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Jllustrirte Sonntags-Zeitung0, „Suldaer Gescbicbtsblätter" und £otterie--üi$fe.
OTM nl Verla« der Fuldaer Xtiitn»ri<a* 1 Petem«6< «r. 1 Ndaruuutet.
Jutöcr, Donnerstag, den 31. Juli 1902.
M 174.
29. Jahrgang»
tzZ.
© Herr Löhning.
Als die erste« Nachrichten über die Penfio« nirung des Geheimen Oberfinanzrathes Löhning, des Provinzialsteuerdirektors in Posen, in der Presse auftraten, stand man ihnen wie einer Unmöglichkeit gegenüber. Ein höherer Beamter sollte deswegen dazu genöthtgt worden fein, aus dem Dienste zu scheiden, weil er fich mit der Tochter eines Regierungssekrrtärs verheirathete, der aus den Kreisen der Militäranwärter hervorgegangen, also früher Unteroffizier und Feldwebel gewesen war! — es klang ganz unglaublich, und doch ist eS wahr. Mindestens ist dem Provinzial- fleuerdirektor diese seine Hetrath als der Hauptgrund deS Verfahrens wider ihn angegeben worden.
Obwohl die Einzelheiten der ganzen Angelegenheit bereits in mehreren Zeitungen dargestellt worden find, ist es noch wendig, des Zusammenhanges und besseren Verständnisses wegen, hier noch einmal darauf zurückzukommen.
Seine Braut und gegenwärtige Frau hat Geheimrath Löhning im Vorjahre bei einem Feste deS Vereins der deutsche« Katholiken Posens kennen gelernt. Später, als die Verlobung statt- gefunden hatte, wurde er in einem anonymen Schreiben vor einer Annäherung an die Familie Ecccius — dies der Name seines Schwieger- vaters — gewarnt. Präbendar Klinke von der (katholischen) Franziskanerkirche in Pose» gab auf Anfrage aber die allerbeste Auskunft über Fräulein Coccius, uud Herr Löhning begab sich zum Oberpräfidenten von Ritter, um diesem die vorgeschriebenr Anzeige von seiner Verlobung zu machen. Der Oberprästdent war verreist. Am 2. März erhielt Löhning rin Schreibe» deS Per- sonaldezrrnenten im Finanzministerium, des Geh. Oberfiaavzraihes Enke, in dem er darum ersucht wurde, am 3. März Mittags zur Entgegennahme einer amtlichen Mittheilung in seinem Bureau zu sein; und als nun Geheimrath Enke kam, sagte er, daß der Finanzminister Frhr. von Rhein- baden über die Verlobung erzürnt sei und wünsche, Löhning möge seine Prnfioniruvg nachsuchen — er sei ja vermögend und gerathe dadurch in keine Sorgen. Vorher hatte Enke mit dem Ober- präfidente« gesprochen; dieser Letztere selbst sagte nachher zu Löhning: »Gegen die Persönlichkeit Ihrer Braut ist »ach den eingezogenen Er- kundsgungen nichts einzuwenden. Aber Sie können als Provinzialsteuerdirektor nicht die Tochter eines ehemaligen FeldwebrlS heirathen..“ Darauf wandte sich Löhning an den Finanz- Minister selbst. Die Awwort darauf «hielt er durch den Oberv äfidente»: fie lautete kurz und bestimmt, er möge nur zum 1. Juli seine Versetzung in den Ruh,stand nachsuchen und fich darüber sofort erklären. Die entsprechende Erklärung erfolgte — man kann es begreifen, daß Löhning „empört" war, wie er fich in einer Darstellung der Thatsache» ausdrückt, die er für feine Bekannten drucke» ließ, um die Begeben
Engel' und Dämon.
Roman von Johann MariuS.
13 ------ (Nachdruck verboten.)
Bevor fich alle niedersetzten, trat Sennora de Fontana mit einem gewinnenden Lächeln auf die Braut zu.
„Obschon Ihre Reize de« Schmucke» nicht bedürfen", sagte fie, „so müßen Sie mix doch gestatten, Ihnen diese« unbedeutende Geschenk zu machen. Er war für di« Schwester meine« jungen Freunde« bestimmt. Nun mögen Sie er aus der Hand Ihrer neuen Freundin als ein Brautgeschenk empfangen."
Sie legte dem überraschten Mädchen die schimmernde Perlenschnur um den Hals, befestigte das goldene Schloß und begleitete diese Handlung mit einem Kuß.
„Aber da« ist zu viel, Sennora", sagte Frau Diethelm. „Wie soll unsere Martha da« jemals wieder vergelten. Ein so reiches Geschenk —"
„Bitte, danken Sie mir nicht", versetzt« die Sennora. „Sie würden mir die Freude verderben. Auch beraube ich mich nicht durch diese Freundschaftegabr. Mein verstorbener Gatte hat ein größere» Vermögen hinterlaßen, als ich verausgaben kann. Und nun laßen wir die Mahlzeit nicht länger warten."
Die kleine Gesellschaft nahm Platz. Da« Brautpaar faß der Sennora gegenüber, während Hecr und F-au Diethelm dem vornehmen Gast zur Seite saßen.
Die aufgettagenen Speisen schienen der
heilen und die Entwickelung der ganzen Angelegenheit klar zu stelle«.
Der Oberprästdent hat außerdem dem Pcovin- zialstruerdirektor gesagt, das Vertrauen des Ministers zu ihm sei erschüttert „durch seine Aeußerungen zur Polenpolitik, insbesondere auch durch sein Verhalte« bet der Fraustädter Wahlangelegenheit". Herr Löhning war nämlich, wie er fich ausdrückt, „wie die große Mehrzahl der höhere» Beamte» der Provinz Gegner dek schroffen Vorgehens m der Polenpolitik, des sogenannten Hakatismus"; die Fraustädter Wahlangelegenheit lag so, daß Löhning darum ersucht worden war, einen ihm untergebenen Beamten in Fraufiadt davon abzuhalten, bei der Stadtverordneten- Stichwahl für den polnischen Wahlbewerber zu stimmen. Löhning hat das mit dem Bemerken abgelehnt, daß er eine solche Einwirkung für verfassungswidrig halte.
Die Darstellung des frühere« Prooinzial- steuerdirekiorS ist zuerst in freifinnigen und sozialdemokratischen Blättern erschienen. Ob daS auf den Verfaffer der Darstellung selbst zurückzuführe» ist, weiß man nicht. Auf jede« Fall wäre es besser gewesen, einen andere» Weg zur Veröffentlichung einzuschlagen. Aber an der Sache wird dadurch natürlich nichts geändert, und aus dieser Sache erwachsen dem preußischen Finanz- Minister und dem posenschen Oberpräsirevten schwere Vorwürfe. Wie kommen diese dazu, einem Beamten die Ehe mit einem unbescholtene» Mädchen zu versagen? Hat denn der Herr Minister nicht daran gedacht, daß durch ein solches Verfahren der ganze Stand der Subalternbeamten aufs Schwerste gekränkt wird? Bedenkt niemand in den oberen Regionen, daß es gerade in unserer Zeit ein außerordentlich thörichtes Beginnen ist, durch solches Vorgehen die stetig wachsende soziale Erbitterung noch immer mehr zu verschärfen? Vor kurzer Zeit erst ist an dis Beamte« in Posen die sehr vernünftige Mahnung .ergangen, fich nickt so sehr abzuschl.eßeu, sondern mehr aus fich herauszugehe»; her Fall Löhning scheint zu beweisen, daß die Mahnung gar nicht ernst gemeint war, daß mu t vielmehr von oben her zu der Züchtung des > llerbrdeuk- lichsten und gleichzeitig alleralbernst a Kastengeistes geneigt ist, den man sich nur denken kann.
Geheimerath Löhning sagt in seiner Darstellung sicherlich mit Recht, daß sein Verhalten zur Polenpolitik eine« Anlaß zu seiner Pen- fionirung nicht bieten konnte. Denn seine Aeußerungen darüber fielen nur im vertrautesten Verkehr mit dem Oberpräsidenten, der selbst beispiel«, weise auch die Vorgänge in Wreschen als un- erfreulich bezeichnete, und der Steuerdirektor hat mit der Ausführung der Polenpolitik r ichts zu thun. Dec fragliche Beamte in Fcaustadt hat aber bei der kretischen Wahl nicht den polnischen Kandidaten gewählt, sondern dem deutsch- protestantische» Bewerber seine Stimme gegeben.
Die Akte» über den Fall Löhning find äugen- scheinlich soeben erst eröffnet worden. Er wird noch manche Auseinandersetzungen in den Z itungen und später wohl auch im Parlamente veran- laffrn. _____________
Sennora vortrefflich zu munden, denn fie aß sichtbar mit Appetit und sprach auch dem funkelnden Rothweine zu, bett der Hausherr ihr zu Ehren hatte kommen laßen.
So schmackhaft die Küche der Hausfrau fich auch erwies, so verlieh ihr das bei Tisch geführte Gespräch erst die rechte Wii-ze Namentlich wußte die Sennora ihr Unter haltrrngrtalent in das glänzendste L cht zu stellen. Die Worte flössen ihr wie Perlen von dem Munde. Sie erzählte von ihrem Leden in Chile von den Sitten und der Lebensweise der Kreolen und von dem kurzen Glück ihrer Ehe.
Al« fie aber letzteres berührte, da schien ihr Auge feucht zu werden. Sie gedachte ihres seligen Gatten mit rührender Liebe und fügte hirzu, auf Ernst und Martha ihren Blick richtend, daß der Himm-l dem jungen, jetzt so glücklichen Paare, den Schmer, einer so frühen Trennung ersparen möge, wie sie einen sollen erlitten habe.
„Doch hinweg mit meinen traurigen Erinnerungen", sagte fie daun. „Habe ich auch einen zärtlichen, geliebten Gatten zu beweinen, so erscheint mir darum die Zukunft doch nicht düster und trostlos. Für eine jung« Wittwe, wie ich es bin, bleibt doch noch ein« Hoffnung übrig, ihr Dasein nicht ewig vertrauern zu müssen. Blüht mir selbst auch kein Glück wie das entschwundene mehr, so setzt mich doch mein Vermögen in den Stand, mich den Armen und Hilfebedürftigen in Hamburg, meinem iheuren Geburtsorte, anzunchmen und manche im Stillen geweinte Thräne zu ti odnen."
Blick, G berde und der weiche Ton, mit dem fie sprach, täuschten die anderen am T sche vollständig.
Berlin, 30. Juli 1902.
X Die „Mette Aoftheologie". In dem protestanliich-konservattve« Berliner ,Reichsboten' werden seit einiger Zeit bewegliche Klage» angestimmt über die neue theologische Richtung am Berliner Hofe. Danach neigt mau t« neuerer Zeit stark dem kirchlichen Liberalismus zu, während daS ftüher gar nicht der Fall gewesen sein soll. Als die Vertreter dieser Richtung, die viel bei Hofe verkehren, werden genannt Prof. Harnack von der Berliner Universität und Dr. Rad«, der Herausgeber der .Christlichen Welt'. Die katholische Presse braucht fich um diese Gegensätze innerhalb der protestantische» Berliner Kreise nicht sonderlich zu kümmern. So sehr auch der Katholik wünsche« muß, daß die sogenannte „moderne" Richtung, der kirchliche Liberalismus, nicht »ach und nach völlige Oberhand gewinne innerhalb des Protestantismus, so kann auf der anderen Seite gerade der vorher genannr .Reichsbote' nicht verlangen, daß der Katholik aus teilte Stimme allzu großes Gewicht lege, «er »Reichsbote' hat sich von jeher aus- gezeichnet durch einen Haß gelten die katholische Kirche, der mitunter an tollen Fanatismus streift, und er hat damit sich selbst und seiner Auf- saffungsweise ungemeinen Schaden zugefügt. Der vorher genannte Dr. Rade dagegen richtet in der »Christliche« Welt' die sehr zeitgemäße Mahnung an seine Bekenntnißgenossen, fich freundlicher de» Katholiken gegenüber zu stellen, und sagt von der Regierung, fie würde gut daran thun, den katholischen Autoritäten Achtung zu erweisen und eS zu versuchen, iHt dem C-ntrum zu regieren usw. Man müßte »ifo zunächst erwarten, daß die Katholiken dem Dr. Rade und seiner Richtung mehr Zuneigrng entgegen bringen, als dem .Reichsdotin' und seinem besonderen Anhänge. Am besten aber werden die Katholiken daran thun, wenn fie fick weder durch die Einen, noch durch di« Andern in ihrem Denken und Handel» beeinflussen lassen. Der Katholik kennt de» Weg, de» er zu gehe» hat, sehr ge»au. Für ih« wird dieser Weg nicht beeinflußt durch einzelne theologische Richtungen und Wandlungen. Er weiß, daß der beste und stärkste und wahrscheinlich sogar einzig fichere Hort des Christenthums die Mutterkirche ist, der er angeört, und er hat kein rechtes Verständniß sür die gegenseitige Befehdung einzelner Richtungen innerhalb des Protestantismus untereinander. Za dem Kaiser hat der Katholik ohne Zweifel auch auf religiösem Gebiete sehr großes Zutrauen; das hat unter anderen Kundgebungen daS Verhalten der vielfach besprochenen katholische» Versammluna in Bonn bewiesen, die der Jubelfeier deS Papstes gewidmet war, aber auch dem Kaiser huldigte und dankte für seine Aachener Rede.
X Nie Sozialdemokratie wird also in diesem Jahr« in München ihren Parteitag abhalten. Er soll am 14 Septemberseinen
Nachdem di« Mahz-it beendigt war, ging Gabriele wieder auf dar ihr für diesen Tag ein» geräumte Z mmer. Sie gab vor, einen Brief an den Besitzer der Hotel« in Hamburg schreiben zu müssen, um ihm anzukündigen, daß sie erst »ach einem Monat die von ihr bewohnten Zimmer zu bezieh«» g«denke.
Der alte Dieihelm begab sich in’« Dorf. Einer seiner Freunde in P., der ein stattliche« Hau» besaß, hatte ein paar hübsche möblirte Zimmer leer stehen. Diese wurden von Diethelm auf einen Monat gemiethet. Di« Sennora konnte noch an demselben Abend dort einzieheo.
Martha, Ernst und die Mutter blieben eine Zeit lang allein.
Frau Diethelm, völlig bezaubert von ihrem wt blichen Gaste, ergoß sich in Lobeserhebungen über die Sennora. Maitba stimmte ihr bei. Den kleinen, eifersüchtigen Anflug, den fie beim ersten Anblicke der Fcemden gefühlt, hatte die Beredtsam- keit der letzteren bei Tisch« im Keim« wieder erstickt.
Sich an die Schulter Ernst's lehnend, sagte sie:
„Ich habe als Kind in meinen Märchenbüchern ost von wohlthätiqen Feen gelesen. Sie erscheinen aber nur guten Menschen und bleiben ihnen durch'- ganz« Leben hold. Si« find immer sehr schön und freigebig, besonders gegen Kinder und junge Mädchen. Wie eine solch« Fee kommt mir Dein« Reisegefährtin vor. Sie muß mich für gut halten, sonst hätte Sie mir diese prächtige Perlenschnur nicht geschenkt."
Das arglose, junge Mädchen dachte nicht daran, daß in den Märchen auch oft von bösen Feen die Rede ist. die in glänzender Hülle auf dos Verderben ihrer unschuldigen Opfer sinnen. Sie ahnte
Anfang nehme». Daß der Parteitag gerade in München stattfinden soll, hat fein besonderes .Jnteriffr wegen des voraufgegangenen Streite- innerhalb der Partei um verschiedene bayerische Angelegenheiten, namentlich deswegen, weil die Sozialdemokraten in der bayerischen Abgeord- netenkammer sür die Entschließung zu Gunsten einer Reform des Landtagswahlrechtes gestimmt haben. Der Obergenoffe Bebel übte eine scharfe Kritik an dr« bayerischen Sozialdemokraten, erfuhr dafür aber eine derbe Abweisung durch den Parteitag der bayerischen Sozialdemokratie in Ludwigshafen. Man hat demnach in München eine allgemeine Auseinandersetzung zu erwarten über die Frage der Kompromisse mit bürgerlichen Parteien. Der Redekampf zwischen Bebel und Anhang auf der einen und Bollman mit seinen besondere» Freunden auf der andern (Seite wird jedenfalls recht lebhaft werde». Ein kleines Vorspiel dazu ist der Rechenschaftsbericht, bett der sozialoemokratische Landtagsabgeordnete Löwenstein in dem Nürnberger Parteiblatte für seine Wähler veröffentlicht. Er wendet sich dabei in scharfen Redewendungen gegen die Kritik Bebel's und legt dar, daß dir Sozialdemokraten in der bayerischen Abgeordnetenkammer einen arge» taktischen Fehler begangen haben würden, wenn fie sich gegen die Entschließung zu Gunsten eines allgemeinen und unmittelbarenLandtagSwahlrechteS aufgelehut hätten. Bebel — so schließt Löwenstein — hätte fich seine unzutreffende und schroffe Kritik vollkommen erspare« können. Im übrigen wird — wie nach dem vorliegenden Programm zu urthetlen — der Parteitag kaum etwas Inte- reffanteS bringen. Die Haltung der sozialdemokratischen Mitglieder in der Zolltarif-Kommission deS Reichstages erregt nun auch Widerspruch im eignen Lager. Die Arbeiter verschiedener Jndustrieen beginnen einzusehen, daß diese Haltung theilweise unmittelbar gegen ihr Jutereffe gerichtet ist. Denn ohne Schutzzölle kann die deutsche Industrie nicht bestehen, und ohne Industrie haben dir Arbeiter keine Existenz. In diesem Sinne erfährt die Politik der Herren „Genoffen" in der genannten Reichstags - Kom- misfion eine scharfe Aburtheilung i» einem Arbeiter- fachblatte, dem „Korrespondenten für die Arbeiter und Arbeiterinnender Hut-undFilzwaaren- industrie". Das Blatt weist darauf hi«, daß unter dem Einfluffe der geltende» Zölle die deutsche Haarhutmacherei kaum gegen die ausländische Konkurrenz bestehen könne; daß ihr aber vollend« der GarauS gemacht werden würde, wenn nach den Rezepten verfahre» werden sollte, wie sie die sozialdemokratische» Abgg. Baudert und Reißhaus in der Kommission empfohlen Haden.
X Nie Me«zolle beschäftigen gegenwärtig die Zolltarif Kommission des Reichstages. Nach dem bisherigen Verlaufe der Debatten ist wirklich anzunehmen, daß die Mehrheit der Kommission nicht gesonnen ist, die Frage dieser Eisen- und Muschinenzöüe schon jetzt zur Erledigung zu bringen, sondern in der Hauptsache den Regierungsentwurf unverändert durchgehen zu lassen. Daß damit die Bache nicht erledigt fein kann, ist von mehreren Rednern der Rechten und des CentrumS klar und deutlich gesagt worden. Gerade diese Zölle haben eine ungemein große Bedeutung für
nicht, daß die schöne Flemde, welche ihr wie eine gute Fee erschien, ein dämonisches Herz besaß, welches ihr arme« Opfer arglistig zu täuschen tt achtete, um ihr selbstsüchtiges Ziel desto sicherer zu erreichen und das Glück zweier liebender Herzen grausam zu zerstören.
Noch an demselben Abend bezog Gabriele de Foriana die Wohnung, welche Herr Diethelm für sie gemietet hatte.
Die ersten Stunden der Nacht vergingen ihr im ruhelosen Auf- und Abschreiten in ihrem Zimmer, «h« sie ibr Lager aufsuchte. Sie öffnet« einige Male ein Fenster, das nach dem Garten hinaurgtng. Ihre Stirn glühte fieberhaft und die frische Nachtlust wehte ihr Kühlung zu. Der Himmel war tiefblau, da« ungezählte Heer der Gestirne, der Gotteeboten de« Frieden« und Verkünder der ewigen Harmonie, die im Weltall herrscht, glitzerten und funleüerf am Horizonte.
Jean Paul sagt: „Vor den Sternen besteht auf Erden nicht« Große«, in der Brust nicht» Kleines."
Auf Sennora de Fontana konnte dieser Ausspruch eine Anwendung finden.
Droben über ihr waltete die göttliche Liebe, i)re Seele aber erfüllten düster«, qualvolle Gedanken, die auf das Verderben eine» Wesens sannen, von dem fie nie beleidigt worden war, da« fie vor dem Schlafengehen in sein Gebet ein» geschlossen hatte.
Die kirchliche Vereinigung Martha's und Ernst'« zu verhindern, dazu war keine Aussicht vorhanden. r
Aber ein anderer nichtewürdiger Plan schwebt« in dieser Stunde in unbestimmten Amrissen vor ! ihrer Seele.