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• yefantm.: Mr die Redaktion i. v. Karl Schusser.
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mit den Beilagen
„HTOstrirte Sonntags-Zeitung0, »Juldaer ßescbicbtsblätter" und Cotterle-Cisfe.
Ont und Verlar ter Jaltaer AetleadntirO pekregaSe Nr. e fbarmenlek
Jut-a, Freitag, den 11. Juli 1902.
29. Jahrgang.
O Bedermrche Jrrthümer.
Vor einigen Tagen ist durch ein halbamtliches Petersburger Telegramm die Versendung eines - Rundschreibens der russischen Regierung angezeigt worden. Bas Rundschreiben ist denjenigen Mächten zugesandt worden, die die Brüffeler .Zuckerübrreinkunft unterzeichnet haben, und stellt die Gesichtspunkte fest, von denen Rußland in seinem Verhalten zu den Brüffeler Vereinbarungen sich letten läßt. Man ersteht aus dem Inhalte dieses Rundschreibens, daß Herr Ministerialdirektor von Körner auch mit seiner Beurtheilung der russischen Stellung in der Zuckerfrage im Reichstag« sich ganz gehörig gehet hat — „auch"' ge- irrt, denn dasselbe ist ihm widerfahren bei seinen Ausführungen über Großbritannien und deffen Behandlung deS Kolonialzuckers. Die Protokolle über die Brüffeler Verhandlungen haben darüber ganz klare» Ausweis gegeben: England steht nach wie vor die Möglichkeit zu, seinem Kolortalzucker besondere Vortheile zu gewähren, auch versteckte Ausfuhrprämien; und Herr Grheimerath von Körner hat sich mit der Behauptung des Gegen- theils in einem unbegreiflichen Irrthum befunden.
Für Rußland und sür die Beurtheilung seines Verhaltens handelt es sich in erster Linie, darum, ob es sich gefallen laffen wird, seinen Zucker ander- von den Vertragsstaaten behandelt zu sehen, als diese den Zucker anderer Vertrags- staaten b» handeln; mit anderen Worten: ob es geduldig zuiehr» wird, wenn die Staaten der Brüffeler Konvention gegen die Einfuhr deS russische« sZuckerS durch einen besondern Zoll, einen Differential-Zoll, sich schützen wollen. Von - mehreren Rednern im Reichstage ist darauf aufmerksam gemacht worden, daß Rußland sich da! jedenfalls nicht ohne weitere- gefallen laffen werde. Grheimerath von Körner hat aber ausdrücklich erklärt, daß daS eine falsche Auf- faffung sei. Denn Rußland habe schon ;in den Londoner Protokollen von 1888 das Recht eines -Strafzolls der Kapventionsländer gegen den Zucker solcher Staaten anerkannt, di« nach wie vor Ausfuhrprämien gewähren. Also werde eS sich auch -ohne weitere- einer solchen Maßregel der Brüffeler Vertragsstaate« fügen. Herrn von Körner wurde auS der Mitte deS Haufe- darauf aufmerksam gemacht, daß er sich höchst wahr- scheinlich im Jrrthum befinde; er blieb aber hartnäckig bei seiner Behauptung.
Nun beweist das russische Rundschreiben in ganz unanfechtbarer Weise, daß Ministe- rialdirektor von Körner mit seiner Auffassung der russischen Absichten sich vollkommen auf dem Holzwege befunden hat — mit ihm leider auch diejenigen Mitglieder des Reichstage-, die fich i» ihrer Abstimmung durch ihn beein« Muffen ließen. Rußland erklärt nämlich klipp und klar, daß eS gar nicht daran denkt, sich eine solche abweichende Behandlung seine- Zucker- gefallen zu laffen. Rußland nimmt für fich in sehr entschiedener Weise da- Recht der Ausfuhr.
Gins GHinctfctHrt.
Aus dem Reisetagebuche eines verstorbenen Diplomaten. 8 ------ (Nachdruck verboten.)
Die häßliche Gewohnheit de« Betelnuß' kauen« besteht auch bet den Cochinchinefeu, die fich von ihren Stammverwandten nur durch eine geringere Sorgfalt, die sie auf ihren Zopf verwenden — meist tragen sie da« Haar ungeflochten auf dem Hinterkopf aufgerollt — unter« scheiden. Ich suchte den einzigen Buch- und Schreibmaterialienhändler auf, mich nach Photographien umzusehen, erfuhr jedoch, daß der einzig« Photograph Saigon'« vor längrrrr Zeit verstorben und in Ermangelung eine« Nachfolger« keine Photographien zu haben find. Gasbeleuchtung wie in Singapore gibt es hier nicht. Die Stadt wird mit Petroleum beleuchtet. Nur eine Zeitung, wöchentlich einmal erscheinend, hält die Einwohner au courant deffen, was fich ereignet; nur eine Druckerei befindet sich da. — Der große Fehler, den die Kolonial-Regterung begangen, besteht darin, daß sie um Saigon einen mehr europäischen Anstrich zu geben, den Chinesen ein be- sondere« über ’/< Stunden entfernte« Stadtviertel zum Anbau zugewiesen; dort wohnen ca. 55000 Chinesen. Wären sie, wie in Singapore, in der Hauptstadt selbst, so würden sie mit zu den Stadt- auslagen herangezogen werden; es wäre dann ein Leichte», Gas- und Wasserleitung zu haben, welche di« 20000 Europäer nicht beschaffen können. Dagegen ex sttrt ein Theater da, und wenn der Impresario ein wenig intelligenter zu Werk gegangen.
Vergütung für Zucker in Anspruch als eine Sache, um die man sich cnderwärt- gar nicht zu kümmern habe, bestreitet im übrigen, daß seine Zuckergesetz- gebung thatsächlich eine solche Prämie bedinge und erklärt: eS werde jeden Sttaszoll gegen seine Zuckereinfuhr in die Gebiete der Vertragsstaaten als eine feindselige Handlung, als einen Bruch des MristbegünstigungSrechtes betrachten, wie es ihm durch die Handelsverträge zugestchert ist. Davon gibt die zansche Regierung „schon jetzt Kenntntß, damit vermieden werde, daß die Brüffeler internationale Zucker-Kommis. sto« nicht erst übrrflüsstge Beschlüffe fasse, die nachher nothwendigerweiie zu wenig wünschens- werthen handelspolitischen Verwickelungen führen müßten". Rußland droht also mit Zollkrieg für den Fall, Laß sein Zucker ander- behandelt werde« sollte als der Zucker der Brüffeler Ver- IrogSstaale« — daS ist die Petersburger Antwort auf die Ausführungen des Geheimraths von Körner im deutschen Reichstage!
Bon allgemeinem Jnter?ffe ist noch die besonders hinzugefügte Bemerkung, daß Rußland bereit sei, an neuen internationalen Ver« handlungen über die Abschaffung von Aus« fuhroergülungen sich dann zu betheiligen, wenn diese Verhandlungen von vorn herein auf alle Länder fich erstrecken und nicht auf Zucker olletn fich beschränken, sonder« alle Maaren des Welthandels (Eisen, Maschinen, Gewebe- waaren ufro) umfassen würden, sür die in irgend einem Lande Kartellbildungen vorhanden find. Denn auch solche Kartellbildungen begünstigen die Ausfuhr in ganz besonderer Weise, weil fie unter dem Schutze der bestehenden Zölle den Jnlandsmarkt vollkommen beherrschen. DaS ist eine vortreffliche Kritik der bedauerliche» Thatsache, daß die Regierunge« durchaus sich nicht entschließen können zu Maßregeln gegen die immer üppiger ins Kraut schießenden Riesenkartelle der Industrie!
Herr Geheimrath von Körner aber steht zum uroeiti» Mal als ein Man» da, der fich in sehr bedenklicher Weise auf einem Gebiete geint hat, auf dem er die Verbündete» Regierungen als maßgebende Autorität vor dem Reichstage vertrete« soll. Das ist um so bedenklicher, als derselbe Herr Geheimrath von Körner auch den Jmmediatoortrag beim Kaiser über diese- Gebiet deS Handels und der Zollpolitik hat, bei« spielsweise auch über die Frage der laudwirth» schaftlichen Zölle.
Berlin, 10. Juli 1902.
X Ao« Sanlu, zu« Paulus: Herr Freiherr von Zedlttz-Neukirch, ehedem Präsident der preußischen Seehandlung und noch Führer der freikonservativen Partei im preußischen Abgeordnetenhause, hat auf einmal in über« laschender Weise fein Herz entdeckt. I» einem Zeitungsartikel empfiehlt er mit seiner Name»-«
so hätten wir das zweifellos kostspielig« Vergnügen haben tönnen, unsere an Bord befindliche Opern« gesellschaft gegen 3 Dollar» Entree den Troubadour aufführen zu sehen. —
Di« Abfahrtszeit de« Dampfer« war auf 6* */, Uhr festgesetzt. Den ganzen Nachmittag werden Tausende von Säcken Retsmehl und Kleien ein« geladen. Es finden fich jetzt auch die Paffagiere ein; ca. 100 Chinesen, zum Theil mit Frauen und Kinder, sämmtlich Deckpaflagiere und al« solche natürlich Ihre ganze Hab«, vor Allem di« in einem gepolsterten, au« Stroh geflochtenem Korbe befindliche Theekanne und di« Reis- schüssel mit den zwei Holzstäbcheu mit sich führend. Bekanntlich lautet die Begrüßungsformel der Chinesen: „Haben Sie Ihren Rei« gegeffen?* Rei« und Thee sind da« ganz« Menu de« Chinesen.
Um 7 Uhr fahren wir ab, jedoch schon nach einer Stunde legt da« Schiff mitten im Fluß sich vor Anker. Ob die Fluth oder da« Tageslicht abgewartet werden muß, weiß ich nicht. Die Aussicht auf eine windstille Nacht mit unzähligen Mosquito» ist jedenfalls nicht sehr erfreulich. —
Sie haben mich denn auch wirklich ordentlich erwischt, aber nur im Gesicht. Einer unserer Engländerinnen haben fie freilich ärger mitgrspielt, ich kannte sie kaum wieder, so war fie verflachen.
Um 6 Uhr setzte sich das Schiff wieder in Bewegung. Wir haben bereits wieder da» offene Meer erreicht und steuern direkt ostwärts der cochinchtnefifchen Küste entlang, um un« dann nordöstlich nach Hongkong zu wende».
Das Schiff geht mit vollen Segel» recht anständig rasch vorwärts. Der Kommandant sagte
unterschrist, das Ausnahmegesetz gegen die Jesuit » aufzuheben; und er begründet diesen Vorschlag damit, daß man durch eine solche Maßregel erhebliche Zugeständnisse vom Zentrum erlange» könne. Was für Zugeständnisse Frhr. von Zedlitz fich darunter vorstellt, sagt er nicht. Aber auf jeden Fall beurtheilt er das Centrum gründlich falsch. Das Centrum denkt gar nicht daran, die Aushebung dieses traurigen Ausnahmegesetzes erkaufen zu wolle». Was Recht ist, muß endlich auch in Deutschland Recht werden; sonnenklare Rechte erkauft man nicht, und die Priester vom Orden Jesu würden als Erste mit dem Widerspruche gegen ein solches Handels« geschält auf dem Plane sein. Nichtsdestoweniger ist «s von erheblichem grundsätzlichem Interesse, daß sogar ein Mann mit de» kalturkäwpferische» Neigungen des Freiherr» von Zedlitz das Jesuiten- gesetz endlich auch preisgeben will.
X Die 38r«U»er Erzdiözese soll nach einet «verbürgten Zeitungsmeldung der Gegenstand ver neulichen Unterredung zwischen dem Herrn Kardinal Kopp und dem Reichskanzler Graf«» Bülow gewesen fein. Ein Theil der Breslauer Erzdiözese liegt bekanntlich im österreichischen Gebiete, in Oesterreichisch-Sch^esien und Mähien. Anderseits ragen die Erzdiözesen Olmütz und Prag mit ihren Gebiete« in die Provinz Schlesien herein. In Olmütz gehört die Umgegend von Leobschütz und Kätscher mit diesen Ortschaften selbst, zu Prag die Grafschaft Glatz. Die beiderseitigen Stoatsregierungen möchten da» gern ab« geändert, di« verschiedene» übergreifenden Gebiete gegenseitig aurgetauscht sehe», war an und für sich begreiflich ist. Aber noch weit begreiflicher ist es, daß der Ausführung dieser Wünsche sehr große Schwierigkeiten fich entgegenstellen. Der Fürstbischof von Breslau ist in dieser seiner Eigen- schäft gleichzeitig Mitglied des preußischen und des österreichischen Herrenhaufe« — die Austauschung der Kirchengebiete nach den Staatsgrenzen würde dem Breslauer Kirchenfürsten die Mitgliedschaft des österreichischen Herrenhauses rauben. Außerdem macht die Rente der Herrschaft Johannisberg, di« bekanntlich in Oesterreichisch-Schlesien liegt, einen richt unbeträchtlichen Theil der Einkünfte de« Oberhauptes der Breslauer Erzdiözese ans — kurz und gut, man vermag vorläufig nicht einzusehen, wie dies« Angelegenheit nach den Wünschen d» beiderseitigen Regierungen in anderer Weise al« jetzt geregelt werden sollten.
+ Der Sayerifche K»ltu,mi«ifler von Laudmarm sollte durchaus vom Amte znrück- trete» und Regierungspräsident von Oberbayern werden. Nunmehr ist a» Stelle de- Herrn von Auer zum Regierungspräsidenten Herr von Schraut ernannt, StaatSrath im Kultusministerium.
+ Hie „Kartoffel- und Käring«parti«' i* Adlerrhof bei Berlin hat die erste Straf, lammet des zweiten Berliner Landgerichtes beschäftigt. Die Anklage lautete, wie berichtet, auf die Beschimpfung von Errichtungen der christliche» Kirche. Der Staatsanwalt hat aber diese Anklage nicht aufrecht erhalten, weil nicht nachzuweise» war, daß eS ei» Kreuz fei» sollte, das aus Kartoffel« und Häringe» gebildet war. Die Angeklagte« behaupteten, es habe das vier-
mir, daß wir bi» jetzt 13 Meile« per Stunde zurücklegen und voraussichtl'ch Mittwoch Voimiltag in Hongkong flirr werden. Hoffen »ir, daß er Recht behält! — Ich habe einen Kapitän auf dem Lloyd gekannt, der über nichts sich mehr ärgern konnte, als wenn die Passagiere fragten, wann das Schiff in dem betreffenden Hafen anlangen würde. Wie der Jäger dem, der ihm glückliche Jagd wünscht, am liebsten hinter die Ohren schlägt, so war auch dieser fest überzeugt, daß dann sicher irgend ein Malheur da» Eintreffen mindestens verzögern werde. Seitdem frage ich nie nach der Ankunft de« Schiffe« und bin sehr mißtrauisch und ängstlich, wenn sie vom Kommandanten ohne Befragen al« bestimmt angegeben wird. —
* * *
12« »ördl. Breite, 107,25 östl. Länge, 628 Meilen von Hongkong.
Sex 10. Nov. 18 . .
Statt 312 Meilen, wie wir ä raison de 13 willen per Stunde hätten zurücklege» müssen, haben wir nur 220 gemacht. DaS Wetter ist umgeschlagen und wir habe« konträren Wind. Er er- hob fich bereits gestern Abend; um 1I»8 Uhr wurde der Kurs geänoert, auS der direkt östlichen Richtung nahmen wir nun eine nordöstliche Route. Dieser Wechsel, verbunden mit einem von Stunde zu Stunde an Stärke zunehmenden Orkane, brachte bereits gestern Abend daS Schiff in eine so schaukelnde Bewegung, daß ich vorzog, mich in meine Kajüte zurückzuziehen. Das Unwetter dauerte die ganze Nacht hindurch, daS Schiff krachte in allen Ecken und Enden, stieß und rollte bald von vorn nach hinten und umgekehrt, bald nach der Seit«
suche F der Turner sei« sollen; die Darstellung vesselde» sei nur schlecht gelungen. Die Ange« klagte« gehören, wir ebenfalls berichtet, einem Arveiter-Turnverein an. Die Verhandlung endete mit einer Verurtheilung der meisten Angeklagte« zu Geldstrafen von zwölf bis dreißig Mark wegen Veranstaltung eine« unerlaubten Aufzuges.
X Madche«uymwo fie«. Auch in Köln soll demnächst der Versuch mit einem Mädchen« gymnafium gemacht werden. Der preußisch« Kultusminister hat dem Kölnischen Verein „Mädchen« gymnafium" gestaltet, versuchsweise einen sechsjährigen Lehrgang für Mädchen einzurichten, der zu einem Gymnasium führen soll ober kann. Eben'o, wie die« unlängst in der ,Fuld. Ztg/ au» Schöneberg bei Berlin berichtet wurde, müssen die Mädchen, di« ausgenommen werden sollen, die Reife für die Oberstufe einer höhern Mädchenschule Nachweisen und bei der Aufnahme da« zwölfte Leben!fahr vollendet haben. Di« neue Anstalt soll dem Provinzial-Schulkollegium untergeordnet werden und die Bezeichnung „Gymnastal- klaffen sür Mädchen" führen.
+ Kohwzahlwwg an minderjährige Arbeiter. Die Einrichtung der Lohnzahlungsbücher für minderjährige Arbeiter ist schon mehrfach bekämpft worden. Aus augenscheinlich amtlicher Quelle verlautet nunmehr, daß keine Aussicht vorhanden sei auf baldige Ausmerzung der entsprechenden Bestimmung aus der Gewerbe-Ordnung. Man w'll zunächst überhaupt keine Aenderungen an der Gewerbe-Ordnung vornehmen. Es dürften vielmehr einige Jahre vergehen, bi« man wieder an die Ausarbeitung einer Novelle zur Gewerbe-Ordnung fich heranmachen werde.
* Dresden, 10. Juli 1902. In Gegenwart des Slaat'sministeriumS fand heute Vormittag die feierliche Verabschiedung de« außerordentlichen Landtag« im Sitzungssaal« bet Ersten Kammer statt. Staatsminister v. Metzfch hielt eine Ansprache, in der er zum Schluß für die Beschlüffe de« Landtag« und die bethätigte Gesinnung von Treue zum König den Dank de» Monarchen aussprach. Nach der Verlesung de« Landtags-Abschied« durch Ministerialdirektor Wantig erklärte der Staatsminister v. Metzfch den außerordentlichen Landtag Namen« de« König« für ge- schlossen. Hierauf begaben fich die Mitglieder der Kammer nach dem Schlosse, wo fie vom Köni^ empfangen wurden.
• Akexi»0«d, 10. Juli 1902. Sie ver« wittwete Herzogin von Anhalt-Bernburg ist heute Vormittag »ach längerem Leide» im 91. Lebensjahre gestorben. Sie Verstorbene war die Gemahlin des letzten Herzogs von Anhalt-Bernburg, Alexander Karl. Sie Ebe blieb ÜnderloS. Nachdem am 19. August 1863 erfolgte» Tode des Herzogs wurde daS Bernburger Land mit den Übrigen anhaIrische« LandeSthellen zum Herzogthurn Anhalt vereinigt.
• Kaag, 10. Juli 1902. Set Gemeinde- rath oon Waalwyk, einem nordbrabantische»
auf- und niedergehend. Zeitweise ging eS vorn so tief, daß die Schraube außerhalb des WafferS kam; der dadurch verursachte Lärm und daS Stoße.« weckte eine« jedesmal auf. — Enfin, der Morgen kam heran; daS Meer war jedoch statt ruhiger eher noch bewegter geworden. Trotzdem nahm ich mein Bad, rafirte mich — freilich nicht ohne mich zu schneiden — zog mich an und ging a» Deck. Ich blieb jedoch nur kurze Zeit; ich traute meinem Mage» nicht.
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13° »ördl. «reite, 137.29 östl. Sänge, 576 Meile» von Hongkong.
De» 11. Nov. 18 . .
55 Meile« in 24 Stunden — voilä le resul- tat de notre Navigation.
Sie See noch immer stürmisch und aufgeregt. Sie Wogen fege» über das Vorderdeck und überschütte» die armen Chinesen und chre Habe, daß sie jedrSmal erschreckt davonfliehe», um kaute de mieux doch wieder auf ihren alten Platz zurück« zukehre». Set Mensch gewöhnt sich a» Alle-, warum nicht auch an Souches von salzigem Meer« wasser. Sen Nachmittag habe ich ruhig auf Seck zugebracht. Mit dem Samenbrett suchte ich mit bie Zeit und den Gedanke» an die Seekrankhett zu vertreibe»; die See fängt jetzt, Gott sei Dank, an, etwas ruhiger zu werden, aber das Rolle» deS Schiffes ist doch noch immer stärker, als wir es bis Saigon irgendwo gehabt hatte«. Ei» paar Tage solchen Unwetters, wie wir e- jetzt durchgemacht habe», find wirklich etwas ganz Infames.
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(Fortsetzung folgt.)