ettung
[ttBflm i
XNItHW* flf. * rwwirwxuk
29. Jahrgmg.
Iuköa, Samstag, dm 12. Juli 1902.
mH tke Bdlagen
mosttirte Sonntags-Zeitung“, „5uMaer Gescbicbtsblättef" und £otlerie-n$fe.
Matthe.: »to bte Setattton L » »ael 6»aff* *e. 3**n'3.'W«n>*ui *'MB*
k
JE 158.
- Fuldaer
Wiederi enrbeni! Mateü
[| Dreibund, Frankreich und kein Ende.
Dir Eiörtrrirngen über de« Dreibund i» französischen und italienischen Blättern könnten langweilig werden, wenn fie nicht in einem Sinne merkwürdig wären: daß nämlich das Spielen mit dem Stanken ei«eS RachekriegeS gegen Deutschland Frankreich nicht aufhören will.
Herr Delcasss, der französische Minister des Aeußern, hat vor mehreren Woche« in der Pariser Abgeordnetenkammer dir Aevßerung ge- than: der Dreibund habe sei« Wesen gegen früher geändert, er sei jetzt friedlich — woraus nur der eine Schlich gezogen werden kann, daß nach der vorgeläufchten oder aber wirklichen An« sicht des Herrn Delcasss der Dreibund früher nicht friedlich war. Diese Darstellungsweise ist falsch; aber sie kehrt stets von neuem wieder. So jetzt in einer langen Epistel, der der Pariser ,Trmps' aus Rom veröffentlicht. Das Blatt steht in engen Beziehungen zrm französischen Ministerium des Aeußern; nur deswegen ist dieser Umstand bemrrkerswerth. „Vielleicht" — so heißt es da — sei der Dreibund unverändert iw der Form geblieben; sein „Geist" aber habe sich von Grund aus geändert und enchalte kernen kriegerischen Feldzugsplan mehr gegen Frankreich.
Dann aber kommt der Verfasser doch auf die Möglichkeit eines erneuten Krieges zwischen Frankreich und Deutschland zu sprechen und aus die Stellung, die Italien dann einnehmeu müffe. Wenn Frankreich, in seiner Ehre, in seiner Sicherheit durch Deutschland unmittelbar bedroht, für nolhwendig erachten sollte, sich aa der Grenze nicht zuoorkommen zu kiffen, so wäre dies keineswegs ein Angriff, gegen de» Italien Front zu machen hätte. Italien müßte in einem solchen Falle Frankreich gegenüber neutral bleiben. So der angeblich römische Briesschreiber des Pariser ,Tewps“, der kaum auf diesen sehr verfänglichen Grdankrngang sich eingelassen hätte, wen» er nicht eine gewiffe Anregung dazu erhielte durch die unsichere Haltung mehrerer italienischer Zeitungen, darunter auch der römischen .Tribuna', die man bisher immer als ein offiziöses Organ der italienischen Regierung ansah. Namentlich die Italiener sollten fich hüten vor solcher Gedankenspielerei. Sie könnte ihnen einmal ver» hängnißvoll werden.
In wohlthuendem Gegensätze dazu stellt ei» anderes italienisches Regierungsblatt, die Turiner ,Stawpa', de« wahren Thatbestand in folgender Weise fest: Das Wesen des Dreibundes hat fich mit seiner Erneuerung nicht geändert; "Italien wird niemals Kriegspolitik gegen Frankreich heben. Wenn aber Frankreich eine» Rachekrieg gegen Deutschland unternehmen sollte, so wKreJtalien verpflichtet, mit feiner ge- sammle» Land- und Seestreitmacht gegen Frankreich zu marschiren.
............... II
Kirre KHincrfcrHrt. Mu3 dem Reisetagebuche eines verstorbenen Diplomaten. 9 ------ (Nachdruck verböte«.)
17,10« nördl. Breite, 108,8 östl. Länge, 316 Meilen von Hongkong.
Den 12. Rov. 18 . .
Das Werler läßt fich beffrr an; die Sonne scheint hell und klar. Der Wmd bläst zwar noch heftig aus Nordost, aber die Woge» find doch weniger ungestüm. An Stelle der 55 Meilen von gestern habe» wir heute 225 zurückgelegt. Wenn wir morgen, wie der Kommandant prophezeit, gutes Wetter haben, können wir noch vor Mitternacht vor Hongkong eisloufen. Es ist heute der 30. Tag, den ich an Bord der Amazone zubringe; des Guten wirklich zu viel. Mau wird das GchiffSleben gründlich satt, namentlich wenn man bereits vier volle Tage und Nächte mit stür- Mischer See zu kämpfen hat. Ich freue mich, diesem schwankenden hölzernen Hötel recht bald Adieu sagen zu können.
Gestern Abend thrilte mir einer der Chinese« mit, saß er in Weimar eine junge Dame tee» »en gelernt habe, deren Mutter eine Chinesin und deren Vater ein Engländer sei. Mir fiel gleich die reizende Chinestn aus Darmstadt ei», ich fragte weiter und hörte, daß fie ausgezeichnet malt, sich in Weimar bei einer Gräfin aufhält, wunderhübsch, aber stolz sei und Metosa oder so ähnlich heißt. Heute früh zeigte er mir ihre Photographie und bemerkte »aio dabei, daß fie
Berlin, 11. Juli 1902.
♦ Der bayerisch- Llnltnominister von Aanbma«« venrlaudt Wie ein Telegramm aus München mitheilt, ist dem Kultusminister v. Landmann aus Gesundheitsrücksichten bi» auf Weiteres Urlaub bewilligt worden. Di- Führung der Geschäfte wurde dem soeben zum RegierungS - Präsidenten von Ober- bayern ernannten Staatsrath Ritter von Schraut übertragen. — Sollte Dr. von Landmann, so bemerkt die .Germania', dennoch den liberale» Machinationen zum Opfer fallen, so würde das nicht nur ei« treffliches L chl auf die bayerische« Verhältnisse werfe», sonder» auch in nicht allzuferner Zeit für die Regierung recht unangenehme Folge« nach fich ziehen. Eine Regierung, die fich durch die Lärmtrommel einer kleine« Clique so leicht schrecke» läßt, verdient keine Unterstützung.
-j- Mo» der Zolltarifliommisfio« des N-ichslage» ist am letzten Donnerstag in ungewöhnlich langer Sitzung der siebente Abschnitt des Entwurfes erledigt worden. Es wurden dabei noch einige weitere Zollermäßigungen für Kautschukwaaren vorgenommen. Am heutigen Freitag wandte fich die Berathung den Geflechten und Flechtwaaren au« pflanzlichen Stoffen zu, worauf nun wiederum eine kleine Pause von einigen Tagen in den Berathungen eingetreten ist.
-f- StadlvertretuAtze« n«d Zolltarif. DaS preußische Oberverwaltung Sgericht hat soeben eix Erkemttniß ergehen kaffen, in dem rs heißt:
„Eixe Etadtverordweicn-Bersammlung über- schrittet die «efugntffe, wen« fie eine Petition segen de» Zollkarifentwurf auf ^runb der Behauptungen beschließt, daß die Ärbeiterbe- völkerung ihrer Stadt ««ter be^ erhöhte» Lebensmittelpreisen leiden müßten u d die In- dustrie desseloen ohne langfristige H -ndelSver- träge geschädigt werde. Denn diese Behauptungen bedeuten noch keine besondere lokale Beziehungen zu de« Angelegenheiten gerade dieser Gemeinde. Die Stadtverordneten-Ber- sammlunq. . . darf die Petition nur daun Mfiäxdig (S. h. ohne Magistrat) absenden, roenn es fich um ihre eigene» Angelegenheiten handelt."
ES handelt fich um eine Petition der Stadtverordneten van Haynau in Schles., der der Magistrat nicht bügetreten war.
Hc Ate polnischen Dsrfarnmkrruse« werden von der preußischen Staatsregierung bekanntlich mit ganz besonderer Aufmerksamkeit bebadjt. Man möchte es auf jeden Fall dahin bringe«, daß Versammlungen ohne weiteres deswegen aufgelöst werden dürfe«, weil polnisch in ihnen gesprochen wird; aber so oft i« dieser Weise von Polizeibehörden verfahren wurde, ebenso oft haben die Entscheidungen der Gerichte diese Poltzeioersügungen wieder umgestoßen. Sagte man dock sogar, der frühere Ministerialdirektor WW-WSS«»!« Ul «xi
für 5 Ggr. da« Stück i« W verkaufe« lasse. Eß ist unzweifelhaft dieselbe, die bei W.'S zeitweite zu Besuch war.
Es find heute 40 Jahre gerade, daß em kleiner Junge geboren wurde, von dem gewiß Niemand ahnte, daß er seinen Geburtstag einmal aus dem chtnefitchen Meere feiern würde.
♦ * *
De» 13. Dezember 18 . .
Der Kommandant hat natürlich wieder unrecht gehabt. Die Sonne scheint zwar, aber was der Passagier unter schönem Wetter versteht, hat weniger mit der Sonne als mit dem Meere zu thun. Das letztere ist aber weit stürmischer als am Tage zuvor. Bon einer Ankunft vor morgen früh ist gar keine Rede mehr. Wir werde» übrigens sehen, was das heutige Bulletin sagt. Au» de« franzöfischen Dampfer«, wenigstens den Chinafahrer«, besteht tote Einrichtung, daß jeden Mittag das Resultat der Messungen und Feststellu»- gen in einem besonderen Bulletin, das an der AusgaxgStreppe dicht neben der Uhr des Salons befestigt ist, den Paffagieren mitgetheilt wird. Zunächst ist es der Moment des Höchsten Standes der Sonne, d. h. die Mittagszeit, die angegeben und woriard die Ubr gerichtet wird. Je weiter wir «ach Osten fahren, desto früher geht die Sonne auf. Man kann ungefähr für jede« Länge- grad nach Osten 4 Minuten rechne«. Gegen dir Pariser Zeit find wir jetzt ca. 7 Stunden voraus. Ist die Mittagszeit festgestellt, so wird damit dem Gkxtentente« der Winkel, den die Sonne zu der Horizontal«Fläche bildet und damit der
Dr. Kügler im preußische« Kultusministerium, inzwischen verstorben, sei nur deswegen zum Präsidenten des preußischen Oberverwaltung?- gerächtes ernannt worden, weil man unter seiner Präsidentschaft eine andere Rechtsprechung dieses Gerichtshofes erhoffte. Jetzt ist es ebenso gegangen mit einer Versammlung, die am 1. Februar dieses Jahres in Herne abgehalten werden sollte. Der bottige polnische Turnverein hatte die Versammlung etnberuf««; fie wurde von der Polizeibehörde verboten, weil polnisch dabei gesprochen werden sollte. Diese Polizeiverfügung ist nunmehr durch einen Gerichtsbeschluß i« Arnsberg ebenfalls umgestoßen worden, da die deutsche Sprache nicht als die ausschließliche Bersammlungssprache in öffentlichen Versammlungen anzusehen sei. Die Polizeibehörde in Herne ist zur Tragung der «osten und zur Erstattung der Auslagen des klagenden Herner Vereins verurlheilt worden.
* greife für Iarrzerplatteu. Durch die hervorragende Sachkenntniß des Crutrumsabgr- ordneten Müller-Fulda wurden bekanntlich bie Hohe« Gewinne offenbar, welche die Panzerplatten« Fabrikanten aus der Lieferung von Panzerplatten an die deutsche Kriegsmarine erzielen. Durch die in Folge drffrn bewirkte Herabsetzung der Preise für Panzerplatten wird fich, wie Berliner Blätter geschrieben wird, bei de» beiden neu in Bau zu nehmenden Linienschiffen und den Panzerkreuzern schon im »euerr Etatsjahre eine Erspar« niß von 2 400,000 Mk. erzielen lassen. Es ist seiner Zett im Reichstage vom Centrum vorgerechnet worden, waS an Panzerplatte« hätte gespart werden können, wen» die deutsche Regierung nicht höhere Preise hätte zahlen müffe», als fie das Ausland zahlte.
* ASschaffnug der K-richtef-rk-n. Von verschiedenen Sitten regen sich Widersprüche gegen bie fernere Beibehaltung der Gerichtsferien. Der Feldzug dagegen wurde begonnen von den Handelskammern des chemisch -westsälischen Jndustrir- bejirke». Es heben fich ihm angeschlossen die Handel»- und G «erbekammern von Oberbayern, bie Nettesten btr Berliner Kaufmannschaft; und wettere wirthschMltche Körperschaften werden ver- muthlich folge,.'. Die Bewegung hat ihre Ve- rechtigung. Es rst unleugbare Thatssche, daß bte Einrichtung der GerichUferien von schlechten Zahlern benützt wird, um fich der Erfüllung ihrer Verbindlichkeüe« zu entziehen; und gerade in den Kreisen L« mittler« und kleinern Gewerbes hört man Klagen in diesem Sinne äußern. Anderseits sollen natürlich auch die Richter und Gericht«- beamten ihre Ferien haben. Aber die ErholungS- zeiten derselben könnten sicherlich auf einen länger« Zeitraum vertheilt werde«. Eine« vernünftigen Vorschlag machen die Berliner Aelteste«: sollte eine völlige Aushebung der Gerichtrftrien nicht möglich fein, bann sollte der Begriff „Feriensachen" ausgedehnt werde«, wobei zunächst bie Waarenklagen, besonders bei Objekten unter 300 Mark in Betracht kommen folltsn.
X Mußlasd «red der Zucker. Die Wiener .Neue Fr. Presst will wiffen, daß die Staaten btt Brüsseler Zucker-Uebereinkunft alsbald auf das russische Rundschreiben eine Artwort geben würden. Dari» solle Rußland gesagt werde», seine Behauptung sei unzutreffend, daß es keine
Breitegrad festgestellt, aus dem sich dann mit Hilfe des Chronometers eberiso der bezügliche Längegrad auSrechnen läßt. Aus dem selige- stellten Punkts des Schiffes ergibt fich bie Zahl der zurückgrlegttn und damit die der noch zu machenden Meile« bis zum nächsten Hafen. Nach dem soeben angehefteten Bulletin habe« wir 232 Meilen zirrückzelegt, bi finden uns unter dem 20. Grads 32 nördlicher Breite, dem 110. 3 östl. Länge (via Paris) und haben bis Hongkong noch 134 Meile« zurückzulegen. Wenn also nicht alles schief geht, werden wir morgen früh in Hong- konz einlaufen.
* *
*
Canto«, de« 20. Nov. 18 . .
Nun bin ich in meiner neuen Hrlmath Utter den Söhnen des himmlischen Reiches. Ueberaus wohlthuend und beglückend war es mir bei meinem Einzug?, durch liebe Worte und Grüße überrascht zu werden, die aus der alte« Heimath nach dem fernen weiten Oste« vo« meine» Sieben gesandt worden.
Unser Dampfer lief vergangene» Freitag Morgens 6 Uhr in Honkong et». Der letztere Ort ist unstrettia der schönste Hafen, den wir auf der ganze» Routs angelauft«. Bon hohen, stattliche» und Ansehen gebietenben Berge«, — die in den oberen Regionen ihr rothbauneS, kahles Gestein, in der unteren Hälfte dichtes, Münes Grsträuch zeigen — ukd vo» kleinen Issel« eingeschloffen, zieht fich die Stadt, aus einer Anzahl weißer von Veranden umgebenen Häusern gebildet» dem Grün der Berge entlang
Prämienpolttik treibe---Als ob Ruß
land daraus sich etwas mache« würde! Die Berliner Osfiziöse« meine», »ur ängsiliche Ge- müther könnte» dar Entstehen eines Zollkriege- auS ver Zucksrfraqe befürchten. Im Gegensätze dazu sagt aber auch das genannte Wiener Blatt, dessen offiziöse Beziehungen ja allgemein bekannt find: wenn es nicht gelingen sollte, Rußland zur Theilnahme an der Konvention zu bewegen, seien allerdings rusfische Repreffalie» sehr wohl möglich. Die .Köln. Ztg.' will erfahre« haben, eine Antwort «erde nicht so bald erfolge». Darüber schei»en also Beschlüsse überhaupt »och »icht vorzuliegen. DaS aber ist gänzlich verkehrt, wen« man trösten will mit dem Hinweise darauf, daß Rußland jetzt keinen Zucker nach Deutschland auSfÜhre, daß die ganze Zuckerfrage also keinen Einfluß aus übe« könne auf das Verhältmß zwischen Deutschland und Rußland. Die Durchführung der Brüsseler Abmachungen wird ja erst die günstige» Bedingungen für die russische Zucker- einfuhr schaffen, und Rußland würde ihöricht handeln, wenn es »icht nachdrücklichst diese günstige« Bedingungen für fich auszubeuten versuchen sollte.
* Mit der Drage der Lehrervesokduiig soll sich vornehmlich der Preußische Lehrertag beschäftige«, der, zufolge ein« 8 vom Vorstand des Preuß scheu Lehrervereins gefaßte« Bischluffes, zu Weihnächte« 1902 in Magdeburg abgehalte« wird. Da« Verhandlungstdkma soll vorher in Provinzialverbänden und Zweigvereinen durch- berathen werden, damit dem Lehrertag hinreichend Material für seine Abschlüsse unterbreitet werde« kann. Trotz der vor kurzem erfolgten amtlichen Erklärung, daß eine grundlegende Aenderung der Besoldurigsverhältnisse der Volksschallehrer in absehbarer Zeit nicht zu erwarten sei, will die Lehrerschaft doch nicht mit verschränkte« Armen den llngleichhetten in der Ausführung des Besoldungsgesetzes von 1897 gegenüberft-hen.
+ Ser ArSeitsrattz de» Statistische« AkeichsamLe» wird vermuthltch tm künftigen Oktober zu seiner ersten Tagung zusammentrete«. Zunächst sollen Erhebungen über die Lrbettrver- häliniffe im Fleischergewerbe vorgenommen und die Untersuchungen über da« Gewerbe der Binnenschifffahrt fortgesetzt werde«. Die Veröffentlichung regelmäßiger Mittheilungen ist be« schloffen« Sache und soll vom nächsten Jahre ab in einem besondere« Organ erfolgen, da« monatlich erscheinen wird. Namentlich soll darin berichtet werden über bte Lage auf dem Arbeitsmarkte.
X Das Akett-io»»veSem»t«iß der Ikeichs» Vevölkerrmg bildet den Gegenstand einer vom .Reichsanzeiger' veröffentlichten Statistik. Behandelt wird darin der Zeitabschnitt seit 1890, und es geht daraus hervor, daß die Zunahme der Israeliten hinter derjenigen der Bekenner christlicher Religionen zurückgeblieben ist. Die Zahl der Jsraeltterr hat fich «ährend des letzte» Jahrzehstes, also vo» 1890 bis 1900, von 567,884 auf 586.948 vermehrt, d. h. um 3,4 vom Hundert. Die Zahl der Protestanten — Lutherische, Reformirte und Unirte zusammen — betrug i. I. 1890 im ganzen 31,026.810, bei der Volkszählung von 1900 dagegen 35 231,104, hat also um 4,204,294 oder 13,6 vom Hundert zugenomme«. Unter »Katholiken" sind auch die
und theilweise hinauf. Der Hasen wimmelt von chinesische» Dschunke«, deren strohgelbe, außerordrritUch große, fiügelartig sich aus- dehende Segel ihm ein belebtes Bild geben. Daneben liegen eine statt! che Anzchl Dampfer und große europäische Segelschiffe. Sine ganze Flotts solcher kleinen chinesische« Fahrzeuge umschwärmte unfern Dampfer. (Bte waren alle von Mävche« unfc Frauen besetzt, die das Rudern unb Manöveriren besorgte«; bei ihnen befand fich natürlich die ganze Famrlie, kleine Junge« und Mädchen. DaS junge Volk tobte und lärmte, und ehe wir unS versahen, waren an 100 Krrle an Bord, sie glücklicher Weise »ach kurzer Zeit wieder entfernt wurden. Endlich ward der Dampfer leer. Ich ging mit dem Kommandanten spazieren; auch er bewunderte aus's Neue die Schönheit dieser kleine« englischen Besitzung.
Um 9 Uhr kam der Konsul K. in einem kleinen Dampfer, um mich abzuholen. Alle wurden mir vorgestellt. Bis dir Einschiffung vollendet, leisteten wir der Einladung des Kommandanten Folg« und frühstückten mit ihm a» Bord. Um 11 Uhr verabschiedete» wir unS. Dr. D. ging mit; wir fuhren anS Land und ginge» zunächst nach dem dicht am Quai liegenden Hotel (Hongkong-Hotel) wo mir K. bereits ein vorzügliches Zimmer hatte reseroireu lassen. Wir besuchre« alSdan» das Konsulat, vas sehr hübsch eingerichtet und schön gelegen ist. Bon der Veranda der Konsulswohnung hat man eine prachtvolle Aussicht auf den Hafen und feine Umgebung. Nur dir allernächste