idaetMZeitung
29. Jahrgang.
IuLöa, Mittwoch, den 2. Juli 1902.
N 149
fall der Partei gefördert werde»!
schoben wurde.
Das war ja sonnenklar.
ent Bit» Verlag »er Anl»aer AclleiiSnlckcra ptlcreaatfc Nr. « (Harmonie).
------ (Nachdruck verboten ) (Schluß.)
Wohnstub'--"
Weiter vernahm ich nichts, denn rch hatte den Kopf in den Waschnapf („in's Lafor", hätt's Marriche gesagt) gesteckt, in der Hoffnung, auf diese Weise etwas rascher Klarheit in ihn und meine Gedanken zu bringen.
Was um alles in der Welt konnten die
X Deutsche Hefarrgene ans dem Nure«- kriege U*tet den Kriegsgefangenen, die die Engländer während des Burentrieges gemacht und in Scharen nach weit entfernten AuSlandS« stationen gebracht haben, so nach St. Hckena, C ylon, den Bermuda-Inseln usw., b<finden sich auch viele Deutsche. Der Staatssekretär deS Auswärtigen Amtes, Freiherr von Richt« Hofen, hat nun mit dem englischen Geschäftsträger in Berlin über die beschleunigte Heim- schaffung dieser Kriegsgefangenen verhandelt und dabet den Bescheid erhalten, daß die britische Regierung nichts gegen die baldige Entlaffung dieser Kriegsgefangenen einzuwende« habe, vor- ausgefttzt, daß diese nicht nach Südafrika zu« ! rückkehre«. Frhr. v. Richthosen hat daraufhin angeregt, einen Theil der gesammelten und noch richt verausgabten Burenhilfsgelder zur Br« Förderung dieser Kriegsgefangenen zu verwende«, und ist mit Schiffsunternehmern in Verbindung getreten, um ermäßigte Fahrpreise für sie zu erziele«. DaS ist eine lodenswerthe Sorgfalt deS Herrn Staatssekretärs. Aber das Verfahren der englische« Regierung ist auch hier nicht zu billigen. Allermindestens müßte diese für dir Kosten der Brförderung aufkommen, da sie so harte andere Bedingungen stellt und den Leuten Südafrika einfach vor der Nase zusperrt.
4- Zn der ZoMarif Oommifst-rr de» Aeichslages ist der Emtrumsabg. Dr. Spahn zum Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt worden. Früher war bekanntlich Herr Dr. Spahn zum Vorsitzenden der Kommission auiersehen gewesen; dann ging der Vorsitz an die kaufe-vative Partei über. In der heutigen (Dienstag,.) Sitzung wurden die T xlilzölle weiter berathen und die Zollsätze der R-gterungsentwmfes weiter herabgesetzt, im allgemeinen auf die gegenwärtige Zollhöhe. Jetzt ist nun erst die Hälfte aller 946 Zollpofitionen des Tarifentwurfes erledigt, sodaß an eine Beendigung der ersten Lesung noch im Monat Juli gar nicht zu denken ist. E» müßt« geradezu ein Wunder geschehen I
! ' Dre reich-ir-srtzUH- Krm ü«^ ver siche-
\ tiewg umfaßte im Jahre 1900 U 23 021 Kassrn 1 9 520,763 Personen. Während die Bevölkerung 11 des Deutschen Reiches seit 1895 um 7.8 v. H.
26 5 v.H. gehoben, so daß auf Grund des Reich?« gesktzrS bereits 16,1 v. H. der gesammten Bevölkerung gegen Krankheit versichert sind. Ausgegeben wurden 1900 für 3,679.285 ErkrankangS- fälle mit 64,916.827 Krankhettstazen an Krank- heitskofer 157,865,199 J6.; von letzteren entfal- len 44 v. H. auf daS Krankengeld, 22 ö, H. auf ärztliche Behandlung un) 17 v. H auf Arznei und sonstige Heilmittel. Auf ein Mitglied kamen 0 39 ElkcarkanqSfälle, 6.82 Krankhettstage und 16.58 Jk. Krankheitskasten. BemerA sei hierzu, daß nur diejenigen Erkrankungen gezählt find, die mit EcwerbsunsähiKkeit verbinden waren, für die also Krankengeld gezahlt oder Behandlung im Krankenhause gewährt wurde. DaS anzrsammelte Vermögen aller Kaffen beläuft sich auf rund 156
Herren wollen?
Plötzlich schlug ich mich gegen die Snrn; wie dumm, daß ich darauf nicht gleich gekommen.
Natürlich hatten sie non dem mir so unverhofft zugefallenen Reichthum gehört und kamen nun, um für irgend einen milden Zweck einen
*) Ueppigkeit-
**) Soviel wie großartig.
hatte ich noch nichts gethan, an die Nothleiden- den noch nicht gedacht.
Das oben erzählte drollige Mlßverstandnrß war mir eine Mahrtung, und ich beschloß nachzuholen, was ich versäumt. , ,
Bei dieser Gelegenheit brachte ich gleichzeitig etwas Ordnung in nttine Finanzen und stellte fest, wie hoch sich eigentlich zur Zeit mein 33er» mögen belief.
Das Resultat war überraschend. Knapp tausend Gulden nannte ich mein eigen!
Ja, wie gewonnen, so zerronnen I
Nun verstand ich meines Schwiegervaters Lächeln an meinem Verlobungstage, und pries mich glücklich, daß er nicht mit meinem Gelds zu rechnen brauchte, als er uns seine Einwilligung gab.
Nun machte ich aber energisch „glatte Bahn", bezahlte alle Ausstände und lebte wieder bescheiden wie ehemals. 500 st. hatte ich in den Muttig*) gelegt.
Als dann nach Jahr und Tag jener schöne Traum, den ich einst im sonnendurchleuchteten Heimathswalde geträumt, in Erfüllung gegangen, als mir die blauen Augen meines Erstgeborenen aus der fpitzenumhangenen Wiege entgegenlachten, da legte ich in die silberne, einen Bienkorb darstellende Sparbüchse, die der geliebten, verehrten Großmutter Pathengeschenk war, den Rest des Glücksgeldes und schenkte ihn meinem Kinde, meinem Alexander.
*) Muttig: Ein geheimes Schatzkästlein, welches nicht nur Geld,.sondern allerhand kostbare Andenken, wie getrocknete Blumen, Haarlocken, alte Briefe re, enthielt.
Berlin, 1. Juli 1902.
* Sehr bezeichnend ist die Randglosse, die der .Reichsbote', das prvl-stantische Pastorenblütt, das auch in bw G-mächern der Kaiserin gilesen wird, zu der Mede de» che«e ralsöeeße« vor» Lcö macht. Man muß das im Wortlaut lesen:
-f- Per «»ti»»aMver«le Parteitag, der in Anregung gebracht worden ist und tm nächsten H^bste statlfinden soll, kommt vielen national- liberale., Parteigenossen unheimlich vor. Man fürchtet scharfe Ausünandnsttzungen über die Zollfraqe und möchte vor der Entfcheidung üb:r diese L.tztere überhaupt keinen allgemeinen Parteitag», Namerulich in den östliche» Reichs- bezirken wird diese ««sicht vertreten, sogar ganz öffentlich in der Press-, und sowohl die .Natio- m,H berate Korrespondenz' als auch die national- liberale Berliner'.Nalional-Zeitung' finden diese B-denken ganz gerechtfertigt. Es ist etwas Schönes um eine pol tische Partei, die sich vor einem allremeinen Parteitage fürchtet, weil sie
Der Weg, den der Landwirthschaftsminister beschritten hat, ist gut zu nennen. Sern Ziel ist gut und ebenso sein Versuch, sich diesem Ziele zu nähern; und was in der Denk,chcist gesagt ist, kann auch schwerlich angefochten werden. Es rst urmöglich, auch nur einigermüßen auf dir einzelne» Ausführungen zder Denkschrift etrzu« gehen; nur die Hauptpunkte derselben können hier herausgegriffen werden.
Bei einem staatlichen Eingreifen könnt« es sich nur uw Nothstandsmaßregeln handeln, einstweilen für einen Zeitraum von zehn Jahren, auch nur zu Gunsten solcher B-fftzungen, deren Bodenwerth durch die Verschuldung noch nicht überschritten ist. Zu dem Zwecke der Erreichung des Endzieles wird die Ablösung der Nachhypotheken ins Auge gefaßt, also derjenigen Hypotheken, die über die Grenze der Be- leihu«g durch öffentliche Anstalten hinausgehen, wie Landschrften, RitterschaMankrn, Boden- krevit- und Hypothekenbanken und dergleichen mehr. Diese Namhypothrken sollen nach den ergangenen Vorschlägen in unkündbare Tilgungs- (AmortisatioriS-)Hypo!heken verwandelt werden.
Nur eine nachhaltige Abhilfe kann eine wirkliche Abhilfe genannt werden. Aber wie gelangt man zu einer solchen Dauerhtlsr? DaS ist die Frage. Auch we?-n jetzt alle Nachhyvotheken mit
glich, '.„otjme der a.unb 8«-»' Bierteii-Hrt. iU»SPr,i6
«chwagers.
Es versteht sich von selbst, daß der Bowlen- ^bend im Kasino, für den nun eine doppelte Veranlassung vorlag, nicht mehr länger aufge- i fZ'7' Der gute Sturm, wie stets in solchen Fällen mit weißer Schürze und Papirr- mutze geschmückt, einen Kochlöffel statt des Degen an der Seite, hatte sich selbst übertroffen, das ^owelchen war vorzüglich. Dies Faktum .st das ।«... ,«. ..9v. ®.lW, was mir von jenem Abend erinnerlich, t Beitrag zu erbitten, rrrcht einmal, wann und wie ich in mein Bett CIS"S j" ffiT
4- Neu- Usnzersahrzeas-. Im bevorstehenden Herbste sollen nicht weniger als drei neue Panzerfahrzeuge der deutschen Krieg« flotte in Dienst gestellt werden: „W.ttin", „Zährinzen und „Wittel-Lach." Damit wird die Stärke unserer deutschen Kriegsflotte von neu m ganz bedeutend vystätkt werden.
X Aach ei* Anöttärrm. Mit diesem 1. Juli sino genau zeyn Jahre verflossen seit der Einführung der Sonntagsruhe im Handels-! geworbe. Was ist nicht alles crufgeboten worden und heut« kann man sich unser wirthschaftliches und öffentliches Lrben gar nicht mehr ohne diese an und für sich mäßig gehandhabte Sonntags- ! ruhe vorstelle«. Ein Sturm der Entrüstung würde sich erheben, wollte man heute diese Sonntagsruhe wied'r aufheben! Genau so ist es gewesen vor der.»iNsührung des Ladenschlusses um ! neun Uhr Aden >e; genau so schnell ist der Wider- stand dagegen ver stammt, und Zehntaufende und Aberzehntausev'« uon kaufmännischen Angestellten preiien daS Ee tz, daS sie in so durchdachter I Weile vor Überw 'tztger Ausbeutung schützt. Ma« ! kann daraus mn rutem Rechte die Lehre ziehen, daß in der Zukunst auch noch einige weitere Ein- schränkungen in diesem Sinne sich durchführen ------------u ,,, _
kffen und bewähren werden, vor allen Dingen angewachsen ist, hat sich in drmsilbrn Zeiträume der allgemeine Ladenschluß um acht Uhr statt erst die Zahl der gegen Krankheit Versicherten um um neun Uhr Abends. l°ßR" R mtf diunb deS Reich?-
einem Schlage nnlündbar gemacht und in Amortisationshypotheken umgewundelt würden, könnte man noch lange nicht von einer Dauerhilfe reden; denn damit würde noch lange kein Schutzmittel geschaffen sein gegen di« Gefahr der nachfolgenden erneuten Verschuldung. Dieser selbstverständliche Gesichtspunkt ist auch in der Denkschrift berück- fichtigt: es wird darin von der Einführung einer Verschuldungsgrenze gesprochen. Sehr nachdrücklich spricht die Denkschrift aus, daß nicht die Rede sein könnte von einer Staatsga- tantie für diejenigen Kredite, die zur Ablösung der Nachhypotheken dienen sollen. „Sollte eine finanzielle Beche.ligung deS Staates überhaupt in Frage kommen, so müßt« sie sich jedenfalls tn weit engeren Grenzei; bewegen*'. Die Denkschrift denkt sich die Sache vielmehr so, daß der Kredit aus öffentlichen Geldinstituten allgemein auf fünf Sechstel der Toxe hinaufgerückt würde, während er gegenwärtig allermeist mit zwei Dritteln aus hört.
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Das Alles ist ohne Zweifel den Grundsätz n nach ai-t und trefflich — aber euch ausführbar? Die Denkschrift zweifelt schon selbst daran, daß > unter den gekennzeichneten Bedingungen viel Gebrauch von' der Ablösung der Nachhypotheken ge- macht werden und daß es eine mehr oder weniger lästige Versügungsbeschtäniung fein mürbe, eine Verschuldungsgrenze «ft z Führen Und was wiro |
denn mit derjenigen Besitzungen, deren V-r-> schulduna auch noch über die fünf Sechstel hinaur- gehi? Nichtsdestoweniger muß unbedingt an der Lösung dieser Frage weiter gearbeitet werden. Daß der preußische LandwirthfchaftSmiN'ster den ernsten Willen da^u hat, geht au« der Tqotsache hervor daß er eben diese Denkschrift versandte.
Aber das A und da« Z aller Hilfe für die hart bedrückte deutsche Lmdwirihschaft ist und bleibt, daß ihre Erwerbsbechingungen wieder günstiger gestalten werden. Auch der bestgeordnete, der billigste Kredit hiift auf die Dauer nicht, nenn es der Landwirthschaft unmöglich gimacht ist, in genügender Weise zu erroerl-er, mmn sie sogar in einzelnen Zweigen ihrer D > ube unmittelbar zusrtzen muß. Deswegen rn.fr vor allen Dingen di« Zollgesetzgebung in Lirkfamer Weise eingreifen, um die deutsche La- ow lrth- schaft vor 'dem erdrückenden Miib-werbe des Auslandes za schützen. Ohne diesen Schutz werden alle anderen Hllssmitiel auf bte Dauer wirkungslos bleiben und geradezu verschwendet sein. Denn was hrlft es, W>ffer in ein Faß zu füllen, deffen Boden durchlöchert ist?
gekommen bin, vermag ich zu sagen. Daß ich aber hineinkam ist sicher, beim ich erwachte in demselben am nächsten Morgen — es war ein Sonntag — in Folge heftigen Polterns an meiner Thür. Verwirrt fuhr ich in die Höh'.
Herr Leidnant die Pred'gcr saan da," erklang Marriches Stimme von außen.
„Wer??" —
„Die Pred'ger".
„Ei Du großer Gott und ich bin noch tm Bettz wo ist denn mein Bursch?"
,Der Herr Heinrich is ja haam, zur Kirmes, er feit, Se hättes'm erlaubt," schries Marriche.
Richtig, das hatte ich total vergessen.
„Machense denn noch nit aaf?" fragte das Mädchen ungeduldig," wo fall ich dann mit die Pred'ger hen?"
Ich bitte um 5 Minuten Geduld", schrie tch zurück, „ich ziehe mich so rasch wie möglich an."
„Is gut", ries's Marriche, „ich wärse in die
faMMüuttntp nm allen tulhOi.
ßalbottgeflene Geschichten aus den 80 er und 40 er Jahre« des 19. Jahrhunderts von B. S. E o e ft e r.
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mit den Beilagen
jllustrirte Sonntags-Zeitung", Juldaer geschichtsblätter" und £otterie-£iste.
n Die Verschuldung des ländlrchen Grundbesitzes.
Qlt h,. Sauptübeln. die die Landwirthschaft b-drücke« «rhört die hohe Verschuldung der länd- n»In Grundbesitzes. Wie man die Lcudwirth- S E diesem Nebel befreien könnte, darüber HS ,ch°u »Ul« Stute b«H Ä«pf !--b,°ch-°.
e was wie eine vernünftige, wenn auch nur thellweis« Lösung der Frage ist dabei noch nicht H«°UA7M Don P^sbte'.ski, der nteufiiftbe Mimster der Lat-dwirthschaft, eine D-nkschrift an die Oberp afit>k«ttn aller v-e'ußischen Provinzen versandt, die sich mit der- stlben Frage beschäftigt, aber auch, ohne sie zugleich lösen zu wollen. In der Denkschrift werden vielmehr allerhand Mittel angeführt, die »u differ Lösu«" beitragri«. könnte«, wie sie von anderer Seite rorgefchlagen worden sind, oyne diese VorschläAe gleichzeitig einer Prüfung daraufhin zu ufterziehen, ob sie mehr oder weniger -mpfehttnswerth seien. Wie bte Den., schrist enlstand, ist in der Einleitung derselben aneefleben. lieber etwa geeignete Maßnahmen hat sich namentlich die Kredirkommisfion der meußische« Landwirthschaftskammer auf Grund eiukehevder Berathungsn ausgesprochen. Die Vorschläge, die sie der preußffchen Regierung unterbreitet!', hat diese wiederum einer Bersamm- lu»g sachverständiger VertrauenSmärnrer aus den verschiedensten preußischen Gebieten vorgelegt; und die vorliegende Denkschrift saßt die hauptsächlichste-, Erzebniffe dieser Erörterungen za-
So rasch wie möglich machte ich mich fertig! und noch im Gehen die letzten Knöpfe schließend, nach der Bier'scheu Wohnstube.
„Ich bitte tausendmal um Entschuldigung", begann ich, aber die Rede stockte mir, denn außer dem Marriche war Niemand zu sehen.
„Ja wo sind denn die — —"
„Na Se hawe awer'n gesunde Schlaf" begrüßte mich diese, „wie'n Verricktes ande Dhir getrummelt, hier saan Ehre Bred'ger". Und damit reichte sie mir ein aus Papiermacho geformtes Körbchen mit den drei — Brödchen, dre mein tägliches Frühstück bildeten. - Wie meme Tina gelacht, wie meine Schwregermutter mrch aufzog mit der Geschichte — das will ich mcht berichten, aber es war arg, und Dore meinte sogar, daß ich ein höllisch-schlechtes Gewissen haben müßte, weil mich die Ankündigung zueyt so erschreckt habe. Dore hatte nicht ganz unrecht, ich sühlte mich nicht ganz tadelfrei, wenn auch tn einem anderen Sinne, als meine kluge Schwägerin glaubte.
Ich hatte in den letzten Wochen viel Geld I ausgegeben, hatte, abgesehen von den verliehenen Summen, nicht nur meine Tina mit Blumen und Geschenken überschüttet, ihr täglich ein zierliches Sträußchen gebracht oder zugesandt, (was sie in ihrer Bescheidenheit für einen rechten „Upp" *) erklärte), sondern mir auch vielerlei Sachen wie Wäsche, Möbel rc. gelaust und dazu recht „pännchesfett" **) gelebt — aber für die Armen
Inserate: Dl« einspaltige ®etit* jeift ober bereu RaumlSPfg..Re- Hamen die Petit» jeile 2S Psg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
„Darauf lege ich keinen Werth", meinte er, meine Hand ergreifend, „ich bin ja zum Glück ■ m ber Lage, meinen Töchtern etwas mitzugeben. I Die Hauptsache ist, daß mein gutes Kind glücklich mit Ihnen wird, und das hoffe ich. Ich habe von Ihnen nur Gutes gehört, und Ihr An- fcQg ist mir um so willkommener, als heute früh bereits Ihr Bruder Henry um Dore angehalten und deren Jawort mit meiner Einwilligung erhalten hat."
, Nun war alles in Ordnung und der Familien- llsch bekam eine Platte eingelegt „denn", sagte j Töffelchen, „ich hab auf einmal zwei Schwagers i gekriegt."
Und Töffelchen war sehr stolz auf seine1
Sn dem ehrltren deutschen Soldaten Los haben , befolgt, es könnte dadurch nicht ter Zusammen. die schlauen Diplomaten in Rom offenbar den rechten s h a l t, sondern tm Grgentheil der Z isammeN' Mann gesehen, um ihn zu einem vertrauensvollenBer- -- ■ ....... -
mittler ihrer Gedanken an de« Kaiser zu machen ... Aber so ist eS immer gewesen: die guten deutschen Ritter haben sich in Rom die Hucke voll lügen lasten, haben sich dann so,ar vielfach setndlich gegen den Kaiser gestellt. Welches Unheil hat Deutschland dadurch er-1 lebt! Man lasse doch endlich dir Römer im Vatikan reden und höre nicht darauf. DaS könnte den €*5™* im Vatikan paffen, wenn ste durch ihre Schmeichelei einerseits den -.rutschen Kaiser noch mehr ariegen könnten, sich das Lob deS Vatikans tn nock höherm Maße zu verdienen und dadurch zugleich bte Estersuchl der Franzosen wachzurufen und so einen W-ltlauf um die Gunst deS Vatikans zwischen Deutschland und Frank- reich herbeizuführen."
Dieser Wuthaurbruch in einem tsiber nicht eftfOßlasen Blatte zeigt recht deutlich, g-grn welche Gefahren die bisherigen Errungenschajten der deutschen Katholiken vertheidigt werden müffen. Die deutschen Katholiken werden sich nicht in trügerische Sicherheit wiegen (affen, sondern in dem Bewußtsein, daß ff? viel zu ver- theivigen uno noch manches zu erringen haben, gegen alle kaltmkämpferischen Strömungen und Macherischasten auf dem Posten sein.