zenS ist, rerbert die Jahre, die Sie noch in Lima zu verbringen haben, viel angenehmer hirfließen. Aber ich möchte Ihre Braut doch auch kennen lernen."
„Ich werde die Ehr« habe«, sie i« den näch- sten Tagen schon vorzustellen," erwiderte Ernst. „Sie sollen sich überzeugen, daß ich eine gute Wahl getroffen habe."
Herr Gehring wünschte ihm Glück.
„Ich pflege die Schließung einer Ehe ost einen Einkauf für das ganze Leben zu nennen," sagte er heiter. „Und daß Sie gut einzukaufen verstehen, davon haben Sie mir hinlängliche Beweise gegeben."
Ernst erfüllte das Herrn Gehring gegebene Versprechen. Nach einigen Tagen fuhr er in Martha's Begleitung nach Hamburg.
Die Vorstellung fand noch denselben Morgen statt. Herr Gehring lud daS Brautpaar zum Mittagessen ein, an dem auch die Gattin des Kaufherr« theilnahm, und entließ es nach Tisch mit den besten Wünschen für die Zukunft.
Da es im Hause des Handelsherrn Gebrauch war, di« Mittags«Mahlz it gleich nach Schluß der Börse rinzunehmen und die Tage noch sehr lang waren, so fand Ernst noch ausreichend Zeit, mit seiner Braut eine Rundfahrt durch den grünen, brühende« Garten zu machen, den die Kunst um die mächtige Hanorlsstadt nach und nach gepflanzt hat. Gegen Abend wollte er mit ihr nach P. zurückkehren.
Düse Fahrt, die dem junges Mädchen viel Vergnügen gewährte, dauerte zwei Stunden. Dana fuhren sie der Bitte Martha's gemäß auf den Friedhof.
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„Tllustrirte Sonntags ■Zeitung'1, „Suldaer Bescbicbtsblättet" und rottenc-üisfe.
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IuLöa, Dienstag, den 29. Juli 1902.
0 Oesterrerchlsche Besorgnisse.
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Auf die fröhliche Hoffnung ist nun wieder die Enttäuschung gefolgt: auch dir neueste AuS- gleichsberathung unter der persönlichen Leitung deS Kaisers Franz Joseph in dessen Sommer« refidenz zu Ischl ist ohne das gewünschte Er» gebniß verlaufe«. Die Berathunge« in Ischl — so meldete ei« Wiener Offiziosus — haben „keinen neuen Fortschritt ttn Ausgleichsmodus gebracht. . . Eine Lösung wurde bisher nur in der Brterinärfrage erzielt". Das bedeutet so viel, daß ungefähr noch drei Vierthrile aller zu beseitigenden Schwierigkeiten als ungelöste Fragen übrig bleiben. Die Beterinärfrage war Bereits in den ooraufgegaWenen Mivisterberathungrn zu einer annehmbaren Lösung gelangt.
Ob die Thatsachm nun einen inneren Zusammenhang haben oder nicht: jedenfalls konnte man schon mehrfach beobachten, daß die uh» garische Regierung der österreichischen Reichs» Hälfte neue Schwierigkeiten machte, sobald in Oesterreich politische Verwickelungen anderer Art entstände«. Nahmen die Dinge im österreichischen RetchSratye und in dm verschiedenen Landtagen eine« glatteren Verlauf, als bisher, so wurde die ungarische Regierung in ihren Ansprüche« be- scheide««»; ging es umgekehrt, so stimmten die Ungarn ihre Forderungen sofort um eine Oktave höher. Würde i« Oesterreich im allge-Aktnen bkffere Ewigkeit herrschen, dann würde die Wieser Regierung auch ganz gewiß erfolgreicher sein in ihrem wirthschaftliche« Widerstreite gegen die immer üppiger ins Kraut schießenden Urber» fsrderungr« der ungarischen Regierung. Im Abgeordmtsnhause zwar ist alles besser gegangen, als seit Jahren. Das österreichische Budget ist ganz ordnungsgemäß darchberathe« und genehmigt morde«; uno wenn der parlamentarische Gaul auch manchmal ausschlug, so bat er doch den Staatskarren diesmal eine ganz ansehnliche Strecke weitergezogen. Sogar im böhmischen Landtage wurde eine liebliche Friedensmelodie hörbar. Ma« verwies dort sowohl von deutscher, als auch von böhmischer Seite unmittelbar auf die hochwichtige Ausgleichsfrage als die aller» dringendste Mahnung zur Einigkeit; und man ist in O sterreich schon so bescheiden geworden in den Anforderungen an den gedeihlichen Fortgang der parlamentarischen Arbeiten, daß man mit Genugthuung hinwies auf die Thatsache einer wirklichen, ordnungsmäßigen Geschäftsgebarung im böhmischen Landtage. Während dieser Zeit lenkte die ungarische Regierung in friedlichere Bahnen ein bei der Behandlung der Ausgleichs» frage.
Die ruhige Tonart hielt indessen nicht allzu lange an in der böhmischen Landstube. Einer der Führer der sanfteren Tschechenrichtung ist der Aiig. Herold. Dieser schlug plötzlich wieder um i« der von ihm befolgten Taktik. Erst hatte er gemeinsam mit den Rednern der gemäßigten deutschen Richtung gegen seine radikale« Stammes-
M—inaw—
Angel' und Dämon.
Roman von Johann Marius.
11 ------ (Nachdruck verboten.)
»Hin bringe ich Dir die Braut unseres gute« Sohnes", sagte Frau Diethelm. Schon morgen soll Ernst sein Glück erfahren."
Martha kniete vor dem alten Herrn nieder und küßte seine Hände.
„Zürnt mir nicht, lieber Vatu", bat sie, „daß ich Euch verlassen muß. Aber meine Grüße werden täglich über das Meer fliegen und ich werde keinen Abend die Augen schließe«, ohne Euer im Gebet gedacht zu haben."
„Mache meine« Sohn so glücklich, wie er es um Dich verdient hat", sagte der alte Mann, „dann werde ich, auch wenn ihr fern seid, den Bund segne«, de« der Himmel selbst grschloffen hat."
Er schloß sie voll tiefer Rührung an seine Brust.
I« der folgenden Nacht floh Martha der Schlaf bis auf wenige Stunden vor dem Ec» scheinen des Tagesgestirns. Mit hochklopfendsm Herzen und glühenden Wangen sah sie dem Eintreffen Ernst's entgegen, der das Vorgegangene noch nicht ahnte.
Als sie den Wagen heranfahre« hörte, welcher ihn brachte, flüsterte sie der Mutier ei« paar Worte zu, verließ eiligst das Haus und suchte ihre Lieblisgslaube auf. Dort wollte sie ih« erwarten, dort das erste Gchändniß seiner Liebe von ihm hören.
genoffen sich gewandt und deren „Gaffespolitik" als unwürdig abgelehnt. Aber auf einmal wandte er sein Rößlein wieder und verrannte sich in die ebenso unmögliche wie alte Tschechenforderung: die deutsche Staatssprache in Böhmen müsse aufgehoben werden, eS müffe ein Ausgleich für die Tschechen vorgenommen werden für die Aufhebung der Sprachenverordnunge« des Grafen Äadent. Herr Herold sprach die Zuversicht aus, daß endlich auch bei der Dynastie, bei der Regierung und bei den deutschen Landsleute« die Ueberzeugung Platz greifen werde von der Noth- wendigkett der staatsrechtlichen Stellung der Länder der böhmischen Krone nach dem Sinne der Tschechen. Das hieß, in klares Deutsch übertragen, nichts Anderes als so viel: gebt ihr uns unser „böhmischesjStaatsrecht" nicht, setzen wir unsere« parlamentarischen Streik trotz und alledem fort.
Nu« war wieder Krieg die Losung im böhmischen Landtage. So lange das aber in der Prager Landstube der Fall ist. kann auch für die Arbeiten im österreichischen Gesammtparlnmer>te keine dauerhafte und gesicherte Grundlage geschaffen werden. Und es war merkwürdig, aber nichts weniger als erfreulich zu beobachte«, daß gleichzeitig mit diesem Stimmungswechsel in Prag der Umschlag der Stimmung ins Kriegerische bei dem ungarischen Minifirrium in Scene ging. Leider ist in diesen Tage« auch von heftigen Parteistreitigkeitcn aus dem steyrischen Landtage berichtet worden — kurz und gut, die ganze politische Lage in Oesterreich gibt aufs neue allerhand Besorgnissen in bedenklicher Weise Nahrung.
Bevor nicht die sprachliche« Wirren beseitigt oder doch nach beiderseitigem Uebereinkommen für eine Reihe von Jahren in die Rumpelkammer gelegt sei« werden, wird auch dir österreichische Schwäche durch die Ungarn ausgenützt werden zu deren besonderem wirthfchaftlichrm Vortheil. Die noch einigermaßen verständigen und nicht gänzlich verrannte« Elemente sehen dies durchaus ein, bei de« Tschechen f^enfo wie bei den Deutschen; und dennoch erf igt keine Vergleichung, nicht einmal ein Waff stillstand. Leider muß man sagen, daß der Gr^nd hierzu wiederum in der Uneinigkeit inm^-alb der einzelnen Nationalitäten selbst zu suchen ist. Würden die Deutschen es erst einmal dazu bringen, eine fest geschloffene Schaar für sich zu bilden, wenigstens in nationalen und sprachlichen Fragen, dann würde sehr bald auch alles Andere beffer gehen in Oesterreich und in dem Gesammt» gebiete der habsburgische« Monarchie.
Berlin, 28. Juli 1902.
+ Die Dolllarifkomlvisstorz des Ileichs- tage» ist nun ernsthaft entschlossen, die erste Lesung der Tarifvorlage bis zum 8. August bestimmt zu beenden. Wie verlautet, sollen die noch
Mit finsterer Miene hatte Ernst zwei Tage zuvor seine Eltern und Martha verlasse«, in derselben Stimmung kehrte er zurück. Er erstaunte, als seine Mutter ihn nicht traurig anblickte, sondern mit unverhohlener Freude ihre Arme um seinen Hals schlang. Fast ebenso begrüßte ihn fein Baker. Er wunderte sich, daß Martha ihn nicht bewillkommnete. Sonst hatte sie sich dar nie nehmen lassen.
„Wo ist Martha?" fragte er.
Frau Diethelm lächelte.
„Dtise Schwester ist nicht da, me n Sohn. Statt ihrer findest Du aber ein anderes junges Mädchen in der Lindenlaube hinter dem Hause. Es wünscht Dich zu sprechen. Sie ist schon Braut."
„Doch, wo ist Martha", fragte er.
„Sie ging vorhin aus dem Hause. Vielleicht wird sie schon zurück fein. Geh, lieber Sohn."
Ernst schüttelte den Kopf, lhal aber, wie seine Mutter wünschte. Einen kleinen Laubgang durchschreitend, gelangte er zu der wohlbekannten Stelle.
Martha trat ihm mit einem holden Lächeln entgegen.
„Du bist allein, Martha?" fragte er erstaunt. „Die Mutter sprach von einer Freundin, einer Braut, die ich hier finden sollte?"
„O, die Braut ist auch hier, Ernst," entgegnete Martha mit Herzklopfen. „Du hast keine Schwester mehr, Ernst, dte Mutter hat sie Dir genommen. Ich selbst bin die Braut — Deine Brant, wenn Du mich nicht verschmähst."
Das Gefühl de« Glückes, da« ihn elektrisch durchzuckte, war so überwältigens, daß er sie erst wie versteinert anstarrte. Aber nach wenigen Augenblicken zog er sie an seine Brust.
außenstehenden Zollsätze nach dem festen Willen einer Mehrheit in der Fassung des Regierungsentwurfes angenommen werden — auch die Eifen- und JndustrtezSlle. Das würde so viel bedeuten, daß der Kampf darum nur vertagt würde bis zur zweiten Lesung. Augenscheinlich will man erst sehen, was bei der zweiten Lesung aus den Getreidezöllen werden wird. Aber wesentlich mag auch die Ermüdung durch die endlosen Verhandlungen reichlich zur Beschleunigung beitragen.
* Ium Staude der Werhaudluugeu iiöer die tHeol-gische Hakultät zu Stroßörrrg schreibt die ,Nat. Ztg/: „Vor einigen Tagen war aus München gemeldet worden, daß die neue Romreise des Professors .Freiherr« von Hertling ergebnißlos verlaufen und der Plan der Begründung einer katholisch • theologischen Fakultät in Straßburg gescheitert sei. Wir haben demgegenüber hervorgehcb;«, daß Herr von Hrrt» ling eine abermalige „Mission" in Rom nicht gehabt hat. Die Münchener Nachricht ist aber nach Mittheilungen, die uns neuerdings zugegangen sind, auch in ihrem Kern unrichtig. Der neue Versuch des Frhr«. v. Hertling ist keineswegs als gescheitert anzusche«, vielmehr scheint jetzt rin Modus gefunden zu sein, wonach die Errichtung der katholisch-theologischen Fakultät in Straßburg oussichisooller wäre."
X Die Sokdaten-Aerschivöriwg irr Thorr,. Ma« erinnert sich noch der unheimliche« Gerichte, die der .Kuryer Poznanski" erzählte: sechs polnischen Infanteristen sollten auS Thorn mit Uniform und Waffen nach Rußland deseriirt fein. Die Uniform sandten sie angeblich mit höhnische« Wort:« zurück; die Waffe« wollten sie „gegen Deutschland brauchen". Angeblich sollten darauf alle die sechs jungen Leute von de« russische« Behörden in ein kaukcsisches Regiment gesteckt worden fein. Jetzt stellt sich heraus, daß von der ganzen Geschichte auch nicht ei« Wort wahr ist. Dusgeriffe^ sind nicht sechs, sonder« drei junge Leute. Es sind nicht Pole», sondern Deutsche. Nicht Einer von ihnen ist i« ei« russisches Regiment eingetreten. Einer hat sich sreiwMg wie. r in Thorn eingefunden. Der Zweite ist noch auf deutschem Gebiete ergriffen worden. Dec Dritte wird wohl später wieder- komme«, wenn si» Landarbeit beendet sein wird, die er vermuthl-ch bei irgend einem russischen Besitzer gefunden haben mag.
* ZleSer Un utze« i* Deutsch-HSiirika erfährt die ,Köln. Ztg/ aus Berlin offenbar offiziös: Nach telegraphischen Nachrichten au« Dar-cs-Salaam find im Norden von Kilimatinde zwei Viehhändler ermordet worden. Es brachen darauf Unruhen aus, und ein Angriff wurde auf unsere Truppen gemacht, der aber erfolgreich zurückgewiesen wurde. Er „scheint", daß die „Gefahr eines größeren Aufstandes auch für dis Station Jramba vorüber ist. Die Unruhen wurden durch Uebergriffe der Händler hervorgerufen." — Die Form dieser offiziösen Mitiheilung erweckt den Verdacht, daß an amtlicher Stelle noch weitere Nachrichten über die Unruhen bekannt sind.
* Nmbrwaffnsmg der Armee. Beim 1., 2., 6., 7,, 9., 11., 14. und 18. Armeekorps, bei der 32. und 77. Infanterie-Brigade und bei den
Die Worte: „Ich bin die Braut — Deine Braut", hatten ih« aus der dunklen Tiefe eine« Abgrundes auf eine mit den Blumen der Freude bekränzte, sonnige Höhe gehoben.
Frau Diethelm war ihremSSohne nachge- schlichen und hatte die Liebenden belauscht. Wie jede echte Mutter wollte sie ihr Auge an dem Anblick ihrer glücklichen Kinder müden.
Matthä sank der Pflegerin ihrer Jugend in die Arme.
„Meine liebe Mut er!" hauchte sie unter Thränen des Glückes.
Stürmischer als Martha umschlang die alte Frau den Sohn.
„Heute hast Du mir das Leben zum zweiten Male gegeben," rief er.
„Kommt, Kinder." sagte die Mutter Herz! ch, wir wollen auch Eurem Vater daS glückliche Brautpaar vorstellen."
Sie erfaßte die Hände beider und führte sie ihrem Gatte« zu.
Als Ernst am nächsten Morgen wieder »ach Hamburg fuhr, war feine Stirne so wolkenfrei wie der Himmel über ihm und seine Augen leuchteten von Glück und Freude.
Sei« erstes war, Herrn Gehring seine Der- lobung mit Martha mitzutheilen und zugleich den Entschluß auSzuspreche», daß er sich schnell ver- heirathe« und seine Gattin mit nach Lima nehmen wolle.
Der Kaufherr stimmte ihm bei.
„Ich verdenke es Ihne« nicht," sagte der ältliche Herr. „Das Gefchäftsleben drüben hat immer etwas ermüdendes. An der Seite einer gebildeten Frau, welche die Erwählte Ihres Her-
29. Jahrgang.
Unterosfizierschulei?, werden in diesem Herbst ein Fünftel sämmilicher Gewehre, die im Friedens« gebrauch find, durch ein Fünftel au« den lagernden Beständen der Kriegsformation aufgefrischt. An Stelle der Karabiner Modell 88 werden nun» mehr die Karabiner Modell 98 verausgabt, und desgleichen an Stelle des Fsschinenmessers Modell 71 der Pioniere, Eisenbahn- und Telegraphen« truppen und der Fußartillerie das Seitengewehr 98/02. Die Beschaffung der Karabiner rc. für die Fußarttllerie geschieht nach Maßgabe der verfügbaren Mittel und nach Durchführung der Um» beroeffnurg der Infanterie. Die technischen Truppen erhalten das neue Seitengewehr mit dem neuen Gewehr 98.
X Iü«f Kaufleute auf 1500 Soldaten ««d Beamte hat Herr Poultney Bigelow i« Kiautschou gefunden. Herr Bigelow ist ein nicht unbekannter amerikanischer Schriftsteller, der ehedem persönlich auch dem deutschen Kaiser nahe« stand, der zwar durchaus nicht frei von amerikanischen Voreingenommenheiten, aber nichtsdesto« weniger so unzuverlässig ist, daß man glauben könnte, er befasse sich mit der unmittelbaren Fälschung von Thatsache«. Er wür»e ja in diesem Falle auch außerordentlich schnell wider« legt sein; und im übrigen sagt er nur das, was wir Deutsche« selbst leider scho« wissen, «ur in etwas drastischer Manier: daß nämlich in unseren deutschen Schutzgebieten das Beamtenthum und die Uniform eine übermäßig umfangreiche Rolle spielen. Auch der Kaiser hat sich Über diese Thatsache bereits mehr als einmal abfällig geäußert; und in allerneuester Zeit sind ja Anzeichen einer Besserung bemerkten geworden. Ober von einer durchgreifenden Reform in diesem Sinne kann vorläufig noch keine Rede fein, und wir Deutschen müssen den Tadel nur gar zu sehr als berechtigt empfinden, wenn Herr Bigelow weiter erzählt: Von siebzehn deutschen Kaufl ut»n, die er im Jahre 1898 auf einem nach China fahrenden Dampfer des Bremer Lloyd traf, reisten nur zwei «ach Kiautschou. Die Anderen zeigten gar keine Lust dazu; und jene zwei wurden durch die Haltung der Beamte« in Kiautschou der« maßen enttäuscht, daß sie nach Hause zurück« kehrte«. „Ein reicher deutscher Pflanzer — so erzählt Herr Bigelow in einem kürzlich unter dem Titel „Die Völker im koloniale« Wettstreite" erschienenen Buche — der große Besitzungen auf Sumatra hat . . . antwortete aus die Frage, weshalb er nicht an der Entwickelung von Deutsch* Ostafrika sich betheilige: Ich versuchte, mich in Deutsch • Ostafrika niederzulassen; aber ich war nicht willkommen. Wo ich hinsah — überall Uniformen. Ma« betrachtete mich nicht als ein Mitglied der Gesellschaft, das selbst Vernunft hat und weiß, was es zu thun hat..." Das find, wie gesagt, ohne Zweifel Erzählungen, die nicht von ttebertreibungen frei sind. Aber wir Alle wissen nur zu genau, iraß leider ei« sehr berechtigter Kern darin steckt.
-s-Deutsche Kohlen irr NnmSuie«. DaS Königreich Rumänien theilt mit den Kameraden do« der unter« Donau das Schicksal, immer in Geldbrdrängniß zu sein. Dieser Brdrängniß sucht es bisweilen durch Anleihen, bisweilen aber auch dadurch abzuhelfen, daß es ganz ein«