Einzelbild herunterladen
 

■ f nftrnft: Di«

Y . * . A einspaltige Petit.

■aIB teile oder deren

W "WlS RauntkSPf^Se.

wlY H IM H IM MI IM klckmen die Petit-

^A-HAH.G'RR KWE

Rabatt gewährt.

rSrföeint tögfid), B Mk

W- fltlflrtpr gS5. *1, X< V vT-v

'Lsr,rlM.L6Ps,

mit den Beilagen

*<lr für Jnitmtt 3. p«tjeU«r in Sulla. „Illustrirte Sonntags-Zeitung", „xuldaer ßeschicbtsblätter“ und £otterie-£iste.

vruck UN» vertai »er Anldaer Actiendrulere» peteregafle fir. 2 Cbarinonte).

JK 124-

Iu^öa, Dienstag, den 3. Juni 1902.

29. Jahrgang.

G Ende des Burenkrieges.

Sonntag Abend schon ist in vorgerückter Stunde in Deutschland die Nachricht bekannt geworden von dem Abschluffe des Friedens -wischen den Engländern und den Buren. In London erfuhr man öffentlich davon in der achten Abendstunde. Der britische Oberbefehls« Haber Lord Kltchener hatte in der Nacht vom Samstag zum Sonntag den Bericht nach London entsandt, daß die Vertreter der Buren die Friede« sbedingur. gen unterzeichnet hätten. Wie diese Bedingungen lauten, hat man nicht gleich­zeitig erfahren (f. d. pol. Theil). Daß Minister Balfour Montag Nachmittag im englischen Unter - hause nähere Mittheilungen machen würde, war bekanntlich bereits vorher angekündigt worden. Man hat aber schon vorder von dem Plane vernommen, eine ganz neu; Verfassung für Süd­afrika auszuarbeiten, in dem Smne, daß die Buren bis zu hohem Grabe an der Selbstver­waltung ihrer Länder mit thätig sind. Die gavge Art und Weise, in der die britische Regie­rung wahrend der letzten Zeit verfuhr, hat dir 'Annahme nur zu naqe gelegt, daß die Friedens- bedingurrgen den Buren nicht ungünstig stnd. Vermuthlich stechen ste in einer für die Eng­länder recht bedeutsamen Wiise von den Groß­sprechereien ab, die vorher di? brrtischrn Regte- rungsmänner stets im Munde führten — um ganz zu schweigen von den m'luntrr fast unglaub­lichen Prahlereien englischer Zritungen. Auch daran ist wohl nickt zu zweifeln, dcß die Haupi- chrdirgungen deS F-ieoeus schon seit längerer Zeit mtttrbart roorotn, uns daß es sich zul.tzt nur roch um Nebensachen handelte.

Fast 3 Jahre hat dieser unglückliche Krieg ge­dauert. Trotz der ungeheuren Aufgebote der Eng­länder an Geld und Truppenmacht wird Niemand 'behaupten wolle», daß die Buren besiegt worden seien ; die britische Regierung wird ohne Zweifel sehr froh sein, daß eine Form gefunden wurde, die Buren-Republiken dem britischen R iche ein- zuverleiben, ohne dabei auf den erneuten Wider­stand der Bare» zu stoßen. Die Burrn ihrerseits haben nicht minder Grund zur Befriedigung. Eng­land war dir weitaus stäik-re Macht; wenn eS dieser auch außerordentlich schwer wurde, sich als solche stärkere Macht zu zeigen und zu behasvten, so näherten sich die Buren dennoch dem Ende ihrer erfolgreichen Widerstaudssähigkett. Als be­siegt brauchen sie fick nicht zu betrachten; wenn sie einen ehrenvollen Frieden ichließen konnten, so mußten sie das thun, das war ein unabweisbares -Gebot der Klugheit. Als Lord Roberts am 11. Dezember Südafrika verließ, übergab er den Oberbefehl seinem Nachfolger Lord Kitchener mit de« denkwürdigen Worten: „Vom Bureuheere ist nichts mehr übrig als marodirende Banden." Nun, die marodirende» Banden haben den Eng- ländern während der weiteren 18 Kriegsmonate eine harte Zurechtweisung für diese und alle die vielen anderen Prahlereien ertheilt.

' Der Verlauf des Krieges ist merkwürdig genug. Als er begann, waren die Buren in jeder Be- ijiehung in der lieber macht. So zahlreich waren

iS—w———MMMBM

MtMtS-kliMwIM NUS litt« Suhrffe«.

Halbvergeffene Geschichten aus de» 80 et und 40 et Jahren des 19. Jahrhunderts von B. 6. Coe stet.

30 ------ (Nachdruck verboten.)

Den einfachen Strauß, den mir Lottka zum "Abschied gegeben, behielt ich bis Kassel krarnpf- haft in der Hand, und der Duft der darin ent­haltenen Paradiesblümlein ließ mich alle trübe Stunden rasch vergessen, ich gedachte nur des Guten, was mir in Spangenberg begegnet war.

Den Aufenthalt von anderthalb Stunden, den ich in Kassel bis zum Abgang des Zuges nach Frankfurt hatte, benutzte ich, um die Königsstraße hinauf zu gehen und im Laden von Flätcher und Traube eine geschliffene Crystallbowle zu kaufen und sie meinem alten guten Major, als kleines Zeichen meiner Dankbarkeit durchs Boten- marthchen, dem ich vorher Bescheid gesagt, zu­zusenden. Zum Glück für meinen schmalen Geld­beutel verlangte damals noch kein Mensch, daß eine solche Bowle (wie eine Glucke mit ihren „Bibelhühnerchen"), gleich mit zwölf Gläsern im zu erscheinen hatte.

Merkwürdig! Nachdem ich dies Opfer auf dem Altar der Dankbarkeit gebracht, war plötz­lich alle Wehmuth dahin. Spangenberg mit fernen Leiden und Freuden war ins Meer der Vergangenheit gesunken und meine frohen Ge- oauken flogen mir voraus nach Hanau.

„.Eiligen Schrittes durchging ich das Gnaden- Edchen am Weitz'schen Haus, rasch gings die Wolfsschlucht hinunter, die Kölnische Straße

ihre Streitkräfte nicht, wie sie von den Eng­ländern angegeben wurden. Die englischen Berichte sprachen damals von mehr als 54 009 Buren, die ihnen im Feld« gegenüber standen — so viele waren es nicht. Aber mehr als 30000 Buren in Waffen standen beim Beginne des Krieges ohne Zweifel den Engländern gegenüber, die damals über kaum 30000 Mann verfügten; und die Er­folge jener ersten Kämpfe können nur so gekenn­zeichnet werden, daß man sagt, die Trümmer des englischen Heeres flüchteten in wilder Unordnung vor den nachstürmenden Buren nach Ladysmith. Das geschah im Oktober und November 1899, nachdem am 11. Oktober die Buren di« Grenzen ihrer Republiken überschritten und in britisches Gebiet eingch-ochen waren. Die Buren schritten von Erfolg zu Erfolg. Aber sie verstanden eS nicht, dir Frücht; ihrer E Folge zu pflücken. Di« englischen Truppen waren vollkommen entmuth'gt, bevor Lord Roberts und Lord Küchever am 10. Januar 1900 in Kapstadt anlamen; damals wäre e* den Buren nicht schwer gewesen, die B.iten vollständig zu schlagen — aber ihr Zögern wurde ihnen zum schweren Nachtheil.

Di« Engländer hatten gemerkt, mit was für einem Feinde sie zu thun hatten. Sie betrieben die Kcteg5rüstu«ge» fieberhaft, und schon in der Mitre des MonatS Februar 1900 stand Lord Roberts an der Spitze einer Truppenmacht vo» nicht wrrttger als 150000 Mcmn. Damals war es, als General Cconjr mit 4300 Mann am Paarde- berge de» Engländern sich ergeben mußte und die beiden Bure»rkpubttken der britischen Re­gierung Friedensangebote machten, unterstützt von Holland. Die Regierung in London wies diese Angebote schroff ob. Sir verstärkte ihre Herres- mocht in Südafrika auf 250 000 Mann; aber trotz dieses Rirsenaufgebotes konnte sie die im Vergleiche dazu winzigen Burenhäuflein nicht eigentlich besiegen, und jetzt ist e?, tm Gegen­sätze zu dem Kapgouvrrneur Meiner gerade der OberbefthlShaber Kitchener gewes-«, der „Würger von Khartum", der zur Nachgitbigkeit und zum Frieden dringendst rieth, weil er trotz settrer 250000 Mann di« Fortsetzung der Feindselig' ketten fürchtete.

Holland ist es wiederum gewesen, das zum zweite» Mal die FciedensoerHandlungen in Gang brachte. Und augenscheinlich hat der persönliche Einfluß des Königs Esuard sehr viel dazu bei- getragen, de» Friede« wirklich noch vor der Feierlichkeit seiner Krönung zu Stande zu bringen.

Jk tzi mag nun England sich all; Mühe geben, seine neue» Burenbürger zufrieden zu stell;». Erst durch diese» Krieg habe» dir Buren sich die nöthige militärische Ausbildung erworben, und sie würde» jetzt gefährlichere Gegner sei», als vorher, w.nn sir nur erst wieder zu Kräften ge­kommen sein würden. Die Engländer mögen sich hüten davor, durch unverständige Behandlung der Buren neue Feindseligkeiten hersorzuruf-m und damit ihre ganßb Stillung in Südafrika aufs neue in Gefahr zu bringen!

hinauf auf den Kratzenberg, wo ungefähr da, wo auch heute der Bahnhof liegt, ein kleines unscheinbares Gebäude den wenigen Reisenden bis zum Abgang des Zuges Schutz bot. In Frankfurt hatte ich fast Fieber vor freudiger Erwartung und meinte, die Lokalbahn sei bos­hafter Weise weiter denn je hinaus vor das Allerheiligenthor gerückt. Mainkur, Wilhelms- 6ab und endlich, endlich „Hanau," rief der Schaffner. „Hurra, da bin ich," schrie ich schon zum Fenster heraus, und „Hoch Adler!" scholls im Chor zurück. Unter denen, die mich so freund­lich empfingen, Hartor, Sturm, Qualla, die in­zwischen Bräutigam gewordenen Leutnants Gießer und Mattelly und natürlich Paul Spinnern, vermißte ich Kant. Aber dort stand er, in Civil — er hatte inzwischen den Abschied ge­nommen — und neben ihm die Hünengestalt meines Bruders Henry, der nach Hanau versetzt war. Und nun war ich wirklich wieder „zu Hause".

VIII. Mein neuer Oberst.

Wenig mehr als 6 Wochen waren seit meiner Rückkehr von Spangenberg verflossen, und die ganze Episode erschien mir wie ein Traum, so hatte ich mich wieder in meinen Dienst und die Hanauer Verhältnisse eingelebt. Dazu trug vor Allem viel bei, daß ich so gut wie gar nichts mehr von dem kleinen Bergnest und seinen mir lieben Bewohnern hörte.

Briefe wechseln war damals, wo der Bries von Hanau nach Spangenberg zwölf Kreuzer — etwa 31/» Silbergroschen — kostete, eine für eine Leutnantsbörse zu kostspielige Sache, und unsere Korrespondenz beschränkte sich auf den

Berlin, 2. Juni 1902.

+ Schch vo« Ker sie« ist heute (Montag) von der Bahnstation Wildpaik bei Potsdam aus abgereist. Der Kaiser hat den persischen Herrscher bis zum Bahnhose begleitet, woselbst auch die in Berlin und Potsdam an- «tefenben Prinzen zum Abschiede sich eingefunden hatten. Der Kronprrnz von Siam hat gleich­zeitig feinen Betuch am Kais;> Hofe beendet, bleibt aber noch eine Wsche a!s P ivumann in Berlin.

+ Di« Nachwahl tm Wahlkreise Dr. Kiekers,. Dem ,N flauer Beten' zufolge, der in Limburg a. d. Lchn erscheint, hat der Nasi mische Bauernverein Herrn von Graberg die ReichrtagS« tanbibatur nicht angeboten. Das genannte Blatt schreibt, brr Bauernverein sei am 5. Mai zum letzten Mal in einer G neraloersammlung bei­sammen gewesen; habet aber sei von her Ersatz­wahl zum Reichstage qar nicht gesp o*' n worden. Rechtsanwalt Dr. Dahlem, bet offistelle Ern- trumrkand.dat, ist nach einer Miirgellung des­selben Blatte« Jahre lang Justitiar desselben Naffauischen Bauernvereins gewesen, so daß „die Jntereffen nuferer naffauischen Bauern bei ihm, als einem bestens bekannten Ns ff mer, in besten Händen lägen." Von Herrn von Graberg selbst liegt noch keine weitere Erklärung vor.

+ Ai- Herrvsse» «ater emsndsr. Der sozialdemokratische Abg Schippe! hot ein seh: umfangreiches „Reichrtagrhandbuch" beranSaegeben, damit aber nicht den Beifall oller „Genoffen" er­rungen. Ein anderes Mitglied bet sozialdemo­kratischen ReichStagSfraktion hat öffentlich scharfe Kritik daran geübt, und zwar namentlich von dem G fichlSpunkte aus, daß die Tbätigkeit der sozial­demokratischen Abgeordneten nicht genügend ge- p. leien und hrrvorgehoben sei. — Die Eitelkeit und die Personenbeiäuchcrung spielen ja von jeher bei diesen selbstlosen und uneigennützigen Volkr- ttibunen eine außerordentlich bedeutende Rolle.

X Die Drecker-Dorlars wird die zuständige Kommission des Reichstages verrnuthlich noch diese ganze Woche beschäftigen. Die Regierung übt noch wie vor einen starken Druck au«, um die Vorlage noch vor der Vertagung bis zum Herbste im Reichstage zu erledigen; und sie wird in diesem Bestreben außer von den Sozialdemokraten, Frei­sinnigen und Nationalliberalen auch von den Frei- konservativen unterstützt. Aus bloßer Freute an der Verzögerung sucht natürlich Niemand diele Verhandlungen in die Länge zu ziehen Aber die­jenigen, die es auf einmal so außerordentlich eilig mit der Erledigung der Vorlage haben, tragen jedenfalls auch die Verantwortung für die Ge­staltung derselben und für die Folgen, die daraus für die Zuckerinduflrie und für die Landwirthschaft entstehen können. Auch die Kundg,bürgen der österreichischen Rübeozucker-Jndustrie richten sich gegen dis Brüsseler Äonoentlon, also gegen verschiedene Bestimmungen derselben. Der „Central-

Dankesbrief des Majors für die Bowle und meine Antwort darauf. Auch durch Paul erfuhr ich wenig. Derselbe Grund legte auch ihm Be­schränkung aus, und von seinen Angehörigen erhielt er, trotz der großen Familie, oft Monate lang keinen Brief. Man nahm an, daß alles gut ging, so lange Niemand, ohne besondere Veranlassung (z. B. Gratulation zum Geburts­tag) schrieb. Der Major war so wie so kein Held der Feder, die Schwestern schrieben, wie sie sich entschuldigten, aus Mangel an Stoff nicht, und Frau Lunas Episteln, ein unglaub­liches Gemisch von polnisch, „deitsch" und fran­zösisch, waren nur durch einen durch Kindesliebe und Hebung geschärften Blick zu entziffern.

Wenn ich mit Paul allein war, gedachten wir natürlich stets der ©einigen und ich er­innerte mich dankbar all des Guten, was ich bei jenen genossen. Wie hatte Kathinka mich freund­lich gelobt, wenn sie fand, daß ich wieder Fort­schritte in der französischen Sprache gemacht und wie war die gute Olga meist halb in Verzweif­lung über mich, wenn sie mir trotz „heißem" Be­mühen, in des Wortes vollster Bedeutung, ab­solut das Walzertanzen nicht beibringen konnte!

Und Natalia, die nun kein Backfisch mehr war, wie mochte es ihr gehen, ihr, der wir den Beinamen „die gerechte Richterin" gegeben.

Wenn sich nämlich die 4 Jüngsten stritten und in den Haaren liegen, — was zu unserer Unterhaltung oft genug vorkam, — dann erschien plötzlich als dea ex machina, Natalia. Und wie die Sonne scheint auf Gereckte und Ungerechte, so theilte sie in unparteiischster Weise Ohrfeigen aus, ohne langweilige Untersuchung nach dem schuldigen Theile, ohne Ansehen der Person. Zum

verein für Rübenz'. ckerIndustrie der österreichisch« rrngarttchrn Monarchie" hat cm letzten @am«tag eine Generalversammlung abgehalten und in dieser Versammlung namentlich den in Brüffel verab» redeten U berzoll als viel zu niedrig bezeichnet. Der österreichische Verein verlanat einen Ueberzoll von mindestens zehn Franken; Ostindien und die ftlbständtgen Kolonieen Großbritanniens sollen der Konvmtion ebenfalls als Vertragsländer beitreten.

X Ais fremdes» Aefatznngerr i« Khi«a öeraen demnächst wahrscheinlich wiederum stark »erringett werden. Augenblicklich stehen in China 3854 Mana deu'scke Truppen; im EtalSvor« an schlage sind mehr vorgesehen, nämlich 4794 — ferner 4000 Engländer, 3450 Mann französische Truppen, 800 Italiener, 100 Ossterreichrr, 600 Ruffen, 150 Amerikaner und 2020 Mann japanische Truppen. Das sind zusammen 14974 Man». Nach den bestehenden Plänen soll diese Gesummt« stärke demnächst auf rund 8000 Mann verringert werden. Auch soll die chinesische Berwaltu»- demnächst wieder eingesetzt werden. Es ist sicherlich sehr wünschenswerlh, daß diese Truppen« Verminderungen recht bald erfolgen und erfreu« lich, daß man an den maßgebenden Stellen solche Absichten hegt.

* Sozialpolitische ASckfiSndigk-tt. Im Fürstenthum Reuß jüngere Linie hat der Fabrik« msprktor seine Stellung gelündigt, weil, wie der .Sozialen Praxis' zufolge angegeben wird, er Im Landtag wegen Ausüburrg des ihm zustehen« den Rechts: Fabrrkkäume unangemeldet zu be­treten, von großir-dusirieller Sette scharf ange­griffen und von der Regierung nicht in genügen­der Weise vertheidigt wurde. Diese Meldung muthet recht seltsam an. Reuß j. L. ist zwar ein sehr kleines Ländchen, aber eS wird doch wohl nicht angenommen werden können, daß die Regie­rung derselben so sehr von der Großindustrie abhängig sei, daß sie nicht wage, gegen diese den Fabrtkinspektor energisch in Schutz zu nehme». Daß die Industriell?» auf die für fo viele von ihnen unbequeme P-rson des Inspektors nicht gut zu sprecpe» sind, ist klar; daS aber müßte für die Regierung gerade ei» Grund sein, um so entschiedener für ihn einzutreten. O > sie nu» kmen Inspektor suchen wird, der die Herren I blifir-dlen w.miaer gerürt? I» demftlbe» Rtvß j L. konnte übrigens die Anstellung einer Assistentin für die Gewerbeinspektion bisher nicht erfolgen, da es noch nicht gelungen sei» soll, in dem ganzen Staate eine dafür geeignete Dam« zu finden.

X Stenerrefor« in Sachsen. Di; Z nette sächfiiche Kammer hat nunmehr die 'Steuenefotm mit 51 gegen 27 Stimmen in der Faffung der Beschlüsse der Ersten Kammer angenommen. Gegen das Gesetz stimmten die Nationallibrralm, ein Wilblideraler, ein Deutschsozialer und fünf Konseroatior. In der Elsten Kammer ist nach langen Verhandlungen die Befreiung des land- wirthschaftlichen Betriebskapitals von der Er- gä«zu«-ssteuer durchzefttzt worden; vorher hatte die Erste Kammer den ganzen Entwurf abge* lehnt. Nunmehr ist die Erhöhung der bisherige» Einkommensteuer und der Vermögenssteuer be­willigt worbe», aber eben nur unter der Be« MM IBWIBWT" । II11 ....................

Schluß wurde jeder Verbrecher einzeln in einen leeren Stall gesperrt — (Spangenbergs Verhält­nisse erlaubten diesen Luxus, es gab viel Ställe und sonstige leere Räume, aber außer den beiden Brunneneseln und der grauen Katze Zis, keinerlei Gethier), von wo aus so lange wüthendes Ge­brüll ertönte, bis die gute Frau Luna die kleinen Scheusäler wieder befreite.

Ach je, die gute kleine Frau!

Trotz 9 eigenen Kindern war in ihrem guten Herzen noch Platz genug, um alle uns Sträflinge, incl. des fchrecklichen Demagogen Dr. Eg, zu umfassen und voll mütterlicher Liebe und Thell- nahme für uns zu sorgen.

Aber auch ihr Bild verblaßte nach und nach, die Erinnerungen traten immer mehr in den Hintergrund, die Gegenwart forderte ihre Rechte. Trotzdem man damals viel langsamer lebte als heute, Versetzungen und Avancement so viel seltener vorkamen, ganz spurlos waren die zwei Jahre meiner Abwesenheit doch nicht am Regi­ment vorüber gegangen.

Zwei oder drei junge Offiziere waren hinein- gekommen, einer der alten Hauptleute war mit Tod abgegangen, und — was von größter Be­deutung auch für mich war, unser braver dicker Oberst Gießer (ein Onkel des Leutnants, dessen Vater in Rußland gefallen war), denselben, dem ich damals, vor Jahren, am Brunnen aufge­holfen hatte, den alten braven Mann hatte der Schlag getroffen und er hatte abgehen müssen. Trotz aller Hochachtung muß ich gestehen, nicht zum Schaden des Regiments.

Als Nachfolger wurde der im 1. Infanterie- Regiment inKassel (den fogenannten „Konrädcher"), als Oberstleutnant und Batoillionskommandeur