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aus den Augen verloren und bald errachrn, waS in seiner Seele vorging. Anfangs erschrack sie darüber, denn wenn Martha die Brant ihres Sohnes würde und sie ihm als Gattin über das Meer folgte, so würde ihr und ihrem alternden Gatte» der letzte erwärmende Sonnenstrahl des Lebens geraubt. Ernst auf's Neue fern wissen und der Gedanke, daß der Tod sie vor seiner einstigm Wiederkehr abrufen könne, Schnitt ihr schon tief iu's Herz. Und nun noch eine Trennung von Martha, von ihr, die allein im Stande gewesen war, rhr und dem alten Diethelm die Ab«esenhüt des Sohnes weniger schmerzlich fühlbar zu machen.

Manch' heimlich' Thräne weinte sie um diese Liebe Ernst's. Aber mit der Kraft zu leide« und zu entsagen, reffte sie sich in ihrem Schmerze auf und entschloß sich, für ihren Sohn za handeln.

Noch an demselben Tage, als ihr der Ent­schluß gekommen war, sprach sie mit ihrem Manne- Dieser, der Martha nicht minder liebte wie seine Gattin, kämpfte mehrere Stunden mit sich selbsi, ehe er deren Bitten und Vorstellungen nachgab.

„Es wird sehr einsam und traurig bei uns werden-, sagte er endlich tief aufseufzend, „aber wenn beide sich wahrhaft lieben, so mag er sei». Was Du mit Deinem weichen Gemüth ertragen kannst, muß auch ich ertragen können."

Nu» galt eS, die Gefühle des junge» Mäd­chens zu prüfen.

Am nächsten Morgen, der E-nst nach Ham­burg führte, rief Frau Diethelm Martha zu sich in den Garten.

Beide fetzten sich in die Laube, wo Ernst

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M 171.

0 Ser böse Landwirthjchastsminister.

Herr von Podbielrki hat den Liberalen eine Enttäuschung bereitet, die die Herren selbst höchst schmerzlich empfinden, für andere Leute aber ziem­lich heiter ist. Zunächst war bekanntlich di« ganze liberale Preffe des Jubels voll über die angeb- ltche Rede ves preußischen LandwirthschafUministers in Stolp in Pommern, in der er die deutsch« Landwirlhschaft so über die Maßen schlecht ge­macht, fie eine „Schweinewirthschast" und der­gleichen mehr genannt haben sollte. Dann kam die erste Enttäuschung: ei wurde kurz und bündig versichert, eine solche Rede habe Herr v. Podbielskt ja gar nicht gehalten! Darauf allgemeines Schütteln der Kopfes: O wie schade, daß uns auch in diesen Wein Wasier fließen muß! Jetzt aber, nach der zweiten Enttäuschung, fallen die geprellten Liberalen auf einmal über den Herrn Minister her, als wenn er ihnen das größte Leid angethan hätte! Und warum? Weil der Minister die bewußte Rede nicht für die Oeffentlichkeit gehalten, sondern hinter verschlossenen Tbüren in vertraulichem Kreise gehalten hat — scheußliches Amtssergehen! „Was heißt denn das — so ranzt *n wüthendem Tone dar freisinnige berliner Tageblatt den Minister an — wenn der Minister eines kon­stitutionellen Staates, der sich auf einer amtlichen Inspektionsreise befindet, um sich über die Zu­stande im Lande au« eigner Anschauung ein Urtheil zu bilden, plötzlich ein Konventikel mit Partei- genosien abhält und dann vor ihnen gewisiermaßen sein Herz aurschüttet, gleichsam wie wenn ein Privatmann ein« Gesellschaft zu sich lädt, oder umgekehrt, wenn ein Privatmann zu einer ver­traulichen Besprechung von Gesinnungsgenoffm eingrladen wird? Ohne daß Herr von Podbielskt erst noch nöthig gehabt Hütts, seine innerliche Zu­gehörigkeit zum Bunde der Landwirthr unter Beweis zu stellen ... hat er durch dies« feine Stolper Unter uns-Rede er ausdrücklich bk kündet, daß er sich thatsächlich als einen Privatminister betrachtet . . ." Zum Todtlachen! Als ob die Vorschnft brstände, vaß eia Miwffr, der sich auf einer Amtsreise b findet, ab'olxt nur und aus­schließlich nur vor der Oeffentlichkeit und für die Oeffentüchkeit sprechen dürfe! Ja, wenn es zum Beispiel Herr Möller, der Handelskollege des Herrn von Podbielskt, gewesen wäre und er Börsen- und Handelsleute eingeladen hätte zu einer vertraulichen Aussprache über die erneute allgemeine Zulaffung des Terminsviels an der Börse, dann würde die liberale Preffe Bravo über Bravo rufen. Aber wenn man von einem Land- wirthschaftsminister heraurbekommt, daß er nicht gegen die Landwirthschaft, sondern zu Gunsten der­selben handelt, obwohl man sich in höchst thörichter Weise das Gegentheil eingebildet hatte, dann schimpft man auf diesen Minister in allen Ton­arten. Wo bleibt der aefuttbe Menschenverstand?

G Die bayerische Ministerkrise.

Daß der Finanzausschuß der Kammer der Reichsräthe in so entschiedener Weis« gegen das Ministerium Stellung genommen hat, ist den Liberalen doch einigermaßen unvermuthet ge­kommen. Man sucht sich darüber hinweg zu helfe», tnbem man nachträglich sagt: »un ja,

Angel.' und Dämon.

Roman von Johann Marins.

10 ------ (Nachdruck verboten.)

5. Kapitel.

Nachdem wir Vergangene« erzählt haben, kehren wir zu Ernst und den harten Kämpfen zwück, welch« ihm uns Martha bevorstehen sollten.

Die Zeit, die der Thetlhaber der Gehring'fchen Kommandkts in Lima nach seiner Rückkehr au« Amerika in Hamburg verweilen sollte, war auf bt ei Monate festgesetzt. Dann sollte er sich noch einmal den Wogen anverlrauen, um noch einige Jahre das G-schäft jenseits der Oceans mit unge- schwächlem Ecker weiterzuführen. Unter dieser Bedingung war ihm von Herrn Gehring d e spätere Komvagnonschaft zugeficheit worden.

Ernst hatte feinem Vater ein doppelte« Glück bereitet, einmal durch seine Gegenwart, das andere mal durch Ernhändtgurg der Quittungen, welche di« von Ernst bezahlten früheren Gläubiger aus­gestellt hatten.

Als Ernst die Papiere vor ihm ausbreitete, da halte der alte Mann die Hände gefaltet und Gott gedankt, daß er ihm einen Sohn gegeben, der ihn von bett quälenden Gedanken befreit hab«, daß sich an feinem Namen noch die Verwünschungen der durch ihn Geschädigten knüpften.

Nachdem der junge Kaufmann zwei volle Tage ein frohe« Zusammenleben in feiner Familie ge- noffen und in der Ges.llschast der halben Martha, le er jetzt nicht mehr wie in der ersten Stunde

Julöa, Montag, dm 28. Juli 1902.

29. Jahrgang.

das war zu erwarten. Aber in dieser entschie­denen Form hat man die Kundgebung sicherlich nicht erwartet; und das Unangenehmste ist dabei für die Herren, daß die Zustimmung der Ge- fammtheit der Kammer der RetchSräthe zu der Haltung ihres Ausschuffes mit großer Mehrheit im Voraus gesichert ist.

Es regnet also geradezu Verlegenbeitslügen. Nach de» Einen soll „schon jktzt die Centrums­partei im bayerischen Landtage erklären": ob zum Kultusminister Freiherr von Podewils oder ein Anderer ernannt werde, werde das Centrum nichts bewilligen, so lang« das Ministerium Crailsheim am Ruder sei; eS werde vielmehr „mit aller Macht am Sturze dieses Ministeriums arbeiten". Augenscheinlich aber hat dieses Mi­nisterium die Todtengräberarbeit an sich selbst am allerbesten durch feine eigenen Maßnahmen besorgt, so daß i« einzelnen liberalen Zeitungen das schüchterne Geständniß erfolgt, das Mini­sterium Crailsheim „stehe wohl wirklich nicht mehr so fest, wie ehedem". Andere aber schießen den Vogel ab mit der entsetzlichen Schauermär, daß „Persönlichleiten, deren jesuitische Bildung, Erziehung und Gesinnung bekannt sind, behufs deS Sturzes des Ministeriums Crailsheim sogar die Hilfe der Sozialdemokraten gesucht haben; und diese Anderen, die sich angeblich darüber so entsetzen, gehören „sogar" dem demokratischen Lager an. Der Unsinn findet sich mit seinem mangelhaften Deutsch nämlich in einet Münchener Korrespondenz der .Frankfurter Zeitung'.

Die Wahrheit lautet anders. Zum Kultus- ! Minister ist, wis berichtet, KlemensFretherr von Podewils ausersehen, bis jetzt bayeri­scher Gesandter am Wiener Hofe. Freiherr von Podewils stammt aus einer pommrrsche» Familie. Ein Vorfahre des neuen bcyerifchen Kultus­ministers war unter Friedrich dem Großen preußischer Minister des Aeußeren ganze dreißig Jahre lang, von 1730—1760, Aber diese Lmie der Podewils ist schon lange in Bayern "Mässig; ein Oheim des neuen Ministers war b? Erfinder des Podewils-Gewchres. Die Famff - ist gut katholisch. Der neue Minister mag > -n zeigen, was ec kann. Wenn er beweist, b S er der Mann dazu ist, den festgefahrenen ' y-rischen TtaatSkarren wieder flott zu machen, tu.-n wird das Cent cum ihm stcherlich keine unnötigen Schwierigkeiten machen. Aber daß er der Mann danach iß, daS muß er doch erst durch seine Thaten beweisen. Bisher ist er als VerwaltungS- beamtet und Überhaupt im innere» Staatsdienste noch gar nicht hervorgetreten.

Berlin, 26. Juli 1902.

* Anm Gode de» Kardinals LedochorvE In Rom werden Schritte gethan, um die sterb- Uchen Ueberreste des Kardinals Ledochowski in den Posener Dom überzuführen, wo man di« Erzbischöfe von Giesen.Pose» zu begraben pflegt. Es soll, falls der Plan zur Durchführung

des Wiedersehens Schwester, sondern bei ihrem Taufnamen nannte, all« bi« Plätze besucht hatte, welche ihm al« Knabe besonders lieb gewesen waren, tiefen ihn feine Geschäfte nach Hamburg zurück.

Da H eß es bei ihm nun, die Zeit eintheilen, um Herrn G bring und seinen Lieben in der ländlichen Heimath gerecht zu werden.

Von da an verweilte er immer mehrere Tage in Hambura und eilte dann auf zwei oder drei Tage nach P zurück.

So ging ihm ein Monat rasch dahin; nament­lich schienen bt« Stunden Flügel, zu haben, wenn er sich mit Martha allein befand.

Zu seiner F-eude hatte er tu dem lieblichen G schöpf nicht nur ein anmuthigis, sondern auch ein gebildetes Mädchen wiederaefundsn.

Sie zeichnete gut und spielte meisterhaft auf dem Klavier, die Töne mit einem Gesangs be­gleitend, dessen seelenvoller Vortrag Ernst arßrr- ordentlich entzückte. „Du bist ja eine Künstlerin. Wrr hat Dich so herrlich spielen gelehrt?" fragte er einst.

„Mein Lchrer hier im Dorfe", antwortete sie lächelnd. Ich saß vor drei Jahren, als ich kmzr Znt vorher aus der Schule entlasse» war, allein an dem Flusse und pflückte Vergißmeinnicht. Dabei fang ich halblaut ei» Volkslied, ich hatte es von den Mädchen im Dorfe singen gehört. Mein alter Lehrer, der zufällig am Ufer spazieren ging, hö.te meinen Gesang, "trat auf mich zu, lobte meine Stimme und erbot sich, mich mit Bewilligung meiner Eltern zu unterrichten. Daß diese nichts dagegen einzuwende» hatte» kannst

kommt, im Dom eine feierliche Trauerandacht abgehalten werden. — Erzbischof von Stab- lewski erließ aus Anlaß des Todesfalls ein Rundschreiben an die Geistlichkeit, das am 27. d. M. in alle» Kirchen statt der Predigt von der Kanzel herab verlesen wurde. — Wre die.Germania' ersäht t, ist Graf Matthias Riel- zynski, welcher bekanntlich in der aus Anlaß des päpstlichen Jubiläum- ix Posen abgehaltenr« großen Versammlung der polnische» Katholiken eine gehaltvolle Rede über die Pflichten der polnische« Nation dem heiligen Stuhle gegenüber gehalten hat, gegenwärtig als Träger eines pracht- volle», dem Andenken des hochseligen Kardinals Grafen L-dochowSki- gewidmeten Kranzes nach Rom abgereist, um denselben cm Grabe des Kardinals niederiegen. Graf Mielzynski reist im Auftrage seiner Landsleute der Stadt Posen. Die Initiative zu dieser Ehrung des verstorbenen früheren Oberhirten ist insbesondere von dem greifen Stifter her polnische» landwirthschaftliche» Vereine, Herr Maximilian von Jackowski, ferner vom Posener Abgeordneten Bernhard von Chrzanovski und von einer großen Anzahl von Bürgern ausgegangen. Herr von Jackowski hat auch die Idee ein Komitee zu bilden,

welches der Frage der Errichtung ein Denkmals für den Kardinal naher treten soll.

* Eine bis jetzt unausrottbare Scheu vor KathottscheK Mäunerorde« hat auch das Königreich Württemberg. Frauen­orden hat es indeß zugelaffe», ganz wie es im Großhrrzogthum Baden der Fall ist. Nach einer amtlichen Zusammenstellung der bischöflichen Kanzlei ix Rottenburg befinden sich in Württem­berg zur Zeit sechs Niederlassungen weib­licher Orden. Dieselbe» haben aber an vielen Orte« Zweiganstalten errichtet. Die Zahl der Ordensfrauen beträgt 1923, so daß auf je 300 Katholiken eine entfällt. Männerköster gibt es in Württembn >, nicht mehr, seit der westfälische Frieden di« frt 1534 begonnene, 1548 und 1629 urterbrocheri« Brsetttgung der Mönch; aus AU- Württemberg cndgiltig anerkannt und sie 1802—10 tim Mu-Eürttkmbrrg- ausgetzch^e mürbe. Das w''rttembergifche Centrum hat also noch eine g u§e Aufgabe, eine schwere Arbeit langwierigen Kae p' -s zu erfülle«, bis auch jenes Hiuderniß hinweggrräumt ist, das den Männer­orden bisher de» Eintritt ins Land versperrt: es ist der Haß gegen die katholische Religion, welcher den Katholiken die Gleichberechtigung verweigert, trotzdem gerade der „moderne Staat" sonst sich rühmt, das Prinzip der Gleichberechti­gung in die Gesetzgebung eingeführt zu haben. Allerdings für die Anarchisten und sonstige verbrecherische SchreckenSmänner, nur nicht für die Katholiken.

X Dom Dr«ivrmde. Augenscheinlich osfiz'öS wird durch eine Mlltheilung in der .Kölnischen Zeitung' die Anschauung bestätigt, die auch in der,Fuld. ZUg.' geäußert worden ist: daß nämlich der Dreibundvertrag ohne die allergeringste Veränderung verlängert worden ist, daß aber eine bereits vor einer Reihe von Jahren abgeschloffene militärische Abmachung wieder aufgebeben wurde, wonach italienische Trupp?» in Deutschland zusammen mit der deutsche» Armee gegen Frankreich unter gegebenen

Umständen aufmarschire» sollten. Diese Auf­hebung, die mit der politischen Seite des Drei­bundes gar nichts zu thun habe, sei seinerzeit lediglich aus militärischen Gründen erfolgt, lange bevor über eine Verlängerung des Dreibundes verhandelt wurde. Die italienischen Truppen würden ja, wen» sie de» Weg über den Brenner nehmen würden, viel zu spät kommen; und nie­mals ist die Rede gewesen von dem Marsche italienischer Truppen an die rumänische Grenze im Falle eines Krieges zwischen Oesterreich und Rußland. Ob und welche Militärkonventionen noch 'vorhanden find, möchten manche Leute natürlich gern wissen; aber es ist ebenso natürlich, daß ihnen dieser Wunsch nicht erfüllt wird, so lebhaft er auch empfunden werden mag.

+ Unsere Freihändler wünschen augen­blicklich nichts sehnlicher, als recht wilde Zer­würfnisse innerhalb der schutzzollfreundllcheil Mehrheit des Reichstages. Die größte Freude für fie würde es sein, wenn jtzt auf einmal die Rechte und das Centrum einen heißen wirth- schaftlichen Kampf gegen einander beginnen und darüber vollkommen sas gemeinsame Ziel ver- geffen möchten: Die Schaffung einer g«eigneten Zollgrundlage für die neue» Handelsverttäze uub für das wirthschaftliche Gedeihen des deut­schen Volkes. Aus den Thatsachen, daß ersten« Freiherr von Wangenheim, der Präsident deS Bundes der Landwirthe bei de» nächsten Nm- wählen nicht mehr kandidiren will, und daß zweitens die Leitung der konservative» Partei in dem frühem Abgrordnete» Major a. D. Stroffer einen r-euen Parteisekretär an Stelle des Frei­herr« von S-ckmdorff anzustellen beabsichtigt, schließt man auf das baldige Bevorstehen einer „reinlichen Scheidung" zwischen den Konservativen und dem Bunde der Landwirthe. Die Schluß­folgerung ist kühn und augenscheinlich falsch. Gerade unter den gegenwärtigen Umständen würden solche Experimente ebenso viele taktische Fehler sein im eigenen Interesse derjenigen, auf eie es dabei ankommt.

• Geschlossen« Gesellschaft. Das Kammer- -getW hül- fÄr das, was man unter einer, ge­schloffenen Gesellschaft zu verstehe» habe, im Gegen­sätze za einer Entscheidung des Oberverwaltungs- Gerichtes, das den Begriff der geschloffenen Ge­sellschaft enger auffaßt, folgende Grundsätze aufgestellt: 1) Erne „geschloffene" Gesellschaft ist ein »ach außen hi« abgeschlossener Kreis von Per­sonen, welche »ach innen mit einander verbunden sind. Diese innerliche Verbindung kann auf per- fönliche» Beziehungen beruhen, welche zwischen den Mitgliedern bereits bestehe» ober durch die Vereinigung hergestellt werden solle-», oder aber auf die Gemeinsamkeit des sachlichen Zweckes; 2) ein KrarckenunterstötzMgs - Bund von Hand­werkern, sowie ein Grsang - Verein können ohne Rechtsirrthum als geschloffene Gesellschaft ange- sehen werden; 3) dieZulaffung von Gäste« macht die von geschloffenen Gesellschaften veranstalteten Tanzlustbarkeite» nicht zu öffentliche«; 4) unter Gästen im Sinne der hierfür maßgebenden Vor- fchristen versteht man Personen, welche auf Grund persönlicher oder sachlicher Beziehungen von der veranstaltende« Gesellschaft zugelaffen ober von Mitglied er« eingeführt strd. Hierbei macht es keinen Unterschied, ob die Einladung an einzelne

Du Dir denken, und so lernte ich, was ich Dir soeben vortrug."

Was hier eben erzählt worben ist, begab sich, nachdem Ernst ungefähr vierzehn Tage mit Unter­brechungen im Hause seiner Eltern geweilt hatte.

Eme meckwürdizs Ve.änderuna war mit ihm vorgegangen. Ec wurde immer stiller und sttllcr und f dne sonst so cff<8bl ck-nde« Augen schienen dox Wotk n des Trübsinns verhüllt zu sei». Um­sonst forschte!« dis Eltern nach der Ursache seiner Verstimmung, umsonst schenkte Mariha ihm ihr heiterstes Lächeln und die freurdlicksti» Wo tr, um ihm die Stirne wieder zu glätte». Selbst ihr Gesang, dem er zurrst mit solchem Entzücke» gelauscht hatte, verfehlte jrtzt skiar Wirkung, denn jeder Ton, der von ihre», Lippen klang, kam ihm wie rin Grabgesang seiner Zukunft vor. Die nächsten Jahre, die er in Lima verleben mußte, konnten ohne Martha nur öde und trostlos sein.

„Wenn sie nicht ihren Bruder in mir säht", sprach er zu sich selbst, „so würde ich es waZen, ihr zu gestehe», daß ich tief für sir fühle, so aber muß ich schweige», leiden und entsagen, wenn mir der Himmel nicht zu Hilfe kommt. Wer weiß, wie bald werde ich dann die Nachricht empfangen, daß ein anderer das holdselige Mädchen als seine Gattin heimgeführt hat. O, das könnte mich dem Wahnsinn in die Arme führen!"

So gab sich Ernst seiner düsteren Vrrzweif- lung hin. oh»e zu ahne», daß mit ihm ein anderes treues Htrz Alles burchlitt.

Frau Diethelm hatte ihren geliebten Sohn in den litztrn Tagen, fdtbem sein ganzes Wesen vom Schleier der Schwermurh umhüllt schien, nicht