Grs-beirtt «glich, M.Burnahmrdcr Aoün-^nd Feier- eoflt. Viertel jährl.
Skjugsprel» stzneBrinfterlodn und Bestellgeld in Kulba und au8< ;w6rt41SDL50$fA
FmdaerMZeitung
Inferdkk: Dl-, einfpahige Petit» jette oder bereit RaumISPfg.,Rr- flamen die Petit« zeile 2H Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
Seranlwerlllldt 5ür »ie Ledaktien J»L 8»am, i (ür Jnieralt J. parjrlUr In Fulda.
Mit den Beilagen
„lllustrirte Sonntags-Zeitung", Juldaer ßescbicbtsblätter“ und rotlerie-£iste.
vriak und Verlar der Fuldaer tletlendruler» Peureonfl« ltr. i (tiarinonte).
M 152
: i
W Die Gruppirung der Mächte.
ES war zu erwarte«, daß die französische ' Regierpng andere Ansichten über die Erneuerung : des Dreibundes hege» und auch äußern würde, alS sie in einem großen Theile der französischen Rettungen laut wurden. Augenscheinlich hat sie das unmittelbare BedÜrfniß empfunden, sich da- rübrr z« äußer«; denn Minister Delcafss hat am letzten Donnersias auf die einfache Anfrage des Abgeordnete» CH ast en et über die Br Ziehungen zwischen Frankreich und I.alten mit einer langen und offenbar wohleinstudtrten Rede geantwortet. ■ Dir Anfrage des Abgeordneten war dem Minister sichtlich nicht nur sehr willkommen, sondern auch nicht unerwartet.
Thatsächlich hat aber Herr Delcasso nichts gesagt, was wir nicht schon wüßten oder doch als Thatsache angenommen hätten: Die Erneuerungen des Dreibundes hat aus die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien keinen störend n Einfluß ausg-übt — sas hat tie französische Regierung durch bestimmte Auseinandersetzungen mit Italien frstgesE. Die italienische Regierung bat sogar selbst dafür gesorgt, die nöthigen Aufklärungen über d-e Lags h rbeizu- führen. Außerdem kommt jetzt der Welt noch eine andere Erleuchtung: Die Annäherung zwischen Italien und Frarkceich nach der vor- raufgegaagenen scharfen Entfremdung ist durch das Emgreiftn Rußlands in die Wege geleitet worden, wie man längst vermuthete. ' Die Er. klärungen des französischen Ministers des Aus- wärtiaen. machen diese Vrtmuthung nunmehr zur Gewißheit. Dabei hat wohl die Königin von Italien eine bedeutsame Rolle gespielt. Königin Elena ist eine Tochter deS kstcdergefezneten Fürsterpaares von Montenegro. Der Fürst Nikita von den schwarzen Bergen aber ist be- kanntlich der „einzige wahre Freund des Zaren- — und als solcher wird es ihm ein Vergnügen gewesen sein, hier die Mitteiperson für die russische Politik abzugeben. Daß intime Beziehungen zwischen Rom und Petersburg enge« bahnt sind, geht deutlich schon aus dem Besuche des Königs von Italien in Petersburg hervor. Daß der Dreibund nur einen definitiven Charakter hat, einen Zusammenschluß der Bundesmächte zur Abwehr von etwa möglichen Angriffen be, deutet, braucht Herr Delcaffö uns Deutschen nicht mehr zu sagen; dieses Bewußtsein ist uns tv Fleisch und Blut übergegangen. Aber es ist doch etwas wrrth, daß diese Thatsache auch do* * dem Leiter der französischen AuSlandpolitik in öffentlicher Parlamentssitzung ausdrücklich festgestrllt worden ist.
Eine andere inteieffante Mittheilung hat die .Münchener Allgcm. Ztg.' gebracht, von der man durchaus annehmen kann, daß sie zutreffend sei. Danach hat Italien den Versuch gemacht, die Erneuerung deS Dreibund. Vertrages in Abhängig' leit von der bestimmte« Zusicherung der Erneuerung der Handelsverträge zu bringen. Von Ber-
Kine KHinafaHrt.
AuS dem Reisetagebuche eines verstorbenen Diplomaten, 8 ------ (Nachdruck verboten.)
Den 21. Oktober 18 . .
Der heftige conträre Wind hält an; das Schiff geht heg kalb nur langsam vorwärts, durch, schnittlich 11 Meilen per Stunde. Keine Abwechselung mehr, auch nicht in den Menus. Es i't Zeit, daß wir in Ceylon einmal am Lande effen; die Schiffekost wird einem überdrüssig. Vermuthlich treffen wir nächsten Sonntag in Point de Galles ein. Am Schiff wird zwar gewaschen, doch nicht gebügelt, und auch das erstere, von einem schwarzen Matrosen besorgt ist schlecht genug. Zum Glück habe ich Wäsche genug bei mir.
Die Temperatur im indischen Ocean ist eine sehr gemäßigte; Morgens und Abends sind Sommerkleider zu leicht und doch befinden wir uns unter dem 11. Grad nördlicher Breite.
* • *
8° 68 nördl. Breite, 65,53 östl. Länge, 23. Okt.
Das Wetter ist anhaltend stürmisch, ich bin nicht seekrank, aber die beständig schaukelnde Be- wegung stört einem selbst im Schreiben. — Die einzige Abwechselung des gestr gen Tages war eine Schaar Delphine, die zu 20-30 in einer Reihe dem Schiff eine Zeit lang felgten. — Heute früh ein echt tropischer Regen, der bis Mittag .anhielt, — eine recht angenehme Abwechslung
Irrl'öa, Samstag, den 5. Juli 1902.
29. Jahrgang.
lin und von Wien aber wurde den Jtalienem bataelegi, daß das Verlangen unerfüllbar sei, und so fanden sich die Italiener auch in diele Sachlage hinein. Herr Prinettt, der italienische Minister des Auswärtigen, ist vollkommen dem Drange der Nothwendigkrit gefolgt und hat seine ehedem dreibundfeindliche Gefinnung von Grund auS abgelegt
Genau gleichzeitig mit den Auseinandersetzungen in der Pariser Abgeordnetenkammer ist dieselbe Angelegenheit auch im britischen Unterhause besprochen worden. Dort hat Marquis Cranborne, der Sohn de» englischen Mintster- präfidenten und Unterstaatssekretär des Aus- wärtiaSn, in ebenso ausführlicher Weise wie Delc ffe Anlwm t geg> b n auf einige Anfragen der Abgeordneten Dilke und Bryce. Danach kann von einer Verstimmung zwischen England und Italien infolg? der s-eundichastltchen Annäherung zwischen Italien und Frankreich nicht die Rede sein. „Et h^i — sagte Lord Cranborne — von Zeit zu Zeit Angelegenheiten gegeben, die Anlaß zu einer leichten Verstimmung in Italien waren; diese ist jedoch vorübergegangen" — und Canborne versicherte, England „habe Sympathie für Italien und für die italienischen Jntereffen in der Trtpolis- Frcge, wie auch in jeder andern Angelegenheit". Da Lo-d Cianborne sich auch in befriedig! »der Weise ausspcechen konnte über das Verhältniß zu Rllßiand und Deutschland in ostasiatischen An- pelegenheilen und seh: bestimmt versicherte, daß England auch nach dem Abschlüsse des V rtrageS mit Japan ganz fest auf die E Haltung des chinesischen Reiches in seinem gegenwärtigen Umfangs bestehe, gestalten sich seine Ausführungen im herein mit der Rede der französischen Minister« Delcaffö zu einer sehr angenehmen Darlegung über die sichere politische Gesammtlage und die festen Friedens- lürgschaft n, auf denen dieselbe aufgebaut ist.
N rn in eie.em einzigen Punkte bedarf die Rede Delcaffe's einer Berichtigung oder doch befondern Erläuterung: danach soll der Dreibund wohl bestimmt jetzt — aber nicht früher I — jeglichen k sigeusch.n Charakter entbehren. Thatsache ist, daß der Dreibund von allem Anfänge an friedliche Absichten hatte und niemals daran dachte, seine Stärke zu mißbrauchen zu kriegerischer Bedrohung anderer Mächte. In diesem Sinne bezeichnete Reichskanzler Graf Bülow den Dreibund als eine gegenseitige Versicherung der Vertragsmächte.
Berlin, 4. Juli 1902.
+ Der ILefsch des Kaisers itt Soserr bildet fortgesetzt den Gegenstand von Auseinandersetzungen in der Preffe. Rach den letzten Meldungen aus Pofe« ist für die Zeit des Aufenthaltes des Kaiser» in Posen ein Prunkmahl in Aussicht genommen, zu dem auch dis polnischen Nolabtiitäten etngeladcn werden sollen, namentlich solche, die eine Stellung in provinzialen oder kommunalen
in der Monotonie des indischen CctanS. Hoffentlich erleben wir auch noch ein tropisches Gewitter, ehe wir nach Hongkong kommen.
» ♦ ♦
Den 24. Okt. 18 . .
Gegen Mittag passtrten wir die Jrsel Minikai. Sie liegt unter dem 8017 nördl. Breite und 70° 58 östl. Länge und gehört zu der Gruppe der Malediven. Die Insel ragt kaum mehr als 6 Fuß Über dem Meeresspiegel hervor, hat keinerlei Brrge oder Hügel, ist da. gegen vollständig mit Bäumen und Gebüschen, meist Cocosnußpalmen bedeckt und gleicht einem üppigen grünen Teppich, besten Anblick, nachdem wir 4 Tage jeglich-n Landes entbehrt, uns einen wirklichen Genuß bereitete. Sie gehört zur Herrschaft eines Eingeborenen-Häuptlings, der sich der König der 1000 Jrseln nennt. Die Ein- geborenen unterhalten einen lebhaften Handel in CocoSnüffen mit Ceylon.
Was uns Abends immer von neuem entzückt, ist das prachtvolle Meeresleuchten. Wenn das Schiff, wir es unzählige Male geschieht, Strecken durchzieht, in welchen diese phosphorrscirenden Quallen häufig sind, ist der Anblick wirklich bezaubernd, auf die Dauer blendend. —
Mit dem jungen deutschen Jesuiten habe ich wiederholt längere Unterredungen über religiöse und nichtreligiöse Gegenstände gehabt. Ec ist ein außerordentlich aufgeweckter, talentvoller und sehr sympathischer Mensch, den ich sehr liebgewonnen habe. Zum ersten Male in meinem Leben habe ich wirkt-ch den Eifer oder das Fieber deS Bekehrens kennen gelernt. Ich weiß nicht, was ich
Vertretungen einnehmen, fimmt und sonders diese Einladung ablehnen, auch diejenigen nicht ausgenommen, die in persönlichen Beziehungen zum kaiserlichen Hose stehen, und zwar mit einem ausdrücklichen Hinweise auf die Rede des Kaisers bet den Festen in Marienburg.
* Das IkrichstagsprSstdiar-evanhe ist im Außen- uno Jnnenbau vollständig biS auf die architektonilche Schmuckausführung fertig gestellt. Die Außenfcyrde erhält jetzt architektonischen Schmuck durch Figuren, Wappen, Embleme, die aus den Sandsteirqaadern, dir schon längere Zeit eirgemauert find, geschaffen werden. Im Innern ist der Rohbau ebenfalls beendet, es find noch Tapeten und Dielen anzubringen. Nach der Spree zu erhält der Bau eine größere Schmuckanlage. Verbunden mit der Wohnung für den P äsidentkn ist noch ein Anbau für die Wohnung des Direktors des Reichstags, der jetzt provisorisch im ReichLtagszrbäuds wohnt, u->ü ein größerer Festsaal. Die hinter dem Gebäude liegende Maschinenanlage für den Reichstag und das Präsidialgkbäude, die für Heizung und Beleuchtung sorgt, ist schon seit längerer Zeit im Betrüb. Sre ist mit dem Reichstagsgebäude durch eines umcrirdischrn Tunnel unter der Sommerstraße verbunden. Das Präsidialgebäude wird mit Beginn der neuen Legislaturperiode bezogen werden.
X Direkte Lnudkagswahle«. Kürzlich schien es so, als würde die Einführung des direkten Wahlrechtes für die Wahlen zur zweiten hessische« Kammer auf unüberwindliche Schwierigkeiten Hoßen. Nun ist aber auch für das Groß- herzogthum Hessen das direkte Wahlsystem zur Thatsache geworden: Mit 38 gegen nur 2 Stimm:n ist der vierte Artikel der Wahlvorlage angenommen worden, der die Eiusübrung der allgemeinen, direkten und geheimen Landtagswahlen für das Großherzozthum Heffen anordnet. Bei der Schlußrbstimmung wurde das ganze Kes-tz mit 32 gegen 4 Stimmen angenommen; aber das bestehende Wahlgesetz soll noch bis zum Abläufe des Jahres 1907 gelten. Es konnte nämlich keine Einigung erzielt werden über die künftige Zusammensetzung der zweiten Kammer, so daß darüber noch nachträgliche Verhandlungen nothwendig sind. Daß in Bayern die Kammer der Reichsräche der Einführung der direkten Landtags wähl ohne Zögern und ohne längere Debatten zugestimmt hat, ist ja bekannt. Die süddeutschen Bundesstaaten find es also wieder eit mal. die im Reiche bei der Einführung zeitgemäßer Reformen in der Berfaffung der Staaten vorangehen. In Preußen und in Sachsen denkt noch niemand an dieselbe Ver- faffungSänderung, obwohl ja schon der erste Reichskanzler das preußische Landtagswahlrecht als „das elendeste aller Wahlsysteme" brandmarkte.
4; Der Wahlkreis Aayrealh wird vermuthlich auch in der Zukunft nationalliberal im Reichstage vertreten fein. Die am Donnerstag stattgehabte Ersatzwahl für den verstorbenen Abgeordneten Friedel hat, wie schon telegraphisch gemeldet, die Nothwendigkrit einer Stichwahl zwischen dem natiozaQtbetalen Wahlbewerber
darum gäbe, wenn ich diesen jungen Mann der Kirche abspenstig machen und der Wett zurückgeben könnte! — Jeden Abend unterhält er uns mit seinem vorzüglichen Klaoierspiel.
* *
*
59 42 nördl. Breite, 81,46 östl. Länge, 1268 Meilen v. Singaporr, 29. Okt.
Die letzte Nacht vor unserer Ankunft in Ceylon (wir kamen am 26., Sonntags an) haben wir noch einen Sturm mitgemacht. Nachdem Effen kam das Schiff in solch' rollende, schaukelnde Bewegung, daß man auf Deck in seinen Stühlen und Gesseln umgeworfen wurde und dann regelmäßig bis an das Brüstungsgeländer rollte. Die daraus sich entwickelnden Scenen waren mitunter zum Todilachen. Weit unangenehmer war die Nothwendigkeit, alle Kabinenfenffrr geschloffen zu halten. Der Ausschluß der frischen Seebrise ist in den Aequatorialgegenden sehr empfindlich. Ich blieb bis 11 Uhr an Deck, und nachdem ich mich in meinem Bette eine Stunde lang von rechts nach links geworfen, schlief ich ein und erwachte erst gegen 6 Uhr Morgens.
Wir befanden uns bereits in Sicht von Point de Galle. Der Anblick der Stadt und ihrer Umgebung ist bezaubernd. Zur Rechten der Einfahrt hohe, felstze Hügel, ganz mit Cocospalmen bedeckt, die in der Mitte ein hoher Leuchtthurm überragt, während an der anderen Hälfte und am Meeresrande das üppige Grün durch einzelne Villen, Strohhütten und Blockhäuser unterbrochen wird. Zur Linken die Stadt, im Hintergründe von üppigen, hohen Fruchtbäumen überragt, gegen das Meer hin mit
Boz aloemokcaten Hagel ergeben» und da außerdem auch für einen Vertreter deS Bundes der Lanowirthe (Frustet) und für einen Freifinnigen (Günther) zusammen mehr als zweitausend Stimmen abgegeben wurden, werden sich in der Erich wähl vornuSfichtlich alle bürgerlichen Stimmen auf de« Nationalliberalen vereinigen. Der Wahlkreis Bayreuth ist fast immer national» liberal im Reichstage vertreten gewesen; aber mit der fortschreitenden Zeit ist es den National, liberalen immer schwerer geworden, ihren Besitz zu behaupten. Die Freisinnigen mußten die Hauptmaffe ihrer Wählerscharen allgemach an die Sozialdemokratie abtreten — dieselbe Er- scheiimng, wie man sie ja in vielen anderen Wahl- kreisen auch beobachtet.
X Die AoKtarif-Kommisfis« des Ileichs- tages hat während der letzten Tage einen An» lauf zu schnellerem Arbeiten genommen. Persönliche innd sachliche Umstände haben diese wohl- lhätige Lenderung veranlaßt. Dazu gehören btt Wechsel im Vorsitz: an die Stelle des abwesenden konservativen Abg. Rettich war der national« liberale Abg. Dr. Paasche getreten, unter dessen Leitung die Verhandlungen schneller vom Flecke kamen. Seit Donnerstag hat Abg. Rettich den Vorsitz wieder übernommen. Dazu gehört ferner die Ersetzung einiger Dauer-Redner durch andere Herren, die keine Freude an dieser Art der versteckten Obstruktion haben. Namentlich gehört dazu der sozialdemokratische Abgeordnete Stadthagen, dessen endlose Reden bisher der Schrecken der Kommission waren. Seine Partei-Genoffen, die jetzt in der Kommission fitzen, arbeiten ganz eifrig an den Zoll-Verhandlungen mit, seit es sich um Industrie-Zölle handelt. Sie haben auf einmal ganz vergessen, daß die Sozialdemokratie sonst immer vollkommene Zollfreiheit und vollendeten Freihandel befürwortet. Die Herren wissen in Wirklichkeit ganz gut, daß es ohne Schutzzölle nun einmal nicht geht. Unsere Industrie würde ganz einfach zum allergrößten Theile elend zusammenbrechen, wenn auf einmal die Schutzzölle für ihre Erzeugnisse beseitigt würden, und das wiederum würde den allerverderbllchken Einfluß auf die Erwerbs- und Lohn - Verhältnisse der Arbeiter habe«. Ohne Schutzzölle keine günstige Ent- faltur.g der Industrie — ohne günstige Entfaltung der Industrie keine günstigen Lebensbedingungen für ihre Arbeiter. Diese Schlußfolgerung ist unerbittlich. Vor dem Zwange derselben bricht die extreme Freihandelswuth der Sozialdemokratie ix nichts zusammen, wie alle die hohlen Lehren derselben, wenn es darauf an- kommt, sie in die Thatsache umzusetzen. Uebrlgens lassen jetzt auch die Freifinnigen mehr Neigung als vorher zur positiven und sördernder Mitarbeit erkennen. Wenn die Verhandlungen in dem raschen Tempo, das sie neuerdings angenommen haben, weiter gehen, dann würde es doch möglich sein, die erste Lesung der Zolltarif- Vorlage bis zum Anfänge des Monats August zu beenden — aber auch eben nur unter dieser Voraussetzung. Nach der ersten Lesung soll eine Pause von nur vierzehn «Tagen gemacht werden, nicht vier Wochen, wie anderwärts berichtet wurde: und dann w>ll die Kommission sofort die zweite Lesung in Angriff nehmen. Bisher sind
FestungSwällen, Forts und Thürmen abgeschlossen. Auf einem hohen Hüpel liegt die katholische Kirche, von Weitem sichtbar durch ihre zwei weißen Thürme, auf einem anderen Hügel die englische Missionsanstalt, dicht am Ufer ein großes stattliches Gebäude, ringsum von großen Veranden umgeben: die Kaserne der englischen Soldaten. Vor uns große, im Meer stehende Felsblöcke, an welchen sich, ebenso wie an dem anderen seifigen Ufer, die Brandung mit lautem Getöse und hoch in die Lust spritzenden weißen Wellen bricht. Der Hasen ist wenig geschützt, das Schiff selbst vor Anker ziemlich bedeutenden Schwankungen ausgesetzt.
Vom Hafen noch ziemlich entfernt naht das P i l o t e n b o o t. ein langes, kaum ein Fuß breites und etwa drei Fuß tief-’S Fahrzeug, an dessen Längenselten, vielleicht 5 Fuß davon entfernt, ein fchwerer Holzstawm schwimmt, der mit dem Boote durch zwei halbkreisförmig gebogene Holzstücke befestigt ist. Der Stamm verhindert das Umwerfen. — Es find die drolligsten Fahrzeuge, die man sehen kann, und dabei doch die sichersten. Sie sind zuerst von de« Polynesiern angefertigt worden, die sehr große Reisen mit denselben unternommen haben. Bei starkem Winde und mit einem großen Segel fahren diese Boote mit unglaublicher Geschwindigkeit, jedoch muß zur Verstärkung des Gegengewichtes ein TheÜ der Mannschaft nach der Seite des Balkens hinüber wandern, zu welchem Zwecke häufig die den Balken befestigenden Holzbogen mit Brettern verbunden, oft sogar auch mit einer eigenen Hütte überbaut werden. Größere Fahrzeuge haben natürlich einen breiteren Schiffsraum,
Die Polen wollen aber Hagen und dem