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M 161.
Jutöcr, Mittwoch, den 16. Juli 1902.
29. Jahrgang
* Zum englischen Minifterwechsel.
Der Rücktritt des englischen Mmisterpräst- denten ist eigentlich keine U-berraschung mehr gewesen. Er war ja lange schon amtSmüde, und sein hohes Alter gab ihm auch durchaus das Recht dazu. Wäre der Burenkrieg nich gewesen, würde er längst schon tn's Privatleben sich zurückgezogen haben. Jetzt wollte er wohl noch die Krönung des Königs Eduard mitmachen. Da diese aber «egen der schweren Erkrankung desselben auf unbestimmte Zeit hinaus verschoben werden mußte, führte Lord Salisbury endlich seinen längst im Grundsatz gefaßten Ent- schluß aus.
Lord SaliSbury ist ein Feudalmann vom reinsten Wasser. Die Feudalherrschaft ist sein innerpolttischeS Ideal und ist es siets gewesen; kein Wunder bei einem Sprößling der ältesten und seit einer Reihe von Jahrhunderten ange- sehensten britischen Adelsgeschlechter. Schon unter der blutigen Elisabeth genoß deren Vertrauen als Minister Jahrzehnte hindurch ei« Ereil — dies der Familienname Lord Salisbury'S! — nämlich William Cecil Lord Burleigh. Der volle Name des zurückgetretene« britische« Minister- plästdenten lautet Robert Arthur Talbot Cecil. So bis ins innerste Mark hinein ist Lord Salisbury ein Tory, daß er sich den Stauben an eine dereinstige Wiederkehr der Feudalherrschaft niemals hat rauben lasten, auch nicht bis in die allermodernste Zeit hinein.
Noch ein anderer Zug kennzeichnet ihn ganz besonders: er ist Engländer und wieder Engländer bis zur Engherzigkeit gege« alles Andere, das nicht englisch ist, und das auch auf ko»fesstonel- lem Gebiete. Für ih» ist nur die „Kirche von England" aus der Welt. WaS es sonst an Be- kenntniffe« gibt, erkennt Salisbury kaum als berechtigt an; die glanzvolle römische Kirche, die Kirche int wahren Sinne des Wortes, trat für den Blick des bisher testenden englischen Staatsmannes ebenfalls in den Hintergrund. Kurz und gut: Lord Salisbury ist so recht im wahre« Sinne des Wortes ein Engländer mit allen den Fehlern, den Einseitigkesten, den UnltebenSwürdtg- ketten, die einem Vollblut-Engländer eigen zu sei« pflegen.
Aber auf der andern Seite muß ma« es anerkennen, daß Lord Salisbury als Minister auch nicht wenige große und gute Züge hatte. Di- konservativen Grundsätze und Anschauungen waren bei ihm nicht bis zur Starrheit verknöchert, denn er blieb nicht hinter seiner Zeit zurück. Zunächst hätte er niemals irgend etwas gegtn die Verfassung unternommen; er betrachtete die englische Verfassung als ein politisches Heiligthum. Und waS geradezu wunderbar war a« einem englischen Hochtory: er hatte stets Neigung dazu, den von den Engländer« unter die Füße getretene« Ire» bis zu einem gewiffe» Grade Gerechtigkeit widerfahren zu lasten, so weit dies für einen konservativen britischen Ministerpräsidenten eben möglich war. Die Grenzen dieser Möglichkeit find eng bemeffen; sogar der „große alte Mann" Gladstone hat dies an seinen eigenen liberalen Parteifreunden erfahren müffe«. That- sächlich aber hat Salisbury für die Vermehrung des bäuerlichen G undbefitzes in Irland gewirkt.
und unter ihm haben die Ire« kommunale Selbstverwaltung erhalten. Mit Dank erkennen es auch di- minder bemittelten Bevölkerungsschichten in Großbritannien an, daß Lord Salisbury es' war, der den freien Elementarunterricht für sie einführte; noch mehr, Lord Salisbury intereffirte sich sogar für die Verbesternng der Wohnungen der ärmeren Bevölkerung — für einen englische« Staatsmann ei» bedeutender sozialer Reformstandpunkt l
Man hat sich häufig gewundert, wie -S nur möglich war, daß Lord Salisbury und Herr Chamberlain neben einander Minister sein konnte«; denn Salisbury hatte, trotz seines einseitigen EngländerthumS, niemals daS Gebahren eines Jingo an fich. Er forderte das WachSthum BritanienS, wo er nur konnte. Aber er verlangte nichts Ungebührliches. Im Gegentheil ist ein Ausspruch von ihm sehr bekannt, in dem er sagte: -Wie stark man auch sein mag — es gibt eine« Punkt, über den die Kraft nicht geht. Es ist Muth und Weisheit, diese Stärke bis zur äußersten Grenze auszuüben; aber es ist Wahnfin« und Selbstvernichtung, diese Grenze zu überschreiten." Der Burenkrieg und die Ereigniffe, die diesen fichtbarlich einleitete«, möge« beide Männer zusammengehalten habe«. Denn die britische Herrschaft Über das gesammte Südafrika lag nach de« Anschauungen Salisbüry's durchaus innerhalb dieser äußersten Grenze; und bei einem Manne wie Salisbury ist ganz wohl die Meinungs- verirrung deckbar, daß die britische Herrschaft geradezu ei« Glück für die Buren bedeute. Wer -mit unserer deutschen Denkweise können das nicht begreifen. Aber bei einem Salisbury ist derlei möglich.
Eine grundsätzliche Aenderung der britische« Politik ist mit dem Rücktritte SaliSbury's nicht verknüpft, auch dann nicht, wenn außer dem Schatzkanzler Hicks Beach noch einige andere Personen aus dem Ministerium ausscheiden. I« Salisbury'S Nachfolger und Neffen Balfour ist vielmehr ganz und gar der Mann gesunde», der genau in SaliSbury's Spuren weite" wandeln wird. Balfour gehört seit fast kreiß u Jahren dem politischen Lebe« an und hat i>- den verschiedenen Ministerien seines Oheim» nach einander alle möglichen Stellungen beklei <
Balfour's Freunde sagen Großes von ihm voraus. Die Zukunft wird lehren, ob si; recht damit haben. Für die Behandlung der aus- «artigen Politik wird es auf Ein-S heraus- kommen, ob der Ministerpräfident in England Salisbury oder Balfour heißt.
Berlin, 15. Juli 1902.
* Laut »Reichsanzeigert ist der Minister der öffentliche« Arbeiten M»dde zum Bevoll- mächtigten zum BundeSrathe ernannt worde«.
+ Freiherr vo» Waugenheim, der Präsident des Bundes ser Landwirthe, soll einem pommerschen Blatte zufolge seine bestimmte Ab-
Kine AHincrfcrHrt.
AuS dem Reifetagebuche eines verstorbenen Diplomaten. 12 ------ (Nachdruck verboten.)
(Schluß.)
Nach zweitägiger, kühler, leider etwas regnerischer Fahrt erreichte« wir Abends die reizend zwischen prachtvoll bewaldete« Bergen gelegene Hafenstadt Nagasaki, der wir trotz Regen noch den Abend einen vorläufigen Besuch abstatteten. Viel konnten wir dabei allerdings nicht mehr sehen. Di- Fahrt durch die Straßen, der flüchtige Einblick i« das Innere der Wohnungen und eine halbe Stunde, die wir uns in einem Theehause durch musizirende und tanzende Japanerinnen vertreiben ließen, entschädigte uns doch reichlich für die späte, etwas «affe Visite. — D n nächsten Morgen besuchte ich unfern Konsul und nahm unter feiner Begleitung eine sehr intereffante Besichtigung der Stadt, ihrer Hauptsehenswürdigkeiten und vor allem ihrer Verkaufsbuden vor, in welche« ich nur bedauerte, daß ich für alle die zahlreichen, reizenden Porzellan-, Lack- und Bronzesachen, die einem zu relativ sehr billigen Preisen dort offerirt werde», nicht Geld genug besaß.
Der erste Eintritt in Japan ist für Jemand, der Jahre lang in Ran ton mit seinen ewig wiederkehrenden Reisfeldern, seinen nackte», felsigen Bergen und einem schmutzigen Strome, den unisormgekletdeten, bezopfte« Einwohnern gelebt, wirklich entzückend. — Statt de« mehr oder minder monotonen steinernen Häuser der
Chinesen wohnt der Japaner in luftigen hölzernen, nach Art der Schweizerhäuser gebauten, jedoch mit Stroh oder Holzschindeln gedeckten Häuschen, deren Appartements durch verschiebbare Jalousien abgetrennt, die Fenster statt Glas mit dünnem Reispapier ausgefüllt sind. Die Kleidung, speziell der Männer der dienenden Klaffe, lsi mehr als primitiv. Außer Sandalen und einem Schurzfell tragen sie höchstens roch ganz reizende dlaurothe Tätowirungen auf der Brust. Die Männer find klein, gedrungen. Frauen und Mädchen durchschnittlich alle sehr schön.
Nach einem recht guten Frühstück im Kon- fulat kehrte ich gegen 5 Uhr an Bord zurück und fuhr nach Kobe. Nach zwei Tagen trafen wir dort bei prächtigem Wetter um 5 Uhr früh ein. Konsul C. holte mich um 6 Uhr ab und brachte mich in fein Haus. Seine Frau, eine Tochter des Bürgermeisters K. in H, traf etwas später zum Frühstück ein. Sie ist mir nicht ganz unbekannt, da ich ihrer im vorigen Herbst in Hon gkong vollzogenen Hochzeit beiwohnte. Ich blieb zwei Tage in Kobe, ging dann mit einem Freunde Hr. R. aus H., der mich in Kobe erwartete, nach Kioto, der alten Residenz Topano, und verbrachte dort fünf Tage, beschSstigt mit d-n Sehenswürdigkeiten dieser überaus in- tereffanten Stadt, wie mit dem Besuche ihrer wunderbar schönen Umgebung.
Von Kobe brachte uns der Dampfer in l1/« Tagen ruhiger und kühler Fahrt nach Yoko- Hama. Auch dort wurde ich von unserem Konsul abgeholt, der mir gleichzeitig eine Ein-
sicht geäußert haben, vom parlamentaiischen Leben sich zurückzuziehen, aber an der Spitz- des Bundes der Landwirthe zu verbleiben. Die Organe des Bundes selbst enthalten noch nichts darüber, ob die Meldung zutreffend ist oder nicht. Man sollte meinen, daß der Präsident des Bundes kaum vollkommen auf alle parlamentarische THMgkeit verzichten könne.
M Kerr vo« Ko«cielsüi gilt als einer der Versöhnlichsten unter den Polen. ES wurde von ihm berichtet, er fei der Verfasser der Erklärung, in dem die polnischen Mitglieder des posenschen Provinziallandtages die Teilnahme an dem Prunkmahle zu Ehren des Kaisers in Posen ablehnen. Diese Erklärung wird von radikalpolnischen Blättern heftig getadelt, so unter andere« von dem Berliner Polenblatte, dem .Dztennik berlinski'. Dieser nennt das Schreiben der Polen an daS kaiserliche Hofmarschallamt eine „Demüthigung": di- Polen könnten und dürften ihre Agitation gegen die Verdeutschungsbestrebungen nicht aufgeben, und in der „hyperloyalen" Erklärung der polnischen Prooinzial- LandtagSabgeordnete« könnten die Deutschen nur „eine Komödie und Falschheit" erblicken. Das genannte Blatt hat unrecht. Die Deutschen denken anders darüber und geben Herrn von Koscielski recht und deffen Bestrebungen, bei jeder nur möglichen Gelegenheft den Versuch zu machen, die bestehenden nationalen Gegensätze abzuschwachen, nicht aber zu verschärfen. Herr von KokcielSki sollte angeblich für seine Zwecke ein eigenes Blatt erworben haben, den,Dztennik Kujawski'. — Di- „Tannenberg-Feier" am letzten Sonntag ist in den galizischen Städten, in denen man überhaupt eine solche Feier veranstaltete, durchaus ruhig verlaufen. In einigen Städten, wie in Lemberg, waren die größere« Plätze durch Militär abgesperrt, um Kundgebungen lärm-- der Art zu verhindern.
+ StadrcsIH Karrffmaem, zwei Mal zum zweiten Bürgermeister von Berlin gewählt und zwei Mal von bet Regierung nicht bestätigt, kommt für die künftige Wiederholung dieser Wahl nicht mehr in Betragt Herr Kauffmann war nervenkrank geworden und begab fich in ein Sanatorium in Friedrichsroda in Thüringen. Dort schien er fich vortrefflich zu -"holen. Jetzt ist er aber von neuem von einem schweren Anfalle seines Leiden« heimgesucht und im Anschlüsse daran auch noch von einem Schlaganfalle betroffen worden, der ihn auf einer Seite lähmte.
* Dur Aristo in Mayer« wird au« München berichtet: E« kann al» feststehend angesehen werden, daß der bayerische Gesandte in Wien, Baron v. Podewil», in da« Ministerium eintreten wird, doch ist e« zweifelhaft geworden, ob er das Kultus-Portefeuille übernehmen wird. Es sprechen allerlei Anzeichen dafür, daß der Justizminister Freiherr v. Leon rod, welcher unmittelbar nach der Beurlaubung des Herrn von Landmann sich einer Augenoperation unterziehen mußte, die Geschäfte seine» Ressorts nicht wieder übernehmen wiro. Es steht vielleicht eine völlige Verschiebung im Ministerium bevor, doch ist noch ungewiß, ob der Regent nicht überhaupt die Entscheidung um zehn Tage hinausschieben wird, da er im Begriff ist, sich wie alljährlich zur Erholung an den Chiemsee zu begeben.
ladung des Gesandten v. E. überbrachte, bei ihm in Tokio abzusteigen. Auch der LegationS- sekretär Baron Z., der mich im vorigen Jahre in Kanton besucht, hatte mich telegraphisch l« Nangasaki und demnächst in Kobe gebeten, möglichst rasch »ach Tokio zu kommen, und so blieb mir nichts anderes übrig, als am nächste» Tage nach der Residenzstadt deS Mikado ab- zureisen. Trotz allerLiebenswürdigkeit desSesandten, sowie des LegationssekretärS war der Aufenthalt weniger erholend für mich; ich vermißte meine Freiheit und fand dagegen das, btm ich zu entrinnen gehofft: gesellschaftliche Vergnügungen in Hülle und Fülle.
Am Bahnhof in Tokio angekommen, überreichte mir Z. eine äußerst liebenswürdige Einladung der Ducheffe de P. (eine alte Bekannte auS Canton) zu einem denselben Abend stattfindenden Laternenfest in einem reizend mit allen möglichen bunten Lampions geschmückten großen Boote vo« einem kleinen Dampfer gezogen. Wir fuhren auf dem Fluß eine halbe Stunde lang mitte« durch die Stadt nach einem auf einer Insel gelegenen Theehause, daS fich schon in der Ferne durch seine Illuminationen in der Dunkelheit prächtig leuchtend hervorhob, nahmen dort ei» sehr opulentes und sehr animirteS Diner ein, genoffen ei« herrliches Feuerwerk und fuhren gegen 1 Uhr nach der Stadt zurück. Die Gesellschaft bestand auS der Crömeder Tokio- Aristokratie: Die deutsche, russische, italienische und französische Gesandtschaft war voll vertreten, theilweise mit ihren Damen, darunter die Tochter der Ducheffe, eine Baronin Sch., der russische
X Dom Steckbriefe Segen de« Kaiser" Die Veröffentlichung des unsäglich albernen so- genanntev Steckbriefes gegen Kaiser Wilhelm im Prager .Polizei-Anzeigert ist in sehr vernünftiger Weise nicht der Ehre theilhaftig gemacht worden, den Anlaß zu einer Beschwerde der Berliner Regierung in Wien zu bilden. Die Berliner Regierung hat es vollkommen dem eigenen Ermessen der österreichische» Behörden anheimgestellt, zu thu», was sie für gut befindet. Natürlich ist die Prager Polizeldtrektion durch den Fall in nicht geringe Verlegenheit gerathen. Sie gibt fich nun geradezu krampfhafte Mühe, die ganze Sache als eine Folge von Flüchtigkeit wegen großer Arbeits- Überhäufung der bei dem »Polizei-Anzeiger' beschäftigten Personen darzustellen: in dem massenhaften Einlaufe - 500 Stück täglich — habe sich auch eine Hektographirte Postkarte aus Pod- noloczySka in Galizien befunden, in polnischer Sprache abgefaßt und genau in der Form amtlicher Bekanntmachungen gehalten; der Beamte, der diese Karte übersetzte, habe deren Ansp leimigen auf den Kaiser übersehe», und ebenso habe der Korrektor in der Druckerei den Inhalt „übersehen" .... Das sind natürlich leere Ausflüchte, genau so wie die Ausrede, der betreffende Beamte sei „nervös überreizt". Er ist für sechs Wochen vom Dienste entfernt worden und wird dann wohl gänzlich ins Privatleben übertreten. Tragisch hat diese« Dummenjungenstreich schwerlich Jemand bei uns in Deutschland genommen.
+ Die Aaurvurger Aükordmarrrer haben einen Steg über die Sozialdemokratie daoonge« trage«. Sie wurden, wie bekannt, von der Partei ausgeschlossen, well sie sich dem Parteibefehle nicht füge» wollte«, sondern entgegen demselben gelassen ihre Akkordarbeit sortsetzten. Die sozialdemokratischen Oberbonzen in Hamburg sind aber nicht im Stande, diese« Beschluß aufrecht zu erhalte». Der sozialdemokratische Derbaud der Maurer hat vielmehr beschlösse«, seinen Mit- gliedern die Annahme von Akkordarbeit wieder zu gestatte«. Was in Hamburg gestattet worden ist, wird nun vermuthlich in anderen Städten fernerhin auch nicht mehr verboten «erden können.
* Die erste Generalversammlung der Geselkschast für soziale Reform tagt am 2l. und 22. September in Köln. Auf der Tagesordnung stehen neben Erledigung von internen geschäftlichen Angelegenheiten Referate über die Serabsetzung der Arbeitszeit für Frauen und rhöhung des Schutzalters für jugendliche Arbeiter in Fabriken (Generalsekretär Dr. Pieper- M. Gladbach und Fräulein Helene Simon-Berlin). Am Abend hält Herr Tischendörfer-Berlin eine« Vortrag über die CoalttionSfreiheit der Arbeiter und das Vereins- und Versammlungsrecht.
* Kiuheittiche Regel»«- de» Dostto»- prüf»«- für Dentfchland und die Schweiz. Wie aus Bern gemeldet wird, beschlossen die am Sonntag in Olten versammelten Rektoren der Universitäten Zürich, Bern und Basel, entsprechend der Anregung der deutschen Re- gierung, für die genannten Universitäten die Zustimmung zur einheitlichen Regelung der Doktorprüfungen für Deutschland und d,e Schweiz zu ertheilen. Dem BundeSrath soll eine Mittheilung in diesem Sinne gemacht werden.
Admiral A., der in Canton bei mir gewohnt, sowie der russische Konsul aus Yokohama mit Frau. Auf der Strecke pasfirt man nicht weniger als fünf Brücken, mit den beiden letzten geriethen wir in Kollision, die, nachdem sie glücklich gefahrlos vorüber gegangen, einen recht amüsanten Moment der sonst monotonen Rückfahrt bildete.
Dem Diner der Ducheffe folgte ein Dejeuner dinatoire mit dem amerikanischen Gesandten von Peking und Frau, dem Admiral K. und dem Kommandanten R., ferner ein Diner, das der österreichische Gesandte, den ich von Canton und eines, das der französische Gesandte, den ich von Kairo kenne, mir gaben, sowie schließlich ein Esse« der deutschen Gelehrten-GeseU- schast, — so viel Diners, daß ich mich fort» lehnte. Hätte nicht der Gouverneur von Tokio fein Ableben so eingerichtet, daß wir seinem Begräbniß beiwohnen konnten, eS wäre mir von Tokio nichts als Bratenduft und das Prickeln des Champagners in Erinnerung geblieben. Das Begräbniß, das Übrigens vier Stunden incl. des Buddhistischen Rituals dauerte, war hochintereffant.
Am 9. drehte ich Tokio den Rücken, ging nach Yokohama, aß mich auch dort rasch durch ein Diner und Dejeuner durch und reiste dann am 11. mit meinem Freunde R. per Wagen nach Odowarat, von da per pedes nach Myoschila.
Hier leben wir in idyllischer Ruhe und Aogeschloffenheit in den hohen Bergen mit ihren dichtbelaubten prächtigen Waldungen. DaS Dorf besitzt heiße Mineralqaelle« und verdankt diesem