unter­suchungen warfen ein trauriges Licht auf die schlimmen Einflüffe der Großstadt: die Be­dingungen in dieser find eben in jeder Beziehung unheilvoll für die menschliche Entwickelung.

Diese unheilvollen Einflüffe machen sich natür­lich auch bemerkbar bei den jungen Leuten, die stch zum Heeresdienste melden müffen. Von jed-m Einzelnen, der mit den Untersuchungen dieser jungen Leute zu thun hat, kann man eS mit voller Bestimmtheit bestätigen hören, daß die Militärtauglichkeit der jungen Leute in den \ größeren Stävten in außerordentlichem Maße zu wünsche» übrig läßt; und nicht viel anders sieht es tn den Jndustriebezirken aus. Aber gewiffe . Leute wollen diese alte Wahrheit nicht anerkennen und wehre» sich dagegen mit Händen und Füßen: eS könnte ja unserer Entwickelung zumIndustrie- staute" schaden, wenn diese Wahrheit allgemein anerkannt und in gebührender Weise beachtet würde.

Jetzt ist ein neuer Beitrag zur Beurtheilung dieser wichtigen Frage geliefert worden. Der deutsche LandwirthschaftSrath hat eine Arbeit über die Bedeutung der landwirthschaftliche» Be­völkerung für die Wehrkraft des Deutschen Reiches herausgegeden, und dieser Arbeit ist als ein be­sonderer Anhang beigegeben eine Untersuchung von Dr. Dade über die Militärtauglichkeit der Berliner Bevölkerung insbesondere. Was in Ber­lin gilt, daS trifft ohne Zweifel auch auf die übrigen großen Städte und die ausgesprochenen Jndustriebezirke zu, und gerade deswegen ver­dienen ßie Zusammenstellungen Dr. Dade'S ganz besondere Beachtung.

Im Durchschnitte der fünf Jahre von 1896 bi« 1900 konnten von hundert abgefertiztrn Militär­pflichtigen in Berlin nur 32 als tauglich ausge- Hobe« werden. Auf hundert abgefertigte junge Leute entfielen im Durchschnitte derselben Jahre in der Provinz Brandenburg ohne Berlin 53 Taugliche, in der Provinz Ostpreußen 67 und im Durchschnitte der ganzen Reiches 52 Taugliche. Rechnet man noch die Gestellungspflichtigen hin­zu, die der Ersatzreserve überwiesen wurden, so wurden im Durchschnitte deffelben Zeitraumes brauchbar gefunden i» Berlin 38, in Branden­burg ohne Berlin 63, in Ostpreußen 80 und im ganzen Deutschen Reiche 69 von Hundert Ge­stellungspflichtigen. Die rein agrarische Provinz Ostpreußen liefert also rund doppelt so viele Soldaten, alS die Stadt Berlin, und diese Letztere bleibt mit der Zahl ihrer militärtaugliche» jungen Leute weit hinter dem allgemeinen Durchschnitte des Reiches zurück.

Nun muß man aber noch berücksichtigen, daß viele junge Leute, die sich in Berlin zum Militär­dienst melde», gar nicht in Berlin, sondern draußen auf dem Lande geboren worden find. Man weiß eS ja längst, daß der Bruchtheil der außerhalb Berlins gebotenen Einwohner von Berlin ein

Konstantinopel, 4, Aug. 1902. Der armenische Patriarch Ormanian überreichte am SamStaq der Pforte seine Entlassung unter Hinweis darauf, daß die türkische Regierung die Bischwerde wegen der gegenüber den Armeniern angewendeten außerordentlich einschränkenden Maßnahmen nicht berücksichtigen wolle. Der Patriarch erklärt, es bleibe ihm mit Rücksicht daraus, daß in Folge der Maßregeln zahlreiche Armenier ihren Glauben wechseln, kein anderes Mttel übrig.

Kapstadt, 4. Aug. 1902. I« Süd­afrika stellt die Arbeiterfrage der Einfüh-

Sie wandte sich der Thüre zu. Vernon aber vertrat ihr den Weg.

Noch ein«, meine schöne Giftmischerin", sagte er in spottendem Ton«, fürchten St« nicht, daß ich den Ring, den Sie mir anvertraucn wollen, verkaufe und alle«, wa« ich dafür löse, für mich behalte?"

Sie schüttelte den Kopf.

Nein, da« fürchte ich nicht, würdiger Mann, denn kein Juwelier würde einem Menschen wie Ihnen den Stein abkaufen, ohne auf den Ge­danken zu kommen, daß er gestohlen sei. Dar könnte Sie mit der Polizei in Berührung bringen und dar werden Sie kaum wünsche«. Außerdem würde der Reichthum, den ich besitze, mich be­fähigen, Rache für Ihre Nichtswürdigkeit zu neyrnen."

Ein Teufel in der Gestalt eines schönen Weibes", murmelte Vernon vor sich hin.

Die Dame verließ den Genossen ihres Ver­brechens.

Wäre er kein Spieler", sagte sie auf dem Weg« nach ihrem Hotel zu sich selbst,es möchte immerhin die Möglichkeit eines Verrathes von ihm zu befürchten fein, so aber bin ich dieses Nichts­würdigen sicher. Dient er mir treu, so kann er mir vielleicht noch fernerhin nützlich sein."

Vernon war ein geschickter Chemiker und ver­stand, da« ihr versprochene Mittel selbst zu bereiten.

Er war einst ein in der Stadt angesehener Arzt gewesen, aber seine Spielwuth und seine Gewissenlosigkeit hotten ihn mit den Jahren zu dem gemacht, wa« er nun war.

(Fortsetzung folgt.)

durch die Kap. Kairo-Bahn zur Vormacht in Afrika machen. AuS diesem Grunde hat sich der Zwei­bund Italien genähert, und auch mit Abeffynie« find Anknüpfungspunkte gesucht und gesunde« worden. Abeffynien hat ein Jnterrffe daran, stch an eine England feindliche Macht anzuschließen, da es zwischen England eingekeilt ist, und Italien hat feine warmen Sympathien für England sehr reduzirt, seitdem es in seinem abeffynischen Feld­züge im Stiche gelaffen wurde."

+ Wutsche Schule« im Auslands. In diesen Tagen ist eine deutsche Schule in Brüssel eröffnet worden. Im Anschluss« an diese That« fache wird in einigen Zeitungen die Hoffnung aus­gesprochen, es möge im nächsten Reicheetat die Ausgabe für die Unterstützung deutscher Schulen im Auslande erhöht werden, und es wird in diesem Sinne ganz besonder« auf den Mangel an deut­schen Schulen in den Ländern an der untern Donau aufmerksam gemacht. Ohne Zweifel ist es richtig, daß der Zusammenhang der Deutschen, die im Auslands sich aufhalten, mit dem Vaterlande am besten und sichersten durch die Errichtung solcher Schulen aufrecht erhalten wird. Man muß sich aber auch vor dem Uebermaß der Guten hüten. Dort, wo deutsche Schulen im Auslande wirklich als nothwendig nachgewiesen werden, soll man fie errichten, und der Reichstag wird in solchen Fällen schwerlich jemals die erforderlichen Mittel ver­weigern. Aber unter allen Umständen ist doch auch die Nothwendigkeitsfrage sorgfältig zu prüfen.

X Schnta«fstcht i« Mstz-Lottzrivge«. Die Aufsicht über de» Religionsunterricht an de» höheren Schulen in Elsaß-Lorhringen ist kürzlich geistlichen Gchulinspektore« übertrage« worden. Es wurden damit beauftragt Prof. Dr. Müller in Straßburg und Pfarrer Delles in Metz. Natürlich hatten unsere unverbefferliche« Kultur­kämpfer wieder allerhand gegen diese Maßregel einzuwenden, dachten aber gar nicht daran, oder wußten vielleick t einmal gar nicht, daß damit nut eine Eintichtwg getroffen wurde, die anderwärts längst Überall dcsteht. Sogar die ebenfalls kultur- kämpferische nationalliberale .National-Zeitung' schreibt dazu: es schiene hier doch nur eine Ein­richtung in Frage zu sein, die sonst wohl überall besteht, inSbesof ere in Preußen. Die amtliche ,Straßb. Korresp/ hält eine besondere Ausklärung dennoch für «othwendig.Der an de» öffent­lichen höheren Schule« ertheilte Religionsunter­richt wurde bisher von den staatlichen AuffichtS- organen nur hinsichtlich der Disziplin und Me­thode insptzirt..." Es gab also gar keine eigentliche Aufsicht über den Religionsunterricht, wie er beispielsweise in Preußen seit 1829 schon besteht und darum Räuber und Mörder!

+ Der ASg. AisSermarm v. So«»e«- Serg sollte nach der Angabe einiger Zeitungen dazu ausersehen sein, Vorsitzender de« Bundes der Landwirthe zu werden. Die Nachricht war natürlich nicht ernst zu nehmen. Jetzt wird sie von dem genannten Abgeordneten selbst in einer Zuschrift an die .Deutsch« Tageszeitung' als arberneS Gerede" bezeichnet.

X Der fozislbemokralische Ileche«- sch»ftsvericht. Alljährlich vor dem sozialdemo­kratischen Parteitage veröffentlicht die sozial­demokratisch« Reichstagsfraktion einen Bericht über ihre parlamentarisch« Thätigkeit. Der Bericht

Gut, sie soll Ihnen werden. Verstehen Sie Diamanten abzuschätzen?"

Ich denke e«!w versetzte der Doktor.

Di« Dame zog einen ihrer Handschuh« au« und streifte einen kostbaren Solitär, der in einem Ringe gefaßt war, von dem Zeigefiager der rechten Hand.

Sehen und mtheilen Sie!"

Sie trat an den Tisch, auf dem die Lampe stand, und ließ den Edelstein im Lichtfcheine blitzen.

Dieser Stein", sagte sie,ist doppelt so viel

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