band der Vierstädte Hamburg, Altona, WandS- deck und Harburg ist dem Gesammtbunde erst kürzlich beigetreten.
+ Aar IlesterKartelk. Dar angekündigt« erste Rundschreiben bei Centralverbander der Industriellen in Sachen de« Ueberkartell«, also de« Zusammenschlusses aller Einzelkartelle, Ringe und Syndikate zu einem großen Sammelkartell, ist nunmehr ergangen. Zunächst handelt es sich aber nur um eine Geldforderung zum Zwecke der kartel- listischen Agitation. Dar Direktorium der Centralverbandes stellt sich an, als wären die Kartelle die Verfolgten und Reichstag und Landtag die Verfolger, und al« müßten nun die armen be- dauernswerthen Kartelle um ihr Leben kämpfen, «nd erbittet „zur Abwehr" von jenem Adressaten „einen Beitrag von nicht unter hundert Mark."
+ Novelle zum Keaukeuverficheeuu-«- --fetze. SS besteht bekauntlich die Absicht, dem Reichstag ix der nächsten Saison den Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Abänderung deS KrankenverstcherungSgesetzeS zur Beschlußfaffung zu unterbreiten, um durch Verlängerung der gesetzlichen Unterstützungsdauer der Krankenkaffe« auf 26 Wochen den Zusammenhang zwischen der Kranken- und Invaliden Versicherung herzu- stellen. Bei dieser Gelegenheit solle» auch diejenigen Bestimmungen deS Gesetzes geändert werden, welche sich in der Praxis als abänderungsbedürftig erwiesen haben. So empfahl die Brandenburger Handelskammer eine Zentralisation, d. h. eine Organisation der Ortskrankenkaffen in der Weise, daß alle im Bezirk einer oder mehrerer Gemeinden beschäftigten versicherungspflichtige« Personen unter Beseitigung der für einen einzigen Tewerbezweig oder für mehrere einzelne Tewerbezweige errichteten Ortskrankenkassen angehören. Alle in einer oder mehreren Gemeinden vrrsicherungspflichtigen Personen dürfte« am Besten einer Allgemeinen Ortskrankenkaffe unter Beseitigung der für einzelne Gewerbebetriebe errichteten besonderen Ortskaffen einzureihen sein. Auch dürfte die Abschaffung der kleine« BetriebSkrankenkaffen, soweit sie hi»terdenLeistu«ge«der Ortskrankenkassen Zurückbleiben, in Erwägung zu ziehen sein. Jedenfalls ist auch eine Erhöhung der bisherigen Mindestmitgliedziffer am P.atze.
+ Au« den Verhandlungen des nunmehr beendigten Internationalen ArSeiterverssHe- rn«s»Konsreffe- iw Düsseldorf ergab sich das uneingeschränkte Lob der deutschen Arbeiterver- ficherung. Der Pariser Delegirte konstati:te, daß sich die deutschen Fortschritte nur durch die ge- sammte innere Politik Deutschlands, die Dezentralisation, die Bildung, die rein soziale Denkweise der Deutschen erklären lassen; er bezweifelt, daß ähnliche Resultate in Frankreich erzielt werden können. Das Schwergewicht der Verhandlungen lag, wie Graf Posadowsky in seiner Begrüßungsrede erkannte, in dem sichtbaren Ausdruck einer gemeinsamen internationalen sozialpolitischen Überzeugung, nicht in der Behandlung von Einzelfragen; insbesondere kam die Hauptstreitfrage, ob Zwangsverficherung oder freiwillige Versicherung vorzuziehen, nicht endgültig zum Austrag, wenn auch die Erfolge. unserer Einrichtungen den Vertretern der ausländischen Staaten zu denken geben. Hoffentlich kommen auf dem nächsten Kongresse auch Arbeitervertreter zum Worte.
* liebet das Keiralheu der Militär- Personen deS preußischen Heeres und der Land- genSdarmerie hat der Kaiser unter Aufhebung aller bi?her hierüber gegebenen Bestimmungen eine neue Verordnung erlaffen. Gleichzeitig hat er daS Kriegsministerium ermächtigt, Erläuterungen zvgebe», sowie Aenderungen nicht grundsätzlicher Natur vorzunehmen, insbesondere hinsichtlich der Voraussetzungen, unter bereit das nachgewiesene Einkommen als sicher und sicher- gestellt anzunehmen ist, sowie bezüglich der Dienst, stellen, welche die dem Kaiser nicht vorbehalteue Erlaubnißzur Verheirathung oder dis Einwilligung zur Verfügung über das Hrirathsgut zu erthrilen haben.
0 Saris, 28. Juni 1902. Gestern setzte der französische Senat die Berathung des Antrages Rolland betreffend die Einführung der zweijährige« Dienstzeit fort. General Billot trat für das bestehende Gesetz ei», daS Frankreich eine bewu»der«swerthe Armee gegeben habe, und behauptete, die zweijährige Dienstzeit könne nur Enttäuschungen und schweres Mißgeschick herbeiführen. Er wies auf den Werth deS russischen und des deutschen HeereS hin, welch' letzteres das erste i» der Welt nach dem französischen sei. Redner richtete die Bitte an den Senat, das französische Heer nicht zu einem minderwerthige« zu machen. Prevent beantragte, die Berathung zu vertagen, biS der Kriegsminister dem HeeresauSschuffe das Gutachten des OberkriegSrathes über diese Frage mitgetheilt habe. Der Antrag wurde vom Kriegsminister Andrö und dem Senator Frey- cinet bekämpft und darauf vom Hause mit 149 gegen 118 Stimmen abgelehnt. — Ein Seitenstück zur systematischen Unterdrückung der polnischen Sprache in Deutschland spielt sich z. Z. auch in Frankreich ab und zwar handelt es sich um ein Vorgehen gegen die mit der deutschen Sprache so nahe verwandte vlämische Sprache, welche ein Ueberrest der früheren niederdeutschen Sprache ist, die s. Z. in Deutschland allgemein gesprochen wurde. Sorbe» wurde, wir wir schon kurz meldeten, etwa einem Dutzend Pfarrer in flämischen Gemeinden Nord-Frankreichs das Gehalt gesperrt, weil ße den Katechismus de« Kindern in ihrer Muttersprache beibrachten; eine weitere Anzahl Geistlicher soll von demselben Schicksal bedroht sei«. Es handelt sich dabei um eine Gewalt- Willkür ohne den Schatten einer Begründung im Sinne politisch nothwendiger Maßnahmen — ganz wie bei uns in Deutschland auch. Die französischen Kulturkämpfer haben »recht wohl und sehr schnell erfaßt — besser, wie viele preußische Rrgierungsmänner — daß durch die Entfernung der Muttersprache aus dem Religionsunterrichte die Unterweisung der Kinder und der Einfluß der Lehrpersonen auf deren Herz und Gemüth erheblich beeisträchiigt und geschädigt wird, so daß die R ligion nicht mehr veredelnd und erzieherisch auf Herz und Gemüth der Kinder wirken kann, und diese somit dem Unglauben ober der religiöse« Gleichgiltigkeit verfallen. Und das allein bezwecken die französischen Radikalen mit ihrer Maßnahme gegen die französischen Vlamen.
0 Kondor», 28. Juni 1902. Das Befinden des König« Eduard scheint einige Hoffnung zu geben auf eine Genesung de« Kranken. Aber e« st noch zu früh, um mit Zuversicht davon sprechen jit können. Thatsächlich find seit der Operation keine beunruhigenden Anzeichen mehr aufgetreten, auch keine Etscheinungen, die bett Verbacht einer Blutvergiftung aufkommen ließen. Der König hat fich am Samstag bereits wieder mst Lektüre beschäftigt unb ab und zu eine Cigarette geraucht und hat sich fortgesetzt mit seinen nächsten Verwandten unterhalten, sodaß man am englischen Kön'gehofe schon wieder von dem' nunmehr muth- maßiichen Zeitpunkte der Krönung zu sprechen begann. Vor dem Frübherbste ist aber auch unter den günstigsten Umständen nicht daran zu denken. Am Samstag ist auch Prinz Heinrich von Preußen wieder von London abgereist.
0 London, 28. Juni 1902. Das Befinde » König Eduards hat sich weiterhin gebessert. Der heute Vormittag gegen 11 Uhr veröffentlichte Krankhritsbericht lautet: Der König hatte eine gute Nacht, die Besserung hält an. Wir freuen u»s, erkläre« zu können, daß wir ihn j tzt als außer unmittelbarer Gefahr erachten. Has Allgemeinbefinden ist befriedigend,
Canz Ordnung
1. Walzer: Herr Leutnant und Adjutant s v. Adlerskopf, Ijocbwoblgeboren. *
2. Zchottijch: (Ijerr v. Zimmern.) |
3. (Ualzer und Galopp: (Herr Leutnant ti jrrländer.) \
4. Jranjaise: Ijerr Leutnant u. Adjutant | v. fldlerskopf, Ijocbwoblgeb.
5. Galopp: (Herr Pr. Leutnant v. Quitten.)
5 6. Cändler u. Sd)ol(ijd): (Ijerr Leutnant v. Jeldmay er.)
Pause.
Zu Cijd): Ijerr Leutnant und Adjutant v. fldlerskopf, hochwohlgeboren.
7. (Ualzer und Galopp: verleide.
=> 8. Redovac u. Polka: (Ijerr Assessor von JTdlerskopf.)
9 . Galopp u. Schottijch: Damen-ßravall.
1O .\ (Leutnant Sturm.)
11 ./ emg-lch-bene Lanze: £bOmas.)
12 . ßotillon: Ijerr Leutnant u. Adjutant frbr. y. JTdlerskopf, Ijochwohlgeb.
(Zum besseren Verständniß dieses Dokumentes will ich bemerken, daß man unter Damen-Cravall, wohl auch Nullpolka genannt, einen Tanz verstand, in dem die Damen das Recht hatten, sich ihre Tänzer zu wählen. Sodann noch, daß die in ( ) stehenden Namen erst später mit Bleistift von der Hand meiner Braut eingetragen worden sind.)
Mit diesem Kärtchen bewaffnet, welches einer Liebeserklärung gleich kam, ging ich an dem bestimmten Abend klopfenden Herzens und fehr frühzeitig nach der Wohnung des Seschens
Die alte Exzellenz, der fast 80jährige Vater, bezw. Großvater der Seschenschen Damen, empfing im Verein mit Tochter und Enkelinen die Gäste an der Thür. So bald er meiner an- sichttg wurde, kam er auf mich zu, bedankte sich für mein Hilfe beim Schreiben der Tanz-Ordnung und bat mich, an seiner Stelle heute Abend den maitre de plaisir zu machen.
Das würde ich mit Vergnügen thun, versicherte ich dem alten Herrn mit einem tiefen Bückling und postirte mich dicht neben ihn an die Eingangsthür, obgleich der Empfang der Gäste wohl nicht in das Bereich meiner Pflichten gehörte.
Der Saal füllte sich mit lachenden, schwatzenden, fröhlichen Menschen; mir erschien er leer, da die Ruberus noch fehlten.
(Fortfttzuu, '.folgt.)
doch verlangt die OperationSwuxbe noch beständige Aufmerksamkeit und wenn bezüglich deS Gesundheitszustandes des Königs einige Besorgniß zu hegen ist, so betrifft sie die Wunde selbst. Die Wiederherstellung deS Königs wird auch unter de« günstigsten Bedingungen nothwendiger Weise Zeit erfordern. — Die Veröffentlichung der Bulletins 2 Uhr Nachmittags werden von jetzt ab eingestellt. — Prinz Heinrich hat heute Abend London verlaffe«. — Unter de» Telegrammen, die bei dem König eingegangen find, befindet fich eine« von der Burexoersamm- lu«g in Balmoral (Transvaal), worin die Bitte zu Gott gerichtet wird, daS Leben des Königs und der Königin lange zu erhalten. — Nach dem Bulletin von heute Abend 6 Uhr verbrachte der König den Tag sehr gut. Der Zustand ist andauernd befriedigend. Der König wurde Nachmsttags vom Bett nach der Chaise, longue getragen, was vollkommen schmerzlos von Statten ging.
0 Wie«, 28. Juni 1902. Wegen einer Protestkundgebung gegen die Marienburger Polenrebe Kaiser Wilhelms II. ist, wie au« Lemberg verlautet, bis Gemeinbevertretung von Stanislau wegen Ueberschreitung ihres statutarischen Wirkungskreise« aufgelöst worben.
0 Peking, 28. Juni 1902. Da« Reuter'sche Bureau melbet von hier: Der Vizekönig von Szetschwan benachrichtigte bie Regierung, die Gebäude der anglo-amerikanischen Mission in Tienkuchao seien von einem Volkshaufen zerstört worben. Ein Missionar wurde ermordet, dessen Name und Nationalität nicht gemeldet ist. Es erging ein Edikt, durch das bie Ortrobrigkeit des Ranges entsetzt unb bie Ausrottung der Aufrührer angeordnet wirb. Mehrere Rädelsführer sollen enthauptet sein. Reuter« Korrespondent fügt hinzu, es scheine sich um einen Aufstand zu handeln, >er gegen bie Eintreibung der Auflagen ür bie Kriegsentschädigung gerichtet sei, ihnlich den Aufständen in verschiedenen Theilen >es Reicher. — In der südlichen Mandschurei iaben russische Truppen noch mehrfach Gefechte mit chinesischen und mongolischenRäuber- > an den gehabt. In einem Scharmützel in der Nähe von'Mukoen fielen am 1. Mai 35 Räuber. Die Russen erbeuteten 15 Pferde und einige Gewehre und hatten keine Verluste. Am 4. Mai verloren die Räuber wiederum 35 Mann, auf russischer Seite fiel ein Mann und zwei Soldaten wurden verwundet,
StadtverordnetenVersammlung.
□ Fulda, 30. Juni 1902.
Au der außerordentlichen Sitzung der Stadtverordneten Versammlung, die am Gamstag Abend abgehalten wurde, nahmen 22 Stadtverordnete i heil. Der Magistrat war vertreten durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Antoni.
VorEintritt in die Tagesordnung rahm der Herr Oberbürgermeister das Wort zu folgender Erklärung: In der letzten Sitzung der Stadtvrrordneien- versammlung, als über die SchlachthauZfrage berathex wurde, habe ich Bezug genommen auf ein Flugblatt, welches vom Unterstadtoerein verbreitet worden ist. In diesem Flugblatte wird behauptet, ein einflußreiches Magistrats- Mitglied habe erklärt, der Magistrat habe bei lem Herrn Eisenbahnminister um die generellen Vorarbeiten für den Bau der Unterstadtbahn )ezw. Kleinbahn Fulda—Schlitz nachgesucht in ;er bestimmten Aussicht auf ablehnenden Be- cheid. Herr Stadtv. Ant. Schwarz, der Vor- itzexde des Unterstadtoereins, hat dann hier in irr Sitzung gesagt, das einflußreiche Magistrats- Mitglied, von dem das Flugblatt rede, sei der Herr Erste Beigeordnete Robert Kircher. Ich habe mich daraufhin sogleich an Herrn Kircher, der nicht hier war, schriftlich gewandt mit dem Ersuchen um Aufklärung. Herr Kircher hat darauf mir schriftlich erklärt, daß er niemals Herrn Anton Schwarz gesagt habe, der Magistrat bade einen Beschluß gefaßt ix der bestimmten Aursicht auf ablehnenden Bescheid. Er erinnere sich nur, gelegentlich gesagt zu haben, er habe nicht erwartet, daß der Herr Minister so rasch die Genehmigung zur Vornahme der Vorarbeiten geben werde, nach' t>tm die Bahn Salzschlirf—Schlitz fertiggestellt fei. Herrn Schwarz scheine ein Jcrthum unterlaufen zu sei». — Der Herr Oberbürgermeister bemerkte ferner noch, daß er für sich und für den Magistrat sämmtliche Schritte, die bezüglich des Flugblattes zu thun find, sich oorbcholte.
Stadtv. Anton Schwarz: Herr Kircher hat in einer Privatnnterredung ausdrücklich gesagt, der Magistrat bade nicht erwartet, daß der Minister seine Gmehmiaung geben werde.
Oberbürgermeister Dr. An tont: Das ist doch ganz was Anderes als das. waS ix dem Flugblatte steht. DaS ist doch ein wesentlicher Unterschied. In dem Flugblatts heißt es, der Magistrat habe den betr. Beschluß gefaßt „in der bestimmte» Aussicht auf ablehnende« Bescheid". DaS ist nicht rich tg; wir faffen unsere Beschlüffe nicht in einer solche« Absicht. Wir hofften vielmehr, daß der Minister unseren Beschluß ge- nehmigen werbe. Daß dies; Genehmigung so rasch erfolgen werde, mag wohl der eine oder andere nicht erwartet habe«.
Der Vorsitzende, Herr Etadtverordnetenvor- steher Gegenbaur, stellte fest, doß die Versammlung die Erklärung des Herrn Oberbürger. meisterS zur Kernttxiß genommen habe und trat dann in die Berathung der Tagesordnung ein.
Auf der Tagesordnung standen 16 Punkte, von denen aber nur 10 in öffentlicher Sitzung
beratheu wurden; fünf Punkte wurden in bie geheime Sitzung verwiesen unb ein Punkt • „Führung eines Rechtsstreite«" hatte schon vorher seine Erledigung gefunden, indem der betr. Kläger seine Klage gegen die Stadt zurückgezogen hatte.
1) Neuverpachtung von Grundstücketr. Zwei städtische Grundstücke im Kohlhäuser Felde sollen an die Herren W. Enderr-Kohlhau« u Konrad Knipr-Fulda (für 170 Mark bezw. 40,50 Mark jährlich neu verpachtet werden. Die Zustimmung wurde einstimmig ertheilt.
2) Neuverpachtung von Grundstücken. Ein zum Hl. Geisthospttal gehörige« Grundstück im Kohlhäuser Felde, da« bisher zu 30 Mk. verpachtet war, soll an Herrn P. Schmitt-Kohlhaus für 70 Mk. jährlich verpachtet werden. Ohne Debatte erfolgte einstimmige Zustimmung.
3) LöschungSquittunz. Die Abtragung eines Kapitals wurde zur Kenxtniß genommex.
4) Ueb ernannte der Werbu ngskoste» für den Plan einer Vollbahn Fulda- Meiningen. Der Vorschlag des Magistrates, zu diesem Zwecke eine Summe zu bewilligen, fand allseitige Billigung, lieber die Höhe der Summe hatte der Magistrat keinen Vorschlag gemacht. Mit Rücksicht darauf, daß die Stadt Meiningen zu demselben Zwecke 500 Mk. bewilligt hat, wurde der Vorschlag, eine Summe bis zu derselben Höhe zu bewilligen, einstimmig gutgeheißen. Eine Meinungsverschiedenheit bestand nur darüber, ob man diese Summe für daS laufende Etatsjahr und dann bei jeder Etats- berathung das Nöthige j-deSmal für ein Jahr bewilligen-solle, ober ob der jetzige Beschluß fortdauernde Wirkung haben soll bis etwa weitere Mittel nothweudig werden. Die Mehrheit entschied fich für die letztere Auffaffung.
5) Gehaltserhöhung für eine Lehrerin an der evangelischen Volksschule. Die Lehrerin Frl. Ruppel hat vor ihrer Thätigkeit an der Volksschule eine Reihe von Jahren an der privaten höheren Mädchenschule gewirkt. Der Magistrat beantragt nun, dieselbe endgiltig anzustellen und zwar mit Wirkung vom 1. Januar d. I. ab. und mit Rücksicht auf die frühere Thätigkeit ihr eine Zulage von 200 Mk. zu bewilligen, im übrigen aber diese frühere Tätigkeit nicht anzurechnrn. Der Antrag wurde einstimmig genehmigt.
6) Gewährung eines Zuschusses für zur Ausstellung nach Düsseldorf zu sendende Werkmeister. Der Minister für Handel und Gewerbe hat sich bereit erklärt, für solche Städte, die Handwerker und gewerbliche Arbeiter zum Besuch der Ausstellung «sch Düffel- dorf senden, aus staatliche» Mitteln einen Zu- lckuß von je 50 Mk. zu bewilligen. Der Magistrat schlägt nun vor, in ähnlicher Weise wir es s. Z bei der Pariser Ausstellung gefchche» ist, von dieser Gelegenheit Gebrauch zu machen. Da bie Düsseldorfer Ausstellung hauptsächlich eine Jndustrie-Aurstsllung ist unb hier ix Fulda im Wesentlichen nur bie Metall- und die Textilindustrie in B-tracht kommen, macht der Magimat den Vorschlag, aus den drei Gruppen der hiesigen T-xttlindustrie (Leinen- und Baumwollweberei, Schuhstoffweberei und Filzweberei) je zwei Werkmeister nach Düsseldorf zu schicken und jedem einen städtischen Zuschuß von 50 Mark zu bewillige». Dieselben sollen verpflichtet fein, fich mindestens 3 Tage ix Düsseldorf aufzuhalten und nachher Bericht über ihre Studien zu erstatten.
Stadtv. Dr. Kind beantragte, nicht bloß. Werkmeister, sondern auch gewerbliche Arbeiter zu wählen und sich nicht auf Die Textilindustrie zu beschränken, sondern vielmehr die Eisenindustrie zu beoorzugen, da die Düffeldorfer Ausstellung für diese Industrie viel wichtiger sei.
Stadtv. Kapp beantragte, auch den Gesellenstand zu berücksichtigen und zvar solche Gesellen, bie bet hiesigen Meistern beschäftigt und sich voraussichtlich in unserer Stadt demnächst selbständig machen werden.
Stadtv. Neitzert hob hervor, baß in der Düffeldorfer Ausstellung die Textilindustrie gegen die Eisenindustrie stark in den Hintergrund trete. Die Entsendung von Handwerkern halte er für nicht richtig.
Stadtv. Anton Schwarz stimmte diese» Ausführungen zu, war aber nicht dafür, daß bloß die großen Fabrikanten berücksichtigt würden.
Stadtv. Künstler trat dieser Anschauung bei; auch die Handwerker könnten in Düsseldorf par vieles lernen. Aas dis T xtilmdustrie sich zu bes hräicken, sei nicht zweckmäßig.
Btabto. Hal bleib betonte, daß man die Textilindustrie, die für Fulda sehr wichtig fei, nicht vernachlässigen dürfe.
Stadtv. Fritz hielt es sür richtig, auch einen: praktischen Heizer zur Ausstellung zu schicken, oa gerade für diese sehr viel ix Düsseldorf zu sehen und zu lernen sei.
Stadtv. Wähler beantragte, zwei Mann aus der T xcklindustcie, zw:i aus der Metallindustrie, ein Gef.Ue aus dem Kunstgewerbe unb einen Heizer auszuwählen.
Stadtv. Dr. Kind brantrapie, einen Werkmeister und einen Fabrikarbeiter bei Textilindustrie, einen selbständigen Schloffermeister, einen Werkmeister oder Arbeiter der Eisenindustrie, einen Geselle eines hiesige« Handwerkers, womöglich- ber Metallbranche» unb eine» Heizer zur Ausstellung zu sende«.
Stadtv. Halb leib stellte hierzu »och de» Zusatzantrag, für den Fall, daß eine geeignete Person in einer der bezeichneten Branche« nicht gefunden werde, soll event. ein Maurer gewählt wer o en.