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„imistrirte Sonntags-Zeitung", „iuldaer ßeschicbtsblätter" und fofterie-[i$fe.
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M 156
JuLöa, Donnerstag- den 10. Juli 1902.
29. Jahrgang.
« Eine Erinnerung an die Hunnenbriese.
Man erinnert sich «och deutlich an de« Herein« M der Herren „Genossen" und verwandter Geister mit den fgenannten „Hunnenbriefen". Wahre Bestien in Menschengestalt mußten danach die Söhne deutscher Väter sein, die als frei« willige Krieger den Feldzug in China mitmachte«; aber die Freude an wüsten Verdächtigungen des .HeereS war bei der sozialdemokratischen Presse größer, als die Vernunstgründe, die gegen die Wahrheit dieser Verdächtigunge» sprachen. Erst «ach und nach dämmerte auch bei ihr die für alle anderen selbstverständliche Vermuthung auf, daß hier Fälschungen vorliege« müßten, durch die sie sich hatte aufs Glatteis führen lasten.
Die Angelegenheit hat j-tzi noch nachträglich zu einer Gerichtsverhandlung in Berlin geführt, der vermulhlich noch weitere Gerichtsverhandlungen folgen werde«. Es handelt sich dabei -wieder einmal um den ehemaligen Polizeispitzel Normann-Schumann. Dieser Mann muß die Grenzen des Reiches meide«. Seine früheren Thaten machen ihm einen Aufenthalt innerhalb des Deutschen Reiches unmöglich. Da er aber sein Schäfchen aufs Trockene aebracht hatte, konnte er seinen Aufenthalt nach Belieben wählen und zog sich in das schöne Luzern zurück. Dort hat er augenscheinlich eine Fabrik von Hunnenbriefen eröffnet. Die gemeinen Machwerke wanderte« auS dieser Fabrik rach China und von dort wieder zurück »ach Deutschland, wo sie tdann liebevolle Aufnahme fanden in den Spalten der sozialdemokratischen Zeitungen. Die Vermuthung, daß dieser Ehrenmann der Urheber 'Jener Hanne» briefe sei, wurde in dem sozialdemokratischen .Vorwärts' ausgesptoche«, von dem.Berliner Tageblatt' übernommen; und nun verklagte deswegen Herr Normann-Schumann das .Berliner Tageblatt'.
DaS Berliner Schöffengericht I hat aber den verantwortlichen Letter dieses Blattes frei- gesprochen. Ts ist von Jntereffe. die jetzt erschienene Begründung diese« freisprechenden Ur, thetls zu lesen, die ebenfalls von der Annahme auSgeht, daß besagter Normann-Schumann that- sächlich der Fabrikant der sogenannten Hunnen« ! briefe fei.
„Es decken sich hier — so liest man i« dieser Urtheilsbegründung — die Interessen des Angeklagte« (Redakteurs des B. T) und der von ihm vertretenen Zeitung mit den Jntereffen jedes einzelnen Deutschen und der deutschen Nation, und er handelte in Wahrnehmung berechtigter Jntereffen, wenn er den Artikel des Abg. Bebel «(im .Vorwärts'), an dessen Angabe« zu zweifeln er keine« Grund hatte, im »Berliner Tagrbl.' zum Abdruck brachte. In der von ihm selbst hinzu« gefügten Einführung zu dem Bebel'schen Artikel stellt der Angeklagte selbst keine Behauptung auf, sonder« faßt den auf die Hunnenbriesfrage bk« zügltchen Inhalt des Bebelschen Artikels kurz in einigen Einführungsworten zusammen, in denen er . . . sagt, daß der spiritu« rector der Hunnenbrieffabrik kein Geringerer gewesen zu fein scheine als der Privatkläger ... In seinen eigenen Ausführungen könnten nur als formell beleidigend die Worte in Betracht kommen: „als msaasssaBnMnn Kine KHincrfcrHrt.
Aus dem Reisetagebuche eines verstorbenen Diplomaten.
------ (Nachdruck verboten.)
Um 3 Uhr fahren wir zurück und lassen u«S auf der Veranda des Hotel de l'Europe durch einen in Eis gekühlten Bananen-Syrup mit Soda stärke«. Ich überlaste Mad. H. dem Dr. K. und suche daS Konsulat auf. Nachdem wir uns über Alles, was amtlich und außer- amtlich Kollegen intereffirt, unterhalten, läßt L einen große« zweispännigen Landauer kommen, wir bringen damit Mad. H. nach dem Dampfer zurück, während wir nach dem Botanischen Garten fahren. Derselbe bietet unS, nachdem wir den Wamba«Garten gesehen, auf dem Gebiete der Flora fast teile Ueberraschung, doch ist er weit schöner angelegt und umfaßt ein bedeutend größeres Terrain, liegt außerdem auch näher bei der Stadt und inmitten der Billen der Europäer, für die er mit seinen Militärmufik- Konzerten eine große Ressource bildet. Er ent« hält eine kleine Sammlung von Fasanen und Tauben, auch ein paar Casuare und Strauße halten sich in einem umzäunten Raume auf; von einem Tiger, dem gefürchtrtsten Thier« der Um- Ä, war jedoch nichts zu sehe«. Auf dem eg betäubte unsere Ohren das eintönige Gesumme oder Zirpen zahlloser Cicaden. Für den, der nicht daran gewöhnt, ist es zum wahnsinnig werde«.
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der berüchtigte ehemalige Berliner Poli« zeiagent". Durch diese Bezeichnung jedoch kann sich der Privatkläger (a!fo eben Herr Nor- mann-Gchumann) . . . nicht beschwert fühlen. Der Angeklagte hat dem Prioaikläger nur die Bezeichnung beigelegt, die ihm wohl allgemein von Leuten, die von der Vorgeschichte des Privat« klägers erfahren haben, beigelegt wird . . ."
Besagter Normann-Schumann ist ein Mann, von dem einst Staatssekretär Freiherr Marschall von Biiberstein bei seiner bekannten „Flucht in die Oiffentlichkeit" vor Gericht auSsagte, „überall, wo er gewesen, Spuren vo« Verbreche« hinterlasten habe." Hernach hat er fich der Anklage wegen Moj-fiätsbeleidiguxg durch die Flucht entzog?« und wird noch sitzt deswegen steckbriistich verfolgt. Nun hat ihn auch die Schweiz ausgewüse», und er hat der Republick Frankreich die Ehre seiner Anwesenheit zu Tdeil werden lasten. Die sozialdemokratische Preffe aber kann sich etwas Besonderes darauf ein« bilden, daß sie sich zu dem Zwick; der Verun« glimpfang des deutschen Heeres und der Söhne deutscher Väter mit augenscheinlicher Besriedi« anng zu der Ablagerungsstätte deS Normann- Schuwann'fche« Kotes gemacht hat, ohne auch «ar in einem ei zigen Falle vorher zu prüfe«, ob denn die Verleumdungen deutscher Soldaten auch wirklich irgend welche Berechtigung hatten,
Berlin, 9. Juli 1902.
+ Ai- philosophisch- Ilaiinltät in WLnsie» erhält in Professor Adicke« nicht den eisten Dozenten evangelischer Konfesfion, wie in der ,Fuld. Ztg.' infolge einer Unklarheit des Ausdruckes vielleicht gelesen worden ist, sondern vielmehr den ersten evangelischen Professor der Philosophie im engem Sinne. Diese Thal- fache ändert nichts an den im Anschluss« daran angestellten Betrachtungen über Parität in den Lehrkörpern der Uaiverfitäten.
X chr»-u1- A-rschk-ppnrrg. Der Nachfolger für den Dauerredner Stadthage« ist diesem ix verstärkter Auflage erstanden in dem Sexoffex Bändert. Die Sitzung der Zolltarifkommiffion des Reichstage- dauerte am letzten Montag im im ganzen genommen fünf Stunde«, und von diese« fünf Stunde« sprach Herr Bändert drei Stunden dreiunddreißig Minuten. Am DienStag brauchte derselbe H:rr für feine Rede über das Leder nicht weniger alS l1/» Stunde — man steht, das vorübergehend beschleunigte Berathungs- tempo hat sehr schnell wieder nachgeloffen, und es ist jetzt «och schlimmer als vorher mit der Verschleppung geworden. Das freilich muß zugestanden werde«, daß die Sozialdemokraten nicht allein die Schuld daran tragen; aber der Löwenanthetl fällt ihnen doch ohne Zweifel zu, und so hat man ihnen einstweilen freundschaftlich und vertraulich zu verstehe« gegeben, daß man «ach anderen Mitteln zur Beschleunigung der Verhandlungen werde suchen müffen, wenn
Den 4. Nov. 18 . .
Den nächsten Tag verließ ich den Dampfer erst gegen 1 Uhr und ging zu Fuß nach der Stadt. Ich verweilte mit Vorliebe i« de« chine- fische« Vierteln und marschirte durch wiederholtes Jrregehen volle zwei Stunden in der Stadt herum, bis ich zum Konsulat« kam. Ich nahm L. mit zum Diner auf den Dampfer, den wir um 7 Uhr verließen, um noch einen Abend im deutsche« Club, den letzten in Singapore zuzubringe». Wir trafen dort ein halbes Dutzend Deutsch« und Schweizer, mit denen wir uns auf der Kegelbahn ganz vortrefflich unterhielten. Nachdem wir noch ein paar Gläser Champagner geleert, kehrten wir gegen Mitternacht zurück.
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10 45 nördl. Breite, 102,16 östl. Länge, 577 Meile« v. Saigon, de« 5. Nov.18.. Der nächste Morgen fand das Schiff leise auf spiegelglatter See dahinfahrend; rechts und links sahen wir noch Inseln.
DaS Meer leuchtet hellgrün unter der brennen
den Sonne, der Wind hat aufgehört, der Tag wird furchtbar drückend werden.
Von neuen Paffagieren findet fich ein Priester, eine italienische Operngesellschaft, ein Engländer und ein französischer Gelehrter an Bord. Dir Hitze wird unerträglich, der Tag schleicht sich langsam dahin; ich danke Gott, daß die Essenszeit naht, sie ist der Anfang vom Ende deS Tages.
Nach Beendigung de« Befique gehe ich an Deck. Der Himmel hat fich plötzlich mit schwarzen
sie nicht gutwillig diese versteckte ObstraktionS« taktik aufgeben. Sogar die freisinnigen Zsll< tarifgegner fangen an ungeduldig zu werden; dieses Uebermaß von Langsamkeit geht auch ihnen üdsr's Bohnenlied. Wann nunmehr also die erste Lesung des TarisentwurfeS in der Kommission beendet fein werde, ist wieder ebenso ungewiß wie vorher.
4- W«gla«Skich — «Ad doch rvatzrk Vor einem Jahre und länger gestatteten wir uns in der ,Fuld. Ztg/ die scherzhafte Frage an die preußisch« Staateregierung, wann sie damit beginnen würde, ihre Polenriecherei auch auf das Gebiet der höheren Töchterschulen zu erstrecken. Da« scheint jetzt aber in voller Wirklichkeit ein- getreten zu fein. Ein Gnessner polnisches Blatt theilt mit, e« würden gegenwärtig von den Behörden in ®itefm umfassende Erhebungen darüber angestellt, ob die polnischen Töchterschülerinnen in Gnesen nicht etwa im Geheimen gemeinschaftlich polnische Littekatur treiben und polnische Geschichte lernen. Wir fürchten, die spätere Geschichts- schreihung wird sich nicht mit besonderer Ehrfurcht, wohl aber mit einer kräftigen Dosts Spott über die Polenpoliti! der preußischen Staat«, regierung am Enr« des neunzehnten uns am Anfänge des zwanzigsten Jahrhunderts äußern. Welche Citate hat Gmf Bülow in Bereitschaft, um diesen Riessnunfinn zu vertheidigen?
+ Krsf ASLker soll nach einer Verfügung des Berliner Polizei-Präsidenten „auS Verkehrs- und stcherheitrpolirischen Gründen" nicht mehr i« öffentlichen Versammlungen sprechen. Die Verfügung ist mit einem Hin-Mise auf daS allgemeine preußische Landrecht erlaffen. Dazu bemerkt das ,Berl. Tagkbi.' richtig: „Dieses Verbot könne« auch die Gegner der Pückler'schen Bestrebungen nicht anerkennen. DaS Versammlnngsrecht is durch ein besonderes Gesetz geregelt und unterliegt nicht den Bestimmungen des allgemeinen Land- rechtes." — Es handelt sich bekanntlich um de« „Dresch-Grafen", das stärkste KÄiber allen bisher dagewesenen Radau-AntisemitiSmuS.
* preußisch- «*b hessische HisrnSxh«- AiStare 1. Klaffe. Die Eisexbahnfekretär« stellen des hessischen Stellexantheils werden «ach dem Eiatsentwurfe für 1903 um 80 vermehrt, sodaß die hessische« Anwärter, Diätare erster Klaffe, die erst 1897 als Civilsupernumerare eingetreten sind, in kurzer Zeit zur etatSmäßige« Anstellung gelangen. Is schroffem Gegensatz stehen die traurigen AnstellungSausstchten der preußischen Bureandiätare erster Klaffe, die bereits seit 1891 im StaatSeifenbahndienst« thätig find und trotz dieser elfjährigen Wartezeit im Lebensalter von 33—35 Jahre in Folge Mitbewerbs vo« 500 BetriebssekretSren auch ix Zukunft mit ihrer etatsmäßigen Anstellung nicht rechne« könne«, wenn nicht, wie billig, auch der preußische Slellenantheil vermehrt wird.
Hc Pie A-rsHtikStms des L «döesttzes. I» sehr interessanter Weise hat fich Professor Sering in Berlin, eine der ersten Autoritäten auf diesem Gebiete, in diesen Tage» in einem Vortrage über die Agrargesetzgebung des neunzehnten Jahrhunderts Über die Verschuldung des Landbesitzes ausgesprochen. Die Hauptgründe, der Ueberschuldung des ländlichen Grundbesitzes erblickt Prof. Sering in dem allzu häufige« Be- Wolken bedeckt, ein scharfer Wind bläht heftig auS Nord-West. Die Temperatur ist jetzt frisch, fast kalt geworben. Ich gehe in meine Kabine, ernfinde das fest zugeschraubte Fenster als eine Wohl- that und schlafe vortrefflich bis 6 Uhr Morgens.
6° 24 »ördl. Breite, 103,26 östl. Länge, ' 289 Meilenv.Saigon, de« 6. Nov. 18 ..
Die See ist stürmisch. Die Wogen fegen zeitweise über das Deck; es ist mir unmöglich zu lesen, schreiben oder gehen. Ich bringe den Tag auf meinem Rohrsessel zu, gebe jedoch nicht nach: ich verweigere dem Meere seinen Tribut und gehe um 5 Uhr zx Tisch. — Das Essex geht gut vorüber und um 7 Uhr fühle ich mich nieder ganz wohl. Die Opemgesellschast hält Rezitation im Saal; es find einige ganz gute Stimme» darunter. — Die Kabinenfexster sind wieder geöffnet, das Wetter verspricht also eine ruhige Nacht.
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De« 7. Nov. 18 . .
Gegen 9 Uhr sahen wir vor uns im Norden daS Cap E>t. Jaques, den südliche» Vorläufer von Saigon. Wir werden gegen 12 Uhr dort eintreffen. Der Himmel ist klar, da» Meer zeigt wieder feine hell- und dunkelgrüne Flecken.
Wir pafftoen das französische Seemanns - Hospital, ein altes, abgethaxes, chmvtziges Kriegsschiff, das in der Nähe des Laps vor Anker liegt Etwas weiter ein stattliches properes Handelsschiff, das erste
sttzwechsel und in be«n E dgange, der in Folge vvn Kreditgewährung»« steig feste Zixsverpflich- tungrr« bedingt. In schlagender Weise hat dabei der Redner, der seine« Vortrag in der Vereini« gu»g für staatswiffenschastlichr Fortbildung hielt, auf einen großen Unterschied zwischen Industrie und Landwirthschaft hingewiese», an den man bisher im allivmeinen wenig gedacht hat: bei industrielle« Betrieben wird die Schuld durch Bildung von Aktiengesellschaften behoben, indem die Geldgeber gleichzeitig auch mit an dem Risiko theilnehmen. Bei der Land wirth'chaft aberkennt man fast nur die Hypothekenverschulduxg, bei der der Besitzer eines Betriebes die Last der Schul!» ganz allein zu tragen Hai. Bei der Landwirthschaft, die also auch auf diesem Gebiete im Nachtheil ist, muß also mit der größte« Vorsicht vorgegange« werde», wen» die Verschuldung nicht zum Untergänge des Besitzers führe» soll. Der Großgrundbefitz des Ostens ist nach Gering roeit stärker verschuldet, als der bäuerliche Besitz: mit mehr als 60 v. H. des Schätzungswerches; ob ober gerade diese Zahl unanfechtbar ist, muß bezweifelt werde». Jedenfalls leiden wiederum die bäuerlichen Besitzer ix anderer Art desto stärker unter der Ungunst der Verhältnisse. Aber damit hat Prof. Gering jedenfalls den Nagel auf den Kopf getroffen, daß er sagte: der Grund der größer« Verschuldung des Großgrundbesitzes liegt eixestheils in einem sehr starken Äefitzwechsel in Zeiten aufsteigender Konjunktur, anderseits in der unrichtigen Zugrundelegung des Handelswerihes des Besitzes bei der Erbrheilung. Der richtige Gesichtspunkt ist der des Bauernstandes, der an der ungeteilten Vererbung festgehalten hat und dem Erbe« nicht mehr Lasten auferlegt, als er ertragen kann. Diese Erbfiite und die Auffassung d«S Landgutes als Familienbesttz, die fich noch vielfach erhalten hat, find die Gründe dafür, daß sich die Mehrzahl unserer Bauern in geschloffenen Bererbungsgebieten fest auf ihren Höfen erhalten hat.
* Schwere Beschimpfungen Deutschland» hoben fich im exgltschenUnterhaus während der Besprechungen über die auswärtige Politik am Donnerstag mehrere UnterhausmU- g'ieder zu Schulden kommen laffen, ohne daß ein Ordnungsruf seitens des Sprechers erfolgt wäre. Die «Voss. Ztg.' berichtet darüber wie folgt:
Mr. Walto« erklärte, die Zeit fei gekommen zu einem engeren Zusammenschlüsse Englands, Japans und der Bereinigten Staaten. England dürfe sich nicht länger mitreißen laffen von weniger liberalen und weniger freiheitsliebende» Mächten, wie zum Beispiel Deutschland. Wa« habe Deutschland überhaupt in China gethan? ES habe bei dem Entsatz der 0e» sandtschaften nichts geleistet, sondern sei erst nachher auf dem Platz erschienen und habe dann nutzlose und plündernde Expeditionen durch die Provinz Petschili geschickt. Auf diese Weise habe «S Haß und Bitterkeit gegen die Fremden ausgesäet. Man müsse den Chinesen Tientfin unter den günstigsten Bedingungen zur Berfügnug stellen. Mr. Brckert erklärte, daß nach seiner Erfahrung, die er in Ehina gesammelt habe, China England für seinen besten Freund halte. Die Wankelmüthigkeit der englischen Politik sei diese» Eindruck aber schädlich. Die internationalen Truppen müßten sofort auS Tienlfin zurückgezogen werden. Wenn Engländer, Russen uns Franzosen fich zurückzögen» so könnten die Deutschen schon anstandshalber nicht bleiben. Wenn ein voller und wahrer Bericht von den Schandtüaten der deutsche» Truppen in der Provinz Petschlli veröffentlicht wer-
drutsche, das mir auf unserer Reise begegnet. ES wartet wie ein nicht weit davon liegendes englisches Schiff den Eintritt der Fluch ab. Auch wir haben unS vor Anker gelegt, dicht zur Rechten liegt das mehrgedachte Cap, ein hohes Vorgebirg mü Farren ober mit Palmen und niederen oder höherem Gestrüpp ganz grün Überzogen, auf seiner südlichsten Spitze der Lmchtthurm.
Nach I Vestündigem Warten, das unS durch unerträgliche Hitze recht schwer geworden, hak fich daS Schiff wieder in Bewegung gesetzt. Wir fahren in eine» der unzählige» Armadas Mekon ei«. Die Ufer find flach, aber bis ins Wasser mit grüne« Sträuchern, wilden Orangen, Palmen iedeckt. Hier und da zeigen fich einige kleine Fischerhütte«. Der Strom macht unzählige Krümmungen, im Ganzen dauert die Fahrt, ibie mir der Kommandant sagt, 41/» Stunde. Wir haben eine sehr gefährliche Stelle zu pafften, die durch Leuchtfeuer deS Nachts anqedeutet wird. Der Fluß ist hier durch Felsen (Korallen) sehr chmal.
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10° 27 «ördl. Breite, 105,6 östl. Länge. 849 Meile» von Hongkong.
Den 9. Nov. 18 . .
Saigon liegt hinter uns, in vier Tagen werden wir Hongkong, das Endziel meiner teife erreichen. Der Reiz des Neue», der Trieb, InbekannteS zu erforschen, stumpft sich allmählich ab. So dachte ich zuerst, als Saigon vor unS cg. Wer Ceylon und Singapore gesehen, ka«n ersterem wenig Jntwffe abgewinnen. Die