Einzelbild herunterladen
 

, (frtodnt «LgNq,

L'uld aerMZeitung

f wftriUi einspaltig« eobtr ml»

Wiede wird

mit den Beilagen

. getairt«).: A«r He Ketattton L v. lar! Sch-kke». . ,

WW. W5MU1M-MM enm$tnrte Sonntags-Zeitung , „Fuldaer ßescbichtsblätter und £ottene-n$fe.

ant ni oerut *1 Settw IdtorteUe*' DtUfwOt Ci. » (tawtirt.

Jul'öa, Donnerstag, den 17. Juli 1902.

J£ 162. •

29. Jahrgang.

■—gÄ*5S5*—SEEBS™

bereite am 15. August, Morgens 9 Uhr daselbst zur Besichtigung eintreffen und bi» 2 Uhr ver­weilen. Ihr folgt auf einem Dampfschiff eine Fahrt den Rhein hinauf. Da der Kaiser bereits am 16. August einer Truppenübung in Mainz beiwohnen roiQ, mußte von einem Be- such der Städte am Rhein bis Mainz hinauf für

O Die Kartelle.

Wenn nicht alle Anzeichen trügen, darf man annehmen, daß endlich das Interesse an einer allgemeinen Klarstellung der Einflüsse der Kar« telle, Syndikate, Ringe, Trusts u. s. w. lebhafter zu werden beginnt. Von den niemals endenden „Erwägungen" der verbündeten Regierungen in Deutschland kann man sich nach allen bisher ge­machten Erfahrungen freilich nicht viel ver­sprechen und kaum anders steht eS mit ähnlichen Bestrebungen in dm Bereinigten Staaten von Amerika. Pläfident Roosevelt persönlich scheint zwar geneigt zu sein zu einem entschiedenen Vorgehen in der Behandlung dieser hochwichtigen wirthschaftlichen Frage; aber vorläufig scheint der Einfluß der Dollars der Trustleute noch mächtiger zu sein als der Eirfluß Roosevelt's. In JeUanopolis wenigstens wurde unlängst eine republikanische Versammlung abgehalten, und bei dieser Gelegenheit gebtrbeten sich die Trustmänner so fiegeSgewiß, daß man nicht den Eindruck davon gewann, als fürchteten sie, in ihrem Thun und Treiben ernstlich gefährdet zu fein. Immerhin muß der Vollständigkeit wegen auch eine andere Meldung erwähnt werden. Danach arbeitet Präsident Roosevelt im Vereine mit maßgebenden Politikern der republikanischen Partei an einer ganz neue« Gesetzgebung, die unter anderen auch die Trusts unter gesetzliche Oderausficht stkllrn soll. In Piitsburg Hai Roosevelt diese letzten Tage eine Rede gehalten, in der er sagte: Wir brauchen eine neue Ge- sttzgebung, die im Geiste deS gesunden Menschen­verstandes abgefaßt ist, der Ehrenhaftigkeit und deS entschloffenen Willens, die Thatsachen so InS Auge zu fassen, wie fie ftno. Eine be­sondere Munizipat-, Staats« und Nationalgesitz- gebung ist nothwendig. Aber vor allem brauchen wir eine ehrenhafte, furchtlose Anwendung der Gesetze, die weder den Reichen noch den Armen bevorzugt ohne Ansehung der Person . . . An­geblich hat Präsident Roosevelt die Absicht, im Herbste selbst eine Reihe von öffentlichen Reden über die Trustsraze zu halten.

Sehr beachtenSwerth ist ferner eine gemein­same Kundgebung der Organe deS russischen Finanzministers Witte unter der Ueberschrist „Die internationale Bedeutung der Syndikate und die Note des Finanzministeriums". Darin werden die Fragen der Ausfuhrvergütungen und der Syndikate überhaupt sehr ausführlich be­handelt. Am Schluffe dieser Ausführungen ist unter anderem zu lesen: .Es scheint, daß eS ge­rade jetzt zeitgemäß ist, sich mit der Frage dieser vom internationalen Gesichtspunkte aus schäd­lichen Thätigkeit zu beschäftigen, um so mehr, als der Zeitpunkt beS Ablaufes der Handels- Verträge herannaht und die außerordentlich ernste Frage ihrer Erneuerung ersteht .... lieber» Haupt widerspricht die Thätigkeit der Syndikate den Tendenzen der modernen Handelsverträge... Wesentliche Jnterefsenfragen, die viele Staaten berühren, müssen durch internationale Verein- barungen gelöst werden ..." Will Finanz- Minister Witte eine internationale Berathung über die Behandlung der Kartelle zusommen bringen? ' Wenn Rußland dazu einladen sollte, werden die anderen Staaten ihre Vertreter entsenden. Aber

Engel.' und Dämon.

Roman von Johann Marius.

------ (Nachdruck verboten.)

1. Kapitel.

Ein tiefblauer Himmel wölbte sich über den Ozean, dessen dunkle Fluthen ein stolzer Drei­master, dem Hamburger Kaufmannshause Gehring gehörend, durchschnitt Da« Schiff kam von Peru. E« fuhr mit vollen Segeln und günstigem Winde dem heimathlichen Strande Hamburg'» zu. Im Beginn de« Vorfrühling« hatte e« die unter Lima liegende Hafenstadt Callao verlassen und der Kapitän meinte, wenn da« Wetter beständig schön bleibe, zu Sommers Anfang in der alten Hanse­stadt anzulan^en.

Der „Neptun" brachte eine reiche Ladung und ein halber Dutzend Passagiere mit.

Zwei von diesen waren in Lima ansässige Kaufleute, die in Handelsgeschäften nach Europa reisten.

Außer ihnen befand sich auf dem Schiffe noch «ine ältliche Dame mit einer zarten, kränklichen Tochter, die in dem weniger heißen Klima Deutsch- land's Genesung zu finden hoffte, und endlich noch »wei andere Personen, die das Interesse unserer Sefer besonder« in Anspruch nehmen dürften.

Eine derselben war, wie fie den anderen Passagieren in gelegentlicher Unterhaltung mitge- thellt hatte, die Wittwe eine« in Valparaiso ver­storbenen Bankiers. Nach dem Tode ihres Manner hatte sie ihre Verwandten in Pein besucht und

ob eine solche internationale Berathung wirkliche und greifbare Erfolge haben sollte? Kaum. Innerhalb der einzelnen Länder gehen die An- schanungen noch so weit auseinander, daß die Vertreter derselben gar nicht wisse« würben, wie fie sich verhalten sollten, um ihre Länder auch wirklich richtig zu vertreten. Und außerdem liegen die Verhältnisse trotz der anscheinenden Gleichartigkeit dennoch in den verschiedenen Ländern auch recht verschieden. So wünschenswerth es an sich sein würde, alle Kulturländer in ihrem Verhalten gegen das gemeinschädliche Treiben der Kartelle uiter einen Hut zu bringen, kann man sich also vorläufig gute Erfolge von einer internationalen Berathung nicht versprechen. Zu­nächst muß jedes Land vor seiner eigenen Thür kehren.

Von einigem Interesse in diesem Sinne find Erhebungen, die der Deutsche Handelstag unternommen hat. Dieser hat im April d. I. alle die Handelskammern und anderen Körper­schaften, die ihm angehören, zu Aeußerun- gen aufgeforbert über ihre Erfahrungen mit Unternehmerverbänden und über ihre Stellung zu der Frage einer Kartellgesetzgebung, um das Kartellwesen entweder unmittelbar staatlich zu regeln ober doch wenigstens zu beaufsichtigen. Aber bie eingehenden Gutachten lauten recht ver­schieben. Die Handelskammer von Hildesheim lobt die Kartelle, denen man viele Verbesserungen der Technik und der Waarengüte zu verdanken habe; die bergische Handelskammer zu Lennep dagegen urtheilt sehr absprechend gegen die Kartelle, denen fie — sicherlich mit Recht — einen Theil der Schuld an den gegenwärtigen ungünstigen WirchschaftSverhältnissen zuschiebt, da sie „bei der Bemessung der Rohstoffpreise weniger die Berücksichtigung der allgemeinen Ge- schästslage, als den eigenen unmittelbaren Vor- theil im Auge haben". Die Handelskammer zu Lennep denkt habet hauptsächl'.ch an die Kartelle, die ihr zunächst liege«, an die Kohlen-, Koks- und Eiseusyndikate, und sie erblickt ganz richtig in der zunehmenden Macht gerade dieser Kartelle „eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Zukunft".

Aber man darf, wenn man ein vollkommen umfassendes und ganz gerechtes Urtheil über die Kartelle fällen will, auch nicht vergessen, daß nicht alle Kartelle in ihrem Wirken einander gleich find. Auch fie sind je nach ihrer Eigen­art verschieden zu beurteilen und dadurch wird die ganze Frage noch verwickelter. Nichtsdesto­weniger darf ihre Behandlung nun nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden, wenn nicht ernstliche Gefahren für die Allgemeinheit entstehen sollen.

Berlin, 16. Juli 1902.

* Wie in der gestrigen Sitzung des Arbeits- ausschusses der Düsseldorfer Ausstellung bekannt gegeben wurde, wird das Kaiserpaar

dann die Reise nach Deutschland angetreten. Sie freute sich, da» milde freundliche Deutschland mit feinen herrlichen Wäldern, seinen glänzenden, grünen Matten, seinen hochgeihürmten, großen Städten, worin eine hohe Bildung herrschte, bald wiederzusehen. Die Sehnsucht war nach ihrer Aussage sehr erklärlich, denn sie war eine Tochter der deutschen Erde und mit ihrem Vater, der in Valparaiso begraben lag, im zehnten Jahre nach Chile gekommen. Sie erinnerte sich noch all' der schönen Eindrücke, die fie in ihrer ersten Jugend in ihrer ursprünglichen Heimaih empfangen hatte. Sie sprach mit hoher Begeisterung und beredter Zunge von dem kurzen Glücke, das fie dort al« Kind genossen, und schien überzeugt zu sein, e« würde fich ihr, da sie in Deutschland zu bleiben gedächte, gewiß erneuern.

Mit der hohen Bildung, die diese Dame besaß, welche unter dem Namen Sennora de Fontana im Paffagierbuche verzeichnet war, vereinten sich seltene körperliche Vorzüge. Sie konnte höchstens vierundzwanzig Jahre zählen, denn der Schmelz der Jugend lag noch sichtbar auf ihrem etwa« von der heißen Sonne gebrannten Antlitz. Ihre Gestalt war schlank, fich ein wenig zur Fülle neigend. Zur Vollendung ihrer Schönheit dienten ein Paar dunkle, wre Kohlen glühende Augen, leicht aufge­worfene rothe Lippen, die geöffnet zwei Reihen tadelloser Zähne sehen ließen, und ein glänzender, schöner Lockenbau. Dem Anscheine nach mußte sie sehr reich sein, denn ihre Kleidung war von hoher Eleganz und geschmackvoll, ihre goldene Brache und ihre Armbänder mit Juwelen geziert. Was diese Frau in der Unterhaltung noch besonders

diesmal abgesehen werden.

* $e» Irhr«. v. Mtror-Merenverg, dessen Ableben in allen katholischen Kreisen eine große Theilnahrne hervorgerufen hat, war, wie wir er- fahren, von Seiten heS vorbereitenden Lokal- Komitees bet bevorstehenden 49. General­versammlung der Katholiken Deutsch­lands in Mannheim, die in den Tagen vom 24. bis 28. August stattfindet, eine besondere Ehrung zugedacht; man hatte nämlich im Lokal­komitee den Gedanken erwogen, den nunmehr verewigten ehemaligen Reichstagspräsi­denten Freiherrn von Buol-Berenberg in Rück­sicht auf feine großen Verdienste für bas katho­lische Leben zum Ehrenpräsidenten des Katholikentags von Mannheim in Vor­schlag zu bringen, roaS gewiß mit allseitigem Beifall ausgenommen sein würde, wenn es auch dem schwerkranken Freiherrn von Buol-Berenberg nicht vergönnt gewesen wäre, persönlich an dem Mannheimer Katholikentage theilnehmen zu können. Frhr. v. Buol-Berenberg hat bekanntlich auch lange Jahre in Mannheim als LandgerichtS- rath gelebt und gewirkt, so daß diese beabsichtigte Ehrung durchaus begründet ist. Aber wenn sie nun in dieser Form nicht mehr stattfinden kann, so wird eS gewiß nicht an einer anderen Ge­legenheit sehlen, auf dem Mannheimer Katholiken­tage auch deS um baS katholische Leben in Deutschland so hochverdienten ManneS in ge­bührender Weise zu gedenken.

h Den «aliouaMöerale Parteitag soll am 11., 12. und 13. Oktober stattfinden, und zwar'in Eisenach. Er soll also unmittelbar dem Wiederbeginne der Verhandlungen des Reichstage« vo'ausgehen, der bekanntlich auf den 14. Oktober festgesetzt ist-

h Im MaHlÜreise A-rchheim soll bie Ersatzwahl z'.M Reichstage bekanutlich am 13. August stattfinden. Anfänglich hieß es. Buch- hänbler unb Magistratsrath Barbeck aus Nürn­berg solle gemeinsam von den Freisinnigen und Nationalliberalen als Kandidat gegen das Centrum ausgestellt werden. Neuerdings wird berichtet, daß die „Sammlung" noch umfassender werden unb als Sammelkanbidat Fabrikbesitzer Karl Faber in Forchheim aufgestellt werden soll. Wenn daS Centrum seine Schuldigkeit thut, wird es den Wahlkre'L gegen alle Sammelkandidaten behaupten.

+ Aie Zolltarif-Kommission des Aeichs- tage» hat stch gestern und heute (Dienstag unb Mittwoch) mit den Holzzöllen beschäftigt und die meisten Zollsätze, die hierher gehören, nach den Vorschlägen de« Regieruvgsentwmfes ange­nommen. Nur der Zollsatz für Bauholz unb Nutzholz erlitt eine erhebliche Veränderung; er würbe gegen den Widersprach der Regierungs­vertreter und der Linke« von der zollfreundlichen Mehrheit der Kommission verdoppelt. Ermäßigt wurde dagegen der Zoll für grobe, bearbeitete Stöcke. Nunmehr sind zwei Dritttheile des

auszeichnete, war ihre Fähigkeit, ihre Worte jedem Stande anzupaffen, mit dem sie in Berührung kam. Eine gewandte Schauspielerin hätte fie darin nicht übertreffen können. Eine gute Beihilfe für fie war, daß fie nicht nur ihre Muttersprache, son­dern auch fließend französisch und spanisch sprach. Wer fich mit ihr unterhielt, oder an wen sie ihre Worte richtete, bi« zu dem jüngsten Matrosen des Schiffe«, fand fich geneigt, fie zu bewundern.

Auch der letzte der Passagiere, dessen Namen wir noch nicht genannt haben, unterhielt fich gerne mit der schönen Sennora de Fontana, welche vor- zug«weise oft seine Gesellschaft auffuchte, um mit ihm über Hamburg zu plaudern, in welcher Stadt fie, wie fie sagte, möglicher Weise ihren Wohnsitz nehmen wolle. Dieser Passagier war der Held unserer Erzählung, Ernst Diethelm, der Theilhaber der Firma Gehring in Lima, der nach einer Ab­wesenheit von sieben Jahren nach Hamburg zum Besuche seiner Eltern zurückkehrte.

Al« Jüngling von einundzwanzig Jahre« hatte er seine Liebe« verlassen. Al« Man« sollten sie ihn Wiedersehen.

Seine edelgeformten Züge übten durch den bräunlichen Teint, da« Ergebniß seines Aufent­halte» in Lima, unb durch einen reich gelockten Vollbart einen gewinnenden Einfluß an«. Aber er war nicht nur an Jahren, sondern auch an Kenntnissen und kaufmännischen Erfahrungen reicher geworden. An den Zweck denkend, weshalb er fich für so lange von der geliebten Heimaih getrennt, hatte er in dem luxuriösen Lima, wo fast Jeder­mann verschwenderisch lebte, ein eingezogene«, sparsames Geschästrleben geführt und es dahin

Zolltarifs erledigt. Ader es harren «och Imme® mehr als dreihundert Zollsätze der Berathung- und dazu gehören die gelammten Maschinenzölle, die sicherlich sehr umständlich und langwierig« Debatten Hervorrufe« werden.

h Di« polnische Dersammluug«spräche. In Herne hatte, wie berichtet, die Polizei eine Versammlung verboten, weil polnisch darin ver­handelt werben sollte. Die Regierung in Arnsberg hat der Polizeibehörde von Herne nicht recht gegeben. Nunmehr hat diese Letztere die Sache vor dem Preußischen Oberverwal- tungSgericht anhängig gemacht — so wird berichtet. — Sollte es aber wirklich die Regie­rung von Arr sberg gewesen sein, die das zuerst ergangene Verfammlunpsverbot aus gehoben hat?

* KeiralHe* im österreichische« Kaiser­hause. In Wiener Hofkreisen verlautet, daß demnächst die Verlobung einer österreichischen Erzherzogin mit einem württembergischen Herzog stattfinden wird. „DaS wäre," sagt der,ReichS- bote', „nicht die erste; auch der präsumtiv« Thronfolger Herzog Albrecht hat eine solche zur Gemahlin. Wenn eS schon früher hieß: Tu, felix Austria, nahe!, so fährt das Habsburger Haus auch jetzt erfolgreich fort, fich namentlich mit Dynastteen deutscher Bundesstaaten zu ver- »er« und damit sowohl die österreichischen, e klerikalen Einflüsse der Wiener Hofburg zu verbreiten." Nächsten« werden wohl die öster­reichischen Erzherzoginnen, wenn sie fich verloben wollen, zunächst die Zustimmung deS Pastors Engel vom ,Reich Sboten' einholen.

+ Nachdem die englische Regierung die Abreise der in K«ieg*gefa«ge«fchaft befind­liche« Deutsche« au« de« Gefangenenla­gern genehmigt und da» deutsche Bur,nhilfsbureau für den Transport der mittellosen Gefangenen 60 000 Mk. bereitgestellt hat, find, so schreibt bie «Nordd. Allg. Ztg.', vom Auswärtigen Amt Ver» einbarungen mit den deutschen Reedereien getroffen, nm eine möglichst baldige und billige Beförderung zu bewirken. Von den auf Ceylon tnternirtai 110 Deutschen find 7 Offiziere und 48 Man« bereits am 8. Juli mit dem Dampfer „Oldenburg" von Colombo abgefahren. Der Dampfer trifft in Bremerhafen fahrplanmäßig am 8. August ein. 8 Mar.n träte« am 9. Juli mit deut Dampfer. „Sultan" von Colombo die Fahrt nach Ostafrika an. Der Rest der Gefangenen wird voraussichtlich am 12. August mit dem Dampfer „Gera", der am 19 September in Bremerhafen eintreffen soll, von Colombo fort befördert. Von den deutschen Ge­fangenen auf den Bermudainseln fuhren 13 mit dem Dampfer „Roland" am 11. Juli nach Eu­ropa ab. Der Dampfer wird am 24 Juli in Bremerhafen erwartet. Die Beförderung der Ge­fangenen auf Sankt Helena kann voraussichtlich tn der ersten Hal te des August mit dem Dampfer „Herzog" der Deutschen Ostafrikalinie erfolgen. Für die Heimschaffung der Gefangenen in Indien ist gleichfalls bie Vermittlung der Deutschen Ost­afrikalinie in Aussicht genommen norden, dabei dürfte ein Umweg über Deutsch-Ostafrtka in Frage kommen. Soweit die Gefangenen mittellos find, erhalten fie auf der Heimfahrt neben freier Ver­pflegung ein tägliches Zehrgeld, und bei etwaiger Ausschiffung in fremden Häfen, im Bedürfnißfalle, weitere Geldunterstützung.

gebracht, daß er mit einer bedeutenden Summe versehen «ach Hamburg zurückkehren konnte.

Ernst Diethelm, dessen Charakter die Offenheit selbst war, ließ sich durch die schöne Sennora, bie ihm in einem traulichen Gespräche ihre Vergangen­heit mitgetheilt hatte, leicht dazu verleiten, ihr einen Theil der selnigen zu vertrauen. Ihm, bet mit voller, heißer Sehniucht nach Hause dachte, that es gewissermaßen wohl, eine Seele zu finden, welche Sympathie mit seinen Gefühlen und Ge­danken zu empfinden schien.

Sennora de Fontara »ar ganz Auge und Ohr, wenn er von dem angenehmen Aufenthalte tn Hamburg, von seinen Elter« und endlich von seiner kleinen Adoptivschwester Martha erzählt« und besonder« Die Erscheinung und da« Wesen de» lieblichen Kindes heroorhob.

„Meine Schwester ist allerdings heute kein Kind mehr", fügte er hinzu. „Aber nach ben Briefen zu urtheilen, die sie an mich gerichtet, ist ihre Seele «och so rein und unschuldsvoll, wie in der Stunde, in der ich fie meinen guten Eltern zuführte. Sie muß sehr hübsch geworden sein, wenigstens zeigt das ihr Miniaturporträt, das im vorigen Jahre in meinen Besitz gelangte."

Ein eigenthümlicher Blitz schoß aus den dunklen Eugen der Sennora bei Ernst's letzten Worten- Sie bat in herzlichem Tone:

Darf man dieses Bild nicht auch in Augen­schein nehmen, Herr Diethelm? Was Sie mir von Ihrer Adoptivschwester erzählt, hat meine Neugierde erweckt. Sie wissen, daß diese« Hebet, wie die Männer dasselbe nennen, un« ange­boren ist.