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JuNa, Montag, den 26. Mai 1902.
Dieser Gesichtspunkt muß vor allen Dings« i liege die Gefahr nahe, daß wir durch versteckte ) festgehalten werden bei der BeuriHeilung Vorbehaltung der Prämien von England ge-
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Hauptsache nach aus dem Absätze ihrer Erzeug- nisse im I«lande beruhen; und vermuthlich wird im Laufe der nachfolgenden Jahre der Ausfuhr, markt stetig unsicherer werden, desto unsicherer, je mehr die Industrie auch in denjenigen Ländern sich entwick lt, die zur Zeit unsere beste« Abnehmer find. Kein vernünftiger Mensch wird unserer Industrie zumuthe«, sie solle ihre Ausfuhr grundsätzlich vernachlässigen. Aber es ist nolhwendig im allgemeinen Interesse und im besondere» Jntereffe der Industrie selbst, daß diese vor allen Dingen im Inlands einen sichern und günstigen Absatz für ihre Erzeugnisse finde. Und deswegen bleibt es das A und das O auf diesem Gebiete unserer wirthschaftlichen und unserer Handelspolitik, den Jnlandsmarkt mit allen Mitteln zu kräftigen, deren man fich zu diesem Zwecke bedienen kann.
auch festgehalten werden bei der BeurtHeilung der zukünftigen Handelsverträge, und zwar im Jntereffe der Industrie selbst. Diese In- dustrie darf nicht in ihrem Bestehen und Gedeihen hauptsächlich auf der Grundlage des aus- ländischen Marktes aufgebaut werde«; denn sie würde sonst stets von neuem solchen gefährlichen Krise« ausgesetzt sein, wie gegenwärtig, und auf diese Weise nicht nur selbst ohne Unterlaß gefährdet sei«, sondern auch ohne Aushören Ge> fahren für unsere gesammte wirthschaftliche Entwickelung in fich berge«. Wer ein Freund unseres deutschen Vaterlandes sein will, darf solche Entwickelungen aber auf keinen Fall wünschen, und unsere zukünftigen Handelsverträge dürfen deswegen nicht allein oder hauptsächlich danach beurtheilt und behandelt werden, daß die industrielle Ausfuhr nach dem Auslands der wichiigste Punkt in unserem Wirthschafisleben sei. Eine gleichmäßige, gesunde und sichere Entwickelung unserer Industrie wird immer der
schädigt werden würden. — Graf Limburg- Stirum scheint also die Hoffnung auf eine Ver-
nichts anderes mehr erinnern, als an schöne Tage, voll Arbeit oder fröhlich harmloser Unterhaltung mit den Mitgefangenen oder den Majorstöchtern.
Aber nun, da ich wieder die Schwingen regen durfte, wieder als freier Mann mich des Daseins erfreute, da fühlte ich doch, was und wie viel ich in Ken zwei Jahren vollständiger Weltabgeschiedenheit entbehrt hatte. Heute ist es schwer,, sich in jene Zeit zurück zu versetzen und sich ein Leben ohne Zeitung, ohne Eisenbahn und Telegraphen überhaupt noch als lebenswerth vorzustellen. Aber, wie es mit so Vielem geht, was uns heute unentbehrlich dünkt, es ging auch so!
Freilich möchte ich meine Helle Petroleumlampe nicht wieder mit der tropfenden schwalchenden Talgkerze tauschen, aber damals kan... /en wirs nicht anders und waren so seelenverl^nügt dabei und so zufrieden, wie heute die Manschen dei Gasbeleuchtung und elektrischem Lick/ nicht immer sind.
Sehr angenehm empfand ich es, daß ich in Gaffel die heiße dumpfe Postkutsche verlaffen tonnte und die Reise nach dem uns nun so viel näher gerückten Süden mit der Dampfbahn fort- etzen durfte. Während der sechsstündigen Fahrt — rascher ging es noch nicht — von Kassel nach Frankfurt, saß ich allein im Coupee und halte daher Muße, meinen Gedanken Audienz zu ertheilen.
Natürlich wanderten sie mir voran, dem Ziele zu, welches ich heut noch zu erreichen hoffte. Und dann dachte ich der Menschen- der Freunde, die meiner dort harrten und der übrigen Kameraden. .
ptrantrocrtlid?: Sür 6k Xröcrtion 3of. Baum, jiir Jnkrate J. patjeller in Lulda.
Beim bloßen Schämen, über diese betrübende Thatsache blieb ich nicht stehen, sondern ich setzte mich auf die Hosen und lernte und lernte, als wenn ich dicht vor dem Abiturientenexamen stände.
Ach, und je mehr ich lernte, desto mehr bemerkte ich, wie viel mir noch zu lernen blieb, und oft wollte ich schier verzagen. Aber die Stunden schwanden, als ob es Minuten gewesen wären und das böse Gespenst Langeweile floh mit langen Sätzen, angesichts meines Lerneifers davon.
Ich hatte mir eine Art Kalender angeschafft, Memorabilia nannte ich das Büchlein, zuerst lediglich zu dem Zweck, mir die glücklich abgesessenen Wochen recht anschaulich vor Augen zu führen, bald aber auch, um darin — mit wenigen Worten nur — der kargen Ereignisse Erwähnung zu thun, die das Einerlei meines damaligen Lebens unterbrachen.
Selten war ein Besuch zu verzeichnen, noch seltener eine Einladung, den Tag in der töchterreichen Familie unseres liebenswürdigen Kommandanten zuzubringen, meist waren die Zeilen gefüllt durch lakonische Bemerkungen wie: Brief an (oder von) Vater, an (oder von) die Brüder, alte Freunde und Geschäftsleute. Und trotzdem. Dank meinen Büchern, überraschte mich die Stunde, die mir die Freiheit brachte, und in die Freude mischte sich ein leises Bedauern, den lieb gewonnenen Ort, das traute alte, malerisch schön gelegene Bergnest verlassen zu müssen.
Offenbar war in dem Strauß aus dem Burggärtlein, den mir zum Abschied des Kommandanten jüngstes Töchterlein gegeben, eines 'Der Paradiesblümelein enthalten, ich konnte, nachdem ich mich an seinem Duft erlabt, mich an
man es gar nicht für nöthig befunden, eine solche Ausgabe zu veranstalten. Die Brüsseler Protokolle sind zur genauen Beurtheilung der Frage unbedingt rothwendig. Wenn die Berliner Regierung es mit der Beschaffung so absolut noch« wendiger Dinge so wenig eilig hat, kann sie unmöglich noch fernerhin behaupten, daß die Erledigung der Zucker-Vorlage unbedingt in höchst beschleunigtem Tempo und noch vor der Frühjahrsvertagung erfolgen müsse.
X Hn-vrachs-Z-ff «rrd geht Ende. Durch die freihändlerischen Zeitungen macht augenblicklich die Mittheilunz die Runde, daß und warum die Handelskammer in Frankfurt am Main gegen die Einführung eines Quebracho- zolles sich erklärt hat. Unsere Gerbstoffrxtrakt- Jndustrie hat sich zu einer Ausfuhr-Industrie entwickelt und entwickelt sich immer mehr dazu. Diese Entwickelung würde gehemmt werden durch eine» Quebracho-Zoll. Also weil einige wenigs chemische Fabriken, deren Besitzer oder Aktionäre reiche Leute sind, weniger umfangreich sich entwickeln würden, sollen Hunderttausende von Bauer« geschädigt, wenn nicht unmittelbar in ihrer Existenz bedroht werden? — eine sonderbare, höchst merkwürdige Logik, ganz und gar in dem Sinne der Theorie vom reinen Industriestaat. Und dabei könnten ganz gut die Fabrikanten von Quebracho» Extrakt und auch die Leute gedeihen, die Eichenschälwaldungen haben: es brauchte nämlich nur eine Rückvergütung des Quebracho» Zolles eingeführt zu werden für den wiederum «ach dem Auslande ausgeführten Quebracho» Extrakt. Die Lösung der Frage ist nicht schwierig. Und wenn recht viel dieses Erzeug« niffes nach dem Auslande ausgeführr, Deutschland und sein Leder aber möglichst davon verschont bleiben würden, dann würde dieses Leder, mit heimischer Etchenlohe gegerbt, nur an Güte gewinne«. Alle Einwände gegen den Quebracho- Zoll find also, wie man fich stets von neuem überzeugen kann, durchaus hinfällig.
X Die Iriede»-verHandl«Kge« zwischen A«Ska«tz und de« A«ee« scheine» guten Fortgang zu nehmen. Noch mehr: es ist gar nicht unmöglich, daß schön diese Woche daS Ende der Verhandlungen und damit de« Frieden bringt. Uebsr die Hauptpunkte scheint eine Ueber- einsttmmung bereits erzielt zu sein. Die Otffent- lichkeit ist gefiiffentlich über den wahren Verlauf der Dinge getäuscht worden, oder doch wenigstens über die Zeit, in der fich dieselben ereigneten. Daraus ist eS auch zu erkläre«, daß mau von der Ankunft der Burenvertreter in der Transvaal-Hauptstadt Pretoria erst mehrere Tage nachher erfuhr. Nach übereinstimmenden Londoner Meldungen kommt die britische Regierung den Forderungen der Buren weit entgegen. A« die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit der Burenstaate« war nicht mehr zu denken. Aber allem Anscheine nach will die englische Regierung dm Buren clle nur möglichen Zugesändniffe machm über ihre Mitwirkung bei der inner» Verwaltung ihrer Länder; und da die Entscheidung über die Amnestirung der sogenannten Kap-Rebellen allein beim König ruht, ist wohl anzunehme», daß diese Forderung der Buren ebenfalls erfüllt
29. Jahrgang.
ständigung i« der Zolltarif-Frage ausgegeöen zu haben. Daß diese Hoffnung auch bei viele« andere» Politikern recht schwach geworden ist, weiß man ja. Sollte man es etwa gar noch erlebe», daß der Zolltarif das bekannte ehrenvolle Begräbniß i« der Kommission fände?
+ Die Dampfschifffahrt« OesrHschaften. Die Hamburg-Amerikanische Packst- fahrt-Aktiensesellschaft wird am 28. ds. Mts. ihre Generalversammlung abhalten. Vorstand und Aufstchtsrath der Gesellschaft haben für diese Generalversammlung einige Abänderungen der Satzungen beantragt, aus denen als allgemein interessant das Nachfolgende hervorzuhrben ist: Die Mitglieder des Vorstandes und des Auf» sichtsrathes müssen die deutsche Reichsangehörigkeit besitze« und innerhalb des Deutschen Reiches wohne«. Außerdem aber soll die Beschlußfassung über bestimmte Punkte ganz besonders erschwert werden, nämlich über eine Verlegung deS Titzes der Gesellschaft «ach einem außerhalb des Reiches gelegenen Orte — über die vorgenannten Bedingungen für die Mitglieder des Vorstandes und des Aafstchtsrathrs — über eine Abänderung eben dieser Bestimmungen und über die Auflösung der Gesellschaft. Ein giltiger Beschluß über diese Punkte soll nur dann erzielt werden, wenn er in einer Generalversammlung mit einer Mehrheit von vier Fünfteln des in derselben vertretenen Aktienkapitals gefaßt und dieser Beschluß in einer zweiten Generalversammlung bestätigt wird, die frühestens sechs, spätestens acht Woche» «ach jener ersten Generalversammlung stattfinden muß. Diese Anträge des Vorstandes und des Auffichtsrathes find an fich ohne Zweifel nur zu billigen. Rur begreift man erstens nicht, warum ma« bis in die allerletzte« Taze vor der entscheidenden Generalversammlung damit gezögert hat, mit diesen Anträgen hervorzutreten; und zweitens vermißt man Vorsichtsmaßregeln dagegen, daß die Aktien allgemach in solchem Umfange in nicht deutsche« Besitz gelangen, um jene vier Fünftel-Mehrheit herbeizuführen. Rach einer ZeitungSmit- theiluog ist de« Anträge« des Vorstandes und des Auffichtsrathes eine Verständigung darüber mit den Reichsämtern voraufgegangen, die für die Frage sich interesstren. Habe» denn diese ReichSämter diese Lücke nicht bemerkt? Man sollte nicht säumen, sie nachträglich noch auSzu- füllen.
~r Zrrcker-Morlage und Aeichzregie- rrmg. Die Reichsregierung hat es augenscheinlich mit der Betreibung der Zucker-Vorlage gar mcht so eilig, wie sie äußerlich den Anschein zu erwecken suchte. Die Protokolle über die Verhandlungen der internationalen Zucker« konferenz in Brüssel sind den Mitgliedern der Zuckerkommission des Reichstages erst am 23. Mai zugegangen, obwohl der entsprechende Wunsch durch die Kommission bereits am 6. Mai ausgesprochen worden war. Und das ist eine in Wien veranstaltete Ausgabe. In Berlin hat
------ (Nachdruck verboten.) VII. Festungszeit.
Ikitiuntg-EmmmM rines alt« smheff«.
Hatbver,essens Geschichten auS de« 30 er und 40 er Jahre» des 19. Jahrhunderts von B. S. Eoester.
Erscheint tägl'ch. ^Ausnahme der Sonn - und Fe>er' ttoqe. Viertel-ahrl. 6tfug6prtt6 ohneBrin-eerlodn und Bestellgeld in ■Tulba und au»- LtslM.E,
Wieder einmal war ich auf dem Wege nach Hanau. Nicht, wie ehemals, in der Thum und Taxrs'schen Postchaise, nein, schon per Eisenbahn nahte ich mich — nach zweijähriger Abwesenheit — freudig bewegten Herzens dem alten Nest. Wie die meisten Menschen int gleichen Falle gedachte ich nur der Freunde und Freuden, die meiner harrten, nicht daran, daß mancher fehlte »m trauten Kreis; nicht daran, daß wie einst so auch, in Zukunft, Trübes und Frohes' in wechselnder Mischung mir bevorstand. —
Damals, in urewiger Vorzeit, als die Menschen «re Wohnung int Paradies gekündigt erhielten und abziehen mußten, hat sich Eva sicher noch
Strauß schöner Blumen vorher gepflückt, aber, mit dem feurigen Schwert, der unbnni't?11^ hatte, hat ein Ange zugedrückt nen anderen Weg gesehen, so daß ^rraH r0“ die Blumen durchschmuggeln konnte.
Eiider Evas pflanzten diese Blumen t r/en' f° haben sie sich erhalten bis p. J .ft Mutigen Tag, als wahre Paradiesgaben. e§ nicht etwas Wunderbares, daß wir, X Vergangenheit gedenkend, uns mit Wonne < der genossenen Freuden erinnern, stets von o ix öoldenen Jugendzeit und der guten alten ■o ^den, und der Sorgen, der Schmerzen, der
W Berechtigte Warnungen.
Von verschiedenen Seite» konnte man in der «euere» Zeit hören, daß die wirthschaftliche, also namentlich industrielle Lage wieder auf dem Wege der Besserung sei. Auch Minister haben solche Aeußerungen gethan. Aber man muß fie mit der allergrößten Vorsicht aufnehmen.
Es ist wirklich wahr, daß die Monate Februar und März eine Besserung gebracht haben. Aber was jene besserten, hat die Folgezeit augenscheinlich wieder schlechter gemacht. AuS verschiedene« Gegenden des Reiches wird von «othwsndig gewordene« Arbeiiseinschrän- Zungen berichtet, so neuerdings auch aus dem Siegerlande. Bei de« Siegerländer Walzwerken find die Aufträge dermaßen zusammengeschrumpft, daß fie den Betrieb einschränke« müssen, wenn es nicht gelingt, bedeutende Mengen Blech »ach dem Auslande abzustoßen. „Bisher — so lesen wir in Dr. Jastrow's ,Arbeitsmarkt' — war es dank des gewerbliche» Aufschwunges in den Vereinigten Staats« noch immer möglich, eine» großen Theil der Erzeugung im Auslands unter« zubringsn und so den Jnlandsmarkt zu entlasten. Diese Periode scheint aber nunmehr vorüber zu fei«."
J^ Württemberg war die Krise nicht so arg, wie in manchen anderen Gegenden. Aber «ach dem Berichte der württembergischen Gewerbe- Inspektion für das Jahr 1901 sind auch dort die Löhne in der Maschinen- und Werkzeug- industrie, in Eisengießereien, in der Holz- und Papierbearbeitung bis zu 10 und 20 v. H. und stellenweise noch stärker herabgesetzt worden, so daß theilweiss die Arbeiter mit ihren Familien nut noch unter großen Entbehrungen fich durch- zubringe« vermochten.
Das find nur zwei Beispiele von vielen, die i» dem gleichen Sinne angeführt werden könnten. Sie beweise» von neuem klipp und klar, daß diejenigen auf eine» gefährlichen Boden sich begeben, welche die Entwickelung Deutschlands zu einem Industriestaats fördern möchte«. Eine gesunde und gute Entwickelung der Industrie ist auf jedes Fall zu wünschen und stets zu befürworten. WaS wir aber während der zuletzt voraufgegangene« Jahre erlebt haben, war eine solche gesunde und Site Entwickelung nicht, sondern eine künstliche teigerung der industriellen Thätigkrit ohne Plan und Ziel. Dis Börsen namentlich übten 'ihren unheilvollen Einfluß auS. Hunderttausende deutscher Re'chsbürger opferten dem goldenen Kalbe und mußten eS hinterher durch bittere Verlusts a« Ersparnissen und Vermögen schwer büße«; hunderttausende von Arbeitern sind dadurch in schwere Roth gebracht worden. Jetzt, nach der unvermeidlichen Katastrophe, ist ihnen die traurige Erkenntniß gekommen, daß sie betrogen wurde«, daß es weit besser für sie gewesen wäre, auf ihrer ländlichen Scholle zu bleibe», auf der ffe vorher ei« sicheres Brod hatte». Die einzig vernunftgerechte Schlußfolgerung, die man daraus ziehe» kann, ist die, deß wir gegen solche erneute künstliche Treibereien auf der Hut fein und Alles vermeiden müssen, das dieselben fördern kö««te.
Berlin, 24. Mai 1902.
X Kl« Konservativer Aartsiführer üöer die Iafffrage. . Der konservative Abgeordnete Graf Limburg-Stirum hat i« einer von seiner Partei veranstalteten Versammlung seines Wahlkreises Breslau- Reumarkt über die politische Lage und namentlich über den Zolltarif sich ausgssproche«. Ec gab feine Meinung dahin ab: Daß es besser sein würde, die alten Zölle zu behalten, als den neuen Zolltarif zu bekommen mit seinen zu niedrige» landwirthschastlichen Zöllen. Denn die alten Handelsverträge könnten von einem Jahre zum anderen gekündigt werden, während durch neue und alsdarm langfristige Handelsverträge mit unzureichendem Zollschutzr ganz unhaltbare und unheilbare Zustände geschaffen werden würde«. Die Brüsseler Znckerkonvention hat Graf Limburg-Stirum als unannehmbar in der vorliegenden Form bezeichnet; denn es Leiden, kaum gedenken! Und andererseits steht uns eine Freude bevor, so genießen wir sie in der Vorfreude doppelt und dreifach. Auch an mir bewährten die Blumen aus dem Garten Eden ihre alte Kraft. Helle und freundliche Bilder nur erschienen vor meinen Blicken, wenn ich mich in die Vergangenheit versenkte, warm wurde mir ums Herz, wenn ich der lieben Bekannten und Freunde gedachte und die Aussicht auf ein baldiges Wiedersehen mit ihnen hatte mir bald die Ruhe der letzten Nächte geraubt.
Es war freilich nicht nur die Freude auf das Wiedersehen, was mir den Schlaf fern hielt, mehr wohl der Gedanke, endlich der goldenen Freiheit und dem Leben wieder gegeben zu sein, denn ich kam — aus strenger zweijähriger Festungshaft, eben entlassen, von der kleinen Äergveste Spangenberg, heute in meine alte Garnison zurück.
Volle zwei Jahre, (das dritte hatte man mir in Gnaden erlassen,) hatte ich dort zubringen müssen. Ich kam zurück, ein Anderer als der ich hingegangen, reifer und ernster, innerlich älter geworden, nicht nur an Jahren.
Was ich zuerst aus Langweile gethan, um die endlos öden Stunden zu verkürzen, das war mir zum Bedürfniß geworden. Ich hatte mir von Kassel, — den Verkehr besorgte zweimal wöchentlich die Botenfrau — durch Vermittlung meines Vaters und meiner Brüder, Bücher kommen lassen und eifrig drauf los ftubirt. Mit wahrem Entsetzen wurde mir täglich klarer, wie wenig ich wußte, daß ich sorglos und unwissend wie ein Hirtenknabe in den Tag hinein gelebt.
Und, von dem Wenigen, was ich gewußt, wie viel hatte ich vergeffen!
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A a A A a. einspaltige Petit-,
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Rabatt gewährt.
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