FuldaerMZettung
Juköa, Mittwoch, den 28. Mai 1902.
29. Jahrgang.
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»»«.»f.«.» .IJiustnrte Sonntags--Zeitung , .Juldaer Gesdricbtsblättef" und [otterie-fiste.
W Das Fronleichnamsfest. #
Mit dem Palmsonntag berührt sich die schöne Feier dieses Tages, die allen Katholiken besonders ans Herz gewachsen ist. Der Einzug des Herrn in Jerusalem ist das Vorbild der FronleichnamSprozesfion. Wie damals der Wej des Herrn belegt und geschmückt wurde mi Palmzweigen und ausgebreiteten Kleidern, so zieren wir ihn heute mit dem Grün unserer Wälder und bestreuen ihn mit den Blumen unserer Fluren. Und daS Hosanna wiederholt sich in den Lobgesängen des Volkes, daS dem Allerheiligfteu vorangrht und nachfolgt. Ge- benedeit sei, der da kommt im Namen deS Herrn — heute wie damals derselbe, ob in der Menschengestalt sich zeigend oder unter der Brods- gestalt sich verbergend.
Den dunklen Hintergrund der Einzugs- Prozession von Jerusalem bildet die Leidenswoche. DaS Hosanna schlug damals in daS entsetzliche „Kreuzige ihn!" um. Wie der Gründonnerstag als Vorabend des Todestages sich nicht eignet zur Jubelfeier des GehetrnniffeS des Altars, so ist auch die Gedächtnißfeier am Palmsonntag von Wehmuth gedämpft. Am FronleichnamS- tage aber kann die Freude ungemischt sein, der Dank sich froh und frisch ausjubeln das Hosanna Halle durch die Frühlingsluft zum Himmel — vorausgesetzt, daß wir von der Schwäche und Treuloigkeit des JudenoolkeS uns sre fühlen.
Auf die Fronleichnams. Prozession darf nicht das folgen, was auf den feierlichen Einzug in Jerusalem gefolgt ist. Die Schwachen, die sich damals in den Leidenstagen deS Herrn versteckten, und die Abtrünn gen, die sich von den mächtigen Feinden deS Herrn zum Verrath und zur Theil- nähme an der Verfolgung verleiten ließen, mögen zur Entschuldigung sich darauf berufen, daß das ErlösungSwerk noch nicht vollendet gewesen und seine HetlSmittel ihnen noch nicht voll zu Theil geworden seien. Wir aber können für uns keine mildernden Umstände dieser Art in Anspruch nehmen. Uns ist alles zu Theil geworden, was den Christ rn zum AuSharren im Guten befähigen soll. Wir sind vollberechtigte und deshalb auch vollverpfltchtete Mitglieder des irdischen Zweiges der Gemeinschaft der Heiligen. Darum genügt eS nicht, wenn wir in unklarer Semüths- bewegung uns an den hergebrachten Formen be- thetligen, soudern wir müssen in der Prozession mitmarschiren als pflichtbewußte, etvestreue Soldaten, die nicht nur zum Hurrahrufen, sondern auch zum Ringen und Streiten, zur Gefolgschaft in Noth und Tod bereit find.
Da Jesus Jerusalem näher kam und die Stadt sah, weinte er über fie und sprach: „Wenn doch auch du es erkänntest, und zwar an diesem deinen Tage, was dir zum Frieden dient!" Wenn der Herr heute die Länder ansieht, die sich christlich neunen, so wirs er zwar keine Thräue mehr
Josephine Kearcharnais.
(t 29. Mat 1814.)
Ei« Lebensbild »en Paul Alexander.
(Nachdruck verboten.)
Im Jahr« 1794, während der Schreckenszett, saßen in den Carm?«, einem der furchtbarsten Rsvolutionsgefängniffe von Pari», drei Frauen, welche alle drei jung, schön, geistvoll und von vornehmer Abkunst waren. Eine niedrige und enge Zelle v-reinigt- ste hier mehrere Monate lang, welche fie in beständiger Furcht vor dem Tode verbrachten. Von der Seite einer Vieser jungen Frauen wurde ihr gleichfalls noch jugendlicher Gemahl gerissen, ein General der Republik, angeklagt, die Armee schlecht geführt zu haben, schuldig gesprochen und guillottntrt. Die beiden anderen Frauen meinten mit ihrer Freundin und suchten fie zu trösten. Ein inniges Band umschlang diese drei Herzen; sie theilten ihre Hoffnungen, so lange e« deren noch für fie gab, dann ihre Verzweiflung, und fie hatten zuletzt nur noch den Wunsch, zusammen zu sterben. Di« drei Frauen waren Bürgerin d'Aiguillon, Bürgerin Tallien, Bürgerin Beauharnai«.
Aber der neunte Thermidor befreite fie. Der Sturz Roberpierre's war ein Werk Tallien'«, ein Akt der Liebe. In Bordeaux hatte dieser junge, stürmischeAnhänger Roberpierre's und der Revolution eine Dame von blendender Schönheit gesehen, die Tochter eine» Aristokraten, die Gemahlin einer Aristokraten, eine Aristokratin selber; Therese, Gräfin von Crbarru«, vermählt m.1 dem Herrn von Fontenay. Therese Crbarru»- Fontenap hatte durch die Revolution ihren Vater und ihren Ge-
vergüßrn, wie einst, als er noch in der unverklärten Leiblichkeit auf Erden wandelte; aber Zorn über die Böswilligkeit und Mitleid mit der Schwachheit der Menschen muß auch jetzt das Herz des Erlösers erfüllen. Denn die Christenheit ist weithin nicht, wie fie sein sollte, und von manchem Kreise, manchem Stande, ja manchem Volke gilt noch das Wort: „Wenn du es doch erkänntest, was dir zum Frieden dient; immer aber ist es verborgen vor deinem Auge!"
Der winzige und schwache Einzelmensch ist nicht befähigt, die Welt au» ihren Angeln und da« Rad der Zeit au» seinen Schienen zu heben. Doch können wir auch die Welt nicht verbessern, so können wir doch uns selbst verbeffern. Sorge Jeder, daß er selbst e» erkennt, was ihm zum Frieden dient, und zwar an diesem Tage be» Heiles. Wenn der Herr heute gleichsam die Heerschau abhält, so möge er wenigster» bei einem Theile der Getauften den rechten Sinn, den ehrlichen und thatkräftigen guten Willen finden.
Es ist eine Ehre, mit zu marschiren im Gefolge deS Herrn; doch die Ehre verpflichtet auch. Wem viel gegeben ward, von dem wird auch viel gefordert. Viele Getaufte können ohne ihre eigene Schuld nicht über den Vorhof des Tempels hinweg, während andere ohne eigenes Verdienst in das Allerheiligste zugelaffen werden. Wer in der Fülle aller Gnaden steht, muß von Rechtswegen viel mehr leisten, als derjenige, der mühsam an der Grenze des gelobten Landes um seine dürftige geistige Nahrung ringt. Darum ist bei Allen, die in der FronleichnamSprozesfion dem Allerheiligsten das Geleit geben, die ernste Gewiffensfrage am Platze: Bin ich würdig dieser bevorzugten Stellung? Mache ich der wahren Kirche Ehre?
Wie würde die katholische Kirche auf Erden dastehen, wenn alle Katholiken wirkliche Katholiken wären in ihrem ganzem Wesen und Wandel, ie der Alltagaarbeit wie am Festtage, am Herde der Familie wie auf dem Marktplatz des öffentlichen Lebens! DaS gesammte Leben be? Christen muß der Fronleichnam-Prozession gl-qen, getreu dem Rufe: Folge mir nach:
Ein Blick in die Zukunft der automobilen Fortbewegung.
Die Ausstellungen der jüngsten Zeit, und zwar besonders diejenige in Paris im Dezember letzten JahreS, mußten selbst den größten Zweifler davon überzeugen, daß eS ei» Zurück in der Frage der automobile« Fortbeweguns nicht mehr gibt. Eine Sache, in der so ost Kapital und so viel Arbeit engagirt ist, von der heute schon Tausende von Existenzen abhängen, eine solche Sache muß und wiro sich Bahn brechen, sonst wäre ste nie so weit gediehen. Diese Ueber- zeugung konnte sich jeder Laie bilde», der Fach- ma»n aber mußte sogar den Eindruck gewinnen, daß wir bereits am Vorabende eines gewaltigen Aufschwunges in der Automobil-Industrie stehen. Die Kinderkrankheiten sind überwunden, und wenn eS ja selbst- verständlich ist, daß «och fortgesetzt gebessert werden wird, so steht anderseits fest, daß ein
mahl verloren, und ihre Rache war, daß die Revolution durch sie zuerst einen ihrer feurigsten Jünger, dann ihr Haupt und zuletzt Halt und Richtung v rlor. Der junoe Tallien, welcher al« Konverts-Deputirter nach Bordeaux geschickt worden war, um tott im Namen der Republik füfilireu und gufllottntren zu lassen, ward durch die Erscheinung Theresen» bezaubert. Sie ward sein guter Stern. Statt gravsam zu sein, wie er hätte sein sollen, war Tallien barmherzig gegen die Gefangenen voi Batdeaux und Theresen'« Liebe lohnte ihm dafür T-erese ward die Seine und folgte ihm nach Pari«. Aber hier warf Robespierre fie al« Anstok-atin in den Kerker der Barme» und » stimmte si- d-m Tode. So ward fie da« Mettel zum Siu'ze Roberpierre«.
Um sein Weib zu reiten, formte Tallien jene Verschwötung der sogenannten „Thermidorianer", deren Mittelpunkt er war. Der kühne Handstreich gelang, da» Regiment be« Schrecken« ward gebrochen und an dem Tage, an welchem Robe»- pietre zur Guillotine geführt wurde, am 27. Juli 1794, führte Tallien tiumphirend sein Weib und deren Freundinnen zum Leben, zur Freiheit, zum Sonnenschein be» Glück» und der Liebe urück.
In dem glänzenden Salon Therese«'» sahen ich die Freundinnen nun wieder. Es war einer der brillantesten Zirkel be« damaligen Pari«: die Schönheit, der Ge st, da« Genie vereinigten stch >ott unter dem graziösen Szepter Theresen». Niemand war dort mehr bewundert, al« Madame Josephine Beauharnai«, die junge Wittwe >e« General«, welcher kurze Zelt vor dem Sturze Robespierre« unter der Guillotine gefallen war.
Standpunkt erreicht ist, der eine gesunde Entwicklung zuläßt, weil die Vollkommenheit und die Einfachheit der mechanische« Einrichtungen einen sicheren Betrieb gewährleisten. Die Ver- besserunge» und Vervollkommnungen, die zu erwarten sind, find nicht mehr derart, daß der Konsument gut daran thut, darauf zu warten, sondern sie werden fich in einem langsamen Tempo vollziehen und nicht mehr von Grund auS umwälzend sein.
Die Zurückhaltung der Konsumenten findet in den schlechten Erfahrungen, die so mancher mit den Produkten au8 der VersuchSperiode gemacht hat, ihre leicht verständliche Erklärung. Erst allmählich kann daS Vertraue« zu be« Fabrikaten der Gegenwart reifen, erst allmählich wird ficb die Kenntniß der ArbettS- und Behandlungsweise der neuen Maschinen Bahn breche«, aber gerade in dieser Beziehung ist der Ausblick in die Zukunft ein außerordentlich günstiger. Die Zahl derjenige«, die fich eine« Automobilwagen zum Vergnüge« a« schaffen können, ist nur gering, und der GeschäftLwage«, der bald das Hauptfabrikationsstück der Automobilfabriken werden dürste, findet natürlich erst dann Absatz, wenn das Vertrauen zu seiner Letfiungssähigkeit schon vorhanden ist. Anders dagegen liegt es mit dem Zweirad, daS seines billigen Preises und seiner leichten Handhabung und Bedienung wegen Tausende« zugänglich ist.
Das Motorzweirad wird daher auch der Pionier ,ür die neue Industrie werden, seine zweifellos eintretende große Verbreitung wird daS Interesse am AutomobMmus anregen und daS Verständniß für die Behandlung des Motors in die weitesten Kreise tragen. Wohl hört man hin und wieder äußern: „ba8 Motorzweirad wird wie ein Meteor austauchen und wieder verschwinden, um seinem Vorgänger, dem Motordreirad, in die Vergessenheit zu folgen." Diese Anschauung ist mdch keineswegs begründet und kann nur ohn Knntniß der Materie geäußert weroen. DaS V richwinden deS Motordreirade«, dieses plumpen Marter-Instrumentes, das alt Fahrer Mensch " mit Summigelenken erforder hätte, ist gewiß nicht zu verwundern; nur als Vorläufer des W igenS hat er feine guten Seiten gehabt. Die Urfarpen für fein Aussterben stehen zu dem modernen Motorzweirad aber in gar keiner Beziehung. DaS Motor-Zweirad, elegant im Aussehev, leicht zu handhaben, ja selbst im schlimmsten Falle eines vollständigen Versagendes Motors leicht zu treten ohne Erschütterungen für den Fahrer, dieses Ideal einer Fahrzeuges für den jungen SportSmann, der eine» ungeahn- te» Genuß im Durchfliegen der fchöne<Landschaft empfindet, eS wird eine glänzende Zukunft haben. I« dieser Beziehung kann man fich ruhig auf daS Urtheil der praktische» sportliebende« Englän- der verlasse«, die mit einem wahren Feuereifer an die Ausbeutung des Motor-ZweiradeS gehen, und zwar so, daß die einheimische Fahrrad-Ju- dustrie förmlich um Motoren verlege« ist. Auch Deutschla«d ist zur Deckung des Bedarfes heran- gezogen und die vorzügliche« kleine« Motore« der Aachener Stahlwaaren- Fabrik (A.-G) habe« außerordentliche« Beifall gefu«de«, so daß Nachbestellungen aus Nachbestellungen erfolge«. SSHeBHBHHHaHBHHHHSSBHHHHHSSeiS
Josephine war eine« der anmuthtgsten Wesen, da« man fich denken kann. Sie war nicht nur schön, fie war liebenswürdig, fie war gütig, fie war munter, ihr G< plauder war voll Geist, und ihr Lächeln war reizend. Die Tropensonne hat!« die« liebliche Geschöpf lange umschimMert. Sie war in der französischen Kolonie von St. Mar- tintque, inmitten be« westindischen Ozean« geboren. Ihr Mädchennamen war Josephine Tascher de la Pagerie. Dort hatte ste der V comte Beauharnai» kennen gelernt, hatte sich mit ihr dort vermählt und war dann nach Frankreich, nach Pari» gekommen, wo sie ihn so bald vertieren sollte. Zwei Kinder waren iyr al» Pfänder bi fei ersten, früh zeitigen Liebe zurückgeblieben: ein Knabe, Euren, päter Herzog von Leuchtenberg, und eine Tochter Hortense, nachmal« Königin von Holland und Mutter Loui« Napoleon«.
In dem Salon Theresen'« machte Josephine >ie Bekanntschaft eine« junttn Artilleriegeneral», »essen erste Waffenthat da« Bombardement der englischen Flotte tm Hafen von Toulon gewesen, und der sich zum zweiten Male auegezeichnet bette, ndem er am 5. Oktober 1795 den National« onvent rettete und die letzten Reste der Revolution mit einem Kartätschenschuß auseinandersprengte. Dieser Kartätschenschuß schloß die französische Revolution, und der Mann, der ihn hatte abfeuer« ass n, hieß Napoleon Bonaparte.
Napoleon batte, seitdem fie sich zuerst im Salon von Therese Erbarm» begegnet waren, eine tiefe uni) aufrichtige Neigung für die schöne, junge Vittwe gefaßt, und kurz bevor der Konvent in rankbarer Anerkennung seiner glänzend, n Verdienste dem 26jährigen Sieger den Oberbefehl der
Die wichtigste Rolle deS Motor-ZweiradeS wird, wie gesagt, die alS Pionier fein. Erst «ach seinem Siegesläufe wird die große Nachfrage nach de« Wagen eintrete», und da werden eS da«« wahrscheinlich die Lieferung-- und Lastwagen sei», von deren Herstellung die Automobil-Jndustrie starke Beschäftigung erwarten darf. Da- erste Fahrzeug dieser Gattung dürfte da- mit einem Motor versehene Transport-Dreirad werden, und eS ist nicht ausgeschlossen, daß derselbe kleine Motor, der zum Zweirad benutzt wird, hierfür mit Erfolg Verwendung finden wird, wie man in Frankreich vielfach annimmt und bereits an- fängt, praktisch auSzusühre«. Neben den Lieferungswagen finden die Automobil-Fabriken ei« weiteres großes Feld in der Anfertigung von Lokomobile« für landwirthschaftlicheZwecke. Diese Maschi«enwage«, die sich selbst fortbewegen und gleichzeitig vermittels Vorgelege und Riemenübertragungaller Art landwirthschaftlicheMaschinen antreiben können, »erben de« jetzt gebrauchten großen Lokomobilen nicht nur wegen deS Vorzuges der automobilen Fortbewegung und der leichten Bedienung und Handhabung, sondern vor Allem ihres billigeren Anschaffungs-Preises wegen bald scharfe Konkurrenz machen.
Die Automobil-Jnbustrie darf also getrost in die Zukunft sehen, und fie eröffnet jedenfalls bessere AuSfichten, als irgend eine andere Industrie in den gegenwärtigen trüben Tagen der geschäftlichen Depresflon.
Elektrieität an Bord eines Seedampsers.
In einem Artikel über die Entwickelung der Elektrieität an Bord der Schiffe schreibt daS .Journal of Commerce in Liverpool, u. A. wie folgt.
.... Die neueste und vollkommenste An- Wendung der Elektrieität an Bord eines Schiffe- zeigt sich in der Anlage auf dem modernsten Dampfer im transatlantischen Dienst, dem „Kronprinz Wilhelm" des Norddeutschen Lloyd. Auf diesem Schiffe find ca. 14 000 Meter eisen- banbar mitte Kabel in Querschnitten von 800 bis herunter zu 1,5 Quabratmillimeter für Haupt- und Nebenleitungen in ber Maschine und an Deck angebracht, während für die Zweigleitungen 45000 Meter gummiumpreßter Kupferdraht mit einem Querschnitt von 1,5 2,5 und 4 Qaadratmillirneter Verwendung gefunden haben. Diese ganze Anlage wurde von der Union Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin, im Zeitraum von etwa 6 Monaten, während dessen durchschnittlich 40—70 Mann (Schlosser, Schmiede, Elektriker, Tischler) beschäftigt waren, montirt.
Die elektrische Anlage ist in jeder Weise großartig, und wird viel zur Sicherheit und zur Bequemlichkeit der an Bord befindlichen, manchmal über 2000 Personen zählenden Menschenmenge beitragen. Die Elektrieität ist in weitestem Maaße an Bord in Anwendung gebracht, um eine sichere Naoigierung deS Schiffes zu gewährleisten. So bkfi rdet fich auf ber Brücke ein Apparat, welcher genau angibt, ob alle wasserdichten Thüren an Bord geschloffen find
italienischen Armee gegeben hatte, war Josephine die Gemahlin Napoleon« geworben.
Von nun an ward sie die treue Begleiterin be« Manne«, dem ihre Liebe unb Bewunderung gehörten. Seine Siege flochten Lorbeeren auch um ihre Stirn. Sein Ruhm bestrahlte mit unvergänglichem Licht auch ihren Namen. Sein Glück und Unglück warb auch da« ihre.
Josephine war der lichte Engel, ber an Napoleon« Seite ging. Sie begleitete ihn in da« Schloß der Tuilerien, al« er erster Konsul geworden. Sir begleitete ihn in die Kirche von Notre-Dame, al« er zum Kaiser gesalbt wurde, fie begleitete ihn nach Mailand, al« er fich die eiserne Krone Karl« des Großen selbst auf da« Haupt setzte
ckl» Josephine ihn verließ, da hatte ihn fei« guter G ltiu» verlass ,. Es war im Jahre 1809, als Napoleon glaubte, der Staatsklugheit dieses Opfer bringen zu müsftte. Er trennte sich von Josephine, dieser echte« Tochter deS französische« Volkes, die alle Grazie, alle Anmuth, jede Liebens- Würdigkeit desselben hatte, um ei«e Tochter des aiserliche« Hauses von Oesterreich zu heirathe«. Am l. April 1810 ward die jugendliche Erbher- ogin Maria Louise die Gemahlin Napoleons.
Und Josephme? Wie ertrug sie die Trennung? Wie edle Nature« jede« edlen unb gerechten Schmerz ertrage«: schweigend! Sie zog fich in die Einsamkeit des Schlosses von Malmaisou zurück, welches ihr zur Refidenz angewiesen worden war. Hier vereinigte sie ihre ehemaligen Freunde um sich, hier pflegte sie die Blumen, die sie liebte, hier thot ft: Gutes fttr die Armen und Kranken ber Nachbarschaft, hier verfolgte fie mit Stolz