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29. Jahrgang-
Iutöa, Mittwoch, den 25. Juni 1902.
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G Frankreich und die „Revanche".
Es ist wohl zum elften Male geschehen, daß im französischen Parlamente eines von dessen Mitgliedern seinen Landsletten den guten Rath gegeben hat, Elsaß-Lothringen zu vergessen. Es war dies der Sozialdemokrat Jaurss. Herr JaurSS sprach, als eS sich um die Interpellation wegen der allgemeinen Politik unter dem neuen Ministerium handelte, von der Abrüstung der Böller im Aäaemeinen und empfahl seinem Lande Frankreich auj's dringendste, mit dieser Abrüstung „den ruhmvollen Anfang zu machen". Ja, der Anfang dazu, das ist des Pudels Kern bei der Abrüstung der Völker. Aber diesen Anfang will keiner machen, das Zarenreich am allerletzten, das s. Z. die an sich vortreffliche Anregung zu der internationalen Friedens-Versammlung in der hol« ländischen Residenzstadt gegeben hatte. Im Gegen« theil, die Rüstung der Völker nimmt von einem zum andern Jahre zu. ÄlleS denkt an die Vermehrung der Streitkräfte, an die Erhöhung der Schlagfertigkeit der Heere; aber Niemand will etwas von Abrüstung hören. Die ganze Friedens« berathung im Haag aber hat schon fast die Ge« statt eines komischen kleinen Zwischenaktspieles bekommen — um nicht den groben Ausdruck Narrenposse zu brauche«.
Herr Jamös weiß natürlich ganz genau, daß „das Loch in den Vogesen" für die Franzosen der schlimmste HinderunzSgrund ist, a» Abrüstung und Verminderung der Heeresmacht zu denken; er sagte darum ganz folgerichtig, Frankreich dürfe sich durch Elsaß«Lothringen nicht hindern lassen daran, jenen „ruhmvollen Anfang zu machen". Es gehört ohne Zweifel ein gewisser Muth dazu, derlei in der französisch en Abgeordnetenkammer zu sagen; und das steht fest, daß eS früher nicht ohne große» Lärm in der ftanzösische» Volksvertretung abgegangen wäre, wen» ein Mitglied derselben so ketzerische Ansichten geäußert hätte. Daß. diesmal alles ganz glatt und ruhig dabei abging und die rednerische Ausschweifung des Herrn Jamö« innerhalb der Schranken der parlamentarischen Formen zurückzewiesen wurde, ist ein Beweis dafür, daß die Franzosen im Laufe der letzten zehn Jahre ruhiger über Elsaß Lothringen und über die Revanche zu denken gelernt haben. Nichtsdestoweniger blieb Herr Jaurök vorläufig noch ganz allein mit feiner Ermohnung zum „ruhmvollen Anfänge"; und eS ist auch be- merkenswerth, wie er in der Abgeordnetenkammer korrigirt wurde.
Deren Vorsitzender ist Herr Bourgeois, ein alter Radikalenführer, der bei der Friedens« Versammlung im Haag als erster Vertreter der französischen Republik betheilizt und dort in der That ein eifriger und auch erfolgreicher Mit« arbeitet war, soweit man überhaupt von Erfolgen jener Berathungen reden kann. Herr Bourgeois müßte also ganz besondere Neigung besitzen, auf solche Anregungen etnzugehen, wie sie Jaurös gab, und ste pflegen zu helfen. Aber dis ganze Art seines Auftretens beweist, daß auch Herr Bourgeois derlei noch nicht wagt. Herr Bourgeois stellte sich in unmittelbaren Gegensatz zu dem sozialistischen Abgeordneten, indem er gegen diesen ganz offiziell als Kammerpräsident auftrat uns ihn „berichtigte", wie es den Anschein habe» sollte — gleichzeitig wohl auch die Gelegenheit nicht verpaffe» wollte, sich ein wenig „in Scene zu setzen", oder sich aufzuspielen, wie wir Deutschen zu sagen pflegen. Herr Bourgeois erhob sich also »ach der Rede der Herrn Jam äs in seiner ganzen Wür de und sprach gelassen das große Wort aus: Er selbst, Bourgeois, habe ja bei der Konferenz im Haag als erster französischer Vertreter bewirkt, daß alle „praktischen" Fragen, die mit dem Frankfurter Frieden in Zusammenhang stehen, von den Berathungen ausgeschloff-n wurden; und auf keinen Fall dürfe man glauben, daß die Ei«- berufung der Konferenz durch den Zaren und ihre Beschlüsse die Bedeutung von einer ferneren Abdankung der Revanche-Politik hätte» haben sollen. Wenn das der Fall gewesen wäre, dann würden sich damals die Vertreter Frankreichs sofort von dem Friedenskongriffe entfernt haben!
Das war nun eine mächtige Abkühlung nach den lebhaften Ermunterungen und schwungvollen Redewendungen des Herrn Jaurös! Herr Bourgeois hatte mit seiner Darstellung der Ereignisse bei dem Haager Kongreffe unrecht; denn gerade von den deutschen Vertretern war die Anregung ausgegangen, die Erörterung solcher schwebender Einzelfragen zu vermeiden. ~ Aber darauf kommt eS hierbei weniger an. Die Hauptsache hier ist der Umstand, daß auch der radikale
Abgeordnete Bourgeois noch nicht wagt, die Revanche offen vor allen Franzosen zum alten Eise» zu werfen, und daß die gesammte französische Preffe, von wenigen Ausnahmen abgesehen, Herrn Jaurös gehörig zerzaust zum Lohne für seine Ermahnungen zum „ruhmvollen Anfänge". Auch solche Blätter, die sonst in neuerer Zeit ganz verständig über das Verhättniß Frankreichs zu Deutschland urthrilen, find geradezu wüthend über JauröZ hergefallen, und der Pariser ,Temp8', dem man Beziehungen zum französischen Ministerium des Aeußeren nachsagt, spram sogar von einem „ruchlosen Vergeffen" des Herrn Jamös.
Virsöhnungsgedanken im stillen Kämmerlein nützen wenig. Von einem wirklichen Schwinden des Revanche-Gedankens kann man erst dann reden, wenn französische Politiker der führenden Parteien vor aller Oeffentlichkeit gl.ich Herrn Jaurös zu dem Standpunkte sich bekennen werden, daß Frankreich Elsaß Lothringen als einen für alle Züten verlorene» Posten ansehen müsse. Bester ist manches geworden. Aber es ist »och lange nicht alles gut.
Gin braver Mann.
Erzählung au3 vergangenen Tagen von W. Wimmer.
------(Nachdruck verboten.)
Es war ei» rauher Winterabend. Dunkle, bleifarbige Wolken eilten von der Windsbraut getrieben über de» Horizont und verhüllten die Sterne und die am verganger.rn Abend so hell prangende Mondscheibe.
Im Kruge zu Wusen, einem einfachen, schmucklosen Hause, herrschte ei» ungewöhnlich regsames Leben. Die sonst leerstehende Dchenkstube füllte sich nach und nach mk Männ.ra, als solle ein höchst wichtiges Ereigniß stattfinden. Tage und Wochen der Sorge und der Trübsal waren oerfloffen und standen noch bevor.
In Preußisch-Eylau, zwei Meile» von Wusen, hatten sich bedeutenoe Truppenmaffen konzentrirt. Die Rusten unter Benningsen vereinigten sich hier mit den Reste» des bei Jena und Auerstedt geschlagenen preußische» Heeres unter L'Estccq; von der andere» Seite drangen die Franzosen vor. In Wusen standen seit drei Monaten bald Preußen, bald Rasten. Diese hatte» die Scheunen fast geleert, die Fattervor. räche verzehrt und den größte» Theil des Viehes fortgetrieben, so daß stch im Dorfe schon der Mangel und die Roth recht fühlbar machte.
Dikjrnigen Jnsaste», die nichts mehr geben konnten, flohen weiter ins Ermeland zu Freunden und Bekannte». Ster und verödet standen ihre Gehöfte. Die ZarÜckbleibenden mußte» desto mehr Opfer bringen, denn täglich verlangten zwei- bis dreihundert Man» Nahrung und Obdach.
Besonders gut benahm sich während dieser Unglückszeit der alte, fünfundfiebzigjährige Schulz, Johann Kuhn. Stets wußte er Rath in allen Dingen zu schaffen, das Fehlende aufzutreiben, hier Thränen zu trocknen, dort Roth und Elend zu milder», kurzum, alle- zum Besten zu führen. Er galt i» der ganzen Gegend als der reichste und bravste Bauer, auch achtete ihn Jedermann.
An einem Wintertage verließen plötzlich die preußischen Truppe» Wusen, um »ach Preußisch- Eylau einzurücken. Seit dieser Zeit ertönte von dorther lauter, anhaltender, bald näherer, bald entfernterer Kanonendonner, welcher selbst die Nacht fortdauerte und einen Zusammenstoß der feindliche» Heere vermuthe» ließ. An einen siegreichen, entscheidenden Kampf klammerte» sich die Hoffnungen des Vaterlandes.
„Stegen die Franzosen," sagte der alte Schulz, „find wir verloren, und wir behalte» bann nichts, als das nackte Leben,"
Mittags kamen von Eylau die verworrensten, widersprechendsten Nachrichten. Ei» reisender Handelsjude, welcher um diese Zeit im Dorfe einkehrte, erzählte Wunderdinge von den Helden- thaten der Preußen, späterhin brachten flüchtige Eylauer Bürger die Botschaft, daß die Preuße» sich zurückjögeu.
Die traurigste Gtwißheit ist oft bester, als ein ewigts Schweben zwischen Angst und Hoffnung, deshalb beschlossen einige Wusener »ach Eylau zu teile«, um nähere Erkundigungen einzuziehen.
Diese Reiter waren bis zum Abend nicht heimgekehrt. Man erwartete sie mit Sehnsucht im Kruge. —
Was eigentlich geschehen, lehrt die Weltgeschichte.
Augerau gerieth im Schneegestö er zwischen zwei Feuer und verlor fast sein ganzes Armeekorps. Dovoust wurde von L'Estccq zurückgr- schlage»; an anderen Stelle» errangen die Franzosen Borthiile und die ganze Schlacht blieb unentschieden. Dieserhalb hielten sich beide Theile für Sieger, hatten aber eine» Verlust von dreißigtausend Streitern zu beilagen. Die
Preußen und Ruffen zogen sich an die Weichsel, die Franzosen an die Paffage zurück.
Die Gesellschaft im Krug bestand meistens aus Dorfinsaffen, natürlich fehlte hier auch nicht der alte Schulz.
Ein junger Bauer au« dem Dorfe, Namens Joseph Poschmann, der Bräutigam seiner Tochter Magdalene, befand sich neben dem Veteranen, dtffen Worte al« Orakelspruch galten.
„Ja, ja", begann der alte Schulz, „zur Zeit des großen Friedrich schlugen sich die Preußen besser,' aber damals stand auch ein unsterblicher Held vor einem Heer«, dar den Kampf gegen halb Europa aufnahm."
Kaum hatte der Patriot diese Worte gesprochen, als sich vor dem Hause von der Landstraße ein eigenthümliches Geräusch bemerkbar machte. Rasch eilte der Wirth hinaus, um nachzusehen, stürzte aber ebenso schnell mit dem Ausruf ins Zimmer:
„Die Franzosen! Die Franzosen!"
Dieses wirkte wie ein elektrischer Schlag. Die Anwesenden suchten durch eine Hinterthüre das Weite und nur der Schulz mit zwei Insassen blieb zurück. Vom Hausflur ertönte lauter Waffenlärm, die Stubeuthür flog geräuschvoll auf und herein traten ein preußischer Infanterie-Major mit einigen Offizieren, welchen eine Menge Soldaten folgten.
Daß alle au« der Stadt kamen, war ihnen anzusehen. Einige besaßen keine Gewehre; andere, welche die Czako'« verloren hatten, trugen Tücher um den Kopf gewickelt. Den meisten fehlte jede warme Bekleidung, vor allen Dingen aber der Mantel, welcher wahrscheinlich in der kurz vorher stattgefundenen Schlacht abhanden gekommen war.
„Seid Ihr der Wirth?" fragte der Major den sich von seinem Sitze erhebenden Schulzen.
„Rein!" erwiderte dieser.
Der Major betrachtete die hohe Gestalt von Kopf bi« Fuß und fragte:
„Seid Ihr Soldat gewesen?"
„Zu Befehl!"
„So?"
„Ich diente Friedrich dem Großen."
„Sehr ehrenhaft."
„Habe die Schlachte» bei Roßbach und Leuthen mitgemacht."
„Da« ist brav. Können Sie mir einen Wegweiser nach Braunrberg verschaffen?"
„Den kann ich in dieser unruhigen Zeit nicht auftreiben."
„Richt? Da« ist schlimm — sehr schlimm."
„Glaube es."
„Wir fallen in die Hände der Franzosen." „Wirklich, Herr Major?"
„Ich fürchte fast."
„Das sollen Sie nicht — bei Gott, das sollen Sie nicht!"
„So schaffen Sie Rath?"
„Ich kenn« einen Führer, auf den Sie sich verlassen können."
„Der wäre?"
»Ich s-lbst."
Manneshoch lag der Schnee in den Wegen, welche kaum an den Seitenbäumen kenntlich wurde», lieber Flur und Feld jagte» die Flocke» vom Sturme aufgrschreckt, t» wild bacchantischem Tanze dahin, um nach allen Rtchtunze» den Prospekt zu verhüllen.
lieber de» Landweg, einem entlaubten Birke»- wäldche» zu, schritt ein Häuflein Soldaten, aus etwa hundertfünfzig Mann, dem Ueberreste eines in der Schlacht bei Eylau gewesenen Bataillons bestehend.
Dem Häuflein voran hoch zu Roß ritt ein Mann in Zivilkleidung. Ein langer, blauer Mantel mit breitem Koller verdeckte einen am Ledergurt um die Hüften festgeschnallte» Doppelläufer und einen kurzen Stoßdegen. Wenn der Wind die Zipfel des weiten Kleidungsstückes in die Höhe wehte, so wurden die Waffen sichtbar.
„Haben wir auch nicht den Weg verloren, lieber Kuhn?" fragte der neben dem Reiter gehende Major.
„Nein", lautete die Antwort des Schulzen, „vertraut auf mich — ich kenne die Gegend genau."
„Fürchtet Ihr Euch auch?"
„Vor wem?"
„Vor den Franzosen."
„Herr — meine Tage find gezählt — mir ist es gleich, ob ich heute oder morgen sterbe."
„Hielt Euch Eure Frau nicht von dem Wagstück, uns durch den Feind zu führen, zurück?"
„Sie »ahm Abschied von mir auf Wiedersehen — dort!"--
„Wenn aber der Feind nach Wusen kommt?"
„Kann ich ihn zurückhalten?"
„DaS nicht — aber —"
„Wie?"
„Was beginne» Eure Weiber?" „Sie gebe», fo lange ste haben."
„Und dann?"
„Hilft Gott weiter."
„Ihr seid ein wackerer Mann.
Da fiel ein Flintenschuß.
„Halt!" ertönte das Kommando des MajorS.
„Baffen Sie mich rekognosciren", sagte der Schulz. „Ich kenne den Birkenwald vor unS genau und bin beritten."
Er sprengte davon.
So verstrich eine bange Viertelstunde, in welcher sich keiner der Soldaten rührte. . m
„Sollte er ein Verräther fei»?" murmelte der Major, „aber nein — nein, er sieht zu ehrlich aus."
Bald kam Kuhn zurück und sprach: „Vor uns befindet sich eine französische Vorpostenlinie, die wir umgehen müsse», deshalb wollen wir ein Ende zurückmarschiren und einen Seitenweg ein- schlagen."
Es geschah.
Kaum waren in dieser Weise dreihundert Schritte gemacht, als ein lautes „Qai tive“ ertönte. Gleich darauf folgte« einige Schüsse.
„Was machen wir?" flüsterte Kuhn. *4
„Wir sind wehrlos und ohne Munition — der Muth verloren, alles verloren", lautete des Majors Antwort.
Nun sprengte französische Kavallerie Hera», umringte die Preußen und nach einem kurzen Kampfe, der nicht ohne Blutvergießen abging, wobei der Major fiel, wurde das ganze Detachement und mit ihm der alte Schulz gefangen.
In Wusen herrschte anderen Tages die größte Aufregung, denn die viel gefürchteten Franzosen rückten ins Dorf und nahmen in den bewohnten und unbewohnten Gehöften ihre Quartiere.
Das «och übrig gebliebene Vieh, einige magere Kühe, fielen i» die Hände der Sieger, denen »ach so langem blutigem Kampfe die Ruhe doppelt erwünscht kam. In Kuhns Hosgebäude wurden dreißig Mann placirt, welche Speise, Trank und Nachtlager verlangten.
Die letzten Schafe wurden geschlachtet und das Vieh nach Braunsberg ins Hauptquartier getrieben, fo daß eigentlich nur die kahlen Wände Übrig bliebt n.
Anderen Tages gegen Abend erwartete Frau Kuhn ihren Gatten zurück. Als er nicht erschien, hegte ste große Besorgnisse, welche sie nicht offen zur Schau tragen konnte, damit sie ihren Man» nicht verrathr.
Der junge Poschmann, der sich recht brav benahm und der alte» Frau, treulich zur Seite stand, hatte i« der Dunkelheit seinem Schwiegervater ein viertel Weges entgegen gemacht, aber et kehrte leider ohne ihn zurück, mit blutendem, schwerem Herzen.
„Dem Alten ist etwas wioerfahren", wehklagte die Frau, „in ihm steckt noch immer der alte Svldatengeist — fein Herz verlangt «ach absonderlichen Hrldenthaten, die sich kaum für fein Alter u«d seine Jahre paffen. Nu» hat er'S — und wir mit."
Schließlich wurde die Gefangennahme des alten Schulzen nnd des Detachements konstatirt.
„Ach Himmel", wehklagte die Matrone, „sie bringen ihn um — hilf Gott! Maria und Joseph hilf!"
Die gefangenen Preußen mußten ihre Waffe« abliefern, der alte Schulz wurde als Spion ergriffen, gebunden und nach Schlodie« abgeführt.
Nach einigen Tagen gelangte Kuh» in die Grafschaft Dohna- Schlodie» und wurde in eines der Amtshäuser eingesperrt. Natürlich befreite man ihn von den Fessel«, reichte ihm auch Brod und Wasser und legte eine mit strenger Ordre versihene Wache ins Zimmer.
Bernadotte befand stch mit seinem Stabe im Schlosse zu Schlodien, von welch:m er als Sieger Besitz genommen hatte. Eine lange Hast durfte der alte Schulz nicht ertragen, denn innerhalb kurzer Zeit führte man ihn vor ein Kriegsgericht unter Bernat ottt's Vorsitz.
„Du bist ein Sp!on?" fragte der General.
„Nein Herr", lautete die kurze Antwort Kuhu'S.
„Womit willst Du das beweife», Bauer?"
„Damit, daß ich meine Schuldigkeit getha« habe."
„Nennst Du baS Deine Schuldigkeit thun, wenn man Dich an der Spitze feindlicher Truppe« mit de« Waffen in der Hand ergreift?"
„Feindliche Truppen, Herr?"
„Nun?"
„Ihr seid meine Feinde und der Feipd eines jedes brave« Preußen."
„DaS ist ei« aufrichtiges Geständniß."
„Hätte ich in Preußen zu befehlen, solltet Ihr die längste Zeit im Lande gewesen fein!"
„Bauer — Du bist verwegen."
Kuhn schwieg.
„Was bewog Dich, Dich offen gegen uns aufzulehnen?" ,