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Erschein» täglich, m. Ausnahme der Sonn« und Feier» tage. BierteljLhrL -t,u,«pr«»a

ohneBruegertohn und Bestellgeld in Fulda und aus» «*«l»L508f,

Inserale: Dl«, einspallige Vetii« zeihe ober berte RaumILPfg..Ri» Barnen die Pellt» »eile 2S Pfg.; bd Wiederholungen wird entsprechend, Rabatt gewährt.

Perenteert»»: 5«e u» Krtottie« 3«L 8««« für I»lerate J. p«,zelle» I» Luids.

~M 177.

mit den Beilagen

JUusfrirte Sonntags-Zeftung0, ,Juldaer Gescbicbtsbläfter" und rotterie--£i$fe.

_______________ Jut'öa, Montag, den 4. August 1902. 29.JahrgMg.

* Eine neue Frauenzeitschrift.

Im Berlage deS CharttaSoerbandes für das katholische Deutschland (Geschäftsstklli zu Frei­burg im BreiSgau) beginnt demnächst eins neue Frauenzeitschrift zu erscheinen. Tie soll den Titel führe» »Die christliche Frau. Zeit­schrift für höhere weibliche Bildung und christliche Frauenthätigkett in Familie und Gesellschaft' und wird von der bekannten katholischen Schrift­stellerin E. M. Hamann in Gößweinstein (Oberfranken) unter Mitwirkung der Vorstände des CharitasverbandeS (Präsident: Morsiznore Dr. L. Werthmann, Geistlicher Rattz in Freiburg i. B ), sowie der Vereine katholischer deutscher Lehrerinnen und anderer katholischer Frauenoereise redigirt werden. Das erste Heft gelangt Mitte September zur Ausgabe Be­stellungen werden heute schon ror der genannten Geschäftsstelle und allen Buchhandlungen ent- gegengeuommen. Der Abonvementspreis ist über­aus niedrig gestellt. Er bet'Sat nur 4 Mark für jährlich zwölf Hefte zu 32 Seiten in Größt- oktav

„Wir begrüßen si- mit Freuden", schrieb kürzlich der bewährte Nestor unssrer katholischen Publizistik, Prälat Dr. Franz Hülskamp im ..Literarischen Handweiser'(Münster 19O2Nr. 397) Aon der neuen Unternehmung, „Es ist ja leider richtig, daß wir bisher den zahlreichen akatho- tischen Frauenzeitungen kein einziges katho­lisches allgemeines Organ für höhere Frauenbildunff und Frauenthätigkeit an die Seite gefetzt hatten und dieser Mangel machte sich oft in recht u>rangenehmer Weise fühlbar. Der rührige und muthige von Mfgr. Dr. Werthmann in Freiburg vortrefflich gc- leitete Charitas verband für das katholische Deutsch­land will es nun versuchen, die klaffende Lücke auszufüllen. Wir dürfen wohl hoffen und ver- trauen, daß die Zeitschrift die erforderliche Theil- »ahme in den weitesten Kreisen finden wird und also eine langdauernde segensreiche Tiä igkrit entfalten kann."

Wen» dos Jntereffe, welches der neuen deut­sche« Zeitschrift für die gebildete katholische Frauenwelt schon vor ihrem Erscheinen entgegen- gebracht wird, auf die Zukunft schließen läßt, so bürste die von Prälat HülSkamp ausgesprochene Hoffnung nicht unbegründet sein. Bis Mitte Juli batten bereits 800 Abonnenten „Die christ­liche Frau" bestellt. Das ist gewiß eine statt­liche Zahl, die sich natürlich «ach Erscheinen der ersten Nummern sofort »och erheblich steigern wird. Durch dar Eintreten der Vorstände mehrerer kath. Organisationen, vor allem des <LharitaSverbandes und seines Präfidenten hat Überdies das neue Unternehmen von vornherein einen gewissen Halt gewonnen. Dabei bürgt dir große Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter Namen vom beste« Klange, welche sich dank der Bemühungen der Schristteiteriu E. M. Hamann der Zeitschrift verpfltchtet hat, für dauernd gute Leistungen. Auch wird die Aus- gestalt«»- der Zeitschrift im einzelnen nach dem über sie verfandteu Aufrufe alle wünschenswerthe Mannigfaltigkeit aufweifen, wie sie von einer für Frauen bestimmten Veröffentlichung erwartet werden kann, Keine g^ildete katholische Frau

Angel' und Dämon.

Roman von Johann MariuS.

'16 ------- (Rachdruck verboten.)

Gabriele, welche zugegen war, trat plötzlich auf ben jungen Mann zu.

„Sie thua recht daran, Herr Diethelm", sagte sie, „wenn Sie Martha'» Begleitung nicht an­nehmen. Aber die «einige, hoffe ich, wird Ihnen nicht unwillkommen sein *

E<nst sah sie erstaunt an.

„Wie, Sennora, Sie wollten —"

„Ja, mein Freund. Ich habe mich entschloffen, «ach Hamburg zu gehen, um mir in einer Ange- legenheit GewißheÜ zu »erschaffen. I» Hamburg gibt e« Aerzte von große» Rufe. Sticht, daß ich i>fm alten würdigen Herrn, der hier Ihre gute Mutter behandelt, bezüglich seiner Kunst mißtraue, aber ich halt« er doch für rathsam, anderen Männern der Wiffenschast den Zustand der Krauke« zu schildern und, wen« dies« glauben, im Stande zu sein, der Leidenden zu einer baldige» Genesung zu »erhrlsen, einen dieser Herren zu bitten, «ich hierher zu begleiten."

Die Seuuora sprach mit so »«»erstellter Theil- «ahme, daß Kruft ihr gerührt die Hand drückte.

„Sie find eine Barmherzige Schwester im mchren Sinne der Wort«»", sagte er.

„Meine Schwester!" rief Rarlha lebhaft und umarmte sie, den Schmerz verderqend, daß nicht sie, sondern eine andere den Abschiedegruß de» geliebten Manne« in Hamburg empfangen sollt«.

versäume daher, sich mit der neuen Zeitschrift ,Die christliche Frau' bekannt zu machen.

Cfirwn—mww

[] Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche.

Bet dem künftigen Stande der Maul- und Klauenseuche erscheint der gegenwärtige Zeitpunkt geeignet, auf eine vollständige Tilgung der Seuche tzinzuwirke«, Insbesondere ist er geboten, der weiteren Verbreitung des AnsteckungSstoffes von den hier u«d da noch vorkommenden sporadischen Seuchenausbrüchen aus durch schnelle und kraft­volle Maßregel« erttgegevzutreten. Dement­sprechend ist, wie die halbamtliche »Berliner Korrespondenz' schreibt, auf Grund einer all- genuinen Verfügung d s Landwirthschafts- ministers bis auf weiteres wie folgt zu ver­fahre»:

1. Die schnelle und sichere Bekämpfung der Seuche ist nut möglich, wenn die Anzeigen von jedem Seuchenansbruche oder dem Berdachle eines solchen der Polizeibehörde sofort nach dem Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen ohne jeden Verzug erstattet werden. Die Biehbesitzer fird auf diese Verpflichtung durch wiederholte Beröffentlichungen in solchen Blättern, die in landwirthschaftlichen Kreisen viel gelesen werden, also nicht nur in den Amts- und KretS. blättern, hinzuweisen und auf die Folgen, die eine Berletzung der Anzeigepflicht nach sich zieht, aufmerksam zu machen.

2. Die Polizeibehörden haben nach erfolgter An­zeige oder, wenn sie auf anderem Wege von dem AuS- bruche oder dem Berdachte der Seuche Kenntniß erhalten, in jedem Falle sofort den KreiSkhierarzt behufs sachverständiger Ermittelung telegraphisch oder tel-phoutsch zuzuziehen. Bon der in dem § 15 des RetchsoersichenlngS. Gesetzes ertheilten Ermächtigung, von der Berufung des Kreisthierarztes abzusehen, ist also einstweilen kein Gebrauch zu machen. Gleichzeitig haben die Polizeibehörden, ohne erst die Erklärrmg des KreisthierarzteS abzuwarten, die nach den §§ 59 bis 66 der BundeSrathsinstruktiou und den Nummern 5a, 6a und 7 dieses Erlasses erforderlichen Schutzmaßregeln, mindestens aber die vollständige Gehöft«, und Weidensperre sofort unter dem Borbehalte anzu­ordnen, daß d e Maßnahmen ohne weiteres außer Kraft treten, wenn der KreiSthierarzt festftellt, daß Maul- und Klauenseuche nicht vorliegt.

3. Die OetSxolizeibehörden haben, 'sobald die Seuche festgestellt ist, unverzüglich dem Landrath Anzeige zu machen. Dieser hat die Meldung an den Regierungs-Präsidenten wei'er zu geben und an dem Seuchenorte die getroffenen Maßnahmen und deren Durchführang möglichst bald selbst zu prüfen. Zu dem gleichen Zwecke hat der Regierungspräsident in jedem Falle den DepartementSthierarzt nach dem Seuchenort zu entsenden und ihn erforderlichenfalls auch mit weiteren unvermutheten Revisionen an Ort und Stelle zu beauftragen.

4. Um die Durchführung der getroffenen Schutz­maßregeln zu sichern, hat der Landralh, wenn irgend möglich, schleunigst einen Gendarm an dem Seu­chenorte zu ftationiren, der jedoch den Seuchen- fiall selber nicht betreten darf.

5a. Da- Weggeben ungekochter Milch aus dem Seuchengehöfte ist stets zu verbieten, es sei denn, daß Die Milch in eine Sammelmolkerei geliefert wird, in der ihre ausreichende Erhitzung vor der Abgabe gewährleistet ist.

b. Das Weggeben der Mllch aus Sammelmolkeceiev» die in den erforderlichenfalls zu oildenden Sperrbezirken liegen, ist an die Bedingung zu knüpfen, daß die Milch vorher abgekocht oder einet der Abkochung gleich zu erachtenden Erhitzung unterworfen roiro, und daß die zu dem Transport der Milch benutzten Kannen, Fässer rc. vor ihrer Entfernung aus der Molkerei innen und außen mit heißer Sodalauge gründlich gereinigt werden.

Die beamteten Thierärzte und Polizcibe! örden haben die Molker,ibetriebe zu revidiren und sich dabei nament- von der Erfüllung dieser Bedingungen zu überzeugen.

Gabrielen« Begleitung war also von Ernst angenommen. Sie eilte nach ihrer Wohnung, um sich reisefertig ,u machen. Al« sie zurßck- kehrte, stand der von Diethelm bestellte Wagen schon vor der Gartenthüre. Ernst hatte sich be­reit« von seiner Mutter verabschiedet. Der alte Diethelm und Martha begleiteten den Scheidenden in'« Freie. Derselbe empfing den letzten Segen seine» thcuren Vater« und den Trennungskuß feine« junge» Weibe«, da« in Thränen zerfloß und, al« er sich dann endlich »sn ihr trennte, dem alten Diethelm fast ohnmächtig in die Arme sank.

„Du wirst ihn wiedersehen, theure Schwester!" rief die Sennora, die bereit« in den Wagen ge­stiegen war. „Es gäbe keinen gütigen Gott, wenn da» Schicksal die Macht hätte, Euch von einander für immer zu trennen."

Eine Minute darauf hatte Ernst neben der Sennora Platz gewomme«, er bis zum Tode betrübt, sie größtes Mitleid mit seinem Kummer heuchelnd.

Gesprochen wurde unterwegs nur wenig. Das Herz de« Scheidenden fühlte sich so be- drückt, daß sei« Mund kein Wort für feinen Schmerz fand. Sennora de Fontana versuchte eS mehrmals, ihn aus seiner Traurigkeit aufzu­rütteln. Sie erinnerte ihn an die angenehmen Stunden, die fie zusammen auf der Herreise »ach Hamburg verbracht hatte«. Aber Ernst hatte für diese Erinnerungen, wie angenehm fie ihm auch ix glücklichen Zeiten gewesen wären, in dieser Stunde doch keine Empfänglichkeit. Er dachte nur an seine weinende Gattin, an seine kranke Mutt«, an die Möglichkeit, daß die

6a. Da wiederholt Betschleppungen der Seuche durch Federvieh beobachtet worden find, ist Fürsorge zu treffen, daß das auf dem Seuchengehöfte vorhandene Federvieh das Seuchengehöft nicht bet>itt.

b Nötigenfalls ist auch der Hanfirhandel mit Geflügel vorübergehend zu verbieten.

7. In dem Seuchengehöfte und in beffen Um­gebung ist das Fe, legen der Hunde anzuordnen.

8. Die Seuche ist erst al» erloschen zu erklären und die Desinfektion erst anzuordnen, wenn die Substanz- verluste in der Maulschletmhant und an den Klauen vollständig abgeheilt und vernarbt find.

BMW W,

Berlin, 2. August 1902.

* Flitter ftsttzrmg deutscher Schmie« im Anolande. Im nächsten Reicheetat wird, so hofft man, der Betrag für Unterstützung deut­scher Schulen eine nicht unbeträchtliche Erhöhung erfahren. Unter Luderem ist dies w chtig für die Donau!änder. Dort find namentlich auch aus de« Werften deutsche Arbeiter und deutsch« Beamte Jahr ein Jahr aus thäftg; durch auskömmliche Unterstützung der deutschen Schuir« wir» am besten dafür gefolgt, daß der Zusammenhang mit dem Vaterland« und das Jntereffe für dasselbe lebendig erhalten wird. Die Italiener — obgleich finanziell in nicht besonders gültiger, jedenfalls nicht in besserer Lage als wir Deutsche — Uffe« die Unterstätzung ihrer Schulen i« Auslande sich sehr am Herzen liege».

* Die Aersetzme« Nts Krovinzialsteuer- direütors Lö-ni«g soll, wie die ,Tägl. Rund­schau' erfahren haben will, bereit« unter dem ver­storbenen Finanzminister v. Miquel „im Prinzip" beschlossen gewesen fein. Seine Stellung sei wegen seiner Haltung in der pelnischen Frage je Unger, je mehr unhaltbar geworden, bevor er noch aus Freierrfüßen gegangen sei. Da» ist offenbar ein« nachträgliche Erfindung. Mit den von Herrn LShning angegebenen Thatsache«, di« doch wohl unanfechtbar sind, steht sie durch««» im Wider­spruch. Mau begreift aber, daß Fi«««,Minister Frhr. v. Rheinbabe« allen Anlaß hat, sei«« Hereinfall zu verdecke». So wird den» vo» seinen hakatistischen Gönnern ein Haupttheil der Ver- antwortung auf den Übten Herr» ». Miquel ge­schoben ; der kann sich ja nicht mchr so kräftig wehren wie Herr Löhniug. Die ,Tägl. Rundschau' und einzelne Posener Blätter bemühe» sich, die Stimmung zu UrgMsteu be« gemaßregelten Be­amten zu beeinflusse» mit dem mehr oder weniger spöttischen Hinweis daraus, daß er zum dritten Male geheiralhet habe uad sich den Sechziger» nähere. Diese Herbeizerrung privater Dinge hat mit der Sache nicht da« mindeste zu thu« und beweist nur die Verlege»»eit der Hakatisteu. Irgendwelchen Erfolg habe» sie bemit nicht er­rungen. Die ganze unabhängige Presse »ernrthellt die Behandlung Löhning». Auch der Appell an die kulturkämpferischen Instinkte, ben mu mit dem Hinweis auf de« «atholizismua Löhnung« versucht, »eifängt nicht. Die Offiziösen schweige» sich über den Fall weiter a»«.

* Der Ktuffnß der Alkohols <nf die AerSreche« »er Angewdttche«. Die Verbreche»

der Kinder und Heranwachsenden werben beson­ders in Fravkieich von einer Reihe von Psycho- logen, Nationalökonomen und Irrenärzten auf das genaueste untersucht. Immer wieder ünstatirt man jedes Jahr eine Zunahme der jugendlichen Verbrech»!, besonder« derjenige« im Alter von 17 bis 21 Jahren Sowohl die Verbrechen gegen das Lebe» wie gegen das Elzenthum nehme« zu. Um nun eine Bermindernng dieser entsetzlichen Zustänoe herbeizusühren, werden die verschiedene« Ursachen auf das genaueste studirt. Als eine der wesentlichsten Quelle« steht Louis Proal wohl mit Recht de« Alkohol an. Vor allem ht Paris ist die Zunahme be« Alkoholgenuffes unter den junge« Leuten eine erfchreckende. Im Jahre 1872 kam aus de« Einwohner 2,1 Liter Alkohol, im Jahre 1898 hatte fich diese Zahl verdoppelt. Rebe« dem Alkohol wird dann »och Absinth ge­trunken. Besonders wird aber darüber geklagt, baß gerade die junge« Leute von 15 bis 20 Jahren — Mädchen wie Jünglinge — dem Alkohol anheimfalle», trotz deS Verbotes, an Jugendliche Alkohol zu verkaufen. Infolgedessen konnte der bekannte Irrenarzt Magnau feststelle«, daß in feinem Asyl unter hu»dert Männer« 35 i« Folge von Alkoholgenuß, vo« hundert Frauen mehr als 12 a»S diesem Grunde ausgenommen werde«. Auch ein großer Theil der Selbstmorde wird i« der Trunkenheit oder in Folge deS an­dauernden Alkoholgenuffes ansgesührt. Des wetteren führt Proal die Gewohnhett, bei de« Schlägereie« statt der Faust, wie das früher üb­lich war, Messer und Rrnoloer zu gebrauchen, auf die Verrohung zurück, die der Alkohol be­wirkt. Denn der Alkoholgenuß ruft nicht nur im Rausch eine leichtere Erregbarkeit, eine Herab­setzung der Willenskraft hervor, die sich nun durch Strettereie» und Thättichkeite» kundgibt, er be» »dkt auch bei andauerndem Genuß eine Ver­nichtung des Gefühls für die Moral, eine Herab­setzung der Kraft, sich zu beherrschen. Um Schnaps zu erlange», werde» viele Diebstähle ausgeführt, •beefo sind ein Theil der EittlichkeitSverbrechen, nur Verbreche», di« im Rausch begangen find. Daß nun die Irgend «'ter dem Alkohol beson­ders leidet, ist darauf zurückzusühren, daß das Gehirn des Heranwachsende» weniger widerstands­fähig ist; ferner ist der junge Mensch überhaupt lebhafter und unüberlegter und wird infolgedeffen durch Ursache» wie der Alkohol, die diese Eigen­schaften »och erhöhe», um so leichter zum Ver- breche« geführt. Schließlich darf man nicht ver- geffen, baß das Heranwachsende Geschlecht durch den Alkoholgenuß der Väter an fich schon hege* »erirt ist. Bourneville konstatttte, daß von 1773 idiotischen, epileptischen ober Hy Herrschen Kindern 667 einen Vater, der Trinker »ar, und 59 eine Mutter hatte», die trank.

* Geweiterte AorAereitttugen her Gin- schrettArioflowdmtgow. Dem Vernehmen der »Deutsche« Berkehrszettung' «ach hat das Reichs- postamt mehrere Oberpostdirektionen angewiesen, bei geeignete« große« Lemtern ihrer Bezttke mit einer erweiterten Vorbereitung der Einschreibbrief- seudunge» für die Poftbesörderung seitens größerer Geschäfte und dementsprechend einer vereinfachte« Einlieferung der Sendungen Versuche auzustrlle». Die erweiterte Vorbereitung soll darin bestehen, daß die Sendunge«, statt bei der Postanstalt,

Trennung von ihnen sogar zu einer ewigen werden könne, und gab der schönen Gabriele nur kurze eirsilbige Antworte«.

Nach fast dreistündiger Fahrt i« der Stadt angelangt, trennte« sie fich mit der Serebrebeeg, am nächsten Morgen »er Abfahrt des Schiffe- noch einmal znfamwe» z» treffe«.

Gleich nach vier Uhr i» der Frühe des Tages ließ sich die Sennora »om HZtel aus »ach der Stelle deS Ufers fahre«, der gegenüber daS dreimastige stolze Schiff im Hase» lag. Die Mannschaft auf dem mächtigen Fahrzeuge »ar schon in voller Thätigkett und man hörte die befehlende Stimme des KapttänS bis zum Strande erschallen. Nach einer halben Stunde mußte der „Neptun" abfegeln.

Die Sennora fand Ernst Diethelm an der Brüstung des Ufers lehnend. Da5 Boot, welches ihn an's Schiff bringe« sollte, lag schon bereit.

AlS der Wagen anhielt, sah Ernst fich um und half der angebliche« Freundin seine- geliebten Weibes auSsteige».

„Ich danke Ihnen, Sennora", sagte et, ihr die Hand reichend, „daß Sie ihr Versprechen erfüllen, mir den letzte» SbschiedSgrüß |» sage». SS ist ein Freundschaftsdienst, de» ich nicht hoch genug zu fchätzen weiß. Aber Eie könne« mir Ihre HerzenSgüte in noch höherem Maße be- weifen."

„Es gibt nichts bt der Welt", antwortete die Sennora mit leuchtenden Blicken, „waS ich nicht für ben Ran« thun würde, der meine höchste Achtung besitzt."

„Mein Genehmen gegen Die, Sennora",

versetzte Ernst wehmSthig, „hat Ihne« feit ««fiter ersten Bekanntschaft gezeigt, daß ich die­selbe« @tfitnu»gtn für «ie in mir trage. Und so wünsche ich denn von ganzem Herze», daß Ihre Güte gegen meta Lieben auch in meiner Ab«ese»hrtt nicht Nachlass«! möge. Ich weiß, Martha's Herz wird schwer durch unsere Trennung leiben. Suchen Sie die Arme aufzuheitern, die Gegenwart wird ihr einiger traurig erscheinen, wenn Sie ihren Blick i« dir Zukunft lenke». Male» Sie ihr unser einstiges Wiedersehen in ben rosigsten Farben aus. Ich kenne die Macht Ihrer Rede n«d bi» überzeugt, Rarcha wird auf Sie hören."

„Ich »«spreche Ihnen, Martha eine trene Schwester zu sein", versetzte Gabriele mit thränen» dem Blick.

& ließ sich vollkommen über die wahren Ge» ühle diese» Leide» täuschen. Er ahnte ja nichtz, welche nichtswürdigen P'äne für die Zukunft ste geschmiedet hatte.

Da» Gespräch wurde unterbrochen. Vo« Schiffe her, da» in der Rähe de» Ufer» lag, er» challte die Stimme de» Kapitän«. Herr Diethelm ourbe gebeten, en Bord zu kommen. Die Fahrt ölte vor sich gehe»; alle Segel waren schon aus- gespamit.

Emst reichte der Sennora die Hand.

„La» auch geschehen möge, Sie »erben Martha treu zur Sette stehen."

„In Freud und Leid, in Roth und Tod, wie da» Schicksal e« sügtl" beiheuerte sie.

„Segne Sie Gott für diese» Versp echen! Leben Sie wohl! Tausend Grüße noch an meine