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M 163.
Iur-a, Freitag, den 18. Juli 1902
29. Jahrgang.
Deutsches Reid?.
Berlin, 17. Juli 1902.
■ 0
Engel' und Dämon
2
1896
7,2
4,2
3,3
5,2
4,4
1900
7,2
3,4
2,9
3,9
3,3
vtltmho.: -»» Me Uebättieu L v. Batt 6»afht.
Ito >***3.'
- «V t ^""priaz Sri Krupp. Die! konferrrz in J ^bruck sei das Erforderliche für Billa Hügel des Herrn Geheimrath« Ätnro erfreut die Aussührur^ dieses Planes wohl abgesprochen fich häufig sehr hohen Besuche«. Die Reise de« worden; aber w- preußischen Effenbabnmtnistrrium kaiserlichen Paare« in da« Rheinland führte ju ' “
einem Besuche de» Kaiser« und der Kaiserin in der Villa Hügel. In diesen Tagen trifft nun auch der deutsche Kronprinz zu dreitäg-aem Besuche dort ein, um die gewaltigen Kruppwe ke eingehend zu befichtigen.
al« Knalleffekt. Derselbe Minister wollt« da« Ansehen de« Staate« gegen einige eigenwillige Professoren aufrecht erhalten — da wurde er mitten in seinem Verfahren daran verhindert, da«selbe zu Ende zu führen. Man wollte den liberalen Schreihälsen einen Gefallen thun, nahm den Würzburger Fall zum Vorwande und opferte ihnen den Minister von Landman« — solche ganz offenkundige Thatsachen kann auch ein Ministerpräsident nicht au« der Welt reden, und wenn er dem Ministerpräsidenten Grafen Crailsheim an Staatsweisheit und Beredtsamkeit auch erheblich überlegen sein sollte.
I ssanz besonders unbehaglich war und darum aufs äußerste mißfiel. Es könnte ja ein Berg von links und ein anderer Berg von rechts kommen und das nationalliberale Häuflet», im Umsehen in Atome zerquetsche» l Die Nationalliberalen wolle« daS aber nicht gelte« laffe«. Ihre Preffe sagt, die Partei sei stark und lebensfähig für
I lange Zeit, das habe soeben erst wieder die Ersatzwahl zum Reichstage im Bayreuther Wahlkreise bewiesen. Daß Gott erbarm' I Der Na- I tionalltberale hat freilich gesiegt, doch fragt mich s nur nicht, wie: alle bürgerlichen Wähler zusammengenommen haben knapp tausend Stimmen mehr als die Sozialdemokraten aufgebracht. Das Nürnberger Soztaldemokratenblatt rechnet vor, wie es in Bayreuth «ährend der letzten Wahlen gegangen ist.. Noch im Jahre 1898 gab es 3150 mehr bürgerliche als sozialdemokratische Stimmen, im Jahre 1900 in Folge der großen Beliebtheit des bürgerlichen WahlbewerberS 4460, diesmal aber nur noch 960 mehr bürgerliche Stimmen als sozialdemokratische. Wer weiß, wer bei der nächsten Wahl siegt, und gerade hier hatten die Nationallibrralen zu zeigen, war sie gegen ein Kartell der Linken vermögen; denn Sozialdemokraten und Freisinnige stimmten bei der Stichwahl zusammen. Nein, die nationalliberale Partei ist der allerschwächste Schutzwall gegen Maffenangrrffe von links her. Die bürger- liche Gesellschaftsordnung bedarf zu ihrem Schutze gegen den Umsturz ganz anderer Schutzwehren und Thürme, als die Nationallibrralen sie noch darzubiete» vermögen!
Also vorläufig bleibt e« dabei, daß die bayerische Staatrregierung, jedenfalls in Gemeinschaft mit den Größen der Geheimkabinet« de» Pcinzregenten, zu Gunsten der liberalen Partei und ihrer Würzburger Profefforenschützling« ein erhebliches Slück Staatsansehen geopfert hat; und deswegen kann man vorläufig nur mit dem Centrumsabgeordneten Geiger sagen: Die Ver- hältniffe find so weit gediehen, daß man ernste Besorgniß haben muß, und daß sie gänzlich dazu angethan find, da« Vertrauen des Volker in die Leiter der Staatsangelegenheiten und in die Be- rather der Krone zu erschüttern.
Düse Ansicht äußern auch norddeutsche konservative Blätter; und diese find doch sicherlich unparteiisch hier in dem vorliegenden Falle!
Während Sennora de Fontana in das ihr von dem Kapitän empfohlene Hotel eingekehrt und zwei Z mmer im ersten Stocke bezog, hatte der junge Drethelm Herrn Gehrt«, in seinem Komptoir ausgesucht.
Von diesem wurde er in der freundlichsten i Weise empfangen. Es war auch Grund zu einem solchen Empfange i« reichem Maße vorhanden. Der frühere Kommis und jetzige Teilhaber der Kommandite in Lima hatte durch vorsichrtge, vom I Glück begünstigte Spekulationen »em große« I Handlungshause zu einer beträchtlichen Ver- ! mehrung fernes Retchthums verhülfen. Daß ihm [ selbst ein treues und kluges Wirken zu Gme kam, hatte er als rechtschaffener Mensch und tüchtiger
I Kaufmann verdient.
„Fahren Sie in den nächsten Jahren, wo Sie wieder in Lima sein werden, mein und Ihr eigenes Jntereffe so wahrzunehmen, fort, wie Sie es bisher getha«, so steht Ihrem Eintritt in meine Firma als offener Gesellschafter nichts mehr im Wege", versicherte ihm der würdige Kaufmann. „Ich besitze keinen Sohn, nur eine gut verheirathete. Tochter. Wen« irgend jemand meiner Firma Dauer verleihen kau», so sind Sie eS, mein junger, wackerer Freund."
Hätte der alte Herr zu seinem Sohne gesprochen, seine Worte würden nicht herzlicher gelautet haben.
Ernst nahm diese« Versprechen dankbar entgegen.
X @i«e ttene Kisenöahn Knttänfchung. Die endliche Einführung des schon längst und schon sehr häufig geforderten Schnellzuges von Berlin über Kottbus, Görlitz, Hirschberg und Glatz «ach Wien sollte angeblich «unmehr Be» schlösse«« Sache sein. Die ,Schlefische Zeitung' macht do« neuem einen Strich durch diese schöne Rechnung: der der internattonalen Fahrplan-
Preuße« Boyer« Württemberg Sachse« Baden
+‘ Att» dem Mahlüreise Dr. Kieste,'-. Nach den übereinstimmenden Meldungen anderer Zeitungen ist in der ,Fuld. Ztg.' berichtet worden, daß Herr Brand, der von dem Bunde der Land- wirthe aufgestellte Wahlbewerber, seine Kandidatur nicht aufrecht erhalten wolle. Diese Nachricht ist, wie Herr Brand der .Deutschen Tageszeitung' telegraphirt, unzutreffend. Herr Brand hat nach dieser Meldung die ihm vom Bunde angebotene Kandidatur angenommen und wird dabei beharren. An der Wahl de« Centrumskandidatrn Dr. Dahlem ist nicht zu zweifeln.
X Das Kartell der KittKe«. Kein Mensch hat eS eigentlich ernst genommen, daS Kartell der Linken, ausgenommen diejenigen Leute, die den Vorschlag einer solchen Kartellbildung selbst gemacht hatten, weil er diesen natürlich sehr gut gefiel, und die Nationalliberalen, weil er ihnen
Roman von Johann Marin«.
■------ (Nachdruck verboten.)
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»WaS Sie da sagen, entzückt mich", ant- «ortete die Sennora schnell. „Ich bin als Kind -st auf d-mLandegewesen. Diese harmlose, schöne Zeit ist plötzlich t« meinem Sedächtniß erwacht. Um so mehr freue ich mich auf den kurzen Aufent- halt, den ich mir von ihren Elter« zu erbitten geder ke. Ich nehme mit dem kleinsten Stübchen fürlieb. Nicht der Ort macht de» Mensche« froh und glücklich, sondern die Gesellschaft, die seinem Herzen zusagt."
Diese herzlichen Worte fand ei« Echo in der Seele veS jungen Mannes, und von dieser Stunde an wuchs noch das Vertrauen, das er zu der Sennora de Fontana schon fett einiger Zeit gefühlt hatte. Es verging jetzt während der Lanze« Reise kein Tag, an dem sich Ernst nicht mit der liebenswürdige« Fremden unterhielt. Immer mehr mußte er ihren außerordentlich reichen Geist bewundern, der aber nicht mit Osten- «tion zur Schau trug, was er fich durch Lektüre "der Erfahrung angeeignet hatte.
WaS der Kapitän des „Neptun" den Paffa-1 Ötten prophezeit hatte, bewährte fich. Zur fest- ßrsetzten Zur lief das Schiff in den Hamburger Hafen ein.
Die Passagier wurden ausgesch fft. Die ält- Uche Dame bezog mit chrer blaffm Tochter ein
am Jungsernflieg, von wo aus sie in den j "“wften Tagen weiter rach dem Süden zu reifen |
hat mir noch kein Mann widerstanden, auch er wird eS nicht!"
Bundesstaate« zeigten während der letzten Jahre die nachfolgende Entwickelung:
gedachte. Nach demselben Hot«! fuhr auch Sennora de Fontana, nachdem fie von ihrem jungen, liebenswürdigen Reisegefährte« Abschied genommen und von ihm das Versprechen erhalten hatte, er werde fie, wen« er feine Geschäfte in Hamburg beendet und das erste Wiedersehen in seiner Familie gefeiert, in eigener Person ab holen, bei seinen Eltern einführen und ihre Bekanntschaft mit seiner holden Schwester vermitteln.
„Eine Schwester von solcher Schönheit, der, im Grunde genommen, doch kein verwandtschaftliches Blut in den Äsern rollt, ist gefährlich", murmelte fie. „Aber ich weiche nicht zurück. Es gibt einen Kampf auf Leben und Tod und ich werde alle Waffen gebrauchen, die mir zu Ge- I Bote stehen Meine Eitelkeit flüstert mir zu, daß ich den schönen, jungen Mann schon halb befiegr habe. Suchte er mich nicht täglich auf, leuchteten i seine Augen nicht begeisterttauf während der Unter- I Haltung mit mir? War er nicht gerührt von der Pflege, die ich dem kranken Mädchen angedeihe« ließ, und den Trostes Worten, die ich an ihre Mutter richtete? O, ich habe vortrefflich Komödie gespiett I Aber dieselbe ist noch nicht zu Ende und sie soll für mich kein Trauerspiel werden. Die Männer, die bis jetzt zu meinen Füßen lagen, waren Marionette«, die ich «ach Belieben hin- und herziehen konnte. Indem ich ihnen Neigung heuchelte, verachtete ich fie und lachte ihnen später l! s Gesicht, wenn fie so sinnlos waren, Anspruch aus meine Treue zu erhebe«. Zum erst«« Male in meinem wechselvollen Leben ist mir i« Dieihelm ein Mann entgegen getreten, an dessen Seite ich mir ein berauschendes, dauerndes Glück träume. O, welch' ein Mann, welch' ein Mann! Bis jetzt
denke man vorläufig gar nicht daran, die erwähnten beiden chnellzüge — nämlich in jeder Richtung einen - einzuführen. Die Zeiten sollen dafür viel zu schi cht fein usw. nsw. Das sind recht schwächliche Ausreden, um eine VrrlkehrS- Politik zu vertheidigen, die fich von Rechtswegen gar nicht vertheidigen läßt. Wo ein absolutes VerkehrSbedürfniß vorliegt, wie in diesem Falle, darf man fich nicht auf „schlechte Zeiten" und dergleichen herauSrede«. Einige sächsische Blätter haben in diese« Tage« Über denselben Plan Beschwerde geführt, al« handele eS fich um eine «tue Umgehung des Königreiches Sachfen. Für die preußische Staatsbahn kommt dieser Gesichts- punkt gar nicht in Betracht, sonder« die Schaffung eines guten Schnellzuges von Berlin bis Glatz, deffsn Fehlen sehr schmerzlich empfunden wird. Der Schnellzugoerkehr Über Sachsen ist doch in hinreichendem Maße ausgebaut, der Schnellzugverkehr nach diesem Thetle von Schlesien und der Lausitz aber nicht. Außerdem kann für die preußische StaatSeisenbahn von „schlechten Zeiten" im Ernste nicht die Rede sei«. Die Renten der StaatSeisenbahnen in den größeren deutsche«
JefHitti M einspaltige Betttoi Kile oder bwe avmlSPfg^M» tkuMH die Pettto
»MMliNe Sonntags»Zeitang*, „JuMaer «erchichtsblAtet" und rotierTe-Dsfe,
Hl Der verfahrene Karren in Bauern und hat sich wie ein rother Faden durch diese * völlig WH WH m -oagenu gan$e Berathung hingezogen und endete mit der
Freiherrn von Podewils-Durnitz wollte man liberalen Mißtrauenskundgebung gegen den Minister wohl an die Stelle des Herrn von Landmann '* ** " " ■“ ......
in den Sessel des Kultusministers sehen, aber der Freiherr will fich nicht hineinsetzen lassen. Sr dankt höflichst mit dem Hinweise darauf, daß er als Gesandter in Wien ebenso nothwendig sei; und wenn nicht etwa durch einen Rücktritt des Freiherrn von Leonrod das Justizministerium frei werden sollte, dürfte für den Freiherr« von PodewilS gar kein Platz im Ministerium ftei werden. Ministerpräsident Graf von Crailsheim mag eS nicht gern hören, aber das muß doch gesagt sein, daß seine Reden, in denen er die Stellung der bayerische« Staatsregierung in der Abgeordnetenkammer am letzten Dienstag gegen die schneidigen Kritiken der Abgeordnete« Geiger und Schädler zu vertheidigen suchte, recht schwach waren. Es ist leicht behauptet, daß geheimniß- volle Vorgänge, von denen man nicht reden dürfe, die „fich mehr oder weniger der Oeffentlichkeit entziehen", eigentlich den Rücktritt oder vielmehr das Urlaubsgesuch des Kultusministers von Landmann veranlaßt hätten. Aber es ist außer- ordentlich schwer zu beweisen und noch schwerer ohne die zugkräftigsten Beweise zu glauben, daß! hier wirklich Vorgänge mitgespielt haben sollten, die die Otffentlichkeit zu scheue« hätten. Danach steht Herr von Landmann doch gar nicht aus.
Die liberale Presse ist auch recht vorsichtig in der Beurtheilnng der ganzen Angelegenheit. Im Anfänge, unmittelbar nach dem eingereichten Ur- laubsgesuche Landmann's, verhielt sie sich sogar fast schweigsam; jetzt in der bayerischen Kammer hat fich der liberale Redner ebenfalls gehütet, längere Reden vom Stapel zu lassen. Er mochte fürchten, irgendwo i« eine verdeckte Wolfsgrube zu fallen und fich elendiglich darin zu fangen, wenn er etwa schroff und unvorsichtig loszehen sollte; darum verhielt er sich lieber schweigsam und suchte sich mit einigen sehr billigen ReoenS- arten über dis Situation hinwegzuhelfen.
Geradezu klassisch aber ist die allerneueste Erfindung der liberalen Presse: das Crntrum soll die ganze Minister-KristS verschuldet haben. Da« Cenirum soll fich bei seinem Verhalten von Gehässigkeit leiten lasse«, nämlich von Gehässigkeit gegen die liberalen Würzburger Professoren und dadurch alle die Verlegenheiten deS gegenwärtige« Augenblickes heraufbeschwore« habe« — als ob mit solchen Behauptungen nicht dem bayerische« Minister-Präsidenten das ganze Konzept verdorben ! würde, was von der liberalen Presse gerade zur Zeit nicht beabsichtigt wird. Graf Crailsheim hat ja am letzten Dienstag ans'S bestimmteste ver- sichert, daß das Urlaubsgesuch deS Kultusministers v. Lanvmann mit dem Würzburger Professoren-Streik nicht zusammenhänge. Nun kommen wieder die Liberalen, die fich de« Verlauf der ganzen Sache vorher etwas anders ausg^malt hatten, und wärme« den alte« Kohl auf — weder taktisch klug noch geistreich!
Wenn man die Ereignisse der letzten Zeit verfolgt, dann kann man sich doch unmöglich folgenden Thatsachen entziehen: der liberale Rummel gegen den Kultusminister von Landmann hat mit her Berathung des IchulbedarfSgesetzes angefangen
Von einer schlechten Zeit kann unter solchen RentenoerhSttniffe« bei der preußischen Staats- eisenbah« nicht die Rede sein.
. +9« amerikanische Schiff,ahrtstrnft sucht überall gute Stimmung für fich zu machen. Der britische« Regierung hat er seine Unter« stütznng zu Marinezwecke« angeboten; jetzt wird auS Wien berichtet, daß der Morgan'sche Schiff- fahrtstrust dem österreichische« Industrie« rathe ein anscheinend vortheilhafteS Angebot gemacht habe. Er will Schiffe für den öfter« reichische« Handel baue« und deren Betrieb übernehme«. Blöde ist, wie man steht, Herr Pier« pont Morgan nicht; man muß im Segentheil Respekt haben vor dem weiten Blicke dieses ManneS und seiner unermüdlichen Regsamkeit zu Gunsten seines neue« Trustes. Aber wen« der Angler Forellen fangen und st; nachher verspeisen will, bietet er ihnen zur Lockung angenehme Speise an. Und alle diejenigen, denen Morgan anscheinend günstige Anerbieten macht, werde« hoffentlich niemals oergeffe«, daß fie nur auf de« Leim deS amerikanischen Riesen« schifffahrtStrustes gelockt werden sollen, um darauf kleben zu bleiben.
© Sari». 17. Juli 1902. Der.SauloiS' veröffentlicht einen an den Ministerpräsidenten gerichteten, von Coch in, Mackan, Graf be Mun, Gayrand und andere« Deputirte« der Opposition unterzeichneten Brief, in welchem ehr heftig gegen die Schließung der private« Unterrichtsanstalten protestirt wird. Der ,Matin' will wisse«, die Regierung fei ent« schloffen, daS Vereinsgesetz mit der gangen Strenge anzuwenden und unver« züglich auch die genehmigten Kongregationen auf« zulösen, wenn ihre behördlich bewilligten Tochter« anstalten dem Gesetz irgend welchen Widerstand leisten würden.
• Lottdott, 17. Juli 1902. Dem Vernehmen nach wird die Flotte «ach Spithead zur Flottenparade auS Anlaß der Krönung zurückberufen. Die Marinebehörden in Ports- muth find angewiesen, Vorbereitungen für die Illumination der Kriegsschiffe zu treffen. Der Bürgermeister von Portsmouth wurde von der Rückkehr deS japanischen Geschwaders zur Flottenparade benachrichtigt; die übrigen fremden Schiffe werden ebenfalls erwartet. — Heute fand im Ministerium deS Aeußer« der erste Ministerrath, seit Balfour Premierminister ist, statt. Kolonialminister Chamberlain nahm an demselben Theil.
Wie groß die Sehnsucht des jungen Kaufmanns auch war, seine Eltern und Martha, feine Schwester — er hatte keinen anderen Namen für sie — wiederzusehen, so mußte er doch noch einige Tage in der Stadt weilen. Geschäftliche Verhandlungen mit Herrn Gehring zwangen ihn dazu. Seine Zeit war nun so in Anspruch genommen, daß er seiner schönen, geistreichen Reisegefährtin keinen Besuch machen konnte. Auch fühlte er in der Sehnsucht nach seinen Lieben und in dem, war er noch in Hamburg zu ordnen hatte, keinen Drang dazu.' Ja diesen Tagen «ar ihm die Sennora de Fontana fast aus dem Gedächtnisse gekommen.
G:nz anders sah es in dem Herzen dieser Frau aus, ober richtiger gesagt, in Der Gluth, die ihr ganzes Wesen durchströmte, sie am Tage ruhelos umhertrieb und in der Nacht ihr de« Schlaf raubte. Wohl hundertmal eilte sie täglich an ihre nach her Alster h'naurliegenden Fenster, öffnete sie und spähte den Jungfemstieg, bekanntlich die schönste und am meisten besuchte Promenade Hamburgs, mit sehnsüchtigen Blicken entlang, in der Hoffnung, derjenigen zu sehen, den fie mit festen, unauflösliche« Banden an fich zu feffrl« gedachte. Der große Trumeauspiegel ht ihrem Zimmer warf rhr, wenn fie in vollem, elegantem Schmucke, die prachtvolle«, dunkle« Haare schön geordnet, sich vor denselbe« stellte, et« Bild zurück, daS fie, wie einst Narciß, in fich selbst verliebt machen konnte. Sie hatte sich einige Minuten an dem Zauber ihrer Vorzüge geweidet, dann streckte sie sich auf die mit Plüsch überzogene Ottomane nieder und schloß die Augen.
Fuldaer
uslan