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Fuldaer

»BUS»

mit den Beilagen

Für Me Redaktion L v. Larl Schatte».

Pete«Äl« ll». 1 OataOMk

Juköa, Freitag, den 25. Juli 1902.

29. Jahrgang.

Berlin, 24. Juli 1902.

mir befrachtetes Schiff nach Peru ab. Mit diesem

Die weichherzige Frau war fast einer Ohn-

einigen Tagen erhielt ich die Nichricht, daß der Geschäftsführer meiner Filiale in Lima gestorben sei. So jung Eie auch noch sind, bin ich doch geneigt, Ihnen diesen Posten anzuvertrauen Der Gehalt, welchen ich Ihnen für diese Stellung bieten kann, ist derart, daß Sie bei einem solide» Leben sich nach und nach schon etwas sparen können. Sind Sie aber erst einige Jahre in Peru und erfüllen Sie die Erwartungen, die ich auf Sie setze, so wird sich die Sache für Sie noch gün- stiger gestalten. Ich werde Ihnen dann einen namhaften Geschäfts. Antheil bewilligen. Jetzt überlegen Sie sich meinen Vorschlag."

Herr Gehring erhob sich vom Gopha und I damit war die Unterredung beendet.

Ernst sprach einige Worte des DankeS und begab sich dann an se n Pult zurück.

Im ersten Augenblicke rußte er nicht, ob er sich über die ihm jenseits des Meeres eröffneter! glänzende» Zukunfts-Aussichten freuen sollte oder nicht. Wil- reren Stand.

do-schlag des Chefs, so mußte j D.v wm jun tuui

er sich auf viele Jahre trennen von Allem, woran I macht nahe, als er ihr seine baldige Abreise nach

U«d wer es noch nicht glaubt, daß es wirklich sich so verhält, der möge nur in KantSky's Buch weiter lefen. Da wird man folgenden herrlichen Gedankengang finden: Gegenwärtig ist nicht daran zu denke», daßdaS Militär von dem empörten Volke besiegt werde" nein, sicherlich nicht, das habe» nur erst kürzlich an Bk laten gesehen. Des- wegen, so geht KautSky's Betrachtung weiter, < wnuri ,uu» u«. «uure zu ziehen", auer Aus- wvß die eigene Armee nach und nach sozialistisch schuß der Kammer der Reichsräthe hat durchseucht und untergraben werden, und dann'"' ~ -

kann derGroße Kladderadatsch" losgehen. Ein Krieg wir werden besiegt die bürgerliche Gesellschaft bricht gleichzeitig mit dem Deutschen Reiche zusammen auf den Trümmern alles Dcffen, das uns bedauernswerthen Leuten von heute lieb und theuer, groß und heilig erscheint, wird die rothe Fahne aufgepflanzt, und Karl Kautsky und seine Parteigenossen errichten das sozialdemokratische Zukunftsreich!

zeichnet. Es ist arzunehmen, daß die Kammer der ReichSräthe in ihrer Grsammtheit dieser Stellung ihres Ausschusses sich anschließen werde, und dann würde das Ministerium des Grafen Crailsheim in öffentlichen und ganz unleugbaren Widerspruch gesetzt sein gegen eine überwiegende Mehrheit der gesammten Volksvertretung. In der Kammer der Abgeordneten wird eine Forderung der Regierung nach der andern abgel.hnt so kann es doch also unmöglich weiter gehen: Ent­weder das Ministerium muß einlenken, oder aber Herrn yon Landmann in de«Urlaub auf unbestimmte Z?it" folge». Die Liberalen suchen in ihrer Preffe die Vorstellung zu erwecken, als mache das Crntrum gewissermaßen einen Sturm­angriff gegen de« greisen Prinzregenten. Das ist natürlich von Anfang bis zu Ende unwahr. Und wenn man neuerdings das Centrum zu _ . schrecken sucht mit der Drohun', die Abgeordneten-

Kaiser sich vor- kammex aufzulö.en und Neuwahlen für dieselbe

Zustimmung Ihres Vater« erwarte ich in den nächsten Tagen. Noch einmal: das Glück Ihrer Zukunft liegt in Ihrer eigenen Hand."

Diethelm «ahm die Mitiheilung feines Sohnes halb erfreut, halb erschreckt auf. So nähr batte er dessen Trennung von ihm nicht gedacht. Nach­dem er sich aber wieder gefaßt, pflichtete er dem raschm Entschlüsse seines Lieblings bei.

Mtt der Mutter hatte Ernst einen viel schwe-

Fahrzeug werden Sw reifen. Treffen Sie Ihre Vorbereitungen und sorgen Sie für die Effekten, welche Sie in der heißen Zone brauchen. Die

Endlich siegte die Pflicht. Er rief sich die Stunde zurück, i« der er feinem Vater feierlich gelobt hatte, mit glühendem Eifer danach zu streben, ein großes Vermöge» zu erwerbe», um den Namen Diethelm wieder zu Ehren zu brin­gen. Diesem Verspreche« mußte er gerecht wer­den, welche Opfer er auch demselben zu bringen hatte. Schon am nächsten Tage, der Einwilli­gung seines Vaters gewiß, war er fest entschlösse«, die ihm gebotene ehrenvolle Stellung in Lima anzunehmen.

nehme« wird. Am 8. August werde der Kaiser die Rückreise nach Deutschland antreten.

* Ki« Anschlag ans de« ?ri«}e» Arnulf von Kager«, der sich gegenwärtig auf seiner Besitzung in Lcopoldstein aufhält, soll dort, »ach einem Berichte des ,Berl. Lokalanzeigers', geplant worden sein. Noch ehe der Prinz und seine Ge- mahlin sich am Dienstag dorthin begäben, war von Angkst-llte» des Prinzen der Münchener Polizei der Plan mitgetheilt worden. Es ist den Bemühungen derselben gelungen, die Persön- lichkeite« der Thäter ausfindig zu machen, doch ist nicht bekannt, ob man ihrer habhaft geworden ist. Da über die ganze An­gelegenheit das strengste Stillschweigen gewahrt wird, so ist auch vorläufig nicht feflzu- stellen, ob es sich um ein anarchistisches Attentat handelt, oder ob andere Beweggründe im Spiele sind. Erwähnt sei noch, daß schon bei der Zu­sammenkunft des Kaiserpaares mit dem Regenten in Nürnberg im vorige» Monat in München das Gerücht umlief, es sei ei« Attentat bet dieser Gelegenheit von anarchistischer Seite geplant.

gar nicht glaubt. Die Neuwahlen würden eine Kammermehtheit bringen, die genau der gegen­wärtigen in ihrer Zusammensetzung gleichen, diese gegenwärtige Mehrheit aber der Zahl nach wohl noch übertreffen würde. Denn draußen im boy-rischen Lande hat man nicht das allergeringste Verständniß für das Verhalte« des Ministeriums Crailsheim. Sie Neuwahlen würden also ohne alle« Zweifel diesem Ministerium nur eine neue Niederlage bringen, die noch bedeutend kräftiaer als ihre Vorgängerinnen auSfallen würde. Will

Krieg das Heimathland ins Unglück stürze« und die daraus entstehende Verwirrung der Sozial- benwtratie Gelegenheit geben würde, sich selbst die politische Macht in die Hände zu spielen.

Man denkt dabei an da- Beispiel der Pariser Kommune von 1871. Da war die französische Armee durch einen unglücklichen Krieg zerbrochen, und das Proletariat benützte auch damals das Elend, in das Frankreich gerathen war, um sich in Paris in den Besitz der politischen Macht zu setze«. Es ist zehn gegen ein? zu wetten, daß Herr Karl Kauttky mit einem gewissen Behagen an dis Pariser Kommune dachte, als er die vor­her angeführten Zeilen schrieb; und das genügt, um von neuem zu beweisen, daß alle die schönen Reden von einer Mauserung der Sozialdemo­kratie zu einer radikalen Bürgerpartei nichts als Humbug siad. Die politische Taktik der Sozial­demokratie mag in manchen Stücke« eine andere gegen früher geworden fein. Die Grundlage, aus der die Anschauungen der Sozialdemokratie hervorgeheu, ist stets dieselbe geblieben.

* Negierung und Zfarkameut i«Mayer«. Die boy-rische Staatsregierung hat sich mit ihrer Behandlung des Kultusministers von Landmann in so argen Widerspruch mit der Volksvertretung gesetzt, daß man zunächst nicht einsehen lan», wie sie es anfangen sollte, um sich in guter Weise wieder .aus der Affäre zu ziehen". Der Aus-

Er theflie feinem Prinzipal seine» Entschluß mit. Dieser reichte ihm freundlich die Hand.

Lima so schonend al« möglich ankündigte. Unter einem Strom von Thr änen schloß sie ihn an die Brust und lange Zeit versagte ihr die Sprache.

Ernst litt in bufer Stunde kaum minder al« Re. Dennoch versuchte er die Weinende mit der Hoffnurg auf ein nicht ferne« freudige« Wieder­sehen zu trösten, wa« ihm aber nur schwer gelang.

J-tzt blieb dem jungen Manne noch die schwer« Aufgabe, die Witlwe Hlmers auf sein Scheiden vorzubereiten. In Ernst war ihr gleichsam ein Sohn wiedererstanden und der kleinen Martha ein liebvoller Bruder. Und da« Kind, welche« dis Stunden sehnsüchtig zählte, die er von der kleinen Wohnung fern blieb, wie schwer würde er ihm werden, der Kleinen zu sagen:

Manha, ich gehe nun weit fort und Du wirst mich erst nach vielen Jahren wiedersehe», wenn Du ein erwachsene« Mädchen sein wirst."

Da« junge, unscbuldsoolle Herz zu betrüben, verursachte ihm selbst Kummer, und in traurige Stimmung, in die sich da« Vorgefühl mischte, daß Martha bald eine Waise sein werde, betrat er Abend« ihre Wohnung.

Die wenigen Stunden, die er dort zubrachte, schienen ihm die längsten und dunkelsten zu sein, die er, je verlebt hatte. Er war, von Arbeiten überhäuft, eine ganze Woche nicht bei Frau Hel­mer« gewesen. In dieser kurzen Zeit hatte di« Krankheit der Wiltwe so zugenommen, daß er bet ihrem Anblick sich fassen mußte.

Dennoch mußte Ernst ihr seine baldige Reise miltheilen. Aber er that e« unter der Versiche­rung, daß er nach wie vor für sie und Martha sorgen würde.

seine ganze Seele hing. Gefühl und Pflicht lagen lange im Kampfe mit einander.

Folge und »ahm auf des Kaufhrrrns Einladung diesem gegenüber Platz

Der stolze Kaufmann richtete einen wohl­wollenden Blick auf ihn.

»Ich habe Sie", begann derselbe,seit dem Beginn Ihrer Lehrzeit genau beobachtet. Sie habe» sich als Leh ling wie al« Kommis als ei» gesch'ckcer, fleißiger und rechtschaffener Man« be- währt. Einem solchen darf denn auch die ver- biente Belohnung nicht vorenthalten bleiben. Ich habe Ihnen nun einen Vorschlag zu mache«, der zu Ihrem künftigen Glücke bienen kann. Vor

Kaiser wirb am 1. August auszuschreiben, so thut man damit etwas, an Mittags in Schwerin eh treffen, aber nur bis dessen jetzt vorgetäuschie Wirkungen man selbst zum Abend dort verweilen. Nach an dem Abend '----,JL* '

desselben Tages soll die Abreise des Kaisers erfolgen wohin, fagen die Hofberichte nicht. Dagegen be­haupten englische Blätter in ganz bestimmter Form, der Kaiser werde mit seiner DichtHohenzollern" am 2. Aug. von Kiel abfayre«, um in Cowes auf der Insel Wight dem englischen Köntgspaare einen kurz?« Besuch abzustatten. Der Kaiser werde auch der Segelregatta in Cowes bei« wohnen, der Wettfahrt um den Königspokal, an der auch seine neu? SegelyachtMeteor" theil-

Die Sache ist abgemacht", sagt« Herr Geh­ring.Ich werde den Kontrakt anfertigen lassen. In vier Wochen geht, wie Sie wissen, ein von

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Ein starkes Stück.

Noch gar nicht lange Zeit ist vergangen feit der Bravourleistung de« Berliner sozialdemokra- tischen Csntralorgan«, einen Meuchelmörder al« den Vorläufer einer bessern Zeit und den Märtyrer großer Weltanschauungen zu preisen. Jetzt er­scheint eine der ersten schriftstellerischen Größen der Sozialdemokratie auf dem Plane, um für den Krieg ein Wörtlein einzulegen. Herr Karl Kautsky ist es. Er hat eine Schrift verfaßt bie unter dem TitelDie soziale Revolution" in dem Verlage desselben leitenden Berliner Organ« der deutschen Sozialdemokratie erschienen ist und al« letztes KapitelDie Formen und Waffen der sozialen Revolution" behandelt. Für un« rück ständige Leute von der bürgerlichen Gescllschafis- ordnung muß e« von besonderem Interesse sein, die Waffen kennen zu lernen, mit denen die Herren Genossen" diese Gesellschafttordnung umbringen wollen, und Herr Kautsky hat sein übriges gethan darin, uns darüber aufzuklären. Herr Kautsky erblickt unter anderem in einem Kriege, und namentlich in einem für da« Heimatbland Unglück- lichen Kriege, ein gutes Mitirl zur Förderung bet Sozialbemokratie, der sozialen R.>oolution unb ihrer politischen Machtgewinnung. Aber um Herrn Kautsky vollauf würdigen zu können, muß man ihn selbst v-rriehmen. Ec schreibt:

®in Mittel, die politische Eritwickelung zu be­schleunigen und dem Proletariat den Besitz der politischen Macht in die Hände zu spielen, kann auch ein Krieg werden.....Ein Krieg

lann nicht geführt werden ohne die Anspannung aller Volkrkräfte. Besteht ein tieferer Zwiespalt in der Nation, dann zwingt der Krieg dis herrschende Klasse, der aufstrebenden Konzessionen zu machen, sie an dem Gemeinwesen zu interessiren und ibr so eine Macht zu verleihen, die sie ohne den Krieg nicht erlangt hätte.....Ist bis

herrschende Klasse zu einem solchen Opfer nicht i lähig, ober ist es dazu schon zu spät, dann führt der Krieg nur zu leicht zu einer Rtederloge nach! außen, die dann bett Zusammenbruch im Innern nach sich zieht. Er stürzt ein Regime, bas in der Armee seine vornehmste Stütze sieht, indem er diese zerbricht. So hat sich ber Krieg nicht feiten al« ein zwar brutales usb verheerende«, aber doch wirksames Mittel des Forischrittes unter Umständen erwiesen, wo dis anderen Mittel ver­sagten."

Das heißt, mit bfirren Worte« gesagt, Herr Genosse Kautsky wünscht uns einen Krieg, in bem »unsere Ar »Ke zerbrochen wird", damit die Sozialdemokratieben Besitz ber politischen Macht" i» dir Hände bekommen möge ein re^t interessantes Blkenwniß einer waschechte« sozialdemokratischen Seele I Herr Kautsky meint -war, er stelle damit nur eine sachliche Unter- suchung von wissenschaftlichem Werthe a«. Aber wenn man mit solchen «wissenschaftlichen Unter­suchungen" zu Ergebnissen dieser Art gelangt, bekennt man sich doch ohne weiteres dazu, daß man sich freue« würde, wenn ein unglücklicher '

nämlich sitzt auch Stellung gegen die Regierung genommen und in einem Bischlusse das Verhalten der bayerischen Staatsregierung in dem Würz­burger Universitätsstreite alseine schwere Schädigung der Staatsautorität" be«

nrastrirte Sonntags-Zeitung*, .Juldaer ßescbichtsblätter' und Eoflerie-Cisfe.

X Aer Kaiser wird nach der Rückkehr von der Nordlandsreise dem großherzozlichen Hofe in Schwerin einen Besuch abstalte«. Es handelt sich dabei um den üblichen Gegenbesuch, nachdem der junge Großherzog nach feinem Re- gierungsantritte in Berlin dem Kaiser sich vor-

Engel' und Dämon.

Roman von Johann Marius.

3 ------ (Rachdruck verboten )

4. Kapflkl.

Von der Zeit an, als Ernst von feinem 'Prinzipal einen Schalt erhielt, bewohnte Frau Helmers nicht mehr jene ärmliche Behausung, in der der junge Mann sie zuerst aufgefunden hatte. Ec hatte für sie eine kleine, freundliche Wohnung gemietet. Ec hoffte, daß die frische Landluft der i« letzterer Zeit immer mehr kränkelnden Frau wohlthun sollte.

Doch nicht bloS an die Mutter, Emst hatte auch an feinen Liebling Martha gedacht. Das Kind, das inzwischen um einige Jahre älter geworden war, hing an ihm mit einer unbegrenzten Zärtlichkeit.

Der Verkehr mit der Witwe Helmers unb der kleinen Martha blieb jedoch be» Eltern des junge« Mannes verschwiegen. Er fürchtete jede Erinnerung an diese unglückliche Frau würbe seinem Vater peinlich sein. Andirerseits fühlte er auch -ine große Genugthuung darin, daß er feinem Vater bie moralische Verpflichtung gegen die Wittwe Helmer« abzunehmen vermochte.

Indessen sollte nach Verlauf eines Jahres fein ihm so lieb gewordenes Seheimniß feinem Vater nicht mehr länger verborge« bleibe«.

Eines Tages ließ ber reiche Handelsherr Gehring Emst Diethelm in fein Prioatzimrner bescheiden. Der junge Mann leistete dem Rufe

bas Ministerium solche Sprünge ins Dunkle wage»? Das ist nicht zu glaube«. Oder aber ber Nachthetl würde ganz und gar auf ber Seite : des Ministeriums fein!

1 H + Zentrum unb Ir-ifirnrige. Die frei- finnige Parteileitung ix Nürnberg wollte nichts wiffen von einem Wahlbunde der National- liberalen und der Freisinnigen im Wahlkreise Forchheim - Kulmbach. Ebermannstadt. Die Freisinnigen im Wahlkreise selbst find aber anberer Ansicht: DerFreisinnige Verein" in Kulmbach hat in einer Versammlung mit alle« Stimmen gegen eine beschlossen, bei ber Ersatz- wähl zum Reichstage am 13. August be« national- liberalen Fabrikbesitzer Karl Faber in Förch- heim zu unrerstfitzen unb dessen Wahl alle« Parteigenossen zu empfehlen, damitber Wahl- kreis der klerikalen Centrumspartei entrisse« und für bie liberale Sache zurück- gewonnen werde". Außerdem will man für ähn- licheS Zusammenhalten berbeide« liberalen Richtungen" in anderen Wahlkreisen wirken. Die Botschaft höre» wir, allein uns fehlt der Glaube." Immerhin ist die Sache recht lehr- reich für das Centrum.

* Nochmal* Me Explosion in der DoK- tarif-Kommifstoa. StaatssekretärGrafPosa- dowsky hat er für nothwendig befunden, auch »och persönlich sich dagegen zu verwahren, daß er sich über bie Aussichten des Zolltarif« in bet sensationellen Art und Weise geäußert habe, wie verschiedene Zeitungsberichte dies dargestellt hätte«. Er habe nur sagen wollen, daß die Rüstung, die wir zu trage« hätten, zu schwer werde« würbe, wen« roch weitere Zollerhöhungen über den Tarifentwurf des Bundesrathes hinaus in der Kommission erfolgen sollten. Das ist eine andere Tonart. Aber dem eigentliche« Sinne «ach kommt es doch eigentlich auf Eines und Dasselbe hinaus, ob man nun sagt: die Rüstung wird mit zu schwer, als daß ich sie tragen könnte ober aber ohne die Anwendung eines rednerischen BildeS einfach unb schlicht sagt: ich fürchte, es wirb nichts daraus werden. Es soll aber weitet keine Rede mehr davon fein. Die Hauptsache ist und bleibt, daß ber Staatssekretär selbst daS lebhafte Bebürfniß gefühlt hat, seine ursprüngliche Redeweise abzuschwächen, ober doch ja nicht die Äknahme ouskommen zu lassen, er habe wirklich b scharf gesprochen, wie es anfänglich hieß. Recht interessant zu lesen ist die Behauptung eines parteilose» Münchener Blattes, daß nämlich die süddeutschen Staaten in einer ganze« Reihe von Einzelzöllen nicht mit dem Tarif- entwürfe des Bundesrathes einversta n- de» feien, sondern von ihrem verfassungsmäßigen Rechte Gebrauch machen und eine Anzahl wich­tiger Zollsätze des Entwurfes als den Interesse« Süddeutschlands nicht entsprechend ablehnen werden. Davon soll die Reichsregierung bereits vor Mo­naten in Kenntniß gesetzt worben fein, und bie Ausgleichsvorschläge, die Graf Posadowsky den süddeutschen Regierungen gemacht habe, seien als ungenügend abgelehnt worden. Der Vertreter Badens hat am Dienstag dem Staatssekretär allerdings widersprochen bei dem Zoll für Mauer- steine. Aber sollte die Meldung des Münchener Blattes deswegen vollständig wahr sein? Wir bezweifeln es.

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