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Kuld aerMZ eimng

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mit den

29. Jahrgang.

Iulöa, Samstag, dm 21. Juni 1902.

HL 140.

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lllustrirte Sonntags-Zeitung,

Zum Thronwechsel in Sachsen.

Der unerbittliche Allbezwinger Tod hat dem Lande Sachsen seinen König und dem Deutschen Reiche einen Mann und BundeKfürsten genommen, dessen Bedeutung int allgenuinen wohl nicht so hoch angeschlagen wurde, wie fie es verdiente. Das einfache und schlichte Wesen des Königs Albert war allem Aufbauschen der eigenen Person abbold. König Albert trat nur dann in die Otffentlichkeit, wenn es seine Königtpflicht gebot; und ganz und gar nicht liebte er es, geflügelte Worte und dergleichen von sich in Umlauf ge- bracht zu sehen. Aber gerade diese Anspruchs« losigkeU in seinem Wesen, verbunden mit einer vollendeten Aufrichtigkeit und Treue des Cha­rakter-, gewann ihm die Herzen aller derer, die auch an den Menschen selbst die Wahrheit von dem Scheine zu sonder« verstehen.

Daß König Albert ein Soldat mit Leib und Seele war, triff en wir alle ganz genau. Er war nicht nur ein Prinz, ein Fürst in Generals« uniform, er war ein wirklicher Soldat, ein Feld­herr im wahren Sinne des Wortes, und es ent« sprach seiner militärischen Bedeutung vollkommen, daß er nur noch der einzige Inhaber des Groß- kreuz-s vom Eisernen Kreuze war. Denn in ihm batten wir auch bin letzten Heerführer aus der Zeit des deutsch.französischen Krieges zu erblicken.

Die Gestalt des dahingeschiedenen Königs er« innett von neuem so recht deutlich an die wunder« baren Wandlungen, die unsere deutschen Lande während des letzten halben Jahrhunderts durch« gemacht haben. Als Kronprinz überbrachte er am 8. Januar 1861 dem König Wilhelm I. von Preußen und nachmaligen ersten Kaiser deS neuen Deutschen Reiches die Glückwünsche seines Vaters, des Königs Johann, zur Thronbesteigung. Mit den Oesterreichern und den Preußen zusammen zog derselbe Kronprinz Albert im Jahre 1864 iu'S Feld um Schleswig«Holsteins willen; uns nur zwei Jahre danach lag er mit den Oesterreichern im Kriege gegen dieselben Preußen daß jener unselige Bruderkrieg den Preußen den glänzenden Sieg brachte, war zum wenigsten die Schuld der Sachse« und ihres tapferen und kluge« Hrcrfüh« rerS, desselben Kronprinzen Albert. Aber auch wieder nur vier Jahre später sehen wir denselben Kronprinz mit denselben Preuße« Seite an Seite in einem natürlichen Kampfe auf dem Boden Frankreichs fechten.Mit derselbe« Treue, mit der ich zum alten Bunde gestanden 6m, werde ich auch an der neuen Verbindung, i« die ich jetzt getreten bin, halte« und, soweiteS i« meine« Kräften steht, alles anwenden, um dieselb für unser engeres wie für unser weiteres Vaterland möglichst segensreich werden zu lassen." Dieses schöne und ganz außer« ordentlich charakteristische Wort des Königs Jo­hann von Sachsen auS dem Jahre 1866 nach dem österreichischen Feldzuge ist seitdem in unver­änderter Weise das Lriimotiv geblieben für das

Ilitmtk-LtiMMM eines eilte LuthO«.

Halbvergessene Geschichten aus den 30 et und 4V er Jahren deS 19. Jahrhunderts von B. 6. Coe ft er.

46 ------ (Rachdruck verboten)

Da war es zum zweiten Mal ein Schrei Frl. Gaslers, der uns am heutigen Tage daran erinnerte, daß wir nicht allein waren und unsere Gedanken auf unsere Gesellschaft zurücklenkten. Ein durchdringender gellender Schrei, fast wie ein Hilferuf erklang er und ließ Tina und mich entsetzt in die Höhe fahren. Dazwischen hörte man das heftige Bellen des einen und Jammer­geschrei des andern Hundes und das verzweifelte Rufen mehrerer Stimmen:Halt! Halt!"

Auch unser Schlitten hielt und unser Kutscher gab nach rückwärts das Zeichen zum Halten der nach uns kommenden Gefährte.

Um Gotteswillen, was mag passirt sein?" fragte Tina angstvoll.

Ich hatte bereits die Decken zurückgeschlagen und war aus dem Schlitten gesprungen.Ich werde Nachforschung halten", damit verschwand ich in der Dunkelheit.

Nach kurzer Zeit kehrte ich zu Fräulem von Ruberus zurück, um ihr zu melden, daß Hektor, der prächtige Jagdhund, den wir vor kurzem noch so fröhlich bellen gehört, in der Dunkelheit unter den Schlitten gerathen und wahrscheinlich durch einen Huftritt getödtet sei. Henriette Gasler hatte unter strömenden Thränen das schöne Thier in den Schlitten betten helfen und war selbst bet ihren Eltern eingestiegen.

sächsische Königshaus, unter König Johann und unter seinem Sohne, dem nunmehr ebenfalls ab« berufenen König Albert; und allbekannt ist das Wort des greife« Kaisers Wilhelm I, der vor allen anderen BundrSfürsten seinen Enkel gerade den König Albert von Sachsen als klugen und bewährte« Rathgeber empfahl. Wie schnell in jener sturmbewegten Zeit der Wiedergeburt des neuen Reiche- die Wandlungen vor sich gingen, das erkennt man recht deutlich aus der Thatsache, daß König Wilhelm I. von Preußen denselben Kronprinzen Albert von Sachsen, der weniger als ein Jahr vorher gegen ihn int Felde stand, im Februar 1867 zum kommandirende« General des zwölfte« Armeekorps ernannte. Und weitere vier Iahte danach wurde ihm von dem neuen Kaiser dte Würde der Generalfeldmarschalls verliehen!

König Albert ist tobt; eS lebe König Geotg! Dem JBruber folgt nun aus dem sächsischen Thron König Georg, geboren am 8. August 1832 nur noch durch wenige Wochen getrennt von der Schwelle des GreisenaUers, gleich seinem Bruder in einfacher soldatischer Weise erzogen, gleich seinem Bruder erprobt auf den Schlachtfeldern von 1866 und 1870/71, gleich feinem Bruder kommandirender General des XII. Armeekorps, und da« länger als ein Metteljahrhundert, vom November 1873 bis zum März 1900 außer­dem feit dem Juni 1888 Generalselümat schall und Generativ spekttur der geeiten Armee In­spektion. Alle Welt rühmt seine vortrefflichen Eigenschaften, zu denen namentlich stets gehört haben eine aufmerksamste Sorge sür die Wohl­fahrt des Soldaten und eine lobenswerthe Straff­heit und Entschiedenheit bei der Bestrafung Solcher, die sich der Mißhandlung oder Un­gerechtigkeit gegen Untergebene schuldig gemacht halten.

König Georg ist Wittwer. Seine Gemahlin Infantin Maria Anna von Portugal ist nach 26« jährte er sehr glücklicher Ehe im Februar 1884 gestorben. Der Ehe entsprossen fünf Kinder, von denen der nunmehrige Kronprinz Friedrich August das älteste ist. Drr Kronprinz ist setz 37 Jahre alt, mit der Erzherzogin Lmse Antoi « tte Maria von Oesterreich verhelrachrt und Var^ von drei Söhnen und zwei Töchtern. Der dr te Sohn deS nunmehr regierenden Königs Georg ist der bekannte Prinz Mcx von Sachsen, der die schimmernde Gewandung des ReiterosfizierS mit dem schwarzen Kleide des Priesters vertauschte. König Georg bietet die allerbeste Gewähr, ein Nachfolger in dem Sinne feine« in die Ewigkeit abberufene« Bruders zu fein.

Das war ein trauriger Abschluß des schönen Festes auch für die Andern. In halblautem Ton besprachen wir das Ereigniß, welches Tina sehr erregte, denn sie hatte ein warmes Herz für Thiere.

Hanau war nun erreicht, und bei dem Ruberus- schen Hause angelangt, half ich meiner Dame aus dem Schlitten und empfahl mich dann rasch. Eine Weile gingen Henry und ich noch zusammen, dann trennten sich unsere Wege. Ich schritt nach meiner Behausung, er demParadies" zu, welches er jetzt bewohnte.

Endlich zu Hause angekommen, hätte ich mich nach diesem ereignißreichen Tage eigentlich ins Bett legen müssen, was in Anbetracht des un­gastlich kalten Zimmers sicher auch das Ver­nünftigste gewesen wäre. Da ich aber fühlte, daß ich doch keinen Schlaf finden würde, lief ich im Zimmer auf und ab.

Ich war sehr aufgeregt und besonders der Tod des schönen, prächtigen Thieres ging mir nicht aus dem Kopf. Ich fand erst Ruhe, als ich, klappernd vor Kälte, folgende Zeilen nieder­geschrieben hatte:

An die Manen Hektors!

Dir, o Hektor! weih' ich diese Klage;

Ach, vernimm' den schmerzerfüllten Freund, Welcher heut' an Deinem Todestage An der Gruft 'ne stille Thräne weint.

O, wie hab' ich Dich, da Du noch lebtest,

Stets als einen treuen Hund geliebt,

Der Du immer nach dem Guten strebtest.

Und ein Hund warst, wie's kein zweiter gibt.

Dein Verdienst erwarb Dir keine Orden, Keine Sinecure gab man Dir,

Berlin, 20. Juni 1902.

+ Per Kaiser «»d die Kraft fahr zeuge. Gerade im gegenwärtige« Augenblicke ist eine Aevßerung deS Kais-rs über die Kraftfahrzeuge

ißtereffant. Bei feinem letzten Aufenthalte i« Wiesbaden hat der Kaiser die Aeußerung geihan, baß er bas Automobil alseine Gefahr für das Leben der Menschen unb Thtere ansteht unb die strengsten Verorbungen über die Fahrgefchwin« bigkeit begünstigt". Der Küser kann aus Er­fahrung sorechen, denn er besitzt mehrere Auto­mobile. B.kanntlich wäre kürzlich der König von Italien beinahe bas Opfer unsinnigen Auto* mobilsahrens geworben, ebenso wie soeben erst Dr. Georg von BleichröSer.

4- ZleSer die Kapiiukatio« der Mavu- schaflea hat ber Kaiser neue Bestimmungen er­lassen. ES ist angeotbnet worben, baß alle er­littene« Disziplinär strafen gelöscht sein sollen, wenn ein vorder bestrafter Kapitulant im aktiven Heeresdienste sich vier Jahre hindurch so geführt hat, daß er weder gerichtlich mit Freiheitsstrafe, noch disziplinarrsch mit Arrest bestraft würbe. Als Kapitulanten sollen nur solche Mannschaften angenommen werden, von denenein wesentlicher Nutzen für den Dienst zu erwarten ist."

* Im Li-V-rsch-u Wahlkreise hat ber vorn Bunde der- Lanbrvirthe aufgestellte Kandidat Herr Hauptmann a. D. von Graverg seine Kandidatur zurückgezogen. Dies ist geschehen in einem Schreiben an den Vorstand desBundes ber Landwirthe", das folgenden Wortlaut hat: Nachdem ich i« ber Wahlversammlung ber Centrum spartet am Sonntag, ben 15. b. Mts. in Montabaur, baoon Kenniniß zu nehmen Ge­legenheit hatte, daß ber aufgestellte Kandidat ber Partei, Herr Dr. Dahlem, die Forderungen der Bauernvereine in Betreff ber lanbwirthschaft- lichen Zölle im Reichstags zu vertreten bereit sein wirb, unb nachdem Hur Dr. Dahlem in seiner Rede versprochen har, dos Wohl de» Nassauischen Bauernvereins jeder Zeit zu fördern, liegt für mich keine Veranlassung mehr vor, als Gegenkandidat aufjutreten. Ich werbe daher mit meinen Freunden die Wahl des H rrn Dr. Dahlem unterstützen und bitte Sir aus ben angeführten Gründen das Gleiche r-i tbun. Indem ich Ihnen und Ihren geschah -i Mitgliedern im Wahlkreise sür das mne geftt?! kte Vertraue« meinen besten Dank sage, verbleibe ich mit vorzüglichster Hochachtung von Graberg, Hauptmann a. D."

4- Die Krvfolge in Lippe Detm-rd wild demnächst endlich ihre endgiltige Regelung erfahren. Die Regierung von Lippe-Detmold hat nunmehr ein Erbfotgegefitz fertig gestellt. In dem die Erbfolge der Linie bet Grafen von Lipps- Btesterfelb al» berechtigt anerkannt und die Linie Lippe Schaumburg von der Erbfolge aurgeschloffen wird. Der Gesetzentwurf soll dem Landtage von Lippe-Detmold alsbald nach btffen erneutem Zu- fammentreten zugehen.

X Ii- Iiaanze» der Kinzelstaate« und de» gleiche» waren in diesen Tage« wieder einmal Gegenstand parlamentarischer Ausein­andersetzungen, diesmal in ber ersten badischen Kammer. Finanzminister Buchenberger sprach von ber Verschlechterung ber Staatsfinanzen, die sich namentlich 'm nässte« Etatsjahre in sehr dringlicher Weise fühlbar mache« werde

Welcher Dank ist Dir zu Theil geworden?

Was bekamst Du armer Hund dafür?

Doch, Du hast auf Dank ja nie gezählet.

Alles thatst Du sonder Eigennutz,

Wo Gefahr war, hast Du nie gefehlet.

Und der Unschuld lieh'st Du Deinen Schutz.

Unbetrauert ist Dein blut'ges Ende;

Dir ertönt kein mitleidvolles Weh!

Kein Verwandter ringt sich wund die Hände, Nicht am Grabe weint Andromache.

Ruhe sanft, mein Hektor, in der Erde, Deine ird'sche Laufbahn ist vollbracht. Du bist ewig hin; ich aber werde Dein gedenken, wie Du mein gedacht'.

Welch' wunderlich Ding ist doch das mensch­liche Herz! Vor kurzem erst hatte ich geglaubt, all mein Glück begraben zu müssen und nun ging mir der Tod eines Hundes so nahe, daß ich nicht einschlafen konnte.

Das Niederschreiben der Verse hatte rote em Ventil auf meine überreizten Nerven gewirkt. Wenn ich auch nicht sofort einschlief, so konnte ich doch ruhiger über das Erlebte nachdenken.

Das stand mir auch jetzt noch fest: Tina war für mich verloren, aber ich hatte noch einen anderen Verlust zu verzeichnen; mit meiner Freund­schaft für Kant war es vorbei. Für immer vorbei! Ein Mensch, der mir nach jahrelanger Freundschaft so was zutraute, mich so wenig kannte, war mein Freund nicht, war es viel­leicht nie gewesen.

Am anderen Morgen couvertirte und siegelte ich das beschriebene Blatt gar zierlich und sandte es Hartor durch meinen Burschen zu.

Zwei Stunden später kam der {einige mit der Antwort. Sie war, wie mein Schreiben, in Versen gehalten, aber der Inhalt ließ mich

immerhin halte die Regierung die Ausschreibung neuer Steuern «och für nicht «othwenbig. Als ben dunkelsten Punkt in ber Finanzlage" be­zeichnete Minister Buchenberger die finanziellen Verhältnisse zum Reiche: im nächsten Budgetjahr werbe zweifellos eine stärkere Heranziehung ber Einzelstaaten zur Bestreitung ber GeldbebÜrfnlffe des Reiches eintreten. Der Herr Minister setzt seine Hoffnung auf eine baldige Besserung ber wirthschafilichm Lage. Aber wann dieses er­hoffteBald" eintreten werde, bas scheint nach seiner Rebe auch ihm noch ein Buch mit siebe« Siegel« zu sein. Nach seiner Meinung hängt inbeffen bie Gesundung ber Finanzlage von ber Erstarkung ber wirthschastlichen Lage ab, unb somit müßten gerabe Herr Finanzminister Buchen­berger und bie badische Regierung recht nach- brücklich sür alle biejenigen Maßregeln eintreten, bie burch eine kräftige Schutzzollpolitik unseren heimischen Verhältniffe« roieber aufhelfen können, sobald unb so gut es eben möglich ist. Zn diesen Maßregel« gehört in allererster Reihe ein durchgreifender Schutz für bie beutsche Lanb­wirthschaft. Würde diese kaufkräftiger gemacht werden, als sie jetzt ist, durch bie entsprechenden Schutzzölle, dann würde bas außer der Lanb­wirthschaft selbst in allererster Rühe ber heimischen Jnbuflrie zu Gute kommen, unb auf diese Weise würbe man am leichtesten uub am ehesten zu dem Ziele gelangen, das Herrn Finanzminister Buchenberger vor Augen schwebt. Aber gerade ihn unb bie badische Regierung hat man bisher noch immer auf dem Wege derer gefunden, die von einem solchen kräftigen Zollschutze für bie deutsche Landwirthschaft nichts roiffen wollen. Unb babische Preßstimmen sind eS vorwiegenb, bie mit bem Anscheine amtlicher Beeinflussung fortgesetzt ben Herren vom Freihandel unb von ber Zollgegnerschaft bie allergrößte Freude be­reiten durch ihre Ergüsse gegen bie Agrarier, ohne jemals von dem Herrn Mlpister daran erinnert zu werden, daß sie sich auf dem Holz­wege befinden. Wie reimt sich daS zusammen? Ohne Hilfe keine Befferung. Dafür wollen die Finanzweisen vom grünen Tische Bier und Tabak aufS neue bluten lassen unb dadurch neue Ein­nahmen erzielen auS ber Besteuerung allgemeiner VolkSoerbrauchSgegenstände eine wundersame Finanzpolittk! J

X Arvetterauskkimbe f. I. 1901. Die Ttatrstik wirb schwerlich ganz richtig in ihren Grunblage« sein, die Herr Legten soeben ver­öffentlicht hat, der sozialdemokratische Reichs­tagsabgeordnete und Führer der sogenannte« neutralen", d. h. sozialdemokratischen Gewerk­schaften. Immerhin ist die Zusammenstellung intereffanf. Danach gibt Herr Legien die Zahl deS Streiks des Vorjahres auf 727 a.i, bie Zahl der daran Bethetligten auf 48.522 mit 3283 Lohnwochen Dauer und 2'/s Millionen Mark Strelkkosten. Aber wenn nun sogar Herr Legte« darauf hinweist, daß die Erfolge dieser Aus­stände i. I. 1901 noch weit ungünstiger aus- fielen, als im Jahre vorher, dann kann man ihm das aufs Wort glauben, eben weil es der Führer der sozialdemokratischen Gewerkschaften ist, rasch meine, immer noch von Hektors Tob (unb einem starken Schnupfen) feuchten Augen trocknen.

Mögen die hübschen, launigen Verse, welche mir so frohe Kunde brachten, durch diese Blätter der Nachwelt vermittelt werden und noch Andere erheitern. Sie lauteten aber also:

Hektor, keine Geister-, sondern eine lebende Hunde-Stimme.

Lebewohl hab' ich gesagt der Erde, Lebewohl so manchem Hochgenuß, Den sie mir und Menter'n wohl bescheerte; Angelangt war ich am Styg'schen Fluß.

Schwimmen ließ mich Charon mit dem Nachen, Der so voll schon, daß er überhing, Nicht im Schiff bequem durst' ich miiS machen. Wie auf Erden, wenn's nach Steinheim ging.

Todesrichter in des Hades Landen Prüften meine Lebens-Thaten all. Und man wies mich, da ich wohl bestanden. Eben in den seel'gen Hundestall.

Da was dringen plötzlich da für Töne In die finst're Unterwelt herab?

Nicht ein Jüngling klagt um ferne schone. Nein, es weint ein Freund auf Hektors Grab.

Aus des neuen Orpheus Munde mächtig Schallt ein rührend Klagelied hervor. Seines Sanges Weise, voll und prächtig, Dringet selbst zu Plutos starrem Ohr.

Und erweichet steht der Herr des kalten Todtenreichs ob solchem Schmerz-Erguß Seine Thräne könnt' er nicht verhalten. Weint doch selbst Kollege Cerberus!

Tief gerühret spricht der Fürst der Schatten: Neu gewährt sei Dir der Erde Glück Eurydiceen gab ich ihrem Gatten.

Hektoren geb ich seinem Freund zurück.