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Mckenkeffagen

fflustrrrle Sonntags-Zefömg

M 116.

JuLöa, Freitag, den 23. Mai 1902.

29. Jahrgang.

Deutsches Reich

22

(Nachdruck verboten )

ächerlich, ein Habe- Fräulein v. Hernig?

teilt» icren

Verantwort!!»:"Für lte"Be6aftiflT3eL'BMX» für Znjerale 3. purzelte» In jitUo,

'Una an» Verlag der Jil6«r ÄetlenSra-kere» v-lcrrg-tle ttr. 8 (fcarmouiek

Etwas Anderes ist es, wie bereits erwähnt, mit der weiteren Forderung von besonderen Kundert Millionen für die Vergrößerung des staatlichen Domänenbesitzrs. Was für Be> fitzungen sollen erworben werden vom Staate und zu welchem Zwecke? Die Begründung der Vorlage deutet an, daß die Regierung damit nicht allein das Deutschthum fördern, sondern auch der schädlichen Verminderung der Forsten in den östlichen Provinzen entgegenwirken wolle Das ließe sich eher hören. Bevor man sich ein zuverlässiges Unheil darüber bilden kann, maß man höre», wie di- Herren Regierungsoertreter selbst die Forderungen der Vorlage im Abge- ordnetenhause befürworien und deren Zwecke er» läutern werden.

* Da« militärische Ava«ceme«1 eine« A-ichstas-ae-eor-net-« ist im Zusammen» Haag mit der Aufhebung de« Diktaturparagraphen vom Kaiser verfügt worden. Dem Reich«tag«ab> geordneten für Saargemünd-Forba-b, Baron de Schmid, theilte der Kaiser am Mittwoch Abend bet der Abendtafel im Schloß UrMe mit, daß er ihn zum Rittmeister ä la suite de« 8. Kürasster- Regimenl« in Deutz ernannt habe. Baron de Schmid ist derjenige elsaß-lothringische Reichr- agsabgeordnete, dem der Kaiser schon während >er Manöver im vorigen Herbste die baldige Auf­hebung de« Diktaturparagraphen zugesagt hat

de Schmid scheint bisher dem deutschen Heere überhaupt nicht angehört zu haben. Er stehl im Alter von 44 Jahren, hat in Paris i Mathematik und Naturwissenschaften studirt und

* Die Nnifor« Us --«statische« A-- soll nach dem ,Reichsb/ von Grund au« umgestaltet werden.Weder die Sommer- rock die Winter.Uniform hat sich beim Filddienst i» China besonders bewährt. Nament­lich halt es auch schwer, die seiner Z-it in Z hRtausende" von Sx-mplaren für die China» klüger bestellten Katzer>v?l,e vor Mottenschadeu und den Einflüsse« des Klimas zu bewahren. Aber auch die anderen MontiruugSstückr, nament­lich Fußbeklettrmg und Rock, sind für die ostastatischen Verlättn fft nicht besonderr praktisch."

i zu fahren, plötzlich ihr und der kleinen Nora gegenüber zu befinden. Gern folgte ich ihrer freundlichen Aufforderung, da ich ohnedies ganz allein war, mich ihr anzuschließen. Bald saßen wir aus der herrlichen Esplanade, unter dem Schatten der alten Bäume gemüthlich hinter einem Täßchen Kaffee. Unwillkürlich erinnerte uns dies Beisammensein an die Landparthie nach dem Emanuelsberg, wo wir auch im Freien den Kaffee, nebeneinander fitzend, getrunken hatten, und da war es nur ein Schritt bis zu Sylvia.

Ist Fräulein v. Hernig jetzt verheirathet?" fragte ich interessirt.Verheirathet? Hörten Sie denn nichts von Werbens Tod?" war Frau Rallas Entgegnung.Werben todt?" rief ich, wirklich erschüttert,mein Gott, wie ist das möglich, woran starb er?"Ein plötzlich sehr heftig auf­tretendes Nierenleiden," erzählte sie,raffte ihn nach längerem Krankenlager dahin, zu seinem Glück," setzte sie mit einem Seuszer hinzu.Und

Berlin, 22. Mai 1902.

+ Der Kaiser hat am Mittwoch in Kürzel den Vorstand des Landesausschusses von Elsaß-Lothringen empfangen, umgeben von dem Statthalter Fürste« Hohenlohe-Langenburg. dem Staatssekretär von Köller, dem Geheimrath von Lucanus und anderen Herren. Herr Schlum» berger, der Präsident des LandesauSschuffeS, hielt eine Ansprache an den Kaiser, in der er den Dark des Landes für die Aufhebung bei Diktaturparagraphen zum Ausdrucke brachte. Der Kaiser sagte in seiner Antwort, daß er die Herren mit Freuden willkommen heiße und führte zwei Gründe dafür an, daß der Diktatw. Paragraph nicht früher aufgehoben worden sei: der Kaiser wollte erstdie Siebe und Treue seiner Uster» thanen und das verständnißvolle Vertrauen seiner Kollegen, der Bundes fürsten, gewinnen" und zweitens wollte er erstdas Ausland davon überzeugen, daß der neue deutsche Kaiser und j daS Reick ihre Kraft der Echaliurg des Friedens zu widmen gewillt seien". Im übrigen sprach der Kaiserseinen innigsten Säst aus für die loyale Haltung des Reichslandes, auf die er un­bedingt baue. Nach dem Empfange folgte eine festliche FrühstückStafel, nach deren Beendigung der Kaiser sich noch etwa eine Stunde lang mit I den anwesenden Mitgliedern des LandesauSschuffeS unterhielt.

a Vie Erbfolge i* Schwarzvnrg Ilrrdol- |Sapt Im Landtage des Fürstenthums Schwarz­burg-Rudolstadt ist kürzlich, wie berichtet, die Erb­folge im Füistenthum in theilweife eigenartiger Form er örter/ worden. Infolge besten haben nunmehr mehrere Mitglieder de« Landtages den Antrag eingeb acht, die Regierung möge noch im Laufe dieser T^ung dem Landtage ein beson» derer Erbfolge Ge'etz vorlegen. Thatsächlich aber ist Prinz Siz-o, von dem neulich die Rede war, I von den regit »öden Häusern von Schwarzburg» Rudolstadt und Schwarzburg Sondershausen als Thronfolger 6er. t« anerkannt unter der Voraus- etzung, daß die Ehe des regierenden Fürsten kinderlos bleibt.

i dann einem Berliner Lokalblatt zufolge bi« 1883 in der iraniöstschen Kavallerie gedient. Dem Reichs» i tag gehört Baron de Schmid seit 1898 an.

+ I-eregier»«,«fähige" Ireistrm.

Al« er stch um Annahme ober Ablehnung besetzten I Flottenvorlage im Reich«tage handelte, wurde I mancherlei gemunkelt über vertrauliche Unterhand» l fangen zwischen den leitenden Regierungsstellen ! und einzelnen Vertretern der Fretfinnigen, um diese für die Vorlage zu gewinnen. Nachher ist I < wieder still davon geworden. Daß solche An» i bandluugen nichts Neue« mehr gewesen wären bei uns in Deutschland, geht au« einem früheren Falle hervor, der jetzt wieder aufgewärmt worden ist. Als Graf von Caprivi an dem Zustande- i kommen seiner Heeresoorlage arbeitete, suchte er ebenfall« die Freisinnigen für dieselbe zu gewinnen. Der Kaufprei« sollte die Besetzung de« Reichs» schatzamtes mit einem Staatssekretär aus den Reihen der Freisinnigen sein. Freisinnige Organe suchen da« «egzuleugnen. So behauptet die »Liberale Korr/, von solchen Anerbietungen sei niemals die Rede gewesen. Nichtsdestoweniger ist da« doch der Fall gewesen: und die Freisinnigen würden bester daran thun, von der ganzen Angelegenheit zu schweigen. Ihre Leute waren nicht immer so stand­haft gegen Versuchungen von oben her wie der verstorbene Centrumtsührer Dr. Lieber.

st K« Wahlkreise Ar. Lieder» sollte nach der Behauptung nationalliberaler Blätter der Bund der Landwirthe einen eigenen Kandidaten aufstellen wollen. Die .Deutsche Tages»

I zeitung' widerspricht dieser Behauptung mit der Bemerkung, ihr sei davon nicht« bekannt.

+ Ileler die ArSffeler Zncker.Ko«. ferenz sind während der jüngsten Zeit mehrfach Gerüchte in Umlauf gesetzt worden. Dazu gehört | die Meldung, die österreichischen Vertreter seien in dem Widerstreben gegen die übermäßigen eng» lischen Ansprüche von den Vertretern de« deutschen Reiches nicht unterstützt, sondern von diesen viel­mehr geradezu iw Suche gelassen worden. Im Gegensätze dazu behauptet eine Berliner Zuschrift der,Südd. Reichrkorr/ in Karlsruhe, er sei ge» rade umgekehrt zugegangen: Oesterreich-Ungarn sei eher für die Annahme der Brüsseler Beschlüsse gewesen, al« die Vertreter de» deutschen Reiche«. E? kommt wenig darauf an, wer zuerst den Rückzug vor Großbritannien angetreten hat. Die bedauerliche Haupffache ist, daß dieser Rückzug überhaupt angetreten wurde, und die Noihwendig- keit nunmehr, daß daran jetzt gut gemacht werde, war noch gut zu machen ist. War vorher über­eilt wurde, muß Nachträglich mit gutem Bedacht aurgeglichen werden.

D. das bisher schon der Fall gewesen fei, kann man bekanntlich nicht sagen. Das behaupten auch die Freunde dieser Politik nicht. Im Gegentheil ist auch von diese» in der Preffe und im Parlament schon mehrfach auf die Gering­fügigkeit der erzielten Erfolge hingewiesen worden. Die Begründung der neuen Vorlage muß selbst zugestehen, daß während der letzten fünf Jahre in den Provinzen Westpreußen und Pose« das Deutschthum 5* 1/» Quadratmeilen Landbesitz an das Polenthum verloren hat; und alle Welt weiß, daß in der neuern Zeit die Ansiedelungs- kommisston viel mehr Güter aus deutscher, als aus polnischer Hand erworben hat.

Man weiß es aus dem letzten Bericht der Ar.siedelungskommission, der bis zum Ende des Jahres 1901 reicht, daß im ganzen gekommen feit 1886 auf einem Besitze, der einen Werth von 54 Millionen hat, 4695 deutsche Bauernsamilien mit rund 33 000 Seelen angessedelt wurden. D.rzu kommen noch 180 deutsche Arbeiterfamilien mit etwa 800 Seelen für die Bearbeitung der Güter, die einstweilen von der AnsiedefangSkom- misston verwaltet werde». Das ist ein recht be­scheidener Erfolg, der ein noch bescheideneres Ansehen Wwinnt, wenn man den Bericht der Anfiedelungskommisfion sich genauer darauf an» steht, woher diese neuen Ansiedler stammen. Zum größeren Theile waren nämlich diese Ansiedler Bewohner der fraglichen Provinzen, um die es sich hier handelt; nur zum kleineren Theile sind sie aus anderen Provinzen zugezogen. Die Kopf» >ahl der deutsche« Bevölkerung wurde also durch die Thätigkeft der Ansiedefangskommission nicht um rund 34 000 Seele« vermehrt; der eigent­liche Zuwachs, den das Deutschthum dadurch er­hielt, ist also noch bedeutend geringfügiger und darum nun dieser Riesenapparat! Daß beim Eentrum grundsätzliche Bedenken gep-ix diese ganze AnfiedelungrPolitik bestehen, ist s-usam be­kannt. Es ist indeffkn wahrscheinlich vaß auch diese neue Forderung der Reg-i?ung von der Rechten des Abgeordnetenhause? und den Rotionalliberalen schlank angenommen werden wird.

---des ganzen Perfahrens wünschen, daß dies in möglichst praktischer Weift ge» scheöe.

NaumI5Pfg.,Re» klamen die Petit» zeile 25 Pfg.; bef Wiederholungen rvirdentsprechend» Rabatt gewährte

Erscheint täglich, ^.Ausnahme der tzonn-und Feier- tage. Vierteljahr!. gt;ugsprtis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus» wärtsIM.üOPi.

hörten,aber wissen Sie Näheres über Werbens Tod, gnädige Frau, wo starb er?"Wohl weiß ich Näheres, und will es Ihnen nicht vorent­halten," war ihre ernste Entgegnung.Meine Sylvia ist eine Heldin, was sie durchgemacht, weiß nur ich und ahnen wenige. Jahr und Tag schön war sie ohne jede Nachricht von Otto Werben gewesen, und wir glaubten alle, er sei nach Amerika, um sich dort eine neue Existenz ju gründen. Sylvia war gerade einmal zu Haus,

Der Inhalt bsr neuen preußischen Polen» Vorlage, der am letzten Mittwoch bekannt ge» worden ist, hat in e.nem Punkte überrascht: nicht nur hundertz sondern hunbertundfürifzig Millionen Mark werden zur Erhöhung des sogenannten Anstedelungsfonds verlangt, uns außerdem, wie ja angekündigt worden war, weitere 100 Mill. Mk. für die ^Erweiterung des staatlichen Domänenbefitzes in den Provinzen Weflprevßen und Posen. Es handelt sich dabei also um zwei Forderungen, die gesondert von einander zu betrachten und zu behandeln find, obwohl fie die Regierung i» einen Gesetzentwurf zusammengefaßt hat. Ob fie daran gut gethan hat im Interesse ihrer Forderunsen, wird stch ja bei den bevorstehenden Verhandlungen im Abgeordnetenhause zeigen, die am nächsten Diens­tag ihren Anfang nehmen sollen.

In der Begründung der Vorlage selbst wird aus dir Thatsache verwiesen, daß von den zwei- hündert Millionen, die iür den Ansi edelungs» fonds bereits bewilligt wurden, noch 56 Millionen vorhanden find. Man weiß also nicht recht, warum die preußische Staats­regierung es so eilig hatte mit dieser neuen Forderung. In der Begründung wird gefügt; Damit die Organisation der weitern AnfiedelungS» arbeit rechtzeitig erfolgen könne. Augenscheinlich kommt es aber der Regierung auf etwas Anderes dabei an: Nämlich auf eine neue Kundgebung gegen das Polenthum. Denn was an beab» fichtigten Aeuderungen der Organisation des Anfirdelungswerkes in der Begründung der Vorlage angekündigt wird, ist so wenig be­deutend, daß es Vorbereitungen von langer Hand nickt bedarf. Es handelt sich in der Hauptsache nur darum, auch die Verpachtung von Besitzungen als neu einzaführen neben dem Verkaufe derselben an neue Ansiedler und der Bildung von RentengÜteru. Es sollen dabei nicht nur Bauernwirthschaften, sondern auch größere Güter zur Verpachtung gelangen, unter Umständen auch an die bisherigen Besitzer von Gütern, die durch Verkauf an die AnfiedelungS» kommiffion überginge». Dagegen, daß diese Neuerungen eingeführt werden, wird sich bei den Freunden dieserArt der AnfiedelungSpolitik schwer - uch irgendwelcher ernstliche Widerstand erheben. Denn diese Neuerungen haben eine rein äußer» lichk Natur und für die Grundsätze dieses ganzen Verfahrens nichts zu bedeuten. ES liegt nicht bie geringste Veranlassung dazu vor, dieses Ver­fahren nach einem einzigen Schema regeln zu wollen. Da es sich nm StaatSgelder handelt, m t denen hier gewirthfchaftet werben soll, inte» reffuen sich auch diejenigen Leute für daS be­obachtete Verfahren, die grundsätzlich dieser ganzen AnstedelungSwirthschaft abhold find; und in diesem Sinne werden auch diese Gegner nichts gegen solche Aenderungen im Verfahren einzu» wenden haben. Im Gegentheil! Denn ein» fettige Schablone würde dem ganzen Verfahren «neu noch ungünstigem Stempel oufdrücken. Wenn schon Staatsgelder in dieser Weise zur

ßlidiimts-SkiiiikrmM rin« alten Smhesseu.

tzalbvsrzeffene Geschichten aus de« 30 er und 40 er Jahre« des 19. Jahrhunderts von B. S. Coester.

, »....... öIst bei der Mutter,

wenn sie sich nicht irgendwo nützlich machen kann. Augenblicklich pflegt fie ihres Schwagers junge Frau. Sie hörten wohl, daß Forstmeister von Raden sich wieder verheirathet hat."Nein," sagte ich, noch ganz erfüllt von dem eben Ge-

"» Jüldacr 6escf)id)t$blättcr und totierirCiste.

Assessor. Sie können sich auch wohl so ungefähr die Stimmung meiner gnädigen Frau vorstellen. Gut, daß das arme Ding durch ihr Stiftsgeld wenigstens pekuniär unabhängig von der Mutter ist. So ist sie denn den größten Theil des Jahres bei den Geschwistern, die Kinder, acht­zehn sind es beiläufig, hängen alle an ihr. Ein­einhalb Jahr war sie zuletzt in Celle bei ihrem Schwager Raden, dessen Frau, die reizende Cilly (ich sage Ihnen, das war ein Mädel zum An­beißen) , ziemlich plötzlich an einer Lungenent­zündung starb. Fünf Kinder sind dort, und Sylvia wäre noch da, wäre es dem Herrn Schwager nicht eines Tages beigekgmmen, ihr einen Antrag zu machen. Sie soll ihn gehörig habe abblitzen lassen. Noch sei sie Otto Werbens Braut. Na, die Alte, sie ist bald aus dem Häuschen gewesen, wie sie das hörte.Du bringst mich noch unter die Erde mit Deiner Starrköpfigkeit, die schon scharf an Dummheit grenzt. Werbens Braut, lächerlich, ein Habe­nichts hat keine Braut!" Da war aber Sylvias Geduld zu Ende, ein- für allemal hat sie sich über dieses Thema jede Bemerkung verbeten. Na, die Tante spricht auch nicht darüber, sie hat die Nutzlosigkeit eingesehen, daß aber Sylvia mög­lichst wenig zu Haus ist, können Sie sich denken!"

So berichtete mir Herr v. Wüsten. Armes, trnues, starkes Mädchen! mußte ich denken, wie schwer hast Du zu tragen. Dann hörte ich wieder lange Zeit nichts, bis der Zufall mich mal mit Frau v. Grimmer zusammenführte. Ihr Mann war nach Kassel versetzt, ich wußte das nicht, und so war ich froh erstaunt, mich an einem schonen Sommernachmittag, als ich am Königs­platz m die Tram stieg, um nach Wilhelmshöhe

Und er erzählte, wie folgt: Kurz, nachdem Werben seinen Abschied genommen, erkrankte " t, p erm find fein älterer Bruder am Lypyus. Beide erlagen innerhalb weniger Wochen der schweren Krankheit. Da die

eOtI gestorben, stand der un­glückliche Kerl plötzlich ganz allein, total rathlos und geschäftsimkundig da. Vernünftigerweise engaglrte er sich eineu tüchtigen Buchhalter, und Mit Hilfe eines Freundes seines Vaters machte er sich daran, vor allen Dingen erst mal In­ventur aufzunehmen und alle Bücher zu prüfen um erst mal einen klaren Einblick in sein Soll und Haben zu erhalten. Dabei machten sie die niederschmetternde Entdeckung, daß Werben senior bereits seit drei Jahren mit Unterbilanz gearbeitet, und dem armen Kerl sozusagen kein Ziegel auf dem Dach mehr gehörte. Kolossal ehrenhaft, wie er nun ist, meldete er sofort den Konkurs an, um seinen Gläubigern wenigstens etwas zu retten, und gab Sylvia sofort ihr Wort zurück." »Und Fräulein v. Hernig?"Nun, die handelte ganz 4 la Sylvia, schickte ihm umgehend den Ring wieder und schrieb dazu:Ich habe mich Dir anverlobt für Freud und Leid, nimm den Kampf mit dem Geschick tapfer auf, lieber Otto, lch harre Deiner in Treuen!"Edel, aber un­praktisch, das werden Sie mir zugeben, Herr

i da kam eines Tages aus Duderstadt ein Brief, die Adresse von unbekannter Hand geschrieben,

i Eine barmherzige Schwester schrieb aus dem Krankenhaus und bat Sylvia, wenn es- ihr möglich wäre, den dringenden Bitten eines Sterbenden Folge zu leisten und dorthin zu kommen. Tag und Nacht verlange er nach ihr und flehe beständig zu Gott, daß er ihn nicht sterben lasse, ehe er sie noch einmal gesehen. Sylvia reichte den Brief stumm ihrer Mutter und stand auf, u* ihre Sachen zu packen.Was fällt Dir ein," fuhr sie die Mutter an,bist Du denn ganz von Gott verlassen, daß du wirklich die Absicht hast, dorthin zu gehen?"Ich bin Werbens Braut und habe ihm geschworen, in Freud und Leid zu ihm zu halten, ich reife mit dem 6 Uhr-Zug!"Ja, ich verbiete es Dir!" rief die Mutter außer sich. Sylvia zuckte mit den Achseln:Dann gehe ich eben gegen Deinen Willen dorthin, wohin mich meine Pflicht und mein Herz treiben."Dein Herz," lachte die Mutter gellend auf,willst Du mir das weis- machen, daß Dich Dein Herz zu Werben treibt?" Jawohl, mein Herz ist es, Mutter," war Sylvias tiefernste, mit großem Nachdruck ab­gegebene Erklärung,was mich antreibt, dem Rufe eines Sterbenden zu folgen, eines braven, guten Menschen, der mich treu und selbstlos ge­liebt, und dessen Braut ich auf Deinen Wunsch, Mutter, und auf Dein Drängen hin wurde!"

Es war kurz nach zehn Uhr Abends, als Sylvia in Duderstadt ankam und von der sie mit dankbaren Blicken empfangenden Schwester Cölestins sofort an das Bett des Armen geführt wurde. Er schlief. Einen Moment war sie im Begriff gewesen, der Schwester zu sagen, 'sie

Zur neuen preußischen Polen-! Verwendung gelangen, dann muß auch der gründ-t SRnrlrtrti» fatzliche Gegner des ganzen Zerfahrens wünschen,

XMSUnge. daß dies in möglichst praktischer Weise ne,