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FuldaerMIeitrmtz

ja 114.

JuL'öa, Mittwoch, den 21. Mai 1902.

29. Jahrgang

20

(Nachdruck verboten.)

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Berlin, 20. Mai 1902.

+ Kaiser ASikHelm «ad die Amerikaner. Die Thatsache, daß bet Kaiser de» Vereinigten Staaten von Amerika eine Bildsäule Friedrich des Großen schenken will und dieses beabsichtigte Geschenk vom Präsidenten Roosevelt willkommen geyeißen wurde, findet in eisern Tberle der nord- amerikanischen Press« eine wundersame Deutung. Man sagt, der Kaiser wolle durch das Geschenk nur die Gelegenheit zu eisern persönlichen Besuche in den Vereinigten Staaten erlangen. Manch­mal werden aber auch die Wünsche zum Erzeuger von Gedanken! Daß der Kaiser gerade ein Monument Friedrichs des Großen zum National­geschenk für die Amerikaner ausersah, hängt wohl nicht gsm wenigsten damit zusammen, daß dieser preußische König zuerst von allen euro­päischen Monarchen die Unabhängigkeit und Selbständigkeit der amerikanischen Republik an­erkannte.

! steht ste noch immer auf dem Papier. Aber auch fie wird beeinflußt durch daS Bündniß Frank­reichs mit Rußland: die Interessen der römischen Katholiken in Palästina wurden wenig berück« sichtigt von de» französtschen Protektorate; da­gegen hatten die griechischen, von Rußland be­günstigten Orthodoxen stets vollkommen freie Hand und erlaubten fich infolge dessen lieber» griffe, wie auch damals vor dem bösen Streite in der Kirche des hl. Grabes. Deutschland hat darum längst den Schutz der deutschen Katho­liken im Orient als ureigene Pflicht betrachtet und ausgeübt; und nun ist Italien in entsprechen­der Weise vorgegangen. Die französische Repu­blik hat trotz der entgegengesetzten Versicherungen des Ministers Delcrffv kein allzu lebhaftes In- tereffe mehr daran; und der nationalistische Pariser ,Eclair' hat nicht unrecht, indem er schreibt: „Das französische Protektorat im Orient hat

Frank von Ehler hat sich als gehorsamer Knabe schon als Fähnrich mit Schön-Adda verlobt und dann leider hier erst, als er in Sylvias Augen geschaut, sein Herz entdeckt." — Es wurde mir immer unbehaglicher bei dem Geplauder zu Muth, dessen Gegenstand dies ernste, blaffe Mädchen da vor mir war. Als wenn eine rohe Hand unge­schickt oder bösartig eine Wunde berührte. —

So war es mir eine förmliche Erleichterung, als jetzt weitere Theilnehmer unserer Gesellschaft, aus dem Walde tretend, auf uns zukamen.

Zwei Herren, eine Dame zwischen sich, in deren Arm ein Artillerieoffizier sich galant ein. gehängt hatte, näherten sich uns. Der andere Begleiter der Dame, der pustend und stöhnend neben ihr herschritt und sich fortgesetzt mit einem seidenen Taschentuch sein dickes, rothes Gesicht abwischte, war für jeden, der ihn zuerst sah, ein Prüfstein für gute Erziehung. Es war fast un­möglich, beim Anblick Leutnant Werbens nicht

es auch immer fei. Sicher wirkt zum Gute» nur das, was dem Volke in Fleisch und Blut über­gegangen ist. Durch Knutenhiebe und Hinrich­tungen kann man strafen und zeitweise abschreckrn, aber niemals bessern. Und die Liebe der Menschen gewinnt man dadurch gewiß am aller­letzten !

noch Pferde auftreiben, die ihn zu tragen ver­mochten. — „Uff!" stöhnte er, „diese bestialische Hitze, wenn doch Majestät Tropenjoppe gestatten, wollten." — „Schwimmanzug wäre mir noch lieber," äußerte der ArtilleÄst. „Pfui, Herr v. Wüsten," sagte meine Begleiterin, und Wüstens Dame — seine Schwester Erna — versetzte der

* Ki« Jude gegeit die Kiuwuuderung fremder Jude«. Die britische Regierung hat

Alle Versuche, diese Anarchistenpest erfolgreich zu bekämpfen, haben stch bisher als vollkommen vergeblich erwiesen. Man kann die Mordgesellen aufhängen, wie den ehemaligen Studenten Bslma- schow, der in Petersburg den Minister Scipjägin ermordete. Damit beseitigt man einen Bluthund; aber die Raffe bleibt unangetastet. Man ist nicht einmal im. Stande gewesen, auch nur einen einzigen Mitschuldigen des Balmaschow herauszubekommen. Der jugendliche Fanatiker hat allen Einflüssen ge­trotzt und sein Verschwörergebeimniß mit sich ins Grab genommen; und diese Einflüsse werden ganz gewiß nichis weniger al« sanft in der Petersburger Feste auf ihn eingewukt haben. Nichtsdestoweniger wollte der Zrr ihm das Leben schenken. Balmaschow sollte nicht hingerichtet, vielmehr sollte fein Urtbeil umgewandelt werden in lebenslängliche Kerkerhaft I in den unterirdischen Gefängnissen der Petersburger Feste Schlüsselbure. Scipjägin und Nachfolger Plebwe hat aber auf der Ausführung der Hinrich-1 tung bestanden, und so ist ste vollzogen worden.

Wenn überhaupt Todesurtheile vollstreckt werden sollen, dann muß man diesen Fall als geeignet dazu ansehen. Aber beffern wird niemand etwas durch diese Hinrichtung an den Zuständen im Zarenreiche. Der eine oder andere Bluthund mag dadurch von der Aus- Übung ähnlicher Thaten abgehalten werden. Aber eine Einschränkung der nihilistischen oder anar­chistischen Seuche wird dadurch ganz gewiß nicht bewirkt. Und so sehr es zu billigen ist, wenn also gegen einen Bolmaschow mit der ganzen Strenge des Gesetzes vorgegangen wird, so darf doch Niemand darauf hoffen, auf diese Weise Rußland von dem Nihilismus zu befreien. Das würde auch dadurch nicht geschehen, wenn der Zar stch entschließen wollte dazu, in unvermsttel- ter Weise seinem Reiche eine Verfassung zu geben. Nur ganz allmählich kann der Heilungs- prozeß fich vollziehen, und wenn es wahr ist, daß die Amtstage des Oberprokurators des heiligen Synod gezählt find, des bisher allgewal- tigen PobjedonoSzew, so würde daS der erste schwache Anfang dazu genannt werden müffen. Man hat freilich schon mehrmals von (Ibiefem Urbilde aller russischen Schreckensherrschaft be­richtet, daß fein Stern im Verblichen fei, und doch blieb noch immer Herr PobjedonoSzew im Amte. Man muß also zunächst abwarten, ob diese neueste Nachricht sich als wahr bestätigen werde.

DaS einzig sichere und dabei dauernd wirkungs­volle Heilmittel gegen diese Pest ist eine gute Volksbildung im wahren und edelsten Sinne des Wortes, die ihre wohlthätigeu Einflüsse in gleicher Weise ausübt auf den Geist, den Charak­ter und das Gemüth der Menschen. Wahrhaftig gebildete Menschen, deren Herzensbildung auf fleich hoher Stufe mit ihrer Geistesbildung steht. Sännen gar nicht solche Mordthaten verüben, wie . >ie, welche vorher aufgezählt wurden. Deswegen st es — abgesehen von allen, anderen und röHeren Gestchtspunkten! — eine unbegreifliche Thorheit aller StaatSregierungen, wenn ste der i Ausbreitung christlicher Gedanken und An- ! -Hauungen die Wege verlegen, möge diese Aus- breitung nun vor stch gehen in welcher Form 1

- Ktfe»öatz»e« im Monat April 1902 ergibt I für 75 Bahnen, die schon im April 1901 im I Betrieb« waren, bei einer Gesammtlänge von 44,983.35 Kilometer aut dem Personenoerkehr 40 485,042 Mk., d. h. 3.173,983 weniger, und aus dem Güterverkehr 92,211,096, d, h. 2,916,747

| mehr gegen das Vorjahr.

+Maarenhims Steuer. Da«„Waaren- hau» für deutsche Beamte" tn Berlin macht aller- I Hand Versuche, um der WaarenhauS-Steuer zu I entgehen. Vom letzten 1. April ab hat eine von den „Kaufberechtigten des Waarenbaufes für deutsche I Beamte" gebildete Gesellschaft den Betrieb der Geschäftes von der bisherigen Aktiengesellschaft übernommen, hoffentlich aber ohne den gewünschten Erfolg. Man macht doch nicht Gesetze, damit fie auf alle mögliche Art umgangen werden!

X Iie Mönchsorden in Dorderasieu. I» allgemeiner und bedauerlicher @rinnetnxg ist noch der Streit zwischen den Mönchen verschiedenen Bekenntnisses in bet Grabeskitche in Jerusalem. Der leidige Fall hat seine besondere Folge. Man erinnert fich, daß die griechischen Mönche fich da­bei am unliebsamsten bemerkbar machten; und diese Thatsache hat zu mancherlei Erwägungen angeregt über die französische Schutzherrschaft über die Katholiken im Orient. Unverändert

diese unnahbare Sylvia." — Das junge Paar vor uns hatte, ahnungslos, welchen ergiebigen Gesprächsstoff es für meine Nachbarin bildete, indessen den freien Platz vor dem Tempel er­reicht und ließ sich auf einer der Bänke nieder. Die mir gewordene Aufklärung hatte, sehr gegen die Absicht der Erzählerin, zunächst den Erfolg, daß ich das junge Paar sehr interessirt betrachtete. — Es war richtig, eigentlich schön konnte man Fräulein v. Hernig nicht nennen, trotz einer auf­fallend guten Figur und schönen, goldbraunen Haaren. Aber ein Gesicht mit solchen wunder­vollen {blauen, dunkel bewimperten Augen war unter allen Umständen äußerst interessant. Da­bei verstand sie es, sich stets zwar einfach, aber höchst elegant und der herrschenden Mode ent­sprechend zu kleiden. Noch heute sehe ich sie vor mir, in dem gestickten weißen Kleid, das sie damals trug, ein rother Sammetgürtel um­schloß ihre biegsame Taille. Den ebenfalls roth garnirten Hut hatte sie abgenommen und vor sich auf den Tisch gelegt. Sie sprachen kein Wort zusammen. Der Husar zupfte nervös an seinen Schnurrbartenden, und Fräulein von Hernig, die ttotz der Hitze auffallend blaß war, spielte gedankenfern mit einem aus feinen Gräsern bestehenden Strauß.

„Vergnügt sehen die Beiden nicht aus," be­merkte ich. „Sollen sie wohl nicht," entgegnete meine Begleiterin, höhnisch lachend, „bas sieht nur sogar sehr so aus, als hätten bie beiden eben Abschied genommen, Abschied für's Leben." — „Abschied? Wieso, warum?" — „Wo haben @te denn gesteckt, Verehrtester," lachte die schöne Frau, „daß die welterschütternde Kunde, daß sich Leutnant von Ehler zur Artillerie hat versetzen

• Verschwörungen.

Gleichzeitig aus Rußland und au8 Spanien bringt uns der Draht Nachrichten von neuen Berschwörerstreichen. In Wilna ist bet Gou- »emur bet Stadt, Generalleutnant von Wahl, das Opfer eines neuen nihilistischen Verbrechens geworden. Als er gegen 12 Uhr des Nachts auS einer Cirkusoorstellung nach Hause fahren wollte, drängte sich ein Mann an ihn heran und feuerte zwei Reooloerschüffe gegen ihn ab, durch die er an der linken Hand und am rechten Fuße verletzt wurde. Er yat bei seiner Verhaftung augenscheinlich einen falsche» Namen angegeben. Der mörderische Ueberfall hat also glücklicher Weise den gewünschten Erfolg nicht gehabt.

Noch ruchloser, aber ganz ohne Erfolg ge­blieben ist eine Verschwörung gegen das Leben des jungen spanischen Königs AlfonS XIII Die Polizei verhaftete in Madrid neun Männer, die sich offen als Anarchisten bekannten. Einet delselben hat gestanden, daß sie darauf aus­gingen, ein Dynamitsprenggeschoß unter den Wagen des junge« Königs zu schleudern und diesen auf solche Weise umzubringen. Im -übrigen werden die Aussagen der Verhafteten geheim gehalten,

Die beiden Ereignisse haben augenscheinlich keine« unmittelbaren Zusammenhang mit ein» Eber; und dennoch gehören fie zusammen -unter die Rubrik bet Verbrechen anarchistischer Sht. In Rußland fühlen sicd viele Gemüther bedrückt durch ein rücksichtslos ausgeübtes System charter Unterdrückung-Politik. In Spanien kann davon keine Rede sei«. Und das Verbrechen, das dort gegen den jugendlichen König geplant war, gewinnt dadurch noch an Abscheulichkeit, daß es fich die Person des Monarchen nur eben deswegen zum Zielpunkte erkor, weil es der Monarch war, der fich soeben anschickte, die Regierung zu übernehmen. In Rußland gibt es bis zu einem gewissen Grade Erklärungen für ruchlose Thaten dieser Art — Erklärungen, natürlich keine Entschuldigungen. Wenn aber die Mordgier wüstet Fanatiker auch gegen einen jugendlichen König von sechszehn Iahten sich richtet, bet noch niemals irgendwie politisch hervorgetreten sein, kann, dem vielmehr ein außerordentlich sympathischer Ruf vorangeht, um ihn an dem Tage seiner Krönung und Thronbesteigung in rohester Weise abzuschlachten, dann fehlt dem gewöhnlichen Menschenverstände -jedwede geeignete Erklärung für eine so schenk- ltche Handlungsweise. Man kann nur annehmen, daß oie Mensche«, die sich derselben schuldig mache«, unter dem Einflüsse einer fanatischen Verblendung handeln, deren Art an den ausge- sprochenen Wahnsinn heranreicht. Zu den Ser» derselben Gattung gehören die mörderischen Ueberfalle gegen den Kaiser Wilhelm I., den König Humbert von Italien, die Kaiserin Elisa- b-th von O-sterreich, de« Präsidenten Mac Kinley in Nordamerika. Nur wüste Mordgier konnte in allen diesen Fällen der Beweggrund der Thal fein, Mord aus Lust am Morden, war die Losung.

gelebt. Das ist eines der vielen traurigen Er­gebnisse jener „glänzenden Politik", deren Über­schwängliches Lob Präsident Loubet kürzlich in Brest gesungen hat . . ."

lassen und morgen abreift, nicht zu Ihren Ohren zu lachen. Sein Spitzname war „der Täuberich", gedrungen ist. Nach dem Manöver wird er dann denn er war, in Folge einer Kinderkrankheit, et- seine Adda heirathen. Ich kenne sie persönlich, was schwerhörig. Aus seinem Vollmondgesicht bildhübsch, aber zerbrechlich wie eine Porzellan- schauten ein paar gute, treue Jagdhundaugen puppe. Dafür hat sie aber auch den großen Vor- schier melancholisch in die Welt, fein Körper­zug , ein „ausgestorbenes" Kind zu fein." — umfang überstieg das Erlaubte.

„Was?" frug ich erstaunt. Frau Amtsgerichts- Es war wirklich ein bedauernswerther Kerl, räthin lachte: „Kennen Sie den Ausdruck nicht? denn die knappe Husarenuniform, die die jungen. Ein „ausgestorbenes Kind" ist ein Wesen, dem schlanken Burschen so hübsch kleidete, machte bar Vater, Mutter, Groß- und Urgroßeltern sowie Unglücklichen vollends zur Karrikatur. Es war sämmtliche Geschwister, gewöhnlich an der Schwind- nur eine Frage der Zeit für ihn, daß er des sucht, gestorben sind, und auf welches sich nun alle Königs Rock ablegen mußte, denn er konnte kaum hinterlassenen Familiengroschen konzentriren. Ka- piren Sie jetzt? Frau von Ehler ist eine entfernte Verwandte der Kleinen und hat sich ihrer mit schwiegermütterlicher Liebe angenommen. Herr

auf ihrem Arm ruhenden Hand einen ziemlich derben Klaps. „Auwau, zu Hilfe, sie haut mich!" schrie er erbost, aber seine Schwester schalt ihn energisch. „Bist Du total verrückt, Max, ich glaube, die Hitze hat bei Dir Tropenkoller ent­wickelt, zu dem Du schon immer Anlagen gehabt!" — Sie waren mit uns zu dem einladend aus­sehenden Kaffeetisch getreten, wo das Geschwister- paar seine Tante, die Frau von Hernig, begrüßte. „Wo ist Sylvia?" war Erna's nächste Frage. „Dort," entgegnete Frau von Hernig, mit schlecht verhehltem Aerger nach der Seite schauend, von welcher sich eben Herr von Ehler mit ihrer Tochter dem Tische nahte. „Thu mir den Gefallen," hörte ich Frau von Hernig ihrer Nichte zuflüstern, „und richte es so ein, daß Sylvia zu Euch zu sitzen kommt." „Soll geschehen, Tante," entgeg«

InrteaiMtiiatnmni mn alt« Smhkss«.

Halbver,essen« Geschichten aus d-n 30 er und 40 er Jahren de» 19. Jahrhunderts von B. 6. Eoester.

Erscheint täglich, tn. «uSnaijme her Honn- und Feier- tage. Vierteljädrl. ßesugipreis »dneBringcrlohn «nd Bestellgeld in Rulda und auS- toärl61M äü Bi.

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m./'®1'Sylvia Hernig und Herr von Ehler, sagte die Frau Amtsgerichtsrath, mit dem »nun auf das vor uns gehende Paar deutend, »es ist doch unglaublich, wie taktlos sich diese Beiden benehmen. Es ist ein öffentliches Geheim- Tufj, daß Herr von Ehler mit einer reizenden, steinreichen Cousine verlobt ist, trotzdem macht er rA^-°°"r^rnrg auffallend die Cour, und sie laßt sich s gefallen. Dte arme Forstmeisterin thut 2V°n«Aer$en Ie£' klagte mir neulich im tiefsten Vertrauen ihren Kummer. Ehler ist so mittellos wie Sylvia, er verhindert aber durch fein unter diesen Verhältnissen geradezu frivoles Benehmen jeden ernstlichen Freier, sich Fräulein von Hernig zu nähern. Und," setzte sie hinzu „trotz ihrer Mittellosigkeit bin ich überzeugst märe auch Sylvia längst unter der Haube. Darauf versteht sich die Mutter, das muß ihr der Neid lassen. Mache es ihr mal einer nach, bei unseren -jetzigen Zeitverhältnissen, wo die Herren alle dem goldenen Kalb nachjagen, fünf Töchter nacheinan­der und gut zu verheiralhen. Ich sage Ihnen, die Mädels gingen ab, wie die frischen Wecke! Seit den letzten zehn Jahren ist die Forstmeisterin nicht aus den Verlobungen, Hochzeiten und Kind- taufen herausgekommen. Nun hat ste mit der Jüngsten so 'ne Noth. Die anderen waren frei­lich alle bildhübsch und keine so „dickköppig" wie

. * Ms». IwnaOt, in Aussicht genommen als apostolischer Nuntius in München, ist be­kanntlich seit längerer Zeit leidend. Er hat des­wegen auch de« Poste«, für den er auSersehe« war, nicht sofort angetreten. Man hoffte stets, baß Msg. Tarnasfi seine Gesundheit wieder er- langen werde; diese Hoffnungen scheinen fich aber leider nicht zu erfüllen. Msg. Tarnasst hat am zweiten Pfingsttaae dte letzte Oelung empfangen, ! so daß man auf die Trauerbotschaft von seinem Ableben gefaßt sein muß. Bischof Tarnasfi würde sich, abgesehen von seinen anderen hervor­ragenden Eigenschaften, ganz besonders als apostolischer Nuntius in München bewährt haben; er beherrscht beispielsweise auch in vollkommener Weise für Rede und Schrift die deutsche Sprache, eine Eigenschaft, die nur wenigen Nuntien tn München «achgerühmt werden kann. Im übrigen . „_______ .... ____________o______ö

ist «8 hinreichend bekannt, daß Msg. Tarnasst dte I eine Kommission zur Untersuchung der fwmben Gemüther ebenso sehr gewann durch glänzende Einwanderung nach Großbritannien eingesetzt. Eigenschaften des Geistes und Charakters, wie Dieser Kommission gehört Arnold White an, auch durch sei« gewinnendes und liebenswürdiges der selbst ein Jude ist und insbesondere über bie Wesen I Frag« der Einwanderung fremder Juden nach

• Reichsbankprästdent Dr. Aoch hatte vor England in der Kommission sich zu äußern hatte, einiger Zett wegen eines schweren innerlichen Im Auftrage des Barons Hirsch, der fich j» Leidens Baden-Baden zur Kur ausgesucht. Seit um die Verhältniff« armer Juden sehr verdient den letzten Tagen hat fich sein Befinden »um macht, hat Herr White Rußland und Rumänien Schlimmeren gewendet und gibt zu Besorgnisse« bereist und die Lage der dortigen Juden unter» Anlaß. Geheimer Oberfinanzrath Dr.v.GlasenüPp sucht. DaS Urtheil, das er sich auf diesen Reise» ist am 1. Pfingstfeiertag schleunigst nach Baden- gebildet hat, geht dahin: die Juden in Rußland Baden berufen worden. und Rumänien brauchen Hilfe, moralische und

* Die im ReichSeisenbahnamt ausgestellte materielle; aber ihre Einwanderung nach Eng- Uebersicht der telne»flTe deutscher land darf man nicht gestatten, und zwar des-

Crantwortli*: Für Me Hrtcttion 3o(. »annu _ ötilägkN

„niustrirte Sonntags-Zeitung", „Suldaer Ocscbichtsblätter" und Cotterie-Ciste

Deutsches Reich