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jr,,rantwortli»:"Siir die Xebattion'JoCSajiia, für Jnftrair J. Par jelltr in Sulla.

mit den Beilagen

„Ulustrirte Sonntags-Zeitung“, Juldaer ßeschichtsblätter“. und rotterie-Ciste.

Cnt und vertag der Fuldaer Actiendruckerel PelerrgaSe Nr. 8 tLarmaulef.

JK 117.

Julöa, Samstag, den 24. Mai 1902.

29. Jahrgang.

23

(Nachdruck verboten.)

„Von dem Ende habe ich ein Stücklein mit- . erlebt," fuhr Rohden fort, „was ich noch nicht wußte, hat mir wieder die recht liebenswürdige Frau v. Grimmer berichtet, als ich sie vor einigen Jahren, meinem Versprechen gemäß, in Metz besuchte, wohin Herr v. Grimmer als Major versetzt worden war.

„Auf dem Weg nach den Vogesen begriffen, kam ich an einem herrlichen Iunitage in Metz an. Im Hotel notirte ich mir Grimmers Adresse- Rue du pont Moreau 7 und schlenderte nun, an der imposanten Kathedrale vorbei, über eine der Brücken der nicht fernen Straße zu. Ein Straßenschild belehrte mich, daß ich mein Ziel erreicht, und mein Auge suchte die Hausnummer. Bor mir schritt ein hoher, schlanker Artillerie­offizier, eine Dame am Arm führend. Ein Kinderpärchen, etwa sieben oder acht Jahre zählend, trabte ihnen voraus. Mit einigem Miß­behagen bemerkte ich, daß sie in das mit Nr. 7 bezeichnete Haus einbogen. Wie schade, ich hätte Grimmers gern allein genossen, hatte aber keine Wahl, da eine Verabredung mit einem Freund mich zwang, meinen Wanderstab am anderen Morgen in der Frühe weiterzusetzen, um unseren Rendezvous-Platz zu erreichen.

So schritt ich denn hinter der Familie in den Hausflur hinein, der zu einer fast finsteren Treppe

Berlin, 23. Mai 1902.

X De» Dleivrmd war während der letzten Tage noch einmal Gegenstand von Auseinander» setzungen in verschiedenen Parlamenten, so in der italienischen Abgeordnetenkammer und in der ungarischen Delegation für auswärtige Ange» legenheiten. In dieser letzter» erstattete der Abg. Mox Falk de» Bericht über das Budget des Ministeriums des Aeußern unv stellte dabei als

geständniß getrost machen, ohne sich etwas zu Der» geben; ebenso hindert fie nichts, den Buren bei der inneren Verwaltung ihrer Länder ^veitgehende Mitwirkung zu gestatte».

Und gar so schwach find die Buren noch gar nicht. Ein Bericht gibt darüber Aufschluß, der von dem Burengeneral I. C. Smuts im Januar dieses Jahres an tat Präsidenten Krüger erstattet und in diesen Taxen der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist. Danach befanden sich zur angegebenen Zeit noch etwa 20 000 Buren unter den Waffen, und eS ist ganz und gar nicht anzunehmen, daß deren Zahl während der Zeit, die dazwischen liegt, eine erhebliche Verminderung erfahren haben sollte. Diese 20000 Buren find nunmehr erprobte und im Krieg!Handwerk erfahrene Männer geworden: „lauter gut diSziplmirte Veteranen — wie General Smuts sich ausdrückt — der erlesene Rest der früheren Heeresmacht der Buren", die nach dem Urtheile desselben Gewährsmannes niemals m hr als etwa 32 000 Mann betragen hat. Die Engländer aber brauchen allein unge­fähr 100,000 Mann, um die Eisenbahnen in den Burenländern und die größeren Ortschaften zu besetzen; und erst über diese Zahl hinaus können fie ihre Truppen zum Kampfe gegen die Buren benützen. Fünf Engländer auf einen Buren gerechnet, das gibt weitere 100,000 Mann, die die Engländer an Heeresmacht in diesem Kriege brauchen; außerdem aber brauchen fie eine weitere starke Truppenmacht, um ihre Kapkolonie zu besetzen und zu schützen... Es gehören ungeheure Opfer dazu, um Jahre lang eine so umfangreiche Truppenmasse in einem Lande zu unterhalten, wie es Südafrika ist! Die Ver» Wüstung der Burenländer hat den Engländern auch nichts genützt. Sie haben fich im Gegen- theil selbst dadurch weite Flächen derselben als Aufenthaltsort unmöglich gemacht, »nd sie haben durch diese Maßnahmen den Muth der Ver» zweiflung auch denjenigen Buren gegeben, die vorher fich scheuten, ihren kämpfenden Lands- leuten mit der Waffe in der Hand fich anzu- schließen.

Kurz und gut, die ganze Sachlage spricht hüben und drüben für den Abschluß des Friedens. Hoffentlich dauert es nicht mehr lange bis zu dem Tage, an dem die Friedenshoffnungen dieser letzten Woche ihre amtliche Bestätigung finden.

ImtMts-SkiMmiM eines alten Lmhejsk«.

Halbvergeffene Geschichten auS de» 30 er und 40 er Jahren d«S 19. Jahrhunderts von B. S. Coester.

führte. „NimmZDich in acht, Ada, daß Du nicht fällst," hörte ich die Dame sagen, „es ist auch nicht nöthig, daß Du so wild, wie ein Junge, die Treppe hinauf stürmst." „Jungens dürfen immer viel mehr, als Mädchen!" klagte Ada, nicht ohne Berechtigung. „Dafür müssen wir Jungens aber auch toll viel lernen, was ihr Mädels nicht braucht," berichtigte sie ihr Bruder. Trotz der Dämmerung konnte ich bemerken, daß er, sehr geschickt einem Hündchen nach­ahmend, die Treppe auf allen Vieren herauflief. „Harald!" klang es da sehr kurz und etwas scharf von des Vaters Lippen. Dieser eine Ton hatte die sofortige zauberische Wirkung, Jung- Herald dem Menschengeschlecht wieder einzureihen. — Sie wurden offenbar erwartet, und in dem hellerleuchteten Vorplatz mit sichtlicher Freude von Grimmers in corpore empfangen. Ich hielt mich bescheiden im Hintergrund, erst, als mich Major v. Grimmers Augen fragend anschauten, trat ich, den Hut lüftend, näher: „Regierungs­rath Rohden möchte seine Aufwartung machen." „Rohden," rief nun auch Frau Ralla, „herz- ich willkommen, welch' reizendes Zufammen- reffen! Liebe Sylvia," wandte sie sich an die Dame, „kennst Du unseren alten Freund Rohden nicht mehr?"

Bei Gott, es war Sylvia, und der Offizier, offenbar ihr Gatte, Hauptmann v. Ehler! Nun wußte ich doch, warum mir diese etwas tiefe, wohllautende Stimme fo bekannt vorgekommen war. Herr und Frau v. Ehler begrüßten mich nun mit warmer Herzlichkeit, und als wir nun, unter all' dem Geplauder, endlich den Weg ins Zimmer gefunden hatten, faßte die vom Glück verjüngte und verschönte Frau die Kinder an

die Anschauung der Delegation fest, daß der Dreibund als vollkommen gesichert anzufehen fet, bevor »och eine Einigung zu Stande gekommen ist über die Ernennung der Handelsverträge zwischen den Mitgliedern des Dreibundes. Noch mehr: der Ausschuß der ungarischen Delegation ist der Meinung, daß „nicht die Verschiedenheit materieller Interessen die Festigkeit des Drei­bundes erschüttern, sondern gerade umgekehrt der Bestand und die Festigkeit des Dreibundes eine billige Ausgleichung der auf materiellem Gebiete bestehenden Gegensätze wesentlich erleichtern wer­den . . ." Vorläufig freilich ist roch nicht ein­mal diese Ausgleichung zwischen den beiden Hälften der habsburgischen Monarchie erreicht In der italienischen Abgeordnetenkammer hat Herr di Martino, früher Uüterstaatssekretär des Aeußern, an die Regierung die Frage ge­richtet: ob Deutschland und Oesterreich-Ungarn durch besondere Gewährleistungen Italien das Recht zuerkannt hätten, die albanischeFrage als in seinem Jntereffenkreise liegend anzusehen. Zunächst ist Herrn di Martino vom Minister« tische aus nicht geantwortet worden. Aber die Antwort erfolgt vielleicht noch. An diesen Balkan­fragen ist Deutschland bekanntlich kaum betheiligt, wohl aber Rußland. Wenn Herr di Martino überhaupt eine Antwort bekommt, wird fie ver- muthlich äußerst diplomatisch abgefaßt fein. Im allgemeinen hat man aber anzunehmen, daß die Balkanfrage» in der nächsten Zeit eine bedeutende Rolle in den italienischen Parlamentsverhand­lungen spielen werden.

X „AukeHuuug »ach links." Seit Jahren ertöne» aus der Presse der Linke» ab und zu Stimmen, die der Reichsregierung klar zu machen suchen, daß fie mehr Anschluß bei der Linken suchen müsse. Daß namentlich die preußische Kanalvorlage waidlich in diesem Sinne auSge- beutet wurde, ist ja sattsam bekannt. Jetzt möchte man gern, daß die Reichsregierung den Reichstag heimschicke, Anlehnung nach links suche und mit dieser Schlachtordnung in den Kampf der Neuwahlen zum Reichstage einrücke. Die Besserung der inner» Zustände solle dabei die Losung fein — so räth neuerdings ein süd­deutsches demokratisches Blatt; denn mit diesen inneren Zuständen sei doch eigentlich Niemand im deutschen Reiche zufrieden. „Besserung der innere» Zustände" ist ein schöner Ausdruck, aber leider außerordentlich umfangreich i» dem, was man sich darunter vorstellen kann; und jenem Blatte würde wohl die genaue Antwort auf die Frage schwer werden, was *e8 denn eigentlich darunter verstanden wissen will. Doch dar ist Nebensache. Die Hauptsache bei allen solchen Erwägungen ist die, daß die Auflösung des Reichstages die Regierung in eine vollkommen unhaltbare Lage versetzen würde. Im Vorder­gründe aller politischen Fragen steht der Zoll­tarif. Eine Mehrheit des Reichstages hat den Wunsch, einige Zollposttionen zu Gunsten der Landwirtbschaft verändirt zu sehen. Die Regie­rung stellt sich so an, als könne sie darauf unmöglich eingehen. Die Freistnntgen und Sozialdemokraten stnd aber grundsätzliche Gegner des Zolltarifentwurfes, der in unveränderter

beiden Händen und stellte sie mir mit den Worten vor: „Sehen Sie, Rohden, das sind meine Kinder. Wie innig betonte sie dies: „Meine Kinder." —

Grimmers bestanden, nachdem Ehlers nach dem sehr vergnügt zusammen verlebten Nach­mittag sich verabschiedet hatten, in liebens­würdigster Weise darauf, daß ich zum Thee blieb, und da erfuhr ich denn das letzte Kapitel meiner Geschichte aus Frau Rallas Mund.

„Im Januar war's," erzählte sie, „und Sylvia weilte als lieber, als unser liebster Gast in unserem Hause. Da geschah es eines Tages, daß sie mit meiner Nara, — nicht wahr, die ist groß geworden?" schob sie mit mütterlichem Stolz dazwischen, „und hübsch," beeilte ich mich, der Wahrheit gemäß, zu bemerken, — „nun also, Sylvia wollte mit Nora etwas auf der Espla­nade spazieren gehen, und unterwegs blieben sie an dem Schaufenster einer Buchhandlung stehen. Da tritt auf einmal ein Artillerieoffizier auf Sylvia zu und redet sie an: „Meine gnädige Frau, sind Sie es denn wirklich, darf ich meinen Augen trauen, und dies (auf Nora deutend) ist wohl Ihr Töchterchen?" „Na, meine Sylvia wird rott; und wieder blaß und nachdem sie sich endlich gefaßt, sagte sie: „Wie in aller Welt, ’ommen Sie hier nach Metz, ich glaubte. Sie tänben in Thorn, übrigens sind Sie in einem »oppelten Jrrthum befangen, dies hier, ist Nora Grimmer — ich bin bei Ralla zu Besuch — und ich bin noch immer Sylvia Hernig." — „Und Werben?" — „Werben ruht feit einem halben Jahre in Gottes Erde." — „Werben tobt?" — Ehler rief es, aber es klang fast wie mühsam unterdrückter Jubel durch diesen Ruf. — Sie

□ Zu den Friedensverhandlungen in Südasrika.

AIS die Verhandlungen in Vereeniging ihre» Anfang »ahmen, wurde in der englischen Presse mit großer Urbereinstimmung darauf hingewiesen, daß weitere Besprechungen mit de» Burenver­treter» und de» britischen Unterhändlern in Pre­toria ganz zwecklos sein würde», wenn die Buren nicht geneigt wären, ix der Hauptsache den eng­lischen Ansprüchen nachzugeben. An allererster Stelle steht die Unabhängigkeit der Buren, an zweiter die Amnestie für die „Kap-Rebellrn", also für diejenigen Holländer im Kaplan de, die die Waffen für ihre Landsleute und gegen die englische Regierung ergriffe».

Nun ist ei» eigenthümkicher Vorgang zu ver­zeichnen. Alle Drahtmeldungen vom 20. und 21. Mai waren so abgefaßt, als seien die Be- rathunge» i» Vereeniging noch nicht zum Ab­schlüsse gelangt. Thatsächlich aber find mehrere Burenvertreter als erwählte Bevollmächtigte des burischen Kriegsparlamentes in Vereeniging schon am 18. Mai in Pretoria angekommen, darunter Delarey, Christian de Wet, Schalk Burger, Botha, Smuts; und erst nach ihnen traf in der Transvaal- Hauptstadt Generalgouverneur Milner und Lord Kitchener ei». Man begreift fürs erste nicht, warum die Vorgänge gehl im gehalten werden. DaS Erscheinen der genannten Burenführer i» Pretoria läßt indessen keine» anderen Schluß als de» zu, daß dieselbe» mit der ernstliche» Abficht dahin gekommen find, den Abschluß des Friedens anzu» bahne» und diese» unselige» Krieg zu beenden, der jetzt bereits 31 Monate dauert. Nach den Doraufgegangenen wiederholte» Erklärungen eng­lischer Minister will die britische Regierung den Bure» auf keinen Fall die Fortdauer ihrer bis­herigen Unabhängigkeit zugestehen. Diese Erklä- rungen find in so bestimmter Form gemacht wor­den, daß man an ihrer Ernsthaftigkeit und an der Entschlossenheit Englands in diesem Punkte nicht zweifeln kann. Danach hat man also weiter zu vermuthen, daß bei den Verhandlungen in Vereeniging diejenigen Buren die Sieger geblieben find, die der Nachgiebigkeit in diesem Punkte das Wort rede». Wenn man diese Gedankenreihe weiter verfolgt, dann gelangt man zu dem Ent­schlüsse, daß eS nicht »»günstig mit de» Friedens- Aussichten steht.

Daß die Engländer mindestens ebenso sehn­süchtig den Frieden herbeiwünschen, ist selbstver­ständlich. Deswegen klingen recht wahrscheinlich einige Zeitungs-Meldungen, die berichten zu tön« nen glauben, daß die britische Regierung den Forderungen der Buren sehr wett entgegengekom­men sei. Niemals hat irgend ein englischer Re­gierungsmann die Amnestie für die Kap-Rebellen alS unmöglich bezeichnet; die englische Regierung ist also in der Bewilligung dieser zweiten Haupt- fforderung nicht behindert. Sie kann dieses Zu-

! Gestalt fast nur den Beifall der Nationalliberale» ■ findet, aber noch nicht einmal aller Mitglieder i dieser Partei. Würde nun die Regierung 1 jetzt be» Reichstag aufiösen, bann würde । fie mit ihrer Wahlpolittk vollkommen halt­

los i» der Luft schweben; den» unmög­lich kann fie fich stütze» allein auf die altersschwache und in sich grenzenlos zerfahrene nationalliberale Partei. Ma» kann also ganz beruhigt fein über diesen Punkt: Die Reichs- regterung wird gar nicht daran denke», de» Reichstag wegen der Meinungsoerschiedenheite» in der Zolltariffrage auszulöse» und gewaltsam einen Wahlkampf unter dem LoosungSworte des Zolltarifes herbeizuführen. Was sollte ihr ei» solcher Wahlkampf nütze», in dem fie die Par­teien der Rechten, das Centrum, die Freisinnigen und auch die Sozialdemokraten gegen sich habe» würde? 88 ist fast unbegreiflich, wie Jemand glaube» la»», mit solchen windigen Redensarten Eindruck bei der Regierung ober bei der öffent­lichen Meinung zu machen.

+ Sur Znckerfrage. Die Vernehmungen der Sachverständigen der Zuckerindustrie im Reichstagsamte in Berlin finden in verschiedene» Zeitungen abfällige Beurtheilung wegen der Art und Weise, in der fie vvrgenvmmen wurde». Der Sachverständige wurde vorher nicht über das Thema unterrichtet, über das er sprechen sollte Auch wurde jeder Sachverständige einzeln ver­nommen, so als ob er ei« mündliches Examen ohne vorherige Vorbereitung zu bestehen habe. Es ist in der That fraglich, ob dieses Verfahren wirk­lich das beste ist, das für diesen Zweck gewählt werden konnte. — In Indien beschäftigt man sich, wie auS London berichtet wird, mit einer erneute» Erhöhung der Zölle für die Einfuhr von Zucker; die Regierung vo» Britisch-Jndie» soll geneigt sei», in diesem Sinne vorzugehe». Ob eS wirklich so ist, bleibt abzuwarten. — Von großem Interesse ist die Steigerung der Zucker­erzeugung in den Vereinigten Staaten von Amerika: fie beträgt gegen daS Vorjahr nicht weniger als 14O°/o, und vertheilt fich gleichmäßig auf Rübenzucker in den nördlichen und Rohr­zucker in den südlichen Staaten.

+ Die AntomovttfaHrt vs» Zfari» «ach Wie» gilt als gesichert — so wird der,Allg. Automobil Ztg.' aus Paris gemeldet. Die Fahrt soll gehen do» Paris über Belfort, Basel und München »ach Wien. Die Behörde», die in Deutschland maßgebend sind, sollen ihre Ein­willigung bereits ertheilt haben unter der Be­dingung, daß die Veranstaltung auch in Frank­reich und i» Oesterreich genehmigt werbe. Di« österreichischen Behörden haben die Genehmigung bereits ertheilt. Die Genehmigung für Frank­reich hat der Ministerprästdent Waldeck-Rousseau in sichere Aussicht gestellt — so kann der Unfug also do» neuem beginnen. Nach den Erfahrungen, die man bei dem Rennen von Paris nach Berlin gemacht hatte, versicherte alle Welt, auch der französische Ministerpräsident, solche Automobil- Rennen würden auf der öffentliche» Landstraße nicht mehr geduldet werden. Seitdem ist »och kein Jahr vergangen, und sitzt wird et» gleiches Re»ne» von Paris nach Wie» zugelaffe»!

waren unterdeß weiter gegangen, Sylvia Nora an der Hand führend, Ehler auf ihrer anderen Seite. — „Sie sind mir noch die Erklärung schuldig, wie Sie so plötzlich hierher kommen,", erinnerte Sylvia den in Gedanken versunkenen Mann an ihrer Seite. „Wie geht es Ihrer Frau Gemahlin, und nicht wahr, Sie haben auch. Kinder?" — „Ich bin hierher versetzt," ent­gegnete Ehler, rasch athmend, „und erst seit drei Tagen hier. Meine arme Adda ist schon seit zwei Jahren tobt, ich bin ein freier Mann." — Plötzlich zieht er den Arm des tödtlich erschrockene» Mgen Mädchens an sich und legt ihn in de» feinen: „Und jetzt, meine Sylvia, fall uns keine Macht der Welt mehr trennen. Uns hat Gott zusammengeführt, ich halte Dich und kaffe Dich ümmer! — Komme, kleine Nora," wandte er ich an das Kind, „führe uns jetzt zu Deine» Eltern, Du mußt ihnen doch erzählen, daß Du einen neuen Onkel bekommen hast." Sylvia )atte nichts gesagt, nur „Frank, lieber Frank!" am es wie ein Hauch über ihre blaß gewordenen Lippen, aber sie ließ ihren Arm fest auf dem einen ruhen und schmiegte sich an ihn. Das genügte dem glücklichen Mann vollkommen. —■ Mein Erstaunen, als drei ankamen, können Sie ich selbst ausmalen, aber wie sehr ich mich ge­reut, können Sie sich nicht denken. — Die beiden Menschen, die nie ein Wort von Liebe mitein­ander gewechselt, sie standen als glückseliges Brautpaar vor uns.

Mein Mann war es, der nach dem sehr im- irovisirten, aber sehr vergnügten Brautschmaus zuerst darauf aufmerksam machte, daß wir nun aber doch endlich auch die Mütter, Fram von Hernig und Frau v. Ehler, von dem Geschehene»

DiufocBes Reich,