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Jukda, Dienstag, den 8. Juli 1902.

M 154.

29. Jahrgang.

* Italien im Dreibünde.

Die Gerüchte von einer Begegnung des Königs Viktor Emanuel von Italien mit dem Kaiser Franz Joseph von Oesterreich wollen «och immer nicht verstummen. Mag der Stift der Beschwichti» gungShofräthe in Wien und anderwärts «och so eifrig an der Arbeit sein, um durch allerhand Verschleierungen und gekünstelte Pressemeldungen daS Unliebsame der Thatsache zu verwischen, daß der König von Italien zwar dem Zaren und dem deutschen Kaiser seine« Besuch abstattet, dem österreichischen Kaiser aber nicht, so wird ihnen daS nichtsdestoweniger niemals gelingen. Der Einwand ist zutreffend, daß dadurch an dem Charakter und an der Festigkeit des Dreibundes nichts geändert wird; ganz besondere Umstände erschweren ein solches persönliches Zusammen­treffen der beiden Monarchen außerordentlich. Aber nach dem Sinne der Völker beider Länder bleibt doch eine Lücke in den gegenseitigen Be­ziehungen, wenn diese Begegnung nicht statistndet. NeuerdingS find nun mehrfache Gerüchte aufge­taucht von einer Zusammenkunft drS Kaisers Franz Joseph und des Königs Viktor Emanuel an einem neutralen Orte, in Innsbruck oder in Eattaro oder auf hoher See — ob fie einen Kern von Wahrheit enthalten, ist aus der Ferne schwer zu beurtheilr«. Daß die betheiligten poli­tischen Kreise den Wunsch hegen, eine solche Zu­sammenkunft zu Stande zu bringen, kann man ja ohne weiteres annehmen.

Die Italiener sollten nur ihre politische Stellung und ihr Ansehen unter den europäischen Mächten nicht überschätzen. So beklagte fich in diesen Tagen die römische.Tribuna', ein Organ der italienischen Regierung, im Vereine mit manchen anderen italienischen Zeitungen über die Kühle, mit der die Erneuerung des Dreibundes in den deutsche« Blättern besprochen worden ist. Erstens aber verfällt der Deutsche nicht so leicht, wie der Italiener, in flammende Begeisterung, und zweitens war für uns Deutsche die Ver­längerung des Dreibundes eine Thatsache, mit der wir längst schon gerechnet haben. Außerdem aber hat gerade die italienische Preffe manche Schuld daran, daß es so und nicht anders war. Was soll man beispielsweise sagen, wenn ein angesehener Organ jenseits der Alpen, die Turiner »Stampa', ganz fröhlich lächelnd sich folgende Sätze leistet:

AIS wir (Italiener) «och für einen einzigen Vertrag gesucht gewtffenhafte Treue an den Tag legten, waren wir in Europa wenig an­gesehen. Heute, da wir ireimüthig erklären, daß wir Freunde aller derjenigen sein wollen, die unsere Freundschast schätzen, heute können wir stolzen Herzens an demselben Tage Herr« Delcaffö sich seiner Verdienste um die Wieder­herstellung der franko-italientschen Freundschaft rühmen und jenseits des Kanals Minister und Abgeordnete um die Wette ihre herzlichen Ge- finnungen für unser Land betheuern hören. Hoffen wir, daß man jetzt beffer den Weg zu erkennen beginne, der zum Ruhme Italiens führt. . .1

Zum Ruhme Italiens führt der Weg ganz gewiß nicht, de« bie „Stampa" wandel« möchte mit der Vernachlässigung der Dreibund - Treue.

Kine KHincrfaHrt.

AuS dem Reisetagebuche eines verstorbenen Diplomaten.

5 ------ (Nachdruck verboten.)

Nach einer Stunde Aufenthalt traten wir den Rückweg an. Wir wäre« kaum eine halbe Stunde gegangen, als uns int niedere« Gebüsch ein echt tropischer Regen erwischte, der uns ü weniger als zehn Minuten bis auf die Haut durchnäßte. Wir marschirten oder wadeten ruhig weiter und erreichte« auf einem kürzere« Wege bald unseren Wagen. Dem Doktor und auch mir war die Lust nach etwas Sport nun dock wach geworden, und für die entgangenen Affen wollten wir uns wenigstens an einer großen Eidechse schadlos halte«. Die drei ersten ver­folgten wir vergebens. Die Jagd war noch neu, unsere Stöcke zu schwach und unser Angriff zu plump. Die Thiere entwischten uns, die vierte mußte dafür büßen. Wir umstellte« sie, der Doktor, in wissenschaftlichem Eifer voran, eröff- «ete den Angriff, ich verstellte ihr den Weg und nach mehreren mit einem Palmenair wuchtig aus- geführten Hieben gelang es unS, sie zu betäuben, ihr die Füße zu binden und sie auf unseren Wagen zu laden. Sie mißt zwei Meter und befindet sich jetzt an Bord. Wenn fie bii Singapore lebt, soll sie dort sccirt und präparirt werde«. —

Gegen vier Uhr kamen wir in etwas beton» flirtem Anzuge im Hotel an. Wir hatten genug von Galles. Die Aussicht, noch bis 7 Uhr

Italien ist gerade begehrenSwerth als Freund Ür andere Staaten, weil es durch den Dreibund zur Großmacht aufgerückt ist. Je treuer eS am Dreibunde festhält, desto fester, desto einflußreicher wird feine Stellung unter de« europäischen Mächten ein. Würde ihm der mächtige Halt des Drei- müdes fehlen, dann würde eS bald dieselben unliebsamen Erfahrungen machen, wie in der Zeit vor dem Dreibünde: England würde genau ebenso wie Frankreich um die italienischen Kolo- nialbefirebungen im Gebiete deS Mittelmeeres Heinen Pfifferling mehr sich kümmern, sonder« einfach zugreifen, ganz gleichgiltig, ob die Jta- I teuer dadurch fich beraubt ansehen würden, oder nicht. Von der Großmachtstellung, zu der der Dreibund dem Lande Italien verholsen hat, würde bald keine Spur mehr vorhanden sein; »ieser Weg würde weitab führen von dem Ruhme Italiens.

Beffer drückt fich ein römisches Blatt auS, der.Popolo Roman»'. „Vielleicht findet — so schreibt .Popolo Romano' — Dieser ober Jener )ie gebührende Pflege bet Bündnisse einerseits unb bet erneuten ober althergebrachten Freund- schaftSverhältniffe anberseits . . . schwierig . . . Gewiß bebatf es großen Geschickes unb vielen MaßbaltenS; aber man kann bie durch die Er­eignisse geschaffene erfreuliche Lage sehr wohl sichern, wenn man sich nur an ben Wahlspruch hält: Treu den Verbündeten, loyal mit den Freunden."

Würde die italienischen Aevßerungen über be« Dreibund alle auf diesen Ton gestimmt fein, dann würbe auch der entsprechende Widerhall in Deutschland nicht ausbleiben und Italien fich nicht mehr zu beklagen haben über kühle Stim­mung ihm gegenüber im Deutschen Reiche.

Deutsches

Berlin, 7. Julr 1902.

X Der Kni (er unb die Kaiserin treffen, einer bei der Düsseldorfer Autstellungsleil mg ein­getroffenen Mittheilung zufolge, von Wilbelm»- höhe kommend, am 15. August in Düsseldorf zweck« Besichtigung der Ausstellung ein. Von dort tritt das Kaiserpaar die Reise per Schiff rheinaufwärt« an. — Im nächsten Monat wird der Kaiser dem Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin in deffen Residenz einen Besuch abstatten. — Heute Vormittag 10 Uhr hat der Kaiser von Trave­münde au» seine Nordlandsreise angetrete«.

X Karl Scht-thSkter -j-. In Honten am Rhein ist Freitag früh plötzlich verstorben Herr Kaplan Karl Schlathölter, langjähriger Re- daktenr des dortige« ,Bote« für Stadt unb Land'. Alle, die den vom irdischen Leben Abberufenen gekannt haben, werde« mit bet aufrichtigen Trauer um ihn ein herzliches Angedenken verbinden. Wenige Leute, auch in der katholischen Preffe, werben mit so vollkommener Pflichttreue bie Auf­gaben ihres Berufes und mit solcher Liebe zum Berufe erfüllen, wie Kaplan Schlathölter, bet auf bas Effen daselbst zu warten, während an Bord deS Dampfers da» Diner uns um 5 Uhr erwartete, wax entscheidend.

Trotzdem der Dampfer für Ealcutta in­zwischen eingelaufen, trafen wir noch ben größten Theil der nach Indien bestimmten Paffagiere an Bord. Rach Tisch sand ein kleines Corcsrt von Amateur-Gesang, Klavier und Violine statt, in welchem der Löwenantheil an Arbeit unb Ver­dienst wieder dem jungen Jesuiten zufiel. SS war der letzte Abend, den die Geistlichen mit uns zubrachten. Ich unterhielt mich lange mit meinem schwarzen Freunde; er heißt Pater ist aus Westfalen und geht als Profeffor an bas Sacrö-coeur-College nach Catcutta. Ich theilte ihm ganz offen mit, daß ich zum ersten Male den Drang des Bekehrens in mir verspürte, nicht jenen, der der Kirche Mitglieder zu ver­schaffen sucht, sondern ben, der Welt ein brauch­bares, tüchtiges Mitglied wiederzuerobern. „Zu spät/ lächelte mein Freund, „ich habe meine drei Gelübde bereits abgelegt unb darunter bas härteste, bas be« Gehorsams, das Aufgeben beS eigenen Willens." — Es ist schabe, der Man« hätte als Weltmann beffer auf die Mitwelt einwirken können; durch fein gutes Beispiel, seine Rath­schläge unb Belehrungen (von einem Weltlichen gegeben finben sie ja viel eher guten Bobe« [?} würde er viel ersprießlicher gewirkt haben. (? Er wird ein sehr bedeutendes Mitglied deS Ordens werde«, durch seine männliche Schönheit, seine gesellschaftlichen Talente, seine Bildung und fein Wissen mächtig ausgezeichnet. „Unb fie kommt doch!" sagte ich ihm beim Abschieb. „Ich

mit diesen gute« Eigenschafte« außerdem die große« Vorzüge ei«er seltene» Charaktertreue tnd Wahrhaftigkeit seine- ganze« Wesens ver- >a»d. Ist die Stellung, zu der ein Sterblicher >erufe» ist, groß oder klein, vornehm ober be- cheiben: an den Verdiensten deS Einzelnen wird «durch nichts geändert. DaS Verdienst, im engere« Kreise treu und eifrig und mit voller Berufsliebe gewirkt zu habe«, bedeutet vor dem Ewigen ebensoviel, wie die Thätigkeit eines Große« der Erde. R. i. p.

+ Der Deich»tafl*prastde«t Graf von DaTeflr-m soll angeblich „keine Aussicht mehr jaben", in seinem oberschlefische« Wahlkreise wieder gewählt zu werden, „denn" es solle dort ein pol- lischer Gegenkandidat aufgestellt werden. Ersten« klingt cs nicht wahrscheinlich, daß diese« Letztere geschehen werde, wenigsten« nicht mit Erfolg; denn Smmtliche oberschlestschen Polenblätter haben be- lanntlidj eine Übereinstimmende Erklärung ver­öffentlicht, wonach die oberschlesischen Polen nach wie vor zum Centrum halten wollen. Zweiten« aber ist e« doch noch lange nicht gesagt, daß gegen den Grafen Ballestrem ein Pole auch ge­wählt werden müßte, wenn er aufgestellt werden sollte. Und dritten« würde daS eine offene Kriegserklärung der Polen gegen da« Centrum bedeuten, die schwerlich im Ernste zu erwarten ist.

+ Dum WSrzvnrger Ilniversitatsfireite ist zu berichte«, daß 32 oroetttliche Professoren, b. h. drei Viertheile der Gesammtheit der ordent­lichen Profefforen, in einer Adresse an die vom Amte zurückgetretenen Senatsmitglieber diese« ihre Beistimmung ausgedrückt haben. Der andere Theil der Profefforenschaft wird fich mit einer Gegenerklärung an das Staatsministerium wenden. Es scheint fich zu bestätigen, daß Kultusminister von Landmann wegen dieser Angelegenheit kein Sntlaffungsgesuch dem Prinzregente« unterbreitet hat. Nunmehr soll von der Regierung ein Dis­ziplinarverfahren ein geleitet werden, und »war aus zw. c Gründen: erstens wegen einer Beleidigung des Kultusminister-, zweitens wegen der vorzeitigen Veröffentlichung der Profefforen- Erklärung gegn' den Kultusminister.

+ Die DoFtarifkammisstou de« Deich*- tage« hat am heutigen Montag über die Zoll­behandlung der verschiedenen Gespinnste berathen unb die Zollsätze nach dem Vorschläge der Regie­rungsvorlage angenommen. Mehrere sozialdewo- krattsche Abänderungsanträge wurden abgelehnt.

X Dir Auvstchlen de« Zolltarif*. Sonn- tag Nachmittag hat unter dem Vorsitze des Abg. Grafen Spee in Köln eine zahlreich besuchte Versammlung rheinischer Landwirthe stattgefunden, i« der die Aussichten des Zolltarifs sehr wenig hoffnungsreich beurteilt wurde«. I« ähnlichem Sinne äußert fich baS nationalliberale Partei- Organ, bie .National! b. Korrespondenz'. Diese äußert sich darüber unter anderem in folgender Weise: „Jedenfalls muß fich der Eindruck immer mehr befestigen, daß, wenn auch fernerhin so bebatttrt wird wie bisher, Diejenigen recht be­halten, bie von vorn herein gemeint haben, eS werde auS der ganzen Geschichte nichts werde«... Das Eine läßt fich allerdings mit positiver Ge­wißheit Vorhersage«: daß, wenn es nicht beider zweiten Lesung gelingt, im großen und ganzen die Regierungsvorlage zur Annahme zu bringen, fürchte fie nicht," war feine Antwort. Qai vivra Terra!

Um 4 Uhr anderen TageS ging die Amazone in See, die außerordentlich rauh und stürmisch war.

« « ♦

6° 2 nördl. Breite, 98. 47 östl. Länge. 676 Meilen von Singapore. 31. Okt. 18 ..

Die Fahrt von Ceylon bi« hierher bietet nicht« Bemerkenswerthei. Da« Schiff «ar bcständig in heftiger, schaukelnder Bewegung. Ich fürchtete, seekrank zu werden, e« ging aber glücklich vorüber; ich habe bi« jetzt, unberufen, noch jeden Tag mich selbst rastren können. — Fliegende Fische find wieder zahlreich bemerkbar. Einer ist ans da« Schiff gefall n; sie haben einen ganz schwarzen Rücken, sind etwa s/» Fuß lang uno besitzen un- g führ 3m der Körperlänge messende Brustflossen, deren fie fich wie Flügel bedienen unb mit un­glaublicher Schnelligkeit über dem Wasser fich be­wegen.

Wir begegneten heute einem englischen Dampfer, einem Theeschiff, da« einzig« Fahrzeug, da« uns seit Ceylon zu Erficht gekommen. Seit einer Stunde haben wir Land in Sicht. Es find drei im Norden von Sumatra liegende Inseln: Porto-Way,P. Braß und Ronde. Für die Straße von Malakka bat mir der Komman­dant bereits stürmisches Weiter angesagt. B'S jetzt können wir über Hitze nicht klagen; ich trage wollene Kleider.

Wir fahren direkt auf die Insel Way zu; mit dem Glase sieht man bereits das üppige Grün und die mächtigen Bäume. Im fernen

die „Verhandlungen im Plenum ein schnelle^ Ende nehmen werden". Dieser Auffaffung kann man nicht ohne weiteres beipfiichten. Durch lange Debatten kann das Schicksal be« Zolltarifs verzögert, aber boch sicherlich nicht entschieden werden; unb die Regierungsvorlage hat in un­veränderter Form keine Aussicht auf Annahme.

+ Der Aamvrrrger Wanrer-Aurstand st beendet: da« Ergebmß ist eine Niederlage >er Maurer. Fremde Maurer find in großer Anzahl zugezogen, unb die Arbeit wird zu den alten Bedingungen wieder aufgenommen.

4- Professor Detter i* Der« Die Bundesregierung der Schweiz widerspricht den un­günstigen Gerüchten, die übet ihre Haltung zu dem Rücktritte de« Professor» Vetter in Bern vom Lehramte in Umlauf waren. Nach den vorauf­gegangenen Darlegungen der offiziösen Berner Zeitung,Bund' mußte man annehmen, daß die Bundesregierung die Entlassung Vetter'« bestätigen würde, und Professor Vetter selbst hatte da« an­genommen. Aber die bessere Einsicht bricht fich Bahn: die Berner Kanton«regierung hat bereit« einen Beschluß gefaßt, der den Professor Vetter vermuthlich zur Zurückziehung seine« Entlassung«- zesuche» veranlassen wird. Auch die Universität cheint gesonnen zu sein, dem Profeffor da» Ver­bleiben im Lehramte zu ermöglichen. E» würde in der Thal keine Ehre für die Schweiz sein, wenn Profeffor Vetter wegen seiner Nürnberger Rede al» Universitätslehrer in der Schweiz un­möglich geworden sein sollte.

• Dayrertth, 7. Juli 1902. (Amtliches Wohlergebuiß.) Bei der am 3. Juli vorgenom- menen Reichstags - Ersatzwahl — Wahlbezirk 2 Bayreuth — entfiele» von 13,874 abgegebene» giltrgen Stimmen auf Schneidermeister Karl Hügel- Bayreuth (Sozialdemokrat) 5498, auf ben König!. Oekonomieraih August Hagen- Bayreuth (nationalliberal) 3911, Laudwirth Chri­stian Feustel-Langenbruck (Bund der Landwirthe) 3286, Kaufmann unb Stadtverordneten Oskar Günther-Plauen (steif. VolkSp.) 1164 Stimmen. Zwischen den ersten beiden findet Stichwahl statt.

• Dom, 7. Juli 1902. Anläßlich deS Re- gierungsjubiläums des PapsteS wurden am Sonntag im Vatikan 1500 Arme gespeist. Der Speisung wohnten Kardinal Respighi und andere Würdenträger des päpstlichen Stuhle- bei. Um 6 Uhr Nachmittags brachten die ge» fammte» katholischen Vereine Roms dem Papste im Belvedere-Hof des Vatikans eine Huldigung dar. Der hl. Vater nahm die Huldigung von einer eigen» zu diesem Zwecke errichteten reich- geschmückten Tribüne au8 entgegen und verweilte 20 Minuten auf der Tribüne. Schließlich er- theilte der Papst den apostolischen Segen.

• London, 8. Juli 1902. Der amtliche Krankhritsbericht über König Eduard lautet: Der König hatte neun Stunden natürliche» Schlaf. Die Besserung schreitet ununter­brochen fort, die Wunde scheidet ungehindert

Hintergründe hebt fich ein Kegel, dessen Spitze vollständig in den Wolken verborgen ist; er gehört bereit« der nördlichen Spitze Sumatra'« an. In einer Viertelstunde werden wir die Insel er­reicht haben, leider gerade zur Zeit de« Diner«. Sollen wir auf da« Effen verzichten? — Wir stehen mit unfern Gläsern auf der vordersten Spitz« be« Vorderdeck« und schauen nach dem reizenden Eiland. Wir (affen auch da« zweite Läuten unbemerkt, doch der Magen macht schließ­lich feine Rechte geltend, so ziehen wir ab, um nach einer Stunde unfern Beobachtungsplatz wieder einzunehmen.

Wir passiren das letzt« Ende der Insel; dicht­bewachsene Hügel fallen in leicht geneigter Eben« in da» Meer ab, der Strand ist bis an dasselbe dicht mit Bäumen bedeckt, unter welchen sich die schlanke Betelnußpalme sowie der mächtige Brod- fruchtbaum mit dem Glase erkennen leffen. Von thierischem oder sonstigem Leben keine Spur, nicht einmal ein Vogel ist sichtbar. Im Hintergründe tritt die Küste von Sumatra hervor; auf mehreren ihrer Hügel brennen große Feuer, die weithin in da» Meer leuchten. Ob «» zufällige Feuersbrünste, oder ob fie zum Zwecke der Kultur de« betreffenden Terrain« angelegt, weiß ich nicht.

Da« Meer ist jetzt ganz ruhig; der Dampfer durchschneidet die Wellen, al« führe er auf einem kleine» Binnensee. Zu unserer Linken kommt un» ein großer Dampfer, Viermaster entgegen; zur Unterscheidung der Flagge ist es zu dunkel. Zu unfern Füßen, im Innern be» Schiffes spielt ein Matrose eine Ziehharmonika, ein anderer begleitet den Takt mit zwei aneinandergeschtagenen Schlüsseln;