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uldaerWZritung

29. Jahrgang.

Iut'öa, Donnerstag- den 3. Juli 1902.

HZ 150.

Deutsches Reich.

Ä»

oras und vkklar bei StMatr ANImdruckera 0<t<r»aai|e Ul. * (barmonld.

die dalmatischen Usern mit ihren kahlen, in« Meer thetlweise schroff abfallenden Gebirgszügen, hie und da einige Städle mit ganz egyptischem Aursehen, bi« die jonischen Inseln - zwischen denen der Dampfer, bald recht«, bald link« fie nahe berührend, durchfährt — dem Auge wieder «inen lieblicheren Anblick gewähren.

Um drei Uhr Nachmitlag« liefen wir in Corfu ein, um eine Spazierfahrt auf der Insel zu machen. Da« Wetter war klar, die Luft rein und durchffchtig wie in Egypten und die üppige tropische Vegetation entzückend. Von dem höchsten und schönsten Punkt« genoffen wir eine wirklich bezaubernde Aussicht. Tief unten die klare, ruhige See, nach drei Seiten hin von grünen Bergen umgeben, welche im Scheine der untergehenden Sonne mit einem violetten Duft überzogen waren; — nahe zu unfern Füßen zwei kleine Inseln, aus denen zwischen Blumen, Bäumen und Gesträuchern nur ein paar weiße Gebäude aufragten: der Sitz zweier Klöster. Entzückende pied ä terre, um sich — bien entendu ohne Orventregeln — von der Welt zurück zu ziehen. Ist e«, um die dort Em« geschloffenen für da«, wa» sie aufgeben, zu ent­schädigen, oder wird die herrliche Natur ihre Ge­fangenschaft um so härter machen? — Ich weiß es nicht. Aber stets finden sich die Klöster an den reizendsten Plätzen: Zeichen de« vergangenen Reichthum« und der Größe der katholischen Kirche!

Wir besuchten noch den Palazzo dol garomatore, ein wunderschön gelegene« Schloß mit prachtvollem Park, vormals der Auienthalt der Kaiserin von Oesterreich, die von dort oftmals zu jenen Klöstern hinüberfuhr. —

Da« reizende Bouquet, da« wir von Corfu mttbrachteu, begleitete uns nach Alexandrien.

Jahre 18 .., da ich meinen Kollegen Konsul A. tn Schanghai an Bord begleitet«, waren 40 bi« 50 Personen an Bord, fast alle« Engländer, und was mir damals am meisten imyonirte — alle Diener resp. Kellner, waren Indier. Muster von Diene.', di« nie ein Wort sprechen, desto auf« merksamer aber mit ihren Augen find, die jeden Gegenstand stillschweigend zustLen, ehe man noch seinen Wunsch ausgesprochen. Heutzutage sind 8 oder 9 Personen zu Tisch, darunter höchsten« 2 oder 3 Passagiere, der Rest, tnkl. de« Wirth«« und seiner Frau, tn Suez Angesessene.

Da angekommrn, nahm mich der dortige Konsul und sein Bruder in Empfang. Wir blieben bi« 11 Uhr zusammen im Hotel, ich begleitete die Herren nach Hause und ließ mich von ihnen ver» führen, noch ein dortige« Wirths- resp. Bierhau« aufzusuchen. Welcher Schmutz I welch' scheußliche Bedienung (natürlich weibliche)! Ich machte, daß ich nach Haus« kam.

Den nächsten Morgen suchte ich Konsul M. auf. Meine Bagage, di« ich direkt von Kairo nach Suez schickte, kostet die Kleinigkeit von 500 Mark nach Hongkong. Glücklicherweise hat der Staat diese Fracht zu bezahlen. Konsul M. sagte mir, daß der Dampfer wohl erst den Abend ein» treff n würde. Gleichwohl kommt Nachmittag« ein Araber zu mir ins Hotel, mir meldend, daß M. seinen kleinen Dampfer geschickt, um mein Gepäck und mich in Empfang zu nehmen, da das fr an» zöstsche Flaggenboot in Ausstcht sei. Ich zahlte meine Rechnung und schickte meinen Diener mit dem Gepäck hinunter. Ja der Ferne steht man einen großen Dampfer, Dreimaster; nach 2 Stunden ist ec so weit, daß man mit dem Fern­rohr die Flagge unterscheiden kann. Eh bien,

unterschrieben haben. @S würde zu bedauern sein, wenn schließlich der Grundsatz von der Selbstverwaltung der Univerfitälen doch noch Schaden erleiden würde.

geschtchte, und nun thun Sie, freilich kleiner, bo8 Gleiche." Daß Andreä selbst HoenSbroechS „Papst» geschtchte” verurtheilt, wird dem „liberalen” Publikum der ,M. N. Nachr.' verschwiegen. Die .Allg. Zeitung' war ein klein wenig ehrlicher. Sie ließ Andreä sagen: „HoenSbroech hat die Skandalchronik als Geschtchte deS PopstthumS ausgegeben, wir verurtheilen das.” Das Urtheil Dr. AndreäS über HoenSbroechS Papstpamphlet trifft dem Sinne und thetlweise dem Wortlaute nach mit dem Uitheil zusammen, das der alt­katholische Schriftsteller Karl Jen tsch in Nr. 31 der »Zukunft' gefällt hat, als er fich darüber bellagte, daß ein Philosoph von der Bedeurung Paulsens das werthlose Buch von Hoens- broech, das die Skandalchronik des PapstthumS für dessen Geschichte ausgibt, in der Wiener .Zeit' empfiehlt.” Die liberale Presse wird aber trotzdem fortfahren, HoenSbroechS zweibändiges Skandalwerk als non plus ultra von Wissenschaft zu preisen. W crum: Weil es gegen daS ver­haßte Papstthum und die von demselben un­trennbare katholische Kirche geht!

He A», sichte« des Zolltarif«. Augen­blicklich beschäftigt sich kaum noch eine Zeitung ernsthaft mit dem Thema, ob wohl der Zoll­tarif-Entwurf des BundeSrathes Aussicht auf ein Zustandekommen habe oder nicht. Man hat eingesehen, daß gegenwärtig alles Prophezeien, alles Drängen müßig ist, und man degnüzt sich damit, ab und zu Brrmuthungen Darüber anzu» st llrn, bis wann wohl die erste Lesung in der Kommission beendet sein könnte. Neulich ging eine Lesart durch die Blätter, hervorgerufen durch einen parlamentarischen Berichterstatter: Danach sollen die „maßgebenden Kreise der Kommission der Ansicht sein, bis zur zweiten Hälfte dieses Monats würde diese erste Lesung beendigt fein können. I r diesem Blatte” ist damals sofort jene Lesart olS unzutreffend zurückgewiesen worden. Die sehr bald nach­folgenden Thatsachen hoben das außerordentlich deutlich dargethan; es ist ganz einfach gar nicht daran zu denken, daß der Zolltarif in erster Lesung auch nur bis zum E ide dieses MonatS von der RrichstagSkommiffion durchberathen werden könnte. Denn endlich am letzten DienS» ist mtt dem 473. Zollsätze die Hälfte aller Zoll» Positionen erledigt worden, und noch unerledigt sind gerade die allrrwichtigste« Industrie,ölle, von denen hier unter vielen nur genannt sein mögen Leder und Lederwaaren. P'pier, Stein» und Thonwaaren, Feuerwaffen, Uzren, Spielwaaren und vor allen Dingen Metalle und Maaren daraus mit sämmtlichen Erzeug» «iffen der Metall-Industrie, Maschinen, elek­trische Erzeugnisse und Fahrzeuge! Das Pro­gramm allein spricht für die Unmöglichkeit der Erledigung deS umfangreichen Restes der Vorlage während der nächsten 2 oder 3 Wochen. — Ein großer Theil der Kommissions-Mitglieder hat fich außerdem Vorbehalten, enbgiltige Stellung zu dm bereit- durchberathenen Zöllen erst dann zu neh­men, wenn der ganze Entwurf als ein fertiges GanzrS tn Kommissions-Beschlüssen vorliegt. Vom Centrum hat gleich im Anfänge der KommissionS» Berathungen Abg. Dr. Spahn eine Erklärung

4»Mntwortli»: S» bt« Ärtattl« 3ef. Saie, i für JnfWatr 3. PatjclU.r in julbn.

Die Se« blieb ruhig, ja spiegelglatt; einen Tag vor Alexandrien überraschte sie un» mit einem so intensiven Meer er leuchten, daß es fast blendend war. I» Alexandrien traf ich bereit« einen Brief von T., der ver hindert war, mich daselbst ab­zuholen. Ich reiste Mittag« 2 Uhr ab und ver­brachte mit T. und anderen Freunden einen recht gemächlichen Abend. Der folgende Tag ging in Besuchen und Kommissionen auf. Gellern Morgen besuchte ich noch den Khediven, brachte dann noch eine Stunde mit Freund T. zu. Der Ab­schied war schmerzlich; wir fuhren bann nach der Bahn und kamen gerade 2 Minuten vor Abgang an; — Zeit genug, um von den zahlreichen Freunden oen letzten Abschied zu nehmen. Mein Diener hatte bereit« Gepäck, Btllet und Alles be­sorgt. Ein letzter Abschtedsgraß, und der Zug war außer Sicht. Der Dampfer geht bereit« heute, vermuchlich gegen 2 Uhr ab. Da« Wetter ist schön, klarer blauer Himmel, wie fast immer in E.ypten. Noch ein paar Stunden und auch dies liegt hinter mir. —

*

Im Meerbusen von Suez, den 13. X. 18..

Der Dampfer hat eine Verspätung im Kanal erlitten; er ist desdalb am 12. nicht in Suez eingelroffen. Ein verlorener Tag insofern, al« ich ihn in Kairo tausendmal besser hätte verwenden können. Suez ist ein schrecklich schmutzige« und langweilige« Nest. Seit die Kanal-Eröffaung sie dc« belebenden Verkehr« beraubt, den die Ueber» Land-Post mit ihren zahlreichen Passagieren stet« brachte, geht die Stadt von Jahr zu Jahr zurück.

Im Hotel de Suez ist man passable auf­genommen. Al« ich da« letz'e Mal dort war, im

Berlin, 2. Juli 1902.

x N-fvch des italienische« König». Der Meldung von der Unterzeichnung deS er­neuerten DreiburdvertrageS ist die Nachricht ge­folgt, daß König Viktor Emanuel II. von Italien dem Kaiser einen B .such ab statten will. Vorher war in den Zsitungen nur die Rede gewesen von tintm Besuche des italienischen Königs beim Zaren m Petersburg, und aus diesem Umstande hatten dreibundfeindliche Blätter in Italien. Frank­reich und stellenweise auch Raßland olterhand Schlüsse nach ihrem Sinne gezogen. Diese Schlüff- find übet den Haufen geworfen worden durch die Erneuerung deS Dreibundoertrages; es blieb aber noch immer als auffällig die Thatsache übrig, daß der König von Italien dem Zrrenhofe zierst und dann erst dem Berliner Kaiserhofe seinen Besuch abstatten wird. E-ne Meldung des halb- amtltchen Drahtbareaus gibt feinen rechten Auf­schluß über die Gründe, warum es so gemacht wird. Sie lautet:

König Viktor Emanuel beabsichtigte, im Laufe dieses MonatS die Höfe von Berlin und Sr. Petersburg zu besuchen. Nus Wunsch Kaiser Wilhelm'« II. ist der Besuch tn B-rltn auf den Monat «ugnst verschoben worden. Der Besuch in Petersburg IS für diesen Monat in Aussicht genommen.

Jetzt erfährt man, daß nur Gründe ganz äußerlicher Art hier den Ausschlag gegeben haben. König Viktor Emanuel wollte thatsächlich seinen Besuch zuerst in Berlin und nachher erst in Petersburg machen. Der Kaiser aber hatte, als ivm das argesagt wurde, feine festen Bist mmungen für den ganzen Monat Juli bereits getroffen — oaher sein Wunsch, der Besuch möge biS zum August verschoben werde». Umgekehrt bat 5er Zar um Besuw im Juni, weil das Zarenpaar gegen das Eide des MonatS August ein freudigtS Familienereigniß erwartet. Die geplante Einrichtung dieser Besuche erklärt fich damit auf die allernatürlichste Weise. Kölch Viktor Emanuel wird fich etwa am 15. Juli nach Petersburg begeben und dem Berliner Kaiserhose seinen Besuch Ende des Monats August machen. Zu erwähnen ist dabei eine Aeußerung der halvsmtlicken ,T-ibuna' in Rom. Diese bemerkt zu der R-ise des italienischen König«: sie beweise, daß die Erneuerung deS Dreibundes „keine leere Förmlichkeit sei, sondern der politischen Sogit sowohl, als auch dem Willen, der Zuneigung und dem Jntereffe der Völker entspreche”. DaS Interesse daran, namentlich Italiens, ist dabei j-denfvlll die Hauptsache. Würde das Inter esse fehlen, dann würde auch recht bald die Zuneigung entschwunden sein. König Viktor Emanuel kommt nicht zum ersten

mit den Beilagen

„lllusfrirte Sonntags-Zeitung", „yuldaer flescbicbtsblätter" und Cotlerie-Ciste.

Inserate: Dich einspaltige Detik» «eite ober Deren Räumt 5 Pfg..Re­klamen die Petit» zeile 25 Psg.; bei Wiederholungen ronbenlfpredjenD, Rabatt gewährt.

»rfckt'N' tö glich. ^Ausnahme bei Zonn-und Feier- Age. Viertel i-hrl. Kerugeprel» shneBemgerohn unbSeflcagelbin ciutbo vnb aut- Art-1 ME.

Gins KhincrfcrHrt.

AuS dem Reisetagebuche eines verstorbenen Diplomaten.

------ (Nachdruck verboten.)

Suez, den 12. Oktober 18 . .

Das letzte Stück Heimat h liegt hinter mir. Da fitze ich mutterseelenallein und erwarte den Dampfer, der mich unerbittlich nach dem Reiche 4>er Mitt« führt. Zum Glück liegen auch di« Abschiede hiiter mir; fie find mir doch schwerer geworden als ich gedacht. —

Ich bin am 29. von Berlin über Dresden nach Wien gereist. Alle Schlafkoupee'« genommen, so mußte ich mit einem Engländer und seiner Frau ein Koupee theilen. In Wien war ich noch recht vergnügt; ich blieb mit Familie d. N. bei einer Bowle bi« zwei Uhr, um mich um 5 Uhr wieder au hur aff en und über den Semmering Morgen« 7 Uhr nach Triest weiter zu reisen. Di« Fahrt war reizend, so lange sie über bi« Gebirgshöhen ging, im Tgale wsr er trübe In Graz traf ich mit Frau v. B. und ihrem Töchter, chen zusammen, wir reisten zusammen nach Triest. Mein Freund G. hatte alle« brillant besorgt. Die Kisten au« Berlm und Darmstadt, denen fich eine weitere mit 36 Flaschen Rüster Ausbruch zu- gesellt«, waren schnell an Bord, und obwohl alle Kabinen genommen, fand ich, dank der ruhigen See, ein prächtiger Unterkommen im Rauchzimmer.

Diese Fahrt ist entzückend; obgleich ich sie schon Mer gemacht, bleibt der Genuß immer derselbe. Di« österreichische Küste mit ihren zahlreichen Dörfern, Städten und Kirchen ir mitten einer frischer», grünen Landschaft ist reizend. Ihr folgten

O Ein Universitäts-Konflikt.

Rektor und Senat der Universität Würz­burg haben, wie die ,Fuld. Ztg.' schon gestern meldet«. threAernter niedergelegt und dies dem bayerischen Staatsminiftertum durch eine Erklärung angezeigt, in der als Grund zu diesem Schritte der „Streitfall Chroust” bezeichnet wird.

Dr. Chroust ist an der Würzburger Univer­sität außerordentlicher Professor der Geschichte. Nun handelte es fich um die Besetzung einer ordentlichen Professur, aus die auch Profeffoc Chroust rechnete. Diesem ist rechtgläubiger Ka­tholik, und nach den eigenartigen Erfahrungen der letzten Zeit liegt lewer der Argwohn nicht gar zu weit, daß die vorwiegend liberalen Würz> burger Professoren gegen Chroust voreingenommen waren. Derselbe ist Tscheche von ©eburt; aber bei Männern, die so stark auf die „Voraus- setzungslostgkeit” der Wissenschaft pochen, sollte man doch nicht annehmen, daß nun gar auch noch die Abkunft eines Gel-Hrten nach ihrer Meinung dessen gelehrte Forschungen in ihrer Eigenart beeinflussen sollte.

Augenscheinlich hat sich im Verlaufe deS ent­standenen Streites um die Besetzung der Professur Dr. Chroust etwas zu weit hinreißrn taffen. Es wird ihm namentlich zum Vwwürfe nemacht, daß et zu fäner Unterstützung auch einen Rechtsanwalt hinzugezogen habe, u d tn einer srLhern Eingabe an daS Ministerium hat der Würzburger Senat den P; oseffor Chroust als einen Ruhestörer be­zeichnet. Auch im Landtag» war bereite die Rede von diesem Falle, wobei Kultusminister von Landmann die Muthulung m chte. daß eS zwischen Chroust und einem ander» Würz­burger Universitätslehrer, Dr. Fester, zu einem BeteidizungSprozeffe gekommen sei. Das Mini­sterium habe wiederbolt Versuche gemacht, die Sache auSzugleichen, aber vergebe"?. Nun wollte Chroust zur Betreibung seines Pro/ff s gewiffe Schriftstücke vom Senat der Usioersilät ou«ge­liefert haben, erhielt sie aber nicht; uns darauf nahm er zu fest er Unterstützung eben der. Rechts­anwalt an.

In seinen weiteren Ausführungen sagte Minister von Landmans : „Ich nehm« an, daß dieser Senatsbericht eine Asnderurg erfahren wird, denn dieser Beschluß ist als Ausfluß der Stimmung entstanden, die beroorgerufe« wurde, weil Chroust mit einem Rechtsanwälte vorging. Früher hat der Senat Chroust nicht immer unrecht gegeben, sondern sich wiederholt auf seine Seite gestellt.” Der Ausdruck „Aus­fluß der Stimmung* Hot der Senat Übel ge­nommen, und er sagt deswegen in seiner neuen Erklärung: „Das vorgesetzte Staatsministerium hat in der Streitsache CH oufi dem Senate der Königlichen Universität WSrzburg in öffentlicher Kammervrrhandluna Befangenheit und Mangel an Objektivität vorgewoisen. Wir proleflire« gegen dies« durch nichts gerecht­fertigte«. vielmehr mit derAktrnlsge in direktem 'Wider spruche stehenden Anklagen .”

N-cht zu Übersehen ist Ver Umstand, daß die theologischen Mitglieder deS Universitäts-Senats deffen Erklärung von der Amlsniedertegung^nicht

Mal nach Berlin; er besuchte Berlin schon ein- mal als Kronprinz

* Ai- preußisch- Kemal A-rkng- Di« »Schlesische Zeitung' behauptet, die Wteoerein- itingung der Kanalvorlage in der nächsten Tagung des preußischen Landtages sei „sicher”. Die technischen Dienststellen seien „bereits beauf­tragt worden, die noch nothwendig erscheinenden Vervollständigungen der Vorlage, namentlich in Bezug auf die Frage der Kompensationen, n beschleunigter Weise zu bewirken”. Zunächst »raucht man diese Meldung roch lange nicht als schere Ankündigung deS wirklichen Kommens der kanalvorlage aufzunehmen, wenigstens nicht für die nächste Tagung des preußischen Landtages. Auch die Steuerungen des neuen Verkehrs­ministers Budde und des Ministerialdirektors Schultz aus dessen Ministerium beim Schifffahrts- Kongreß in Düsseldorf berechtigen nicht zu einer olchen Annahme, sondern nur dazu, daß die Vorlage überhaupt einmal wiederkommen wird. Daran aber hat noch niemand im Ernste gezweifelt. Geheimrath Schultz sagte ja auch nur, daß er glaube, die Kanalgegner würden beim Wiederauftauchen der Vorla-e dieser nicht mehr so gänzlich ablehnend gegenüber stehen, wie bisher; und damit würde ja allerdings die Meldung überein stimmen, daß die „Kompen­sationen" jetzt noch einmal ganz besondere Be­arbeitung und Würdigung finden sollen. Die Annahme, daß die preußische Regierung die Kanalvorlage nicht eher wieder im preußischen Landtage einbringen werde, bis im Reichstage Über den Zolltarif entschieden fei, ist fürs erste noch immer die wahrscheinlichste.

* lieber die Schmähschrift d-s Kxjesutt-u Hrasr« Ko-»»vrorch gegen das Pop fit hum bat der frühere protestantische Theologe, bayerische Landtagsabgeordnete und Seminardirektor in Kaiserslautern Dr. Andreä, im bayerischen L indtage ein sehr bk merkenswerthes Unheil ab­gegeben. Nach dem Stenogramm der .AugSb. Abendztg.' Nr. 172 lautete die betreffende Stelle wörtlich:

„HoenSbroech Hut die Skandalchronik des Papsttyums für besten Geschichte anSge,eben. Und wenn er von irgend einem protestantischen Gelehrten dafür gelobt worden ist, meine Herren, so beklage ich daS, ich verwerfe diese Art von Geschichtschreibung."

WaS sagt Profeffor Dr. Graf Du Moulin dazu, der unlängst so heftig gegen Profeffor Dr. Trauert loszog. der dem Papstwrrke Hoens- broechs jede wissenschaftliche Bedeutung mit Recht abgesprochen hatte? Die Münchener Neueste Nachrichten', welche für HoenSbroechS „Skandal' chronik” so eifrig Reklame machten und die „von den hervorragendsten Gelehrten” anerkannte Wissenschaftlichkeit des Werkes so lebhaft heraus, strichen, verfolgen dem AuSspiuche Dr. Andreä's gegenüber dieselbe Taktik, die fie stets bei solchen Fragen beobachteten: Das Unangenehme, was den Lesern die Augen öffnen könnte, wlrd to d t- geschwiegen. Darum nennt man sich ja auch „voraussktzunasloS”! I» dem Kammerberichte der .Reuest. Nachr.' ist das Urtheil AndreäS fein säuberlich weg gestrichen. heißt da von Dr. Andreä, er habe gefügt‘ „Sie verurtheilen den Grafen HoenSbroech wegen feifur Papst-