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M 160- Iur-a, Menstag, dm 15. Juli 1902. 29. Jahrgang.
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(Nachdruck verboten.)
Neuer Gruß, wir gehen zurück,
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Urlaub gekommen. Am 16. o. MtS. bin ich von
Prinz H. wird in Bälde hier erwartet. Ich muß ihn aufrehmrn, Hotel« gibt es nicht.
Dar Zeremoniell bei dem Vizekönig ist strikte vorgeschriebrn und wird, wie Älter bei den Chinesen, mit der größten Genauigkeit fest- gehalten. Sobald meine Sänfte in den Hof trat, wurden aus unmittelbarer Nähe Böll-tschüss- gelöst. Bei dem ersten Schuß öffnet sich von Innen da« große Mittel,hör, ein doppelthürtge« Thor, da« auf jedem Flügel eine Kriegergestalt, in übermenschlicher Größe abgebildet, zeigt. Durch diese« Thor einzugehen ist nur Leuten von hohem Rang erlaubt. Die Träger bringen uns durch einen zweiten innern Hof in einen Raum, »u dessen Rechten ein Weg durch einen Garten führt. Vor dem Weg. d. h. zur Linken, sind zwei Thüren und zur Rechten eine. Wir steigen au§, der Sekretär erwartet uns, und gleich darauf tritt der Vizekönig aus der Thüre zur Linken, hinter der er wohl gestanden, hervor. Verbeugung unserseits, wiederholtes Zusammen- drücken der geschloffene» Hände auf der Brust seinerseits. Ein Mann geht voraus, ich folge, «ach mir der Vizekönig. Wir treten in ein Kiosk ein, in dem ein rother Tisch mit rothen Stühlen steht. Reue Verbeugung und Gruß. Der Vizekönig weist darauf jedem der Gäste fetnin Platz an. indem er, jeden anblickend, die verschiedenen Theetaffen etwas näher nach dem Nande drs Tisches rückt. Darauf setzen wir
u»S nieder, und ich halte fitzend und — bien- entendu den Hut auf dem Kopse — eine kleine Ansprache. Den Hut nimmt man überhaupt nie ab. Der Vizekönig antwortet, indem auch er der Hoffnung Ausdruck gibt, daß unsere Beziehungen immer der freundlichste« Natur sein werden. Inzwischen haben die Diener von den auf dem Tische befindliche« chinesischen Konfitüre« und dem mürben Gebäck mit zwei Holzstäbchen Jedem vorgelegt. Der Gouverneur gibt ein Zeichen, und jeder greift mit der silberne« Gabel zu. Neben dem Teller stehen kleine Gläser mit Champagner, man trinkt daraus, stets mit dem Gouverneur beim Trinken Bücke austauschend. Von Zeit zu Zeit trinkend, da««
welche Zeit der Vizeköuig und die hohen Würdenträger mit großem Gefolge eintrasen, um dem Prinzen ihrs Aufwartung zu mache«. Nach einem chinesischen Frühstück traf das Kon- sularkorpS ei«. Ich stellte den Doyen, dieser meine Kollegen dem Prinzen vor. Nachher Em- pfang der außerhalb der Stadt wohnenden deutschen Missionäre. Alsdann spielte der Prinz mit mir sehr gemächlich das Race-Game mit Würfel« und Steeple bon beef. Um 1 Uhr . , ........... o-,, war offizielles Frühstück (Dejeuner dinatoire) zu
tttnte zwei Züge, setze ab und erhebe mich, dem der englische Konsul und seine Beamten, Neuer Gruß, wir gehe« zurück, im halben z sowie die Chefs der hiesige« deutsche« Weg neue Verbeugung. Der Vzrkönig bleibt i Firmen eingeladrn waren. Nachmittags 2Uhr zurück, wir gehen allein bis zu unsere« Stühlen,! zogen wir per Tragseffel zum Vizekönig —
Ein Besuch in Japan.
- Myanoschiia, den 17. Juli 18 . . Nach angestrengter herber Arbeit bin ich end« , zu meinem nun feit eurem Jahre geplanten
etwas Süßigkeit kostend, führt man eine gleich- stltige Unterhaltung, die sich auf die Reise usw. iu beziehen pflegt. Als besondere Aufmersam- kett legt mir der Biz-kömg ein Stückchen Konfekt vor. Ich thue sofort, wie das Zeremonie! er- Lischt, dasselbe und lege ihm etn Stück des- eiben Konfektes vor. Die Taffe Thee bleibt an« '«rührt, davon trinke«, heißt das Zeichen zum lufbruch geben. Nach zehn Minuten thue ich >as, d. h. ich schiebe de« auf der Taffe befindliche« Deckel etwas zurück, hebe die Taffe mit jetben Händen sammt Deckel und silbernen Unter- affe in die Höhe, werfe dem Sohn des himm- sch«n Reiches etsex schmachtenden Blick zu.
Kanton, den 30. Mat 18 . .
Der Prinz traf mit Kommandant Kapitän zur See M. L., seinem Militärgouverneur Baron von S., dem Stabsarzt und dem Maler M. früh in Kanton ein. Ich holte ch« in meinem Boote ab und brachte ihn sammt suite in mein Haus, öUb ich inne, und außen mit Blumenkränze« halte auSschmLcken lasse». Nachdem wir gefrühstückt, machten wir einen kurzen Abstecher in die Stadt, kehrte« um 10 Uhr heim, um
er hat sicherlich recht damit von seinem Standpunkte aus.
Solche Kartelle haben an sich etwa» Ungesundes. DaS hat man reichlich erfahren an dem früher« Kartell der Konservativen, Fretkonservativen und Nationaüiberalen unter dem Fürsten Bismarck. ES gab einen kurzen Freudenrausch des Gefolges. Nachher war der Katzenjammer desto größer, und keine der damals an jenem Kartell betheiligten Parteien wünschen eS auch nur für einen Augenblick zurück. Uns Anderen könnte eS ja ziemlich gleichgiltig fei«, ob die Linksparteien einen solchen Pakt mache« oder nicht. Sollte etwa nach dem Abschluffe eines solchen Bündnisses aller Zollgegner die Einsicht allen Zollsreunde« kommen, daß auch sie für diesmal am besten einen gemeinsame» Abwehrsund abschlöffen, dann würden die schließliche» Erfolge dieses Maffenkampfes schwerlich de« Zollgegnern zu gute komme«. Und was würden sonst noch die Folgen sein?
Die Sozialdemokratie nährt sich hauptsächlich von den Abfällen der Liberalen. Was diese an Wählern verlieren, gewinnen zu einem großen Theile die Sozialdemokraten. Wenn nun die liberalen Parteien zu einem förmlichen Bündnisse mit der Sozialdemokratie sich hergeben wollten, dann würden sie in den Augen ihrer unklaren Anhänger den Unterschied zwischen der bürgerlichen Demokratie und der sozialen Demokratie noch mehr als jetzt verwischen, und der Nutzen davon würde kaum auf ihrer Seite fein. Das Kartell der Linken, ein Kind des einzelnen Zoll- kämpfe«, würde als dauernde Folge eine neue Schwächung des Liberalismus zu Gunsten der Sozialdemokratie nach sich ziehen, und der Katzenjammer nach dem Kartell würde bei den Liberalen gerade so sich etnstellen, wie bei den Nationalliberalen «ach dem Bismarck-Kartell mit den Konservativen und Reichsparteilern.
Einigermaßen Hefter wird ma« gestimmt, wenn man die angstvollen Warnungen l'est, die Blätter von dem linken Flügel der national- liberalen Partei gegen diesen Kartellvor chlag ertönen lassen. Ihre Leute freilich würden zu Atome« zerrieben werden, zwischen zw-i Muffen- Heeren rechts und links von ihnen; and nun rufen sie, aufs höchste geängstet, der Regierung I zu: sie möge sich rühren und sich rüsten gegen die angeblich drohenden Gefahren dieses Linkenkartells, damit das Gemeinwohl keine« Schaden erleide.
Die Regierung wird sich gerade um die Warnungen von dieser Seite her schwerlich sonderlich eifrig kümmern. Ihr nützen die Leute nichts, die sie erheben: denn ihre Zahl ist zu I gering dazu und sie find gar nicht in der Sage, eine große Schaar von Anhängern um die Fahnen des Zolltarifentwurfrs der Regierung zu sammeln. Der Kartellpla« der Linken aber wird bald wieder von der Bildfläche verschwunden sei«, auch ohne Kriegesrüstungen der Regierungen dagegen.
Kirre KHincrfcrHrt.
AuS dem Reisetagebuche eines verstorbenen Diplomaten
* Großstadt-Kinder.
Es ist eine altbekannte Thatsache, daß die Bevölkerung sehr großer Ställe sich nicht aus sich selbst heraus foripflanzt. Ebenso wie die meisten Pflanzen die Zimmerluft und sehr viele
dann drehen wir uns um, verbeugen uns von Neuem, und unter Böllerschüssen ziehen wir ab.--
| Thiers die Gefangenschaft nicht vertragen können, sondern allmählich darin zu Grunde gehe«, iverkümmert allgemach der Mensch in der Sticklu t der endlosen Häusermaffen der Großstädte, Man steht da« stets von neuem an den jungen Leuten, I die ihre militärische Gestellungspflicht erfülle». Aber schon an den Schulkindern kann man diese unheilvollen Einflüsse der Großstadt beobachten. Systematische Untersuchungen darüber hat ein bekannter Berliner Kinderarzt angestellt, Dr. I. Cassel; und diese Untersuchungen beweise«, daß eS nirgends so viele geistig zurückgebliebene und unmittelbar schwachsinnige Kinder gibt, wie In Berlin. Im Jahre 1898 hat die Stadt Berlin nach demBeisptele anderer Städte mit Einrichtungen begonnen, um schwachfinnigen Schulkindern, die an dem gemeinsamen Unterrichte nicht mit Erfolg theilnehmen, einen befondern Unterricht in Neben- klaffen zu ertheilen. Die ersten 22 solcher Neben- llaffen wurden i« dem genannten Jahre mit 267 Kinder» eröffnet; aber sie reichte» bei weitem nicht aus. Im Jahre 1900 gab eS bereits an 33 Gemetndeschule« in Berlin 56 Nebenklasse» mit 701 Schülern. Berlin hat zehn Schulkreise, in jedem Schulkreise einen Schularzt, und Dr. Cassel ist der Schularzt des neunte« Gchulkreises. In einem Zeiträume von zwei Jahren hat er allein in seinem Bezirke 129 schwachsinnige Schulkinder untersucht, 71 Knabe» und 58 Mädchen. Die untersuchten Kinder standen im Alter von sieben bis vierzehn Jahre, und gehörten zum größten Theile de» Familie« von Arbeitern und Heine« Handwerkern I an. Erbliche Belastung spielte bei ihnen eine [ große Rolle: Trunksucht, Epilepsie, Nervenkrankheiten usw. der Ejter«. Diese Kinder zeigen erhebliche Abweichungen von normale» Kindern: sie neigen zum Jähzorn, find eigensinnig, lügen- haft, scheu und blöde und auffallend gedächtniß- schwach. Diese letztere Eigenschaft beeinflußt i» erster Reihe Me Kinder ungünstig, so daß sie kaum einer S bulbtldung zugänglich find. Von den 129 schwachsinnigen Kindern konnten nur 1-, genügend lesen, 28 genügend schreiben — 70 ganz ungenügend lesen und 12 konnte» gar nicht schreiben. No u weit schlimmer war es mit dem Rechnen bestell: Zwölf dieser Kinder erwiesen sich als vollkommene Idioten.
Dr. Cassel hat diese Ziffern nach den Untersuchungen zweier Jahre veröffentlicht. Die beiden Jahrgänge ergaben für einen von zehn Berliner Schulbezirken 129 schwachsinnige Kinder. Auf eine» Jahrgang entfallen also 65, in den zehn Bezirken Berlins aber 6 50 schwachsinnige Gemeindeschulkinder, die so zurückgeblieben in ihren geistige Fähigkeiten find, daß sie dem allgemeinen Unterrichte nicht zu folge» vermögen — eine Riesenzahl, die ein neues erschreckendes Schlaglicht wirft auf die unheilvollen Einflüsse der Großstadt. Man darf ja nicht vergessen, daß es sich hier nur um die Schulkinder von Gemeindeschulen handelt, daß eS dann außerdem noch viele solche arme Kinder gibt in den wohlhabenderen Kreisen der Bevölkerung, so daß man die jährliche Se- sammtzahl auf 900 bis 1000 ein» schätzen kann!
• Ein Bund der Linken.
Fast alle die letzten Ersatzwahlen zum Reichstage ließen eine« engen Zusammenhalt zwischen de« Freisinnigen und Sozialdemokraten erkennen; nicht nur zwischen diesen und der freifinnigen BolkSpartei, sondern auch der freisinnigen Bereinigung. Innerhalb dieser zahmen liberalen Par- lei ist eS ja gerade der Abg. Dr. Barth, der bei jeder Gelegenheit dem Bunde zwischen Freisinnigen und Sozialdemokraten das Wort redet und im Wahlkreise Schweinitz-Wittenberg haben die „Genossen" von Anfang an gimeinschaftlich mit de» Liberalen den Wahlkampf für Dr. Barth geführt. Nicht anders war es in dem Wahlkreise GreifSwald-Grimmen zu Gunsten des Abgeord». Gothei» von derselben freisinnige» Vereinigung und jetzt ganz zuletzt haben im Wahlkreise Bayreuth die Mannen des Herrn Eugen Richter bei der Stichwahl ganz augenscheinlich auch zum allergrößten Theile für den Sozialdemokraten gestimmt.
DaS Wahlbündniß ist also eigentlich schon da, schon lange da. Noch ganz kurz vor der Vertagung des Reichstages haben die Herren Eugen Richter und Singer vor aller Oeffentlichkeit einander vorgerechnrt, was sie gegenseitig ihren Parteien an Diensten leiste». Der Sieger bei diesem edlen Wettstreite war ohne Zweifel der Obergenoffr Singer, denn mit Fug und Recht konnte er Herrn Richter eine Verwarnung ertheilen: er möge sich hüten davor, der Sozialdemokratie allzu hart auf die Hühneraugen zu trete«, sonst könnten de» Freisinnigen ihre Wahlkrücken verloren gehen, auf denen sie allein noch in den Reichstag einziehen können.
Herrn Eugen Richter persönlich muß man es freilich zum Ruhme nachsagen, daß er noch immer gegen den Abschluß wirklicher Wahlbündnisse m der Sozialdemokratie Widersprach erhoben ha Herr Tuge» Richter, der Verfasser einer der besten Flugschriften gegen die Sozialdemokratie, die jemals aus der Druckerpreffe hervorgegangen find, bleibt sich darin selbst treu. Er will an dem Grundsätze deS Verhandelns von Fall zu Fa l festhalten; augenscheinlich gereicht diese Taktik auch seiner Partei zum größeren Bortheil. Andere Leute denken anders darüber.
Ei» süddeutsches demokratisches Blatt hat in allem Ernste vorgeschlagen, sür die bevorstehenden Neuwahlen zum Reichstage einen Sesammtbund der Linken zu gründe», also Freifinnige Volks- vartei, Freisinnige Bereinigung, Süddeutsche VolkSpartei und Sozialdemokratie in geschloffener Kolonne aufmarschiren zu lasse» — ein zollfeind- liches Heer gegen die Regierung mit ihrem neuen Zolltarifent würfe und gegen alle Freunde eine« Schutzzolles für unsere heimischen Erzeugnisse. In einigen geistesverwandten Blättern ist der Vorschlag beifällig ausgenommen worden. Aber die Freisinnige Zeitung des Herrn Eugen Richter verhält sich ebenso ablehnend dagegen, wie das sozialdemokratische Centralorgan. .Die Sozialdemokratie will bekanntlich in allen Wahlkreisen zunächst eigne Wahlbewerber auf de« Plan trete» lasse», und Herr Eugen Richter will sich nicht binden. Die Gemeinsamkeit der Interesse« ist ohnehin vorhanden, auch ohne ein ausdrücklich abgeschloffenes Lmkenkartell; das Andere, so denkt Herr Eugen Richter, findet sich von selbst. Und
Berlin, 14. Juli 1902.
* In der heutigen ^««dtagnersatzwatzl im Wahlkreise Mestervnrg-Anterwester- walbkrei« (3. Wiesbaden), welcher bisher durch
1 den Abgeordneten Dr. Lieber vertreten war, 1 wurde der Centr umSka« didat Dr. Dahlem
mit 181 gegen 26 Stimmen, die auf den Landrath Schmidt fielen, zum Mitglied« des Abgeordnetenhauses gewählt; 41 Wahlmänner waren zur Wahl nichr erschienen. Diese Landtagswahl darf wohl als ein günstiges Vorzeichen für die am 28. Juli stattfindende Reichstagsersatzwahl im Lieber schen Wahlkreise aufgrfaßt werden.
4- bayerische* Ministerkrise. Auch norddeutsche Regierungsblätter warnen die bayerische Regierung davor, den Kultusminister von Landman» mit dem Anscheine fallen zu lasse», als werde er den Liberalen geopfert. So veröffentlichen die nichts weniger als katholikenfreundliche« ,Berl. Neuesten Nachrichten' eine Zuschrift aus München, in der unter anderem Folgendes zu lese« ist:
„Es ist schwer zu sagen, ob es sich um eine eigentliche Ministerkrists handelt ... Sie Lösung wird wesentlich erschwert durch de« Umstand, daß die liberale Partei durch ihren Führer, Dr. Caffelmann, bet der Schlußbe« rathung des EchulbedarfstzesetzeS dem Kultusminister ... ein feierlich ausgesprochenes Mißtrauensvotum ertheilte. Ein nicht ganz freiwilliger Rücktritt des Kultusministers würde nun kaum anders gedeutet werde« können, als daß der Minister den Liberale« geopfert wird. Zu der Caffelmann'schen Mißtrauensrede kommt noch ein Artikel in de» »Münchener Neuesten Nachrichten' der den Kultusminister mit einer bisher ungewohnten Schärfe angreist. Auch i« Beamtenkreisen, wo man der Person von Landrnann's keine Thräne nachweinen würde, empfindet matt eine so aufgedrungene Zwangsopferung als bedenkliche Nachgiebigkeit . . ."
Die wohlgemeinte Warnung kommt zu fpätl + Akssiernng, Zolltarif und Hrotz- industrie. Die größte Großindustrie ist vereinigt in dem „Zentralverbande Deutscher Industrieller". Dessen eigentliches Organ ist die .Deutsche Jnd ustriezeitung'. Auch diese hat jetzt ihre Stellung zu den Zolltarifverhandlungen in der Kommission des Reichstages und zu der Haltung der Reichsregierung dazu gewechselt. Sie, die bisher mit der Regierung in Zollsachen durch Dick und Dünn ging, ist nun auch unzufrieden geworden. „Die Regierung — so schreibt sie — sollte diese . . . durchaus unsachlichen Verhandlungen in der Kommission abbrechen und sich ganz und voll den Verhandlungen über den Abschluß eines neuen, sür die späteren Verträge maßgebende« HandelssetlrageS zuwenden". Einen fertigen Handelsvertrag würde der Reichstag „nur als Ganzes annehmen oder abllhnen können". Man ersteht daraus, daß die Geschicke der
eine Reise von einer Stunde durch die chinesische Stadt. Um 5 Uhr fuhr der Prinz, Kapitän M. L. und ich nach den gegenüberliegenden Gärten in meinem Boots. Wir amüfirten uns köstlich mit Feuerwerk, von de.n wir «och einen große» Theil nach dem Essen im Konsulargarten abbrannten. Am nächsten. Morgen Besuch der Sehens würdig k.-ite« der Stadt, um 2 Uhr Frühstück, Nachmittags Parthie in einem kleine» Dampfer nach Linnenkuhl, wo wir uns mit Pistolenschießen amüfirten. Nächsten Morgen Besuch deö Parke« des englischen Konsuls >ei der Flora-Pagode; Mittags 3 Uhr Ab« ahrt nach Honakoug per Dampfer Anoy, wo vir Abends 11 Uhr ankamen. Voilä tont! Nur das muß ich «och hinzufügeu, daß der Prinz ein äußerst liebenswürdiger junger Mann ist, der mit einer einfachen, herzlichen Art und Weiss alle kitte für sich einnimmt, und den auch ich fo tebgewonnen Habs, daß ich bedauere, daß er ge- ellfchaftliche« Regionen angehört, in denen wir roch nie ganz heimisch werden. Er hat mir sine Photographie geschenkt mit Dedikrttion, und eS hat ihm in Kanton so wohl gefallen, daß et mit be« Rabatten noch ein zweites Mal mich besucht hat.
Deutsches Reich.